Flightradar24 nutzt ein globales Netzwerk aus über 50.000 Empfängern, um Flugbewegungen nahezu in Echtzeit abzubilden. In Konfliktregionen wie dem Nahen Osten unterliegen diese Daten aktuell jedoch massiven Einschränkungen durch elektronische Kriegsführung.
Datenerfassung durch Flightradar24
Die Plattform kombiniert vier Hauptquellen, um ein möglichst lückenloses Bild zu erstellen:
- ADS-B (Hauptquelle:( Flugzeuge senden automatisch ihre GPS-Position, Höhe und Geschwindigkeit. Bodenstationen empfangen diese Signale und leiten sie an die Server weiter.
- Satellitengestütztes ADS-B: Über Anbieter wie Aireon werden Signale auch dort erfasst, wo keine Bodenstationen stehen (z. B. über Ozeanen oder Wüsten). Diese Flugzeuge erscheinen auf der Karte oft blau.
- MLAT (Multilateration:( Bei älteren Transpondern wird die Position durch die Zeitdifferenz der Signalankunft an mehreren Bodenstationen berechnet.
- Radardaten: Direkte Daten von Flugverkehrskontrollen (z. B. der FAA), die jedoch oft mit einer Zeitverzögerung von etwa fünf Minuten angezeigt werden.
Bewertung der aktuellen Datenlage im Nahen Osten (Stand: März 2026)
Die Genauigkeit im Nahen Osten ist derzeit durch den regionalen Konflikt stark beeinträchtigt. Beachten Sie bei der Interpretation folgende Punkte:
- GPS-Jamming & Spoofing: In der gesamten Region (Israel, Iran, VAE, Persischer Golf) kommt es zu massivem GPS-Jamming und Spoofing. Da ADS-B auf GPS-Daten angewiesen ist, zeigen Flugzeuge oft falsche Positionen an, fliegen scheinbar im Zickzack oder tauchen plötzlich an Orten auf, an denen sie sich nicht befinden (z. B. "Teleportation" ins Landesinnere).
- Schwarze Flugpfade: Wenn die Linie eines Flugzeugs auf der Karte schwarz wird, hat Flightradar24 das Live-Signal verloren. Die Position wird dann lediglich basierend auf dem letzten bekannten Kurs geschätzt und entspricht oft nicht der realen Flugroute.
- Leere Lufträume: Große Teile des Luftraums über Iran, Irak, Israel und den angrenzenden Meeren sind für den zivilen Verkehr gesperrt oder werden weiträumig umflogen.
- Militärische Bewegungen: Militärflugzeuge schalten ihre Transponder in Krisengebieten meist ab und sind daher auf Flightradar24 unsichtbar.
Aktuelle Störungen der Navigationssignale können Sie direkt auf der
GPS-Jamming-Karte von Flightradar24 einsehen.