Der Sog entsteht nicht durch delta P sondern durch den Venturi-Effekt.
Um hier mal physikalisch korrekt zu bleiben:
Damit überhaupt ein Venturi-Effekt zustande kommt, bedarf es eines Druckgefälles. Einzig und allein entscheidend ist hier, dass hier das Druckpotential ein Gefälle aufweist. Hinzu kommt, dass der Venturi-Effekt an eine Geometrie gebunden ist (Venturidüse) und die geometrische Form eines Trichters besitzt. Im engen Teil hat die ausströmende Luft eine hohe Geschwindigkeit v1 und einen niedrigen Druck p1. Mit zunehmender Öffnung des Trichters nimmt die Geschwindigkeit ab und der Druck steigt (Bernoulli-Prinzip). Die Geschwindigkeiten sind dabei reziprok proportional zu den durchströmten Flächen. Historisch belegt sind solche Konstruktionen beispielsweise durch die Abluftschächte der Zeche Niederberg nahe der Anschlussstelle Moers-Kapellen westlich der A57.
Der Vorfall in der Ryanair-Maschine hat als alleinige Grundlage den Bernoulli-Effekt. Hier sorgt die Druckdifferenz zwischen Kabinendruck und Außendruck für die Sogwirkung. Die Verengung dadurch, dass der Passagier hier aus dem Fenster hing, hat die Wirkung sogar noch verstärkt. Ebenfalls bedingt durch den dynamischen Anteil der Luft an der Außenhülle (die hohe Flugzeuggeschwindigkeit) wird der Sogeffekt zusätzlich verstärkt, denn auch an der Außenhaut gilt das Bernoulli-Prinzip, wodurch der statische Druck direkt am Flugzeug noch weit unterhalb des normalen Luftdrucks in dieser Höhe liegt.