Vietnam Queiser85 auf Abwegen Zwischen Singleleben und Familienurlaub Da Nang 2026

Lieber @Queiser85 ,
vielen Dank für diesen wunderschönen, humorvollen Reisebericht aus Laos. Leider kenne ich dieses nicht und habe auch keine "Sweetie" die mir da helfen könnte.
Obendrein bin ich ca 35 Jahre älter als Du, somit werde ich wohl in meinem geliebten Thailand weiterhin Urlaub machen und keine neuen "versuche" mehr eingehen.
Die Freundschaft zu den Hunden adelt dich als guten Menschen, dein Umgang mit Anderen sowiese. Nochmals vielen Dank ich lese sehr gerne auch weitehin mit
 
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Lieber @Queiser85 ,
vielen Dank für diesen wunderschönen, humorvollen Reisebericht aus Laos. Leider kenne ich dieses nicht und habe auch keine "Sweetie" die mir da helfen könnte.
Obendrein bin ich ca 35 Jahre älter als Du, somit werde ich wohl in meinem geliebten Thailand weiterhin Urlaub machen und keine neuen "versuche" mehr eingehen.
Die Freundschaft zu den Hunden adelt dich als guten Menschen, dein Umgang mit Anderen sowiese. Nochmals vielen Dank ich lese sehr gerne auch weitehin mit
Vielen, vielen Dank für die Worte🙏🏻🙏🏻
Es tut natürlich sehr gut, solch nette Worte zu höre.
 
Gestern war dann also der Tag nach Sweeties Geburtstag. Wir schliefen erst einmal gemütlich bis ungefähr halb neun, vielleicht auch Viertel vor neun, und schafften es tatsächlich noch, gegen halb zehn beim Frühstück aufzutauchen. Obwohl ich am Vortag doch recht ordentlich Bier getrunken hatte, ging es mir erstaunlich gut. Die Kopfschmerzen vom Vorabend waren vollständig verschwunden, lediglich mein Appetit wollte noch nicht so richtig zurückkommen. Trotzdem aß ich eine Kleinigkeit, trank meine obligatorischen zwei Kaffee und anschließend ging es erst einmal zurück aufs Zimmer. Dort duschte ich und legte mich noch einmal für eine gute halbe Stunde aufs Bett.

Sweetie hatte mittlerweile mit ihrer Schwester telefoniert, aber so richtig schlau wurde ich aus der Sache nicht. Wann sie denn nun kommen würde, konnte ich irgendwie nicht herausfinden. Also machte ich das einzig Richtige, was man in Asien in solchen Situationen machen kann: einfach nicht weiter nachfragen. Sie wird schon irgendwann auftauchen. 😁 Gegen halb zwölf erklärte mir Sweetie dann, ihre Schwester würde gleich kommen. Also machten wir uns langsam fertig und gegen zwölf Uhr stand ich unten vor dem Hotel und rauchte gemütlich eine Zigarette, während Sweetie in der Lounge auf einem der Sessel saß. Es wurde Viertel nach zwölf, es wurde halb eins und langsam merkte ich, dass Sweeties Laune immer schlechter wurde. Was mir bis dahin eigentlich nie so richtig bewusst aufgefallen war: Sweetie ist ausgesprochen pünktlich. Wenn wir etwas ausmachen oder ich ihr sage, dass ich zu einer bestimmten Uhrzeit irgendwo sein möchte, funktioniert das normalerweise auch. Jetzt begann sie allerdings, sich ordentlich über ihre Schwester aufzuregen. Die würde grundsätzlich keine Zeiten einhalten, ständig etwas vergessen und selbst bei ihrer Arbeit immer wieder Kunden vertrösten oder Termine verschlampen. Ihre Schwester ist übrigens Schneiderin und fertigt hauptsächlich traditionelle laotische Kleidung, Hochzeitskleider, Kleidung für verschiedene festliche Anlässe und auch Schuluniformen an. Sweetie schimpfte bestimmt zehn Minuten lang über ihre Schwester und war wirklich ziemlich sauer. Ich hielt mich da lieber raus. 😂 Gegen Viertel nach eins tauchten ihre Schwester und ihr Onkel dann endlich auf und wir fuhren zu ihrem Haus.

Dort angekommen, machte Sweetie erst einmal noch die Wäsche und kochte mir anschließend Pad Kra Pao. Mittlerweile war es bestimmt schon drei Uhr nachmittags. Eigentlich hatten wir uns für diesen Tag vorgenommen, unbedingt noch zum Wat Phou zu fahren. Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, aber mittlerweile wurde es doch ziemlich spät. Allein die Fahrt dorthin würde von unserem Standort aus ungefähr eine Stunde dauern. Ich sagte deshalb zu Sweetie, dass wir es vielleicht lieber auf einen anderen Tag verschieben sollten. Aber nein, nein, alles gut, wir fahren jetzt. Na gut, gesagt, getan. 😁

Also ging es zunächst wieder zurück Richtung Pakse, was vom Haus ihrer Schwester ungefähr 20 Minuten dauert. Anschließend fuhren wir über die große Lao-Nippon-Brücke, die den Mekong überspannt und abends wunderschön in den Farben der laotischen Flagge beleuchtet wird. Auf der anderen Seite kamen wir an eine Schrankenanlage, an der wir eine kleine Gebühr bezahlen mussten. Ob es nun 1.400 oder 14.000 Kip waren, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Jedenfalls ging es anschließend weiter Richtung Wat Phou. Die Straße ist über weite Strecken ordentlich asphaltiert, aber zwischendurch gibt es immer wieder Schlaglöcher, bei denen man sich fragt, ob dort nicht gestern noch eine Bombe eingeschlagen ist. Jeder, der hier schon einmal mit dem Auto unterwegs war, kennt diese wunderschönen kleinen Überraschungen. 😂 Die Landschaft war allerdings wirklich schön und ich genoss die Fahrt sehr.

Was ich an dieser Stelle vielleicht noch einmal erwähnen sollte: Die Scheiben unseres Mietwagens sind extrem stark getönt. Ich glaube, noch dunkler und man könnte überhaupt nicht mehr hinausschauen. Leider betrifft das auch die Frontscheibe. Tagsüber ist das schon gewöhnungsbedürftig, aber sobald es dämmert, wird das Fahren damit zum absoluten Horror. Man hat das Gefühl, ohne Licht durch die Dunkelheit zu fahren. Gerade die Schlaglöcher erkennt man teilweise erst im allerletzten Moment. Ich hatte es, glaube ich, schon einmal erwähnt: Bei Dunkelheit kann ich mit dieser Frontscheibe gefühlt gerade einmal anderthalb Meter vor das Auto schauen. Alles, was dahinter liegt, verschwindet praktisch im Nichts.

Irgendwann kamen wir an einer alten Villa im französischen Kolonialstil vorbei und hielten dort kurz an. Sweetie kaufte auf der anderen Straßenseite etwas Popcorn und erklärte mir, dass es sich bei dem Gebäude um einen ehemaligen Landsitz des ehemaligen laotischen Königs handeln würde. Mittlerweile begann es allerdings bereits zu dämmern. Ich sagte zu Sweetie, dass ich mir kaum vorstellen könne, dass die Tempelanlage um diese Uhrzeit noch geöffnet sei. Also fragte sie ein paar Leute vor Ort und tatsächlich stellte sich heraus, dass sich die Weiterfahrt nicht mehr lohnen würde. Der Wat Phou war für diesen Tag nicht mehr zu besichtigen.

Als ich an diesem alten Landhaus wenden wollte, war es draußen eigentlich noch nicht richtig dunkel. Durch die extrem getönten Scheiben fühlte es sich allerdings bereits an, als wäre es stockfinstere Nacht. Ich setzte den linken Blinker, weil ich in eine Seitenstraße einbiegen wollte, um dort zu wenden. Gerade als ich losfahren wollte, schoss plötzlich noch ein Motorrad links an mir vorbei. Natürlich hatte der Fahrer noch kein Licht eingeschaltet, was bei den tatsächlichen Lichtverhältnissen auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Allerdings hielt er es offenbar für eine hervorragende Idee, mich genau auf der Seite zu überholen, auf der ich gerade abbiegen wollte. Ich konnte ihn durch die dunklen Scheiben im Rückspiegel praktisch nicht erkennen und reagierte wirklich erst in letzter Sekunde. Das hätte beinahe ordentlich geknallt. Zum Glück ging alles gut und ich konnte anschließend wenden und die Rückfahrt antreten.

Sweetie war natürlich völlig geknickt und entschuldigte sich gefühlt zehntausendmal bei mir. Sie ärgerte sich wahnsinnig darüber, dass wir wegen der Verspätung ihrer Schwester so spät losgekommen waren und unser Ausflug nun nicht mehr stattfinden konnte. Dabei war für mich überhaupt nichts passiert. Ich hatte die Fahrt durch die schöne Landschaft genossen, wir hatten etwas von der Gegend gesehen und einen schönen Nachmittag miteinander verbracht. Was will man denn mehr? Ich erklärte ihr mehrfach, dass das überhaupt kein Problem sei. Schließlich bleiben uns noch ein paar Tage und wir können jederzeit noch einmal hinfahren. Aber Sweetie war erst einmal in ihrer absoluten Mea-culpa-Stimmung und brauchte eine Weile, bis sie wieder richtig zufrieden war. 😁

Auf der Rückfahrt wurde es dann allerdings richtig dunkel und damit begann der eigentliche Spaß. Mit dieser beschissenen Frontscheibe konnte ich kaum etwas erkennen und entsprechend langsam musste ich fahren. Besonders unangenehm sind natürlich die riesigen Schlaglöcher, die hier teilweise mitten in der Straße auftauchen. Man sieht sie einfach viel zu spät. Irgendwann sagte Sweetie zu mir: „Schau mal, was für ein schönes Hotel!“ Ich drehte den Kopf für vielleicht zwei Sekunden nach rechts und genau in diesem Moment gab es einen Schlag, dass ich dachte, jetzt reißt es uns die komplette Vorderachse aus dem Auto. Ich hatte einen dieser riesigen Krater voll erwischt. Und zwar nicht ein bisschen, sondern wirklich mit voller Wucht. Tagsüber wäre mir das garantiert nicht passiert, aber bei Dunkelheit sieht man mit diesen Scheiben einfach nicht weit genug voraus. Mir blieb erst einmal fast das Herz stehen. Zum Glück fuhr sich das Auto anschließend völlig normal, der Reifen war nicht geplatzt und auch sonst konnte ich keine Beschädigung feststellen. Da hatten wir wirklich noch einmal Glück gehabt. Aber eines kann ich euch sagen: Nachts mit diesem Mietwagen und diesen scheißgetönten Scheiben zu fahren, ist wirklich der allerletzte Mist!

Jedenfalls kamen wir schließlich wieder heil in Pakse an. Unterwegs fiel mir ein, dass wir dringend noch Kondome besorgen mussten. Sweetie wusste allerdings auch nicht so recht, wo man die hier am besten bekommt. Solche Minimärkte wie Big C, die man aus Thailand kennt, habe ich in Pakse bisher noch nicht entdeckt. Einen einzigen 7-Eleven habe ich gesehen, was für Laos wohl noch recht neu ist. Allerdings fand ich den Laden ausgesprochen teuer. Also beschlossen wir, zu dem großen Geschäft zu fahren, in dem wir zwei Tage zuvor den Kühlschrank für ihre Schwester gekauft hatten. Dort gibt es praktisch alles unter einem Dach. Zuerst kommt die Elektroabteilung, dann ein Baumarkt und anschließend ein Supermarkt. Sweetie fragte mich allerdings, ob ich nicht alleine hineingehen könnte. Dort würden nämlich ebenfalls Bekannte von ihr arbeiten und es wäre ihr furchtbar peinlich, wenn sie beim Kondomkauf gesehen würde. 😂 Kein Problem, also marschierte ich alleine hinein, schnappte mir noch eine Packung Wasabi-Nüsse und zwei Packungen Kondome und ging wieder zurück zum Auto.

Anschließend fuhren wir ins Hotel, wo wir erst einmal beide duschten. Und da wir nun bestens ausgerüstet waren, stand einer ausgiebigen Runde Matratzensport natürlich nichts mehr im Wege. 😁 Sweetie hatte sich vorher noch Som Tam gekauft. Ich hatte darauf verzichtet, weil ich eigentlich noch satt war. Nach unserer sportlichen Betätigung stellte ich allerdings fest, dass sich mein Hunger überraschend schnell zurückgemeldet hatte. Und auch Sweetie meinte plötzlich, dass sie durchaus noch etwas essen könnte. Bei ihr ist das manchmal wirklich verrückt. An manchen Tagen futtert sie wie ein Scheunendrescher und an anderen Tagen isst sie gefühlt überhaupt nichts.

Also zogen wir uns noch einmal an, stiegen ins Auto und fuhren einfach ein bisschen durch Pakse. Ohne bestimmtes Ziel, einfach schauen, wo es uns gefällt. Irgendwann entdeckten wir ein Restaurant, das uns beiden auf Anhieb zusagte, und hielten spontan an. Ich bestellte mir vietnamesische Frühlingsrollen mit Hähnchen und dazu noch frittierte Chicken Wings. Sweetie entschied sich für eine Art Thai-Curry, ebenfalls mit Hähnchen und reichlich Gemüse. Dazu gab es für mich zwei Pepsi und für Sweetie ein Wasser. Das Essen war wirklich lecker und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Anschließend ging es zurück ins Hotel. Eigentlich hatte ich ja durchaus noch eine zweite Runde Matratzensport im Hinterkopf. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nach dem ganzen Essen dermaßen müde war, dass daraus nichts mehr wurde. Kaum lag ich im Bett, war ich auch schon eingeschlafen. So viel zum Thema große Pläne. 😂

Heute soll es übrigens nach Paksong auf dem Bolaven-Plateau gehen. Die Gegend ist vor allem für ihre Kaffeeplantagen und den dort angebauten Kaffee bekannt. Und darauf freue ich mich tatsächlich ganz besonders. Ich liebe guten Kaffee und bin wirklich gespannt, was es dort alles zu entdecken und natürlich auch zu probieren gibt. Außerdem soll die Landschaft auf dem Bolaven-Plateau wunderschön sein. Aber dazu dann mehr im nächsten Bericht. 😁

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Hallo mein Freund,

Erwarte nicht zu viel auf dem Bolaveen Pleatou. Ich denke mal, wenn man nicht weiss genau wo die richtig guten Kaffee Plantagen sind, erwischt man diejenigen, die nur für Touristen da sind. Und dann ist der Kaffee plötzlich extrem teuer.
Damals, vor gut 2 Jahren, war ich da an einer direkt an der Straße, und da hätte ich weit mehr als 25€ für ein Kilo Kaffee bezahlen sollen.
Den günstigsten und auch guten Kaffee haben wir dann in einer Markthalle in Paksong an einem Kaffee Stand bekommen.
Und irgendwo in einem Restaurant gab es auch diesen Katzenkaffee zu kaufen zu einem Preis der einen Versuch wert ist.
Da ich aber inzwischen weiß, wie dieser Kaffee dort produziert wird, werde ich ihn sicher nicht mehr kaufen.

Es gibt aber dort in der Nähe eine recht nette Buddhistische Tempelanlage die auch sehenswert ist.
Fahrt dort ruhig mal vorbei und bringt den Mönchen ein wenig zu Essen mit.
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Und in der Umgebung gibt es auch einige Kaffee Plantagen. Ob die allerdings bereits fertig gerösteten Kaffee verkaufen, weiß ich auch nicht.
Ansonsten nimm 5 Kilo Rohen Kaffee mit nach D und lasse ihn dort in einer Rösterei rösten.
 
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Gestern stand also unser Ausflug nach Paksong auf dem Bolaven-Plateau an. Darauf hatte ich mich schon richtig gefreut, insbesondere natürlich auf die Kaffeeplantagen. Wir wurden gegen halb acht wach, standen gegen acht Uhr auf und machten uns erst einmal in Ruhe fertig. Nach dem Duschen ging es gegen Viertel vor neun zum Frühstück. Eigentlich waren wir um zehn Uhr mit Sweeties Schwester und ihrem Mann bei ihnen zu Hause verabredet, um gemeinsam nach Paksong aufzubrechen. Gegen Viertel nach neun meinte Sweetie dann, dass wir langsam losmüssten, schließlich würden wir ungefähr 20 Minuten bis zu ihrer Schwester brauchen. Ich sagte ihr, dass ich natürlich auch gerne pünktlich sein möchte, fügte aber grinsend hinzu: „Vor elf Uhr ist deine Schwester doch sowieso nicht fertig.“ Sweetie lachte und meinte nur: „Wahrscheinlich eher zwölf!“ 😂


Also machten wir uns auf den Weg und waren tatsächlich schon gegen Viertel vor zehn bei ihrer Schwester. Und was soll ich sagen? Natürlich war noch niemand fertig. Ihr Mann war gerade mit dem Roller unterwegs, um noch irgendetwas zu besorgen. Ich setzte mich erst einmal gemütlich hin, trank ein Wasser und Sweetie kümmerte sich noch um irgendwelche Wäsche. Irgendwann stellte sie fest, dass ich keine Zigaretten mehr hatte, und erklärte, dass sie mir welche mitbringen würde. Sie müsse ohnehin noch ihre Mutter abholen, die ungefähr fünf Minuten mit dem Roller entfernt wohnt. Gegen Viertel vor elf schaute ich Sweetie nur grinsend an und schüttelte leicht den Kopf. Sie wusste sofort, was ich meinte. 😁 Mittlerweile war sie selbst wieder ziemlich genervt von der Unpünktlichkeit ihrer Schwester. Sie beschwerte sich bei ihrer Mutter und meinte, dass sie schon fast keine Lust mehr auf den Ausflug hätte. Sie sei wirklich gespannt, wann ihre Schwester endlich fertig werden würde. Gegen Viertel nach elf war es dann tatsächlich so weit. Alle saßen im Auto und wir konnten endlich losfahren.


Als ich mich ans Steuer setzte, meinte Sweetie allerdings, dass ich doch lieber den Onkel fahren lassen solle. Ich sagte ihr, dass ich eigentlich lieber selbst fahren würde. Ihr müsst wissen, ich fahre hier wirklich unglaublich gerne Auto. Natürlich muss man ständig aufpassen, weil hier gefühlt jeder seine eigenen Verkehrsregeln aufstellt. Trotzdem empfinde ich das Autofahren in Laos als ausgesprochen entspannt. Man fährt einfach mit dem Verkehr mit, regt sich nicht über jede Kleinigkeit auf und irgendwie funktioniert es. Als wir dann unterwegs waren, fing allerdings die ganze Familie an, auf mich einzureden. Alle wollten unbedingt, dass der Onkel fährt. Irgendwann gab ich schließlich nach, fuhr rechts ran und überließ ihm das Steuer.


Sweetie erklärte mir anschließend wieder, dass wir hier schließlich nicht in Deutschland seien und dass es bei einem Unfall erhebliche Probleme geben könnte. Natürlich hat sie damit grundsätzlich recht. Was sie allerdings immer wieder vergisst, ist, dass ich schon seit vielen Jahren regelmäßig nach Laos komme, hier selbst jahrelang ein Auto hatte und mittlerweile etliche Kilometer auf laotischen Straßen zurückgelegt habe. Ich bin also nicht gerade gestern zum ersten Mal in Asien angekommen. Das versuchte ich ihr auch noch einmal zu erklären, aber irgendwie bekommt sie solche Aussagen immer in den falschen Hals. Sie denkt dann sofort, ich würde nicht respektieren, dass sie sich Sorgen um mich macht und sich um mich kümmern möchte. Also schluckte ich meinen Frust herunter und sagte, dass alles in Ordnung sei. Innerlich kochte ich allerdings ein bisschen. Aber so ist das eben manchmal in Asien. Lieber einmal nachgeben, als dass anschließend drei Tage der Haussegen schief hängt. 😂 Zumal ich ja weiß, dass es von ihr und ihrer Familie wirklich nur gut gemeint war.


Also fuhr der Onkel weiter. Zunächst ging es durch Pakse und anschließend praktisch immer geradeaus Richtung Paksong. Die Straße ist wirklich traumhaft ausgebaut und lässt sich hervorragend fahren. Unterwegs passierten wir zwei Schrankenanlagen, an denen normalerweise eine kleine Gebühr fällig wird. Wie viel genau, kann ich euch leider nicht mehr sagen. Ich meine, es waren jeweils ungefähr 10.000 bis 16.000 Kip. Als wir an der zweiten Schranke ankamen, wurde der Onkel plötzlich langsamer und steuerte nicht auf die normale Durchfahrt zu, sondern auf das Häuschen, an dem üblicherweise die Lkw abgefertigt werden. Ich wunderte mich zunächst etwas, aber gut, er wird schon wissen, was er macht. Er sprach kurz mit dem Mann an der Schranke, diese ging auf und wir fuhren einfach durch, ohne etwas zu bezahlen. Sweetie grinste und erklärte mir: „Siehst du, das ist ein Freund vom Onkel. Wir müssen nichts bezahlen.“ 😁


So langsam verstehe ich auch, woher die ganzen Beziehungen dieser Familie kommen. Es liegt nämlich keineswegs nur an Sweetie. Auch der Onkel scheint hier halb Pakse zu kennen. Er ist ursprünglich Thailänder, besitzt mittlerweile aber auch einen laotischen Pass. Früher war er professioneller Boulespieler und hat bei zahlreichen asiatischen Meisterschaften gespielt und wohl auch etliche gewonnen, unter anderem in Korea, Thailand und Laos. Durch den Sport ist er viel herumgekommen und hat entsprechend viele Kontakte geknüpft. Wenn er nicht gerade in Thailand als Farmer arbeitet, verbringt er seine Zeit hier in Pakse häufig im Sportzentrum beim Boulespielen. Und Boule scheint hier tatsächlich ein Sport zu sein, bei dem sich auch viele wohlhabendere Leute treffen. Mittlerweile weiß ich beispielsweise auch, warum wir in unserem Hotel so hervorragend behandelt werden. Der Hotelmanager ist ebenfalls ein Boulefreund des Onkels. 😂


Offenbar lässt sich mit dem Sport hier sogar ganz ordentlich Geld verdienen. Viele spielen nämlich nicht nur zum Spaß, sondern auch um Geld. Und da der Onkel ein verdammt guter Spieler ist, gewinnt er wohl entsprechend häufig. Jedenfalls scheint er sich damit für laotische Verhältnisse ein ganz nettes Zubrot verdienen zu können. Langsam bekomme ich jedenfalls den Eindruck, dass diese Familie überall irgendwelche Verbindungen hat. Egal, wo wir hinkommen, irgendjemand kennt irgendjemanden. Und meistens kennt der Onkel gleich noch drei weitere Leute dazu. 😁


Aber zurück zu unserem Ausflug. Wir fuhren weiter Richtung Paksong und irgendwann konnte man schon von Weitem erkennen, dass die Polizei eine Kontrolle eingerichtet hatte. Die Straße verläuft dort wirklich schnurgerade, sodass man die Beamten bereits aus größerer Entfernung sehen konnte. Und natürlich wurden ausgerechnet wir herausgewinkt. Ich dachte mir zunächst nichts dabei. Schließlich hatte ich meinen deutschen Führerschein, meinen internationalen Führerschein und sämtliche Unterlagen des Mietwagens dabei. Da der Onkel fuhr, war das ohnehin seine Angelegenheit.


Man muss allerdings wissen, dass die Sache mit der Polizei in Laos nach meinen Erfahrungen manchmal etwas anders läuft als beispielsweise in Thailand. Hier wird bei solchen Kontrollen gerne einmal Geld verlangt, einfach damit man anschließend seine Ruhe hat. Sweetie und ihre Schwester stiegen aus und gingen zu dem offenbar ranghöchsten Beamten. Es wurde freundlich begrüßt, Hände wurden gehalten und darübergestrichen, wie man das hier eben manchmal macht. Ich stieg ebenfalls aus und rauchte erst einmal eine Zigarette. Ob die Polizisten das nun sehen wollten oder nicht, war mir in diesem Moment ziemlich egal. Einer hatte mich ohnehin bereits gesehen. Die Beamten waren ausgesprochen freundlich und schienen sich regelrecht darüber zu freuen, einen Farang zu sehen. Offenbar kommt das dort auch nicht jeden Tag vor. Wir unterhielten uns ein wenig mit Händen und Füßen und nach vielleicht drei oder vier Minuten kamen Sweetie und ihre Schwester zurück. Alle stiegen wieder ein und weiter ging die Fahrt.


Ich fragte Sweetie, was sie denn nun bezahlt hätte. „100.000 Kip“, antwortete sie. Ich fragte natürlich, wofür eigentlich. Sie lachte nur und meinte: „Du weißt doch, wie die Beamten hier sind.“ Na gut, umgerechnet ungefähr vier Euro. Wenn man dafür seine Ruhe hat und weiterfahren kann, soll es mir recht sein. Wobei ich persönlich in solchen Situationen durchaus etwas anders ticke. Ich bin hier früher auch schon kontrolliert worden und wenn ich tatsächlich etwas falsch gemacht hatte, habe ich eben bezahlt. Aber wenn alles in Ordnung war, habe ich mich auch schon einmal 20 Minuten mit den Beamten auseinandergesetzt und am Ende keinen einzigen Kip bezahlt. Denn auch in Laos gibt es Gesetze. Und wenn ein Farang nicht sofort klein beigibt und dazu noch ein paar Brocken Lao oder Thai spricht, merken die Beamten irgendwann, dass die Sache vielleicht doch nicht ganz so einfach wird. Trotzdem würde ich jedem empfehlen, sich gut zu überlegen, ob er wegen vier Euro wirklich eine längere Auseinandersetzung riskieren möchte. Im schlimmsten Fall verbringt man anschließend noch Stunden auf irgendeiner Polizeiwache.


Ich erinnere mich da an eine Geschichte aus meiner Zeit in Thalat. Damals wohnte ich mit meiner Ex-Frau in einem Haus. Unsere Ehe war auch in Laos offiziell registriert und ich hatte sogar die entsprechenden behördlichen Bestätigungen und Stempel, sodass ich dort ganz legal wohnen und übernachten durfte. Trotzdem wollte die Polizei irgendwann Geld von mir haben. Daraus entwickelte sich eine längere Diskussion, die sich schließlich zu einer richtigen Odyssee auswuchs. Das Problem bei solchen Geschichten ist häufig, dass die Frauen die Angelegenheit lieber auf ihre Weise regeln möchten. Möglichst keinen Ärger machen, lieber etwas bezahlen und fertig. Ich konnte meine damalige Frau irgendwann davon überzeugen, den Beamten einfach einmal genau das zu übersetzen, was ich sagte.


Und das war sinngemäß Folgendes: „Ihr könnt jetzt versuchen, mit aller Gewalt Geld aus mir herauszubekommen. Oder ihr setzt euch einfach in Ruhe hin, wir essen etwas zusammen, trinken ein Bier und werden Freunde.“


Die Beamten entschieden sich tatsächlich für die zweite Variante. 😁 Und was soll ich sagen? Von diesem Tag an hatte ich in Thalat und Umgebung nie wieder Probleme mit der Polizei. Ganz im Gegenteil. Wenn ich dort war, gehörte ein Besuch auf der Polizeistation irgendwann fast schon zum festen Programm. Ich brachte meistens einen Kasten Bier mit, manchmal auch eine Flasche Bacardi oder eine Kiste Klopfer. Dann wurde zusammengesessen, gegessen, getrunken und gelacht. Das war teilweise wirklich ausgesprochen lustig. So können sich die Dinge eben entwickeln.


Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Nach der Polizeikontrolle fuhren wir weiter und erreichten schließlich unser erstes Ziel, den Tad Gneuang, auch Tad Yuang genannt. Dass Ausländer bei solchen Sehenswürdigkeiten häufig mehr Eintritt bezahlen als Einheimische, kenne ich natürlich schon lange aus Thailand. Hier kostete der Eintritt für Einheimische 20.000 Kip, während Ausländer 65.000 Kip bezahlen mussten. Die Familie schien darüber allerdings ziemlich überrascht zu sein. Ich persönlich finde diese Regelung überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Ich finde es sogar gut, wenn man den Einheimischen ermöglicht, solche Sehenswürdigkeiten für wenig Geld zu besuchen, und dafür von uns Ausländern etwas mehr verlangt. Schließlich können wir uns das in aller Regel auch leisten.


Die Familie war zunächst ziemlich erstaunt über den Preisunterschied, fing dann aber irgendwann an zu lachen und machte sich einen Spaß daraus, zu überlegen, wie man mich beim nächsten Besuch so zurechtmachen könnte, dass ich wie ein Laote aussehe. 😂 Ich glaube allerdings, dass das ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen werden dürfte.


Wir parkten das Auto und liefen die ersten paar Meter. Natürlich musste jetzt erst einmal die halbe Familie auf die Toilette. Also wartete ich ein wenig, schaute mir die kleinen Geschäfte an und als schließlich alle wieder beisammen waren, ging es zum Wasserfall.


Und ich muss sagen: Wow! Was für ein wunderschöner Ort. Die ganze Umgebung wirkt unglaublich ursprünglich und stellenweise fast so, als wäre die Natur dort noch völlig unberührt. Allerdings haben es die Treppen wirklich in sich. Ich glaube, in Asien hat irgendwann einmal jemand beschlossen, dass Treppenstufen grundsätzlich jede beliebige Höhe haben dürfen. 😂 Manche Stufen waren gefühlt zwei- bis dreimal so hoch wie bei uns in Deutschland, andere wiederum so niedrig, dass man kaum vernünftig darauf laufen konnte. Dazu wirkten die Treppen teilweise auch schon ziemlich alt.


Besonders lustig war natürlich die Kleiderwahl unserer Reisegruppe. Sweetie war ganz normal mit kurzer Jeanshose, T-Shirt und ihren Allstars unterwegs. Ihre Mutter und ihre Schwester dagegen trugen traditionelle Kleidung und dazu Stöckelschuhe. Ich kann euch sagen, die hatten ihren Spaß auf diesen Treppen. 😂 Die Mutter entschied sich relativ schnell dafür, lieber oben zu bleiben. Sweeties Schwester kämpfte sich dagegen tapfer weiter nach unten, wobei ihr Mann sie immer wieder stützen musste.


Wir gingen zunächst bis zu einem ersten kleinen Häuschen, machten ein paar Fotos und liefen anschließend weiter zu einem zweiten Aussichtspunkt. Dort konnte man die Gischt des Wasserfalls bereits richtig deutlich spüren. Das war bei den Temperaturen unglaublich angenehm. Die feinen Wassertröpfchen umhüllten einen regelrecht und die ganze Atmosphäre war einfach wunderschön. Man hätte noch weiter bis ganz nach unten gehen können, aber dort wäre man vermutlich ziemlich nass geworden. Da ich weder Badesachen noch Wechselkleidung dabeihatte, wollte ich nicht den restlichen Tag mit halb nassen Klamotten verbringen. Also beließen wir es dabei und machten uns langsam wieder auf den Rückweg. Oben gab es noch ein paar gegrillte Bananen und anschließend ging es weiter.


Unser nächstes Ziel war eine Kaffeeplantage. Auf dem Weg dorthin zeigte mir Sweetie noch ihr ehemaliges Haus. Wer meine früheren Reiseberichte gelesen hat, kennt ja auch ein wenig ihre Geschichte. Sie war selbst ziemlich erstaunt darüber, wie heruntergekommen das Gebäude mittlerweile aussah. Auch ihr früherer Laden existierte nicht mehr. Man merkte ihr schon an, dass sie das etwas traurig machte. Es ist eben doch etwas anderes, einen Ort wiederzusehen, an dem man einmal gelebt und gearbeitet hat, und festzustellen, wie sehr sich alles verändert hat.


Anschließend erreichten wir die Kaffeeplantage. Sweetie erklärte mir, dass dieser Betrieb hier in der Gegend bei den Einheimischen einen besonders guten Ruf genieße und für viele praktisch die Nummer eins sei. Und ich muss sagen, die Anlage war wirklich schön gemacht. Natürlich war Sweetie sofort wieder damit beschäftigt, Kaffee für mich einzukaufen, den ich mit nach Deutschland nehmen sollte. Ich sagte ihr, dass insgesamt ein Kilo völlig ausreichen würde und sie vielleicht zwei verschiedene Sorten nehmen könnte. Schließlich muss ich das Zeug ja auch noch nach Hause schleppen. 😁


Dann fragte sie mich noch, ob ich etwas von der dort angebotenen Seife haben möchte. Sie weiß, dass ich beim Duschen gelegentlich noch ganz klassisch ein Stück Seife benutze. Ich sagte allerdings nein, da ich zu Hause noch jede Menge davon habe und wir uns das Geld sparen könnten. Also bestellte sie für die Familie verschiedene kalte Kaffeegetränke und für mich einen schönen heißen Kaffee und einen Cookie.


Nachdem sie bezahlt hatte, unterhielt sie sich noch eine Weile mit den Angestellten. Plötzlich griff eine der Mitarbeiterinnen neben sich und legte noch zwei Stück Seife in unsere Tasche. Sweetie grinste mich an und erklärte: „Die haben nichts gekostet.“ 😂 Diese Frau ist manchmal wirklich unglaublich. Ich sage ihr, dass wir keine Seife brauchen, weil wir uns das Geld sparen können, und fünf Minuten später hat sie trotzdem zwei Stück organisiert, ohne dafür zu bezahlen. Irgendwie bekommt sie am Ende doch immer, was sie möchte.


Wir suchten uns anschließend einen schönen Platz mit Blick auf die Kaffeeplantage. Ich setzte mich gemütlich hin, genoss die Aussicht, aß meinen Cookie und trank in aller Ruhe meinen Kaffee.


Und was soll ich sagen? Der Kaffee war hervorragend! Mit Sicherheit einer der besten Kaffees, die ich jemals getrunken habe. Überhaupt nicht bitter, wunderbar aromatisch und einfach richtig lecker. Für meinen persönlichen Geschmack hätte er vielleicht noch einen kleinen Tick kräftiger sein dürfen, aber das ist wirklich Jammern auf sehr hohem Niveau.


Was ich allerdings bis heute nicht verstehe: Laos ist weltweit für seinen hervorragenden Kaffee bekannt. Gerade das Bolaven-Plateau genießt einen ausgezeichneten Ruf. Trotzdem bekommt man hier in vielen Hotels einen Kaffee serviert, bei dem man sich fragt, was das eigentlich sein soll. Auch der Kaffee in unserem Hotel ist wirklich unterirdisch. Da stehen irgendwelche Vollautomaten herum, aus denen eine Brühe kommt, die mit gutem Kaffee herzlich wenig zu tun hat. Und praktisch vor der Haustür wachsen einige der besten Kaffeebohnen der Welt. Das muss man wirklich nicht verstehen.


Preislich fand ich den Kaffee übrigens absolut in Ordnung. Für ein halbes Kilo bezahlte Sweetie umgerechnet ungefähr 6,70 Euro. Wenn die Qualität zu Hause genauso gut ist wie bei dem Kaffee, den ich dort getrunken habe, dann war das wirklich ein hervorragender Kauf.


Nachdem alle ausgetrunken hatten, gingen wir noch eine Treppe hinauf zu einer Art Aussichtsplattform, von der man einen schönen Blick über die Plantage hatte. Natürlich wurden auch dort wieder einige Fotos gemacht. Anschließend ging es zurück zum Auto.


Eigentlich dachte ich jetzt, dass wir langsam wieder Richtung Pakse fahren würden. Aber weit gefehlt. Sweetie hatte noch einen weiteren Wasserfall auf dem Programm, den sie mir unbedingt zeigen wollte. Also ging es weiter zum Tad Fane.


Schon bei der Ankunft merkte man, dass die Anlage etwas anders aufgebaut war als beim ersten Wasserfall. Hier wirkte alles moderner und touristisch etwas stärker erschlossen. Der Weg zur Aussichtsplattform war sehr schön angelegt und als wir schließlich dort ankamen, blieb mir erst einmal die Spucke weg.


Was für ein Anblick! Die beiden Wasserfälle, die gewaltige Schlucht, die üppige Vegetation und diese unglaubliche Aussicht. Einfach der absolute Hammer! Die Aussichtsplattform war hervorragend angelegt und bot einen fantastischen Blick auf die gesamte Umgebung. Das war wirklich einer dieser Orte, an denen man am liebsten einfach stehen bleibt und eine ganze Weile nur die Landschaft betrachtet.


Hier konnte man übrigens auch Ziplining machen, also an einem Seil über die Schlucht sausen. Das schien ausgesprochen beliebt zu sein, denn es waren jede Menge Leute dort, die sich dieses Vergnügen gönnten. Wir schauten dem Treiben eine Weile zu und ich muss sagen, allein das Zuschauen war schon interessant.


An diesem Wasserfall begegnete mir übrigens tatsächlich der erste Europäer des Tages. Es war allerdings auch der einzige. Ansonsten waren überwiegend Thailänder unterwegs. Das wundert mich allerdings nicht sonderlich, schließlich ist es von Ubon Ratchathani aus nicht besonders weit und die Gegend bietet sich hervorragend für einen Tagesausflug oder ein verlängertes Wochenende an. Überall sah man Fahrzeuge mit thailändischen Kennzeichen und auch zahlreiche Reisebusse. Selbst bei uns am Hotel stehen ständig thailändische Autos auf dem Parkplatz.


Wir genossen noch eine Weile die Aussicht, machten natürlich jede Menge Fotos und irgendwann beschlossen wir, wieder zum Auto zurückzugehen. Mittlerweile war mein persönliches Pensum an Sehenswürdigkeiten für diesen Tag allerdings langsam erreicht. Es war wunderschön gewesen, keine Frage, aber ich hätte jetzt ehrlich gesagt auch nichts dagegen gehabt, einfach zurück ins Hotel zu fahren, zu duschen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.


Doch da hatte ich die Rechnung ohne die Familie gemacht. 😂


Sie wollten nämlich unbedingt noch traditionell laotisch mit mir am Mekong essen gehen. Na gut, wenn schon, denn schon. Also ging es zunächst wieder zurück nach Pakse, einmal komplett durch die Stadt, über die Lao-Nippon-Brücke und anschließend wieder in Richtung Champasak beziehungsweise Wat Phou.


Die Fahrt zog sich für mein Empfinden ewig. Was natürlich auch daran lag, dass ich immer noch nicht selbst fahren durfte. Ich hasse es einfach, Beifahrer zu sein. Wenn ich selbst am Steuer sitze, vergeht eine Stunde gefühlt wie zehn Minuten. Sitze ich dagegen daneben, fühlen sich zehn Minuten an wie eine ganze Stunde. Aber gut, Widerstand war zwecklos. Also saß ich brav auf meinem Platz und ließ mich durch die Gegend kutschieren. 😁


Irgendwann erreichten wir schließlich das Restaurant direkt am Mekong. Ich würde es jetzt einfach einmal als eine Art schwimmendes Restaurant bezeichnen. Es war sehr traditionell, ursprünglich und wirklich schön gelegen. Der Mekong zeigte sich dort von einer besonders schönen Seite und die gesamte Atmosphäre gefiel mir ausgesprochen gut.


Kaum saßen wir, wurde natürlich wieder Essen bestellt, als müssten wir eine ganze Fußballmannschaft versorgen. Ein Gericht nach dem anderen kam auf den Tisch. Diesmal gab es ausschließlich Fisch, allerdings in verschiedenen Zubereitungsarten. Und ich muss sagen, das Essen war wirklich hervorragend.


Sweetie erklärte mir, dass dieses Restaurant unter den Einheimischen einen ausgesprochen guten Ruf genieße. Es sei gerade abends sehr beliebt und werde von vielen als eines der besten Fischrestaurants der Gegend angesehen. Ich möchte jetzt nicht gleich vom Sternerestaurant der Laoten sprechen, aber offenbar hat das Lokal hier tatsächlich einen ziemlich hohen Stellenwert.


Was wir genau bezahlt haben, weiß ich leider nicht mehr. Ich meine, allein das Essen lag bei ungefähr 555.000 Kip, Getränke kamen noch dazu. Umgerechnet ist das für uns natürlich nicht besonders viel Geld. Für laotische Verhältnisse ist es allerdings schon ein ziemlich stolzer Preis. Dafür war das Essen wirklich gut und die Lage direkt am Mekong wunderschön.


Nach dem Essen hoffte ich dann erneut, dass wir jetzt vielleicht endlich zurück zum Hotel fahren würden. Ich hatte mittlerweile wirklich Lust auf eine Dusche und ein bisschen Ruhe.


Aber natürlich kam es anders. 😂


Als nächstes stand nämlich noch der Wat Phou Salao auf dem Programm. Das ist der Tempel auf dem Berg oberhalb von Pakse mit dem großen Buddha, der weithin über die Stadt blickt, und den vielen kleineren Buddhafiguren.


Und ich muss sagen, auch dieser Abstecher hat sich wirklich gelohnt. Die gesamte Anlage war wunderschön und die Aussicht über Pakse und den Mekong einfach traumhaft. Ich machte wieder jede Menge Fotos und genoss die Atmosphäre. Irgendwann wurde noch eine Glocke geläutet und anschließend ging es langsam zurück zum Parkplatz.


Dort stand noch jemand, der Lotteriescheine verkaufte. Natürlich konnte die Familie daran nicht einfach vorbeigehen. Also suchte sich jeder noch zwei Zahlen aus und es wurden ein paar Lose gekauft. 😁


Kleiner Spoiler: Gewonnen hat natürlich niemand.


Am Abend konnte man die Ziehung im Internet verfolgen und feststellen, dass wir alle weiterhin auf unser großes Glück warten müssen.


Anschließend ging es zurück zum Haus von Sweeties Schwester. Und kaum waren wir dort angekommen, wurde natürlich sofort wieder angefangen zu kochen. Ich sagte Sweetie, dass ich unmöglich jetzt schon wieder etwas essen könne. Sie meinte ebenfalls, dass sie überhaupt keinen Hunger habe. Kurz darauf kamen noch zwei Bekannte vorbei, die ich mittlerweile ebenfalls schon recht gut kenne, und natürlich wurde wieder gemeinsam gegessen.


Sweetie und ich hielten uns diesmal allerdings zurück. Irgendwann verabschiedeten wir uns von allen und machten uns endlich auf den Rückweg nach Pakse.


Unterwegs fragte Sweetie mich dann, ob ich denn unbedingt schon zurück ins Hotel wolle oder ob ich vielleicht noch eine Idee hätte, wo wir uns gemütlich hinsetzen könnten. Sie würde gerne noch ein bisschen herunterkommen und den Tag in Ruhe ausklingen lassen.


Das fand ich eigentlich eine hervorragende Idee. Ein gemütliches Bierchen zum Abschluss konnte schließlich nicht schaden. 😁


Mir fiel ein, dass ich irgendwo in Pakse eine Rooftop-Bar gesehen hatte. Also suchte ich sie schnell bei Google Maps heraus und zeigte Sweetie den Standort. Sie wusste sofort, welche Bar ich meinte, und erklärte, dass diese bei den Einheimischen ziemlich beliebt sei. Viele ihrer Freunde würden regelmäßig dorthin gehen. Sie selbst sei allerdings noch nie oben gewesen, weil sie wie üblich lieber kein unnötiges Geld ausgeben wollte.


Also fuhren wir dorthin.


Oben angekommen, suchten wir uns einen schönen Platz und machten es uns gemütlich. Ich bestellte mir ein Bier, Sweetie ein Wasser und einen Nachtisch. Eigentlich wollte ich überhaupt nichts mehr essen, schließlich hatte ich an diesem Tag wirklich genug davon gehabt.


Dann sah ich allerdings, wie ein Kellner einen Burger an einen anderen Tisch brachte.


Und plötzlich hatte ich tierisch Lust auf einen Burger. 😂


Also bestellte ich mir kurzerhand noch einen Cheeseburger. Und ich muss sagen, der war wirklich gut. Für asiatische Verhältnisse sogar ausgesprochen gut. Natürlich nicht ganz das, was ich persönlich unter einem richtig guten Burger verstehe, aber durchaus lecker und absolut in Ordnung.


Wir saßen noch eine ganze Weile gemütlich zusammen, genossen die Atmosphäre und ließen den Tag Revue passieren. Gegen elf Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zurück zum Hotel.


Dort ging es erst einmal unter die Dusche und anschließend stand natürlich noch ein bisschen Matratzensport auf dem Programm. Wobei „ein bisschen“ vielleicht etwas untertrieben ist. Ich glaube, es war irgendwann zwischen halb zwei und zwei Uhr morgens, als wir schließlich damit fertig waren. 😂


Alles in allem war das also ein ausgesprochen langer, aber auch wunderschöner Tag. Wir haben unglaublich viel gesehen, hervorragend gegessen, einen der besten Kaffees meines Lebens getrunken und viele schöne Stunden mit Sweeties Familie verbracht. Und der Tagesabschluss war natürlich auch nicht gerade schlecht. 😁


Ich lasse jetzt einfach einmal die Bilder sprechen. Vermutlich muss ich mehrere Beiträge daraus machen, da ich pro Beitrag maximal 20 Bilder hochladen kann.

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