Zufällig über das Abnehm Thema gekommen.
Gerne erzähle ich meine Geschichte zu diesem Thema.
2014 einen Herzinfarkt, da aufgehört zu rauchen, die Weisskittel haben mich im Spital von Khon Kaen wieder hergestellt. Glück gehabt, da ich den Infarkt auf der Rampe des Spitals hatte, war auf dem Wege zur Herzuntersuchung. Den Eingang mit der Aufschrift Emergency habe ich noch gelesen, dann wurde es dunkel.
Aufgewacht in der Intensivstation des Queen Sirikit Heart Center of the Northeast.
Einen Tag später wurde geflickt, mit Ballon und Stent setzen.
Ein Jahr später ging es mir immer schlechter, war immer krank und wieder gesund, und wieder krank, Wasser in den Füssen, usw. Dazu sind mir teilweise Lymphknoten grosse geworden und wieder klein, am Hals unter der Achsel, dann wieder abgeklungen.
Wir haben alles aufs Herz getippt, aber da war nichts. Mir gings immer schlechter, und meine Frau, die über 10 Jahre in der Pathologie unserer Kantonspitals als Histologie Laborantin gearbeitet hatte, sagte zu mir, gehe in die Schweiz, Sie vermute das es Krebs ist, durch das auf und abschwellen der Lymphen.
Ich habe dann einen Flug gebucht, am Sonntag gelandet, durch meinen damaligen Hausarzt die Einweisung ins Spital erhalten, und am Montagnachmittag war ich schon mit den ersten Untersuchungen beschäftigt.
Am Dienstag wurde mir am Hals ein Lymphknoten, der so gross war wie meine Faust, entfernt. Meine Frau hat darauf bestanden, dass der rauskommt! Ich habe mich an die Anweisung gehalten, und so mit den Ärzten auch gesprochen.
Das hat mir das Leben gerettet! Am Mittwoch war klar, dass ich Hodenkrebs habe, am Donnerstag wurde ich bereits operiert.
Dann fing die Chemo an, und das war der Auslöser meiner Adipositas.
Die Chemo hat meine Lunge geschädigt, so dass ich nur noch ca. 60% Lungenleistung habe. Zudem eine schwere Polyneuropathie an den Füssen ausgelöst.
Durch die ganzen Medikamente wie auch Cortison, habe ich dann zugenommen von 90 Kilo vor dem Krebs, auf 140 Kilo ein paar Jahre später.
Leider konnte ich kein richtiger Sport machen, da ich nicht genügend Luft bekomme.
Aber auch dem Essen war ich nicht abgeneigt, und habe halt mein Leben auch genossen, und auch mit dem Trinken habe ich nicht zurückgehalten.
War halt ein gesunder Dicker.
Doch das ist nur gegen aussen so! Mir hat alles weh getan, was weh tun kann, die Knie, der Rücken die Füsse…
Irgendwann habe ich mir gesagt, so geht’s nicht weiter! Ich habe versucht die Ernährung um zu stellen, doch das hat 10 Kilo gebracht, und wenn ich nicht aufgepasst habe, waren 5 wieder da!
Ich bin dann im 2022 nach Istanbul geflogen, und habe mir da Botox in den Magen spritzen lassen.
Das hat weitere 10 Kilo gebracht. Nun mit 125 Kilo gings mir besser, doch mit Sport war halt nichts. Das Leben ging ja weiter, war auch viel mit den Kumpels unterwegs, und beim Motorradfahren nimmt man ja auch nicht gerade ab.
Als wieder 140kg da waren, hörte ich das erste Mal was von einem Schlauchmagen, und ähnliche Operationen.
Nun, ich habe mich schlau gemacht, und bin auf einen Bericht der Uni Khon Kaen gestossen, die genau dieses Thema behandelte. Ich kam dann zum Schluss, dass ich einen Magenpypass benötige. Meine Frau hat einen Termin gemacht, das war dann März 2023, nach eingehende, Untersuch, auch nochmals in der Herzklinik, und bei mehreren Ärzten, bekam ich dann Ende April das ok, für die OP. Am 1. Juni 2023 wurde ich dann operiert.
Die ersten zwei Wochen waren eine Katastrophe für mich, nicht wegen den Schmerzen, ich hatte fast keine, aber ich konnte nichts Essen, nur flüssig, denn das Essen hat mir schon gefehlt!
Als ich wieder ein wenig Essen konnte, war aber nach einem halben Jogurt schon fertig, ich war satt.
Ja ich konnte wirklich nicht mehr als ca. 15 % meiner ehemaligen Portionen zu mir nehmen, dann war ich satt.
Mit Suppe und Kartoffelbrei mit Fleischsauce gings dann weiter. Nach einem halben Jahr konnte ich wieder alles Essen, was mir Spass machte und worauf ich Lust hatte.
Auch mit Trinken gings wieder besser, nur Bier schmeckt mir heute noch nicht richtig, zwischendurch mal eines beim BBQ, da gehörts einfach dazu, aber sonst, eher nicht, doch Wein und härtere Sachen gehen wunderbar.
Mir wurde auch gesagt, dass ich keine Lust mehr auf Kohlensäure haltige Getränke habe, auch das ist vorbei, ich liebe Sodawasser!
Essen tue ich heute alles, einfach die Menge ist reduziert. Wo ich früher eine Vorspeise mit Hauptspeise und Nachspeise ohne Probleme verdrückt habe, reicht eine Vorspeise und Nachspeise oder nur eine Hauptspeise. Meistens kann ich die Hauptspeise nicht fertig nehmen, da es zu viel ist.
So habe ich in den letzten 30 Monaten, 60 Kilo abgenommen, und bin jetzt auf meinem Wunschgewicht von 80 kg.
Ich muss schauen, dass es nicht weiter runtergeht! Ich darf jetzt zwischendurch ohne schlechtes Gewissen, eine halbe Tafel Schokolade verdrücken, oder ein Eis usw. Was ich liebe, zwischendurch sind auch eine Handvoll Nüsse, früher war das fast eine Todsünde.
Mein Fazit: ich hätte diese OP schon viel früher machen sollen! Meine «alten» Kleider gehen mir wieder! Ich fühle mich wieder als normaler Mensch, habe wieder überall Platz, auch im Flieger!! Die Plastikstühle brechen nicht mehr unter mir zusammen, und schrägen Blicken bin ich auch nicht mehr ausgesetzt!
Heute, wenn ich Jemanden sehe der Dick ist, denke ich vielfach, wenn Du wüsstest, dass es eine Lösung gibt, aber eben, man weiss nie, warum Jemand dick ist, das habe ich aus der ganzen Sache auch gelernt, früher habe ich einfach so leicht gesagt, ja der isst einfach zuviel, aber vielfach ist es ja auch Krankheitsbedingt, und ab einem Gewissen BMI ist es ja auch eine Krankheit mit dem Namen Adipositas! Was ich keinem wünsche!
Noch kurz was zu den Kosten: Botox 750 euro, ohne Flug.
OP in KKC mit allen Nachuntersuchungen usw. 250'000.- Baht.
Alles selber bezahlt
Wenn ich gewartet hätte, und mich als "Versuchskaninchen" für die Studenten zur Verfügung gestellt hätte, mit einer max. Wartezeit von einem Jahr, hätten Sie es für 100'000.- Baht gemacht, aber ich wollte es sofort.
Gruss Cavalier