So schnell scheint Boeing seine Probleme mit der "Max" nicht los zu werden... Bericht von Spiegel Online:
"Ein US-Pilot strengt wegen der 737-Abstürze in diesem Jahr eine Sammelklage gegen Boeing an. Der Flugzeugbauer habe lange von Problemen mit der 737 Max gewusst. Hat er auch die Unglücke und Startverbote in Kauf genommen?
Die Boeing-Abstürze in diesem Jahr beschäftigen die US-Justiz: Dem Luftfahrtkonzern droht ein langwieriger und möglicherweise teurer Rechtsstreit. Ein Pilot hat das Unternehmen aufgrund der Unglücke und der danach verhängten Startverbote für die betroffenen Maschinen vom Typ 737 Max wegen finanzieller und weiterer Schäden verklagt.
Nach Angaben seiner Anwälte wurde die Klage bereits am Freitag bei einem Gericht im US-Bundesstaat Illinois eingereicht, wo Boeing seinen Hauptsitz hat. Der Rechtsstreit sei als mögliche Sammelklage angelegt, der sich mehr als 400 weitere Piloten anschließen könnten. Boeing äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Rechtsstreit.
Der Kläger, der in den Gerichtsunterlagen als "Pilot X" von "Airline X" anonymisiert wurde, erhebt schwere Anschuldigungen. Boeing und der US-Luftfahrtbehörde FAA wird "eine beispiellose Vertuschung" bekannter Fehler der 737 Max vorgeworfen. Die Abstürze und die folgenden Flugverbote seien deshalb "vorhersehbar" gewesen.
Der Pilot beklagt unter anderem "erhebliche Einkommenseinbußen" sowie "schweres emotionales und mentales Leid". Er sei gewissermaßen gezwungen gewesen, die Boeing-Maschinen zu fliegen und so nicht nur sich selbst, sondern auch die Crew und Passagiere in Lebensgefahr zu bringen. Der Hersteller habe von Problemen der 737 Max gewusst, Airlines und Piloten aber nicht ausreichend davor gewarnt."