Thailand Trotzdem ist das Leben schön!

        #282  

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Hallo Glupperer, viele Grüße aus Dummland.

Nachdem wir uns auf der Trauerfeier meines Vaters ja auch mal persönlich getroffen haben, freue ich mich immer sehr deine Berichte zu lesen. Erinnert es mich doch an die gemeinsamen Zeiten mit meinem Dad in Thailand. Grüße auch von meinem Fraule, sie liest hier zwar nicht mit, aber ich habe ihr erzählt dass ich dich vom Forum her kenne.

Genieße die Zeit, behalte deinen Humor und pflege Deinen anTRIEB und Deine Gesundheit so gut du es kannst. ;-) Du hast ja wenigstens die Möglichkeit eine Krankenkasse in Anspruch zu nehmen, die hatte mein Vater ja leider nicht in dem Maße.
 
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        #283  

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@Glupperer lese diesen Thread immer wieder begeistert mit. Du hast einen Humor der mich immer wieder Lächeln lässt. Wie du mit den schönen und weniger schönen Folgen des älter Werdens umgehst… Hut ab. Auch deine finale Option kann ich gut nachvollziehen und mir kam da der Gedanke an Cherimabelle.
Machs weiterhin so gut 😀!
 
        #284  

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Member hat gesagt:
Hallo Glupperer, viele Grüße aus Dummland.

Nachdem wir uns auf der Trauerfeier meines Vaters ja auch mal persönlich getroffen haben, freue ich mich immer sehr deine Berichte zu lesen. Erinnert es mich doch an die gemeinsamen Zeiten mit meinem Dad in Thailand. Grüße auch von meinem Fraule, sie liest hier zwar nicht mit, aber ich habe ihr erzählt dass ich dich vom Forum her kenne.

Genieße die Zeit, behalte deinen Humor und pflege Deinen anTRIEB und Deine Gesundheit so gut du es kannst. ;-) Du hast ja wenigstens die Möglichkeit eine Krankenkasse in Anspruch zu nehmen, die hatte mein Vater ja leider nicht in dem Maße.
Hallo "aalleexx",

vielen Dank für deine Grüße und gute Wünsche. Habe mich sehr gefreut.
Dein Dad fehlt uns allen sehr. Er war einfach unsere gute Stütze im Club. Immer hilfsbereit und mit einem Fachwissen über Computer, das keiner von uns hatte (hat). Wer aktiviert und repariert jetzt abgestürzte PCs und wer organisiert die Reste unseres zerfallenen Clubs?
Auch ich wünsche Dir und Deinem Fraule alles Gute.

Liebe Grüße
G.
 
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        #285  

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Member hat gesagt:
Hut ab. Auch deine finale Option kann ich gut nachvollziehen und mir kam da der Gedanke an Cherimabelle.

Sterben will normalerweise keiner, aber lohnt es sich wirklich, steinalt zu werden?
Es kommt dabei auch immer auf den gesundheitlichen Zustand jedes Einzelnen an.
Dazu noch auf das Umfeld.
Sicher ist es für einen Pflegefall, der ohne Angehörige krank in einem Sterbeknast einsitzt, einfacher loszulassen, als einer, der zuhause von seiner Familie gepflegt wird.

Also bis jetzt geht es mir ja noch nicht sooo schlecht, dass ich nicht mehr leben will. Über ein "Abkürzungsverfahren" will ich erst entscheiden, wenn es einmal soweit ist, dass das Negative überwiegt und ich wirklich keinerlei Freude mehr empfinden kann.

Übrigens - das Alter kam sehr schnell bei mir. Mit 55 bin ich noch von Stuttgart mit dem Fahrrad zur Olympiade nach Athen und wieder zurück gefahren.
Beim Bau des Hauses in Thailand habe ich körperlich noch täglich wie ein Bär geschafft.
Bis 68 konnte ich jede handwerkliche Arbeit und Reparaturen selbst erledigen.

Dann ging es abwärts - zuerst noch langsam, dann immer schneller.
Will jetzt keine Story mit Einzelheiten posten.
Es hilft alles nix - da muss ich durch. Irgendwann gewöhnt man sich auch daran und akzeptiert es.

Dabei fallen mir Witze ein, die ich früher erzählt habe:
Was ist besser, Parkinson oder Alzheimer? Natürlich Alzheimer - lieber öfters einmal ein Viertele Wein vergessen zu bezahlen, als es immer nur zu verschütten!
Oder:
Was ist 10 m lang und stinkt nach Urin? Polonaise im Altersheim!
Oder:
S'Kasperle im Altersheim - seid ihr alle da? Jaaahhh! Aber nicht mehr lange!
Ich erkenne, dass ich nun selber schon zu diesen Witzfiguren gehöre.
Trotzdem kann ich noch immer darüber lachen!


Dann kommen wieder Stunden, ja sogar Tage, an denen es mir viel besser geht. Diese genieße ich jetzt viel intensiver, als ich meine Gesundheit und mein Wohlbefinden noch als Normalzustand empfunden habe.

Wenn dann wieder einer meiner gleichaltrigen "Gesundheits-Apostel" stirbt, der immer kerngesund war und dies auf seinen besseren Lebenswandel als den meinen zurückführte, denke ich nur:
"Siehste - das haste nun davon!"
 
        #286  

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@Glupperer sicherlich weißt Du das selbst, aber ich habe ebenso mit meinen "jungen 50 Lenzen" beschlossen, dass ich ganz sicher nicht in solch Altersknäste dahinsiechen will, schon gar nicht in DE.

Meine Mutter ist in solch einem Sterbetempel, denn nichts anderes ist das. Gerade jetzt seit C wird das erst recht natürlich aus Personalgründen ständig ausgepackt. Die "Bewohner" gammeln da nur vor sich hin, keinerlei Gedanken seitens des Personals noch erst recht der Betreiber, die mal etwas zu beschäftigen. Ne, sobald die Demenz zuschlägt (die ja dadurch erst recht verschlimmert und beschleunigt wird), werden die nicht mal mehr mit sauberer Kleidung angezogen, gar nichtmal von einer zumindest mal Katzenwäsche Hygiene abgesehen. Das ist echt schon krass, was diese Häuser sich herausnehmen und erlauben und dann auch noch > 3k monatlich verlangen.

Seither ich das mit meiner Mutter erlebe und mitbekomme, steht für mich ebenso der Entschluss fest, sollte ich mal solch ein Alter überhaupt erreichen, spätestens aber mit eingebildeten Rentenalter, werde ich dich nachahmen und mein "Ruhesitz" weit weg aus dieser schwachsinnigen Region verlegen.

Du und vor allem deine Ausführungen hier sind für mich (sicherlich den meisten hier) eine Inspiration, wirklich.

Danke und weiterhin wünsche ich dir alles Beste und noch einige glückliche Jahre.
 
        #287  

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Member hat gesagt:
@Glupperer sicherlich weißt Du das selbst, aber ich habe ebenso mit meinen "jungen 50 Lenzen" beschlossen, dass ich ganz sicher nicht in solch Altersknäste dahinsiechen will, schon gar nicht in DE.

Meine Mutter ist in solch einem Sterbetempel, denn nichts anderes ist das. Gerade jetzt seit C wird das erst recht natürlich aus Personalgründen ständig ausgepackt. Die "Bewohner" gammeln da nur vor sich hin, keinerlei Gedanken seitens des Personals noch erst recht der Betreiber, die mal etwas zu beschäftigen. Ne, sobald die Demenz zuschlägt (die ja dadurch erst recht verschlimmert und beschleunigt wird), werden die nicht mal mehr mit sauberer Kleidung angezogen, gar nichtmal von einer zumindest mal Katzenwäsche Hygiene abgesehen. Das ist echt schon krass, was diese Häuser sich herausnehmen und erlauben und dann auch noch > 3k monatlich verlangen.

Seither ich das mit meiner Mutter erlebe und mitbekomme, steht für mich ebenso der Entschluss fest, sollte ich mal solch ein Alter überhaupt erreichen, spätestens aber mit eingebildeten Rentenalter, werde ich dich nachahmen und mein "Ruhesitz" weit weg aus dieser schwachsinnigen Region verlegen.

Du und vor allem deine Ausführungen hier sind für mich (sicherlich den meisten hier) eine Inspiration, wirklich.

Danke und weiterhin wünsche ich dir alles Beste und noch einige glückliche Jahre.

Ich meine man soll das wirklich nicht pauschalisieren. Es mag solche "Heime" geben, aber was ich in meinem Bekanntenkreis bislang gesehen habe, entspricht diesen Schilderungen in keiner Art und Weise.

Ein gutes Beispiel waren meine Eltern. Beide gesund bis Ende 80, hatten in ihren beiden letzten Lebensjahren (mit 90 und 92) stark fortschreitende Demenz und fast alle möglichen Altersgebresten. Sie mussten in Pflegeheime (keine teuren Privatheime!) weil wir Angehörigen die 24-Stunden-Betreuung unmöglich hätten übernehmen können. Beide in ein anderes Pflegeheim.
Was das Personal in diesen Heimen geleistet hat, um meinen Eltern ein bestmögliches Leben in ihrem schlimmen Zustand zu ermöglichen, war grossartig.
Ich hätte das nie so zustande gebracht.

Ich wage auch zu bezweifeln, dass du in einem anderen Kulturkreis von deiner "neuen" Familie in jedem Fall angemessen betreut werden wirst.
Auch da kann es dir, wie deiner Mutter im deutschen Heim, alles andere als erstrebenswert herauskommen, wenn du einmal nicht mehr funktionierst.
 
        #288  

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@Kerlchen @keks35 ich möchte hier keine Diskussion zu dem Thema los brechen. Aber ich hatte auch mit meinem Vater in einem Pflegeheim sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Neben seiner guten Rente sind jeden Monat nochmals gut 1200€ an das Pflegeheim gegangen.
Er hatte 2019 einen Schlaganfall und ist dann ab März 2020 in diesem Pflegeheim gewesen. Im April 2021 dann endlich erlöst.
Aber wie er da von dem Pflegepersonal behandelt wurde ist unter aller Sau. Wenn nicht seine Lebensgefährtin jeden Tag gekommen wäre und ihn Umgezogen ihn gewaschen und gefüttert hätte, das Personal war sowas von überfordert und unterbesetzt. Also er hat es jetzt sichtlich besser.
 
        #289  

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Erfahrungen mit dem Pflegeknast

Meine Ma konnte bis 90 noch mehr oder weniger ihren eigenen Haushalt führen. Da kam jeden Tag ein privater Pflegedienst und hat sie gewaschen und angezogen, später auch noch abends, um sie bettfertig zu machen. Frühstück und Abendessen konnte sie noch selber einkaufen und zubereiten.

Zum Mittagessen fuhr sie mit der Strabse 2 Stationen zu dem Pflegeheim, in das sie sich schon mit 80 vormerken ließ. Dort konnte sie als Gast Essenmarken kaufen.

Wenn ich sie bei meiner jährlichen D-Reise immer sonntags besuchte, hat sie mich dort zum Mittagessen eingeladen. Dieses war mit 3 Menüs zur Auswahl und einem Salat-Buffet hervorragend!
Weniger appetitanregend waren alte und sabbernde Menschen, die noch selbstständig in den Speisesaal konnten und nicht auf der Station versorgt werden mussten. Aber ich habe meiner Ma den Gefallen getan und bin ihrer Einladung gefolgt.

Kurz nach ihrem 90. Geburtstag ist sie dann in ihrer Wohnung auf eine Bodenvase gestürzt und wurde aus dem KH als absoluter Pflegefall entlassen. Nun war meine Tochter gefordert.
In dem Pflegeheim, das sich meine Ma ausgesucht und in dem sie vorgemerkt war, kam sie dann auf die verbindliche Warteliste.

Vorerst aber saß sie mehrere Monate als Gast in 4 verschiedenen Pflegeheimen ein, wo gerade vorübergehend ein Platz frei war. Eines davon musste ich bei einem D-Besuch selber erleben. Das war so absolut trostlos, dass ich weinen musste.
Das Doppelzimmer war winzig und ihre Zimmerkollegin bösartig und gewalttätig.
Nachdem wir dann einige Zeit im Begegnungssaal saßen, merkte ich, dass ich auf einem eingenässten gepolsterten Stuhl saß und meine Hose mit Urin getränkt war.
Das Mittagessen und die Alten waren so ekelig, dass ich keinen Bissen runter kriegte.
Mein Fraule war zutiefst bestürzt und flehte Ma an, doch mit uns nach Thailand zu kommen. Das wollte sie nun auch nicht, was ich verstehen konnte.

Kurz nach unserer Rückreise wurde dann im Heim ihrer Wahl ein schönes großes Einzelzimmer mit Balkon und Sicht auf einen wunderschönen Garten freigestorben. Mit einigen ihrer eigenen Möbel und Bilder hat sich Ma relativ wohl gefühlt. Pflegepersonal und viele Leute kannte sie ja schon.

Den Verkauf ihrer Eigentumswohnung hat sie tatsächlich noch selber über ihre Bank abgewickelt. Die Haushaltsauflösung mit Hilfe meiner Tochter war ein einziges Drama. Als Ma miterlebte, wie ihre "Adenauer-Barock-Nachkriegs-Möbel" zur Müllverbrennung gefahren wurden, hatte sie mehrere Zusammenbrüche, wollte aber bei allem selber dabei sein.

Als wir sie dann im nächsten Jahr wieder besuchten, hatte sie sich recht gut eingelebt. Bei dem gigantischen Heim-Programm wirkte sie aktiv mit. In der Heimzeitung schrieb sie monatliche Artikel über die Ausflüge, die vom Heim organisiert wurden. Mit einem Bus der Polizei wurde z.B. das Atomkraftwerk in Neckarwestheim besucht und besichtigt. Es gab Ausflüge zu verschiedenen Museen. Beim Rollstuhl-Kegeln war sie ständig die Nummer Eins. Stundenlang saß sie im Lesesaal las die Tageszeitung und diskutierte darüber mit den noch geistig Fitten.

Sehr stolz war sie auf ihre Schwiegertochter aus Thailand, die sie dann allen präsentierte. Auch der Heimleiter war von dieser begeistert, erkundigte sich stets nach uns, sah sich gerne die Fotos an, die ich ihr regelmäßig an die Adresse des Heims mailte und die dann für sie ausgedruckt wurden.

Kurzum - Ma hat sich dort sehr wohl gefühlt und war stets des Lobes voll.
Nicht unerwähnt soll allerdings bleiben, dass der ganze Spaß um die 4500 € pro Monat gekostet hat und aus ihrem Vermögen kräftig zugezahlt werden musste. Dafür hatte sie aber ja ihr ganzes Leben gespart und beim Verkauf ihrer Wohnung (beste Lage und hauseigenes Schwimmbad) ist ein hübsches Sümmchen angefallen.

Als sie dann im letzten Jahr, nach einem letzten Telefongespräch mit mir, kurz nach dem Auflegen des Hörers gestorben ist, hat sie mir und meiner Tochter doch noch ein überraschend hohes Erbe hinterlassen.

Liebe Ma, vielen Dank - ich kann das in Thailand sehr gut gebrauchen.
Als erstes habe ich mal davon die 800000 Baht zum Vorweis bei der Immigration auf ein Festkonto eingezahlt! So entfällt die lästige jährliche Einkommensbestätigung bei der Deutschen Botschaft.
Ein kleines Sümmchen werde ich nächste Woche davon für ein paar Tage Außendienst im Seebad abheben. Juhuuuhhh !!!
In 6 Wochen dann wieder. Halt so lange wie ich diesen Trip noch schaffe!

Was nach meinem Ableben übrig bleibt, geht an mein, von mir finanziertes Pflegeheim in Thailand und an meine persönliche Pflegerin, die ich vorsichtshalber geheiratet habe.
Gerade hat sie mir eine Tasse Kaffee ans Bett gebracht.
 
        #290  

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Lieber Glupperer, ich laufe so ca. 25 Jahre hinter Dir. Vielen herzlichen Dank für Deine immer wieder sehr interessanten Ausführungen, die zum Nachdenken anregen und mir teilweise Unbekanntes aufzeigen. Es ist sehr lehrreich und beeindruckend hier mitlesen zu dürfen.

Vielen Dank
 
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