Kommen wir zum gestrigen Tag und damit zu unserem vorletzten vollen Tag auf dieser Reise. Langsam schleicht sich bei mir schon wieder diese gewisse Wehmut ein, die ich mittlerweile nur zu gut kenne. Ich nenne es einfach mal Abreise-Depressionen.

Es ist wirklich jedes Mal das Gleiche, wenn es langsam wieder Richtung Deutschland geht. Irgendwie möchte man gar nicht daran denken, dass der Urlaub schon wieder vorbei ist. Aber was will man machen? Die Zeit des One-Way-Tickets wird auch noch kommen. Davon bin ich nach wie vor überzeugt. Bis dahin muss ich eben weiterhin zwischen Deutschland und Asien hin und her pendeln. Mein Ziel ist schließlich, irgendwann dauerhaft in Asien zu leben. Hier fühle ich mich zu Hause, hier möchte ich meine Zukunft verbringen.
Gestern standen wir gegen acht Uhr auf und waren ungefähr um halb neun beim Frühstück. Wir frühstückten ausgiebig und wollten anschließend endlich zum Wat Phou fahren. Die Tempelanlage stand schließlich schon seit einigen Tagen auf meinem Programm. Bei unserem ersten Versuch waren wir aufgrund der ganzen Verzögerungen ja viel zu spät dran gewesen. Diesmal sollte es aber definitiv klappen. Allerdings mussten vorher noch ein paar Kleinigkeiten erledigt werden.
Sweetie hatte seit einigen Tagen Probleme mit einem eingewachsenen Zehennagel. Sie hatte sich diesen bereits von einer Nageldame behandeln lassen, die ihr Handwerk wirklich hervorragend versteht. Bei derselben Dame hatte ich mir vor einigen Tagen übrigens auch die Finger- und Fußnägel machen lassen. Wirklich ein super Service und preislich absolut lächerlich. Ich meine, ich hatte für Hände und Füße zusammen ungefähr 50.000 Kip bezahlt. Das sind gerade einmal rund zwei Euro. Dafür bekommt man bei uns wahrscheinlich nicht einmal einen freundlichen Händedruck.

Jedenfalls war Sweetie mit ihrem Zeh noch nicht ganz zufrieden, da dieser weiterhin etwas geschwollen und gerötet war. Also ging es noch einmal zum hiesigen Markt, wo sie die Dame erneut aufsuchte. Ich wartete währenddessen im beziehungsweise vor dem Auto und rauchte gemütlich eine Zigarette. Nach ungefähr 20 Minuten kam Sweetie wieder zurück und war diesmal mit dem Ergebnis zufrieden. Da wir direkt vor einem kleinen Geschäft geparkt hatten, beschloss sie anschließend noch, sich einen Regenschirm zu kaufen. Die Sonne knallte mittlerweile nämlich schon wieder ordentlich vom Himmel und hier benutzt man solche Schirme bekanntlich nicht nur bei Regen.
Danach wollte ich endlich losfahren, allerdings mussten wir vorher unbedingt noch tanken. Und das ist hier auch so ein Thema, mit dem ich irgendwie nie richtig warm werde.

Ich kenne das schon aus früheren Zeiten in Laos. Es wird grundsätzlich immer nur für ein paar Euro getankt. Als wir den Mietwagen übernommen hatten, sagte ich Sweetie direkt, dass wir den Wagen doch einfach einmal volltanken sollten. Dann hätten wir für die gesamte Mietdauer unsere Ruhe. Aber versuch das mal einem Laoten zu erklären. Das ist teilweise fast aussichtslos. Schon früher war es so, dass man, wenn ich nicht selbst zur Tankstelle gefahren bin, höchstens einmal zehn Liter getankt hat. Und so standen wir während dieses Urlaubs gefühlt schon zum zehnten Mal an irgendeiner Zapfsäule.
Der Tank war mittlerweile praktisch leer und Sweetie ließ ganze fünf Liter einfüllen. Ich erklärte ihr, dass wir ungefähr 80 Kilometer vor uns hätten, wenn man Hin- und Rückfahrt zusammenrechnet, und dass mir das mit fünf Litern doch etwas knapp vorkomme. Zumal wir den Wagen anschließend auch wieder zurückgeben mussten. Zwar hatten wir ihn mit fast leerem Tank übernommen, aber ich wollte nun wirklich nicht irgendwo auf der Strecke liegen bleiben. Ich sagte ihr also, dass wir doch wenigstens zehn Liter tanken sollten. Irgendwie kam das allerdings nicht so richtig an. Also setzte ich mich ans Steuer und fuhr los.
Kaum war ich auf die vierspurige Einbahnstraße eingebogen, kam plötzlich von der Beifahrerseite ein energisches „Stopp!“. Sweetie überlegte kurz und fragte mich dann: „Du meinst also, der Sprit reicht nicht?“ Ich antwortete ihr, dass es auf jeden Fall verdammt knapp werden würde und ich keine Lust hätte, unterwegs liegen zu bleiben. Also Rückwärtsgang rein und wieder zurück zur Tankstelle.

Natürlich musste ich dafür ein Stück rückwärts über die vierspurige Straße fahren und anschließend wieder rückwärts auf das Tankstellengelände. Nun muss man wissen, dass Rückwärtsfahren hier ohnehin nicht unbedingt zu den beliebtesten Disziplinen gehört. Und wenn dann noch jemand etwas zügiger rückwärts fährt, wird es auf dem Beifahrersitz schon einmal unruhig. Sweetie war jedenfalls wieder entsprechend begeistert. Aber wir kamen problemlos zurück an die Zapfsäule, ließen weitere fünf Liter einfüllen und konnten anschließend endlich losfahren.
Mittlerweile war es schon ungefähr elf Uhr. Den Mietwagen mussten wir laut Mietvertrag um 17 Uhr zurückgeben. Zumindest stand diese Uhrzeit schwarz auf weiß in den Papieren. Dass wir das Fahrzeug ursprünglich etwas früher übernommen hatten, wusste ich zwar noch, aber die genaue Uhrzeit hätte ich ohne Nachschauen nicht mehr sagen können. Also dachte ich mir, dass wir noch mehr als genug Zeit hätten.
Die Strecke von Pakse zum Wat Phou finde ich übrigens wirklich wunderschön. Ich bin sie mittlerweile mehrfach gefahren und könnte sie trotzdem immer wieder fahren. Man überquert zunächst die Lao-Nippon-Brücke und fährt anschließend durch eine herrliche Landschaft. Unterwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, irgendwo anzuhalten, ein paar Fotos zu machen, einen Kaffee zu trinken oder einfach die Aussicht zu genießen. Auch Restaurants gibt es reichlich, sowohl ganz einfache einheimische Lokale als auch richtig schön angelegte, moderne Restaurants. Das Fischrestaurant direkt am Mekong, in dem wir einige Tage zuvor mit der Familie gegessen hatten, liegt ebenfalls auf dieser Strecke.
An der Schrankenanlage wurden wieder 14.500 Kip fällig, also umgerechnet nicht einmal 60 Cent für die einfache Fahrt. Anschließend ging es links ab und dann praktisch immer geradeaus. Die Strecke ist wirklich kinderleicht zu fahren. Nach ungefähr 30 bis 35 Kilometern folgt man dem Straßenverlauf durch eine Kurve und biegt später rechts Richtung Wat Phou ab. Von dort sind es noch ungefähr sieben Kilometer bis zur Tempelanlage. Man kann sich eigentlich kaum verfahren, selbst wenn man sich Mühe gibt.
Also tuckerten wir gemütlich mit ungefähr 70 bis maximal 80 km/h über die größtenteils gut asphaltierte Straße. Gelegentlich gibt es natürlich ein paar Schlaglöcher, aber insgesamt lässt sich die Strecke wirklich hervorragend fahren. Ich überholte ab und zu ein Fahrzeug, genoss die Landschaft und freute mich darauf, dass wir diesmal tatsächlich noch rechtzeitig am Tempel ankommen würden.
Kurz vor dem Ziel machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp. Ich wollte eine Zigarette rauchen und Sweetie wollte offenbar sicherheitshalber noch einmal nach dem Weg fragen. Also stieg sie aus und unterhielt sich mit jemandem. Ich fand das schon ziemlich amüsant, denn wir standen praktisch direkt vor einem großen Schild, auf dem unübersehbar „Wat Phou 7 km“ stand.

Als Sweetie nach ihrem Gespräch wiederkam, zeigte ich ihr einfach wortlos das Schild. Sie schaute hin und fing selbst an, sich kaputtzulachen. Manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge, die einen zum Lachen bringen.
Die letzten sieben Kilometer waren dann schnell geschafft und wir erreichten den Parkplatz der Tempelanlage. Eigentlich wird dort eine Parkgebühr verlangt. Warum auch immer, Sweetie schaffte es allerdings wieder einmal, dass wir nichts bezahlen mussten. Sie unterhielt sich kurz mit dem Parkplatzwächter, erzählte ihm irgendetwas und schon durften wir kostenlos parken. Ich frage mittlerweile schon gar nicht mehr nach. Diese Frau schafft es irgendwie ständig, irgendwo ein paar Kip einzusparen.
Anschließend ging es zum Ticketverkauf. Für mein Ticket bezahlten wir 35.000 Kip, obwohl ich meine, dass eigentlich 50.000 Kip ausgeschildert waren. Sweetie bezahlte überhaupt keinen Eintritt. Wie ich später erfuhr, hatte sie den Leuten einfach erzählt, dass sie mein Tourguide sei. Und Tourguides müssen hier wohl keinen Eintritt bezahlen.

Jedenfalls hatten wir unsere Tickets und konnten loslegen. Auf dem gesamten Gelände herrscht eigentlich Rauchverbot. Allerdings lagen direkt vor dem Gebäude, an dem auch „Museum“ steht und wo man die Tickets kauft, jede Menge Zigarettenkippen herum. Da wir ohnehin auf eines dieser elektrischen Golfcarts warten mussten, setzte ich mich dort noch kurz hin und rauchte eine Zigarette. Es störte sich auch niemand daran.
Nach einer Weile kam dann das elektrische Fahrzeug, das ungefähr zehn oder vielleicht sogar noch mehr Personen transportieren konnte. Damit wurden wir zur eigentlichen Tempelanlage gebracht. Und ich muss sagen, schon die Fahrt dorthin war wunderschön.
Wat Phou ist wirklich eine beeindruckende Anlage. Die gesamte Landschaft, die alten Ruinen, die Wasserflächen mit den Lotusblumen und im Hintergrund die Berge. Das alles ergibt ein unglaublich schönes Gesamtbild. Auf Fotos lässt sich diese Atmosphäre meiner Meinung nach überhaupt nicht richtig einfangen. Man muss einfach einmal selbst dort gewesen sein, um zu verstehen, wie schön die Anlage in die Landschaft eingebettet ist.
Überall sieht man Überreste alter Gebäude, Mauern, Steine und Fundamente. Vieles ist natürlich über die Jahrhunderte verfallen. Relativ gut erhalten sind vor allem zwei größere Gebäude im unteren Bereich der Anlage. Eines davon habe ich mir ausgiebig angeschaut und bin darin auf Erkundungstour gegangen. Und ich muss schon sagen, es ist wirklich faszinierend, was die Khmer damals dort erschaffen haben. Wenn man sich vorstellt, mit welchen einfachen technischen Möglichkeiten diese gewaltigen Steinblöcke bearbeitet, transportiert und verbaut wurden, kann man eigentlich nur staunen.
Besonders beeindruckend fand ich die zahlreichen Steinreliefs und kunstvollen Verzierungen. Selbst heute kann man noch hervorragend erkennen, mit welcher Präzision die damaligen Steinmetze gearbeitet haben. Diese ganzen Figuren, Ornamente und Darstellungen wurden vor vielen Jahrhunderten von Hand in den Stein gemeißelt. Wahnsinn, was die Menschen damals schon alles konnten. Wenn man sich überlegt, welcher Aufwand dahintergesteckt haben muss, bekommt man schon einen gewissen Respekt vor dieser Baukunst.
Natürlich gab es auch wieder ein ausführliches Fotoshooting.

Sweetie ist da mittlerweile wesentlich zurückhaltender als ich. Sie kennt Wat Phou ohnehin sehr gut, da sie praktisch jedes Jahr mit ihrer Familie hierherkommt. Einmal jährlich findet dort ein großes buddhistisches Fest statt, das sie regelmäßig besucht. Für sie war der Besuch deshalb natürlich nichts wirklich Neues. Für mich dagegen gab es jede Menge zu entdecken.
Nachdem wir uns die unteren Gebäude angeschaut hatten, ging es weiter nach oben. Zunächst mussten wir einen ziemlich steinigen Anstieg bewältigen. Eine richtige Treppe ist das teilweise nicht mehr, eher eine Ansammlung alter Steinstufen und unebener Wege. Wenn man einigermaßen gut zu Fuß ist, stellt das allerdings kein größeres Problem dar. Oben angekommen entdeckten wir einen kleinen Bretterverschlag, unter dem einige Frauen saßen und Körbe flochten beziehungsweise verschiedene Dinge verkauften. Sweetie unterhielt sich kurz mit ihnen und kam anschließend mit einer Tüte Pilze zurück. Sie erklärte mir, dass diese Pilze besonders lecker seien und nur hier in der Gegend wachsen würden. Na gut, wieder etwas dazugelernt.
Wir hatten uns vorher auch noch eine kleine traditionelle Opfergabe gekauft, ein aus gefalteten Bananenblättern hergestelltes Gesteck mit Blumen und Räucherstäbchen. Damit gingen wir zu einer Stelle, an der unter anderem eine Statue und mehrere Gongs standen. Sweetie erklärte mir, dass dort ein Mönch verehrt werde, der ihrer Überlieferung nach damals mit dem Bau der Anlage begonnen haben soll. Die historisch belegte Geschichte von Wat Phou und seinen Khmer-Herrschern sieht zwar etwas anders aus, aber ich finde solche lokalen Erzählungen und Überlieferungen trotzdem ausgesprochen interessant. Schließlich gehört das für mich genauso zu einem solchen Besuch dazu wie die eigentliche Geschichte der Tempelanlage.
Also wurde die Opfergabe abgelegt, die Gongs wurden entsprechend der Tradition berührt beziehungsweise angeschlagen und natürlich entstanden auch hier wieder einige Fotos.
Noch weiter nach oben wollten wir allerdings beide nicht mehr. Dort gibt es noch weitere religiöse Stätten und Bereiche der Tempelanlage, aber irgendwann muss auch einmal gut sein. Ich hatte ohnehin einen Muskelkater des Todes in meinen Oberschenkeln.

Die vielen Treppen und langen Wege der vergangenen Tage hatten mittlerweile ihre Spuren hinterlassen. Und Sweetie hatte auch keine große Lust mehr, noch weiter nach oben zu kraxeln.
Also beschlossen wir, langsam wieder zurückzugehen. Insgesamt waren wir vielleicht eine knappe Stunde direkt an der Tempelanlage unterwegs. Für mich war das auch völlig ausreichend. Ich muss nicht jeden Stein dreimal anschauen, jedes Gebäude fünfmal umrunden und anschließend noch einmal zurückgehen, um alles ein zweites Mal zu betrachten. Ich schaue mir die Dinge gerne in Ruhe an, mache meine Fotos, genieße die Atmosphäre und irgendwann reicht es mir dann auch.
Auf dem Rückweg klingelte plötzlich Sweeties Telefon. Am anderen Ende war ihr Bekannter von der Autovermietung. Nach dem Gespräch erklärte sie mir, dass wir uns jetzt etwas beeilen müssten. Wir hätten den Wagen nämlich eigentlich schon um 13 Uhr zurückgeben sollen.
Ich schaute sie etwas verwundert an. Mittlerweile war es ungefähr Viertel nach eins. Ich sagte ihr, dass im Mietvertrag doch eindeutig 17 Uhr eingetragen sei. Sie bestätigte mir, dass sie das ebenfalls gesehen hätte, erklärte aber, dass wir den Wagen ursprünglich um 13 Uhr übernommen hätten und deshalb auch um diese Uhrzeit wieder zurückgeben sollten.
Na wunderbar.
Normalerweise benötigt man für die Rückfahrt nach Pakse ungefähr eine Stunde und 15 bis 20 Minuten. Wir waren also bereits verspätet und hatten noch die gesamte Strecke vor uns. Aber gut, ändern konnten wir daran ohnehin nichts mehr.
Also rein ins Auto und zurück Richtung Pakse. Und diesmal durfte ich tatsächlich einmal ganz normal Auto fahren. Sweetie hielt sich mit ihren sonstigen Kommentaren über meine Geschwindigkeit erfreulicherweise zurück.

Ich konnte die Strecke endlich einmal so fahren, wie ich es für richtig hielt. Natürlich ohne irgendwelche unnötigen Risiken einzugehen, aber eben auch nicht im Schneckentempo.
Und siehe da, statt der üblichen gut 75 bis 80 Minuten benötigten wir für die Rückfahrt gerade einmal ungefähr 40 Minuten. Die Strecke kannte ich mittlerweile ohnehin fast auswendig. Ich wusste, wo die Kurven kommen, wo Schlaglöcher sind und welche Abschnitte sich gut fahren lassen. Es machte richtig Spaß, endlich einmal wieder etwas zügiger unterwegs zu sein.
An der Schrankenanlage wurden erneut 14.500 Kip fällig und anschließend ging es über die Lao-Nippon-Brücke zurück nach Pakse.
Ich hatte Sweetie bereits vorher gesagt, dass ich langsam Hunger bekam und eigentlich sehr gerne noch einmal die hervorragende Nudelsuppe vom Vortag essen würde. Die hatte mir schließlich so gut geschmeckt, dass ich unbedingt noch einmal dorthin wollte, bevor wir Pakse verlassen.
Als wir auf der Brücke waren, telefonierte Sweetie erneut mit ihrem Bekannten von der Autovermietung. Sie erklärte ihm, dass wir gleich in Pakse seien, und lud ihn offenbar spontan zum Essen ein. Schließlich hatte er sich während der gesamten Mietdauer hervorragend um uns gekümmert und wollte uns trotz der verspäteten Rückgabe auch keinen Aufpreis berechnen.
Er bedankte sich für die Einladung, erklärte allerdings, dass er leider keine Zeit hätte. Wir könnten aber ruhig noch mit dem Auto essen fahren und es anschließend ganz gemütlich zurückbringen. Das wäre überhaupt kein Problem.
Na toll! Da hatten wir uns also völlig umsonst beeilt.
Aber eigentlich war es mir auch egal. Ich hatte endlich einmal wieder richtig Spaß beim Autofahren gehabt und die Strecke ohnehin schon mehrfach in aller Ruhe genossen. Insofern war das überhaupt kein Problem.
Also ging es direkt zu unserem Nudelladen. Unterwegs hatte Sweetie noch irgendwelchen besonderen Bambus und verschiedene andere Sachen für ihre Familie gekauft. Das Auto war mittlerweile ziemlich voll. Sie telefonierte deshalb kurz mit ihrem Onkel, der wenig später mit dem Motorroller am Restaurant auftauchte und die ganzen Einkäufe abholte. Auch das funktioniert hier wieder völlig unkompliziert. Ein kurzer Anruf und schon ist jemand da, der sich darum kümmert.
Wir setzten uns anschließend gemütlich hin und bestellten noch einmal unsere Nudelsuppe. Und ich muss sagen, sie war wieder genauso hervorragend wie am Vortag. Wirklich unglaublich lecker. Ich kann absolut verstehen, warum Sweetie dieses kleine Restaurant so liebt. Wenn ich hier dauerhaft wohnen würde, wäre ich vermutlich Stammgast.
Nachdem wir fertig gegessen hatten, fuhren wir ganz entspannt zur Autovermietung. Sweeties Bekannter sah uns bereits kommen, kam sofort heraus und setzte sich kurzerhand auf die Rückbank. Ich fuhr uns anschließend noch bis zu unserem Hotel, wo er das Fahrzeug übernehmen sollte.
Und jetzt kommt wieder so eine Sache, die ich an Laos wirklich liebe.
Wir stiegen aus, holten unsere Sachen aus dem Auto und eigentlich erwartete ich, dass er sich zumindest kurz den Wagen anschauen würde. Schließlich hatten wir das Fahrzeug mehrere Tage gemietet und waren damit ziemlich viel unterwegs gewesen. Aber nichts dergleichen.
Sweetie fragte ihn sogar noch ausdrücklich, ob er das Auto nicht kontrollieren wolle. Er winkte einfach nur ab, verabschiedete sich freundlich und fuhr davon. Keine Diskussion, keine Kontrolle, kein Theater und auch keine irgendwelchen erfundenen Schäden, wegen denen man sich anschließend mit der Autovermietung herumstreiten muss.
Einfach Auto zurückgegeben und fertig. So unkompliziert kann das Leben sein.
Wir gingen anschließend auf unser Zimmer und verschwanden erst einmal unter der Dusche. Nach dem ganzen Herumlaufen in der Hitze war das auch dringend notwendig. Anschließend hatten wir noch etwas Zeit für uns und widmeten uns ausgiebig unserem mittlerweile bekannten sportlichen Programm. Schließlich muss man die letzten gemeinsamen Tage auch ordentlich nutzen.
Gegen Abend meldete sich dann irgendwann wieder der Hunger und wir beschlossen, noch einmal schön essen zu gehen. Diesmal sollte es Moo Kratha geben. Darauf hatte ich richtig Lust und wir fanden ein ausgesprochen schönes Restaurant.
Das Essen war wirklich hervorragend. Alles war sehr frisch, die Auswahl war gut und auch die gesamte Atmosphäre des Restaurants gefiel mir ausgesprochen gut. Ich mag diese Art zu essen ohnehin sehr gerne. Man sitzt gemütlich zusammen, bereitet sich sein Essen direkt am Tisch zu und kann sich dabei wunderbar unterhalten. Für mich ist das immer wieder eine schöne Möglichkeit, einen Abend ausklingen zu lassen.
Nachdem wir uns ordentlich satt gegessen hatten, machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in einem Minimarkt. Dort kauften wir ein paar Kleinigkeiten und verschiedene Leckereien für den späteren Abend. Anschließend ging es zurück ins Hotel.
Auf dem Zimmer machten wir es uns gemütlich, unterhielten uns noch eine ganze Weile und knabberten nebenbei unsere Einkäufe. Natürlich kam irgendwann auch noch eine kleine Runde Gute-Nacht-Sport dazu.

Danach waren wir allerdings beide wirklich müde und schliefen irgendwann zufrieden ein.
Alles in allem war das wieder ein wunderschöner Tag. Der Besuch von Wat Phou hat sich definitiv gelohnt. Die Anlage ist wirklich beeindruckend und ich kann jedem, der einmal in der Gegend von Pakse unterwegs ist, nur empfehlen, sie sich anzuschauen. Besonders die wunderschöne Landschaft und die jahrhundertealten Bauwerke haben mich begeistert.
Auch die unkomplizierte Rückgabe unseres Mietwagens war wieder so ein Erlebnis, bei dem ich mir denke, dass manche Dinge hier einfach wesentlich entspannter ablaufen als bei uns. Natürlich funktioniert nicht immer alles perfekt und manchmal könnte ich über die eine oder andere Eigenart auch wahnsinnig werden. Aber im Großen und Ganzen gefällt mir diese unkomplizierte Art des Lebens einfach ausgesprochen gut.
Jetzt sitze ich hier im Hotel und schreibe meinen Reisebericht. Um elf Uhr wird unser Taxi eintreffen und uns zum Flughafen bringen. Dann geht es zurück nach Vientiane.
Und damit ist unsere gemeinsame Zeit hier in Pakse leider auch schon wieder vorbei. Die Tage sind wirklich wie im Flug vergangen. Wir haben unglaublich viel erlebt, wunderschöne Orte besucht, hervorragend gegessen und vor allem sehr viel gemeinsame Zeit miteinander verbracht.
Je näher die Abreise rückt, desto stärker wird dieses bedrückende Gefühl. Ich freue mich natürlich riesig darauf, morgen meinen Sohn wiederzusehen. Aber auf Deutschland freue ich mich ganz und gar nicht. Im Gegenteil, ich habe überhaupt keine Lust, dorthin zurückzufliegen. Deutschland ist für mich längst nicht mehr das, was ich als meine Heimat empfinde. Meine Heimat ist Asien. Hier fühle ich mich wohl, hier möchte ich leben und hier sehe ich meine Zukunft. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich momentan noch regelmäßig nach Deutschland zurückmuss.
Irgendwann wird die Zeit kommen, in der ich nicht mehr ständig auf den Kalender schauen und überlegen muss, wie viele Tage mir noch bleiben. Irgendwann wird aus dem Rückflugticket tatsächlich ein One-Way-Ticket. Und auf diesen Tag freue ich mich schon heute.
Vielen Dank euch allen fürs Mitlesen, Liken, Kommentieren und Abonnieren. Es freut mich wirklich, dass ihr mich auf meinen Reisen begleitet und euch meine manchmal etwas ungewöhnlichen Erlebnisse und Gedanken gefallen.
Jetzt heißt es erst einmal Koffer packen, auschecken und ab zum Flughafen.
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