dito hat gesagt.:
@zardi
Ich befasse mich die letzte Zeit immer wieder mit der Frage, ob die Börse nicht ein Nullnummernspiel ist und komme da irgendwie nicht auf den Punkt.
Ich gehe nämlich davon aus, dass wenn ich z.B. heute 5.000 Euro gewinne, dann hat jemand anders 5.000 Euro verloren. (Oder vielleicht 10 andere Marktteilnehmer haben jeweils 500 Euro verloren).
...... Deswegen denke ich die ganze sache ist ein Nullnummern Spiel.
Wie siehst du das ??
Du hast Glück, dass ich mir diese Frage schon vor 15 Jahren gestellt habe
... und natürlich die Antwort kenne:
Der Terminmarkt in einem bestimmten Segment (z.B. Optionen auf Standardaktien) und für sich alleine betracht, ist ein Nullsummenspiel (sogar ein Minusspiel wegen den Spesen). Am Terminmarkt gilt: Wo es einen Kontrakt mit einem Gewinner gibt, existiert auch der dazugehörige Verlierer, ergo Summe 0,00
Für die Börse in ihrer Gesamtheit gilt das aber nicht. Der reine Aktienhandel ist eine Vermögensbildung. Zunächst will ich es mal beweisen, dann Erklärung warum das so ist. Hier der Beweis am Beispiel Deutschland und USA:
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(ich habe bezüglich Deutschland leider nicht längerfristigeres gefunden, aber es ist ja klar um was es geht)
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Die Charts zeigen: Die Kurse sind immer gestiegen, es wurde also in der Summe Geld verdient. Beide Skalierungen sind logarithmisch, also korrekt. Was fehlt, ist die Inflationsbereinigung, denn wer 1950 200 $ angelegt hat, der hat heute zwar 12.000 $, bloß entsprechen die 200 $ von 1950 vermutlich 2000 $ in heutigem Geldwert. Das weiß ich nicht (nur z.B.).
Damit sind wir schon bei der Erklärung, WARUM das so ist (also ständige Kurssteigerungen): Allein schon wegen der Inflation müssen die Kurse ständig steigen, um den Geldwert zu erhalten. "Aber die Kurse steigen doch nicht von alleine", wirst du jetzt sagen. "Sie sind das Ergebnis eines Handels". Warum bezahlt heute jemand für eine Aktie 12.000 $, für die ein anderer vor 58 Jahren nur 200$ bezahlt hat?
Ganz einfach (immer nur beispielhaft): Das Unternehmen, das die Anteilsscheine herausgegeben hat, hat 1950 pro Aktie 20$ verdient, heute beträgt der Gewinn pro Anteilsschein aber 1.200 $, also das 60fache. Logisch, dass die Anleger dann für einen Anteil am Unternehmen auch den 60fachen Preis von damals bezahlen. Wer würde seine Aktie denn schon für 200$ verkaufen, wenn mit diesem Wertpapier pro Jahr 1.200 $ erwirtschaftet werden? Also regelt der Markt immer den Wert einer Aktie im Verhältnis zum Gewinn, den das Unternehmen pro Aktie erwirtschaftet (vereinfacht ausgedrückt, entscheidend ist nur, dass man wissen muss, mit dem Erwerb eine Aktie erwirbt man einen Anteil am Unternehmen; das Unternehmen gehört komplett den Aktionären, niemand anderem).
Also müssen wir jetzt nur noch die Frage beantworten warum die Gewinne der Aktiengesellschaften langfristig in der Summe immer steigen - richtig?
Das muss ich aber nicht erklären, oder? Wachstum der Geldmenge, Lohn-Preis-Spirale (Inflation), etc. Das dürfte klar sein.
Und warum ist das Gewinnwachstum vieler Unternehmen größer als die Inflationsrate? Nun ja dito ... was ist denn das Ziel eines Unternehmens?
Na ... weißt du's?
Richtig. Jedes Unternehmen wird nur zu einem Zweck gegründet.
Und der wäre?
Genau: Um Geld zu verdienen.
Niemand macht sich selbstständig, um das gleiche Geld zu verdienen, das ein angestellter Busfahrer bei der Stadt YX bekommt. Dann hätte er auch Busfahrer werden können und niemand investiert Geld in eine Firma, wenn er damit nur die gleiche Rendite erzielen kann wie bei einem Sparbrief der Sparkasse Hintertupfingen (an dem die Bank ja übrigens auch noch verdienen muss). Also beteiligt er sich doch gleich an der Bank, die diese Sparbriefe vertreibt, sprich, er kauft Aktien dieser Bank. Und deren Vorstände müssen ordentliche Renditen erwirtschaften, denn sonst werden sie von den Besitzern (=Aktionären) gefeuert.
Alles klar: Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen und der Sinn jedes Unternehmens (und das Ziel jeden Unternehmers) ist es, ständig steigende Gewinne zu erwirtschaften. Das ist übrigens auch der Grund warum keine Geldanlage so profitabel ist wie Aktien. Mit einer Aktie bist du direkt 1 zu 1 am Unternehmen beteiligt.
Wenn noch etwas unklar ist, sag' Bescheid
