Es gab ein negatives Erlebnis in Nairobi. Am vorletzten Tag dort. Das hat mich in der Folge mehr als 4 Wochen begleitete.
Für den Bargeldbezug nutze ich in der Regel Geldautomaten (ATM). Alle paar Tage hebe ich 40.000 KSh ab, dem Maximum für eine Einzelabhebung. Bei einer Filiale KCB-Bank im Business-District gab es ein Problem. Nach Eingabe der Pin und des Betrags fiel bei dem ATM aus. Gerade während des internen Zählvorgangs. Der Bildschirm wurde schwarz. Die zwei anderen Automaten in dem ATM-Raum rechts vom Eingang der Bank funktionierten weiter. 30 Sekunden später hatte der ATM wieder Strom. Der Monitor sah dann so aus:
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Die Karte war weg und es gab kein Geld. Der Security-Mann aus dem Vorraum war so nett in die Bank zu gehen. Diese war seit einer halben Stunde geschlossen. Einige Minuten später kam er mit meiner Karte wieder heraus. Der Bankmitarbeiter habe ihm gesagt, ich solle mir keine Sorgen wegen des Geldes machen. Das würde korrigiert. Tatsächlich war der Betrag schon abgebucht, wie ich direkt meiner Kreditkarten-App entnehmen konnte.
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Die Filiale der Bank gegen 16:30 Uhr mit halbgeschlossenem Rolltor.
Ein deutscher Kollege hat im letzten Jahr nach einem vergleichbaren Problem schon mal 40.000 KSh an einem ATM verloren. Das war am Airport in Mombasa. Da wurde nichts zurückgezahlt, trotz Meldung bei seiner deutschen Bank. Ich habe mich eine Stunde später mit der Hotline der KCB-Bank in Verbindung gesetzt. Telefonisch und per WhatsApp. Die wollten nicht wirklich helfen. Da ich kein Konto bei ihnen hätte, solle ich mich an meine heimische Bank wenden. Man gab mir auch den Tipp, am nächsten Tag direkt die Filiale zu besuchen.
Am nächsten morgen war ich dort. Man schickte mich zu dem Vertreter des Filialleiters. Den verwies ich darauf, dass es im ATM-Vorraum eine Videoüberwachung gäbe und man sicher den Mitarbeiter identifizieren könne, der meine Karte aus dem ATM geholt habe. Außerdem machte ich auf den Manipulationsverdacht aufmerksam. Man wolle es prüfen und mich zurückrufen - so der Bankmitarbeiter. Erfolgt ist das allerdings nicht. Ich habe dann meiner eigenen Bank eine ausführliche Dokumentation geschickt. Mit genauen Zeitangaben und mit Fotos. Die hat mich dann mehrfach vertröstet, weil es von der KCB keine Rückmeldung gab. Drei Tage vor meiner Abreise aus Kenia habe ich dann der KCB über ihr WhatsApp-Hotline mitgeteilt, dass ich die Sache nun bei der
Polizei zur Anzeige bringen würde. Das hat vielleicht geholfen.
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Es hat insgesamt einen Monat gedauert, aber dann ist das abgebuchte Geld tatsächlich meinem Konto wieder gutgeschrieben worden.
In dem beschriebenen Fall könnte ich mir vorstellen, dass ein Bankmitarbeiter im Inneren der Bank kurzzeitig den Stecker des Automaten gezogen hat. Per Videoüberwachung konnte er einen Europäer erkennen und die ziehen meist den Höchstbetrag aus dem Automaten. Eigentlich protokollieren die Maschinen den Ausfall, aber wenn nicht konsequent nachgehakt wird, fällt die Entnahme vielleicht nicht auf.
Einen Stromausfall hatte ich mal während eines ATM-Zahlvorgangs im Airport von Mombasa. Da fiel im gesamten Gebäude der Strom für ein oder zwei Minuten aus. Der ATM warf meine Karte direkt aus. Das abgebuchte Geld war automatisch am nächsten Tag meinem Konto wieder gutgeschrieben. So sollte das eigentlich laufen.