Es gab vor einigen Tagen einen ausführlichen Bericht aus RIO von einem deutschen Journalisten, der dort seit Jahren lebt und entsprechende Kontakte hat. Er besuchte für den Bericht
verschiedene Favelas , Rocincha war zB dabei.
Ich fasse mal zusammen, wie ich das Ergebnis verstanden habe:
- Der Journalist hat seinen Besuch angemeldet, sich babei aber nicht als solcher geoutet, Aufnahmen nur insgeheim bzw. nach ausdrücklicher Genehmigung eines Syndikats-Mitglieds gemacht
- Interviews mit Bewohnern der Favelas ergaben das erstaunliche Ergebnis, dass sich diese dort sehr sicher fühlen, Frauen sogar allein und bei Nacht.
Unsicher finden diese dagegen die Touristen-Gegenden (Copacabana etc)
- als Tourist kann man die Favelas besuchen, aber nach vorheriger Ankündigung durch einen verlässlichen Vermittler. Der Journalist kannte so einen. Wie will man einen solchen aber als TAFler finden?
Woher weiß man, dass "organisierte Tour" nicht eine Finte ist, um dich auszunehmen?
- Kritisch waren die Kontrollpunkte: an diesen Grenzen kann es wohl mal zu Konflikten kommen, in die man hinein geraten kann. Mit anderen Syndikaten oder der Polizei.
- Man kann dort als Europäer uU sogar gefahrlos wohnen: man muss dafür über eine lokale Asociación XY, (leider genaue Bezeichnung vergessen), bei der man persönlich vorspricht, diesen Wunsch mitteilen, zur Weiterleitung und mit schönem Gruß an "dios". Dann bekommt man eine Rückantwort. Wenn positiv, ist man auf der sicheren Seite. Es scheint so zu sein, dass es klare Reviere gibt, in denen der lokale Syndikats-Boss für Sicherheit garantieren kann. Was man dafür zu zahlen hat, wurde nicht gesagt.
- oberste Regel: bei allem was mit deren Geschäften zusammen hängt: demonstratives "Wegsehen" ist erforderlich.
So sagte zB ein lokaler Kleintransport-Unternehmer, der dort in allen Winkeln und Gassen unterwegs ist: "Ich halt mich da raus und die lassen mich in Ruhe."
Hat hier jemand konkrete Tipps, wie man so eine organisierte Tour sicher gestalten könnte?