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Thailand Nach Jahren des Mitlesens: Mein Thailand-Reisebericht

Ich kann auf phuket rawai und naiharn bbeach empfehlen, vielen Dank für deinen bericht
 
Im JW Marriot war ich mal für eine Woche und fand es furchtbar. Für mich war es eher ein goldener Käfig. Rundum ist ja nun gar nichts. Bierpreise am Pool extrem teuer, rauchen am Pool nur in der Raucherecke und so gar nicht mein Publikum.
Wir waren seinerzeit froh, nach der Woche nach Patong zu gehen.

Vermutlich ist es noch etwas anderes, wenn man mit Mädels dort ist, aber wir hatten uns nur mit ein paar Kumpels getroffen.
 
Da klinke ich mich auch mal ein.

Sehr schöner Bericht bis hierher!

Ich war genau jeweils 1x im Nana und 1x in der Soi Cowboy und beides wird mich nicht mehr sehen. Bereits am Eingang sollten wir Getränke bestellen, ohne einen Blick in die Gogo werfen zu können. Drinnen dann gab es direkt ein "set-LD" zum Schnäppchenpreis von 400 oder 450 THB. Ein Getränk ist dabei ein Tequilly, der natürlich sofort geext wird.
Die Ladys im Laden sehr pushy und der Preis für ST, LT astronomisch (und das für Girls, die alles andere als Modells waren). Danach ging es dann wieder nach Pattaya und alles war gut. Aber es scheint ja genügend Abnehmer für die Mädels dort zu geben.

Bin gespannt wie es bei dir weiterging!
 
Weiter geht’s. Nun hat es wieder etwas gedauert, sorry dafür. Ich habe euch hier aber natürlich nicht vergessen und will euch weiter teilhaben lassen.

Wir hatten also erstmal gefrühstückt. Ziemlich reichhaltige Auswahl mit den üblichen Stationen, an denen frisches Rührei, Omelett und der ganze Rest gemacht werden. Ihr kennt das ja aus den größeren Hotelanlagen. Wie hier schon richtig angemerkt wurde, liegt das Hotel so, dass man fußläufig nicht unbedingt viel Spannendes erreicht. An der Zufahrt gibt es eine kleine Mini Mall und ein paar Restaurants, das war’s dann aber im Grunde auch schon. Da wir uns nicht abhängig machen wollten, entschieden wir uns, ein Auto zu mieten. Das war ohnehin grob geplant, weil wir auch noch weiter hoch in den Norden wollten.

Roller lehne ich für mich ja komplett ab. Ich habe einfach zu viele Unfälle live gesehen oder die Minuten direkt danach miterlebt. Das ist mir zu unsicher. Autofahren auf der anderen Seite macht mir dagegen nichts aus, und Pim konnte im Zweifel auch fahren. Also haben wir uns einen Mietwagen organisiert. An der kleinen Mall an der Zufahrt gab es zwar offiziell eher so eine Scooter Rental Bude, aber die besorgen einem ja am Ende auch alles Mögliche. Pim hatte das recht schnell geregelt. Geworden ist es dann ganz klassisch ein Toyota Corolla.

Danach ging es nochmal kurz zurück ins Hotel, Parkplatz klären und so weiter. War aber alles kein Problem, direkt vor der Anlage gab es genug Möglichkeiten. Pim wollte vor der Abfahrt nochmal kurz aufs Zimmer, noch schnell duschen. Bei der alleinigen Dusche ist es natürlich nicht geblieben, und es kam, wie es kommen musste. Danach dann aber wirklich los. Erstmal Richtung Phuket Town. Ich hatte das ehrlich gesagt hübscher in Erinnerung. Natürlich gibt es dort schöne Ecken und gerade Old Town hat auch seinen Charme, aber beim Durchfahren war ich doch wieder etwas überrascht, wie viel von Phuket eben auch einfach nur verbaut, hektisch und optisch abgefuckt ist.

Wir sind dann weiter runter bis Rawai Beach gefahren und dort ein bisschen an der Promenade entlanggelaufen. Pim hatte schon wieder Hunger. Ich finde es ja immer faszinierend, wie viele Mahlzeiten manche der Damen dort so am Tag wegdrücken und dabei trotzdem komplett in Form bleiben. Natürlich gibt es auch da andere Beispiele, aber bei ihr war das wirklich so. Also setzten wir uns in eines der typischen Restaurants an der Promenade. Pim bestellte sich einen Teller Schweinefleisch, ich nahm ganz klassisch Pad Kra Pao.

Während wir gegessen haben, hat Pim ziemlich viel aus ihrem Leben erzählt. Wie sie mit vier Brüdern aufgewachsen ist, für die Ausbildung nach Bangkok gegangen ist und sich dort dann Stück für Stück etwas aufgebaut hat. Das war schon interessant, weil es eben nicht nur dieses übliche oberflächliche Geplänkel war, sondern mal etwas mehr Substanz hatte.

Irgendwann wurde unser Gespräch dann durch einen Anruf auf ihrem Handy unterbrochen. Sie telefonierte fast zehn Minuten auf Thai und wirkte dabei recht aufgebracht. Ich bekomme da ja immer nur einzelne Brocken mit, aber einen wirklichen Zusammenhang kann ich mir daraus natürlich nicht basteln. Was ich allerdings sehr wohl mitbekam: Nach dem Telefonat war ihre Stimmung ziemlich im Keller. Deutlich runtergezogen.

Es war ihre Mutter. Zu Hause gebe es finanzielle Probleme.

Und in genau dem Moment ging bei mir innerlich natürlich sofort das volle Alarmprogramm los. Ich dachte nur: Scheiße. Jetzt bist du doch in genau so eine Nummer reingeraten, vor der hier im Forum seit Jahren immer wieder gewarnt wird. Eben noch sitzt du entspannt beim Essen in Rawai, und zwei Minuten später denkst du schon, dass jetzt gleich irgendwo der Wasserbüffel tot im Graben liegt und du als wandelnder Notgroschen einspringen darfst. Ich war in dem Moment wirklich komplett neben der Spur. Nicht, weil schon konkret irgendwer Geld von mir wollte. Sondern weil mir diese ganzen bekannten Geschichten schlagartig durch den Kopf geschossen sind. Vielleicht war sie einfach nur eine verdammt gute Schauspielerin. Vielleicht hatte ich mich komplett geirrt. Vielleicht war das Ganze von Anfang an doch nur clever eingefädelt, und ich saß jetzt mitten in der Falle.

Das Dumme war: Ich konnte die Situation in dem Moment auch gar nicht sauber einordnen. Wir waren zusammen unterwegs, mitten auf Phuket, keiner von uns konnte sich einfach mal eben aus der Nummer rausbeamen, und in meinem Kopf lief schon wieder das komplette Kopfkino. Worauf bist du hier denn bitte reingefallen? Genau das schoss mir in dem Moment durch den Kopf....
 
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booh, mach es nicht so spannend. Wir wollen alle wissen wie es weitergeht :coool:
 
Es stellte sich dann heraus, dass einer ihrer Brüder sich Zugang zum Sparkonto verschafft hatte und eine ziemlich hohe Summe verschwunden war. Das Geld hatte Pim über längere Zeit für ihre Mutter zurückgelegt. Da sie in ihrem Job als Air Traffic Controllerin allerdings wirklich gut verdient, war das finanziell am Ende nicht existenzbedrohend. Super ärgerlich, ein riesiges Thema für die Familie und vor allem ein echter Schock ... aber eben kein Fall, bei dem jetzt plötzlich jemand mit dem Klingelbeutel vor mir stand.

Zwischendurch hatte ich für einen Moment auch mal verdrängt, dass sie ja alles andere als mittellos war und das Ganze für sie zwar schlimm, aber eben nicht ruinös sein konnte. Einerseits war ich natürlich erleichtert. Andererseits hat es mich dann doch beschäftigt, wie das mit ihr und der Familie überhaupt weitergehen soll. Man merkte schon, dass da deutlich tiefere Probleme drunterlagen und nicht einfach nur irgendein einmaliger Ausrutscher. Na, nun hat mich der Liebeskasper aber ganz überrollt, oder? Klasse! Ich war mittendrin anstatt nur dabei.

Die Stimmung war damit für den Tag natürlich ziemlich im Eimer. Wir setzten uns wieder ins Auto und fuhren zurück zum Hotel. Während der Fahrt war es für mich schon zu merken, wie der Schock nachlässt. Am Hotelstrand schauten wir uns noch ganz ruhig den Sonnenuntergang an. Eigentlich eine schöne Kulisse, aber natürlich war das für Pim innerlich komplett gelaufen. Es war eher so ein stiller Abend, bei dem man merkt, dass jemand körperlich neben einem sitzt, gedanklich aber ganz woanders ist. Später haben wir dann noch lange und ausführlich über die tieferen Probleme in ihrer Familie gesprochen bei reichlich Wein. Dadurch setzte sich bei mir langsam ein Bild zusammen. Viel Verantwortung, viel Druck und Pim war offenbar diejenige, die irgendwie versucht, das Ganze noch zusammenzuhalten.

Irgendwann bin ich dann tatsächlich auf dem Balkon des Hotelzimmers eingeschlafen, während Pim drinnen auf einer extra Liege lag. Der Wein tat wohl auch sein übriges. Gegen zwei Uhr nachts wurde ich wieder wach und habe uns dann beide mehr oder weniger ordentlich ins Bett verfrachtet.

Den nächsten Tag haben wir dann ganz gemütlich rund ums Hotel verbracht. Eigentlich wollten wir weiter hoch in den Norden fahren, aber das schoben wir erstmal auf den nächsten Tag. Pim war langsam auch wieder etwas besser drauf, hing aber trotzdem immer wieder am Telefon. Man merkte einfach, dass sie in der Familie diejenige ist, bei der alles zusammenläuft. Abends waren wir dann noch in einem Strandlokal essen. Ich hatte ein Curry, das mir in der Nacht allerdings noch recht eindrucksvoll die Quittung präsentiert hat. Ich saß gefühlt die halbe Nacht auf dem Klo und mir war richtig übel. Das jetzt auch noch. Ich hoffte einfach nur, dass es bis zum Morgen besser wird, denn am nächsten Tag wollten wir ja eigentlich weiter in den Norden.

Irgendwann gegen vier Uhr morgens kroch ich dann wieder ziemlich erledigt ins Bett. Pim war in der Situation wirklich super süß und hat sich direkt um mich gekümmert. Medicine brauchte es definitiv. Irgendwie hat sie mitten in der Nacht noch einen Elektrolyt Drink organisiert, und damit wurde es dann langsam etwas besser. Ihr selbst war auch nicht ganz wohl im Bauch, aber sie hatte es zum Glück deutlich weniger erwischt als mich.
 
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