Heute habe ich es doch noch geschafft und werde über den Rest berichten. Dieses Mal schlief sie sehr lange und ich habe sie auch nicht geweckt. Dafür machte ich ein ausgiebiges Frühstück für uns, zog sie vorsichtig aus dem Bett und half ihr meinen Bademantel über. Beim Frühstück wurde sie schnell wieder munter. Anschließend ging sie unter die Dusche, während ich das Geschirr abwusch und etwas aufräumte. Die Betten machte sie wieder. Ich war immer noch fasziniert von ihrer Ordnung und Sauberkeit. Das kann man generell von gambischen Frauen sagen, aber sie stach doch hervor. Als sie aber damit anfing, die Wohnung zu putzen, hinderte ich sie sanft daran und erklärte ihr, dass sie einen Job hat und einige Frauen im Appartementkomplex auch noch etwas zu tun haben wollen, denn das Reinigen der Wohnungen ist ihr Job. Denen habe ich auch hin und wieder etwas Trinkgeld gegeben, wenn ich sie zur Reinigung anforderte (50 Dalasi). Im Riyan wird nämlich nur die Wohnung geputzt, wenn man das wünscht.
Manchmal frage ich mich, ob dieses Land nicht ein Platz ist, um seinen Lebensabend zu verbringen. Wenigstens teilweise. In Gambia trifft man aber auch Frauen aus anderen westafrikanischen Ländern an, die gern bereit sind, mit einem den Urlaub oder einen Urlaubsabschnitt zu verbringen. Aber da kann man auch schon andere Dinge erleben. Ich habe schon Frauen aus Sierra Leone oder Nigeria erlebt, die nicht von Pappe waren und die man nicht bei sich haben will. Manche von denen können einen schönen Skandal machen. Das habe ich so bei Frauen aus Gambia noch nicht erlebt.
Nach dem Frühstück schlenderten wir zum Salomons und legten uns dort auf die am Strand stehenden Liegen. Für ausreichend Schatten wird dort immer gesorgt und Getränke werden einem gebracht. Hier kamen dann auch zwei Jungs und boten uns Fuß- und Nagelpflege an. Dafür habe ich für uns beide 400 Dalasi bezahlt. Das ist spottbillig und was viel wichtiger für mich ist, das Resultat war bestens . Unterbrochen wurde unser Faulenzerdasein von der Mittagszeit. Gegen fünfzehn Uhr gingen wir wieder zurück und kühlten uns im Appartement etwas ab.
Abends führte ich meine Begleitung in das Rendezvous zum Abendessen aus. Da auch sie Eis über alles liebt, gab es erst einmal so etwas für sie und einen Kaffee für mich. Dann aßen wir Abendbrot und unterhielten uns in unserer Ecke lange und angeregt. Es folgte die letzte Nacht und am nächsten Morgen gab es das einzige Mal in unserer Zeit eine sogenannte Morgennummer. Auf die bestand ich die ganze Zeit nicht und vermisste sie bei den intensiven Nächten auch nicht. Auch dieses Mal kam die Initiative von ihr. Bei ihr habe ich tatsächlich vergessen, wie alt ich wirklich bin.
Wir verabschiedeten uns nach einem ausgiebigen Frühstück gegen elf Uhr und dann packte ich meine Sachen und bereitete mich auf die Abreise vor. Um 15 Uhr holte mich mein Betreuer ab. Das hatte er mir angeboten und ich war froh darüber.
Meinen Bericht habe ich fast beendet. Einige Anmerkungen erlaube ich mir aber noch. Mein Gambiaurlaub war immer schön gewesen und es war wieder so. Natürlich verändert sich das Land. Man sieht jetzt immer häufiger neue und auch teurere Autos und wohlhabendere Einheimische neben den in Gambia lebenden Ausländern. Trotzdem ist es ein sehr armes Land und es wird wohl auch in nächster Zeit nicht besser werden.
Eine Anmerkung zu den gelben Taxis. Der Zustand vieler Taxis ist schlimmer geworden. Manche haben zum Beispiel kein Licht oder es funktioniert die Lüftung nicht, was bei Starkregen zwangsläufig zu beschlagenen Fenstern führt. Der Fahrer fährt dann blind. Ich habe in diesem Jahr immer grüne Taxis bevorzugt, weil sie einfach etwas neuer und damit gefühlt sicherer waren.
Die Menschen sind friedlich und sehr höflich, wenn man es auch ist. In der Regenzeit hat man kaum andere Touristen um die Ohren und man kann alles in Ruhe genießen, wenn man mit den dazwischen auftretenden Wolkenbrüchen und der Schwüle leben kann. Bis jetzt hat noch nie jemand versucht, mich zu berauben. Selbst abends in der Stadt oder am Strand fühlte ich mich immer sicher. Das gilt auch für Ecken, die von den Touristenzonen weiter entfernt sind. Ich werde auf jeden Fall wieder dorthin reisen. Man wird festgestellt haben, dass ich zwar auch wegen der Mädchen herkomme, aber nicht nur. Für mich ist es eine Woche des völligen Abschaltens, zumal ich hier bis jetzt keine deutschen Touristen traf. Einmal habe ich deutsche Stimmen vernommen. Ich konnte entkommen.
Am Ende möchte ich betonen, dass ich hier nur meine Eindrücke und Erfahrungen wiedergegeben habe. Einige Schreiber waren weitaus häufiger in Gambia und anderen afrikanischen Ländern als ich. Vor allem Kakao möchte ich am Ende meiner Ausführungen danken, denn als ich das erste Mal nach Afrika reisen wollte, habe ich durch seine Berichte angefangen, mich für das Land zu interessieren. Vielleicht weiß er es gar nicht, aber er hat einfach gute und vor allem verständliche Ratschläge direkt oder nebenbei gegeben. Vor allem ihm habe ich es zu verdanken, dass ich das erste Mal so eine tolle Zeit dort hatte und seitdem immer wieder dorthin zurückkehre.
Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.