Thailand Nach Jahren des Mitlesens: Mein Thailand-Reisebericht

spenkwire

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27.10.2014
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Ich lese hier tatsächlich schon seit über zehn Jahren still mit und habe mir in der Zeit aus unzähligen Reiseberichten, Tipps und auch kleineren Katastrophengeschichten einiges mitgenommen. Jetzt dachte ich mir, ich schreibe auch mal etwas. Die Geschichte spielt bereits im November 2025, und ich versuche mich so gut wie möglich an die einzelnen Stationen und kleinen Details zu erinnern. Ganz lückenlos wird es vermutlich nicht mehr sein, aber das Wichtigste ist noch gut hängen geblieben.

Kurz zu mir: Ich bin 45, war einige Jahre mit einer Koreanerin verheiratet, und nachdem die Ehe vor drei Jahren in die Brüche gegangen ist, habe ich erstmal eine ganze Weile gebraucht, um mich wieder neu zu sortieren. Irgendwann kam dann aber der Punkt, an dem ich merkte: Ich muss mal raus. Nicht auf große Selbstfindung, sondern einfach Tapetenwechsel, Wärme, anderes Essen, andere Geräusche, ein anderer Rhythmus. Thailand lag da für mich nahe, weil ich vorher schon ein paar Mal beruflich und privat dort war und mich das Land nie ganz losgelassen hat.

Der Flug ging damals mit Emirates. Das war im November 2025 noch ohne größere Verrenkungen für mich eine völlig normale Entscheidung. Heute würde ich definitiv einen Direktflug bevorzugen, einfach wegen der aktuellen weltpolitischen Lage und weil man manche Dinge inzwischen doch etwas anders bewertet als noch vor ein paar Monaten. Damals war für mich aber eher wichtig, überhaupt erstmal loszukommen. Also Flug gebucht, Koffer gepackt und innerlich versucht, von Alltag auf Reisemodus umzuschalten, was bei mir erfahrungsgemäß immer erst funktioniert, wenn ich schon fast am Gate sitze.

Diesmal war ich allerdings nicht völlig unvorbereitet. Ich hatte schon von Deutschland aus ein bisschen auf Thai Friendly geschrieben und geschaut, ob sich vor Ort vielleicht das eine oder andere nette Treffen ergibt. Nichts Wildes, einfach erstmal locker schreiben, ein bisschen vortasten und sehen, was sich ergibt. Ich dachte mir: Wenn schon Neustart light, dann wenigstens nicht komplett planlos.

In Bangkok angekommen hat mich die Stadt dann trotzdem wieder auf die altbekannte Art empfangen: warm, laut, voll, hektisch und gleichzeitig sofort vertraut. Diese Wand aus feuchter Wärme beim Verlassen des Flughafens, der Geruch von warmem Asphalt, überall Mopeds, dazu dieses Dauerrauschen von Klimaanlagen und Verkehr ... da war sofort wieder dieses Gefühl: Ja, genau deswegen bist du hergekommen.

Elegant war mein Start allerdings nicht. Der Jetlag hat mich komplett aus der Kurve gehauen. Ich war irgendwo zwischen "angekommen" und "geistig noch im Transitbereich"...Mein erstes Hotel lag in der Sukhumvit Soi 11. Dort nur kurz frisch gemacht und dann direkt rüber zum 7-Eleven, weil ich dachte, ich hole mir schnell Wasser, vielleicht noch einen Kaffee und irgendwas Kleines zum Knabbern.

Was daraus wurde, war eher ein kleiner Systemausfall. Ich stand da vor dem Regal, halb tot, halb fasziniert von der Auswahl. Ich griff mir einen eiskalten Kaffee, bei dem man nach dem ersten Schluck nicht wusste, ob es Kaffee, Vanillesoße oder flüssiger Pudding sein sollte, und weil ich in meiner Müdigkeit das Etikett nur sehr optimistisch interpretiert hatte, landete zusätzlich noch irgendein Algensnack mit Meeresfrüchtegeschmack im Korb. Ich saß dann später im Hotelzimmer, trank zähen Zuckerkleber aus der Flasche, kaute auf salzigem Seegras herum und dachte mir: Willkommen in Thailand, du Profi.

Am Abend wurde es dann aber langsam besser. Erstes Bier, ich meine es war ein Chang, könnte aber in dem Zustand auch ein Leo gewesen sein, und plötzlich war dieses vertraute Gefühl wieder da. Warmer Abend, Mopeds knattern vorbei, irgendwo klappert Geschirr, aus einem offenen Laden dudelt Musik, und man merkt, wie der Kopf langsam runterfährt.

Viel Zeit zum Eingrooven blieb allerdings gar nicht, denn eines der Dates, mit denen ich schon aus Deutschland geschrieben hatte, wollte sich überraschend schnell treffen. Nach meiner leicht verpatzten Ankunft stand also schon ziemlich bald das erste Date in Bangkok an....

Das war erstmal der Auftakt. Wollt ihr mehr? :coool: Ist für Euch alles gut lesbar? Oder sollte ich noch etwas an Schriftart / Stil ändern?
 
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Am nächsten Morgen war ich erstaunlich früh wach, vermutlich weil ich zusammen mit meinem ersten Übernachtungs-Gast (namens Chang.. oder LEO) ins Bett gekippt bin. Frühstück im Hotel ist sowieso nicht so meins. Wenn ich schon in Thailand bin, will ich auch selbst entscheiden, was ich esse, und nicht irgendwo zwischen Toast, Rührei und halbtrauriger Würstchenplatte enden.

Also bin ich relativ früh los, erstmal ein bisschen durch die Gegend laufen, gucken, ankommen. Genau das mag ich in Bangkok eigentlich bis heute: einfach treiben lassen. Am Ende wurde es dann irgendeine recht unspektakuläre, aber ehrliche Frühstückskombi aus Kaffee, etwas Warmem vom Straßenstand und später noch einem kleinen Snack hinterher. Viel besser als jedes Hotelfrühstück.

Für den Tag hatte ich mir nicht zu viel vorgenommen. Einfach etwas bummeln und später rüber ins MBK. Da war ich früher schon ein paar Mal, und ich hatte es irgendwie anders in Erinnerung. Natürlich immer noch voll, trubelig und mit diesem typischen Mix aus Handyhüllen, Klamotten, Elektronik, Tourikram und Klimaanlagen auf arktischer Stufe, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es sich verändert hat. Früher wirkte es auf mich noch ein bisschen wilder, ein bisschen spezieller. Vielleicht verklärt die Erinnerung da auch manches....

Trotzdem habe ich mich da ganz gut treiben lassen. Hier mal geschaut, da mal stehen geblieben, zwischendurch einen Kaffee, ein bisschen Leute gucken. Für den ersten richtigen Tag nach der Ankunft war das genau das Richtige: nichts Kompliziertes, kein großes Programm, einfach Bangkok aufnehmen und langsam im Kopf ankommen.

Für den Abend war dann mein erstes Treffen mit einer Dame namens Pim verabredet, mit der ich vorher schon über Thai Friendly geschrieben hatte. Die Bilder waren durchaus vielversprechend, wir hatten nett geschrieben, und ich dachte mir: na gut, warum nicht. Den klassischen Anfängerfehler habe ich allerdings direkt mitgenommen: kein Videocall vorab. Im Nachhinein natürlich leichtsinnig, aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.

Das kleine Missgeschick kam dann schon vor dem eigentlichen Treffen. Wir hatten uns an einer BTS Station verabredet, und ich stand da fünf Minuten zu früh am vereinbarten Ausgang. Sie schrieb dann irgendwann nur ganz trocken, wo ich denn bleibe. Es stellte sich heraus, dass ich zwar an der richtigen Station war, aber natürlich am falschen Ausgang stand. Wer Bangkok kennt, weiß: Das kann gefühlt eine halbe Weltreise Unterschied sein. Als ich ankam, wollte ich möglichst souverän wirken, hatte aber vom schnellen Gehen und der Wärme schon ein paar Plakate unter den Armen.

Pim (34) sah dann tatsächlich etwas anders aus als auf den Bildern. Nicht katastrophal, aber schon so, dass ich innerlich kurz dachte: Ah okay, die Fotos waren offenbar auch schon ein paar buddhistische Feiertage alt. Aber gut, sie war nett, ich war da, und wir haben erstmal etwas getrunken.

Der Abend wurde dann insgesamt lockerer, als der Start vermuten ließ. Gute Gespräche (sie sprach gutes Englisch) ein bisschen Lachen, und am Ende kam sie dann auch noch mit ins Hotel. Sagen wir es mal so: Der weitere Verlauf des Abends war deutlich harmonischer als der Beginn. Und die Nacht verlief keineswegs ereignislos ... ich wurde sogar zweimal unsanft aus dem Schlaf zurück ins Geschehen geholt. Sie hatte wohl doch ganz schön Sehnsucht und ich wurde gefühlt entkernt.

Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings noch in dem Glauben, das Ganze sei einfach ein spontanes, angenehmes Treffen gewesen. Dass ich damit offenbar mehr Eindruck hinterlassen hatte als beabsichtigt, sollte mich in den darauffolgenden Tagen noch einholen. Denn Pim war offensichtlich deutlich ambitionierter, was die Fortsetzung dieser Bekanntschaft anging, als ich das ursprünglich geplant hatte.

Das führte dann auch zu einem Punkt, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Trotz meiner vielen Thailand-Aufenthalte und obwohl es in dem einen oder anderen Massagesalon vielleicht schon mal heißer wurde als Tiger Balm auf der Oberlippe, hatte ich mit dem eigentlichen "Profi-Kosmos" bis dahin praktisch keine echte Erfahrung. Genau das war aber durchaus ein Thema, das mich auf dieser Reise auch neugierig gemacht hat. Ich wollte meinen Horizont ein Stück erweitern und diesen Teil der Thailand-Wirklichkeit zumindest mal aus der Nähe betrachten.

Nur etwas unpraktisch, wenn man beim ersten Date direkt jemandem offenbar zu gut gefällt. Dass Pim in den nächsten Tagen arbeiten musste, hat mich erstmal davor bewahrt, mehr Zeit in diese Sache zu investieren, als ich ursprünglich vorhatte. Das klingt vielleicht härter, als es gemeint ist .... aber ich denke, der eine oder andere hier wird dieses leicht widersprüchliche Gefühl kennen.
 
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Danke für eure positiven Rückmeldungen. Ich werde mir Mühe geben, die kommenden Ereignisse weiterhin gut zusammenzufassen. Eines hat mich allerdings doch etwas gewundert:
Hört sich gut an. Vielleicht könntest Du mit dazuschreiben, mit welcher KI Du den Bericht verfasst hast.
Also nur zur Info, bitte nicht als Kritik auffassen.
Wenn überhaupt, dann war die einzige KI auf der Reise mein innerer Kontrollverlust. Nö, KI verfasst ist daran gar nichts. Wie kommst du darauf? Ich hab mir halt Mühe bei der Strukturierung gegeben. Sollen es mehr Details sein?

Am nächsten Morgen haben Pim und ich erstmal überraschend lange geschlafen. Nach der Nacht war das aber vermutlich auch die einzig vernünftige Entscheidung. Frühstück war damit natürlich erledigt, also ging es direkt eher in Richtung Mittagessen. Wir sind irgendwo in der Nähe noch was essen gegangen ... nichts Exotisches, ein Mix aus Pad Krapao, Som Tam, Klebreis und dazu natürlich wieder irgendwas Kaltes gegen die Wärme. Genau das mag ich an Thailand: Selbst ein einfaches Essen irgendwo am Straßenrand ist oft besser als manches, was bei uns schon als "besonderes Thai Restaurant" durchgeht. Sowieso ist das, was der gemeine und noch nie verreiste Deutsche meist unter "asiatischer Küche" versteht ein Jammer.

Beim Essen meinte Pim dann, dass sie die nächsten vier Tage komplett im Job eingespannt sei. Am nächsten Morgen hätte sie Frühschicht und müsse ausgeruht sein. Ich hatte mich ohnehin schon gefragt, was sie beruflich eigentlich macht, denn sie wirkte nicht gerade wie jemand, der sich so durchs Leben treiben lässt. Über TF wusste ich schon, dass sie am Flughafen arbeitet. Eine Menge Verantwortung, sehr gutes Englisch, allgemein ziemlich souverän. Sie arbeitet am Suvarnabhumi Airport als Air Traffic Controllerin. Das erklärte dann auch einiges. Nicht falsch verstehen, aber gerade wenn man in Thailand nicht nur in Hotels und schicken Malls unterwegs ist, merkt man schon, dass das Bildungsniveau im Alltag manchmal etwas ... sagen wir mal ... flexibel verteilt ist??

Wir verabredeten uns also für in fünf Tagen wieder. Und ich dachte mir nur: Na klasse. Da liest man hier im Forum jahrelang genug Geschichten über plötzlich einsetzende Liebeskasper Symptome bei anderen ... und jetzt? Sollte mich das womöglich auch noch selbst erwischen? Natürlich sagte ich, dass ich die Zeit dann mal für Kunst und Kultur nutzen würde. Welche "Kulturen" ich in den nächsten Tagen konkret entdecken wollte, habe ich an der Stelle vorsichtshalber nicht weiter ausgeführt. Ihr könnt es euch vermutlich denken. Danach habe ich mich erstmal nochmal hingelegt. Ein bisschen Schlaf konnte nach Anreise, Jetlag und den ersten beiden Nächten sicher nicht schaden. Am Abend war dann nämlich Soi Cowboy angesagt. Das kannte ich schon von früher, da war ich mit Arbeitskollegen schon mal unterwegs gewesen. Ganz neu war das Terrain also nicht.

Erstmal ging es ins Stumble Inn für ein paar Kaltgetränke. Ankommen, Leute gucken, langsam warm werden. Später zog es mich dann weiter in eine Go-Go-Bar, fragt mich bitte nicht mehr, welche genau, das verschwimmt im Nachhinein alles zu einem Schleier aus Neonlicht, Musik, nummerierten Girls und total vernebelter Erinnerung. Irgendwann löste ich dann tatsächlich eine aus. Blond gefärbte Haare, sehr schlank .. verdammt! genau mein optisches Beuteschema, bei dem mein Verstand zuverlässig kurz Feierabend macht. Es ging dann in irgendein absolut runtergerocktes Hinterhof Hotelzimmer. Ich hatte da schon gut einen sitzen, also war mir irgednwie alles auch egal. Im Nachhinein muss ich aber sagen: Das war wirklich eines der schwächsten Erlebnisse, die ich jemals hatte. Vielleicht nicht ganz Platz eins, aber für die Top 3 reicht es locker. Absolute Katastrophe. Was ich bezahlt habe, weiß ich nicht mehr genau .. wahrscheinlich zu viel. Eher deutlich zu viel. Sie war so abgefuckt, ganz schnelle Nummer und bevor ich fertig war und der letzte Rest aus mir kam stand sie schon gefühlt angezogen neben mir.

Jedenfalls stand für mich beim Rausgehen schon fest: So kann der Abend unmöglich enden. Also wieder raus, einmal tief durchatmen und mit festen Vorsatz Richtung nächste Bar. Auf dem Weg kam mir dann auch direkt schon die nächste hübsche Lady entgegen. Man muss ja sagen: Ich weiß natürlich selbst, dass ich optisch hier durchgehend Adonis bin, aber in Bangkok bekommt das Selbstbewusstsein manchmal doch erstaunlich schnell Rückenwind. :iro2: Sie wollte 2.000 Baht für ST. In einem anderen Zustand hätte ich vielleicht noch weiterverhandelt oder spontan zugesagt, aber ehrlich gesagt war ich zu dem Zeitpunkt einfach platt. Nach Anreise, Jetlag, Pim und dem wenig überzeugenden Zwischenspiel war ich körperlich und mental ziemlich durch. Also dachte ich mir: Nein. Jetzt noch ein Bier, dann zurück ins Hotel. Man muss ja auch mal aufhören können und vielleicht ist es besser der Abend endet nun doch. Reicht für heute. Ich bin zurück am 7-Eleven vorbei, hab mir noch Wasser für die Nacht geholt und hab dann nur noch gepennt... Und Pim? Schrieb mir morgens um 5 Uhr und wünschte mir einen schönen Tag. Verdammt, sie war auch in meinem Kopf...
 
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Danke erstmal für eure vielen positiven Rückmeldungen und sorry, dass der nächste Post nun etwas auf sich warten ließ.

Ich habe früher mal tatsächlich in die Richtung studiert, also Sprachwissenschaft mit juristischer Spezialisierung. Für den klassischen Anwaltsberuf hätte man dann noch das volle Staatsexamen dranhängen müssen, also das ganze lange Brett inklusive Referendariat. Das habe ich aber nicht mehr gemacht und bin stattdessen in einen eher technischen Beruf gegangen. Früher war ja oft dieses Motto: Hauptsache erstmal irgendwas in der Tasche. Finde ich rückblickend ehrlich gesagt ziemlich dämlich. Wenn man eigentlich schon weiß, was man will, verplempert man oft nur Zeit. Aber gut, genug Exkurs. Ich freue mich jedenfalls wirklich, dass der Bericht hier so gut ankommt.

Ich wachte also am nächsten Morgen auf mit einer Mischung aus leichtem Kater und einem Geschmack im Mund, als hätte ich bei der Ankunft noch den Gulli vor der Hoteltür leergetrunken. Es musste erstmal irgendwie Elektrolyte rein. Also kurz rüber zum 7 Eleven, irgendeinen Elektrolytedrink geholt und dazu noch ein kleines Frühstück.

Mittlerweile hatte sich auch Pim wieder gemeldet. Verdammt, sie war immer noch in meinem Kopf. Sie schrieb total lieb, sehr zugewandt, fast schon ein bisschen fürsorglich. Ich konnte ihr ja schlecht erzählen, dass ich am Vorabend eher auf kulturellen Abwegen unterwegs gewesen war, also blieb ich bei der diplomatischen Kurzfassung: ein paar Bier getrunken, etwas zu spät geworden. Irgendwie hatte ich dabei direkt ein komisches Gefühl. Anlügen ist eigentlich überhaupt nicht meins. Dann kam sofort die Gegenstimme im Kopf: Hallo? Du bist single. Du bist in Thailand. Du hast niemandem Rechenschaft abzulegen. Aufwachen! Ja, ja, ich bin schon wach. Genau solche inneren Dialoge führt man dann mit sich. Wer kennt sie nicht?

Also heute wirklich mal Kultur, dachte ich mir. Erstmal zu einer wirklich seriösen Massage. Die tat nach den ersten Tagen und Nächten auch bitter nötig. Irgendwie kamen wir dort auf Wat Pho zu sprechen, den angeblichen Geburtsort der Thai-Massage. Ich dachte mir: Perfekt. Dann ist das Thema Kultur heute wenigstens nicht komplett erlogen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich in dem Moment schon wieder kurz an Pim gedacht habe. Mensch, reiß dich zusammen. Also machte ich mich auf den Weg zu Wat Pho. Diesmal kein Taxi. Ich sprang stattdessen auf eines dieser Boote. Genau sowas mag ich in Bangkok: Da sitzt du zwischen Touris und Pendlern und fährst einfach quer durch diese riesige Stadt, während links glänzende Hotels vorbeiziehen und rechts halb verfallene Holzhäuser stehen. Das Wasser sah aus wie flüssiger Milchkaffee mit schlechter Laune, aber genau das gehört irgendwie dazu. Von der Art den Müll zu entsorgen wollen wir gar nicht erst sprechen.

Am Tha Tien Pier stieg ich aus und lief durch dieses kleine Gewirr aus Gassen Richtung Tempel. Es roch gleichzeitig nach getrockneten Garnelen, Räucherstäbchen und irgendwo auch nach Blumen. Also wie so oft in Bangkok: entweder großartig oder grenzwertig, je nach Windrichtung.

Wat Pho selbst hat mich dann tatsächlich ziemlich beeindruckt. Den liegenden Buddha kannte ich natürlich von Fotos, aber wenn man dann wirklich davorsteht, wirkt das Ganze nochmal anders. Diese Größe, dieses Gold, diese Ruhe in dem Raum. Dazu dieses ständige Klimpern der Münzen in den Metallschalen. Draußen zwischen den Chedis und den verzierten Gebäuden bin ich dann noch eine ganze Weile herumgelaufen. Gerade die Ecke mit der Massageschule fand ich spannend. Überall dieser Geruch von Kräutern, Tigerbalsam und warmer Luft. Da hatte der Ort tatsächlich mal für ein paar Stunden etwas sehr Erdendes.

Danach setzte ich mit der kleinen Fähre rüber und landete auf der anderen Seite am Wasser. Ich setzte mich in ein kleines Café, trank einen Cha Yen und schaute einfach nur auf den Fluss. In dem Moment war Bangkok plötzlich mal nicht laut sondern einfach nur schön. Solche Momente vergisst man leicht, wenn man immer nur an Bars, Malls oder sonstige Eskalationsorte denkt. Nur war damit der Tag natürlich auch schon wieder halb rum. Und wie das dann so ist: Sobald man kurz zur Ruhe kommt, fängt der Kopf wieder an zu arbeiten. Was machst du heute Abend? Worauf hast du Lust? Wirklich nochmal Kultur? Eher unwahrscheinlich. Patpong hatte ich sowieso auf dem Zettel. Also nochmal kurz zurück ins Hotel, frisch gemacht und dann ab Richtung Silom.

Patpong brodelte bei Ankunft schon ordentlich. Nachtmarkt, Lichter, Leute, Krach, dieses ganze bekannte Bangkok Gewusel. Ich bin dann erstmal ins Gold Fingers und habe mir ein Bier bestellt. Lange dauerte es natürlich nicht, bis die erste Dame am Tisch stand. Klassischer Einstieg: Lady Drink. Sie war ziemlich klein, sehr zierlich .. man hatte fast Angst, was kaputtzubrechen. Ihr Name: Apple! Wir kamen ins Gespräch. Natürlich war sie erst seit zwei Wochen in Bangkok, kam eigentlich aus dem Isaan und überhaupt war alles ganz neu und schwierig. Also wirklich das komplette Standardprogramm. Ich dachte schon, als nächstes erzählt sie mir noch, dass der Wasserbüffel der Familie akut in Lebensgefahr schwebt und ich gleich mit ein paar tausend Baht als Rettungseinheit einspringen darf. Aber nein, so weit kam es gar nicht. Ich war jetzt auch irgendwie geil und wollte nicht mehr Dialoge führen. Sie war direkt sehr offensiv, viel Körperkontakt, viel Nähe, direkt den Dödel durch die Hose... ihr wisst schon. Irgendwann dachte ich mir dann auch: Ach komm, was soll’s. Also ausgelöst. Barfine waren glaub ich 1.000, war ja schon nach Mitternacht, und für Long Time haben wir uns auf 3.000 geeinigt. Fand ich in dem Moment fair.

Auf dem Weg haben wir noch schnell etwas am Streetfood Stand gegessen, dann die übliche Prozedur im Hotel und hoch aufs Zimmer. Sie hatte allerdings schon ziemlich einen sitzen. Entsprechend wirr war anfangs auch die Kommunikation, halb Englisch, halb Thai, halb gar nichts. Ich dachte schon kurz, das wird heute wieder so eine Vollkatastrophe wie am Abend davor. Aber irgendwann bekam sie dann doch die Kurve, und ich muss zugeben: Was danach kam, war für den Zustand, in dem sie war, durchaus beeindruckend. Sie hat eine Performance abgeliefert die richtig gut war. Da war wirklich alles drin und ich war auch überall drin. Der Hammer! Es waren alle Elemente dabei, die in einem guten Porno nicht fehlen dürfen.

Irgendwann war ich dann aber komplett platt und bin eingeschlafen. Mitten in der Nacht wurde ich wieder wach, weil es vom Bad her ziemlich würgend klang. Sie hatte sich wohl doch etwas übernommen. Also stand ich da nachts halb verpennt, hielt ihr die Haare und warf ihr Dramamine aus meiner Reiseapotheke hin. Ja, ich weiß, sehr romantisch. Elektrolyt Drink hatte ich auch noch, also gleich hinterher. Deutscher Streber mit Reiseapotheke halt. Das Zeug hat offenbar geholfen, denn irgendwann schlief sie dann auch ein. Und was soll ich sagen: Irgendwann am frühen Morgen wurde ich dann wieder aus dem Schlaf geholt, auf eine Art, bei der ich nur dachte: Das kann doch jetzt nicht dein Ernst sein. Direkt einen Blowjob, einfach so. Ich musste echt lachen und fragte nur, ob wieder alles okay sei. War es offenbar. Robust, die Kleine.

Wir schliefen danach tatsächlich nochmal ein paar Stunden, tauschten gegen neun noch schnell die LINE-ID und dann war sie auch schon wieder weg. Unterm Strich also doch eine recht ordentliche Nummer. Kein Weltklasse Abend, aber wirklich solide.

Und natürlich schrieb Pim dann schon wieder erstaunlich früh. Da dachte ich nur: Na super. Jetzt hat dich der Liebeskasper wirklich schneller erwischt, als dir lieb ist? Wie soll das denn nur weiter gehen?
 
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Danke für euren regen Zuspruch. Das motiviert mich sehr, meine ganze Geschichte weiterhin ausführlich zu erzählen. Dass mit PIM ist ja witzig; ich hoffe (bzw weiß ;-)), es ist nicht die gleiche und es gibt nicht solche Erfahrungen.

Am diesem Tag war ich dann ehrlich gesagt ziemlich platt. Ich hatte vor allem mal wieder Lust auf etwas "Richtiges" zu essen. Nicht schon wieder nur Streetfood, Snacks oder irgendwas auf die Hand, sondern einfach mal vernünftig sitzen und ordentlich Mittag essen. Also suchte ich mir in einer Mall ein Steakhouse und habe mir erstmal ein anständiges Stück Fleisch gegönnt. Das brauchte ich irgendwie mal. Manchmal hilft so ein komplett unthailändisches Essen ja auch dabei, den Kreislauf und den eigenen inneren Zustand wieder halbwegs in die Spur zu bringen.

Für mich war an dem Tag jedenfalls ziemlich klar, dass es abends weder Klamauk noch Kultur geben würde. Irgendwie war meine Lunte für beides erstmal genug bearbeitet worden. Ich hatte auf beides so gar keinen Bock. Also machte ich mir einen ruhigen Tag, bummelte ein bisschen durch die Malls, dieser typische Wechsel zwischen arktischer Klimaanlage drinnen und warmer Wand draußen. Bangkok kann einen damit ja auch irgendwann mürbe machen. Ein paar Dinge habe ich eingekauft, nichts Wildes. Unter anderem brauchte meine Stamm Massagedame in Deutschland wieder Counterpain, also wanderte auch das mit in die Tüte.

Massage war dann überhaupt das Stichwort des Tages. Ich bin irgendwann einfach in einen random Laden rein, um mich nochmal ordentlich durchkneten zu lassen. Genau das brauchte ich an dem Tag. Ich hatte dabei wirklich keinerlei Hintergedanken. Die Dame, die mich massierte, offenbar schon eher. Sie war schon etwas älter, aber die Massage selbst war wirklich stark und sehr kräftig. Irgendwann gab es dann allerdings immer mehr Streifschüsse, und schließlich kam ziemlich direkt die Frage, ob ich nicht noch mit ins Hinterzimmer wolle. Da gäbe es dann noch eine Runde Boom Boom. Aber nein ... heute einfach mal nicht. Zum einen war ich wirklich komplett fertig, zum anderen war sie jetzt auch nicht unbedingt die Wahl, bei der ich plötzlich alle guten Vorsätze vergessen hätte. Selbst für ein Happy End fehlte mir an dem Tag ehrlich gesagt die Motivation. So platt war ich. Das passiert ja auch nicht alle Tage.

Nach der Massage ging ich zurück ins Hotel und legte mich erstmal hin. Als ich wieder halbwegs bei mir war, sah ich, dass Pim mich in der Zwischenzeit per LINE-Call versucht hatte zu erreichen. Wir telefonierten dann noch. Sie meinte, dass sie in den kommenden Tagen nun doch ein bisschen frei hätte und fragte, ob wir nicht etwas zusammen machen wollen. Wir hatten uns ja schon, mehr oder weniger, nach dem ersten Treffen wieder verabredet und sie hat angedeutet das sie frei hat. Da Phuket bei mir sowieso noch lose auf der Liste stand, schlug ich relativ spontan vor, ob wir nicht zusammen runterfliegen wollen (mit dem Gedanken habe ich schon die ganze Zeit etwas gespielt). Sie fand die Idee direkt gut, und ich habe dann auch kurzerhand die Flüge gebucht. In zwei Tagen sollte es also losgehen.

Ich war danach schon etwas hin- und hergerissen, ob das jetzt wirklich die beste Idee war. Einerseits fand ich sie nach wie vor spannend, mochte ihre Art und hatte das Gefühl, dass das Ganze vielleicht mal in eine andere Richtung laufen könnte als die üblichen Bangkok Bekanntschaften. Andererseits dachte ich natürlich auch: Junge, jetzt fahr mal einen Gang runter. Kaum ein paar Tage da und schon buchst du Inlandsflüge mit einer Frau, die du im Grunde gerade erst kennst. Der innere Ausschuss tagte also mal wieder. Aber an dem Tag fühlte es sich trotzdem richtig an. Vielleicht auch einfach deshalb, weil ich gemerkt hatte, dass die Luft aus den ganzen lustigen Begegnungen in Bars gerade etwas raus war. Es war nicht so, dass ich plötzlich bekehrt gewesen wäre... aber ich hatte da gerade keine Lust mehr drauf.

Am Abend traf ich dann noch einen Bekannten, der schon länger in Bangkok lebt. Wir waren in der Brewski Rooftop Bar in der Sukhumvit Soi 27 verabredet. Sehr entspannte Ecke, gutes Bier, schöne Aussicht (Sonnenuntergang), und vor allem mal ein Abend ohne irgendeinen schrägen Beigeschmack oder Eskalationspotenzial. Einfach sitzen, quatschen, auf die blinkenden Lichter der Stadt schauen und mal nichts müssen. Genau das war an dem Abend auch richtig so. Es wurde also ein gemütlicher und "ungefährlicher" Abend. Und ehrlich gesagt war genau das nach den letzten Tagen vielleicht auch mal bitter nötig.
 
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Am nächsten Tag ließ ich es erstmal eher ruhig angehen. Bangkok hatte mich in den Tagen davor ja nun wirklich nicht geschont, und irgendwie merkte ich, dass so langsam ein gewisser Sättigungspunkt erreicht war. Ich war zwar schon gedanklich halb bei Phuket, aber eben auch noch nicht ganz raus aus diesem Bangkok-Modus zwischen treiben lassen, spontan sein und abends doch wieder irgendwo versacken.

Tagsüber passierte ehrlich gesagt nicht viel Spektakuläres. Ich bummelte noch etwas durch die Gegend, holte Kleinkram, aß irgendwo entspannt etwas und machte insgesamt eher auf ruhigen Übergangstag. So ein Tag, an dem man nach außen nicht viel erlebt, innerlich aber trotzdem nicht ganz zur Ruhe kommt.

Irgendwann meldete sich dann per LINE eine ThaiFriendly-Bekanntschaft, mit der ich schon länger immer mal wieder Kontakt hatte. Ich wusste von Anfang an, dass es sich um einen Ladyboy handelt, das war also nie irgendeine Überraschung oder ein Missverständnis. "Thanida" war ein absoluter Optik-Schuss, wie hübsch kann geht es denn bitte? Gerade in schwierigeren Zeiten hatten wir immer wieder netten Kontakt, und ich muss wirklich sagen: menschlich war das immer total angenehm, entspannt und unkompliziert. Ich hatte auch schon lange vorher klar gemacht, dass mich das sexuell nicht reizt und ich da keine falschen Erwartungen wecken will. Damit war das Thema aber auch sauber geklärt. Es ging einfach um einen netten Abend, etwas quatschen, etwas trinken, ohne Hintergedanken. Und genau deshalb konnte und wollte ich das Treffen dann auch nicht einfach absagen, auch wenn ich wusste, dass es zeitlich nicht gerade passend ist.Wir trafen uns also abends und landeten ziemlich schnell in einem Modus, den man wohl am besten mit "das eskaliert heute noch" beschreiben kann. Eigentlich sollte es nur ein lockeres Treffen werden, aber wie das dann manchmal so ist: ein Bier, noch eins, dann nochmal irgendwo anders hin, noch was trinken, wieder lachen, wieder einer raus. Und ehe ich mich versah, waren wir richtig hart am Saufen. Sie hat aber auch wirklich viel vertragen, es war astronomisch viel.

Es war aber wirklich ein total witziger Abend. Null verkrampft, null schräg, null Druck. Einfach locker, ehrlich, viel Gelächter, viel Unsinn geredet und genau diese Art von Abend, die man gar nicht groß planen kann. Gerade weil die Fronten so klar waren, war es im Nachhinein wahrscheinlich entspannter als manches reguläre Date. Einfach nur ein lustiger, kompletter Suffabend. Mit ihr konnte man wirklich Pferde stehlen.

Irgendwann in der Nacht oder eher schon Richtung Morgen trennte sich das Ganze dann auch ohne großes Drama wieder. In dem Moment fand ich das natürlich großartig. Ich sagte Thanida "Bye" und wir hatten doch noch einen intensiven Kuss. Da ist es wohl dann doch kurz durchgegangen, sollten wir uns wohl wiedersehen? Aber es war doch eigentlich gar nichts für mich. Für den "nächsten Tag" war es allerdings eher suboptimal. Und mit "suboptimal" meine ich: Es tat mir überhaupt nicht gut. Gar nicht. Null. Ich merkte schon beim Aufwachen, dass ich meinem Körper damit keinen Gefallen getan hatte. Und das ausgerechnet kurz vor dem geplanten Abflug nach Phuket mit Pim. Stark.
 
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Am nächsten Tag war ich ziemlich froh, dass unser Flug erst gegen 18 Uhr ging. Alles davor wäre sportlich geworden. Ich war von der Nacht noch ordentlich gezeichnet und hatte am Morgen auch noch einmal gepflegt „Jörg angerufen“. Nicht dramatisch, aber schon so, dass ich mir beim Blick in den Spiegel dachte: Heute bitte keine unnötigen Zusatzbelastungen mehr. Nur einfache Aufgaben mit wenig Körpereinsatz.

Zum Glück wurde es im Laufe des Tages langsam besser. Viel Wasser, Elektrolyte, irgendwas Kleines gegessen, zwischendurch nochmal hingelegt ... das übliche Reparaturprogramm eben. Gegen 12 Uhr musste ich dann aus dem Zimmer raus und machte mich langsam auf den Weg zum Flughafen.

Pim und ich trafen uns gegen 16 Uhr am Airport. Ich war zwar noch nicht wieder bei hundert Prozent, aber deutlich stabiler als am Vormittag. Und irgendwie tat es auch gut, sie wiederzusehen. Sie hatte direkt diese ruhige, freundliche Art, die bei mir erstaunlich schnell Wirkung zeigte. Da ich der Fliegerei hobbytechnisch ja nicht ganz abgeneigt bin, kamen wir am Flughafen auch ziemlich schnell auf fachliche Themen. Für mich natürlich spannend, weil sie als Air Traffic Controllerin am Suvarnabhumi nochmal einen ganz anderen Blick auf die Abläufe hatte. Da wurde dann ein bisschen über Slots, Anflüge und den ganz normalen Wahnsinn am Großflughafen gesprochen. Ich merkte dabei wieder, dass ich genau sowas mag: wenn jemand nicht nur nett aussieht, sondern auch inhaltlich Substanz hat. Sie brachte sogar Fachwissen im Bereich HF-Technik mit, womit ich im Alltag ständig zu tun habe. Da war ich wirklich baff.

Der Flug selbst war dann angenehm unspektakulär. Einfach rein in den Flieger und runter nach Phuket. Ich dachte nur: Na super, jetzt sitzt du hier wirklich im halben Pärchenurlaub nach Phuket. Wir haben uns dann eingekuschelt und unterwegs sogar etwas geschlafen.

In Phuket angekommen nahmen wir ein Shuttle zum Hotel, dem JW Marriott Phuket Resort & Spa. Zum Glück war das vom Flughafen aus nicht allzu weit. Das Hotel selbst kann ich insgesamt wirklich empfehlen: großzügige Anlage, langer Eingangsbereich mit Wasser und Poollandschaft, alles sehr weitläufig und angenehm. Zur Begrüßung spielte irgendwo eine eher mäßige Coverband irgendeinen Maroon-5-Song, was die ansonsten sehr ordentliche Ankunft musikalisch nicht unbedingt aufgewertet hat.

Es war schon dunkel, warm, diese typische Insel-Luft, ein bisschen schwerer als in Bangkok, und insgesamt fühlte sich alles sofort langsamer an. Nicht mehr dieses Großstadtgedröhne, sondern eher Ankommen, Durchatmen, Runterschalten. Viel passiert ist an dem Abend dann ehrlich gesagt nicht mehr. Das Zimmer war wirklich super: viel Platz, kleine Lounge-Ecke, Balkon, schöner Ausblick. Wir waren beide kaputt, ich sowieso noch leicht zerlegt vom Vortag, also blieb es bei Ankunft, Einchecken, kurz orientieren und dann eigentlich nur noch Bett. Wir sind ziemlich schnell eingeschlafen.

Und das war im Nachhinein auch gut so. Denn am nächsten Morgen ging es dann direkt rund. Gegen 5 Uhr wurde ich mit nem Blowjob geweckt. Woher diese plötzlichen Energieausbrüche bei ihr immer kamen, war mir zwar nicht ganz klar, aber beschweren wollte ich mich auch nicht. Sagen wir es mal so: Der Tag begann ausgesprochen motiviert, beide kamen auf ihre Kosten, und danach waren wir dann auch schon überraschend fit fürs Frühstück.
 
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Weiter geht’s. Nun hat es wieder etwas gedauert, sorry dafür. Ich habe euch hier aber natürlich nicht vergessen und will euch weiter teilhaben lassen.

Wir hatten also erstmal gefrühstückt. Ziemlich reichhaltige Auswahl mit den üblichen Stationen, an denen frisches Rührei, Omelett und der ganze Rest gemacht werden. Ihr kennt das ja aus den größeren Hotelanlagen. Wie hier schon richtig angemerkt wurde, liegt das Hotel so, dass man fußläufig nicht unbedingt viel Spannendes erreicht. An der Zufahrt gibt es eine kleine Mini Mall und ein paar Restaurants, das war’s dann aber im Grunde auch schon. Da wir uns nicht abhängig machen wollten, entschieden wir uns, ein Auto zu mieten. Das war ohnehin grob geplant, weil wir auch noch weiter hoch in den Norden wollten.

Roller lehne ich für mich ja komplett ab. Ich habe einfach zu viele Unfälle live gesehen oder die Minuten direkt danach miterlebt. Das ist mir zu unsicher. Autofahren auf der anderen Seite macht mir dagegen nichts aus, und Pim konnte im Zweifel auch fahren. Also haben wir uns einen Mietwagen organisiert. An der kleinen Mall an der Zufahrt gab es zwar offiziell eher so eine Scooter Rental Bude, aber die besorgen einem ja am Ende auch alles Mögliche. Pim hatte das recht schnell geregelt. Geworden ist es dann ganz klassisch ein Toyota Corolla.

Danach ging es nochmal kurz zurück ins Hotel, Parkplatz klären und so weiter. War aber alles kein Problem, direkt vor der Anlage gab es genug Möglichkeiten. Pim wollte vor der Abfahrt nochmal kurz aufs Zimmer, noch schnell duschen. Bei der alleinigen Dusche ist es natürlich nicht geblieben, und es kam, wie es kommen musste. Danach dann aber wirklich los. Erstmal Richtung Phuket Town. Ich hatte das ehrlich gesagt hübscher in Erinnerung. Natürlich gibt es dort schöne Ecken und gerade Old Town hat auch seinen Charme, aber beim Durchfahren war ich doch wieder etwas überrascht, wie viel von Phuket eben auch einfach nur verbaut, hektisch und optisch abgefuckt ist.

Wir sind dann weiter runter bis Rawai Beach gefahren und dort ein bisschen an der Promenade entlanggelaufen. Pim hatte schon wieder Hunger. Ich finde es ja immer faszinierend, wie viele Mahlzeiten manche der Damen dort so am Tag wegdrücken und dabei trotzdem komplett in Form bleiben. Natürlich gibt es auch da andere Beispiele, aber bei ihr war das wirklich so. Also setzten wir uns in eines der typischen Restaurants an der Promenade. Pim bestellte sich einen Teller Schweinefleisch, ich nahm ganz klassisch Pad Kra Pao.

Während wir gegessen haben, hat Pim ziemlich viel aus ihrem Leben erzählt. Wie sie mit vier Brüdern aufgewachsen ist, für die Ausbildung nach Bangkok gegangen ist und sich dort dann Stück für Stück etwas aufgebaut hat. Das war schon interessant, weil es eben nicht nur dieses übliche oberflächliche Geplänkel war, sondern mal etwas mehr Substanz hatte.

Irgendwann wurde unser Gespräch dann durch einen Anruf auf ihrem Handy unterbrochen. Sie telefonierte fast zehn Minuten auf Thai und wirkte dabei recht aufgebracht. Ich bekomme da ja immer nur einzelne Brocken mit, aber einen wirklichen Zusammenhang kann ich mir daraus natürlich nicht basteln. Was ich allerdings sehr wohl mitbekam: Nach dem Telefonat war ihre Stimmung ziemlich im Keller. Deutlich runtergezogen.

Es war ihre Mutter. Zu Hause gebe es finanzielle Probleme.

Und in genau dem Moment ging bei mir innerlich natürlich sofort das volle Alarmprogramm los. Ich dachte nur: Scheiße. Jetzt bist du doch in genau so eine Nummer reingeraten, vor der hier im Forum seit Jahren immer wieder gewarnt wird. Eben noch sitzt du entspannt beim Essen in Rawai, und zwei Minuten später denkst du schon, dass jetzt gleich irgendwo der Wasserbüffel tot im Graben liegt und du als wandelnder Notgroschen einspringen darfst. Ich war in dem Moment wirklich komplett neben der Spur. Nicht, weil schon konkret irgendwer Geld von mir wollte. Sondern weil mir diese ganzen bekannten Geschichten schlagartig durch den Kopf geschossen sind. Vielleicht war sie einfach nur eine verdammt gute Schauspielerin. Vielleicht hatte ich mich komplett geirrt. Vielleicht war das Ganze von Anfang an doch nur clever eingefädelt, und ich saß jetzt mitten in der Falle.

Das Dumme war: Ich konnte die Situation in dem Moment auch gar nicht sauber einordnen. Wir waren zusammen unterwegs, mitten auf Phuket, keiner von uns konnte sich einfach mal eben aus der Nummer rausbeamen, und in meinem Kopf lief schon wieder das komplette Kopfkino. Worauf bist du hier denn bitte reingefallen? Genau das schoss mir in dem Moment durch den Kopf....
 
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Es stellte sich dann heraus, dass einer ihrer Brüder sich Zugang zum Sparkonto verschafft hatte und eine ziemlich hohe Summe verschwunden war. Das Geld hatte Pim über längere Zeit für ihre Mutter zurückgelegt. Da sie in ihrem Job als Air Traffic Controllerin allerdings wirklich gut verdient, war das finanziell am Ende nicht existenzbedrohend. Super ärgerlich, ein riesiges Thema für die Familie und vor allem ein echter Schock ... aber eben kein Fall, bei dem jetzt plötzlich jemand mit dem Klingelbeutel vor mir stand.

Zwischendurch hatte ich für einen Moment auch mal verdrängt, dass sie ja alles andere als mittellos war und das Ganze für sie zwar schlimm, aber eben nicht ruinös sein konnte. Einerseits war ich natürlich erleichtert. Andererseits hat es mich dann doch beschäftigt, wie das mit ihr und der Familie überhaupt weitergehen soll. Man merkte schon, dass da deutlich tiefere Probleme drunterlagen und nicht einfach nur irgendein einmaliger Ausrutscher. Na, nun hat mich der Liebeskasper aber ganz überrollt, oder? Klasse! Ich war mittendrin anstatt nur dabei.

Die Stimmung war damit für den Tag natürlich ziemlich im Eimer. Wir setzten uns wieder ins Auto und fuhren zurück zum Hotel. Während der Fahrt war es für mich schon zu merken, wie der Schock nachlässt. Am Hotelstrand schauten wir uns noch ganz ruhig den Sonnenuntergang an. Eigentlich eine schöne Kulisse, aber natürlich war das für Pim innerlich komplett gelaufen. Es war eher so ein stiller Abend, bei dem man merkt, dass jemand körperlich neben einem sitzt, gedanklich aber ganz woanders ist. Später haben wir dann noch lange und ausführlich über die tieferen Probleme in ihrer Familie gesprochen bei reichlich Wein. Dadurch setzte sich bei mir langsam ein Bild zusammen. Viel Verantwortung, viel Druck und Pim war offenbar diejenige, die irgendwie versucht, das Ganze noch zusammenzuhalten.

Irgendwann bin ich dann tatsächlich auf dem Balkon des Hotelzimmers eingeschlafen, während Pim drinnen auf einer extra Liege lag. Der Wein tat wohl auch sein übriges. Gegen zwei Uhr nachts wurde ich wieder wach und habe uns dann beide mehr oder weniger ordentlich ins Bett verfrachtet.

Den nächsten Tag haben wir dann ganz gemütlich rund ums Hotel verbracht. Eigentlich wollten wir weiter hoch in den Norden fahren, aber das schoben wir erstmal auf den nächsten Tag. Pim war langsam auch wieder etwas besser drauf, hing aber trotzdem immer wieder am Telefon. Man merkte einfach, dass sie in der Familie diejenige ist, bei der alles zusammenläuft. Abends waren wir dann noch in einem Strandlokal essen. Ich hatte ein Curry, das mir in der Nacht allerdings noch recht eindrucksvoll die Quittung präsentiert hat. Ich saß gefühlt die halbe Nacht auf dem Klo und mir war richtig übel. Das jetzt auch noch. Ich hoffte einfach nur, dass es bis zum Morgen besser wird, denn am nächsten Tag wollten wir ja eigentlich weiter in den Norden.

Irgendwann gegen vier Uhr morgens kroch ich dann wieder ziemlich erledigt ins Bett. Pim war in der Situation wirklich super süß und hat sich direkt um mich gekümmert. Medicine brauchte es definitiv. Irgendwie hat sie mitten in der Nacht noch einen Elektrolyt Drink organisiert, und damit wurde es dann langsam etwas besser. Ihr selbst war auch nicht ganz wohl im Bauch, aber sie hatte es zum Glück deutlich weniger erwischt als mich.
 
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