Vietnam Queiser85 auf Abwegen Zwischen Singleleben und Familienurlaub Da Nang 2026

So Leute, dann will ich mal wieder etwas aufholen und meinen Reisebericht fortsetzen. Mittlerweile bin ich ja wieder in Deutschland angekommen und habe noch einiges nachzuholen. Fangen wir also mit unserem letzten Tag in Pakse und dem anschließenden letzten gemeinsamen Abend in Vientiane an.

Am Morgen des 15. Oktober standen wir wie gewohnt auf und gingen erst einmal gemütlich frühstücken. Die Koffer hatten wir bereits am Vorabend größtenteils gepackt, sodass wir uns keinen Stress mehr machen mussten. Wir machten uns in aller Ruhe fertig und gegen 11 Uhr ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen.

Der Flughafen in Pakse ist wirklich winzig. 😂 Alles ist absolut überschaubar und die Wege könnten kaum kürzer sein. Es gibt vielleicht drei oder vier Schalter für die Gepäckaufgabe und das war es dann auch schon fast. Als wir ankamen, mussten wir noch ungefähr fünf Minuten warten, bis die Gepäckannahme überhaupt öffnete. Dementsprechend waren wir auch die Ersten, die ihre Koffer aufgeben konnten. Alles völlig entspannt und ohne irgendwelche Warteschlangen.

Anschließend setzte sich Sweetie in die Halle und ich ging noch einmal vor die Tür, um eine Zigarette zu rauchen. Diesmal sogar ganz artig im dafür vorgesehenen Bereich. Wobei die Sache mit dem Raucherbereich dort auch wieder etwas typisch asiatisch ist. 😂 Der offiziell gekennzeichnete Raucherbereich befand sich nämlich mitten in der prallen Sonne. Unter dem überdachten Vorbau stand dagegen am Ende ein Aschenbecher, an dem praktisch jeder rauchte, obwohl direkt daneben eine riesige durchgestrichene Zigarette auf den Boden gemalt war. Also stellte ich mich ebenfalls dorthin.

Dabei lernte ich ein amerikanisches Pärchen kennen, mit dem ich mich eine ganze Weile unterhielt. Es entwickelte sich ein wirklich nettes und interessantes Gespräch. Natürlich kamen wir irgendwann auch auf die Themen Politik, Regierung und die allgemeine Lebenssituation zu sprechen. Und ich muss sagen, vieles von dem, was die beiden mir über die Situation in den USA erzählten, kam mir aus Deutschland doch ziemlich bekannt vor. Offenbar beschäftigen die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks teilweise ganz ähnliche Dinge. Die beiden waren insgesamt sechs Monate in Laos unterwegs gewesen und flogen ebenfalls nach Vientiane, wo sie noch die letzten vier Tage ihrer Reise verbringen wollten.

Irgendwann wurde es dann Zeit, wieder hineinzugehen. Wie üblich wurde zunächst unser Ticket kontrolliert und abgestempelt. Anschließend ging es durch die Sicherheitskontrolle, bei der ich natürlich wieder einmal mein Feuerzeug abgeben durfte. Mittlerweile kenne ich das Spiel ja. 😂 Danach saßen wir im Abflugbereich, wobei man hier wirklich nicht von großen Entfernungen sprechen kann. Zwischen der Eingangshalle und dem Abflugbereich liegen vielleicht vier bis sechs Meter. Viel kürzer kann man einen Flughafen wohl kaum bauen.

Wir warteten noch ungefähr eine Viertelstunde, dann begann bereits das Boarding. Auch hier standen wieder Sonnenschirme bereit, damit man die kurze Strecke über das Rollfeld nicht ungeschützt durch die pralle Sonne laufen musste. Sweetie schnappte sich natürlich sofort einen. Ich beschloss dagegen, dass ich die ungefähr 50 Meter bis zum Flugzeug auch ohne Sonnenschirm überleben würde. 😂

Das Boarding war schnell erledigt und wir starteten pünktlich Richtung Vientiane. Während des Fluges gab es wie schon auf dem Hinflug ein Getränk und eine kleine Tüte Trockenfrüchte. Eine nette Kleinigkeit, gerade wenn man bedenkt, wie kurz dieser Flug eigentlich ist. Nach ungefähr 50 Minuten landeten wir bereits wieder in Vientiane.

Auch dort ging alles gewohnt schnell. Der Flughafen ist schließlich ebenfalls recht überschaubar. Sweetie hatte unserem Taxifahrer bereits geschrieben und natürlich stand er wieder bereit, um uns abzuholen. Für die Fahrt vom Flughafen zu unserem Riverside Hotel bezahlten wir, wenn ich mich richtig erinnere, ungefähr 56.000 Kip. Also gerade einmal etwas über zwei Euro. Da kann man wirklich nicht meckern.

Im Hotel angekommen, checkten wir erst einmal ein und beschlossen anschließend, etwas essen zu gehen. Ich hatte spontan Lust, noch einmal das Khop Chai Deu zu besuchen. Also machten wir uns auf den Weg dorthin.

Wir bestellten gemeinsam ein Set mit Som Tam, einem halben Grillhähnchen, etwas Reis und Gemüse. Zusätzlich gönnte ich mir noch eine Portion Pommes mit Knoblauch und Pfeffer, während Sweetie noch etwas Khao Niao, also Klebereis, bestellte. Dazu trank ich gemütlich ein Bier. Das Essen war ordentlich und wir ließen uns Zeit. Schließlich hatten wir für diesen Tag keine großen Unternehmungen mehr geplant.

Anschließend ging es zu Fuß in einen Supermarkt, dessen Namen ich leider vergessen habe. Ich musste schließlich noch einige Mitbringsel für Deutschland besorgen. Und wenn ich schon einmal in Laos bin, darf natürlich auch das eine oder andere Getränk nicht fehlen. 😂

Also wanderten zunächst zwei Paletten Beerlao mit jeweils 24 Dosen à 0,33 Liter in den Einkaufswagen. Dazu kamen ungefähr 20 bis 24 dieser kleinen Red-Bull-Fläschchen, die man hier überall bekommt. Außerdem kaufte ich mehrere große Packungen Trockenfrüchte, einen großen Karton meiner geliebten Yum-Yum-Nudeln und natürlich noch die Chips, die mein Sohn so gerne isst.

Da kam am Ende schon einiges zusammen. Vor allem musste ich natürlich darauf achten, dass wir mit dem Gewicht unserer Koffer nicht über die erlaubten Grenzen kamen. Also fragten wir an der Kasse, ob wir die Einkäufe noch einmal wiegen könnten. Die Kassiererin machte das völlig selbstverständlich und ohne irgendwelche Diskussionen. So wusste ich ziemlich genau, wie viele Kilogramm ich anschließend auf die verschiedenen Koffer verteilen musste.

Sweetie kontaktierte wieder unseren Taxifahrer und wenig später ging es mit unseren ganzen Einkäufen zurück ins Hotel. Dort kaufte ich mir an der Rezeption noch eine kleine Dose Bier. Während Sweetie sich darum kümmerte, die ganzen Sachen vernünftig in den Koffern unterzubringen, setzte ich mich gemütlich auf den Balkon und genoss mein Bier. Arbeitsteilung muss schließlich sein. 😂

Für den Abend hatte ich mir allerdings noch etwas vorgenommen. @Pillo hatte mir eine Bar in Vientiane empfohlen, die ich unbedingt einmal besuchen wollte. Direkt daneben sollte sich außerdem ein Grillrestaurant befinden, das er mir ebenfalls ans Herz gelegt hatte. Dort konnte man sich offenbar verschiedene Fische und Meeresfrüchte selbst aussuchen, die anschließend frisch gegrillt werden.

Mein Plan war also ganz einfach: Erst gemütlich ein paar Bier in der Bar trinken und anschließend nebenan schön essen gehen. Das klang für mich nach einem perfekten letzten Abend.

Also machten Sweetie und ich uns mit dem Taxi auf den Weg.

Als wir dort ankamen, war allerdings praktisch nichts los. Und damit meine ich wirklich nichts. 😂 Die Bar war fast leer und auch in den anderen Bars der Umgebung herrschte gähnende Leere. Keine Ahnung, ob wir einfach zur falschen Zeit dort waren oder ob an diesem Abend generell nicht viel los war. Jedenfalls war die Stimmung entsprechend ruhig.

Lediglich im benachbarten Grillrestaurant, das @Pillo ebenfalls empfohlen hatte, war etwas mehr Betrieb. Das sah auch durchaus interessant aus. Genau dort wollte ich später eigentlich noch essen gehen.

Wir blieben zunächst in der Bar sitzen und tranken gemütlich etwas. Irgendwann wollte ich dann aber doch noch in das Restaurant wechseln. Allerdings machte mir Sweetie einen Strich durch die Rechnung. Irgendetwas an diesem Restaurant gefiel ihr nicht. Was genau das Problem war, kann ich euch bis heute nicht sagen. Ich habe auch nicht groß nachgefragt oder eine Diskussion daraus gemacht. Wenn sie dort nicht essen wollte, dann eben nicht.

Also beschlossen wir, wieder zurückzugehen. Diesmal allerdings zu Fuß. Unterwegs schaute ich immer wieder, ob ich vielleicht noch irgendwo etwas Leckeres zu essen entdecken würde. Aber irgendwie sprach mich nichts so richtig an. Sweetie hatte offenbar ohnehin keinen Hunger mehr und so landeten wir schließlich wieder in unserem Hotel.

Dort machten wir es uns auf dem Zimmer gemütlich und genossen noch einmal ausgiebig unsere gemeinsame Zeit. Auch die Badewanne wurde an diesem Abend noch einmal gründlich auf ihre Tauglichkeit überprüft. 😂 Ich kann euch jedenfalls versichern, dass sie den Test bestanden hat.

Irgendwann gegen ein Uhr nachts dürften wir dann eingeschlafen sein.

Allerdings lag über diesem Abend bereits eine gewisse Wehmut. Man merkte einfach, dass sich unsere gemeinsame Zeit langsam dem Ende näherte. Am nächsten Tag würde ich zurück nach Deutschland fliegen und Sweetie wieder nach Pakse zurückkehren. Dann würde für jeden erst einmal wieder der normale Alltag beginnen.

Solche Abende sind für mich immer besonders schwierig. Einerseits möchte man die letzten gemeinsamen Stunden natürlich noch einmal richtig genießen, andererseits weiß man ganz genau, dass der Abschied unmittelbar bevorsteht. Und egal, wie oft man das schon erlebt hat, leichter wird es dadurch irgendwie nicht.

Ich hatte Sweetie deshalb auch angeboten, ihr Hotelzimmer noch um eine weitere Nacht zu verlängern. Mein Gedanke war, dass sie dann noch eine Nacht länger in Vientiane bleiben und am nächsten Morgen ganz entspannt zurück nach Pakse fliegen könnte.

Aber davon wollte sie überhaupt nichts wissen.

Sie hatte sich fest vorgenommen, jetzt wieder etwas Geld zu sparen, und wollte deshalb lieber die anstrengende Busfahrt auf sich nehmen. Ich versuchte zwar noch, sie davon zu überzeugen, dass ein weiterer Flug wesentlich angenehmer wäre, aber sie blieb bei ihrer Entscheidung.

Ich glaube, sie hatte in den vergangenen Tagen auch gesehen, wie viel Geld ich für die gesamte Reise ausgegeben hatte. Die ganzen Flüge, Hotels, Mietwagen, Ausflüge und sonstigen Unternehmungen summieren sich schließlich irgendwann. Und obwohl ich ihr mehrfach sagte, dass das für mich in Ordnung sei, war es ihr offensichtlich wichtig, jetzt nicht noch mehr Geld auszugeben.

Also akzeptierte ich ihre Entscheidung. Auch wenn ich persönlich die Busfahrt gegen einen kurzen Flug jederzeit eintauschen würde. Aber gut, jeder hat eben seine eigenen Vorstellungen davon, wofür er Geld ausgeben möchte und wofür nicht.

So ging also unser letzter gemeinsamer Abend in Vientiane zu Ende. Kein großes Programm, keine wilden Partys und auch kein besonders spektakulärer Abschluss. Einfach ein bisschen durch die Stadt, etwas trinken, gemeinsam Zeit verbringen und die letzten Stunden genießen.

Und ganz ehrlich, mehr brauchte ich an diesem Abend auch nicht.

Denn eines war uns beiden mittlerweile vollkommen bewusst: Am nächsten Morgen würde der Abschied kommen. Und darauf hatte ich überhaupt keine Lust.

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So Leute, dann kommen wir jetzt zum letzten Tag meiner Reise und damit leider auch zum Abreisetag. Wobei ich eigentlich noch fast den ganzen Tag in Vientiane zur Verfügung hatte, da wir erst gegen 18 Uhr am Flughafen sein mussten. Trotzdem war die Stimmung natürlich schon entsprechend gedrückt. Ihr kennt das ja mittlerweile von mir. Sobald die Abreise näher rückt, bekomme ich meine allseits bekannten Abreise-Depressionen. 😂

Der Morgen begann allerdings ausgesprochen angenehm. Ich wurde von Sweetie ganz sanft geweckt und bevor wir überhaupt daran dachten, aufzustehen, gab es erst einmal zwei ausgiebige Runden Abschiedssport. Schließlich sollte man die letzten gemeinsamen Stunden auch ordentlich nutzen. 😁 Danach machten wir uns langsam fertig und wollten gerade zum Frühstück gehen, als plötzlich mein Telefon klingelte.

Meine Ex-Frau war dran und erklärte mir, dass sie gerade unser Hotel suche. Sie wollte mir schließlich unseren Sohn zurückbringen, der an diesem Tag gemeinsam mit mir nach Deutschland fliegen sollte. Ich ging auf den Balkon, schaute nach unten und entdeckte sie tatsächlich schon auf der Straße. Sie sah mich ebenfalls und ich sagte ihr, dass sie einfach in die Lobby kommen solle.

Sweetie und ich fuhren anschließend mit dem Aufzug nach unten. Meine Ex-Frau war gemeinsam mit ihrer Tante gekommen, von der ich euch ja bereits erzählt hatte. Nach einer kurzen Begrüßung verabschiedete sie sich von unserem Sohn, der allerdings schon ganz andere Dinge im Kopf hatte. Kaum hatte er das Frühstücksbuffet entdeckt, kam auch schon: „Oh, Frühstück! Ich habe Hunger!“ 😂

Und schwupps war er auch schon mit Sweetie auf dem Weg zum Buffet. Ich ging währenddessen zur Rezeption und fragte den Mitarbeiter, ob mein Sohn mitfrühstücken dürfe und was das kosten würde. Schließlich hatte er ja gar nicht im Hotel übernachtet. Der Mitarbeiter winkte allerdings nur freundlich ab und meinte, dass das überhaupt kein Problem sei. Er könne selbstverständlich kostenlos mitfrühstücken.

Das fand ich wirklich eine ausgesprochen nette Geste und einen hervorragenden Service. Es war übrigens bereits mein zweiter Aufenthalt in diesem Hotel und auch diesmal war ich wieder sehr zufrieden. Solche Kleinigkeiten bleiben einem einfach positiv in Erinnerung.

Für meine Ex-Frau war der Abschied dagegen ziemlich emotional. Sie fing an zu weinen und erklärte mir noch, dass sie nun nach Singapur gehen würde. Dort hätte sie angeblich eine Arbeitsstelle in einem Kosmetikstudio. Na ja, ich habe mir meinen Teil dazu gedacht. 😂

Sie erzählte weiter, dass sie gegen 14 Uhr zunächst nach Thailand fliegen würde, um sich dort mit einigen Freundinnen zu treffen. Am nächsten Tag sollte es dann weiter nach Singapur gehen. Wir umarmten uns noch kurz zum Abschied und anschließend ging ich ebenfalls zum Frühstück.

Sweetie und mein Sohn waren mittlerweile schon fleißig am Lachen und Herumalbern. Die beiden verstehen sich wirklich bombig. Es wurde gekichert, gequiekt und herumgealbert, dass ich zeitweise schon dachte, die anderen Hotelgäste würden sich gleich beschweren. 😂 Aber die beiden hatten offensichtlich ihren Spaß und das war für mich natürlich schön anzusehen.

Nach dem Frühstück holte ich zunächst den Koffer meines Sohnes mit aufs Zimmer. Da es sich um einen Handgepäckkoffer handelte, kontrollierte ich noch einmal, ob sich irgendwelche Flüssigkeiten darin befanden, die später bei der Sicherheitskontrolle Probleme machen könnten. Anschließend räumte ich noch ein paar Sachen um und holte unsere restlichen Koffer.

Dabei fiel mir bereits auf, dass einer der großen Koffer ziemlich schwer war, während der andere deutlich leichter wirkte. Aber ich dachte mir, dass ich das notfalls am Flughafen noch korrigieren könnte. Schließlich fliege ich regelmäßig mit Thai Airways und hatte bisher eigentlich nie größere Probleme mit meinem Gepäck. Also machte ich mir zunächst keine weiteren Gedanken.

Wir stellten die Koffer an der Rezeption ab und beschlossen, noch ein wenig durch die Gegend zu ziehen. Ein paar Meter vom Hotel entfernt gibt es ein Restaurant, das von einem Franzosen betrieben wird. Ich meine, es heißt Tyson Kitchen, bin mir beim Namen allerdings nicht mehr ganz sicher.

Dort setzten wir uns zunächst gemütlich hin, tranken einen Kaffee und ich erledigte noch ein paar Dinge. Unter anderem kümmerte ich mich um den Check-in für unsere Flüge und hatte noch etwas Papierkram zu erledigen. Das Restaurant kann ich übrigens durchaus empfehlen. Ich war später am Mittag noch einmal dort und bestellte mir ein Cordon bleu, das wirklich hervorragend schmeckte.

So verbrachten wir den Tag ziemlich entspannt und pendelten immer wieder zwischen dem Restaurant, dem Big C und unserem Hotel hin und her. Große Unternehmungen standen ohnehin nicht mehr auf dem Programm. Dafür war die verbleibende Zeit zu knapp und meine Stimmung ehrlich gesagt auch nicht mehr die beste.

Vor dem Hotel lernte ich dann noch einen Holländer kennen, mit dem ich mich bestimmt eine gute halbe Stunde unterhielt. Ein wirklich netter Kerl, der bereits seit über 25 Jahren in Thailand lebt. Natürlich hatte er entsprechend viel zu erzählen und wir kamen schnell ins Gespräch. Da er hervorragend Deutsch sprach, konnten wir uns auch völlig problemlos unterhalten. Ich finde solche zufälligen Begegnungen immer wieder interessant. Gerade Menschen, die schon so lange in Asien leben, haben oft eine Menge Erfahrungen gesammelt und können einem einiges erzählen.

Irgendwann wurde es dann allerdings langsam Zeit, Richtung Flughafen aufzubrechen. Zumindest dachte ich das.

Es wurde 16 Uhr, dann 17 Uhr, dann halb sechs und schließlich sogar 18 Uhr. Von unserem Taxi war allerdings weit und breit nichts zu sehen. Mittlerweile wurde ich doch langsam etwas unruhig. Schließlich wollten wir ja noch unser Gepäck aufgeben und durch die Ausreisekontrolle.

Um 18:15 Uhr war immer noch kein Taxi da. Erst gegen 18:20 Uhr tauchte unser Fahrer endlich auf. Na wunderbar! 😂

Also schnell die Koffer eingeladen, verabschiedet und ab zum Flughafen.

Wir kamen ungefähr eine halbe Stunde vor Beginn des Boardings am Flughafen Wattay an. Normalerweise wäre mir das für einen internationalen Flug deutlich zu knapp gewesen. Aber Vientiane ist nun einmal kein riesiger Flughafen und die Wege sind entsprechend kurz. Deshalb war ich noch relativ entspannt.

Wir gingen direkt zu den Gepäckaufgabeschaltern, an denen erfreulicherweise überhaupt nichts los war. Also konnte ich sofort meine Koffer auf die Waage stellen.

Und jetzt wurde es lustig. 😂

Der erste große Koffer brachte stolze 33 Kilogramm auf die Waage, der zweite gerade einmal 20 Kilogramm. Dazu kamen noch unsere beiden Handgepäckkoffer mit ungefähr zwei beziehungsweise sechs Kilogramm.

Ich erklärte der freundlichen Mitarbeiterin, dass ich mit dem Gesamtgewicht eigentlich innerhalb meiner Freigrenze liegen müsste, die Kilos allerdings etwas unglücklich verteilt hätte. Falls das ein Problem sei, würde ich die Sachen selbstverständlich noch umpacken.

Sie erklärte mir freundlich, dass ich das Gepäck bitte entsprechend umverteilen solle.

Na gut, kein Problem. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass man das am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok vermutlich etwas entspannter gesehen hätte. Aber egal.

Also Koffer auf, Sachen hin und her geräumt und wieder auf die Waage. Am Ende hatte der eine Koffer 25,1 Kilogramm und der andere 24,6 Kilogramm.

Prima, dachte ich. Passt doch wunderbar!

Also wieder zum Schalter.

Die Mitarbeiterin erklärte mir allerdings erneut, dass die Koffer zu schwer seien.

Ich schaute sie etwas verwundert an und erklärte ihr, dass die 100 Gramm beim einen Koffer doch nun wirklich nicht der Rede wert seien. 😂

Bis ich irgendwann begriff, dass mein eigentliches Problem überhaupt nicht diese 100 Gramm waren.

Ich hatte nämlich gar keine 25 Kilogramm Freigepäck pro Koffer, sondern lediglich 23 Kilogramm!

Na herzlichen Glückwunsch. 😂

Also wieder alles aufmachen, erneut umräumen und diesmal mussten ein paar der mitgebrachten Bierdosen dran glauben. Ich hatte schließlich reichlich Beerlao eingekauft und die Dosen eigneten sich hervorragend, um das Gewicht etwas zu reduzieren.

Also aus beiden Koffern noch einige Bierdosen herausgenommen, wieder alles verschlossen und erneut gewogen. Schließlich lagen beide Koffer nur noch knapp über 23 Kilogramm, was die Mitarbeiterin dann auch akzeptierte.

Endlich waren wir unser Gepäck los!

Allerdings hatte die ganze Aktion natürlich einiges an Zeit gekostet. Und damit blieb für die eigentliche Verabschiedung von Sweetie leider kaum noch Zeit.

Alles ging plötzlich ziemlich hektisch. Ein kurzes Verabschieden, noch einmal umarmen und dann mussten mein Sohn und ich auch schon weiter.

Ich muss sagen, dass dieser Abschied dadurch überhaupt nicht so emotional verlief, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Es ging alles so hopplahopp, dass man kaum Zeit hatte, überhaupt richtig darüber nachzudenken. Vielleicht war das am Ende sogar besser so. Jedenfalls möchte ich darüber gar nicht allzu viele Worte verlieren.

Mein Sohn und ich gingen anschließend nach oben zur Sicherheitskontrolle. Die war innerhalb von vielleicht zwei oder drei Minuten erledigt. Auch an der Passkontrolle war praktisch nichts los.

Allerdings fiel mir dort wieder ein, dass man für die Ausreise aus Laos noch diese entsprechende Karte ausfüllen musste.

Also die zwei Meter zurück zum Tisch, zwei Formulare geschnappt und schnell ausgefüllt. Wobei „ausgefüllt“ vielleicht etwas übertrieben ist. 😂

Ich kritzelte irgendwelche Angaben hinein, die teilweise überhaupt nicht stimmten, und selbst unsere Namen waren eher hingeschmiert als ordentlich geschrieben. Hauptsache, die Zettel waren irgendwie voll.

Anschließend gab ich die Formulare zusammen mit unseren Reisepässen ab.

Und siehe da: Alles völlig problemlos!

Ausreisestempel rein, Pässe zurück und fertig. Tschüss Laos!

Das Boarding begann ungefähr zehn Minuten später als geplant, verlief anschließend aber ziemlich flott. Auch der Flug selbst war völlig problemlos und wir landeten am Ende sogar ungefähr eine Viertelstunde früher als vorgesehen in Bangkok.

Während dieses Fluges lernte ich übrigens einen wirklich netten Thailänder kennen. Er arbeitet als Projektmanager für ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln und spricht ziemlich gut Deutsch. Wir unterhielten uns ausgesprochen angenehm und er war wirklich sehr freundlich und zuvorkommend. Er lud meinen Sohn und mich sogar ein, ihn bei unserem nächsten Aufenthalt in Bangkok zu besuchen und gemeinsam zum Lunch zu gehen.

Und dort hatte ich ausnahmsweise einmal richtig Glück mit unserem Ankunftsgate.

Wir stiegen nämlich direkt bei Gate D5 aus, praktisch unmittelbar in der Nähe meiner favorisierten Miracle Lounge.

Na, wenn das mal kein guter Zufall war! 😁

Also nichts wie hin und direkt einen Lounge-Zugang für zwei Stunden gebucht. Tatsächlich konnten wir davon allerdings nur ungefähr eine gute Stunde nutzen, da unser Weiterflug vom SAT-1-Terminal starten sollte.

Dorthin mussten wir bekanntlich noch mit dem Zug fahren und anschließend auch noch ein gutes Stück zu Fuß zurücklegen. Ich rechnete vorsichtshalber mit ungefähr 20 Minuten für den gesamten Weg.

Also genossen wir die Zeit in der Lounge, aßen und tranken noch etwas und machten uns schließlich ungefähr fünf Minuten vor dem angekündigten Boarding auf den Weg.

Als wir am Gate ankamen, hatte das Boarding allerdings noch gar nicht begonnen.

Na wunderbar, also wieder hinsetzen und warten. 😂

Ungefähr zehn Minuten später ging es dann aber tatsächlich los.

Das Boarding verlief recht zügig und der Flieger füllte sich innerhalb kurzer Zeit. Ich konnte jedenfalls keinen einzigen freien Sitzplatz entdecken. Die Maschine schien bis auf den letzten Platz ausgebucht zu sein.

Kurz darauf starteten wir Richtung Frankfurt.

Der Flug selbst war ausgesprochen angenehm. Ich habe tatsächlich bestimmt acht Stunden geschlafen. Mein Sohn hat sogar noch länger geschlafen.

Allerdings muss ich diesmal etwas kritisieren, was ich von Thai Airways eigentlich überhaupt nicht gewohnt bin.

Das Essen war diesmal wirklich grottenschlecht!

Normalerweise bin ich mit dem Essen bei Thai Airways ausgesprochen zufrieden. Ich habe dort schon oft hervorragend gegessen und freue mich eigentlich immer auf die Mahlzeiten. Aber diesmal war das wirklich nichts.

Ich konnte mit dem angebotenen Essen überhaupt nichts anfangen. Das Einzige, was mir einigermaßen geschmeckt hat, waren die Sandwiches.

Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich bei Thai Airways mit dem Essen derart unzufrieden war. Aber gut, vielleicht hatte die Bordküche einfach einen schlechten Tag erwischt. 😂

Ansonsten gab es wirklich nichts zu beanstanden. Der Flug verlief ruhig, wir konnten ordentlich schlafen und landeten schließlich sogar ungefähr 15 Minuten früher als geplant in Frankfurt.

Auch dort ging alles erfreulich schnell. Keine größeren Verzögerungen, keine langen Wartezeiten und schon waren wir wieder draußen.

Natürlich musste ich erst einmal eine Zigarette rauchen. Nach einem solchen Langstreckenflug gehört das für mich einfach dazu. 😂

Kurz darauf waren wir auch schon an unserem Auto.

Allerdings ging es noch nicht direkt nach Hause.

Ich hatte nämlich mit einem Bekannten vereinbart, dass ich ihn auf dem Rückweg aus der Klinik abholen würde. Er war an der Schulter operiert worden und sollte an diesem Tag eigentlich gegen elf Uhr entlassen werden.

Also fuhren mein Sohn und ich zunächst zur Klinik nach Heidelberg.

Mein Bekannter konnte zwar etwas früher entlassen werden als ursprünglich geplant, trotzdem mussten wir noch ungefähr eine Stunde auf ihn warten.

Anschließend ging es gemeinsam weiter Richtung Saarbrücken.

Dort setzten wir ihn zunächst zu Hause ab. Ich parkte mein Auto bei ihm und wir beschlossen, noch gemeinsam etwas essen zu gehen. Schließlich hatten wir mittlerweile alle Hunger und ich wollte nach dem katastrophalen Flugzeugessen endlich wieder etwas Vernünftiges auf dem Teller haben. 😂

Nachdem wir gegessen und noch ein wenig gequatscht hatten, machten mein Sohn und ich uns schließlich auf die letzte Etappe.

Noch ungefähr 45 Minuten Fahrt und dann waren wir tatsächlich wieder zu Hause.

Mein Sohn hatte allerdings offensichtlich überhaupt keine Probleme damit, wieder in seinem gewohnten Umfeld angekommen zu sein. Kaum waren wir da, waren auch schon seine Freunde interessant. Also Fahrrad geschnappt und ab mit den Jungs zum Spielen. 😂

Ich dagegen durfte mich erst einmal um die Koffer kümmern.

Also alles ausgepackt, die ganzen Mitbringsel verstaut und versucht, wieder etwas Ordnung in das Gepäckchaos zu bringen.

Kurz darauf telefonierte ich noch mit Sweetie. Natürlich wollte ich wissen, wie es ihr ging und ob bei ihr alles in Ordnung war.

Anschließend ging ich noch zu meinem Nachbarn, um ein kleines Willkommensbier zu trinken.

Wobei es bei einem Bier natürlich nicht blieb.

Am Ende waren es bestimmt vier. 😂

Aber gut, nach einer solchen Reise darf man sich auch einmal ein paar Bierchen gönnen.

Als ich abends schließlich im Bett lag, kam allerdings wieder das, was ich eigentlich schon erwartet hatte.

Die Abreise-Depressionen waren wieder in voller Stärke zurück.

Ich lag da, dachte an die vergangenen Tage und hatte eigentlich schon wieder die Schnauze voll davon, zurück in Deutschland zu sein.

Am liebsten hätte ich direkt wieder meine Koffer gepackt und wäre zurück nach Asien geflogen.

Es ist wirklich jedes Mal das Gleiche. Kaum bin ich wieder hier, vermisse ich Asien. Die Menschen, das Essen, das Klima, die gesamte Atmosphäre und vor allem dieses Lebensgefühl.

Ich weiß natürlich, dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Aber ich fühle mich dort einfach wesentlich wohler. Für mich ist Asien meine Heimat und Deutschland mittlerweile eher der Ort, an den ich momentan noch regelmäßig zurückkehren muss.

Aber es gibt auch gute Nachrichten! 😁

Ich telefonierte am Abend noch einmal mit meinem Bekannten, den ich zuvor aus der Klinik abgeholt hatte. Wir hatten schon länger darüber gesprochen, über Weihnachten und Silvester gemeinsam nach Thailand zu fliegen.

Und an diesem Abend machten wir endgültig Nägel mit Köpfen.

Wir fliegen definitiv über Weihnachten und Silvester nach Thailand!

Und damit kann ich euch auch direkt einen kleinen Spoiler für den nächsten Reisebericht geben.

Ich habe nämlich gestern bereits bei Thai Airways gebucht.

Vom 20. Dezember bis zum 2. Januar werde ich wieder in Thailand sein.

Geplant ist momentan, die ersten beiden Tage in Bangkok zu verbringen und anschließend den Rest des Urlaubs in Pattaya zu genießen.

Natürlich kann sich an der genauen Planung noch etwas ändern, aber die Flüge sind bereits gebucht und damit steht die nächste Reise definitiv fest.

Für Bangkok habe ich übrigens auch schon eine Verabredung, auf die ich mich wirklich freue.

Erinnert ihr euch noch an den netten Thailänder, den ich auf meinem Flug von Vientiane nach Bangkok kennengelernt hatte? Er arbeitet als Projektmanager für ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln und spricht auch ziemlich gut Deutsch.

Wir hatten uns während des Fluges wirklich hervorragend unterhalten und er war ausgesprochen freundlich und zuvorkommend.

Er hatte mich und meinen Sohn damals eingeladen, ihn bei unserem nächsten Aufenthalt in Bangkok zu besuchen und gemeinsam zum Lunch zu gehen.

Diese Einladung möchte ich natürlich gerne annehmen.

Er hat sich bereits sehr darüber gefreut, dass wir uns tatsächlich noch einmal treffen können. Und ganz unabhängig davon finde ich es ohnehin immer interessant, solche Kontakte aufrechtzuerhalten. Gerade wenn jemand beruflich international unterwegs ist, über entsprechende Erfahrungen verfügt und dazu noch ein wirklich angenehmer Mensch ist, kann daraus durchaus eine interessante Bekanntschaft entstehen.

Auf dieses gemeinsame Mittagessen freue ich mich jedenfalls schon jetzt.

Das ist momentan tatsächlich auch der einzige Termin, der für die kommende Reise bereits feststeht.

Die Mutter meines Sohnes wird ebenfalls nach Thailand kommen und ihn dort abholen. Wann genau und wie wir das organisieren, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Wir haben bisher lediglich grob darüber gesprochen.

Ansonsten möchte ich den Urlaub möglichst entspannt angehen. Ein bisschen Bangkok, anschließend Pattaya, gutes Essen, nette Leute treffen und einfach wieder das Leben in Thailand genießen.

Und wer weiß, was sich bis dahin noch alles ergibt. 😂

Jedenfalls müsst ihr auf den nächsten Reisebericht gar nicht mehr so lange warten. Bis Weihnachten sind es schließlich nur noch ungefähr zwei Monate.

Wenn ihr also wieder Lust habt, mich auf meiner nächsten Reise zu begleiten, seid ihr natürlich herzlich eingeladen, auch beim nächsten Bericht wieder mitzulesen.

Aber bevor es so weit ist, bin ich mit diesem Reisebericht natürlich noch nicht ganz fertig.

Es wird auf jeden Fall noch ein ausführliches Fazit zu meiner gesamten Laosreise geben. Schließlich habe ich in diesen gut zwei Wochen unglaublich viel erlebt, neue Orte kennengelernt und einige interessante Erfahrungen gesammelt.

Außerdem möchte ich noch ein separates Fazit über Sweetie schreiben. Auch dazu gibt es natürlich einiges zu erzählen, gerade nachdem wir nun so viel gemeinsame Zeit miteinander verbracht haben.

Damit endet aber zunächst einmal der eigentliche Reisebericht meiner Oktoberreise.

Ich möchte mich auch an dieser Stelle wieder ganz herzlich bei allen bedanken, die mitgelesen, kommentiert, gelikt und meinen Bericht abonniert haben. Besonders gefreut habe ich mich über die vielen netten Rückmeldungen und den Zuspruch, den ich von einigen von euch bekommen habe.

Es macht mir wirklich Spaß, meine Erlebnisse mit euch zu teilen, auch wenn ich manchmal vielleicht etwas ausführlicher werde oder mich über die eine oder andere Sache aufrege. Aber so bin ich nun einmal. 😂

Und eines kann ich euch jetzt schon versprechen:

Der nächste Flug nach Asien ist gebucht und der nächste Reisebericht kommt bestimmt! 😁

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Und wer behauptet, die berühmte „Treppe der Tränen“ gäbe es nur in Bangkok, den kann ich ab sofort eines Besseren belehren. Auch am Flughafen Vientiane (VTE) gibt es eine solche Treppe. 😢😂😅✌🏻

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Chapeau

Vielen Dank für den Klasse Bericht.
Laos hat sich echt interessant angehört, vor allem durch die art wie du darüber berichtest.
 
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So Leute, nachdem ich euch nun ausführlich von meiner Reise berichtet habe, möchte ich auch noch ein persönliches Fazit über Laos ziehen. Und ich sage euch gleich: Das wird gar nicht so einfach. Denn dieses Land hat unglaublich viele Facetten, die man manchmal nur schwer in Worte fassen kann. Aber ich versuche es einfach mal. 😁


Laos – ein Stück ursprüngliches Asien, das seinen ganz eigenen Charme bewahrt hat.


Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Immer wieder ertappe ich mich dabei, Laos mit Thailand zu vergleichen. Dabei ist das im Grunde genommen völliger Quatsch. Ich vergleiche schließlich auch nicht China mit Vietnam und versuche herauszufinden, welches Land nun besser ist.


Aber Thailand und Laos sind nun einmal meine beiden persönlichen Hotspots in Asien. Zwei Länder, zu denen ich eine besondere Verbindung habe und in denen ich mich ausgesprochen wohlfühle. Deshalb komme ich um gewisse Vergleiche einfach nicht herum.


Was reizt mich also so sehr an Laos?


Ganz klar: Die Ruhe, die Ursprünglichkeit und diese besondere Gelassenheit, die man dort noch an so vielen Ecken findet.


Laos ist im Vergleich zu Thailand deutlich ruhiger. Natürlich kann man gewisse Regionen mit dem Isan vergleichen, wobei auch dieser Vergleich wieder etwas hinkt. Denn Laos ist eben nicht einfach nur eine ruhigere Version von Thailand. Es ist ein eigenständiges Land mit einer ganz eigenen Mentalität, Kultur und Lebensweise.


Und bevor jetzt jemand denkt, in Laos würden abends um acht die Bürgersteige hochgeklappt: Nein, natürlich nicht. 😂


Es gibt durchaus Nachtleben, Bars und auch Freelancer. Das alles existiert, nur läuft vieles etwas anders ab als in Thailand.


Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit Beziehungen zwischen Ausländern und Einheimischen. Während es in Thailand normalerweise überhaupt kein Problem darstellt, bei seiner Freundin zu übernachten, sieht die Sache in Laos völlig anders aus.


Hier gibt es entsprechende gesetzliche Einschränkungen und teilweise empfindliche Strafen, die nach den mir bekannten Angaben bis zu 20.000 US-Dollar betragen können.


Und ich kann euch aus langjähriger eigener Erfahrung sagen, dass man dieses Thema keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte.


Gerade in den Randgebieten der Städte oder in ländlichen Regionen kann die Polizei ziemlich schnell vor der Tür stehen. Das habe ich insbesondere aus der Gegend um Thalat, wo meine Ex-Frau herkommt, noch sehr gut in Erinnerung. Und wenn die Polizei erst einmal auftaucht, geht es meiner Erfahrung nach häufig darum, irgendwie Geld herauszuholen.


Gerade jemandem, der zum ersten Mal nach Laos reist, würde ich deshalb dringend davon abraten, dieses Risiko einzugehen.


Zumal es meiner Meinung nach überhaupt keinen Grund dafür gibt.


Die Hotels sind schließlich ausgesprochen günstig und in den meisten Regionen findet man problemlos eine vernünftige Unterkunft, solange man sich nicht gerade irgendwo im tiefsten Hinterland befindet.


Ich habe beispielsweise für acht Nächte im ST Hotel in Pakse nicht einmal 300 Euro bezahlt. Und das war wirklich ein hervorragendes Hotel, mit dem ich rundum zufrieden war.


Dort interessiert es niemanden, ob man gemeinsam mit seiner Freundin übernachtet.


Aber jetzt schweife ich schon wieder ab. 😂


Was Laos für mich eigentlich so besonders macht, ist seine Ursprünglichkeit.


Das Land wirkt auf mich natürlicher, unverfälschter und in vielen Bereichen einfach noch ursprünglicher als Thailand. Nicht unbedingt besser oder schlechter, sondern anders.


Das betrifft die Landschaft genauso wie die Menschen, das Essen und den gesamten Alltag.


Auch die laotische Küche unterscheidet sich von der thailändischen. Natürlich gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten, aber eben auch zahlreiche kleine Unterschiede, die man erst richtig wahrnimmt, wenn man sich länger mit beiden Ländern beschäftigt.


Und dann sind da natürlich die Menschen.


Ich empfinde die Laoten grundsätzlich als ausgesprochen freundlich, liebenswert und auf eine gewisse Art manchmal sogar richtig süß. 😁


Allerdings unterscheidet sich ihre Mentalität nach meinen persönlichen Erfahrungen durchaus von der thailändischen.


Laos ist wirtschaftlich und in vielen Bereichen der Entwicklung noch deutlich hinter Thailand zurück. Das merkt man nicht nur an der Infrastruktur, sondern teilweise auch im Alltag, bei der Bildung, beim Allgemeinwissen und bei der Art, wie bestimmte Probleme angegangen werden.


Ich würde es vielleicht so beschreiben: Vieles wirkt auf mich unbedarfter.


Auch bei dem, was ich jetzt einmal ganz bewusst als Bauernschläue bezeichnen möchte, fallen mir immer wieder Unterschiede auf.


Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, mich über irgendjemanden lustig zu machen oder mich für etwas Besseres zu halten. Ganz im Gegenteil. Ich bin selbst immer froh, wenn mir jemand etwas zeigt, erklärt oder ich etwas dazulernen kann.


Allerdings habe ich in Laos häufiger die Erfahrung gemacht, dass Veränderungen oder gut gemeinte Verbesserungsvorschläge zunächst einmal auf Ablehnung stoßen.


Oft habe ich den Eindruck, dass von einem Ausländer erwartet wird, sich vollständig auf die einheimischen Gewohnheiten einzustellen. Umgekehrt ist die Bereitschaft dazu nach meinen Erfahrungen teilweise deutlich geringer.


Das muss man einfach akzeptieren können.


Wer ständig versucht, alles nach seinen eigenen Vorstellungen zu verändern, wird dort vermutlich nicht besonders glücklich werden.


Ich habe mittlerweile jedenfalls gelernt, dass es manchmal wesentlich entspannter ist, bestimmte Dinge einfach hinzunehmen, selbst wenn sie einem vollkommen unlogisch erscheinen.


Dazu möchte ich euch ein kleines Beispiel erzählen.


An Sweeties Geburtstag wollte ihr Onkel die Hunde an einem Baum befestigen. Dafür nahm er eine Kette und befestigte diese mit Kabelbindern am Baum.


Nun muss man wirklich kein Ingenieur sein, um zu erkennen, dass ein kräftiger Hund, der mit voller Wucht in die Kette springt, solche Kabelbinder problemlos zerreißen kann. 😂


Die Kette hatte allerdings bereits eine Öse. Man hätte sie also einfach durch diese Öse ziehen und damit eine Art Schlinge um den Baum bilden können. Eine absolut simple Lösung, die ohne zusätzliche Hilfsmittel funktioniert hätte.


Ich versuchte ihm das zu erklären.


Er schüttelte allerdings nur den Kopf und machte es weiterhin auf seine Weise.


Keine fünf Minuten später hatten sich die Hunde natürlich losgerissen.


Was machte er?


Er befestigte die Kette erneut mit Kabelbindern. 😂


Natürlich dauerte es nicht lange, bis die Hunde wieder frei waren.


Als er beim dritten Versuch erneut zu seinen Kabelbindern greifen wollte, hatte ich dann allerdings genug.


Ich nahm einfach die Kette, führte sie durch die Öse und befestigte sie ordentlich am Baum.


Fertig.


Das Problem war gelöst.


Eine wirkliche Einsicht konnte ich bei ihm allerdings nicht erkennen. Die hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber auch schon gar nicht mehr erwartet. 😂


Und genau solche Kleinigkeiten meine ich.


Bei Thailändern habe ich persönlich häufiger erlebt, dass sie sich über einen guten Tipp freuen, sich bedanken und durchaus interessiert daran sind, etwas Neues kennenzulernen.


Natürlich kann man das nicht pauschal auf alle Menschen eines Landes übertragen. Ich schildere hier lediglich meine eigenen Erfahrungen und Eindrücke.


Aber wer mit einer Laotin zusammenlebt oder eine Beziehung führt, sollte meiner Meinung nach bereit sein, sich auf diese Mentalität einzustellen.


Für mich ist das mittlerweile kein großes Problem mehr. Ich habe gelernt, dass man nicht jede Diskussion führen und nicht jeden Menschen von seiner eigenen Sichtweise überzeugen muss.


Manchmal ist es einfach besser, sich seinen Teil zu denken und die Dinge so zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind.


Kommen wir aber zurück zum Land selbst.


Laos besitzt landschaftlich einen ganz besonderen Charme.


Es gibt dort noch unglaublich viele Gegenden, die touristisch kaum erschlossen sind. Selbst Orte, die bereits seit Jahren auf den üblichen Reiserouten liegen, wirken häufig längst nicht so überlaufen wie vergleichbare touristische Regionen in Thailand.


Und genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.


Man kann wunderschöne Landschaften genießen, durch kleine Ortschaften fahren, irgendwo gemütlich etwas essen und hat dabei häufig eine Ruhe, die man in den bekannten Touristenzentren Thailands nur noch schwer findet.


Dabei möchte ich gar nicht behaupten, dass Laos landschaftlich schöner wäre als Thailand.


Das wäre genauso unsinnig wie die Behauptung, dass ein Land grundsätzlich besser sei als das andere.


Beide Länder haben fantastische Landschaften und ihren ganz eigenen Charakter.


Aber Laos bietet eben eine besondere Mischung aus Ursprünglichkeit, Ruhe und trotzdem einem gewissen Komfort.


Denn man muss dort keineswegs auf alles verzichten.


Auch in Laos findet man schöne Hotels, gute Restaurants, Geschäfte, Supermärkte und vieles mehr. Man kann durchaus angenehm und komfortabel leben, ohne ständig mitten im Trubel zu stecken.


Allerdings hat diese Ursprünglichkeit natürlich auch ihre Schattenseiten.


Und damit wären wir bei einem Punkt, bei dem Thailand für mich ganz klar die Nase vorn hat: der Infrastruktur.


Die ist in Laos in vielen Bereichen einfach noch längst nicht so gut ausgebaut.


Das beginnt bereits bei ganz alltäglichen Dingen wie der Organisation von Taxifahrten oder Transfers.


In Thailand funktioniert vieles mittlerweile ausgesprochen unkompliziert. Man nimmt sein Smartphone, öffnet eine entsprechende App und organisiert sich innerhalb kürzester Zeit eine Fahrt.


In Laos sieht das teilweise noch ganz anders aus.


Manche Dinge funktionieren einfach nicht zuverlässig. Das erinnert mich gelegentlich fast schon an Deutschland. 😂


Auch die Preise für Transfers sind im Verhältnis häufig deutlich höher als in Thailand.


Natürlich reden wir aus europäischer Sicht meistens immer noch über überschaubare Beträge. Trotzdem fällt der Unterschied auf, gerade wenn man beide Länder gut kennt.


Dazu kommt, dass man als Ausländer in Laos nach meiner Erfahrung häufiger versucht, einen höheren Preis zu verlangen.


Wer sich überhaupt nicht auskennt und auch kein Wort Laotisch spricht, bezahlt schnell einmal deutlich mehr als ein Einheimischer.


Ich sage übrigens ganz bewusst Laotisch und nicht Thailändisch. Auch wenn sich die Sprachen in einigen Bereichen ähneln, handelt es sich schließlich um zwei verschiedene Sprachen.


Ich habe natürlich den großen Vorteil, dass ich mittlerweile einige Erfahrungen in Laos gesammelt habe und mit Sweetie häufig eine Einheimische an meiner Seite ist.


Früher war das mit meiner Ex-Frau ähnlich.


Dadurch lassen sich viele Dinge wesentlich einfacher organisieren und man bekommt häufig auch andere Preise genannt.


Wer dagegen völlig unerfahren ankommt, zahlt für eine Taxifahrt unter Umständen das Doppelte oder Dreifache.


Das ist für mich eine Form von Scam, die ich in Laos häufiger wahrnehme.


Allerdings meine ich damit nicht unbedingt die Art von Betrugsversuchen, die man aus manchen touristischen Gegenden Thailands kennt.


Dort geht es teilweise um ganz andere Summen oder um irgendwelche dubiosen Geschichten, bei denen einem beispielsweise irgendwelche Inder irgendwelche Präparate aus dem 7-Eleven für völlig überzogene Preise andrehen wollen. 😂


In Laos läuft das meiner Erfahrung nach meistens etwas einfacher ab.


Der Taxifahrer verlangt eben statt des normalen Fahrpreises den doppelten oder dreifachen Betrag.


Und wenn der Tourist bezahlt, freut er sich.


Ich persönlich kann damit bis zu einem gewissen Grad leben. Natürlich lasse ich mich nicht gerne über den Tisch ziehen, aber ich weiß auch, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse dort völlig andere sind.


Trotzdem sollte man gerade als Neuling wissen, dass solche Dinge vorkommen können.


Ein weiteres Thema ist die Polizei.


Und da muss ich leider sagen, dass mein Vertrauen in die laotische Polizei ausgesprochen gering ist.


Nach meinen Erfahrungen ist es beinahe schon normal, dass bei einer Verkehrskontrolle irgendeine Zahlung erwartet wird.


Das betrifft keineswegs nur Touristen.


Auch für viele Laoten gehört es offenbar zum Alltag, bei einer Kontrolle ein paar Scheine herauszuholen, damit sie anschließend weiterfahren können.


Manchmal reden wir dabei vielleicht über vier Euro.


Für uns ist das natürlich kein besonders großer Betrag. Für einen Einheimischen kann das allerdings durchaus spürbar sein.


Ich habe jedenfalls häufig den Eindruck, dass bei solchen Kontrollen weniger die Verkehrssicherheit als vielmehr das Kassieren im Vordergrund steht.


Andererseits gibt es in Laos dadurch auch noch Freiheiten, die in Thailand mittlerweile deutlich stärker eingeschränkt sind.


Nehmen wir beispielsweise den Straßenverkehr.


In Thailand wird inzwischen auch in ländlicheren Regionen und im Isan wesentlich stärker kontrolliert als noch vor einigen Jahren.


In Laos geht dagegen vielerorts noch einiges durch, was anderswo längst erhebliche Konsequenzen hätte.


Dazu gehören beispielsweise das Fahren ohne entsprechenden Führerschein oder auch Alkohol am Steuer.


Bevor jetzt wieder irgendwelche Diskussionen entstehen: Ich möchte das ausdrücklich nicht gutheißen!


Mir ist vollkommen bewusst, dass solche Dinge gefährlich sind und eigentlich nicht funktionieren sollten.


Ich möchte damit lediglich beschreiben, wie ich die Situation vor Ort erlebt habe.


Ob man diese Freiheiten nun positiv oder negativ bewertet, muss jeder selbst entscheiden.


Auch die Straßenverhältnisse sind teilweise gewöhnungsbedürftig.


Grundsätzlich sind viele Straßen durchaus mit denen in Thailand vergleichbar.


Allerdings gibt es in Laos eine Besonderheit, die mir immer wieder auffällt.


Man fährt teilweise kilometerweit über eine wirklich hervorragende Straße. Für asiatische Verhältnisse ist der Asphalt teilweise sogar richtig gut.


Und plötzlich, ohne große Vorwarnung, verwandelt sich die Straße in ein regelrechtes Trümmerfeld. 😂


Schlaglöcher, beschädigter Asphalt und teilweise richtig üble Abschnitte wechseln sich mit vollkommen intakten Straßen ab.


Gerade wenn man längere Strecken fährt, muss man deshalb ständig aufmerksam bleiben.


Besonders auf den wichtigen Verkehrsverbindungen im Norden des Landes fällt außerdem der starke Schwerlastverkehr auf.


Die Strecken von China über Luang Prabang und Vang Vieng in Richtung Vientiane werden von zahlreichen Lastwagen genutzt.


Darunter sind viele chinesische Lkw, aber natürlich auch laotische Fahrzeuge, die Waren transportieren.


Entsprechend stark werden diese Straßen beansprucht.


Und wenn dann zu den teilweise schlechten Straßenverhältnissen noch der Schwerlastverkehr hinzukommt, kann eine eigentlich überschaubare Strecke schnell ziemlich anstrengend werden.


Es gäbe wahrscheinlich noch tausend weitere Beispiele, bei denen ich Unterschiede zwischen Laos und Thailand aufzählen könnte.


Aber worauf möchte ich eigentlich hinaus?


Laos bietet für mich eine Kombination aus Ruhe, Ursprünglichkeit und Komfort, die ich in dieser Form in Thailand nur noch schwer finde.


Wer dagegen jeden Abend pulsierendes Nachtleben sucht, jederzeit eine riesige Auswahl an Unterhaltungsmöglichkeiten haben möchte oder besonderen Wert auf eine möglichst perfekte Infrastruktur legt, wird in Thailand vermutlich besser aufgehoben sein.


Und das ist überhaupt nicht negativ gemeint.


Denn genau diese Möglichkeiten sind es schließlich auch, die Thailand für mich so unglaublich attraktiv machen.


Trotzdem möchte ich jedem, der regelmäßig nach Thailand reist, dort überwintert oder vielleicht sogar dauerhaft lebt, eine ganz klare Empfehlung geben:


Besucht unbedingt einmal Laos!


Und zwar nicht nur für einen kurzen Grenzübertritt, sondern nehmt euch wirklich ein bisschen Zeit für dieses Land.


Ich würde diese Empfehlung ohne mit der Wimper zu zucken aussprechen.


Für mich ist Laos noch ein Stück ursprüngliches Asien.


Ein Land mit unglaublich viel Charme, Charakter und einer ganz eigenen Atmosphäre.


Natürlich gibt es dort Dinge, die nicht so funktionieren, wie man es aus Thailand gewohnt ist. Natürlich muss man gelegentlich improvisieren, Geduld mitbringen oder auch einmal über etwas hinwegsehen.


Aber genau diese Eigenheiten gehören für mich irgendwie dazu.


Thailand dagegen wird für mich immer das moderne, pulsierende Asien bleiben.


Ein Land, das einem praktisch alles bietet, was man sich vorstellen kann.


Egal, worauf man morgens nach dem Aufstehen Lust hat, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man es irgendwo in Thailand findet.


Ob Ruhe, Natur, Strand, Großstadt, Shopping, Nachtleben, hervorragendes Essen oder einfach nur ein gemütlicher Tag irgendwo auf dem Land.


Thailand bietet eine unglaubliche Vielfalt.


Und dabei sind die Menschen für mich mindestens genauso liebenswert wie in Laos.


Deshalb möchte ich auch keines der beiden Länder über das andere stellen.


Ich liebe beide auf ihre ganz eigene Art.


Laos begeistert mich mit seiner Ursprünglichkeit, seiner Ruhe und seinem besonderen Charakter. Thailand begeistert mich mit seiner Vielfalt, seiner Modernität und diesem unglaublich lebendigen Alltag.


Und wenn ich mir persönlich etwas wünschen dürfte, dann wäre es wohl eine Kombination aus beiden Ländern.


Ein Leben, bei dem ich die Ruhe und Gelassenheit von Laos genießen könnte, ohne auf die vielen Möglichkeiten Thailands verzichten zu müssen.


Denn genau das wäre zumindest für mich eine nahezu perfekte Mischung. 😁
 
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So Leute, nachdem ich nun mein Fazit über Laos geschrieben habe, fehlt eigentlich noch ein ganz besonderes Kapitel dieser Reise. Und ich muss gestehen, dass mir dieses Fazit wahrscheinlich sogar schwerer fällt als das über ein ganzes Land.


Sweetie – oder wie eine Frau meine eigentlich ziemlich klaren Vorstellungen vom Leben wieder ordentlich durcheinandergebracht hat. 😂


Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Vielleicht am besten damit, wie meine Gedankenwelt überhaupt aussah, bevor ich Sweetie kennengelernt habe. Ich hatte in meinem Leben das große Glück, schon unglaublich viel erleben zu dürfen. Ich habe viele Länder bereist, unterschiedlichste Kulturen kennengelernt und darf heute Menschen auf verschiedenen Kontinenten meine Freunde nennen. Dafür bin ich wirklich dankbar. Aber was Frauen und Beziehungen anging, hatte ich irgendwann einfach die Schnauze voll.


Als ich im April nach Thailand geflogen bin, hatte ich jedenfalls nicht im Entferntesten vor, mich wieder zu verlieben. Ganz im Gegenteil! Mein Plan war eigentlich ziemlich simpel: Endlich mal wieder richtig Bangkok und Pattaya erleben, ordentlich Spaß haben, viele Frauen kennenlernen, viel vögeln und einfach den Kopf frei bekommen. 😂 Nach der Trennung von meiner Ex-Frau, über die ihr in meinen früheren Reiseberichten ja einiges lesen konntet, hatte ich genau das bitter nötig. Die ganze Geschichte war schließlich alles andere als einfach gewesen.


Ich war damals jedenfalls fest davon überzeugt, dass ich keine Beziehung mehr möchte. Und ehrlich gesagt war ich auch der Meinung, dass ich überhaupt keine mehr brauche. Und um eines gleich vorwegzunehmen: Ganz verschwunden sind diese Gedanken bis heute nicht. Auch wenn die Entwicklung mittlerweile eigentlich ziemlich eindeutig ist. Ich wollte einfach mein Leben genießen, Spaß haben und mich auf niemanden mehr emotional einlassen müssen. Und dann kam Sweetie. Na herzlichen Glückwunsch. Da hatte mein schöner Plan ja hervorragend funktioniert. 😂


Schon bei unserem Kennenlernen im April hatte diese Frau irgendetwas an sich, das mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Dabei war damals überhaupt nichts in Richtung einer ernsthaften Beziehung geplant. Alles war vollkommen unverbindlich und überschaubar. Ich wollte weder irgendwelche Versprechungen machen noch große Zukunftspläne schmieden. Aber irgendwie blieb sie mir im Kopf.


Mittlerweile kenne ich Sweetie natürlich wesentlich besser. Wir haben unglaublich viel miteinander gesprochen und ich habe Einblicke in ihr Privatleben bekommen, die man nach einer so kurzen Bekanntschaft normalerweise gar nicht erhält. Sie hat mir auch Dinge aus ihrer Vergangenheit erzählt, bei denen ich zunächst gedacht habe: Ja, genau. Erzähl das irgendeinem anderen Kasper, aber nicht mir. Ich weiß schließlich, wie manche Dinge in Asien laufen. 😂 Allerdings habe ich inzwischen bei einigen dieser Geschichten erfahren, dass sie tatsächlich die Wahrheit gesagt hat.


Und wisst ihr was? Im Grunde genommen interessiert mich ihre Vergangenheit überhaupt nicht. Ich habe mich damals auch in meine Ex-Frau verliebt und sie wirklich geliebt. Sie hatte als Freelancer gearbeitet, überwiegend in der IBar. Sweetie hingegen war nie Freelancerin. Natürlich hatte sie hier und da mal einen Kunden, aber das war so selten, dass manche ganz normale Frau in Deutschland beim Feiern in der Disco vermutlich wesentlich mehr Männer kennengelernt hat. Für mich spielt das ohnehin keine entscheidende Rolle. Die Vergangenheit eines Menschen ist für mich nicht das, woran ich seinen Wert oder seine Ehrlichkeit messe.


Warum auch? Wenn ich meine eigene Vergangenheit einmal vollständig auf den Kopf stellen würde, kämen mit Sicherheit genügend Dinge zum Vorschein, auf die ich nicht unbedingt stolz sein müsste. Auch ich war in meinem Leben nicht immer redlich. Auch ich habe Fehler gemacht und Entscheidungen getroffen, die ich heute vielleicht anders treffen würde. Wer kann das nicht von sich behaupten? Deshalb finde ich es ziemlich vermessen, einen Menschen ausschließlich anhand seiner Vergangenheit beurteilen zu wollen. Für mich zählt vielmehr, wie jemand heute ist, wie er mit mir umgeht und ob ich diesem Menschen vertrauen kann.


Aber zurück zu meiner damaligen Situation. Nach der Trennung hatte ich mich eigentlich ganz gut mit meinem neuen Leben arrangiert. Ich war alleinerziehender Vater, hatte das alleinige Sorgerecht für meinen Sohn und musste meinen Alltag entsprechend organisieren. Dazu kommt, dass meine Familie mittlerweile fast vollständig verstorben ist. Bis auf zwei Tanten ist praktisch niemand mehr übrig. Die eine wohnt ungefähr vier Stunden entfernt, die andere im Nachbarort und ist mittlerweile auch schon weit über 70 Jahre alt. Ich war also mehr oder weniger zum Einzelkämpfer geworden.


Und das meine ich gar nicht negativ. Ganz im Gegenteil! Ich hatte irgendwann wieder das Gefühl, mein Leben vollständig im Griff zu haben. Ich wusste, dass ich auch alleine zurechtkomme, meinen Sohn versorgen kann und niemanden brauche, der mir dabei hilft. Darauf war ich sogar ein bisschen stolz. Ich hatte mich mit dieser Rolle nicht nur abgefunden, sondern fühlte mich darin mittlerweile richtig wohl. Und ausgerechnet in dieser Phase tauchte eine Frau auf, die meine schöne Ordnung wieder komplett durcheinanderbrachte. 😂


Wir hatten uns erst im April kennengelernt und trotzdem habe ich sie seitdem noch zweimal besucht. Wobei gerade diese letzte Reise nach Laos für unsere Beziehung eine ganz besondere Bedeutung hatte. Denn man muss wissen, dass Laos in solchen Dingen völlig anders funktioniert als Thailand. In Thailand ist es vielerorts überhaupt nichts Besonderes, wenn eine Frau ihren ausländischen Freund mitbringt oder ihn ihrer Familie vorstellt. In Laos sieht das teilweise noch ganz anders aus. Gerade in traditionellen Familien wird nicht einfach irgendein Farang mit nach Hause gebracht und der gesamten Verwandtschaft präsentiert. Dort spielen gesellschaftliche Vorstellungen, der Ruf der Familie und die Meinung anderer Menschen häufig noch eine wesentlich größere Rolle. Man kann das nicht einfach mit unseren heutigen Verhältnissen in Deutschland vergleichen.


Als meine Ex-Frau mir erzählte, dass sie wieder nach Laos zurückgehen würde, kam mir die Idee, meine ursprünglichen Reisepläne zu ändern. Ich wollte lieber nach Laos als nach Vietnam fliegen, damit mein Sohn die Gelegenheit bekam, seine Mutter zu sehen. Das habe ich Sweetie erzählt. Sweetie war von dieser Idee zunächst ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits freute sie sich natürlich riesig darüber, dass ich nach Laos kommen wollte. Sie wollte sogar ausdrücklich, dass ich lieber nach Laos als nach Vietnam fliege. Andererseits hatte sie erhebliche Bedenken. Nicht wegen mir persönlich, sondern wegen ihrer Familie, ihrer Freunde und der gesamten gesellschaftlichen Situation.


Dabei kannte ihre Familie mich zu diesem Zeitpunkt längst von unzähligen Videotelefonaten. Ich war dort also keineswegs ein völlig unbekannter Mensch. Trotzdem ist es natürlich etwas völlig anderes, jemanden auf dem Handy zu sehen oder ihn plötzlich persönlich vor der gesamten Familie stehen zu haben. Und genau dieser Schritt hat mich wirklich beeindruckt. Sweetie hat mir damals sinngemäß gesagt, dass sie mich liebt und mich in ihrem Leben haben möchte. Deshalb sei es ihr letztendlich egal, was andere Menschen darüber denken oder erzählen. Sie wollte, dass ich zu ihr komme. Und ich weiß, dass sie das nicht einfach nur dahingesagt hat. Sie hat es wirklich so gemeint.


Gleichzeitig bin ich mir aber genauso sicher, dass ihr Kopf dabei ordentlich Karussell gefahren ist. Denn wer Laos und die gesellschaftlichen Vorstellungen dort ein wenig kennt, weiß, dass solche Entscheidungen durchaus weitreichende Folgen haben können. Das erinnert mich teilweise an Deutschland vor vielen Jahrzehnten. Damals war es in manchen Gegenden schließlich ebenfalls ein riesiger gesellschaftlicher Aufreger, wenn jemand nicht regelmäßig in die Kirche ging, aus der Kirche austrat oder eine Frau ein uneheliches Kind bekam. Heute können wir über solche Vorstellungen vielleicht nur noch den Kopf schütteln. Aber in anderen Ländern spielen vergleichbare gesellschaftliche Erwartungen eben noch immer eine Rolle. Und genau deshalb war es für Sweetie meiner Meinung nach ein wirklich großer Schritt, mich offiziell in ihrem privaten und familiären Umfeld willkommen zu heißen. Für mich war das eines der deutlichsten Zeichen, dass sie es mit mir ernst meint.


Hinzu kommt noch etwas, das man bei ihrer Familie berücksichtigen muss. Sweetie hat früher für die Regierung gearbeitet und ihre Familie genießt in Pakse offensichtlich einen gewissen gesellschaftlichen Stellenwert. Das habe ich während meines Aufenthalts immer wieder bemerkt. Und bevor jetzt irgendjemand denkt, ich möchte mich damit profilieren, weil ich angeblich eine besonders tolle oder wichtige Freundin habe: Darum geht es mir überhaupt nicht! Ich schildere lediglich die Gegebenheiten, die ich selbst erlebt habe.


Wenn wir abends zusammensaßen, waren dort beispielsweise Ärzte, der Nai Ban, also der Dorfvorsteher, und auch Menschen aus der örtlichen Politik vertreten. Damit meine ich natürlich keine irgendwelchen hochrangigen Politiker, sondern Menschen, die in der lokalen Gemeinschaft entsprechende Funktionen haben. Ich möchte damit auch keineswegs einen Bauern, Arbeiter oder jemanden, der Schnecken sammelt, abwerten. Für mich ist jeder Mensch gleich viel wert, völlig unabhängig davon, welchen Beruf er ausübt oder welche gesellschaftliche Stellung er besitzt. Aber man konnte eben deutlich erkennen, dass Sweeties Familie in ihrem Umfeld einen gewissen Stellenwert hat. Und das hat mir noch einmal vor Augen geführt, welche Überwindung es sie vermutlich gekostet haben muss, mich dort ganz selbstverständlich als ihren Partner vorzustellen.


Was mich allerdings mindestens genauso beeindruckt hat, war der Umgang mit mir. Ich wurde von ihrer Familie mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die ich in dieser Form überhaupt nicht erwartet hatte. Ihre Schwester, ihr Onkel, die Kinder und auch die Freunde der Familie waren unglaublich freundlich zu mir. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, ein unerwünschter Gast zu sein oder lediglich geduldet zu werden. Ganz im Gegenteil. Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass die Freunde der Familie regelrecht stolz darauf waren, mich endlich persönlich kennenzulernen. Das kam mir anfangs ehrlich gesagt ziemlich suspekt vor. 😂 Denn eigentlich war ich doch derjenige, der sich darüber freute, dort so herzlich aufgenommen zu werden. Warum sollten die anderen stolz darauf sein, mich kennenzulernen? Aber genau so habe ich es empfunden.


Und ich kann euch sagen, dass einem eine solche Aufnahme ein verdammt gutes Gefühl gibt. Vor allem, wenn man in seinem Leben auch schon ganz andere Erfahrungen gemacht hat. Der Unterschied zu meinen Erlebnissen mit der Familie meiner Ex-Frau war jedenfalls enorm. Natürlich möchte ich jetzt nicht anfangen, sämtliche Familienmitglieder miteinander zu vergleichen oder alte Geschichten wieder aufzuwärmen. Aber diese Herzlichkeit, die Selbstverständlichkeit und das Gefühl, wirklich willkommen zu sein, haben mich ausgesprochen positiv überrascht.


Und damit komme ich zu einem Thema, das bei Beziehungen zwischen Europäern und asiatischen Frauen früher oder später sowieso immer aufkommt: Geld.


Ich weiß, dass es genügend Menschen gibt, bei denen sofort sämtliche Alarmglocken angehen, sobald ein Europäer erzählt, dass er seiner asiatischen Freundin etwas kauft oder ihre Familie unterstützt. Und damit eines ganz klar ist: Ich habe Sweetie niemals regelmäßig Geld geschickt. Nicht einen einzigen Euro! Natürlich habe ich ihr Geschenke gemacht, einen Kühlschrank gekauft und während unserer gemeinsamen Zeit viele Dinge bezahlt. Na und? Für mich ist das überhaupt nichts Außergewöhnliches.


Anders war das damals bei meiner Ex-Frau. Während unserer Beziehung habe ich ihrer Familie regelmäßig Geld geschickt. Und genau diese Familie habe ich während meiner letzten Laosreise auch wieder besucht, wie ihr bereits in meinem Reisebericht lesen konntet. Das Wiedersehen war ausgesprochen emotional. Die Familie war völlig aufgewühlt und hat sich unglaublich gefreut, mich nach all der Zeit wiederzusehen. Einige Familienmitglieder haben mir sogar ganz offen gesagt, wie dumm ihre Tochter gewesen sei, mich gehen zu lassen. Und genau solche Erlebnisse zeigen mir, dass es bei diesen Beziehungen eben nicht immer nur ums Geld geht. Da entstehen schließlich auch echte menschliche Bindungen, die selbst nach einer Trennung bestehen bleiben können.


Bei Sweetie und ihrer Familie hatte ich ebenfalls zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendjemand mein Geld wollte oder mich ausnutzen wollte. Ganz im Gegenteil. Die Herzlichkeit, mit der ich dort aufgenommen wurde, war für mich etwas ganz Besonderes. In diesen Ländern ist es nun einmal in vielen Beziehungen völlig normal, dass der finanziell besser gestellte Partner den anderen unterstützt. Und ich möchte wirklich jeden bitten, der solche Beziehungen grundsätzlich nur unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass eine Frau einen Mann finanziell ausnutzen könnte, auch einmal über die andere Seite nachzudenken.


Natürlich gibt es schwarze Schafe. Und selbstverständlich gibt es genügend Frauen, die ausschließlich auf das Geld eines Mannes aus sind. Das möchte ich überhaupt nicht bestreiten. Aber solche Menschen gibt es schließlich auch in Deutschland. Ich hatte in meinem Leben mehrere deutsche Freundinnen, teilweise über viele Jahre hinweg. Und selbstverständlich habe ich auch diesen Frauen Geschenke gemacht, Urlaube bezahlt, Dinge gekauft oder sie anderweitig unterstützt. Da hat doch auch niemand automatisch behauptet, dass ich ausgenutzt werde. Warum sollte also plötzlich alles anders sein, nur weil eine Frau aus Laos oder Thailand kommt? Für mich ist der grundsätzliche Unterschied gar nicht so groß. Im Gegenteil. Ich empfinde es teilweise sogar als ehrlicher, wenn von Anfang an klar ist, dass in einer Beziehung auch finanzielle Unterstützung eine Rolle spielen kann.


Natürlich spreche ich dabei nicht von irgendwelchen professionellen Scammerinnen, die gezielt Männer ausnehmen. Gerade in bestimmten Bereichen des Nachtlebens, beispielsweise in der Soi 6 in Pattaya, sollte man meiner Meinung nach schon sehr genau wissen, worauf man sich einlässt. Ich persönlich habe erhebliche Zweifel daran, dass jemand, der jahrelang in einem solchen Umfeld arbeitet, noch völlig unbefangen und ehrlich mit jeder neuen Bekanntschaft umgehen kann. Wobei ich auch hier nicht ausschließlich den Frauen die Schuld geben möchte. Denn wer finanziert dieses ganze System denn letztendlich? Wir Männer! Ohne die entsprechende Nachfrage würde dieses Geschäft schließlich gar nicht in dieser Form existieren.


Aber zurück zu Sweetie. Und eines möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich hervorheben: Sweetie hat von mir noch nie Geld überwiesen bekommen. Nicht einen einzigen Euro! Natürlich habe ich während unserer gemeinsamen Zeit vieles bezahlt. Aber genauso hat Sweetie von unserem allerersten Treffen bis heute unglaublich viel selbst bezahlt. Ob beim Essen, bei gemeinsamen Unternehmungen oder anderen Dingen – sie hat immer wieder ganz selbstverständlich die Rechnung übernommen. Es war also keineswegs so, dass ich ständig alles bezahlt hätte und Sweetie sich von mir aushalten ließ. Ganz im Gegenteil! Und genau das gehört für mich zu einem ehrlichen Gesamtbild dieser Frau.


Niemand hat mich zu irgendwelchen Ausgaben gezwungen. Und vor allem hatte ich weder bei ihr noch bei ihrer Familie jemals das Gefühl, dass es ausschließlich um mein Geld geht. Ganz im Gegenteil! Ich habe die Familie als ausgesprochen herzlich und aufrichtig erlebt. Niemand hat ständig irgendwelche Forderungen gestellt oder versucht, mich zu etwas zu überreden. Und auch die Dinge, die ich gekauft oder bezahlt habe, waren für mich persönlich vollkommen überschaubar. Ein Kühlschrank und ein paar Geschenke sind für mich keine Beträge, wegen denen ich mir den Kopf zerbrechen müsste. Natürlich ist das immer eine Frage der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Niemand sollte Geld ausgeben, das er eigentlich selbst dringend benötigt. Aber wenn ich mir etwas leisten kann und einem Menschen, den ich liebe, damit eine Freude mache oder seinen Alltag erleichtere, warum sollte ich das dann nicht tun?


Ich möchte allerdings auch nicht behaupten, dass ich in die Zukunft schauen könnte. Ich habe schließlich keine Glaskugel. Niemand kann mir garantieren, dass eine Beziehung für immer hält. Das kann einem in Deutschland genauso wenig jemand versprechen wie in Laos oder Thailand. Aber nur aus Angst vor einer möglichen Enttäuschung auf jede Beziehung zu verzichten, kann schließlich auch nicht die Lösung sein. Und genau diese Erkenntnis musste ich mir selbst erst wieder eingestehen. Denn obwohl ich nach meiner Trennung eigentlich fest entschlossen war, keine Beziehung mehr einzugehen, hat sich meine Einstellung mittlerweile verändert. Ich habe mich wieder verliebt. Und zwar richtig. Das muss ich mir mittlerweile selbst eingestehen. 😂


Allerdings möchte ich Sweetie hier auch nicht als irgendeinen Engel darstellen, der keinerlei Fehler hat. Denn das wäre schlichtweg gelogen. Diese Frau hat nämlich ordentlich Feuer im Hintern! Und damit meine ich nicht nur ihre positiven Eigenschaften. 😂 Sweetie kann ausgesprochen temperamentvoll sein. Wer meinen Reisebericht aufmerksam verfolgt hat, erinnert sich vielleicht noch an die Geschichte mit der Polizei und dem Rauchen am Flughafen. Da konnte man bereits einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie sie reagieren kann, wenn ihr etwas überhaupt nicht passt. Und ich kann euch versichern: Das war kein Einzelfall.


Manchmal reichen wirklich absolute Kleinigkeiten aus, damit sie innerhalb kürzester Zeit völlig aus der Haut fährt. Dann wird sie richtig sauer und ist in diesem Moment auch nicht unbedingt besonders zugänglich für vernünftige Argumente. Allerdings kommt meistens relativ schnell die Einsicht. Dann tut es ihr wieder leid, sie entschuldigt sich teilweise hundertmal und erklärt mir, dass sie selbst nicht genau weiß, warum sie in manchen Situationen so heftig reagiert. Das ist sicherlich nicht immer einfach. Und wer mit einer solchen Frau zusammenleben möchte, muss damit auch umgehen können.


Aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, dass man nicht jede Situation durch Diskussionen verbessern kann. Ich habe viele Jahre in Asien verbracht, Afrika bereist, in Deutschland gelebt und beruflich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun gehabt. Gerade durch meine langjährige Tätigkeit im Vertrieb habe ich unglaublich viele verschiedene Charaktere kennengelernt. Und irgendwann lernt man dabei etwas ziemlich Wichtiges: Manchmal ist es wesentlich klüger, sich einfach seinen Teil zu denken und die Schnauze zu halten. 😂 Nicht jede Provokation braucht eine Antwort. Nicht jeder Wutausbruch muss zu einer Grundsatzdiskussion werden. Und nicht jede Meinungsverschiedenheit ist es wert, daraus einen riesigen Streit entstehen zu lassen.


Wenn ich merke, dass Sweetie gerade wieder auf 180 ist, lasse ich sie eben erst einmal. Meistens beruhigt sich die Situation von ganz alleine. Und anschließend kann man wieder ganz normal miteinander reden. Natürlich muss jeder selbst wissen, wie viel Temperament er in einer Beziehung akzeptieren möchte. Für mich ist das jedenfalls nichts, womit ich grundsätzlich nicht umgehen könnte. Denn ich weiß auch, dass Sweetie ein guter Mensch ist. Daran habe ich mittlerweile keinen Zweifel mehr. Sie hat ihre Marotten, ihre Eigenheiten und ihre schwierigen Seiten. Aber die habe ich schließlich genauso. Und wahrscheinlich könnte jeder von euch problemlos eine ganze Liste mit Dingen aufschreiben, die den eigenen Partner gelegentlich zur Weißglut treiben. 😂


Niemand ist perfekt. Und ich suche auch keine perfekte Frau. Ich möchte einen Menschen an meiner Seite haben, bei dem ich mich wohlfühle, dem ich vertrauen kann und mit dem ich gerne meine Zeit verbringe. Genau dieses Gefühl habe ich bei Sweetie. Die vergangenen Monate und insbesondere unsere gemeinsame Zeit in Laos haben mir gezeigt, dass zwischen uns mittlerweile wesentlich mehr entstanden ist als eine nette Urlaubsbekanntschaft. Ich habe nicht nur sie besser kennengelernt, sondern auch ihr privates Umfeld, ihre Familie, ihre Freunde und einen großen Teil ihres Alltags. Und gerade das war mir wichtig.


Denn eine Frau im Urlaub kennenzulernen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen, ist schließlich etwas völlig anderes, als Einblicke in ihr tatsächliches Leben zu bekommen. Natürlich ist auch das noch keine Garantie für irgendetwas. Aber es ist für mich eine wesentlich bessere Grundlage, als sich ausschließlich auf ein paar schöne gemeinsame Urlaubstage zu verlassen. Was mich dabei besonders freut, ist die Tatsache, dass ich mich in ihrem Umfeld so wohlgefühlt habe. Ich hatte nie den Eindruck, mich verstellen oder irgendjemandem etwas beweisen zu müssen. Ich konnte einfach ich selbst sein. Und ich hatte das Gefühl, dass genau das auch akzeptiert wurde. Das ist für mich inzwischen unglaublich viel wert.


Trotzdem möchte ich an dieser Stelle nicht so tun, als hätte ich plötzlich sämtliche Zweifel und Bedenken über Bord geworfen. Dafür habe ich in meinem Leben einfach schon zu viel erlebt. Natürlich bleibt irgendwo immer die Angst, wieder enttäuscht zu werden oder etwas zu verlieren, das einem wichtig geworden ist. Gerade wenn man sich nach einer schwierigen Trennung mühsam wieder ein eigenständiges Leben aufgebaut hat, überlegt man sich schon sehr genau, ob man dieses Gleichgewicht erneut verändern möchte. Aber irgendwann muss man sich eben auch entscheiden. Möchte man sein Leben dauerhaft als Einzelkämpfer verbringen, weil man damit gut zurechtkommt? Oder ist man bereit, noch einmal das Risiko einzugehen, sich auf einen anderen Menschen einzulassen? Und genau diese Frage habe ich mir in den vergangenen Wochen immer wieder gestellt.


Mittlerweile bin ich zu einer Entscheidung gekommen. Ich möchte mich auf Sweetie einlassen. Nicht halbherzig und auch nicht mit dem ständigen Hintergedanken, dass ohnehin alles irgendwann schiefgehen könnte. Sondern ganz bewusst. Ich weiß, dass ich diese Frau liebe. Ich weiß, dass ich gerne mit ihr zusammen bin. Ich weiß, dass ich mich bei ihr und ihrer Familie wohlfühle. Und ich weiß auch, dass sie mich in ihrem Leben haben möchte. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich gar nicht verlangen. Deshalb habe ich für mich beschlossen, dass ich mich nicht länger hinter meiner früheren Überzeugung verstecken möchte, grundsätzlich keine Beziehung mehr zu brauchen. Ich bin nicht mehr Single. So einfach ist das. 😁


Was daraus wird, weiß natürlich niemand. Vielleicht werden die nächsten gemeinsamen Wochen über Weihnachten und Silvester wieder neue Erkenntnisse bringen. Vielleicht wird sich unsere Beziehung in den kommenden Monaten noch einmal ganz anders entwickeln. Vielleicht sitzen wir aber auch in 20 Jahren irgendwo gemeinsam auf einer Terrasse in Asien und lachen darüber, wie kompliziert wir uns am Anfang alles gemacht haben. Wer weiß das schon? Und genau das ist doch irgendwo auch das Schöne an der Liebe. Man kann nicht alles planen, nicht alles berechnen und schon gar nicht jede mögliche Enttäuschung im Voraus ausschließen. Man muss manchmal einfach bereit sein, sich auf etwas einzulassen.


Unabhängig davon, ob die Frau nun aus Deutschland, Laos, Thailand oder irgendeinem anderen Land dieser Welt kommt. Für mich spielt ihre Nationalität dabei letztendlich überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist der Mensch. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit Sweetie einen Menschen kennengelernt habe, der es wert ist, dieses Risiko noch einmal einzugehen. Natürlich wird nicht jeder Tag perfekt sein. Natürlich werden wir uns auch einmal streiten. Und mit ihrem Temperament wird es vermutlich auch in Zukunft gelegentlich ordentlich krachen. 😂 Aber das gehört nun einmal dazu. Ich möchte keine Frau, die mir ständig nach dem Mund redet oder sich vollkommen verstellt, nur um mir zu gefallen. Ich möchte eine Frau mit Charakter, eigenen Vorstellungen und einer eigenen Persönlichkeit. Und davon hat Sweetie nun wirklich mehr als genug. 😂


Wenn ich heute auf unsere erste Begegnung im April zurückblicke, muss ich jedenfalls schon ein bisschen über mich selbst lachen. Da fliegt einer nach Thailand, weil er nach einer schwierigen Trennung endlich wieder seine Ruhe haben möchte. Er will feiern, Spaß haben, Frauen kennenlernen und auf gar keinen Fall wieder eine Beziehung eingehen. Und ein paar Monate später sitzt derselbe Kerl in Deutschland, vermisst eine Frau in Laos und schreibt einen halben Roman darüber, warum er sich doch wieder verliebt hat. Manchmal hat das Leben wirklich einen ziemlich eigenartigen Humor. 😂


Aber genau so ist es nun einmal gekommen. Ich bereue weder unser Kennenlernen noch meine Entscheidung, sie erneut zu besuchen und schließlich auch nach Laos zu reisen. Ganz im Gegenteil. Gerade diese letzte Reise hat mir unglaublich viel gegeben. Nicht nur, weil ich wieder wunderschöne Orte gesehen und tolle Dinge erlebt habe, sondern weil ich einen Menschen und dessen Umfeld auf eine Art kennenlernen durfte, die mir vorher so nicht möglich gewesen wäre. Und dafür bin ich wirklich dankbar.


Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Ich weiß nicht, wo wir in einem Jahr stehen werden. Und ich weiß erst recht nicht, wie unser Leben in zehn oder zwanzig Jahren aussehen könnte. Aber eines weiß ich ganz sicher: Ich habe für mich entschieden, dass ich diese Beziehung möchte und dass ich bereit bin, mich wieder auf einen Menschen einzulassen. Was daraus wird, steht in den Sternen. Und vielleicht ist es auch ganz gut, dass man nicht alles vorher wissen kann. Denn sonst wäre das Leben wahrscheinlich nur halb so interessant.


In diesem Sinne bin ich gespannt, was die Zukunft mit Sweetie noch für mich bereithält. Aus einer Reise, bei der ich eigentlich nur Spaß haben und den Kopf freibekommen wollte, ist etwas entstanden, womit ich selbst am allerwenigsten gerechnet hätte. Und manchmal sind genau das die schönsten Überraschungen im Leben. ❤️
 
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