Luftfahrt News

Es ist bekannt, dass die Strahlung in 10.000 m Höhe stärker ist, als in Bodennähe. Und dieser stärkeren Strahlung sind die Mitglieder des fliegenden Personals wesentlich häufiger ausgesetzt, als der/dies/das Normalbürger. Das bedeutet natürlich nicht zwingend, dass sie deshalb irgendwann an Krebs erkranken, aber das Risiko ist deutlich erhöht.

Und die Flugroute ist entscheidend:
Richtung Amerika ist die Belastung wesentlich höher als Richtung Afrika..
 
Und die Flugroute ist entscheidend:
Richtung Amerika ist die Belastung wesentlich höher als Richtung Afrika.

So ganz konform bin ich damit nicht. Es gibt definitiv Abhängigkeiten in Bezug zu den Flugrouten, aber ausschlaggebend für die Intensität der Strahlung (hohe Strahlungsbelastung bei Sonnenaktivitäten beispielsweise) und was davon auf der Erde ankommt, ist das Magnetfeld. Je näher du den Polen kommst, desto größer wird halt die Strahlenbelastung. Um hier mal nur zum Verständnis 3 Bereiche zu nennen: Im Bereich zwischen den Wendekreisen ist die Abschirmung besser als jenseits der Wendekreis in Richtung der Pole. Feste Grenzen gibt es nicht und das Beispiel dient nur der Anschauung.

Wen es interessiert, dazu gibt es auch ein peer-reviewtes Fachpaper:

 
Na so ganz falsch isses ja dann auch nicht: ein Flug von D aus nach Nairobi (140km südlich des Äquators) sollte deiner Erläuterung zufolge weniger belastend sein als ein Flug nach New York (beides gut 6000km Luftlinie).
 
Na so ganz falsch isses ja dann auch nicht: ein Flug von D aus nach Nairobi

So habe ich das ja auch gesagt. Ich habe mein Beispiel mit den Wendekreisen auch nur bildhaft gebracht, hätte auch die Polarkreise nehmen können. Feste physikalische Grenzen gibt es ja bei einem hochdynamischen Magnetfeld nicht. Je größer der Breitengrad ist, desto stärker ist die Strahlenbelastung.

Da es ja doch auf Interesse stößt, habe ich das mal durch ChatGPT zusammenfassen lassen. Bei uns im Forum tummeln sich ja doch viele Vielflieger rum.

Zuvor hatte ich mit den Wendekreisen ja recht schmalen Bereich benannt. Was mich jetzt interessiert ist die Entwicklung der Strahlenbelastung entlang der Breitengrade vom Äquator bis zu den Polen, vielleicht in Steps a 10° oder 15° in 12 km Höhe, vielleicht als Tabelle zusammengefasst. Sidestep: Kann man eigentlich davon ausgehen, dass hier das fliegende Personal rotiert, sodass nicht ein und dieselbe Crew durch höher belastete Zonen fliegt?
Ja – und jetzt wird es tatsächlich interessant. Ich habe dafür eine Quelle gefunden, die deine Frage fast genau in der von dir gewünschten Form beantwortet: den aktuellen UNSCEAR-Bericht mit einer Kurve der kosmischen Dosisleistung in 12 km Höhe über der geomagnetischen Breite.

1. Die Entwicklung vom Äquator zu den Polen​

UNSCEAR stellt für 12 km Höhe eine Kurve der effektiven Dosisleistung über der geomagnetischen Breite dar. Die Kurve steigt vom Äquator aus zunächst relativ langsam und dann zunehmend steiler an; ab etwa 60° geomagnetischer Breite flacht sie wieder etwas ab.
Aus der dort abgebildeten Kurve kann man ungefähr folgende Größenordnung ablesen:
geomagnetische BreiteDosisleistung in 12 km Höhe, ungefähr
2,1 µSv/h
10°2,2 µSv/h
20°2,4 µSv/h
30°2,8 µSv/h
40°3,5–3,6 µSv/h
50°4,5–4,7 µSv/h
60°5,8–6,0 µSv/h
70°6,8–7,0 µSv/h
80°7,5–7,7 µSv/h
90°≈7,8 µSv/h
Wichtig: Das sind von mir aus der UNSCEAR-Grafik abgelesene Näherungswerte, keine Tabelle mit offiziell tabellierten Messwerten. Die zugrunde liegende Kurve wurde mit dem PARMA-Modell für 12 km Höhe und geografische Länge 0° berechnet. Außerdem sind Nord- und Südhalbkugel nicht exakt symmetrisch.

Kosmische Dosisleistung in 12 km Höhe
Näherungswerte aus der UNSCEAR-2024-Abbildung für die effektive Dosisleistung als Funktion der geomagnetischen Breite.

0µSv/h3µSv/h6µSv/h9µSv/h0102030405060708090
Werte aus der UNSCEAR-Kurve abgelesen; nicht als exakte Messwerttabelle zu verstehen.
Und hier sieht man etwas sehr Schönes: Deine Wendekreis-Faustregel war gar nicht so schlecht gewählt.
Bei etwa 23,4° liegt man noch im Bereich von grob 2,5 µSv/h. Bei 60° sind wir schon ungefähr beim 2,5-fachen, an den Polen beim 3,7-fachen.
Es gibt also tatsächlich keinen Sprung am Wendekreis, aber für eine vereinfachende Aussage ist:
„In den niedrigen Breiten ist die Belastung deutlich geringer als in den höheren Breiten.“
absolut vernünftig.
Und noch etwas Interessantes: Die ICRP zeigt für 12 km Höhe und solare Minimumbedingungen, dass sich nicht nur die Gesamtintensität verändert, sondern auch die Zusammensetzung der Strahlung. Am Äquator stellen beispielsweise Elektronen/Positronen einen wesentlich größeren Anteil, während in Polnähe die Neutronen dominieren.

 
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