Thailand Trotzdem ist das Leben schön!

        #46  

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Da will ich wieder dabei sein!
Ich liebe deinen Schreibstil.
 
 
        #47  

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“Außendienst“ vom 11.11. bis 17.11. Teil e

Am Busterminal rief ich mein “Äffle“ an.
Ich nenne sie Äffle, weil sie nach meinem Empfinden vom Gesicht her irgendwie Ähnlichkeiten hat. Das gefällt mir sehr. Grundsätzlich entspricht sie von Größe und Figur aber nicht meinem Beuteschema.

Ich habe sie vor etwa 4 Jahren über TF kennengelernt. Bei einem Besuch im Seebad haben wir uns getroffen. Zuerst war ich enttäuscht, weil sie total anders aussah als auf ihrem Foto in TF. Anstatt einem zierlichen Püppie stand eine richtige Frau (damals Anfang 40) vor mir. Ja gut – als ein “Gentleman“, der ich stets versuche, einer zu sein, habe ich sie nicht weggeschickt. Sie war dann aber doch sehr sehr nett. Eigentlich die netteste all meiner Püppies und es tut mir immer wieder gut, mit ihr zusammen zu sein. Dabei ist die Fickerei eigentlich zweitrangig.

Damals hat sie in einer Bar “gearbeitet“. Nein – natürlich “not go with men” nur an der Kasse - 555. Was mir damals gestunken hat: Ich musste sie täglich auslösen! Ich bin dann immer bei ihr im Room abgestiegen und habe somit wenigstens die Hotelkosten gespart.

Natürlich hatte sie ständig Geldsorgen. Vom Alter her am Ende ihrer Laufbahn, war sie natürlich nicht mehr gefragt. Wie sie mir glaubhaft versicherte, hatte sie ein Grundgehalt von 3000. Mit Lady-Drinks kam sie meistens nie über 5000. Davon kann man in Pattaya nur schwer überleben, wenn das Room schon über 3000 kostet. So habe ich sie immer wieder unterstützt.

Als dann die Bar geschlossen wurde, fand sie in einem Hotel (meiner Schätzung nach liegt das Nest, wo sie auch heute noch wohnt, etwa 35 km außerhalb von Pattaya), eine Anstellung als Köchin. Ja – kochen kann sie excellent.

Zuerst waren die Konditionen sehr gut. Sie hatte freie Kost und Logies und ein Gehalt von 4000. Damit kam sie sehr gut über die Runden. Allerdings musste sie fast Tag und Nacht dafür arbeiten.

Da nun auch in diesem Hotel die Gäste wegblieben, wurde das kostenlose Essen gestrichen und schließlich sollte sie für das Zimmer auch noch bezahlen. Mit einer Kollegin zusammen mietete sie ein Zimmer außerhalb des Hotels, welches immer mal wieder geschlossen wurde und schließlich pleite war.
Ab diesem Zeitpunkt hing sie bei mir voll am Tropf. Habe das aber gerne gemacht.

Ihre Kollegin, die bisher das halbe Room bezahlte, fuhr nachhause und kam nicht wieder. Zurück ließ sie eine mittelgroße Hündin, die nun auch noch zu versorgen war. Bei der Frage, was nun mit ihr geschehen solle, antwortete sie: “Kick out her“! Die Zimmervermieterin meinte, dass man das nicht machen könne und riet, sie einschläfern zu lassen. Da ich das Tier kannte und sehr mochte, habe ich eine richtige Panik gekriegt und konnte eine Nacht nicht schlafen. Machte das Angebot, sie mit dem Pickup abzuholen und zu übernehmen.

Zum Glück wollte sie nun auch die neue Besitzerin nicht mehr hergeben, zumal ich anbot, die Sterilisation zu übernehmen.

Inzwischen wurde ein Shop gleich neben ihrem Room frei, den sie anmietete und nun auch Essen kochte. Das lief dann auch überraschend gut an und ich konnte meine Unterstützung reduzieren. Dann wurde der Laden wegen Corona geschlossen. Da wurde es dann richtig teuer für mich. Miete für Room und Shop, Essen + Trinken für Püppie und Hund.

OK – ich hatte nun schon so viel in dieses Projekt hineingesteckt, dass ich nicht aufgeben wollte. Also wies ich weiterhin Geld an. Meine Idee war (ist), so lange zu helfen, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen kann. Dann hätte ich echt was geschafft, auf das ich stolz sein könnte.
Im Gegensatz zu diesen Gutmenschen in D hätte ich geholfen und meine Hilfe auch selber finanziert. Es ist nämlich sehr einfach, mildtätig und gutherzig zu sein, wenn man es selber nicht bezahlen muss.

Kurzum – ich wollte mal schauen, ob unnarum noch alles passt und wollte auch mein Versorgungs-Projekt überprüfen.
So sagte ich ihr am Telefon, dass ich sie kurz besuchen wolle und sie vom Busterminal In Pattaya anrufen werde, damit sie mich von dort abholen kann. Sie war hocherfreut.
Dass ich schon 3 Nächte in Pattaya verbracht habe, verschwieg ich natürlich.

Das Nest, wo sie auch heute noch wohnt, hat keine öffentlichen Verkehrsmittel. Geht also nur mit dem privaten Taxi. Mehrere Personen fahren für 250 mit ihrem Privat-PKW nach Pattaya. Ein offizieller Motorrad-Taxler hätte mich für 300 auch schon hingefahren, doch mein Äffle bestand stets darauf, mich von ihr mit dem Taxi abholen zu lassen.

Auf dieses wartete ich nun.


 
 
        #48  

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Member hat gesagt:
Auf dieses wartete ich nun.

Immer diese Cliffhanger….. 🙏 💁‍♂️



Wobei es da Zeitgenossen gibt die könnten 500 in einen Absatz einbauen und ich würde es weder mitbekommen noch würd es mich ansatzweise tangieren... :hehe: :mrgreen:


Lange Rede - kurzer Sinn.

Mach Bitte weiter…… :super:
 
 
        #49  

Member

Member hat gesagt:
Immer diese Cliffhanger….. 🙏 💁‍♂️



Wobei es da Zeitgenossen gibt die könnten 500 in einen Absatz einbauen und ich würde es weder mitbekommen noch würd es mich ansatzweise tangieren... :hehe: :mrgreen:


Lange Rede - kurzer Sinn.

Mach Bitte weiter…… :super:
Sorry - aber mehr schaffe ich an einem Stück nicht.
Gruß Glupperer
 
 
        #50  

Member

Liebe Freunde,

herzlichen Dank für Eure Likes. Dabei ist das ja gar keine sooo spektakuläre Story. Will einfach mal rüberbringen, was in meinem Alter und gesundheitlichem Zustand überhaupt noch geht. Vielleicht macht es einem zukünftigen Expat den Entschluss leichter, seinen Lebensabend in Thailand zu verbringen.

Für mich gibt es keine Alternative. Ich kann mir ein Leben in D einfach nicht mehr vorstellen. Wenn ich morgens die 20 Uhr Tagesschau vom Vorabend erleide, verbiegen sich mir echt die Zehennägel.

Ich will mich jetzt aber auf keinen Fall politisch äußern. Mein Hauptargument ist und bleibt das Wetter. Bei Kälte leide ich wie ein Hund.
Natürlich ist es auch sehr angenehm, überall bezahlbaren Sex genießen zu können. Wenn ich da von Freunden mitkriege, wie Pay6 inzwischen in D abläuft, bin ich nur noch entsetzt. Überzieher (nun ja), Lecktuch (geht gar nicht) und absolute Mondpreise. Das kann vermutlich nur einer ertragen, der es nicht anders kennt.

Hatte heute eine sehr angenehme Nacht. Bin erst um 5:30 Uhr aufgewacht. Bei aufkommendem Tageslicht habe ich im Garten Holz zersägt und gespalten.
Bald gibt es wieder Tamarinden, von denen wir Unmengen im Orchard haben. Die müssen kurz ins kochende Wasser, um sie aus der Schale pellen zu können. Da verfeuere ich in einem Stove oft tagelang riesige Mengen an Holz, um das Wasser ständig am Kochen zu halten

Jetzt will ich aber wieder etwas weiterschreiben:

“Außendienst“ vom 11.11. bis 17.11. Teil f

Wie ist die Freude groß, als ich mein Äffle wieder mal in die Arme schließen kann. Sie hat seit unserem letzten Treffen feste Backen gekriegt. Entschuldigt sich auch sofort: “Not look me – I know I am fat!“ Nun ja – ich will sie ja nicht auf den nächsten Opernball mitnehmen. Die Fahrerin wartet im Auto – wow, die ist vielleicht vollgefressen! Scheint hier in Thailand ein echtes Problem zu werden.

Wir fahren durch die Pampa bis zu dem Nest, wo s’Äffle wohnt. Unterwegs kaufe ich in einem 7/11 noch 2 Packungen Zigaretten für sie. Getränke hat sie ja selber im Shop. Diesen hat inzwischen eine Bekannte betreut. S’Äffle fragt mich, ob sie den Shop schließen soll. Aber nein – was dadurch an Einnahmen fehlt, müsste ich ihr ja wieder abdrücken!

Der Hund begrüßt mich überschwänglich. Vermutlich ahnt er, dass ich mit dazu beigetragen habe, ihm das Leben zu retten.

Der Shop macht einen guten Eindruck. Alles blitzeblank und sehr einladend. Davor steht ein Tisch mit 2 Bänken. Praktisch hocken hier immer ein paar Leute, darunter auch Alkis, die scheinbar täglich öfters kommen und immer wieder ein Glas Reisschnaps verlangen. Mir erschließt sich nicht, warum die das Zeug nicht flaschenweise kaufen, aber ich bin eben ein Schwabe. Zwei ältere Damen lassen sich was kochen. Eigentlich ist immer was los, oft bis es Nacht wird. Wenn längst schon geschlossen ist, kommen immer noch Leute, die Bier kaufen wollen.

Es läbbert so dahin, wie man im Schwäbischen sagt. Stolz rechnet sie mir vor, dass sie heute fast 500 Reingewinn gemacht hat. Hätte sie noch mehr im Angebot, könnte das sogar noch besser ausfallen. Wenn sie was übrig hat, stockt sie damit ihr Angebot auf.
Doch – ich bin beeindruckt. Das sieht gut aus und kann sogar noch besser werden.

Ich sitze auch gerne draußen. Als Farang bin ich natürlich eine Attraktion. Kann mich ja sogar ein bissle unterhalten. Auf Englisch geht hier gar nix. So nahe an Pattaya und doch fast hinter dem Mond.

Das Dinner schmeckt traumhaft gut. Sie kocht für mich “Khao Pat Thalää“ (gebratenen Reis mit Meeresfrüchten) Ich mixe mir ein CHANG mit SPRITE.

Zum Ficken habe ich keine Lust, werfe aber gegen 19 Uhr eine Blaue ein. So gegen 21 Uhr wedelt sie mir einen Harten und ich kann vollstrecken. D.h. ich liege faul auf dem Rücken und werde brutal niedergeritten.
Allerdings habe ich danach eine schlimme Nacht. Wieder schmerzen mich alle Knochen und wenn ich “für alte Männer“ muss, trapse ich wie ein Besoffener aufs Klo.

Als ich dann erwache, ist es 8 Uhr und draußen hocken schon Leute.
Zum Breakfast gibt es für mich Nescafé mit Croissant und einem Ananas Pie, was mir ans Bett gebracht wird. So vergehen 3 Tage ohne jeglichem Stress.

Die Rückfahrt bucht sie mir bei Nakhonchaiair im 7/11. Es ist ein Direktbus für 19 Uhr, Ankunft in der Stadt, 70 km vor zuhause, um 3 Uhr in der Früh.
Beim Abschied im Room weint sie bitterlich. Ich lasse zum Trost noch ein paar braune Bilder von unserem König da.

Das private Taxi bringt mich direkt zum privaten Busterminal von Nakhonchaiair. Natürlich begleitet sie mich. Als der Bus dann aber als verspätet aufgerufen wird, nehmen wir endgültig Abschied. Ach – es war mal wieder so schön bei ihr!

Obwohl der Bus verspätet abgefahren ist, kommt er pünktlich um 3 Uhr an. Am Terminal wird bei jedem Fieber gemessen. Dann will ein Polizist meinen Pass sehen und wissen, wohin ich will. Als ich ihm dann eine Copy vom gelben Hausbuch zeige und klar ist, dass ich dort wohne, lässt er mich passieren.

Mit einem Taxi fahre ich vom weit außerhalb gelegenen Busterminal zum Bahnhof.
Inzwischen ist es 4 Uhr. Ich trabe zur nahen “Piste“. Was dort gerade von der “Nachtschicht“ noch rum hockt, ist erschreckend.

Im 7/11 kaufe ich mir mein Frühstück und setze mich in den Bahnhof. Vor Eintritt werde ich auch da gemessen und befragt. Mein 5:55 Uhr Zügle steht schon da. Ich setzte mich rein und döse, bis ich merke, dass es schon fährt.

Schnell rufe ich mein Fraule an. Als ich nach einer Stunde Fahrt an meinem Heimatbahnhof ankomme, steht sie schon strahlend mit dem SUV vor dem Bahnhof und bringt mich die 4 km zu unserem Zuhause. Home - sweet home.

ENDE
 
 
        #51  

Member

@Glubbberer: Sehr authentisch und offen berichtet, danke dafür.

Wie mir scheint hast du damals die Weichen richtig gestellt und deine Auswanderung nie bereut, das hört sich gut an!

Ich hoffe du hältst uns weiterhin fleißig informiert.

P.S.: Genieße das Wetter, die Sonne und so manch andere Freude und vermeide unbedingt "Tagesschau & Co".

Gruß

sharky
 
 
        #52  

Member

Hab jetzt erst den neuen Thread von Dir gefunden und mir war schon aufgefallen das Du lange nichts geschrieben hast , um so mehr freud mich das es Dir den Umständen entsprechend gut geht ,nach der Nachricht mit Cherimabelle keine Selbstverständlichkeit ,bleib gesund ,noch 2 Jahre dann kann ich auch endlich wie Du meinen Lebendsabend in Thailand verbringen .
 
 
        #53  

Member

@Glupperer, lieber Freund, Auch von mir ein Danke für’s “Mitnehmen” in Deine kleine große Welt.
Hat Spaß gemacht.

Ich würde mich sehr freuen dich mal wieder zu treffen. Sei es beim Stammtisch in Stuttgart, oder aber in deinem Kur-Urlaub in Bad Thaya wenn ich auch mal wieder dort auf Kur bin. Mein Eruierungen laufen schon.
 
 
        #54  

Member

Vielen Dank für Deinen netten Bericht, @Glupperer!
Ich finde es ermutigend zu lesen, dass Du Dich von gesundheitlichen Problemen nicht komplett ausbremsen lässt, sondern noch kleine Abenteuerreisen unternimmst. Das hält fit und motiviert!
Und im Kopf bist Du ja auch hellwach, wie ich Deiner Randbemerkung über das deutsche Fernsehen entnehme 😉 Immerhin lässt sich die Wochenschau aus 10.000 km Entfernung einigermaßen ertragen 😬😇
 
 
        #55  

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Hallo liebe Freunde,

ein kurzes Lebenszeichen:

Passiert ist eigentlich nicht viel. Ein geplanter Tag im Uni-KH steht am 7.12. an. Für junge, gesunde TAF-Members sicher total uninteressant! Aber für Expats im letzten Lebensabschnitt sind eben Krankheiten auch ein Thema.

Bei Frau Doc “Thyroidea“ ist die 4-monatliche Schilddrüsen-Untersuchung fällig.
Sie war, bis auf unzählige kleinere Unfälle, die ich in unserer örtlichen Busch-Klinik “richten“ ließ, hier eigentlich meine erste feste Ärztin in Thailand. Alles andere habe ich ja noch jahrelang beim jährlichen D-Besuch abgewickelt.

Statt Thyroxin 175, das es in dieser Mengeneinteilung in Thailand nicht gibt, habe ich aus Bequemlichkeit täglich über Jahre eine 200-ter geschluckt.

Bei der obligatorischen Blutdruckmessung vor jedem Arztbesuch, hatte ich dann, zum Entsetzen der Nurse, einen Blutdruck von 175/135, was ja vom unteren Wert her gar nicht geht. Die Ärztin fand das so dramatisch, dass sie sogar von “Lebensgefahr“ sprach. Schnell wurde klar, dass dies an einer Überdosierung von Thyroxin liegt. Eine Spezialistin vom Uni-KH hat mich dann sehr schnell wieder auf fast normale Werte eingestellt.

Des Weiteren ist nachmittags die für mich obligatorische jährliche Magenspiegelung fällig, auf die ich diesmal auch für mein Fraule bestand. Kann ja bei ihr mit 50 nix schaden!

Nun hat das KH angerufen, dass ohne negatives Corona-Testergebnis, das KH nicht mehr betreten werden kann. Wir werden also am 7.12. schon um 5 Uhr starten, um diesen Test vorher abzuwickeln. Ich muss ihn übrigens bezahlen, was ich auch völlig in Ordnung finde.

Ansonsten läuft alles normal. War gestern auf einem kleinen “Außendienst“. Nix Spektakuläres – will einfach “am Ball bleiben“.
Soll mich ja wegen meinem Parkinson nicht schonen und mich so viel wie möglich bewegen!

Bin immer noch am Holz machen. Mein Fraule hat ja einige zu groß gewordenen Palmen umgesägt.
Parallel dazu siebe ich die Erde vom Komposthaufen durch und fülle das Fertige in Reissäcke ab.

Das war’s auch schon. Langweilig wird es mir trotzdem nie. Wichtig ist, dass man sich immer wieder Aufgaben stellt und diese dann abzuarbeiten versucht.

Gruß vom Paradies
G.
 
 
        #56  

Member

Hallo @Glupperer ,
ich bin ja ganz am Anfang meiner Laufbahn als Qualitätstourist, bin auch viel hier im TAF unterwegs und hab schon hin und wieder Deinen Namen gelesen. Jetzt habe ich Deinen Bericht am Stück gelesen und bin schwer beeindruckt von Dir und Deiner Lebensweise. Ich würde Dich sogar als mein Vorbild bezeichnen und würde es einen Fanclub von Dir geben, ich wäre ein bekennendes Mitglied. Ich wünsche Die von Herzen noch lange die Standfestigkeit wie oben beschrieben und werde Deinen Ausführungen weiter mit großer Begeisterung folgen, vielen Dank hierfür.
 
 
        #57  

Member

@Glupperer freut mich das ich wieder mal was von dir zu lesen bekomme.War genauso lange wie du im Taf offline.Leider ist auch damals der Kontakt über email abgebrochen.Ich hatte echt schon die schlimmste Befürchtungen wie
es dir geht da ich deine Vorgeschichte kannte.

Freut mich das es dir den Umständen entsprechend gut geht (blablabla in deinen Augen :) )

Melde dich mal wenn du Lust hast.

DIR nur das BESTE!

Kakao
 
 
        #58  

Member

Hallo liebe Freunde,

für junge, gesunde TAF-Members sicher total uninteressant, aber es gibt ja auch ältere, die das eventuell doch interessiert.

Gestern war mal wieder ein Gesundheits-Check fällig. Nicht ganz einfach in diesen Zeiten.
Vor Tagen hat das KH angerufen und mitgeteilt, dass dafür jetzt ein C-Test erforderlich sei. Herausgestellt hat sich dann später, dass das nur bei OPs oder OP ähnlichen Behandlungen gilt. Da ich und mein Fraule zu einer Magenspiegelung angemeldet waren, gehörten wir dazu. Unsere Tochter, die sich dafür einen Tag freigenommen hatte, betraf es nicht.

Nun – wir wollten um 5 Uhr starten, was sich dann natürlich wieder bis fast 6 Uhr hingezogen hat. Thai verhindern ja grundsätzlich, dass man pünktlich sein kann. Da das Testen nur bis 7 Uhr möglich war, haben wir es gerade noch geschafft.
Es war dann der große Test mit Abstrichen aus Mund und Nase. Ergebnis dann um 15 Uhr vor der Magenspiegelung

Vor dem Uni-KH ein unbeschreibliches Durcheinander. Ich meinte ja, dieses System nun zu kennen und einen Arztbesuch alleine abwickeln zu können, doch gestern hätte ich das nicht geschafft.
Hatte auch wieder einen ganz schlechten Tag und konnte nur unter Schmerzen humpeln. Deshalb habe ich eine Krücke mitgenommen.


So will ich allerdings nicht an der BR “auf Jagd gehen“

Die erste Untersuchung betraf meine restliche Schilddrüse, die nach 2 Krebs-OPs, vor über 40 Jahren, so ziemlich entfernt wurde. Dafür die obligatorische Blut-Entnahme. Nach 15 Minuten war das erledigt.
Ich erhielt dann allerdings eine so hohe Nummer, dass ich mich erst um 13 Uhr nach der Mittagspause bei Frau Doc wieder einfinden sollte. Da wartete ich dann noch bis 14:30 Uhr, bis ich endlich dran war. Vor der Seuche ging das natürlich flotter. Meinem Fraule und mir rauchten die Nasenlöcher vor Hunger. Wir durften ja vor der Magenspiegelung nach dem Frühstück nix mehr essen.

Frau Doc war dann sehr zufrieden. Die TSH-Werte waren in der Toleranz. Daneben wurden diesmal noch Leber-, Blutzucker- und sonst noch allermögliche Werte ermittelt. Alles war top! Bat dann um einen nächsten Termin erst wieder in 5 Monaten und bekam auch bis dahin die Medikamente verschrieben.

Dann ging es zur Surgery. Das Corona-Testergebnis war inzwischen auch im Computer – bei uns beiden negativ! So sollten wir uns um 15:45 Uhr vor dem OP-Saal einfinden. Wir wurden dann auch sofort vorbereitet. Grüne Gewänder, Hauben und die obligatorische Belehrung, die man unterschreiben muss, dass man sie verstanden hat.

Zuerst war mein Fraule dran. Gestoppte 25 Minuten mit Entnahme von 2 Polypen und 3 Gewebeproben. Scheinbar alles soweit OK.
Bei mir dauerte es dann wieder fast eine Stunde, bis einige neue Polypen abgezwickt und geborgen waren. Dann noch gute 10 Gewebeproben an der kritischen Stelle. Bei mir muss der Magen ja deshalb jährlich gespiegelt werden.

Bei der letzten Magen- und Darmspiegelung in D, als mir der Professor meine Akten übergab, meinte dieser: “Sie sind aber ganz schön mutig, dies in Zukunft in einem dritten Welt-Land machen zu lassen.“ Dabei sah der OP-Saal, im Gegensatz zu diesem in Thailand, eher wie die Museums-Praxis von Prof. Dr. Sauerbruch aus!
Gut – in D erhielt ich immer eine Vollnarkose, was man hier nicht gerne macht. Aber das OP-Team besteht hier aus 7 Personen, die Blutdruck, Puls und Sauerstoffgehalt überprüfen, die Kotze absaugen, dem Doc bei der Entnahme der Gewebeproben assistieren usw. Man hat Einsicht auf den Monitor und der Doc erklärt einem immer, was er gerade macht. Ich fühle mich hier bestens aufgehoben.

Danach ging es zur Kasse. Die Rechnungen waren diesmal ganz schön hoch. Mein Fraule hatte insgesamt 5370 Baht auf dem Zeiger. Das war die reine Magenspiegelung inkl. der noch folgenden pathologischen Untersuchung.
Ich hatte eine mit 5670 Baht und eine weitere mit 6715 Baht. Ja – bei mir war halt auch noch die Blutuntersuchung und Frau Doc dabei. Waren zusammen 17755 Baht. Davon gibt es von der Beamten-Beihilfe 70% zurückerstattet. Damit kann ich leben!

An der KH-Pharmacy war dann noch eine halbe Stunde Warten angesagt. Als ich dann meine Medikamente für die Schilddrüse, gegen zu hohen Blutdruck und für den Magen hatte, hat es mir gereicht.

Wir fuhren dann noch zum MAKRO und ich spendierte noch einmal fast 5000 für Getränke und außergewöhnliches Essen. Auf der Heimfahrt aßen wir dann im Auto zusammen eine Baguette und eine Art von gerauchter Schinkenwurst.
Zuhause öffnete ich eine 2-Literflasche Rotwein und trank, völlig disziplinlos, gut einen Liter davon.

Heute ist Ruhetag mit verschärfter Bettruhe.

Gruß G.
 
 
        #59  

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Hallo liebe Freunde,

auch heute kein “Reißer“ – eben nur wieder eine Story, wie sie im Alter halt vorkommt:

Gestern war der 3-monatliche Termin beim Dermatologen im Uni-KH. Normalerweise versuche ich hier immer 2 Doc-Termine an einem Tag abzuwickeln, aber seit Corona ist mir das zu stressig und kaum noch zu machen.

Es ist um 6 Uhr mit 16° noch bitter kalt. Ich entscheide mich für eine Warmdusche im Haus. Sonst nehme ich die am Pool, weil man mir da nicht nachputzen muss. Auch ein paar “Längen“ im Pool müssen entfallen, da es mir bei diesen Temperaturen die Knochen verbiegt.
Frühstück: 3 Toasts mit Butter und Tomaten + eine Tasse Nescafé. In D habe ich morgens immer gut gevespert, aber halt auch mal 127 kg gewogen. Jetzt sind es immer um die 85 kg bei 186 cm und so soll es bleiben.

Abfahrt um 7:30 Uhr. Zuerst bringen wir den Kleinen (s’Enkele) zur Schule. Um diese Zeit ist unser Städtle total verstopft. Es gibt auch hier immer mehr Autos, mit denen die “Reispfleger“ jetzt ihre Kids zur Schule bringen.

Um 8:45 Uhr treffen wir im KH ein. Während mein Fraule einen Parkplatz sucht, wurschtle ich mich durch den Anmeldebereich. Seit Corona ist ja das meiste nach Außen verlagert. Blutdruck selber messen, sofort wird der Automat mit Spray desinfiziert. Am entsprechenden Schalter anstehen. Richtet sich nach dem Terminzettel. Die Security achtet auf Abstand.
Übliche Fragen nach Wohlbefinden, Gewicht usw. Diesmal muss ich den Impfausweis vorzeigen. Alles wird in den Computer eingetippt. Ich erhalte einen Zettel und muss mich setzen. Die Hälfte der Sitze ist abgeklebt.
Inzwischen ist auch s’Fraule eingetroffen. Dickes Lob, dass ich die Anmeldung ohne sie geschafft habe.

Um 10 Uhr rum werde ich aufgerufen und darf mit Mia in den Wartesaal vor den Sprechzimmern. Eine Nurse weist mir einen Platz vor dem Sprechzimmer des Dermatologen zu. Mia muss stehen. Nur einer ist vor mir. Schon bald bin ich dran.
Der Doc sucht an meiner Fratze nach “Vorgeschichten zum Hautkrebs“. Das Wenige, das er noch findet, ist sehr klein und wird, wie immer, mit flüssigem Stickstoff vereist. Ja – er ist sehr zufrieden.
Das ändert sich aber schlagartig, als ich ihm meinen rechten Unterarm zeige. Wo vor 3 Monaten noch eine kleine Wunde war, die ich mir, wie ich damals noch glaubte, wohl bei Gartenarbeiten zugezogen habe, hat sich ein Geschwür in der Größe einer 5 Baht Münze entwickelt.
Der Doc stuft das als sehr Bedenklich ein, tippt einen Bericht in den Computer und überweist mich an die Chirurgie.

Ich bin danach körperlich so fertig, dass mein Fraule alles Weitere ohne mich erledigen muss. Psychisch kratzt mich diese Vor-Diagnose aber keineswegs, weil ich sie erwartet habe.
Es zieht mir wieder von den Arschbacken bis in die Zehen und ich kann kaum noch laufen. Meine Krücke, die ich in letzter Zeit immer im KH dabeihabe und die mir dort auch gewisse Vorteile verschafft, habe ich zuhause vergessen. Alleine schleppe ich mich in die KH-Kantine und lasse mir eine Nudelsuppe richten.

Nach einer Stunde ruft mich mein Fraule an und wir treffen uns vor dem Kassenschalter. Sie berichtet:
Obwohl gerade alle möglichen Termine verschoben werden, will sich der Chirurg das am 27.12. einmal ansehen und gegebenenfalls in seiner privaten Beauty-Clinic abends eine Biopsie machen. Im KH selber ist dafür eine Terminvergabe zurzeit wegen Corona fast nicht möglich.

Ich bezahle für:
Omeprazol, das mir der Dermatologe freundlicherweise verschrieben hat, weil es der zuständige Doc für den Magen beim letzten Mal vergaß, 180 Baht.
Für die Sprechstunde die übliche Grundgebühr von 50 Baht und für die Vereisung mit Stickstoff 160 Baht – also zusammen 390 Baht. Na das geht ja!
Das Omeprazol hätte ich mir aber besser selber in einer Apotheke kaufen sollen, denn dafür muss ich heute über eine Stunde am Ausgabeschalter warten und falle dabei fast vom Sitz.

Danach fahren wir zum MAKRO, wo ich für unsere Tochter gerne noch ein Fläschchen Weißwein und für mich ein Fläschchen Rotwein gekauft hätte. Mein Fraule selber trinkt ja nur Wasser. Leider ist es schon 14:10 Uhr und Alkohol darf erst wieder nach 17 Uhr verkauft werden.
So kaufe ich 3 Stangen Baguette, Käse, Wurst, Joghurt, Lachs, Fleisch, Gemüse, meinem Fraule noch verschiedenes Obst und fürs Enkele ein paar Leckereien und was zum Spielen. Normalerweise geht ja Essen und Nicht-Alkoholisches vom Haushaltsgeld, aber ab und zu bin ich da spendabel und bezahle alles.

Als wir dann zuhause den Kleinen von der Schule abholen, fährt mein Fraule auf meinen Wunsch als Umweg wieder einmal über die Uferstraße zu unserem Dorf zurück. Überall blüht es und selbst die ärmlichsten Hütten wirken mit den Gärten davor malerisch. Ach – es ist doch so wunderschön hier – juhuuuhhh !!!
“Scheiß-Hautkrebs-Geschwür“, denke ich, “das wird rausgeschnitten und gut isses“.




 
 
        #60  

Member

Hallo liebe Freunde,

Weihnachten ist zum Glück vorbei. Bin ja eh kein Freund davon, da ich in meinem früheren Leben am “Heiligen“ Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag immer mehr oder weniger eine Familientragödie erleben musste. Da kam nämlich meine Ma zu Besuch und wurde dann von meiner Ex so dermaßen respektlos behandelt, dass es stets Tränen gab.

Dass ich diesen Scheißdreck immer wieder ertragen habe, kann ich heute gar nicht mehr umsetzten. Ebenso, dass ich mich nie zu körperlicher Gewalt hinreißen ließ. Ich war in der Endphase dieser schrecklichen Ehe oft wie gelähmt.

Jedenfalls genieße ich jetzt ein Weihnachtsfest, bei dem meine Lieben für mich gerade mal einen zusammensteckbaren Plastikbaum aufstellen.

Bei der Weihnachtsfeier in unserem Farang-Club war es immer sehr nett, doch ist diese wegen Corona nun schon das zweite Jahr ausgefallen.

Es wird auch heute keinen “Außendienst“-Bericht geben. Will zwar niemand mit meinen Krankheiten nerven, aber die gehören jetzt eben zu meinem Leben.

Mit den pathologischen Befunden der Magenspiegelungen gab es inzwischen Entwarnung. Bei mir, wie immer, die nächste in einem Jahr, beim Fraule frühestens in 5 Jahren.

Gestern war dann der Termin beim Chirurgen im Uni-KH. Als dieser das Geschwür begutachtet hatte, diagnostizierte er es, wie der Dermatologe, als Basalzellkarzinom und beschloss, es ohne vorherige Biopsie, sofort zu entfernen. Falls der pathologische Befund ungünstig wäre, müsste noch einmal nachoperiert werden.

Die OP dauerte exakt 25 Minuten und war sehr sehr blutig. Im Gegensatz zur Privatklinik des Chirurgen, wo dieser mir schon mehrfach das Gesicht operiert hat, lief das hier eher wie am Fließband ab. Der OP-Saal war mit Vorhängen abgeteilt und ich wurde von 2 Nurses betreut. Der Chirurg flitzte immer nur kurz vorbei, so zum Setzen der Betäubungsspritze, zum Schneiden und zum Nähen. Alles andere erledigten die Nurses. Auch wurde die Blutung nicht mit einem elektrischen Brennstab (???) gestillt und ich lag angekleidet und nicht nackt im Flügelhemd auf dem OP-Tisch. Mein Fraule, die hier dabei sein durfte, ging beim Zuschauen fast in die Knie.

Am 10.1. werden die Fäden gezogen und der pathologische Befund mitgeteilt. Ich bin zuversichtlich, dass nicht nachoperiert werden muss.

Die Kosten für alles zusammen + pathologische Untersuchung + dem Ziehen der Fäden + nicht benötigter Schmerztabletten, waren dann unglaublich schlappe 1013 Baht.
Da ist natürlich für den Chirurgen nix verdient und auch das KH wird nicht reich davon. Ich nehme an, dass er im KH nur seine Pflichtstunden abbrummt und sein Geld nach Feierabend und an Wochenenden in seiner Privatklinik erwirtschaftet.

Heute geht es mir sehr gut. Wieder ist etwas sehr Unangenehmes erledigt. Vielleicht gehe ich morgen zu einem kurzen, örtlichen Außendienst.
 
 
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