Vielleicht solltet Ihr Euch mal von dem Gedanken der "neutralen Berichterstattung" verabschieden. Die gab es nie und wird es nie geben, nirgendwo auf der Welt.
Es fängt schon damit an ob über ein Ereignis überhaupt berichtet wird. Einigen Medien ist ein Ereignis zu belanglos um darüber zu berichten, andere Medien bringen es auf der Titelseite und updaten es stündlich. Ein gutes Beispiel hiefür ist der Vulkan Mayon auf den Philippinen, in Deutschland ist der Ausbruch kaum eine Meldung Wert, auf den Philippinen (und nicht nur die Menschen, die es unmittelbar betrifft) bekommen fast stündliche Updates.
Das Glas ist halb voll oder halb leer.
Ein weiteres Beispiel, wie man über ein Ereignis berichtet, möchte ich an Hand eines Artikels aus dem Philippinen Magazin verdeutlichen. (sorry aber ich mag die Berichterstattung dort

)
Die Philippinen sind im Weltfreiheits-Index von Freedom House um einen Punkt abgerutscht, von 63 Punkte 2016 auf 62 Punkte 2017, konnten aber ihre Einstufung als „teilweise frei“ beibehalten.
Einige philippinische (meist Regierungsnahe) Medien haben mehr Wert auf die Tatsache gelegt dass man ja die Einstufung behalten hätte und verwendeten in ihrer Berichterstattung sehr oft das Wort "angeblich", wenn es um Negativbewertungen ging. Zum Beispiel aussergerichtliche Tötungen und Dutertes blutiger Anti-Drogen-Krieg.
Andere Medien, dazu gehören Rappler und das Philippinen Magazin, sehen in ihrer Berichterstattung einen Abwärtstrend in der Demokratie des Landes. Besonders wenn man nicht nur den Vergleich zum Vorjahr zur Hand nimmt, sondern auch die Jahre zuvor, wo die Philippinen um einiges besser dastanden.
Die Philippinen rutschen in der Rangliste des Weltfreiheit-Indexes weiter ab