Sicherheit ist ja gut und schön. Aber wenn ich mich bei meiner Bank abmelden muss oder denen mitteilen muss was ich vorhabe geht das wohl eindeutig zu weit.
Du musst es nicht, du kannst. Es sind halt bei jeder Karte gewisse Sicherheitssysteme im Hintergrund aktiv, da hat die ausgebende Bank selbst gar keinen Einfluss drauf. Bei manchen Karten kannst du die Länder selbst festlegen, wie z.B. bei der M&M-CC, bei manchen kannst du es nicht, wie z.B. DKB-Visa. Das ist deshalb lustig, weil beide Karten von der DKB ausgegeben werden.
Einen Tipp kann ich geben: Bei Barabhebungen am ATM niemals am selben ATM kurz hintereinander mehrmals ziehen. Wenn man mehr als eine Ladung braucht, nach jeder Ziehung den ATM wechseln, dann springt die Fraud-Protection nicht so leicht an. Ansonsten ist es aber kaum beeinflussbar. Manche Systeme sind sehr fein eingestellt, andere gröber; das ist wie bei Spam-Filtern.
Es ist halt ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite wollen wir, dass das System Missbrauch erkennt und die Karte bei einem offline-Umsatz um 9 Uhr in Hamburg und einem offline-Umsatz um 11:00 in Los Angeles sperrt, aber bei einem Umsatz um 9 Uhr in Doha und 20 Uhr in Manila nicht sperrt. Das ist schwierig, Computer sind halt dumm und bei KI liegt die Betonung auf "künstlich" und nicht auf "intelligent".
Man muss sich auch mal vorstellen, wie viele Transaktionen da jede Sekunde reinkommen und geprüft werden müssen. Durch die vielen online-Umsätze ist das alles sehr komplex geworden. Mein Bruder sitzt aktuell in Thailand, aber bestellt sich über seinen deutschen Amazon-Account etwas in Deutschland. Das System muss nun erkennen, dass 14:07 Uhr Amazon Luxemburg und 14:26 Uhr 7Eleven irgendwo in Thailand okay ist. Aber Netfilx Thailand 10:36 Uhr und Lazada Kambodscha um 14:28 Uhr ist ein Missbrauch. Das kann nie 100%ig funktionieren. Eigentlich ist es bemerkenswert, wie gut es inzwischen funktioniert.
Manche Banken schicken bei auffälligen Transaktionen auch E-Mails und sperren nicht gleich, wie z.B. die Advanzia. Das finde ich einen guten Kompromiss. Dann kann man anrufen und sagen: "Ja, das war ich und ich bin aktuell in Madagaskar" oder "Nein, das war ich nicht", dann wird die Karte gesperrt und sofort eine neue verschickt.
Eigentlich liest man Kritik nur von Barclays-Kunden, wo anscheinend das System zu empfindlich eingestellt ist. Bei den anderen passt es im Wesentlichen. Natürlich gibt es auch da immer mal wieder Einzelfälle, wo eine Sperrung zu "unrecht" erfolgt, aber nicht in dem Ausmaß wie bei Barclays. Ganz generell kann man sagen, dass die Systeme alle so eingestellt sind, dass sie leicht überziehen. Also es führt eher mal eine korrekte Transaktion zu einer Sperrung als eine inkorrekte zu einer Nichtreaktion. Das muss man aber auch irgendwo verstehen, denn die Kartenwirtschaft möchte sich vor Schäden schützen. Schließlich haftet nicht der Kunde bei Missbrauch.