Turbulenzen und andere Unglücke - SQ321 und weitere Unglücksflieger

Ich habe Gemini mal dazu befragt:
Es gab einen Zwischenfall bei einem Ryanair Flug, eine Scheibe ist geplatzt und ein Passagier wurde bis zu den Schultern "rausgesaugt". Gib mir bitte Informationen dazu!


Der geschilderte Vorfall hat sich am Freitag (10. Juli 2026) ereignet. Die Schilderungen basieren auf Berichten internationaler Nachrichtenagenturen (wie dpa und APA) sowie des öffentlich-rechtlichen griechischen Rundfunks (ERT), die den Ablauf des Vorfalls wie folgt rekonstruiert haben:

Der Ablauf des Zwischenfalls​

Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Ryanair befand sich am Freitagmorgen auf dem Flug FR8333 von Thessaloniki (Griechenland) nach Memmingen (Bayern). Die Maschine war um 05:55 Uhr Ortszeit gestartet.

  • Der Druckabfall: Kurz nach dem Start, als sich das Flugzeug in einer Höhe von rund 6.000 Metern (ca. 20.000 Fuß) befand, war in der Kabine plötzlich ein lauter Knall zu hören. Eine der Fensterscheiben in der Passagierkabine zerbrach vollständig.
  • Die Dekompression: Durch den abrupten Druckunterschied zwischen der Kabine und der Außenluft entstand ein massiver Sog. Der Passagier, der direkt auf dem Fensterplatz neben der geborstenen Scheibe saß, wurde teilweise durch die Öffnung nach draußen gezogen. Laut Augenzeugenberichten gegenüber dem Sender ERT ragten sein Kopf und seine Schultern bereits aus dem Flugzeug.
  • Die Rettung an Bord: Seine Ehefrau hielt den Mann zunächst fest, bevor es weiteren Mitreisenden geistesgegenwärtig gelang, den Passagier zu greifen und mit vereinten Kräften vollständig zurück in die Kabine zu ziehen.
  • Das Notverfahren: In der Kabine fielen automatisch die Sauerstoffmasken von der Decke. Die Cockpit-Crew leitete umgehend den Sinkflug ein, brach die ursprüngliche Route über Nordmazedonien ab und kehrte zum Ausgangsflughafen um.

Status und Folgemaßnahmen​

Die Maschine landete rund eine Stunde und 14 Minuten nach dem Abflug wieder sicher in Thessaloniki, wo Rettungskräfte und Feuerwehr bereits bereitstanden.

  • Der verletzte Passagier: Bei dem direkt betroffenen Fluggast handelt es sich um einen 61-jährigen serbischen Staatsbürger. Er wurde unmittelbar nach der Landung in ein örtliches Krankenhaus transportiert. Drei weitere Passagiere wurden vor Ort vorsorglich medizinisch untersucht.
  • Ermittlungen zur Ursache: Die griechischen Behörden und Flugunfallexperten haben eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Bislang liegt noch keine Stellungnahme der Fluggesellschaft zur technischen Ursache des strukturellen Versagens der Scheibe vor.
Die übrigen Passagiere wurden am Vormittag mit einer bereitgestellten Ersatzmaschine nach Deutschland geflogen.

Glück im Unglück, dass der Vorfall in nur 6.000 m Höhe stattfand. In 12.000 m Höhe hätte er wohl einen Freiflug gen Boden bekommen.

Bleibt die Frage, wieso es soweit kommen konnte? Bis zum Erreichen der Reiseflughöhe besteht Anschnallpflicht und das muss vom Kabinenpersonal überprüft werden. Vermutlich war der Passagier also nicht angeschnallt.

Es gibt mittlerweile neue Erkenntnisse:

Glück im Unglück, dass der Vorfall in nur 6.000 m Höhe stattfand. In 12.000 m Höhe hätte er wohl einen Freiflug gen Boden bekommen.
Bleibt die Frage, wieso es soweit kommen konnte? Bis zum Erreichen der Reiseflughöhe besteht Anschnallpflicht und das muss vom Kabinenpersonal überprüft werden.

Wie alt ist die betroffene Maschine? Ich vermute mal, dass es sich um eine Boeing 737 handelte. Wann war er letzte C-Check?


Dass der Vorfall glimpflicher ausging als historische Präzedenzfälle (wie der tragische Southwest-Airlines-Flug 1380 im Jahr 2018 bei über 9.000 Metern), liegt in der Tat auch an der geringeren Flughöhe und der schnellen Reaktion der Flugsteuerung.

Zu Ihren Vermutungen und den technischen Details der betroffenen Maschine gibt es inzwischen präzisere Erkenntnisse der Ermittler und Luftfahrtportale (wie Aviation Herald und Simple Flying):

Der Zustand des Passagiers (Anschnallpflicht)​

Ihre Vermutung bezüglich des Gurtes liegt nahe, aber Augenzeugenberichte gegenüber griechischen Medien (darunter Radio Thessaloniki) zeichnen ein anderes Bild: Der Passagier war tatsächlich angeschnallt.

Dass er dennoch bis zu den Schultern nach draußen gezogen wurde, liegt an der enormen physikalischen Kraft der explosiven Dekompression bei einer Fluggeschwindigkeit von mehreren hundert Kilometern pro Stunde. Der Beckengurt verhinderte in diesem Fall den vollständigen „Freiflug“ aus der Maschine, während der Oberkörper durch den massiven Sog in Richtung der Öffnung gerissen wurde.

Details zur Maschine und Fluggesellschaft​

Sie lagen mit dem Flugzeugtyp völlig richtig:

  • Das Flugzeug: Es handelt sich um eine Boeing 737-800 (genauer: eine Boeing 737-8AS LL mit Winglets).
  • Die Fluggesellschaft: Die Maschine flog zwar unter Ryanair-Flugnummer, wird aber von der maltesischen Ryanair-Tochtergesellschaft Malta Air betrieben.
  • Das Kennzeichen: Das betroffene Flugzeug fliegt unter der Registrierung 9H-QEU.

Alter der Maschine und Wartungshistorie​

  • Das Alter: Das Flugzeug ist 9,4 Jahre alt. Die Erstauslieferung durch Boeing an den Ryanair-Konzern erfolgte im März 2017 (Seriennummer/MSN: 44754). Es handelt sich also nicht um eine uralte Maschine, sondern um ein Standard-Flugzeug der Next Generation-Reihe (737 NG), die als sehr ausgereift gilt.
  • Letzter C-Check: Genaue Daten zum exakten Datum des letzten C-Checks (der bei der 737-Plattform üblicherweise alle 4.000 bis 6.000 Flugstunden oder alle 2 Jahre stattfindet) sind so kurz nach dem Vorfall noch nicht öffentlich einsehbar. Diese Daten befinden sich in den vertraulichen Wartungsbüchern der Malta Air bzw. der irischen Luftfahrtbehörde und werden im Rahmen des Untersuchungsberichts offengelegt.

Die wahre Ursache des Fensterbruchs​

Die wichtigste technische Erkenntnis der griechischen Unfallermittler korrigiert das erste Bild eines spontanen Materialversagens der Scheibe: Das Fenster ist nicht von alleine geplatzt.

Es gab kurz nach dem Start ein schwerwiegendes Problem an einem der Triebwerke (Triebwerksschaden / Engine Failure). Dabei hat sich ein Teil der Triebwerksverkleidung oder des inneren Mechanismus gelöst. Dieses Trümmerteil wurde durch den Luftstrom nach hinten geschleudert und schlug mit immenser Wucht direkt in das Passagierfenster ein. Erst durch diesen mechanischen Einschlag wurde die strukturelle Integrität des Fensters zerstört, woraufhin die Scheibe komplett aus dem Rahmen brach und die Dekompression auslöste.

Besonders brisant für die anlaufende Untersuchung: Aufzeichnungen von Flightradar24 zeigen, dass dieselbe Maschine (9H-QEU) bereits am Vorabend (Donnerstagabend) kurz nach dem Start von Thessaloniki nach Sarajevo den Steigflug abbrechen und umkehren musste. Ob es dabei einen Zusammenhang zum Triebwerk oder zur Struktur gab, prüft die griechische Flugsicherheitsbehörde derzeit intensiv.
 
  • Like
Reactions: 3 users
Das wurde vermutlich recht frisch im Gesicht ...

Eigentlich ist der Vorfall ein super Argument fuers Anschnallen waehrend des Fluges. Ich bezweifle aber, dass die Airlines ihre Fluggaeste damit konfrontieren wollen, dass so ein Fenster neben ihnen waehrend des Fluges auch mal rausplatzen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: 1 user
Eigentlich ist der Vorfall ein super Argument fuers Anschnallen waehrend des Fluges. Ich bezweifle aber, dass die Airlines ihre Fluggaeste damit konfrontieren wollen, dass so ein Fenster neben ihnen waehrend des Fluges auch mal rausplatzen kann.

Das kommt so natürlich wirklich selten vor. Diese Erkenntnis nützt Dir aber nichts, wenn das Fenster neben Dir wegbricht und Du der 1:x-millionste Fall bist, in dem das so eintritt. Deshalb - auf jeden Fall anschnallen … immer wenn man sitzt.
 
  • Like
Reactions: 1 user
Aeronews Germany zum Vorfall der Ryanair Maschine

 
Crashatlas.com
zeigt alle Flugzeugunglücke der letzten 100 Jahre.

 
Ich habe Gemini mal dazu befragt:


Glück im Unglück, dass der Vorfall in nur 6.000 m Höhe stattfand. In 12.000 m Höhe hätte er wohl einen Freiflug gen Boden bekommen.

Bleibt die Frage, wieso es soweit kommen konnte? Bis zum Erreichen der Reiseflughöhe besteht Anschnallpflicht und das muss vom Kabinenpersonal überprüft werden. Vermutlich war der Passagier also nicht angeschnallt.

Es gibt mittlerweile neue Erkenntnisse:

Ohne klugscheißen zu wollen, aber das ist unpräzise, und auch so nicht ganz richtig.
Der Sog entsteht nicht durch delta P sondern durch den Venturi-Effekt.
Interessierte können den Begriff gerne in der Wikipedia nachlesen.
Erst in dem Augenblick, wo der Passagier die Fensteröffnung schon vollständig verstopft hat (sollte das überhaupt so gewesen sein) , wirkt delta P maßgeblich mit.
Der Venturi-Effekt hängt hauptsächlich von der Geschwindigkeit ab und wäre vermutlich auch schon auf Flughöhe null ausreichend, den Passagier aus der Kabine zu ziehen.

Grüße
 
Menü
Zurück
Oben Unten