Thailand Zwischen Wahnsinn und Palmen raus aus dem System zurück ins gelobte Land Thailand

Ich werde mein Fazit wahrscheinlich in 3 Teile aufteilen.

Kommen wir nun zu meinem Fazit bezüglich eines Wohnungskaufs in Thailand.

Ich beschäftige mich mittlerweile schon sehr lange mit diesem Thema und habe nach wie vor fest vor, dort etwas zu kaufen.

Wenn man allerdings nicht völlig blauäugig irgendein Angebot annimmt, sondern das Ganze mit einem gewissen unternehmerischen Denken angeht, findet man eben nicht an der ersten oder zweiten Straßenecke das passende Objekt. Im Endeffekt unterscheidet sich das gar nicht so sehr davon, wie wenn ich in Deutschland eine Immobilie als Renditeobjekt kaufen würde.

Natürlich ist der Markt ein völlig anderer. In Deutschland kann man beispielsweise häufig eine Immobilie vollständig finanzieren, viele Kosten steuerlich absetzen und dadurch gewisse Vorteile nutzen. Das fällt in Thailand für Ausländer in dieser Form natürlich weg.
Wie auch andere Dinge, einfach anders sind.

Auch die laufenden Kosten unterscheiden sich erheblich. In Deutschland liegen die Verwaltungskosten pro Wohnung im Schnitt vielleicht bei 20 bis 25 Euro im Monat. In Thailand sprechen wir dagegen schnell von zehn bis zwanzig Prozent der Mieteinnahmen. Man muss allerdings fairerweise auch sagen, dass die Verwaltung dort wesentlich umfangreicher ist. Häufig kümmern sich die Verwalter um praktisch alles von der Vermietung über die Schlüsselübergabe bis hin zur Reinigung und kleineren Reparaturen.
Steuererklärung, Abrechnung, Kaution und Endreinigung.
Viele Punkt sind natürlich die gleichen wie in Deutschland. Aber es gibt auch einige, die sehr zeitintensiv sind und hier in der Form nicht angeboten werden.

Ich mache mir dabei aber überhaupt keinen Druck.

Fest steht für mich nur eines: Ich kaufe ausschließlich dann, wenn die Immobilie auch die Rendite erzielt, die ich mir vorstelle.
Und das wären in Deutschland 8% aufwärts.

Warum möchte ich überhaupt etwas kaufen?

Für mich ist das der einfachste legale Weg, später in Thailand ein passives Einkommen aufzubauen. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Immobilien sind nie völlig risikolos. Es kann Leerstand geben, Reparaturen können anfallen oder sich der Markt verändern.

Kauft man allerdings gut ein, verfolgt eine klare Strategie, pflegt die Wohnung und arbeitet mit einem guten Verwalter zusammen, lassen sich viele dieser Risiken zumindest reduzieren.

Da ich langfristig ohnehin nicht nur eine einzelne Wohnung kaufen möchte, sondern mehrere Condos, entsteht automatisch auch eine gewisse Risikostreuung. Gleichzeitig kann man verschiedene Konzepte miteinander kombinieren. Natürlich ist auch das einfacher gesagt als umgesetzt, da jede Anlage in Thailand ihre eigenen Besonderheiten hat.

Sollte ich die Wohnungen, von denen ich im Reisebericht erzählt habe, tatsächlich zu dem Preis erwerben können, über den gesprochen wurde, würden wir von einer Rendite von über 13 Prozent sprechen.

Und bevor jetzt wieder einige denken, ich hätte mich verrechnet: Nein.

Diese Kalkulation ist bereits sehr konservativ gerechnet. Sämtliche laufenden Kosten sind berücksichtigt, ebenso Rücklagen und sogar die Steuern. Ja, auch die Steuern.

Ich persönlich würde selbstverständlich in Thailand ebenfalls eine Steuererklärung abgeben. Meiner Meinung nach wird das in den nächsten Jahren ohnehin für immer mehr Ausländer zum Thema werden.

Die thailändische Regierung baut ihre digitalen Kontrollsysteme und KI-gestützten Auswertungen immer weiter aus. Deshalb glaube ich, dass diejenigen, die heute noch versuchen, sämtliche Grauzonen auszunutzen, in Zukunft zunehmend Probleme bekommen werden.

Auch die 13 Prozent Rendite kommen nicht aus einer Fantasierechnung.

Ich habe lediglich mit zehn vermieteten Monaten pro Jahr kalkuliert. Außerdem habe ich nur die Hälfte der Wohnungen touristisch beziehungsweise an Langzeiturlauber vermietet gerechnet und die andere Hälfte mit klassischen Langzeitmietern. Ich habe also bewusst vorsichtig kalkuliert.

Viel wichtiger finde ich allerdings einen anderen Punkt.

Im Premiumsegment wird derzeit unglaublich viel gebaut. Gleichzeitig wächst aber auch die Nachfrage nach hochwertigen Anlagen mit moderner Ausstattung.
Aber es wird soviel gebaut, dass ich der Meinung bin, dass es unmöglich wird, alle Einheiten zu vermieten.

Auf der anderen Seite gibt es unzählige einfache Wohnanlagen. Meiner Meinung nach wird es dort künftig deutlich schwieriger werden, gute Mieter zu finden.

Der Grund liegt oft in der Verwaltung beziehungsweise der Instandhaltung.

In Deutschland gibt es eine Eigentümergemeinschaft, in die jeder Eigentümer regelmäßig einzahlt. Aus diesen Rücklagen werden später Renovierungen oder größere Reparaturen bezahlt.

In Thailand funktioniert das in vielen älteren Anlagen leider nicht immer so konsequent.

Gehören beispielsweise 51 Prozent der Wohnungen thailändischen Eigentümern, interessiert es viele schlicht nicht, wenn irgendwo die Farbe abblättert, im Pool ein paar Fliesen fehlen oder an irgendeiner Stelle Wasser eindringt. Solange keine Mehrheit für größere Investitionen zustande kommt, passiert oft einfach nichts.

Steht dort dann zehn Jahre später eine heruntergekommene Wohnanlage, stellt sich für mich die Frage:

Wer möchte dort noch wohnen?

Natürlich sind die Anschaffungskosten solcher Wohnungen niedriger. Trotzdem kommt dieses Segment für mich persönlich überhaupt nicht infrage.

Deutlich interessanter finde ich Anlagen mit einem klaren Konzept oder sogar einem echten Alleinstellungsmerkmal. Teilweise gibt es Anlagen, die sich damit sogar innerhalb Asiens hervorheben.

Gerade viele YouTuber, digitale Nomaden und andere Menschen, die remote arbeiten, sind durchaus bereit, für eine hochwertige Wohnung mehr Geld zu bezahlen.

Diesen Leuten geht es häufig gar nicht nur um die Wohnung selbst.

Sie möchten einen Coworking-Bereich, ein modernes Fitnessstudio mit hochwertigen Geräten, einen schönen Wellnessbereich, Restaurants, Cafés oder kleine Einkaufsmöglichkeiten direkt in der Anlage haben.

Wenn jemand mehrere Tage am Stück arbeitet, möchte er das Gebäude teilweise gar nicht verlassen müssen.

Andere Urlauber oder Expats legen darauf vielleicht überhaupt keinen Wert.

Ihnen ist wichtig in ihrer Sprache betreut zu werden. Landleute um sich rum zu haben und sich möglichst um nichts kümmern zu müssen.

Ich persönlich glaube deshalb, dass sich dieser Markt in den kommenden Jahren weiter verändern wird.

Natürlich werde auch ich noch sehr viel lernen müssen.

Aber genau diesen Weg möchte ich weitergehen.

Ob es am Ende tatsächlich diese Wohnungen werden, weiß ich heute noch nicht. Das hängt letztendlich davon ab, ob die Bank das angekündigte Angebot tatsächlich zu den besprochenen Konditionen macht.

Eines steht für mich allerdings fest:

Ich werde niemals eine Wohnung kaufen, nur damit ich sagen kann, dass ich eine Wohnung in Thailand besitze.

So habe ich in Deutschland nie investiert und genauso werde ich es auch in Thailand halten.

Ein weiteres Thema ist die sogenannte Thai-Quote.

In vielen Anlagen ist diese bereits vollständig ausgeschöpft, sodass Ausländer dort gar keine Wohnung mehr direkt erwerben können.

Viele gründen deshalb eine Firma. Dafür benötigt man in der Regel thailändische Gesellschafter. Die Gründung inklusive Anwalt, Eintragung und aller Formalitäten kostet ungefähr 40.000 Baht und ist finanziell durchaus überschaubar.

Trotzdem bewegt man sich dabei häufig in Konstruktionen, die zwar verbreitet sind, aus meiner Sicht aber nicht unbedingt dem eigentlichen Sinn der gesetzlichen Regelungen entsprechen.

Klar hätte ich mit einer Firmengründung auch gewisse Vorteile. Ich habe hier mittlerweile langjährige Bekannte, denen ich ähnlich vertrauen kann wie guten Freunden in Deutschland. Trotzdem gilt für mich ein Grundsatz: Wenn es um Geld und größere Investitionen geht, hört Freundschaft leider oft auf. Ich möchte niemanden in eine unangenehme Situation bringen und mich selbst auch nicht in eine Abhängigkeit begeben. Deshalb werde ich auch diesen Weg nur dann gehen, wenn ich hundertprozentig davon überzeugt bin. Natürlich habe ich durch meine Kontakte hier Vorteile gegenüber jemandem, der in Thailand niemanden kennt und komplett bei null anfängt. Das möchte ich gar nicht kleinreden.

Auch hier bin ich überzeugt, dass Thailand in Zukunft deutlich genauer hinschauen wird.

Nicht zuletzt wegen der vielen Betrugsfälle und der jahrelangen Ausnutzung verschiedenster Gesetzeslücken gehen die Behörden mittlerweile immer konsequenter vor.

Ich bin überzeugt, dass die bereits eingesetzten KI-Systeme dabei künftig eine immer größere Rolle spielen werden.

Wer in Thailand mit Visa, Steuererklärungen, Immobilien oder anderen offiziellen Vorgängen registriert ist, wird in Zukunft vermutlich deutlich transparenter erfasst werden als noch vor einigen Jahren.

Und genau deshalb bin ich der Meinung, dass man solche Dinge von Anfang an sauber, transparent und legal aufbauen sollte. Das erspart einem später wahrscheinlich eine Menge Ärger.

Wie ihr merkt, gibt es also noch einige offene Fragen und einige Dinge zu klären. Ich werde mich mit dem Thema weiterhin intensiv beschäftigen und nichts überstürzen. Wenn ich irgendwann kaufe, dann nur, weil ich nach reiflicher Überlegung wirklich davon überzeugt bin und nicht, weil ich einfach nur irgendeine Wohnung in Thailand besitzen möchte.
 
  • Like
Reactions: 1 users
Kommen wir nun zu meinem Fazit dieser Reise.
Ich denke, es war der ruhigste und überschaubarste Trip, den ich je in Thailand hatte und mit Sicherheit auch der günstigste.
Ich habe in den rund drei Wochen vor Ort ungefähr 800 Euro ausgegeben. Hier sind die Kosten für das Gold natürlich nicht enthalten. Dafür sind aber sämtliche Transferkosten, Essen, Trinken, Ausflüge und alle sonstigen Ausgaben mit eingerechnet. Sweetie wird noch einmal ungefähr 200 Euro beigesteuert haben. Insgesamt lagen wir also bei rund 1.000 Euro. Nicht enthalten sind dabei natürlich die Kosten für den Flug und die Unterkunft.
Hätte ich mit noch weniger Geld auskommen können? Ja, definitiv. Es war schließlich trotzdem Urlaub. Ich wollte Sweetie noch ein paar Dinge zeigen und habe natürlich auch Geld für Sachen ausgegeben, die ich vermutlich nicht ausgegeben hätte, wenn ich dauerhaft dort leben würde. In diesen Ausgaben enthalten sind allerdings auch die rund 5.000 Baht, die wir für die Supplements und einige Kleinigkeiten für Sweetie und ihre Tochter ausgegeben haben.
Eigentlich hatte ich ja fest vor, noch in den Isaan zu fahren oder sogar nach Laos zu fliegen. Warum habe ich das am Ende nicht gemacht? Ganz einfach: Ich habe mich dort einfach unglaublich wohlgefühlt. Vor allem aber habe ich mich heimisch gefühlt. Es war komplett anders als ein typischer Pattaya Urlaub, bei dem man tagelang auf Achse ist, ständig unterwegs oder im Nachtleben versinkt. Dieses Mal fühlte es sich wirklich an, als würde ich dort ganz normal leben.
Wir gingen einkaufen, oft bin ich alleine über Märkte geschlendert, habe gehandelt, viel gegessen, unglaublich viele Früchte gegessen, viele neue Dinge gelernt und meinen Wissensstand in vielen Bereichen erweitert. Auch mein Netzwerk hat sich wieder positiv vergrößert.
Für mich hat sich erneut bestätigt, dass Pattaya nach wie vor der interessanteste Ort in ganz Thailand ist. Nicht nur, weil das Leben dort vergleichsweise günstig ist oder weil es viele ruhige Ecken gibt. Vor allem die Infrastruktur ist meiner Meinung nach eine der besten in ganz Thailand. Natürlich ist der Verkehr gerade im Zentrum manchmal chaotisch, aber längst nicht so extrem wie in Bangkok. Dazu kommen die vielen deutschen Expats und Restaurants. Wenn man einfach mal wieder einen Abend mit Deutschen verbringen möchte, ist das überhaupt kein Problem. Ich habe dort viele wirklich nette Menschen kennengelernt. Es gab immer interessante Gespräche und meistens auch viel zu lachen.
Da mich dieses Mal außerdem meine Bekannten besucht haben, war der Urlaub ohnehin etwas anders als sonst. Wir haben zusammen gewohnt, zusammen gekocht, zusammen gelacht und viele schöne Gespräche geführt. Auch die Timekettle W4 möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich positiv erwähnen. Die Übersetzungskopfhörer haben auf dieser Reise wirklich einen hervorragenden Job gemacht und viele Gespräche deutlich einfacher gemacht.
Und dann natürlich Sweetie. Wir haben im Prinzip gelebt, als wären wir bereits fest zusammen. Es fühlte sich nicht wie Urlaub an. Es fühlte sich einfach wie Alltag an. Und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.
Die nächste Reise ist bereits für die Herbstferien im Oktober geplant. In ungefähr vier bis sechs Wochen weiß ich endgültig, ob alles so klappt wie geplant. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass momentan auch Da Nang in Vietnam ein großes Thema ist. Dort war ich schon viele Jahre nicht mehr. In den letzten Wochen habe ich mir einige Videos angeschaut und gestern aus Spaß einmal nach Hotels gesucht. Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, wie günstig die Unterkünfte dort mittlerweile sind. Ein schönes, modernes Apartment mit zwei Schlafzimmern, zwar ohne Pool, aber in guter Lage und wirklich hochwertig eingerichtet, kostet für zwei Wochen gerade einmal rund 260 Euro. Das ist schon ein echter Kampfpreis. Und das war keineswegs das günstigste Angebot. Ich hätte einfach mal wieder Lust, mir Vietnam in Ruhe anzuschauen. Mal sehen, was am Ende daraus wird. Ihr kennt mich mittlerweile. Ich werfe meine Reisepläne auch gerne einmal kurzfristig komplett über den Haufen.
Die Flugpreise liegen derzeit bei etwa 1.000 Euro direkt nach Bangkok. Ein Weiterflug von Bangkok nach Da Nang kostet ungefähr 100 bis 120 Euro. Im Großen und Ganzen also die Preise, die man momentan erwarten kann. Interessant fand ich allerdings, dass die Flüge in den letzten Wochen teilweise erstaunlich schlecht gebucht waren. Dadurch sind die Preise teilweise kurz vor Abflug noch einmal deutlich gefallen. Bei meinem Rückflug war die Thai Airways am Abflugtag sogar über 300 Euro günstiger als noch einige Wochen zuvor. Natürlich ist das reine Spekulation. Es kann beim nächsten Mal genauso gut genau andersherum laufen.
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird mich auf dieser Reise auch mein Sohn begleiten. Darauf würde ich mich natürlich ganz besonders freuen.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich denke, mein Reisebericht zeigt ziemlich gut, wie mein Alltag während dieser drei Wochen ausgesehen hat. Ihr habt gesehen, welche Orte ich besucht habe, womit ich mich beschäftigt habe und welche Gedanken ich mir gemacht habe. Ich glaube, dadurch kann sich jeder selbst ein ganz gutes Bild davon machen, wohin meine Reise und vielleicht auch mein zukünftiger Weg gehen soll.
Ich könnte sicherlich noch viel mehr schreiben. Aber ehrlich gesagt fällt mir gar nicht mehr so viel ein. Diese drei Wochen haben sich einfach angefühlt, als wäre ich nach Hause gekommen. Genau dieses Gefühl hatte ich früher auch, als ich drei Jahre in Spanien gearbeitet habe und zwischendurch für ein oder zwei Wochen nach Deutschland zurückgeflogen bin. Genauso hat sich dieser Aufenthalt in Thailand angefühlt. Ich habe dort eigentlich nichts vermisst. Klar, meinen Sohn. Aber ansonsten? Eigentlich gar nichts. Es ist dort alles vorhanden, was ich zum Leben brauche. Auch mein Netzwerk mit Bekanntschaften und mittlerweile teilweise guten Freunden ist inzwischen in ausreichender Form vorhanden. Ich denke, insgeheim habe ich mir in den letzten Jahren und gerade bei den letzten beiden Reisen angefangen, mein Leben dort unten aufzubauen.
 
  • Like
Reactions: 1 user
Kommen wir nun zu meinem Fazit zu Sweetie.
Sind wir jetzt zusammen? Ich denke, das ist die Frage, die hier die meisten brennend interessiert. Aber genau das ist auch die Frage, die ich momentan nicht eindeutig beantworten kann. Für sie sind wir es, denke ich, auf jeden Fall. Auch wenn ich sehr glücklich mit ihr bin, würde mir persönlich alles einfach noch zu schnell gehen.
Ich mag sie sehr. Ich habe mich mit Sicherheit auch in sie verliebt. Nicht krankhaft verliebt oder liebeskaspermäßig, sondern einfach ganz normal. Und das fühlt sich für mich auch richtig an.
Tut sie mir gut? Ja. Sogar unwahrscheinlich gut. Sie wirkt auf mich sehr ehrlich, sehr liebevoll und natürlich auch geprägt durch ihr bisheriges Leben, so wie wir alle durch unser bisheriges Leben geprägt wurden. Sie ist fröhlich, stark und gleichzeitig unglaublich bodenständig. Außerdem ist sie für ihre Verhältnisse sehr gebildet.
Ihr Englisch ist sicherlich nicht perfekt, aber völlig ausreichend, um normale Gespräche zu führen. Und wenn einmal Wörter fehlen, gibt es heute genügend Möglichkeiten. Wir haben die Timekettle W4, Google Übersetzer oder notfalls eben Hände und Füße. Verständigungsprobleme haben wir eigentlich nie.
Sie spricht natürlich fließend Laotisch. Was aber gar nicht so selbstverständlich ist: Sie kann Laotisch auch lesen und schreiben. Dasselbe gilt für Thai. Sie spricht fließend Thai und kann es ebenfalls problemlos lesen und schreiben. Auch englische Texte kann sie lesen. Ob sie immer alles versteht, ist natürlich eine andere Frage.
Aus Spaß habe ich mit ihr einmal angefangen, ein paar einfache deutsche Wörter und Sätze zu lesen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sie lernt und neue Dinge umsetzt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nach einem Monat intensiven Lernens einfache deutsche Texte bereits lesen könnte. Wahrscheinlich noch nicht alles verstehen, aber lesen.
Sie ist außerdem äußerst bodenständig, unglaublich sparsam und mit sehr wenig zufrieden. Sie hat während des gesamten Urlaubs immer wieder gesagt, dass ihr vieles eigentlich schon zu teuer sei. Der Flug. Das gemietete Haus. Die Ausflüge. Auch wenn wir einmal etwas teurer essen gegangen sind. Ihr wäre das alles gar nicht wichtig gewesen. Und ich bin überzeugt, dass sie das auch wirklich so meint.
Auch beim Thema Supplements hätte sie sich wahrscheinlich irgendwelche billigen Produkte gekauft. Nachdem ich ihr aber erklärt habe, warum hochwertige Produkte oftmals sinnvoller sind und dass billig eben häufig zweimal gekauft wird, hat sie das verstanden. Trotzdem hat man ihr richtig angesehen, wie schwer es ihr fällt, wenn Geld ausgegeben wird. Sie selbst hat sich während der gesamten Reise absolut gar nichts gekauft. Wirklich nichts.
Ihre Kleidung ist überwiegend schon einige Jahre alt. Damit meine ich natürlich nicht, dass sie ungepflegt oder zerlumpt aussieht. Ganz im Gegenteil. Sie pflegt ihre Sachen einfach sehr sorgfältig und ersetzt Kleidung erst dann, wenn es wirklich notwendig ist. Damit erfüllt sie eigentlich sämtliche Klischees über asiatische oder thailändische Frauen überhaupt nicht. Eher das komplette Gegenteil.
Dann kommen wir noch einmal zu einem Thema, das ich im Reisebericht bereits etwas ausführlicher angesprochen habe. Hat sie früher im Milieu gearbeitet? Diese Frage kann ich bis heute nicht hundertprozentig beantworten. Ich möchte aber noch einmal betonen, dass es mir dabei überhaupt nicht darum geht, jemanden zu verurteilen oder irgendetwas schönzureden. Mir geht es lediglich darum, euch meine Gedanken und Eindrücke mitzuteilen, damit ihr nachvollziehen könnt, wie ich die Situation persönlich einschätze.
Mittlerweile bin ich allerdings ziemlich sicher, dass sie nie wirklich im Milieu gearbeitet hat. Dass sie sich hier und da vielleicht einmal etwas dazuverdient hat, halte ich nicht für möglich, sondern bin davon überzeugt. Wir haben darüber auch einmal gesprochen. Sie sagte mir, sie hätte das nie gemacht. Außer einmal mit mir und ein weiteres Mal wenige Tage bevor wir uns kennengelernt haben.
Ob das am Ende stimmt oder nicht, spielt für mich ehrlich gesagt gar nicht die entscheidende Rolle. Ob sie zwei Customer hatte oder hundert, interessiert mich letztendlich überhaupt nicht. Wichtig ist für mich etwas ganz anderes. Ich möchte nicht belogen werden.
Und genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt. Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass sie mich belügt. Ganz im Gegenteil. Viele Aussagen, die sie im Laufe der Zeit gemacht hat, haben sich später durch andere Situationen eher bestätigt als widerlegt.
Ich habe mittlerweile viele Unterlagen von ihr gesehen. Ich habe mit ihr einige Unterlagen vorbereitet.
Sie hat auch alle Unterlagen digital auf ihrem Handy.
Eigentlich habe ich ihr gar nicht geholfen, denn sie hat alles selbstständig erledigt. Ich war vielmehr neugierig und wollte verstehen, wie das Ganze funktioniert. Dabei hat sich für mich erneut bestätigt, dass sie wirklich gut organisiert ist und viele Dinge versteht.
Sie hatte sogar einmal ein Stipendium, um im Ausland zu studieren. Dieses hat sie später jedoch nicht angenommen, weil sie sich stattdessen um ihre Familie kümmern musste. Ich habe außerdem ihre Arbeitserlaubnisse, verschiedene Arbeitsverträge und andere offizielle Dokumente gesehen. Man konnte klar erkennen, dass sie seriöse Arbeitsstellen hatte. Und nein, das waren keine irgendwie zusammengebastelten oder offensichtlich gefälschten Unterlagen.
Ich weiß natürlich, dass jetzt wieder manche denken werden: „Das kann man doch alles fälschen.“ Mag sein. Aber irgendwann muss man eben auch seinem eigenen Eindruck vertrauen.
Und hoch offiziell Dokumente, so wie sie alles hat, auch Stempel in ihrem Pass, waren 100% Orginal.
Es sind einfach nicht alle Frauen schlecht. Und selbst diejenigen, die irgendwann schlechte Entscheidungen getroffen haben, hatten meistens Gründe dafür. Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich die Frauen hier eher verteidige, als pauschal über sie herzuziehen.
Außerdem weiß ich mittlerweile sicher, dass sie Anfang 2023 zum ersten Mal überhaupt Laos verlassen und nach Thailand gekommen ist. Sie hatte nie einen Overstay. Natürlich hat sie viele Visa Runs gemacht. Aber sie hat alles sauber, legal und offiziell abgewickelt. Und genau das gefällt mir. Sie hat nie den einfachen Weg gesucht. Sie hat das Geld für ihre Work Permits ausgegeben, ihre Unterlagen immer vollständig gehabt und sie versteht diese auch. Sie kann sie lesen und weiß, worum es geht.
Ich glaube, genau das sind die Dinge, die mich an ihr am meisten beeindrucken. Sie ist in vielerlei Hinsicht eben gar nicht das typische Bild, das viele von einer Asiatin oder einer Frau aus Thailand haben.
Und noch etwas hat mir sehr gut gefallen. Sie hat akzeptiert, dass ich mein eigenes Ding mache. Sie behandelt mich nicht wie ein kleines Kind, dem man ständig hinterherrennen oder jeden Wunsch abnehmen muss. Sie weiß, dass ich selbstständig bin, und genau das respektiert sie. Das mag nach einer Kleinigkeit klingen, ist für mich persönlich aber ein Punkt, den ich sehr zu schätzen weiß.
Natürlich hat sie mich von vorne bis hinten verwöhnt. Gleichzeitig hat man aber gemerkt, dass hier niemand auf den anderen angewiesen ist oder irgendwelche Dinge selbstverständlich erwartet. Es hat sich einfach alles gefügt. Und genau das hat es für uns beide so schön gemacht.
Sie wird jetzt übrigens nicht wie ursprünglich geplant am Samstag, sondern erst am Sonntagabend wieder nach Laos zurückfahren.

Das nächste Thema wird allerdings sein, wie es für sie weitergeht. Sie muss schließlich auch Geld verdienen. Große Geldbeträge oder gar eine monatliche Unterstützung wird es von mir aber nicht geben. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, ihr in einer schwierigen Situation einmal mit ein paar hundert Euro auszuhelfen. Das wäre wirklich nicht das Thema. Aber dauerhaft größere Summen nach Asien zu schicken, kommt für mich nicht infrage. Das hat sie allerdings auch nie verlangt. Es war nie Thema zwischen uns.
Im Gegenteil, sie hat mir gesagt, das ich ihre Familie nie unterstützen müsse.
Da es allen gut geht und keiner große Ansprüche stellt.
Ich kenne auch ihren Kontostand, der ist aber allerdings nicht so rosig 😅
Sie möchte sich mit ihrer Schwester ein Auto kaufen, um waren in den angrenzenden Ländern zu kaufen und in Pakse zu verkaufen.
Hier würden beide natürlich einen Kredit aufnehmen.

Sollten wir uns im Oktober treffen, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur mein Sohn dabei sein. Sie würde dann auch ihre Tochter mitbringen. Außerdem habe ich ihr vorgeschlagen, auch den Sohn ihrer Schwester mitzubringen. Das kostet mich im Endeffekt kaum mehr Geld, macht aber zwei Kindern eine Freude. Und mein Sohn hätte gleichzeitig Spielkameraden. Ich sehe darin eigentlich nur Vorteile.

Gibt es auch einen Nachteil an Sweetie? Ja. Den habe ich hier im Reisebericht auch bereits erwähnt. Sie kann extreme Wutanfälle bekommen. Nicht, dass sie laut wird oder herumschreit. Ganz im Gegenteil. Sie zieht sich komplett zurück, wird unglaublich stur und möchte einfach nur weg. Dann kommen Sätze wie: „Such dir doch eine andere Frau.“ Oder: „du bereitest mir Kopfschmerzen.“ Das sind natürlich keine Dinge, die man gerne hört. Nach zehn Minuten oder manchmal auch erst nach einer Stunde ist der Spuk allerdings meistens wieder vorbei. Dann entschuldigt sie sich, ist völlig aufgelöst und versteht selbst nicht, warum sie gerade so reagiert hat. Dieses Verhalten scheint tatsächlich auch in ihrer Familie zu liegen. Ihr Vater soll wohl ähnlich gewesen sein. Es wirkt manchmal wirklich so, als würde bei ihr plötzlich ein Schalter umgelegt werden, den sie in diesem Moment selbst nicht mehr kontrollieren kann. Das stört mich schon und ehrlich gesagt erschreckt es mich manchmal auch. Vor allem deshalb, weil dafür manchmal schon eine absolute Kleinigkeit ausreicht, und im schnitte es einen ausraster in der Woche gibt.
Ich hoffe, mein Reisebericht und auch dieses Fazit haben euch gefallen. Ich freue mich natürlich weiterhin über jeden Like, jeden Kommentar und selbstverständlich auch über Kritik. Schreibt ruhig eure Meinung dazu und haltet den Thread noch ein wenig am Leben.
Ansonsten melde ich mich spätestens wieder, wenn ich gebucht habe und endgültig feststeht, wann es für mich das nächste Mal nach Asien geht. Bis dahin wünsche ich euch allen eine schöne Zeit. Bis dann!
 
Menü
Zurück
Oben Unten