Die demonstrierenden Studenten sind nur die Spitze des Eisbergs.
Mein Eindruck ist, es beginnt langsam etwas grundsätzlich zu kippen.
Die Monarchie war nie unumstritten in Thailand. Im Norden/Nordosten war es mit der "Königstreue" nie so weit her.
Aber der verstorbene König war angesehen, und so hielt der Burgfrieden.
Dem neuen König jedoch schlägt allgemeine Antipathie entgegen.
Bestes Beispiel: meine MIA. Ganz ein Kind des konservativen, früher "dunkelgelb" wählenden Südens (sie stammt aus Surat Thani). Den Putsch 2014 hat sie begrüßt, ebenso die Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahre in Bangkok, die den Wert ihrer Immobilien steigerten. Alle Politiker hält sie eh für korrupt.
Erste "Risse" zeigten sich anlässlich einer gewissen Zeremonie im vergangenen Jahr, zu der sie meinte, dass sie es nie für möglich gehalten habe, dass sich vernunftbegabte Wesen für so etwas hergeben würden.
Das Verbot der Future Forward Party hat sie dann sehr erbost.
Die Abwesenheit eines gewissen Mr. VIP in Corona-Zeiten findet sie empörend.
Ebenso die Gleichgültigkeit der Regierung denjenigen gegenüber, die infolge des Lockdowns in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten.
Die Forderungen der Demonstranten findet sie absolut gerechtfertigt.
Sie wird gewiss nicht die einzige sein, die begonnen hat, umzudenken.