Vor der Wahl wollte Duterte China in Sachen Südchinesisches Meer seinen eindeutigen Standpunkt aufzeigen. Ja er wollte sogar mit einem Jetski zu den Atollen rausfahren, um die Chinesen zu vertreiben. Dann gab es das ziemlich eindeutige Urteil aus Den Haag, dass China kein Recht hat, in dem Gebiet künstliche Inseln anzulegen und die Rechte der Nachbarstaaten zu akzeptieren hat. Also eine gute Grundlage für Duterte, die Rechte der Philippinen geltend zu machen (mit Unterstützung seiner Partner, z.B. der USA). Was ist nun stattdessen so passiert:
1) er will das Urteil China gegenüber erstmal überhaupt nicht ansprechen, sondern will z.B. China "bitten" den philippinischen Fischern wieder zukünftig in ihren eigenen Gebieten das Fischen "zu erlauben"
2) er lässt abfällige Kommentare zu Obama und den USA ab, auch sein Team bezeichnet Obama z.B. als "Lame Duck", sagt dass die USA ja eigentlich nie den Philippinen helfen würden (was in vielerlei Hinsicht falsch ist)
3) jetzt will er dass die USA Spezialeinheiten aus dem Süden in Mindanao abziehen, wo sie den Philippinen mit Technik und Aufklärung bei der Bekämpfung der islamischen Rebellen/Terroristen der Abu Sayyaf behilflich sind
On Monday, President Duterte, in his first public statement opposing the presence of American troops, said he wants US forces out of his country's south and blamed the United States for inflaming Muslim insurgencies in the region.
4) will sich nicht mehr an gemeinsamen Manövern mit den USA in der Südchinesischen See beteiligen (wohl aus Rücksicht auf China)
5) und jetzt will er sogar Waffen von China statt den USA kaufen:
Duterte rejects joint patrols, eyes China weapons
Duterte said he wanted only Philippine territorial waters, up to 12 nautical miles offshore, to be patrolled by Filipino forces, but not other offshore areas that are contested. ... Like other security pronouncements, Duterte did not provide details, but his rejection for joint patrols apparently goes against such an arrangement announced in April by the US and the Philippine defense chiefs.
Kurz zusammengefasst: Die Wähler dachten, dass sie mit Duterte neben dem Anti-Drogen-Krieg auch jemanden wählen, der im Gegensatz zu Aquino sicherstellen wird, dass China sich nicht das komplette Südchinesische Meer unter den Nagel reist. Jetzt sieht es immer mehr so aus, als wäre Duterte ein trojanisches Pferd, welches die Philippinen Stück für Stück von den USA in Richtung China rückt = Goodbye Hoheitsrechte auf See, Fischerei, Rohstoffe.
Washington later said it had not received a formal request to remove US military personnel. White House spokesman Josh Earnest said Duterte had a tendency to make "colorful comments" and drew a comparison with Republican presidential nominee Donald Trump.
Spannende Zeiten brechen an, da nun vielerorts Leute im "Format" von Duterte an die Macht kommen, die machen wozu sie gerade lustig sind und sich nicht um Gesetze, Verträge, langfristige Kooperationen etc. scheren.