Diskussion Genug für die Rente?

        #301  

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Ich lebe seit über 25 Jahren in Südostasien, zum Großteil in Thailand und auch auf den Philippinen. In dieser Zeit haben ich unzählige Deutsche kennengelernt, die ebenfalls gerne hier leben würden. Die meisten im arbeitsfähigen Alter, die dann Arbeit finden bzw. sich selbständig machen müssten, aber auch viele kurz vor der Rente. Für die überwiegende Mehrheit ist es ein Traum geblieben.

Warum? Sie wollten die Vorteile eines Lebens in Thailand, aber nicht auf das soziale Netz und die Sicherheit, die der Sozialstaat in Deutschland bietet, verzichten.
Und beides gibt es leider nicht (oder nur ganz selten).

Hat man sich entschlossen nach Südostasien auszuwandern, dann muss man einfach auch bereit sein ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Als Arbeitnehmer muss man eben selbst fürs Alter vorsorgen. Auch muss man sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. Viele Dinge, die einem in Deutschland der Staat abnimmt, muss man hier eben selbst machen. Ich finde das gar nicht schlecht, weil man beschäftigt sich z.b. mit der Rente viel intensiver.

Ich persönlich habe nie bereut nach Südostasien auszuwandert zu sein. Die höhere Lebensqualität und der Fun, wiegt die höhere Unsicherheit mehr als auf. Der entscheidende Punkt ist zu akzeptieren, daß das Leben immer Risiken in sich birgt und diese auszunehmen und sich eben so gut wie möglich darauf vorzubereiten. Viele in Deutschland denken schon beim Arbeitsantritt am die Rente und alles muss mehrfach gegen jede Eventualität abgesichert sein.

Die Alternative ist bis 67 Jahre in Deutschland zu malochen und dann zu hoffen als Rentner noch einmal auszuwandern und eine völlig neue Leben zu beginnen. Nur weiß keiner ob man überhaupt so alt wird, ob man noch für genug ist und wie lange noch oder ob man in diesem Alter noch flexibel genug ist diesen Schritt zu wagen. Oder ob, um einen populären Fred hier zu zitieren, ob Pattaya dann überhaupt noch so existiert.
Mein Motto war immer das Leben so zu leben wie möchte und zwa solange ich noch jung und fit bin.

Zu der Frage des Fredstarters. 500k Euro können zu wenig oder mehr als genug sein. Vieles hängt von der Gesundheit ab, und in erster Linie von den Erfahrungen, wie er hier können möchte. Jeden Abend in der Walking Street und aus den Gogo Bars barfinen geht natürlich nicht. Aber sich ein nettes Haus auf der Dark Side mieten, mit Freundin dort leben oder einem Stamm von regulären Mädels zu haben, dafür sollten die 500k Euro locker reichen. Wenn er das Geld geschickt anlegt, dann kann wahrscheinlich sogar von der Rendite leben.
 
 
 
        #303  

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Im Nachgang, @Hardy641 , ist das leicht zu sagen, dass es richtig war.
Aber wer vor der Entscheidung steht, Auswandern oder nicht, muss schon für sich selbst abwägen, wie dieses Risiko der Absicherung getragen werden soll.
Du hattest den Mut es zu tun und hast im Rückblick eine für Dich gute Entscheidung getroffen. :super:
Ein Anderer hat seine Entscheidung auszuwandern vielleicht bereut. Das wissen wir nicht. Krankheiten und Schicksalsschläge sind nicht kalkulierbar.
Ich wünsche Dir auch in Zukunft ein glückliches Händchen.
Gruß U62
 
 
        #304  

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Member hat gesagt:
Aber wer vor der Entscheidung steht, Auswandern oder nicht, muss schon für sich selbst abwägen, wie dieses Risiko der Absicherung getragen werden soll.
Das ist wohl der springende Punkt. Jedem jungen Menschen der den passenden Beruf für sowas hat kann ich nur dazu raten.
Wer schon etwas älter ist und/ oder eine Familie zu versorgen hat, für den sieht das komplett anders aus.
Ich hatte mehrmals die Möglichkeit ganz nach Thailand zu gehen.
Habe es nicht gemacht und hatte schlaflose Nächte deswegen.
Heute in der Pandemie Zeit, wo stände ich da in Thailand als Küchenchef?
Arbeitslos und so gut wie keine Hilfe vom Staat.
Das sieht in anderen Berufen freilich anders aus, aber in der Gastronomie ist das Risiko einfach zu groß wenn man gebunden ist.
Heute bin ich froh das ich den Schritt nicht gemacht habe.
 
 
        #305  

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Member hat gesagt:
Heute in der Pandemie Zeit, wo stände ich da in Thailand als Küchenchef?
Arbeitslos und so gut wie keine Hilfe vom Staat.
Das sieht in anderen Berufen freilich anders aus, aber in der Gastronomie ist das Risiko einfach zu groß wenn man gebunden ist.
Heute bin ich froh das ich den Schritt nicht gemacht habe.

Ich kenne dich und deine Situation natürlich nicht persönlich. Daher kann ich nur allgemein antworten.
Einerseits hast du natürlich Recht. Man verliert in deinem Business schnell seinen Job und in Thailand hilft dir als Ausländer der Staat überhaupt nicht.
Anderseits sind gute Köche immer gefragt, vor allem in einem Land in dem der Tourismus die letzten Jahre stark gewachsen ist. Sprich es gibt ständig neue Möglichkeiten eine Arbeit zu finden. Oder sich mit eigenem Restaurant selbständig zu machen. Was auch eine gute Absicherung fürs Alter ist.
Während Corona ist es für fast alle, überall sehr schwierig. Aber wenn du zuvor einige Jahre lang gut verdient hast, solltest du auch Reserven haben, um 1 oder 2 Jahre überbrücken zu können. In deinem Beruf ist das Wissen ja nicht, wie z.b. in der IT, schnell veraltet, wenn man mal ein paar Jahre aussetzt. Kochen verlernt man nicht.

Wenn Corona vorbei ist wird es auch wieder zahlreiche Angebote geben. Oder es gibt interessante Opportunities, um ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Oft sieht die Situation hoffnungsloser aus, als sie ist. Ist man Vorort, gibt es immer wieder Möglichkeiten, wenn man Networking betreibt. Man lernt immer neue Leute kennen und es ergeben sich immer wieder neue Chancen. Oft auch abseits der ursprünglichen Qualifikationen.

Aber man muss natürlich der Typ dafür sein und darf bei den ersten Rückschlägen nicht in Panik verfallen und nur schwarz sehen. Ich selbst bin Single und habe (will) keine Kinder. Das macht die Sache selbstverständlich wesentlich einfacher, weil man nur für sich verantwortlich ist.
 
 
        #306  

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Member hat gesagt:
Ich kenne dich und deine Situation natürlich nicht persönlich. Daher kann ich nur allgemein antworten.
Einerseits hast du natürlich Recht. Man verliert in deinem Business schnell seinen Job und in Thailand hilft dir als Ausländer der Staat überhaupt nicht.
Anderseits sind gute Köche immer gefragt, vor allem in einem Land in dem der Tourismus die letzten Jahre stark gewachsen ist. Sprich es gibt ständig neue Möglichkeiten eine Arbeit zu finden. Oder sich mit eigenem Restaurant selbständig zu machen. Was auch eine gute Absicherung fürs Alter ist.
Während Corona ist es für fast alle, überall sehr schwierig. Aber wenn du zuvor einige Jahre lang gut verdient hast, solltest du auch Reserven haben, um 1 oder 2 Jahre überbrücken zu können. In deinem Beruf ist das Wissen ja nicht, wie z.b. in der IT, schnell veraltet, wenn man mal ein paar Jahre aussetzt. Kochen verlernt man nicht.

Wenn Corona vorbei ist wird es auch wieder zahlreiche Angebote geben. Oder es gibt interessante Opportunities, um ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Oft sieht die Situation hoffnungsloser aus, als sie ist. Ist man Vorort, gibt es immer wieder Möglichkeiten, wenn man Networking betreibt. Man lernt immer neue Leute kennen und es ergeben sich immer wieder neue Chancen. Oft auch abseits der ursprünglichen Qualifikationen.

Aber man muss natürlich der Typ dafür sein und darf bei den ersten Rückschlägen nicht in Panik verfallen und nur schwarz sehen. Ich selbst bin Single und habe (will) keine Kinder. Das macht die Sache selbstverständlich wesentlich einfacher, weil man nur für sich verantwortlich ist.
völlig richtig was du sagst!

Ich denke jedoch dass es als "klassischer" Arbeitnehmer ungleich schwieriger ist! Also wenn man drauf angewiesen ist dort dann seinen Lebensunterhalt unselbstständig zu verdienen.... Sicherlich gibt es auch da erfolgreiche Beispiele, aber leicht wird es denke ich nicht!

Die Ausgangsfrage war ja ob als Rentner. Würde ich sofort machen, lieber früher als später, sofern es finanziell realistisch ist! Was bereits wie gesagt mit 500K kein Ding ist.

Denn wie viele Leute hört man sagen : "Später.... wenn ich mal Rentner bin" und dann ist es soweit und es kommt leider allzu oft die Einsicht, dass es finanziell doch nicht klappt, man aber vielleicht sich selber dazu gesundheitlich nicht mehr in der Lage fühlt oder man einfach nicht noch mal "von vorn" beginnen möchte.

Denn das tut man, in dem Fall nicht mit Arbeit, aber mit sozialem Umfeld, etc...

Es muss aber ja auch nicht gleich immer die "Hau-Ruck-Kamikaze" Aktion sein, man kann ja auch seine Wurzeln in der Heimat erstmal stehen lassen und nicht kappen, und das Ganze mal für einen längeren Zeitraum testen, ob es einem wirklich liegt. So 6-12 Monate...

Auswandern light mit Netz und doppeltem Boden sozusagen
 
 
        #307  

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Member hat gesagt:
Ich selbst bin Single und habe (will) keine Kinder. Das macht die Sache selbstverständlich wesentlich einfacher, weil man nur für sich verantwortlich ist.
So ist es. Und ich würde das wahrscheinlich auch machen wenn ich 20 Jahre jünger wäre.
Heute ist das kein Thema mehr für mich. Ich reiße die letzten Jahre bis zur Rente noch ab.
Bezüglich Altersvorsorge in Thailand bin ich durch Zufall darauf gekommen das Baugrund eine gute Anlage ist. Habe im Laufe der Jahre 7 Grundstücke in gutem Lagen erwerben können. Der Wert hat sich inzwischen verzehnfacht. Leider ist meine Quelle für solche Infos inzwischen versieglt und ein Grundstück wurde mir Enteignet.
Das ist eigentlich meine Reserve fürs Alter.
( Bevor hier wieder die ganzen Kenner auf den Zug springen weil ein Ausländer kein Grund erwerben darf )
Das ist schon möglich wenn es die familiäre Situation hergibt und man damit eine Company gründet.
In meinem Fall Recht Easy dadurch dass mein Sohn mit eingetragen ist und die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt.
 
 
        #308  

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Member hat gesagt:
Ich selbst bin Single und habe (will) keine Kinder. Das macht die Sache selbstverständlich wesentlich einfacher, weil man nur für sich verantwortlich ist.
dito

Aber das muss und sollte jeder für sich selber entscheiden, hat alles Vor- und Nachteile!

In meinem Alter brauch ich aber auch nicht wirklich mit der Rente kalkulieren, denn da wird nicht viel kommen.....

Anfang Dezember geht es wieder los, es wird kalt in Deutschland.... ;-)
 
 
        #309  

Member

Member hat gesagt:
Ich denke jedoch dass es als "klassischer" Arbeitnehmer ungleich schwieriger ist! Also wenn man drauf angewiesen ist dort dann seinen Lebensunterhalt unselbstständig zu verdienen.... Sicherlich gibt es auch da erfolgreiche Beispiele, aber leicht wird es denke ich nicht!

Richtig. Als Arbeitnehmer ist es wesentlich schwieriger, vor allem wenn man nicht als Expat entsandt ist. Letztere gibt es aber kaum noch und selbst wenn sind die Abstellungen selten länger als 2 bis 3 Jahre und dann geht es woanders hin.

Member hat gesagt:
Die Ausgangsfrage war ja ob als Rentner. Würde ich sofort machen, lieber früher als später, sofern es finanziell realistisch ist! Was bereits wie gesagt mit 500K kein Ding ist.

Ich bin mit Anfang 30 weg. Klar fällt einem in diesem Alter der Schritt einfacher. Man ist abenteuerlustiger, weltoffener und auch eher bereit Risiko einzugehen.
Viele die den Schritt nicht wagen, aber dann planen als Rentner den Lebensabend in der Sonne zu verbringen, machen auch dann wenn die sichere Rente fließt den Schritt nicht. Im Alter wird man einfach unflexibeler. Viele verbringen dann 3 bis 6 Monate in ihrem Traumland. Allerdings fühlt man sich dann nirgends richtig zu Hause und das knüpfen von Freundschaften und Beziehungen ist wesentlich schwieriger. Auch ist es eine Frage des Geldes. Denn oft muss man 2 Wohnungen unterhalten und das dauernde hin und her fliegen kostet auch einiges.
Für mich wäre dies nichts, aber ich habe auch keine Kontakte mehr in Deutschland außer Studienfreunde.
 
 
        #310  

Member

Member hat gesagt:
Richtig. Als Arbeitnehmer ist es wesentlich schwieriger, vor allem wenn man nicht als Expat entsandt ist. Letztere gibt es aber kaum noch und selbst wenn sind die Abstellungen selten länger als 2 bis 3 Jahre und dann geht es woanders hin.



Ich bin mit Anfang 30 weg. Klar fällt einem in diesem Alter der Schritt einfacher. Man ist abenteuerlustiger, weltoffener und auch eher bereit Risiko einzugehen.
Viele die den Schritt nicht wagen, aber dann planen als Rentner den Lebensabend in der Sonne zu verbringen, machen auch dann wenn die sichere Rente fließt den Schritt nicht. Im Alter wird man einfach unflexibeler. Viele verbringen dann 3 bis 6 Monate in ihrem Traumland. Allerdings fühlt man sich dann nirgends richtig zu Hause und das knüpfen von Freundschaften und Beziehungen ist wesentlich schwieriger. Auch ist es eine Frage des Geldes. Denn oft muss man 2 Wohnungen unterhalten und das dauernde hin und her fliegen kostet auch einiges.
Für mich wäre dies nichts, aber ich habe auch keine Kontakte mehr in Deutschland außer Studienfreunde.
Ich tingel auch immer hin und her (noch), ändert sich aber im Frühling.

Die "sichere" Rente a la Blüm ist auch so ne Sache mittlerweile.... hehe

Sicher ist, dass "was" kommt. Ob das dann noch ne "sichere" (Lebens)Grundlage ist steht wohl auf nem anderen Blatt.

In meinem Fall steht es auf Seite 2 des Rentenbescheids, und ist alles andere als ne "sichere" Zukunft.... :D
 
 
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