Myanmar Mönche, Models, Myanmar - das ist das Land wo Santa war

Kuraufenthalt in Myanmar

Samstag früh, die Sonne über Pattaya geht langsam auf. Mein Alkoholpegel fällt unter die 2 Promille, mein roter Kopf klebt an der Seitenscheibe der Honda Limousine und mein Speichel läuft langsam durch meine Mundwinkel. Nach 7 Tagen wird es Zeit für eine Pause. Ich kann nicht mehr! Dauer Party, ständig besoffen, ständig Hartmacher im Blut und selten nur ein Mädel im Bett. Und das alles mit einem kaputten Dödel. Seit meinem Dreier am Montag verspüre ich starke Schmerzen auf der vorderen Glatze. Statt kürzer zu treten habe ich noch einen drauf gelegt und die Anzahl der Mädels erhöht. Blowjobs mit Piercing, trocken gelaufene Muschis im Jacuzzi und Dosensekret so ätzend wie Abflussreiniger haben den Gesundheitszustand meines dickadrigen Bestrafers nicht verbessert. Mein letztes Mädel habe ich vor einer Stunde aus meinem Condo verabschiedet. Und jetzt?
Jetzt brauche ich eine Auszeit. Eine Highspeed Ladung auf meine Akkus, damit ich in 4 Tagen hier in FC weiter machen kann wo ich jetzt aufhöre. In Myanmar möchte ich ein touristisches Programm genießen und endlich mal wieder ausschlafen. Und das alles ohne Alkohol, Nutten und indischer Generika.

Mr.T fährt mich zügig und sicher für 1300 Baht zum Flughafen Don Mueang. Mein Abflug ist erst um 10:15 Uhr also habe ich noch Zeit für eine stärkende Nudelsuppe. Der "kleine" Flughafen von Bangkok ist eigentlich ganz ok. Man bekommt preiswertes Essen und am Terminal hat man genug Platz um vor dem Abflug nochmal die Beine hoch zu legen. Am Check-Inn fragt mich der Heini im gelben Polohemd nach meinem Visum. Thailänder und einige andere asiatische Nationalitäten dürfen seit kurzer Zeit visafrei einreisen. Als Deutscher benötige ich ein Visum, welches man sich am besten im voraus als E-Visum beantragen kann. Die Webseite ist zwar ehlendig langsam weil sie vermutlich nur direkt in Myanmar gehostet wird, aber die eigentliche Registrierung geht dann recht flüssig voran. Das Visum kostet 50 USD und ist für 28 Tage gültig.

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Der Nok Air Heini mit dem gelben Schnabel auf der Brust schaut sich hochkonzentriert das Stück Papier an und tut so als könnte er irgendwie die Echtheit prüfen. Dann bekomme ich mein Boarding Pass und begebe mich zum Gate. Vor der Sicherheitskontrolle muss ich noch schnell mein Wasser auftrinken.

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Zusammen mit der Nudelsuppe verspüre ich nun eine gut gefüllte Blase welche ich direkt hinter der Passkontrolle entleeren möchte. Ich hole vorsichtig meinen verletzten Dödel hervor und passe auf, dass ich nicht an die Wundstellen fasse. Als der Druck sich langsam löst und der Urin Richtung Hahnröhre schießt merke ich plötzlich brennenden Schmerz. Sofort sind alle Alarmglocken an. Bin ich bisher nur von einem wundgefickten Kolben ausgegangen, so war dieser Schmerz beim Pinkeln ein klares Symptom für eine echte Geschlechtskrankheit. Sofort überlegte ich mir wie wohl die Praxis eines burmesischen Urologen aussehen könnte und ob ich in dem Land überhaupt mein Problem erklären kann. Ich bin nun ziemlich ratlos und möchte die Behandlung nicht unnötig hinauszögern. Nach meiner Rückkehr möchte ich unbedingt weiter vögeln.

Ich verließ die Toilette am Gate und wie ein Wunder sehe ich gegenüber eine Boots Apotheke. Ich dachte hier kann man nur Zigaretten und Alkohol kaufen. Eine Apotheke hätte ich hier nicht erwartet. Ich schlich mich langsam an und schaute ins Regal hinter der Kassiererin. Dort hatte ich schon ein Fach mit "Antibiotica" entdeckt. Ich versuchte die Dame nicht zu beachten, doch freundlich wie die Thais halt sind wurde ich gefragt was ich suche. Äähm.....I look for, ....Do you have .....äääh Zithromax, you have? Es wurde eine hübsche, langbeinige Kollegin herbeigerufen und wurde nach der Verpackungsgröße gefragt. Ich habe keinerlei Erfahrung mit Geschlechtskrankheiten und kann ihr deswegen die Frage nicht beantworten. Ich sage nur Tripper, Chlamydia und schon wird mir die Packung mit den 6 Einheiten a 250 mg empfohlen. You take before? You know how to take? Ich schüttel mit dem Kopf und bekomme gesagt, dass ich täglich auf nüchternen Magen eine Kapsel nehmen muss. After 4 day everything is ok. When not go better doctor....Diesen Satz "You go better Doctor" kannte ich noch irgendwo her. Sudan 2 sagte diesen am Dienstag zu mir nach dem sie beim morgendlichen anblasen meinen Kolben untersucht hatte und auch noch ihre Freundinnen gucken kommen sollten.

Boarding Time! Ich bekomme einen Gangplatz und der Platz neben mir bleibt als einziger im Flieger frei. Kein Wunder! Ich hatte ja schließlich 2 Tickets gekauft. Aber die blöde Kuh die auf den Namen Moo hört, hat ja wegen ihrem LKS Trottel, dem walisischen Abschleppfahrer mit Segelohren, kurzfristig abgesagt.

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Ich mache mich breit und fotografiere heimlich die gelben Saftschubsen. Habe ein paar von denen auf Facebook, aber so einfach verabreden die sich nicht mit Farang. Als wir in der Luft sind gibt es sogar Internet for free. Mit Nok Air fliege ich immer wieder gerne. Bisher waren alle Flüge pünktlich und die Buchung ist vollkommen transparent. Für Hin- und Rückflug habe ich 3000 Baht bezahlt. Inklusive Gebühren und Gepäck.

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Viele Passagiere auf diesem Flug fliegen wohl zum ersten Mal. Beim Sitzplatz suchen gab es schon viele verirrte Fluggäste und wie so ein Gurt funktioniert muss auch fast jedem Passagier persönlich erklärt werden.

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Der Himmel ist fast während der ganzen Flugzeit wolkenlos und die Aussicht interessant. Für vernünftige Fotos reicht meine Handyknipse leider nicht und meine Kamera ist im Koffer. Nach einer Stunde landen wir auf dem Yangon International Airport. Nach dem Touch Down höre ich ein wahres Konzert der Gurtschlösser. Jeder schnallt sich sofort ab und die ersten fangen an die Gepäckfächer zu öffnen. Wir düsen noch über das Rollfeld und ich sehe in den Parkbuchten nur kleinere und mittlere Maschinen bis zu einer Größe des Airbus 320. Der nationale Terminal hat eine schöne asiatische Architektur aber wir halten vor dem neuen, internationalen Terminal.

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Schnell düse ich an den anderen Passagieren vorbei und erreiche die fast leere Immigration. Freundlich wird mein Pass und mein Visum kontrolliert. Auf der letzten Seite findet sich noch ein Plätzchen für den Stempel und schon bin ich in Myanmar. Mit meinem Koffer gehe ich als erstes zum ATM und ziehe mir 20 druckfrische 10.000 Kyat Scheine.

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Dann steuere ich den offiziellen Taxistand an. Die Fahrt in die 15 Kilometer entfernte Innenstadt gibt es zum Festpreis von 10.000 Kyat, was 7,-€ entspricht. An dem Taxistand gebe ich den Namen meines Hotels bekannt und der englischsprachige junge Mann will mich zum Taxi nach draußen begleiten. Auf dem Weg fällt mir noch ein, dass ich eine SIM Karte benötige. Auch das ist kein Problem. Für die SIM Karte mit Internet bezahle ich 4.000 Kyat. Das junge Mädchen welches mir mein Handy konfiguriert ist hübsch und nett. Ich freue mich schon darauf die erste Burmesin vernaschen zu dürfen. Mir gehen schmutzige Gedanken durch den Kopf. Doch schnell werde ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Meine Schlange brennt!
 
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War das nicht Sudan (1) ? :roll: :mrgreen:

Als Schreiber fragt man sich ja oft wer so alles mitliest. Einige melden sich häufig zu Wort und andere melden sich vielleicht gar nicht. Und vor allem frage ich mich wer bei meinen vielen (schlecht gewählten) Namen noch so durchblickt. Vielen Dank, dass du mir deinen zweiten Post schenkst. Völlig ernst gemeint! Du hast völlig recht. Es war Sudan 1.
 
Die Empfehlung der "Apothekerin" entspricht leider schon lange nicht mehr der Standardtherapie, wie sie von diversen Instituten vorgeschlagen wird (Robert Koch und Co. lassen grüßen).

Während früher Cefixim und Azithromycin separat benutzt wurden, um Tripper zu behandeln, ist eine kombinierte Behandlung mittels beider Medikamente inzwischen empfohlen und zuverlässiger. Über zwei Tage verteilt jeweils 1x Cefixim 400 mg und 1x Zitromax 1g. Damit wird in der Regel dem Tripper der Gar ausgemacht und ganz nebenbei auch etwaigen Chlamydien. Da beide Antibiotika an verschiedenen Stellen die Bakterien angreifen (das eine greift die Zellwände an und das andere verhindert die Reproduktion), hat das eigene Immunsystem danach freie Fahrt.

Preislich liegt man für 10 x Cefixim à 100 mg und 12 x Zitromax à 250 mg für einen zwei-Tages Einsatz bei etwa 1500 Baht.

Ciprofloxacin (CIPROBAY 500mg von Bayer) ist zwar günstiger, kann aber nicht mehr direkt empfohlen werden. Sowohl das Wirkungsspektrum als auch die Nebenwirkungen sind nicht mehr zeitgemäß.

Das hatte ich nachher auch gelesen. Wobei meine Symptome auch eher auf Chlamydien haben schließen lassen und ich keine richtige Beratung von der Apothekerin verlangt hatte.
 
Ankunft in Yangon

Vom Taxivermittler werde ich vor das Flughafengebäudem zu einem klapprigen alten japanischen Auto gebracht. Der alte Fahrer trägt diesen für Myanmar typischen Wickelrock, den man hier Longyi nennt. Er redet nicht viel, vermutlich weil er kein Englisch kann. Interessanterweise sitzt er rechts am Steuer im Rechtsverkehr.

Um sich von der englischen Krone zu lösen hat Burma 1970 den Rechtsverkehr eingeführt. Nur blöd wenn alle Autos direkt aus Japan mit Rechtslenkung importiert werden. Ich stelle mir das schon etwas nervig vor, dauerhaft soweit weg vom geschehen an der Mittellinie zu sitzen.

Eine ähnlich kuriose Situation kenne ich von Nordzypern. Die Insel Zypern war bis 1960 britische Kolonie und hat Linksverkehr. 1984 wurde der Norden von den Türken besetzt. Es herrscht im Norden zwar immer noch Linksverkehr aber alle Waren und auch Kraftfahrzeuge kommen über die Türkei ins Land. Deswegen sind die meisten Autos für den Rechtsverkehr ausgelegt. Also gleiche Situation wie in Myanmar, nur andersherum.

Was auf den Straßen Yangons direkt auffällt, sind die fehlenden Motorräder. Diese wurden 2003 von der Militärregierung aus der Stadt verbannt. Über die Gründe gibt es nur Gerüchte.

Es ist aber schon sehr ungewöhnlich in einer asiatischen Großstadt keine Motorräder anzutreffen. Sie mögen uns Touristen zwar manchmal nerven, aber sie sind halt auch ziemlich effektives und flexibles Transportmittel. Im Gegensatz zu einem Auto, können sich ein Moped meist auch die unteren und mittleren Gesellschaftsschichten leisten. Statt dessen sieht man sehr viele große Nahverkehrsbusse. Die Busse haben keine Nummer oder sonst eine Bezeichnung für die Fahrtroute, den Job übernimmt ein junger Mann der hinten in der offenen Tür steht und ständig irgendetwas brüllt, vermutlich das Ziel. Ihr Job ist es auch die Leute in die überfüllten Busse hereinzuquetschen.

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Sule Pagode - eines der Wahrzeichen von Yangon. Es ist eigentlich mehr eine Verkehrsinsel und weniger Tempel.

Die 15 Kilometerlange Fahrt bis zu meinem Hotel dauert bei dichtem Verkehr etwa 40 Minuten. Wir halten direkt hinter dem Rathaus, in der Nähe der Sule Pagode, vor meinem Hotel. Trinkgeld habe ich nicht und erwartet der Fahrer scheinbar auch nicht.

Gebucht hatte ich 2 Tage zuvor das Citystar Hotel. So miserabel wie die Hotelauswahl früher beschrieben wurde war sie gar nicht mehr. Natürlich kann man die Auswahl nicht mit anderen asiatischen Metropolen vergleichen aber man findet schon etwas passendes in fast jeder Kategorie. Verglichen mit Pattaya oder Bangkok natürlich etwas teurer. Das Citystar Hotel ist mit 3 Sternen kategorisiert, liegt sehr zentral in der Nähe der Sule Pagode und kostet mit Frühstück 44,-€ die Nacht.

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Das Hotel wirkt von außen klein und unscheinbar, aber in der Lobby fühlt man sich wie in einem richtigen Hotel. Der Empfang war wirklich sehr freundlich und ich merkte richtig wie man sich um mich bemühte. Ich wurde in einen Smalltalk verwickelt, bei dem es aber nicht um höfliches Bla Bla ging, sondern ich merkte wie die Angestellten sich für mich, meine Herkunft und meine Reisegründe interessierten. Ob sie jetzt wohl wirklich wissen was ein allein reisender Mann in Yangon so alles anstellen kann wusste ich in dem Augenblick natürlich nicht. Ich habe mich auch nie damit beschäftigt ob es in Yangon möglich ist eine Dame mit aufs Zimmer zu nehmen. Ich merkte aber eigentlich direkt, hier bin ich Gast und man möchte mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Viele Gäste aus dem Westen hatte das Hotel noch nicht und umso wichtiger sind positive Bewertungen auf den einschlägigen Internetportalen.

Ich bekam ein Zimmer im obersten Stockwerk, der 7.Etage. Kurz musste ich schmunzeln und dachte an das geheime oberste Stockwerk der Privi Suites in Pattaya. Dort ist ja verbotener Bereich und ich vermute dort werden Kinder gegessen....

Mit meinem Zimmer war ich sehr zufrieden. Ich weiß, dass ich in solchen Ländern einen geringeren Standard erwarten muss und von daher war es vollkommen ok. Ich hatte eine interessante Aussicht und es war sehr ruhig so weit oben.

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Ich fühlte mich so richtig frei als ich auf meinem Bett lag. Es gab für mich keinen Druck heute Nacht irgendwas erleben zu müssen. Egal was kommt, ich werde alleine schlafen. Und zwar früh und ohne Alkohol. Letzte Nacht hatte ich komplett auf Schlaf verzichtet und deswegen sollte ich doch entgegen meiner Gewohnheiten in FC auch am Abend einschlafen können und nicht erst nach Schließung der Bars ab 9:00 Uhr morgens.

Nach einer Dusche und Klamottenwechsel zog ich los um mir die nähere Umgebung zu erkunden. Immer dabei hatte ich einen klassischen Reiseführer. Was das betrifft bin ich bei vielen Reisen traditionell. Für SOA nutze ich normalerweise die Bücher von Stefan Loose. Für meinen Kurztrip wollte ich etwas weniger Geld ausgeben und habe mir ein Buch aus dem Nelles Verlag für 15,90 € gekauft. Wichtig für mich, der Yangon Teil sollte sehr ausführlich sein. Vorweggenommen, ich kann den Reiseführer empfehlen.

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Es war ein schöner sonniger Abend. Ich fand es nicht zu heiß und bin einfach mal drauf los gelaufen. Die Architektur ist durch die Kolonialherrschaft geprägt. Ein bisschen wie Saigon, Colombo oder Dehli. Es sind viele Menschen unterwegs und der Verkehr ist dicht, aber ich finde es nicht hektisch.

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Nicht viel los in der Bar um die Ecke

Ich schaue mir das Rathaus, direkt gegenüber meines Hotels an und gehe weiter zum Park mit einem Monolithen.

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Hier befindet sich auch eine christliche Kirche. Religion in Myanmar ist mal wieder kein ganz einfaches Thema. Leider wie überall auf der Welt. Der Buddhismus musste sich lange Zeit gegen die Militärs, zum Teil blutig, behaupten. Für viele Burmesen gilt der Buddhismus als einzige richtige Religion und alle anderen Glaubensrichtungen werden unterdrückt. Darunter leiden vor allem die Muslime im Land. Es gibt muslimische Dörfer, da ist es den Einwohnern verboten das eigene Dorf zu verlassen. Das Christentum sollte in Myanmar auch schon durch das Militär ausgerottet werden. Hier, direkt gegenüber der Sule Pagode, erlaubt man den Christen ein beachtliches Bauwerk. Ebenso in Sichtweite befinden sich zwei Moscheen. Den Muezzin war das Einzige was ich von meinem Zimmer an Außengeräuschen gehört hatte. Also irgendwie lebt man zusammen, alles wirkt entspannt, aber ab und zu knallt es dann doch.

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Ein Land welches sich erst in jüngster Zeit nach und nach beginnt von der Militärregierung zu trennen muss sich auch erst noch entwickeln. Und Religion sorgt in Zeiten der Veränderung erst Recht für Probleme.

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Der Name irritiert. Im Muslim Free Hospital werden alle Menschen unabhängig ihre Rasse und Religion gleich behandelt.
Das gilt für andere Krankenhäuser der Stadt nicht.

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Über das Streetfood habe ich leider noch nicht viel gelesen und bin noch etwas vorsichtig. Es hat hier ja alles einen leicht indischen Einschlag und während ich überall in Südostasien das Straßenessen sehr gut vertrage, verzichte ich in Indien komplett darauf. Der indische Magen kann wohl Keime und Bakterien vernichten, die in jedem anderen Magen zu üblen Krankheiten führen können. Für meinen ersten Abend ziehe ich deswegen Chicken aus einem Fastfood Restaurant vor.

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Ich gehe weiter durch interessante Straßen bis zum Hafen. Ich fühle mich überall sicher und viele Menschen gucken mich an. Sie sind neugierig was ich hier mache. Westler habe ich heute noch keine in der Stadt gesehen. Und ich dachte immer Myanmar wird seit der Öffnung von Backpackern und Abenteuerlustigen förmlich überrannt.

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Schön auch mal was von dir ohne diesen sextouristen Schlag zu lesen , auch wenn wir das alle lieben von dir . Danke das es mal anders geht und mach weiter

Muss mich ein bisschen abquälen. Tempel und Märkte sind nicht mein "literarisches Fachgebiet" und die Zeilen gehen mir gar nicht locker von der Hand. Normalerweise schreibe ich ja immer auch für mich. Um alles aufzuarbeiten und nochmal zu durchleben. Das fällt bei einem Tempelbesuch logischerweise weg. Ich weiß auch nicht ob Fotos von Tempeln interessieren die man eh tausendfach über die Google Bildersuche findet und in meinem Bericht keine eigene Geschichte erzählen können.

Genug geheult! Was ich angefangen habe, das habe ich immer durchgezogen. Ich werde also schnell auf die erzählenswerten rivanischen Ereignisse hinschreiben.

riva
 
Tag 1: Botatoung Pagode

Die Sonne geht langsam unter; die Stimmung in der Luft fühlt sich irgendwie total entspannt an. Myanmar ist viel weiter von Thailand entfernt als ich dachte. Es ist aber auch nicht Indien. Myanmar ist Myanmar. Ich versuche auch in den nächsten Tagen immer mal wieder Vergleiche mit anderen Ländern Südostasiens welche ich bereist habe heranzuziehen, aber es ist eigentlich quatsch. Wirtschaftlich liegt Myanmar mit der Höhe des Bruttosozialproduktes hinter all den anderen südostasiatischen Staaten - hinter Kambodscha, etwa auf der Höhe von Bangladesh.

Woran erkennt man Wohlstand am ehesten? Am Mobiltelefon! Es ist das Statussymbol Nummer 1 um den persönlichen wirtschaftlichen Erfolg zu zeigen. Das Handy trägt man ständig bei sich und kann zu fast jedem Anlaß gezeigt werden. Das Mobilfunknetz in Myanmar wird vom norwegischen Provider Telenor und von Ooredoo aus Qatar aufgebaut. Telenor wird als Joint Venture durch die staatliche Post und Telekommunikationsbehörte MPT vermarktet. Ich finde es schon sehr bedenklich wie die Mobilfunkriesen sich in den letzten Jahren die armen Länder untereinander aufteilen. In Ländern ohne eigene Leitungsinfrastruktur (Festnetz) sind Mobilfunknetze der Schlüssel für fast alles. Geld, Macht, politische Einflußnahme. Wer die Netze hat, kontrolliert und steuert die Menschen!

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In Myanmar heute, wird das Mobilfunknetz hauptsächlich zum telefonieren genutzt. Smartphones sind für die meisten Menschen noch zu teuer und selbst Datentarife zum Dumpingpreis möchten sich die Menschen noch nicht leisten. Nach eigenem Gefühl würde ich sagen, dass die Smartphoneverbreitung in Myanmar (Yangon) knapp hinter der von Kambodscha (Phnom Penh) liegt.

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Straßenstand mit Mobiltelefonen

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Nachdem ich an einem kleinen Markt am Hafen vorbei geschlendert bin laufe ich am ersten Hotel der Stadt, dem "Strand Hotel", vorbei und sehe die ersten Ausländer. Ich bekomme zufällig ein Gespräch mit und da geht es um einen Tempel in der Nähe der sehr schön sein soll. Ich schlage in meinem Reiseführer nach und finde die Botataoung Pagode, welche nur ein paar Hundert Meter entfernt ist. Sie wurde vor 2000 Jahren gebaut, allerdings bei einem Bombenangriff 1943 komplett zerstört. Später wurde sie mit Hilfe der VR China wieder aufgebaut.

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Ausländer bezahlen 4000 Kyat, also 2,80€ Eintritt. Ich war der einzige Ausländer und auf mich warteten wohl schon seit Stunden zwei Angestellte deren Job nichts anderes war als Tickets an Ausländer zu verkaufen. Sie sprachen ein wenig Englisch und wollten sich auch direkt mit mir unterhalten. Auch sie waren neugierig. Ob ich nur nach Myanmar reise oder noch andere Länder besuche. Warum ich nach Thailand reise usw..... Es entwickelte sich ein interessantes kurzes Gespräch, Ich erzählte auch einiges über Deutschland - voller Stolz erzählten die beiden mir über Yangon und die Botatoung Pagode.

Ich zog dann aber alleine los und ließ meine Schuhe direkt am Eingang stehen. Dort gab es ein Schuhregal extra für Ausländer.

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Das Tempelgelände um die Pagode ist sehr groß und allgemein nicht in so einem guten Zustand wie die meisten Tempelanlagen zum Beispiel in Thailand. Es liegt immer mal wieder Dreck auf dem Boden und man muss etwas aufpassen wo man mit seinen nackten Füßen hintritt.

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Die Zeit rund um den Sonnenuntergang ist wohl die schönste um die Pagoden von Yangon zu besuchen. Das Licht verändert sich ständig und die goldene Stupa strahlt sensationell.

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Es kehrt automatisch Ruhe in mir ein und der etwa einstündige Aufenthalt hat mir viel Kraft gegeben. Meine Batterie war aber auch absolut tiefentladen und ich stelle fest, dass sie noch funktioniert. Die Basis für meinen Kururlaub ist geschaffen.

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Am Ausgang der Pagode ist geschäftiges treiben und es fängt langsam an zu regnen. Ich schnappe mir ein Taxi und lasse mich zum Hotel bringen. Zum Glück habe ich mir an der Rezeption eine Visitenkarte des Hotels eingesteckt. Die Fahrer verstehen einen hier nicht. Obwohl der Name Citystar Hotel sehr international verständlich klingt, wurde ich immer fragend angeschaut. Auf der Visitenkarte steht die Anschrift in burmesischen Schriftzeichen. Die Buchstaben stammen aus dem indischen und sehen aus wie eine Ansammlung von Halbkreisen.

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Im Hotel an der Rezeption ist man wieder überschwänglich freundlich zu mir, will noch ein paar Sätze mit mir quatschen und dann gehe ich in mein Zimmer. Bereits gegen 22:00 Uhr schlafe ich tief und fest. Alleine, ohne ein Tropfen Alkohol im Blut! Erst nach 11 Stunden Tiefschlaf werde ich wieder wach.
 
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Tag 2: Guten Morgen Yangon!

Was für eine Nacht! Fantastisch, so alleine aufzuwachen und keinerlei Verpflichtung auf einen morgendlichen Fick zu haben. Andererseits ist jetzt die erste von drei Nächten um und einen Länderpunkt brauche ich auf jeden Fall. Aber zunächst muss ich mich um meinen kaputten Dödel kümmern. Ich schlucke die erste von vier Zithromax Tabletten auf nüchternen Magen. Unter der Dusche mache ich die Sichtkontrolle und kann keine Besserung feststellen. Beim pinkeln spüre ich immer noch ein etwas komisches Gefühl, aber es ist kein Schmerz. Vielleicht ist es auch nur Einbildung.

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Der Frühstücksraum befindet sich in der ersten Etage. Es ist nicht viel los. Es gibt reichlich Auswahl aber fast ausschließlich für chinesische und indische Gäste. Ich esse zwar gerne lokales Essen aber ein Reisgericht mit Curry bekomme ich zum Frühstück nicht runter. Suppen finde ich allerdings ganz gut zum Frühstück. Es kommt sofort eine Angestellte auf mich zu und zeigt mir alle Gerichte. Dann zeige ich auf das labbrige Rührei und stecke ein Brot in den Toaster. Die Angestellten interessieren sich für europäische Essgewohnheiten und fragen mich, was "wir" denn sonst so außer Rührei mögen. Wir unterhalten uns ein wenig und ich gucke mir chinesisches Fernsehen an. An meinen Nebentisch setzt sich eine etwas untersetzte junge chinesischen Geschäftsfrau und schaufelt von dem vollen Teller. Sie gehört sicherlich zur ersten Zielgruppe des Hotels. Nach einer leckeren Obstplatte und einem mittelguten Kaffee verabschiede ich mich von dem wirklich sehr netten Personal.

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Auf den Straßen vor dem Hotel herrscht an diesem Sonntag eine schöne entspannte Stimmung. Ich laufe ein bisschen durch die Straßen und entscheide mich spontan zum Bahnhof zu gehen. Ich hatte irgendetwas von einem Circular Train gelesen. Ein Zug der im Schneckentempo um die ganze Stadt fährt, an 39 Haltestationen hält und so ein Gefühl von Yangon vermitteln kann. Für die knapp 46 Kilometer lange Strecke benötigt der Zug knapp 4 Stunden.

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Gegen 10 Uhr erreiche ich zu Fuß den nahe gelegenen Bahnhof und kaufe mir ein Ticket für 70 Cent. Am Bahnsteig sehe ich die ersten Touristen. Zwei ältere Paare mit Spiegelreflexkameras, riesigen Objektiven und Zubehörtaschen. Das treiben auf dem Bahngleis zu beobachten macht Spaß. Es ist ruhig. Keine Spur von Hektik.

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Entspannt nehme ich auf der harten Plastikbank platz. Aircondition gibt es nicht und die Ventilatoren starten auch nicht. Ich mache es mir bequem, schau aus dem Fenster und surfe mit meinem Smartphone im Internet. In Deutschland spielen mindestens 80 Prozent der Fahrgäste in Zügen mit ihren Handys. Hier bin ich fast der Einzige. Nur eine junge, modern wirkende Burmesin hält ihr Smartphone mit türkisem Cover stolz in die Luft. Immer wieder schaut sie mich an. Ich öffne Google und suche nach "Nightlife, Girls, Yangon".

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Tag 2: Yangon Circular Train

An jedem Bahnhof steigen fliegende Händler ein und verkaufen ihre Speisen und Getränke.

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Bevorzugt trägt man in Myanmar Zehenstegsandalen aus Plastik.

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Nach 2 Stunden setzen sich zwei junge Männer zu mir. Der eine spricht mich mit einem sehr guten Englisch an. Was zuerst wie ein netter Smalltalk begann, fühlte sich mit der Zeit immer mehr wie ein Interview an. So richtig konnte er mir auch nicht erklären warum er so gut Englisch spricht und was sein Job genau ist. Ich kenne das aus einigen zentralafrikanischen Ländern, die ich alleine bereist habe. Einige Smalltalks glichen dort regelrecht Verhören. Die Geheimpolizei interessiert sich für Ausländer die das Land bereisen. Ob die beiden Männer im Zug auch von einer Behörde waren weiß ich nicht. Aber ich hatte ein etwas seltsames Gefühl. Irgendwann stiegen sie ohne ein "Good Bye" wieder aus.

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Der Ausblick aus den offenen Fenstern war sehr interessant. Ich sah das Leben an den Gleisen und konnte mir Dörfer anschauen und in einige Häuser reinschauen. Überall wird Handel betrieben.

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Küssen verboten! In dem alten Zug gibt es strenge Regeln.

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Nach 3 Stunden tat mir mein Hintern gewaltig weh. Ich war froh, als nach knapp 4 Stunden die Rundfahrt im Hauptbahnhof von Yangon wieder beendet war. In den 4 Stunden habe ich nicht nur viel von der Stadt gesehen, ich konnte auch einiges über Nightlife in Yangon im Internet finden. Für den Abend hatte ich schon einen Plan!

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Ich ging zurück zu meinem Hotel und beobachtete an einem Stand mit welch unglaublichen Geschick die Betelblätter zum Verzehr hergerichtet werden. Betelblätter werden in Myanmar noch recht häufig als Genussmittel zu sich genommen. Sie haben eine stimulierende und aphrodisische Wirkung. Ich kaufe mit ein paar Spezialzigarren und verzichte auf den Verzehr von Betelblättern.


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Tag 2: Shwedagon Pagode

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel kaufe ich noch etwas zu knabbern und zwei Dosen Bier. Vielleicht trinke ich ja heute Abend wieder?

Rauchen und Alkohol, beides ist im Hotel nicht gestattet. Die tolle Spezialzigarre muss ich also irgendwo anders rauchen.

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Mein Programm für den Abend steht fest. Ein absolutes Muss für Yangon ist ein Besuch der Shwedagon. Sie ist das Wahrzeichen Myanmars und zugleich das religiöse Zentrum des Landes. Die Pagode wurde beeidruckend auf einem Hügel erbaut und die riesige goldene Stupa strahlt fast über die ganze Stadt. Auf dem Weg mit dem Taxi dort hin kam ich an einem Hindutempel vorbei. Alle großen Religionen sind in Yangon vertreten.

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Es gibt vier Eingänge zur Shwedagon Pagode. Touristen werden an einen speziellen Eingang für Ausländer gebracht und bequemerweise befindet sich dieser schon auf halber Höhe des Hügels. Die Einheimischen müssen zwar keinen Eintritt bezahlen, dafür müssen sie aber ein paar Stufen mehr laufen.

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Der Eintritt beträgt 8000 Kyat, also 5,60€. Für eine solche Sehenswürdigkeit ein wirklich sehr niedriger Preis. Weil meine kurze Jeans meine Knie nicht ganz bedeckt muss ich mir einen Stoffkittel, den man hier Longyi nennt für 3000 Kyat kaufen. Die Wickeltechnik verstehe ich zwar nicht auf Anhieb aber es ist ein schönes Souvenir und ich komme mir bei meiner Tempebesichtigung schon fast wie ein halber Burmese vor.

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Die Pagode ist ein Besuchermagnet. Hier sehe ich richtig viele Touristen. Ich frage mich wo die sonst alle sind. Es gibt einen Kehrtrupp der Frauen und einen der Männer.

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