Ein Kollege ist seit 8 oder 9 Monaten auf Cuba und hat sich gestern gemeldet. Ich kopiere das Mal Auszugsweise hier rein:
Bei mir hier ist alles bescheiden, um nicht beschissen zu sagen... Corona hat das Land im Griff. In der letzten Woche waren die höchsten Zahlen seit Beginn der Pandemie. Seit 2 Monaten ab 20 Uhr Ausgangssperre, keine Schule, die Kinder dürfen nicht mal aus dem Haus. Kein Nah-, kein Fernverkehr. Mundschutz sobald du aus deiner Wohnung gehst.... Aber die Zahlen bringen sie nicht runter. Impfung wird hier bald beginnen, Cuba selbst hat 4 oder 5 Spritzen entwickelt oder ist dabei.
Die ökonomische Misere wird schlimmer stattevi besser. Kuba versucht irgendwie an Devisen zu kommen. Sie verkaufen unter anderem Joghurt, Käse, Wurst Limo, Bier gegen Dollar, aber den hat vielleicht nur 20% der Bevölkerung. Lohn/Gehalt gibt es ja nur in "wertlosem Kubageld". Schlimm. Letzte Woche stand ich mal wieder an einem Devisen Geschäft an. In der Hoffnung, zum dritten Mal in 8 Monaten Spagetti kaufen zu können. Früh 5.30 Uhr habe ich mich angestellt. War ca. der 15. in der Schlange. Als das Geschäft 8.30 Uhr, nach 3 Stunden geöffnet hat, waren dann ca. 50/60 Personen vor mir.... Die anderen 15 hatten für die reserviert... Hätte noch mal 3 Stunden stehen bedeutet. Aber ich habe mir gesagt, schiebt euch eure Spagetti in den Arsch und bin gegangen... Die Hälfte in der Schlange sind Wiederverkäufer, kaufen die Spagetti (500g) für 1,80$ und verkaufen sie weiter in kubanischen Peso, im Wert von 6$. Also hast du dann einen Kilopreis von 12 Dollar pro kg Spagetti. Abartig das alles. Die bringen einfach nicht die Geschäfte voll, um diesen Gaunern das Handwerk zu legen... Oder die Schlangen zu organisieren, damit ich am Ende auch noch der 15. bin.
Aber das noch schlimmere für mich jetzt persönlich, meine Kleine ist vor 3 Wochen mit ihrer Mutter ins 800km entfernte Havanna gezogen... Jetzt bin ich hier und habe eigentlich nichts von meiner Tochter. Nachziehen will ich nicht. Im Trubel möchte ich nicht wohnen. Keine Freunde da. Und müsste hier meine Wohnung verkaufen, die ich in 5 Jahren mit vielen Hürden, Arbeit etc. auf Vordermann gebracht habe. Und dann verkaufe ich sie vielleicht, die Mutter meiner Tochter trennt sich dann von ihrem Mann, wegen dem sie dahin gezogen sind und geht zurück... In dem Fall ist erst mal abwarten und Tee trinken angesagt.