Kurzinfo zu Tanga:
Eine relativ kleine Stadt, man ist mit dem Sightseeing recht schnell durch. Ein Ausflug zur Totem-Insel war interessant, die Höhlen und das Museum auch. Auf der Insel ist man bis auf den Guide teilweise komplett alleine. Auffällig ist direkt, die Leute sprechen so gut wie kein Englisch. Mal eben dem Motobike-Fahrer sagen wohin man will, schwierig. Selbst das Ziel auf Google Maps zeigen hilft da oft nicht. Es wird dann rumgeiert, woanders hingefahren und am Ende mehr Geld verlangt, weil man ja Umwege gefahren ist. Was wirklich hilft: selbst die Strecke auf Google Maps einprägen und sagen wo er langfahren muss oder eben das Handy in der Hand halten und Navigator spielen.
Dass es mal zu Deutschland gehörte, merkt man. Einerseits sind die Leute stolz auf die deutschen Hinterlassenschaften (Gebäude, Eisenbahn, Baumwolle), andererseits war Kolonisation natürlich keine gute Sache. Ein paar deutsche Eigenheiten wie "runter von der Straße", wenn man mal kurz nicht auf dem Gehweg läuft, haben sie sich auch angeeignet. Ist mir nie in Kenia passiert, in Tanga zweimal, obwohl kein Auto kam! Die typisch deutsche "Freundlichkeit" gehört wohl auch dazu. Einerseits kümmert man sich, wenn man ins Restaurant geht, es keine Speisekarte gibt, stehen schnell 4 Angestellte am Tisch und jeder versucht mit wenigen Worten Englisch oder Zeichensprache zu vermitteln, was es gibt. Will man ein Gericht für 7€ bestellen, wird man gewarnt: Das ist zu teuer und für eine Person viel zu groß! Andererseits sucht man ein Lächeln bei einer Dienstleistung oft vergeblich. Auch die Frage nach einer Toilette wird nur mit einer Himmelsrichtung beantwortet. In Kenia hat man da ja eher eine persönliche Eskorte zur nächsten Toilette.
Beim Transport per Motobike quer durch die Stadt für 5000 TZS (250 KES bzw. 1,70€) fragte ein Einheimischer, ob ich das denn wirklich bereit bin so viel zu zahlen. Der Motobike-Fahrer gab ihm dann ordentlich kontra. Die meisten Motobikes sind viel kleiner als in Kenia! Manche Fahrer sind verwundert, wenn man zu zweit aufsteigen will! Frauen sitzen i.d.R. 90° gredreht da drauf, also beide Beine auf einer Seite. Alle Frauen tragen Kleider, nahezu ausnahmslos!
Frauen, interessiert euch bestimmt: Das typisch kenianische "Hiiiii" ist hier ein "Habariiii" von jungen Frauen. Teils rufen Kinder ihre Mütter, wenn man die Straßen langläuft. Für den Deutschen, der sich ungerne mit einer Frau unterhält und lieber gleich ins Bett geht, bestimmt gut geeignet. Wenn man nicht will, bleibt man bestimmt nicht alleine.
Essen (Restaurant+"Supermarkt") und Transport sind imho etwas günstiger als in Kenia. Supermarkt ist aber relativ, sowas wie Naivas habe ich nicht gefunden. Klamotten am Markt hingegen sind etwas teurer. Bettler gibt es auch zahlreiche. Man kann nein sagen oder 200-500 TZS geben (7-17 Cent), falls man Kleingeld hat. Bei 1000 TZS (50 KES bzw. 33 Cent) hat man schon fast einen Freund fürs Leben. Kleingeld bzw. Wechselgeld ist auch oft ein Thema, aber nicht so schlimm wie in Kenia.
Falls ihr von Tanga per Bus weiter wollt: Einheimische empfehlen Kange Bus Stand. Für 3€ gibt es da für Einheimische den Bus (ca. 150 km). Mzungupreis ist aber 4€ (oder der Koffer kostet 1€ extra). Aber Aufpassen! Selbst wenn Express dran steht, muss nicht Express drin sein. Es handelt sich, verglichen mit Kenia, eher um ein Matatu, sowohl von der Größe als auch von der Fahrweise her. Mit bis zu 30 Leuten vollgestopft. Also Google-Maps-Zeit mal zwei. Sprich 5,5 Stunden für gut 150 km. Wer online ein Ticket sucht, wird nicht fündig. Eben wie bei Matatus in Kenia. Es soll aber auch echte Express-Busse geben.
Uber funktioniert nicht! Little zeigt immer den gleichen Preis an, egal ob 1 km oder 150 km. Bolt scheint zuverlässig zu sein.