Thailand Bangkok, Chiang Mai, Loei, Pattaya – and I'm getting older (na so was!)

Loei – 1.Tag (Teil 1)

Ich erwache früh am Morgen, mir geht es erstaunlich gut. Aha, wenigstens meine alte Zähigkeit ist mir erhalten geblieben.

Auf meinem kleinen Balkon gönne ich mir erst mal einen Kaffee.

Es ist erstaunlich - und angenehm - frisch. Dafür ist die Provinz Loei bekannt: Es kann hier teilweise unangenehm kalt werden.

Was habe ich für die drei nächsten Tage geplant?

Heute: Ausflug nach Chiang Khan (zur Entspannung)

Morgen: große Fahrradtour um Loei herum

Übermorgen: Besuch im Phu Kradueng National Park

Ich mache erst mal einen kleinen Rundgang durch das Städtchen.

Die Hauptstraße - Nok Kaeo Road:

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Die Geschäfte bieten vor allem technische Unterstützung für die Landwirtschaft an (Geräte, Reparaturdienste etc.), und überall gibt es kleine Handwerksbetriebe, Baumärkte etc. Die basteln wohl alle gerne herum.

In einem Restaurant, welches sauber wie ein OP-Saal ist, gönne ich mir mein Frühstück (30 Baht).

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Im Stadtzentrum befindet sich ein künstlicher See mit umlaufender Promenade. Ganz nett.

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Dann gehe ich durch den angrenzenden Park.

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Ich erreiche das Büro der örtlich zuständigen TAT. Mal sehen, welche lustigen Begebenheiten mich diesmal erwarten.

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Enttäuscht werde ich nicht. Nachdem ich mich mit „Sawadee Khab“ und einem Räuspern bemerkbar gemacht habe, erscheinen zwei junge Angestellte. Als ich sie anspreche, fährt dem Mädel der Schrecken in die Glieder. Farang ante portas! Sie eilt sofort von dannen. Ihr männlicher Kollege wühlt jetzt hektisch in irgendwelchen Unterlagen.

Dann erscheint eine junge Dame, klein, sehr schlank, mit für eine Thai ungewöhnlich markanten Gesichtszügen (ethnische Minderheit?) und wachen, intensiven Augen. Ihr Vorname ist Trang (geändert).

Sie spricht fließend Englisch und ist über alles (Busfahrpläne etc.) bestens informiert, ohne in irgendwelchen Unterlagen nachschauen zu müssen.

Wir unterhalten uns über das, was ich in den nächsten Tagen so vorhabe. Die Frage, ob ich alleine oder mit Partnerin reise, beantworte ich lächelnd mit „a single journey for a single man“. Sie selber ist 38 Jahre alt (das hätte ich jetzt nicht gedacht), geschieden und hat einen 10-jährigen Sohn.

Trang bietet mir einen Kaffee an, wir setzen uns in eine der Sitzgruppen und unterhalten uns ein bisschen. Sie ist im TAT-Office teilzeitbeschäftigt, arbeitet auch als Übersetzerin, leitet hier in der Umgebung einige örtliche Museen und ist auch noch für andere Museen in Thailand bei der Organisation von Ausstellungen zuständig. Tüchtiges Mädel.

Sie erzählt mir, dass sie im Anschluss an eine vom thailändischen Kulturministerium in Paris organisierte Ausstellung dann 3 Wochen in Deutschland war (München, Neuschwanstein, Würzburg, Romantische Straße etc.). Da habe es ihr sehr gut gefallen. Sie überrascht mich mit diversen akzentfrei vorgetragenen deutschen Wörtern und Redewendungen. Die hat was drauf, stelle ich fest.

Unvermittelt fragt sie mich, ob ich bereit wäre, meinen Reiseplan etwas zu ändern. Wenn ich die Fahrradtour heute machen würde, könnten wir uns morgen in Chiang Khan treffen. Da habe sie ihren day off. Sie könnte mir das in der Nähe der Stadt liegende „Tai Dam Cultural Village“ zeigen, und danach auch Chiang Khan.

Klingt interessant, vielleicht gibt es dann ja noch eine gemeinsame Abendgestaltung. Wir vereinbaren, dass ich morgen um 08.30 Uhr am Busbahnhof einen Songthaew nach Chiang Khan nehme (Busse fahren nur selten), ich sie nach meiner Ankunft anrufe und sie mich dort abholt.

Dann trägt sie den beiden Angestellten auf, mir jetzt das örtliche Heimatmuseum zu zeigen, welches in demselben Gebäude untergebracht ist. Es wird extra für mich aufgeschlossen. Klein, aber schick und modern - der thailändische Staat hat hier richtig was springen lassen. Das wird wohl auch daran liegen, dass das Königspaar in den 50ziger Jahren hier einmal übernachtet hat. Hier die königliche Bestuhlung:

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Die junge Angestellte ist jetzt nicht mehr ganz so shy, vermutlich hat Trang ihr gesagt, dass ich sie nicht fressen werde.

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Loei – 1.Tag (Teil 2)

Ich gehe wieder zurück ins Hotel. Der Tag wird also doch sportlich. Ich schnappe mir eines der kostenlosen Leihräder und beginne die Tour. Es soll heute einigermaßen „moderat“ zugehen (so 40 - 50 km). Meine Dusseligkeit wird aber dafür sorgen, dass es wieder mal ganz anders kommt …..

Es fällt mir auf, dass es hier einige Fahrradwege gibt.


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Im Städtchen bereitet man sich wohl auf die zukünftig verstärkt erwarteten Naturtouristen vor (die Provinz Loei verfügt über viele landschaftliche Höhepunkte). Die hellblau gekennzeichnete „Bike Lane“ ist auch sehr beliebt - bei Autofahren zur Nutzung als willkommener Parkraum!

Ich stärke mich in einem gut besuchten Straßenrestaurant. Es gibt nur ein Gericht (Suppe mit Schwein). Es ist göttlich.


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Mein Tischnachbar, ein freundlicher Dozent an der hiesigen Uni, meint, hier gebe es die beste Suppe in der Stadt. Er fahre daher jeden Tag die 15 km von der Uni bis hierhin, um hier die Mittagspause zu verbringen. Beim Abschied lässt er es sich nicht nehmen, meine Rechnung zu übernehmen. Netter Kerl!


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Außerhalb der Stadt komme ich am „Hausberg“ vorbei. Wer die 200 m hoch krabbelt, kann die schöne Aussicht genießen. Das schenke ich mir aber, ist eh zu diesig.


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Auf einer kleinen Straße fahre ich in den Busch. Am Ende der Straße gibt es einen kleinen Picknick-Platz. Dort werde ich von einer einheimischen Dame direkt „in Beschlag genommen“. Sie ist 38 Jahre alt, hat eine hübsche Tochter und war 8 Jahre mit einem Engländer verheiratet, der ihr geholfen habe, eine Farm aufzubauen. Jetzt sei er mit einer Jüngeren zusammen.

Wie lange ich in Loei wäre, ob ich heute Abend Zeit habe und ihr meine Telefonnummer geben könne, fragt sie mich. Die geht ja ran wie Blücher, denke ich und teile ihr mit, dass ich nur kurz bliebe und morgen auch ein Date habe.

Ich mache noch ein Foto von der Familie. Die Mutter raunzt ihren Mann an, er solle sich das Hemd ordentlich überziehen und nicht so verdammt pumpui aussehen (sinngemäß).


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Der Asphaltbelag endet, es geht auf holperigen Wegen weiter.


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Irgendwann erreiche ich wieder die Hauptstraße. Fast alle Straßen im Umland von Loei sind nur spärlich befahren, man kommt mit dem Fahrrad wirklich gut voran. Die Autofahrer nehmen erstaunlicherweise auch ein bisschen Rücksicht.


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An einer Raststelle erfrische ich mich und fülle die Wasservorräte wieder auf.

Kalkberge erheben sich aus der Ebene. In der Regenzeit, wenn hier alles sattgrün ist, muss das bestimmt toll aussehen.


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Dann kriege ich die Krise. Mein Smartphone erinnert mich daran, dass ich den Akku aufladen müsse. Mist, ich habe natürlich nichts dabei. Kurz danach ist es „weg“. Ich darf mich also jetzt mitten in der Pampa ohne Karte etc. orientieren. Wie war das noch mal, ich sollte jetzt die zweite Straße rechts nehmen, dann links und ca. 8 km weiter südlich, dann die Straße über die Hügel rechts ….

Ich fahre ab jetzt nach dem Sonnenstand, merke aber irgendwann, dass ich viel zu weit nach Süden abgedriftet bin.

Die Sonne beginnt auch langsam zu sinken. Die Landschaft wird in ein sattgelbes Licht getaucht.

Leichte „Tentakel von Panik“ berühren mich. Das Fahrrad hat kein Licht. Auch mit Licht wäre es bestimmt kein Vergnügen, im Dunkeln auf Thailands Landstraßen unterwegs zu sein.

Dann sehe ich ein Schild: Loei 21 km. Gut, das ist zu schaffen. Ich lege den Turbo ein. Alle paar Kilometer halte ich an einem der Stände, kippe ein Wasser runter und rausche weiter.

Fotos mache ich nur noch wenige. Hier ein Dorf, die sehen alle ganz proper aus, von Armut keine Spur.


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Die Sonne ist schon mächtig im Sink-Flug begriffen, als ich die Außenbezirke von Loei erreiche. Gott sei Dank!


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Das Fahrrad hat zum Glück gut funktioniert, sogar die Gangschaltung (lediglich den Sitz musste ich einige Male nachstellen).

Die Sonne ist endgültig abgetaucht, als ich wieder in meinem Hotel erscheine.

Ich überlege mal überschlägig. Von 11:00 Uhr bis 18:30 Uhr bei zügiger Fahrweise abzüglich einer Stunde Pause, da dürften dann wohl so um die 90 km zusammen gekommen sein. Meinen Hintern spüre ich auch recht gut. Mann, Mann, warum muss das eigentlich immer so sein ….

Merkwürdigerweise bin ich jetzt noch nicht einmal richtig groggy, daher beschließe ich, keine Zeit zu verlieren, und eile nach Dusche und Umziehen aus dem Haus, um mich in das weltberühmte, d. h. nicht vorhandene (oder doch?) Nachtleben von Loei zu stürzen …....
 
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Loei – 1.Tag (Teil 3)

Ich gehe die 10 Minuten von meinem Hotel bis zur Ruam Pattana. Da sollen sich einige Locations befinden, u. a. eine Disco („Robot 2029“), die mich aber nicht interessiert.

Ich gehe an einem „Saloon“ vorbei, offenkundig hier der „Farang-Treff“. Die Gäste blicken etwas komatös aus der Wäsche. Zwei Bargirls sitzen auf Stühlen an der Wand. Ihren Gesichtsausdruck deute ich so: „OMB, warum bin ich ausgerechnet hier gelandet“.

Schräg gegenüber ist ein „Pub & Restaurant“ mit einem Thai-Namen, halboffen, so ein bisschen im Western Style, von drinnen ertönt Musik einer Live-Band, gut besucht.

Dann gelange ich zu einer Bar, betont cool & stylisch, das Publikum cool, dto. die Cocktails. Ich bin nicht cool und gehe weiter.

Am Ende der Straße befindet sich hinter einem Parkplatz ein Schuppen, bei dessen Anblick mir einfällt: „Moulin Rouge in Traben-Trarbach“. Das muss nicht sein.

Gut, also zurück zum „Pub“.

Ich bekomme einen Tisch direkt an der Bühne. Eine junge Band spielt Isaan-Mucke. Sie sind keine Profis, aber talentiert und voll bei der Sache. Die junge Sängerin ist hübsch, wenngleich stimmlich etwas blass. Die Balladen singt sie aber sehr gefühlvoll.

Vor mir steht ein großes Chang (85 Baht). Der Eis-Service kostet 10 Baht extra. Dafür wird auf einem kleinen Servierwagen ein großer Eiskübel abgestellt, die Chang-Pulle geparkt, und immer, wenn sich mein Glas zu leeren beginnt, kommt eine hübsche Kellnerin und schenkt freundlich lächelnd nach. Guter Service!

Ein „Rechnungs-Becher“ wird nicht bei mir abgestellt. Das ist hier wohl Vertrauenssache.

Nach einer kurzen Pause spielt die Band weiter. Jetzt entert eine neue Sängerin die Bühne, und die ist ja der „Kracher“. In gelbe Hotpans gezwängt, mit knappem Top und offenen Schnürstiefeln, röhrt sie sofort los ins Mikro und legt eine stramme Performance hin. Ihre Stimme ist wirklich toll. Ich bin begeistert und pfeife vernehmlich durch die Zähne. Sie lacht.

Nach einer halben Stunde hat sie ihre Pause. Sie geht zur Bar, holt sich einen Drink und setzt sich zu mir. „Where do you ….“. Sie ist 26, in Loei aufgewachsen und studiert dort. Sie heißt Nid. Ein lebhaftes Mädel.

Ich frage sie, was in ihrem Drink ist. Sie verzieht den Mund - alkoholfreie Limo, mehr gebe es nicht auf Kosten des Hauses. Ich teile ihr mit, dass dies doch bestimmt sehr ungesund für ihre Zähne sei (sie trägt eine Spange). Mein Bier wäre da sicherlich wesentlich bekömmlicher. Sie lacht, holt sich ein Glas und schenkt sich ein.

Interessant, LD´s sind hier wohl nicht üblich. Ich bemerke, dass die andere Sängerin sich an einem Nebentisch ebenfalls mit den Alkoholika der Gäste vergnügt. So soll wohl der Getränkeumsatz angekurbelt werden.

Irgendwann sitzt sie auf meinem Schoß und hopst im Rhythmus der Band, die mit der anderen Sängerin wieder zu spielen begonnen hat. Dann muss sie wieder selber auf die Bühne.

Ob man sie wohl auslösen kann?

Blöderweise beginnt jetzt wieder der Husten. Klar, ich habe bei meinem übereilten Aufbruch im Hotel vergessen, mir die abendliche Medizin-Dosis einzuverleiben. Wo habe ich hier eigentlich meinen Kopf gelassen?

Die nächste Pulle Chang kille ich gemeinsam mir ihr und der anderen Sängerin, die auch mal diesen merkwürdigen Farang begutachten will. Eine der hübschen Bedienungen kommt auch noch dazu.

Nid geht irgendwann zur Bar und kommt mit einem Bonbon zurück, der sei gut gegen den Husten. Ich spüle mit Chang ordentlich nach und es wird etwas besser.

Kurz nach 23:00 Uhr muss ich aber endgültig passen (hust!). Meine vier Chang kosten sage und schreibe 380 Baht. Ich hinterlasse einen ordentlichen Tip (200 Baht). Nid fragt mich, ob ich nochmal wiederkomme (sie weiß, dass ich mich in Loei nur kurz aufhalte). „Sure“.

Morgen geht es früh los. Ich möchte beim Treffen mit Trang auch nicht wie ein alter Opa herum husten.

Zurück im Hotel nehme ich noch die Medizin und falle direkt ins Bett.
 
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Loei – 2.Tag (1. Teil)

Heute fühle ich mich zur Abwechslung mal richtig ausgeschlafen. Nach dem morgendlichen Kaffee auf dem Balkon gehe ich in Richtung Busbahnhof.

Eine total vermummte junge Bikerin hält neben mir und fragt mich, wo ich hin wolle. Sie braust mit mir dann genau zu der Stelle, wo der Songthaew schon startbereit hält. Meine Frage nach einem Foto verneint sie lachend („not in that clothes!“).

Die Fahrt beginnt. Unterwegs herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Allerlei merkwürdige Gerätschaften werden transportiert.

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Dann werde ich irgendwo in Chiang Khan abgesetzt. Ich gehe in ein kleines Restaurant, esse eine Suppe und rufe Trang an. Dem Inhaber gebe ich mein Smartphone, damit er ihr die genaue Lage erklären kann.

Kurz danach bimmelt mein Phone. Sie stehe auf der gegenüber liegenden Straßenseite.

Dort sehe ich einen protzigen schwarzen Chevy mit getönten Scheiben. Eine Scheibe surrt herunter, und eine kleine Hand winkt mich heran. Sie ist es. Vorne sitzt ihr Sohn auf dem Beifahrersitz. Ich nehme hinten Platz. Sie meint lässig, ich solle einfach den Pröll wegräumen, der überall herum liegt.

Zügig rauscht sie zum vorgesehenen Ziel.

Das „Tai Dam Cultural Village“ ist eine Mischung aus Museum, Werkstätten mit angrenzendem Shop und tatsächlich von Familien noch genutzten Wohnhäusern im traditionellen Stil. Die Tai Dam ("schwarze Tai", die traditionelle Kleidung ist schwarz), zu denen auch Trang gehört, sind eine ethnische Minderheit in Thailand (sowie Laos und Vietnam).

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Sie zeigt mir das kleine Museum. Auf einer Schautafel sehe ich, dass die Tai Dam einmal ein eigenes Fürstentum hatten, welches sich über große Gebiete von Thailand/Laos/Vietnam erstreckte. Danach sind sie anscheinend ziemlich „unter die Räder gekommen“. Viele mussten nach der Machtübernahme der Kommunisten in Laos und Vietnam fliehen und leben jetzt im Ausland.

Wir besichtigen zusammen auch die Werkstätten und - soweit zugänglich - die Wohngebäude.

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Trang läuft dabei immer mit einem riesigen Sonnenschirm herum, den sie auch über mich hält. Dabei muss sie den Arm immer ganz weit hochrecken. Ich frage sie, ob ich das Teil nicht besser mal nehmen solle, sie lacht und meint, das wäre hier nicht üblich. Hm, denke ich, vielleicht haben sich die Tai Dams, was das Verhältnis der Geschlechter zueinander angeht, ja eine gewisse Portion gesunden Menschenverstandes bewahrt …..

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Trang kennt hier jeden, und ich werde nacheinander ihrem Vater (die Mutter ist schon verstorben), ihrer Tante, einer Nichte usw. usw. vorgestellt. Manchmal lässt sie mich einfach stehen und geht zu irgendwelchen Besprechungen. Das stört mich aber gar, ich streife so herum, gehe irgendwann auch mal „illegal“ in die Küche und schaue den Frauen in die Töpfe.

Ich bin ja manchmal etwas schwer von Begriff, gebe ich zu, aber irgendwann beschleicht mich doch so langsam das Gefühl, dass ich hier allseits sehr dezent, aber aufmerksam „begutachtet“ werde. So so. Schauen wir mal, was als Nächstes kommt.

Es gibt Mittagessen. Trang kommt mit einem großen Tablett voller Speisen. Der Vater erscheint dann auch mit einigen Reisschüsseln. Er ist innerhalb seiner Community sehr angesehen, was am Verhalten der Leute unschwer zu erkennen ist. Die Familie scheint auch nicht gerade arm zu sein.

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Er meint, ich solle unbedingt von dem Fisch kosten (das ist der Teller rechts neben dem Papaya-Salat). Trang meint, das sei ein Flussfisch und grinst. Auf das Schlimmste gefasst, nehme ich einen Bissen. Ich werde nicht „enttäuscht“ - ein Geschmack von in Lebertran ertränkten Sägespänen. „Mahk mahk“ sage ich und nehme tapfer noch einen Bissen. Der Vater nickt zufrieden, Trang amüsiert sich sichtlich.

Auch der Rest des Essen ist, nun ja, etwas grenzwertig. Erholung für meinen Gaumen bietet lediglich das Omelett. Trang selber isst nur sehr wenig, sie habe im Moment etwas am Magen (na, denke ich, bei der Kost auch kein Wunder).

Zum Nachtisch gibt es einen Obstteller und erfrischende Säfte.

Wir machen es uns jetzt jeder auf einer der Bambus-Liegen bequem. Trang erzählt einiges über sich, ihrer frühere Ehe und zukünftige Pläne. Ich mache dasselbe. Danach ist klar, dass ich als etwaiger Lebenspartner nicht in Frage komme. Klar ist auch, dass ich hier keine „nächtliche Sporteinlage“ zu erwarten habe. Sie ist ein „serious girl“. Das tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Wir plaudern noch ein bisschen, dann mache ich von der Terrasse eines Wohnhauses noch ein letztes Foto und stelle fest:

Es gibt sie tatsächlich noch, das Lieblingsobjekt westlicher Sponsoren, den Wasserbüffel.

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Ich frage Trang, wo hier die Donation-Box sei, damit ich für unser Essen etc. etwas einzahlen kann. Sie meint, ihr Vater habe mich ausdrücklich eingeladen, ich solle nichts zahlen. THX.

Wir verlassen die Anlage. Trang meint, sie müsse mit ihrem Sohn jetzt noch Hausaufgaben machen und schlägt mir vor, dass sie mich nach Chiang Khan zu einer ihr bekannten sehr guten Masseuse fahre. Doch hoffentlich keine Original-Thai-Massage frage ich, bei der einem Arme und sonstige Gelenke ausgekugelt werden. Sie lacht, doch, genau die, aber sie werde schon die notwendigen Instruktionen erteilen, damit ich überlebe.

Hoffentlich ........
 
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Loei – 2.Tag (2. Teil)

Im Massagesalon angekommen, sehe ich, dass von der Decke überall geknotete Schnüre herunter baumeln. Irgend ein „Tai Dam - Vodoo“? Wie ich bald danach feststellen werde, dienen die Schnüre jedoch profanen Zwecken. Die meinst „pfundigen“ Massage-Girls halten sich daran fest, wenn sie auf ihren Customern herum trampeln.

Trang spricht einige Minuten mit der Masseuse. Beide kichern. Ja ja, lacht nur ..

Die 1,5-stündige Massage ist sehr intensiv, aber überhaupt nicht unangenehm. Irgendwann steigt das Girl auf einen meiner Unterschenkel. Als sie sich immer weiter auf meinem Oberschenkel nach oben arbeitet, hoffe ich, dass sie ihre breiten Quadratlatschen nicht versehentlich auf einer ganz bestimmten Stelle platziert und spinkse etwas misstrauisch nach oben. Sie lacht auf mich herunter und sagt “don´t worry“!

Dann bin ich wieder draußen und fühle mich (fast) wie neu geboren. Es ist gegen 16:00 Uhr, knüppelheiß, und kaum ein Mensch ist zu sehen. Na ja, wie immer.

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Ich gehe die Uferpromenade entlang. Aha, so sieht der Mekong aus.

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In einem Cafe lerne ich ein nettes junges Pärchen aus Udon Thai kennen, das hier einen Kurzurlaub verbringt. Als der Mann erfährt, dass ich während meines ganzen Urlaubes hier tatsächlich noch kein einziges Selfie gemacht habe, ist er ganz entsetzt und schnappt sich meine Kamera.

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Irgendwann gehe ich in ein nettes Restaurant am Flussufer und rufe Trang an. Die Hausarbeiten sind erledigt und sie kommt mit ihrem Sohn zum Abendessen.

Dort genießen wir zusammen die langsam einsetzende Abendfrische und den Sonnenuntergang über dem Fluss.

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Der Sohn spielt mit meiner Reiseuhr herum, irgendwann piepst und summt es überall, und wir machen uns beide an das Abenteuer der Neujustierung.

Fotos werden (natürlich) auch noch gemacht.

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Später bitte ich den Kellner um die Rechnung und gehe noch mal schnell aufs Örtchen. Als ich wieder erscheine, hat Trang bereits bezahlt. Wie peinlich ist das denn! Farang bestellt großzügig die Rechnung, verschwindet dann und lässt die Dame bezahlen. Autsch! Fast barsch sage ich zu Trang, dass dies ja nun mal überhaupt nicht ginge. Wieso denn, meint sie grinsend, das habe doch gut geklappt - und sie hätte mich auch sehr gerne eingeladen. THX.

Mit ihrem Moped (abends ist die Straße am Fluss für Autos gesperrt) fährt sie mich zum Busbahnhof (die genaue Abfahrtszeit des Busses hatte sie natürlich die ganze Zeit „auf dem Schirm“). Eine kurze Berührung, „take care“, der Sohn hält mich noch eine ganze Weile fest, dann brausen die beiden davon.

Im Bus denke ich ein bisschen über Trang nach. Sie ist eine emanzipierte Frau, die genau weiß, was sie will. Für einen Mann, der an einer festen Beziehung interessiert ist und kein Problem damit hat, sich auch um ein „fremdes“ Kind zu kümmern, sicherlich eine sehr gute Wahl, wenn es denn „passt“. In Thailand hat sie es als geschiedene, nicht mehr ganz so junge Frau mit Kind schwer. Im Gespräch ließ sie durchblicken, dass die Thai-Männer natürlich nur an jungen Frauen interessiert seien und ohnehin meist schlechte Ehemänner abgäben. Dies gelte auch für die Tai Dam - Männer. Ist schon merkwürdig.

Gegen Mitternacht erreiche ich den Busbahnhof in Loei und gehe zügig ins Hotel. Morgen will ich ja zum ca. 80 km entfernten Phu Kradueng National Park. Trang hat mir geraten, bereits den Bus um 06.00 Uhr zu nehmen, dann sei ich gegen 08:00 Uhr am Parkeingang. Ich müsse bis zum Plateau mit einer reinen Gehzeit von drei Stunden rechnen, wenn ich zügig gehe. Sie wisse das, das sie selbst schon einmal oben gewesen sei. Für morgen sei übrigens der bisher heißeste Tag des Jahres angekündigt. Und ich solle ihr, wenn ich es bis oben hin schaffe, unbedingt ein Selfie schicken (über die hier allgemein herrschende „Selfiemanie“ habe ich etwas herum gelästert).

Schaun wir mal, wie es morgen so läuft …..

Ähem, liest hier eigentlich noch jemand mit?
 
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@kringe u. a.: THX, es wird ja doch fleißig mitgelesen (musste nur mal meinem kleinen Ego ein bisschen freien Lauf lassen ....:wink0:).

Sitze gerade an meinem Bericht von meinem denkwürdigen letzten Tag in Loei.
 
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Loei – 3.Tag (1. Teil)

Um Punkt 05:00 Uhr fiept der Wecker. Toll! Ich freue mich auf die Tour genau so „heftig“ wie früher in der Schule auf eine Mathe-Klausur. Aber vor der größten sportlichen Herausforderung dieses Urlaubes werde ich jetzt nicht „kneifen“, das würde ich mir niemals verzeihen.

Beim Morgenkaffee auf dem Balkon merke ich, dass es heute entgegen den vorherigen Tagen nicht mehr so frisch ist, sondern schon ziemlich warm. Trang hat also Recht gehabt. „Super!“

Pünktlich bin ich am Busbahnhof.

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Die Fahrt zum Städtchen Phu Kradueng dauert 1,5 Stunden und kostet 49 Baht. Von dort nehme ich für 60 Baht ein Motorbiketaxi, welches mich zum 6 km entfernten Parkeingang bringt. Dort löhne ich die 200 Baht Eintrittsgebühr.

Einige junge Leute sind gleichzeitig mit mir herein gekommen, sonst ist (noch) nicht viel los hier.

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Wer will, kann sich das Gepäck von Trägern hoch schleppen lassen. Fast alle Besucher übernachten ja im Campground des Parks (dort gibt es Zelte und Bungalows). So bescheuert, die Tour an einem einzigen Tage zu absolvieren, ist natürlich nur einer …..

Mir fällt direkt der fürchterliche Brandgeruch auf, ich fange sofort (wieder) an zu husten. Fast auf der gesamten Strecke ist neben dem Trail alles abgebrannt. Ein Ranger erklärt mir später, das komme daher, dass die Leute immer ihre brennenden Kippen wegschmeißen würden (dabei herrscht im Park absolutes Rauchverbot!). Idioten!

Bevor ich losgehe, studiere ich erst mal das Streckenprofil. Es geht auf ca. 350 m Höhe los und endet nach ca. 6 km Strecke auf ca. 1300 m Höhe. Unterwegs gibt es vier „Basislager“ zur Verköstigung.

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Im Rucksack habe ich daher nur einige Müsliriegel dabei (gegen einen etwaigen „Hungerast“, ich will nämlich nicht so enden wie der dusselige Jan Ulrich weiland 1998 beim Anstieg auf den Mount Galibier). Wasser habe ich aber vorsichtshalber genügend dabei.

Es geht „stramm“ los - und ist auch schon richtig schön heiß ...

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Dann erreiche ich „Basislager 1“.

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Dort lerne ich ein nettes junges Pärchen aus Bangkok kennen. Das Girl lädt mich ein, von ihrem Obstteller mit zu essen. Sie ist „Wiederholungstäterin“ (das 7. Mal jetzt) und zeigt mir von früheren Besuchen stammende Bilder der beeindruckenden Sonnenauf- und untergänge. Ihr Freund macht die Tour zum ersten Mal. Er ist nicht halb so sportlich wie sie und sieht auch schon etwas abgekämpft aus. Ich habe so den Eindruck, dass diese Tour auch nicht so unbedingt seine Idee war. „Good luck“ wünsche ich ihm.

Dann steige ich weiter auf. An manchen Stellen hat die Parkverwaltung Treppen gebaut.

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In „Basislager 2“ nehme ich einen kräftigen Imbiss und lerne mein „Gipfelteam“ kennen. Ein sehr rüstiger 74-jähriger Schweizer mit seiner deutlich jüngeren Thai-Dame. Da wir ein ähnliches Tempo haben, gehen wir den Rest der Strecke gemeinsam.

„Basislager 3“ sieht dann etwas ramponiert aus.

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Der anwesende Ranger erklärt uns, dass hier gestern eine Horde wilder Elefanten auf der Suche nach Nahrung durch getrampelt sei. „Basislager 4“ habe es auch erwischt.

Wir erreichen jetzt die Zone des immergrünen Waldes. Die Temperaturen werden angenehmer, und es gibt auch Schatten.

Die Anstiege werden ab hier aber deutlich „knackiger“. Der Weg ist in dem Geröll nur noch zu erahnen. Man muss hier einfach „durch kraxeln“.

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Kurz vor dem Gipfel fällt das Plateau steil ab. Hier hat man das „Vergnügen“, sich auf schrundigen Eisenleitern etc. nach oben zu kämpfen.

Endlich sind wir oben. Geschafft! Es ist 12:00 Uhr. Trang hatte auch da Recht, die Gehzeit abzüglich Pausen betrug exakt drei Stunden.

Es folgen die üblichen Photorunden. Madame erklärt uns genau, wie wir zu sitzen haben, welche Details auf das Bild kommen dürfen, welche nicht etc. etc. „Die Regisseurin“ meint der Schweizer trocken.

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Wir verabschieden uns herzlich, die beiden wollen hier oben noch 3 Nächte bleiben.
 
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Loei – 3.Tag (2. Teil)

Das Plateau ist sehr weitläufig. Man könnte hier tagelange Wanderungen unternehmen.

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Es soll hier jede Menge Wildtiere geben, neben Elefanten u. a. auch Tiger …... Na, die wird man wohl kaum zu sehen bekommen, denke ich, und mache dann einen kleinen einstündigen Rundgang.


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Zurück am Ausgangspunkt, sehe ich die „Bangkoker“ wieder. Sie haben es gerade soeben geschafft. Er ist mächtig stolz auf sich (darf er auch sein, für ihn war das eine Top-Leistung).

Es werden natürlich wieder die Kameras gezückt.

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Dann bin ich alleine und beginne mit dem Abstieg.

Er ist technisch schwieriger als der Aufstieg (wie meistens). Die Steine sind glatt „poliert“, z. T. mit einer dünnen Sand- und Blattschicht bedeckt. Da kann man „schön“ ausrutschen.

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Ich werde von einer Gruppe junger „Nachwuchs-Ranger“ überholt, die sich schnell und trittsicher im Gelände bewegen. Sie bleiben in Hörweite, und nach einiger Zeit treffe ich sie bei einer Rast wieder. Das Ganze wiederholt sich mehrmals. Aha, also „Geleitschutz“. Sehr nett!

Als wir die steilen Passagen hinter uns haben, passiere ich sie und sage vernehmlich „khop khun khab“. Sie winken mir nach.

Es wird jetzt richtig „brüllend“ heiß.

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In der Nähe von „Basislager 2“ kommt mir ein junger Mann entgegen, ganz in Schwarz gekleidet (der hat Nerven!). Einen Rucksack trägt er nicht, dafür hält er in der Hand einen Plastikbecher mit irgendeinem giftgrünen Smoothie. Er fragt mich, wie weit es noch ist. Oh Junge. Ich sage ihm, dass er noch mit mindestens 1,5 Stunden reiner Gehzeit rechnen müsse.

Wasser hat er nicht dabei, er will sich weiter oben eindecken. Als ich ihm mitteile, dass „Basislager 3 und 4“ zerstört sind, schaut er ziemlich besorgt drein. Ich rate ihm, den Aufstieg besser morgen mit entsprechender Verpflegung anzugehen. Das ginge nicht, meint er, seine Kumpels seien schon vorausgegangen und würden sich über ihn bestimmt halb totlachen ….

Na gut, ich gebe ihm meine noch halb gefüllte Wasserflasche (in 15 Minuten kriege ich ja wieder neues) und rate ihm, oben einen der Ranger anzusprechen, ob er die Flasche wieder auffüllen kann.

Als ich „Basislager 2“ erreiche, haben sich alle unter den Zeltdächern verkrochen. Besucher sind keine mehr zu sehen. Ich mache Rast und stocke die Wasservorräte wieder auf.

Es geht durch nahezu unerträgliche Hitze weiter.

In „Basislager 1“ bietet mir eine Lady überschwänglich ihr „tolles Curry“ an. Ich meine „no no, I´m hot enough“, was unter den Frauen für große Erheiterung sorgt.

Kurz vor dem Schlussabstieg mache ich noch ein Foto. Aus der Ebene faucht mir die Hitze wie aus einem Höllenschlund entgegen.

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Der Abstieg ist jetzt wirklich eine Tortur. Meine Beine zittern und ich muss Schritt für Schritt aufpassen. Die Verletzungsgefahr ist jetzt am größten, das ist mir klar. Dann habe ich es geschafft - und bin geschafft. Ich reiße mir das Shirt vom Leib und gönne mir im Waschraum einen dicken Schwall kalten Wassers. Aaaaahhhhhh.......... Ein Ersatzshirt habe ich zum Glück mitgenommen.

Es ist 16:30 Uhr. Ich begebe mich zügig zum Parkausgang. Ein Bus nach Loei soll nämlich um 17:00 Uhr abfahren.

Ein Songthaew bringt mich für 100 Baht zur Haltestelle.

Der Bus erscheint, ich frage „Loei“, ja „Loei“, also rein. Etwas stutzig werde ich, als der Fahrpreis kassiert wird. 85 Baht, das waren doch heute morgen nur 49 Baht. Na ja, unterschiedliche Tarifzeiten wohl. Aber irgend etwas stimmt hier nicht, ist mein Gefühl. An der Nationalstraße biegt der Bus dann rechts ab (Richtung Süden) - Loei liegt aber im Norden.

Na ja, wahrscheinlich fährt der Fahrer erst mal tanken und wendet dann, rede ich mir die Sache schön. Der Tank ist jedoch augenscheinlich voll, der Bus nimmt Fahrt auf und wir fahren immer weiter in eine nur dünn besiedelte Landschaft hinein ….

Ist ja klasse! Ich marschiere nun nach vorne und frage den Fahrer und die Kassiererin, ob es hier wirklich nach Loei gehe. Sie schauen mich verständnislos an. Auf meinem Smartphone zeige ich ihnen, in welche Richtung wir uns gerade bewegen und wo dieses „sagenumwobene“ Loei liegt.

Nun dämmert es der Frau, es zeichnet sich deutlich ihn ihren Gesichtszügen ab.

Die Reaktion ist dann „klassisch Thai“. Ein kurzes Lächeln, alles sei in Ordnung und ich solle nun wieder Platz nehmen.

Okay, das war jetzt die amtliche Bestätigung dafür, dass es besch...... läuft. Die beiden unterhalten sich jetzt leise und lachen dabei manchmal, ich höre immer mal wieder das Wort „Loei“.

„Haha, der trottelige Farang ist in den falschen Bus eingestiegen, der fährt aber gar nicht nach Loei“. Ich stelle mir genüsslich einen Eispickel vor und was man damit alles anstellen kann …...

Nach über einer Stunde erreichen wir den nächsten Haltepunkt (Chum Phae in der Nachbarprovinz). Ich verlasse fluchtartig den Bus. Fahrer und Kassiererin sind auf einmal auch nicht mehr zu sehen, warum bloß?

Am Ticketschalter erzähle ich zur allgemeinen Erheiterung mein Missgeschick und erwerbe ein Ticket nach Loei. Ich habe Glück, der Bus fährt gerade ab, das Schaltergirl stoppt ihn laut winkend und ich kann noch schnell hinein huschen.

Er fährt auch tatsächlich nach Loei.

Die Fahrt kostet 100 Baht. Der Bus ist recht luxuriös ausgestattet, leider auch mit heftig blasender Klimaanlage. Während der Fahrt schaue ich mir ein ultra-brutales Thai-Knast-Drama an. So etwas dürfte in DACH vermutlich gar nicht erst gezeigt werden.

Anhang anzeigen DSCN3121.jpg

Es ist bereits lange dunkel, als ich endlich wieder in Loei eintrudele.

Meinen letzten Abend in Loei will ich mich nicht im Hotelzimmer ausruhen (wäre doch gelacht!), sondern auf die Piste gehen. Also schnell geduscht, umgezogen und los geht´s …..
 
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So, zum Abschluss von "Loei" wird es jetzt ein kleines bisschen peinlich .......

Loei – 3.Tag (3. Teil)

Ich gehe, na wohin wohl, natürlich in den „Pub“. Dort tönt mir schon von weitem ein fröhliches Gelärme entgegen. Der Laden ist heute (Sonntag Abend) proppenvoll, aber mit Glück ergattere ich einen gerade frei gewordenen Tisch an der Bühne.

Dort ist Nid schon wieder geräuschvoll im Einsatz. Sie grinst auf mich herunter.

Vor dem nächsten Lied spricht sie etwas auf Thai, ich vernehme „Farang“ und „Cavigliano“. Die Leute an den Nebentischen schauen nun zu mir rüber. Dann teilt sie auf Englisch mit, dass das folgende Lied mir gewidmet sei. Das finde ich ja mal eine schöne Begrüßung....

In ihrer Pause sitzt sie wieder an meinem Tisch, geht aber immer auch mal zu den anderen Tischen rüber, um die Gäste zum Trinken zu animieren.

Es sind außer mir mal wieder keine sonstigen Farangs anwesend. Das überwiegend junge, männliche Thai-Publikum bechert gnadenlos, dass der Alkohol in Strömen fließt. Die offenbar gut situierte vierköpfige Jung-Herren-Gruppe an dem Nachbartisch z. B. lässt sich gerade die zweite Flasche Baileys bringen. Irgendwann muss ich auch mal eine Runde mittrinken, urrrggg ….

Immer mal wieder geht einer der bereits stark schwankenden Herren zur Bühne, um ein „Wunschlied“ zu bestellen. Da wird dann vollkommen dissonant, aber begeistert mit gegröhlt.

Ich amüsiere mich köstlich, so was habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Irgendwann kommt ein Spaßvogel auf die Idee, dass doch anwesende Gäste den Bühnenauftritt der Gruppe „bereichern“ sollen. Ich ahne schon, wen es trifft, und natürlich ist Cavigliano an der Reihe, zusammen mit dem vermutlich einzig anwesenden Thai-Jungmann, der noch einigermaßen gerade stehen kann. Wir werden dann zu so einer Art A-Capella-Truppe formiert und los geht es. Na ja, es kennt mich ja keiner hier, zum Glück!

Dann erscheint ein junger Thai vor mir, mit einem riesigen Strauß roter Rosen in der Hand und möchte, dass ich ihn Nid gebe. Häh?? Ja, er wisse, dass sie mich möge und ich solle ihr daher den Strauß geben, lallt er. Junge, so wirst du aber mit Sicherheit keine Lady in deine Kiste kriegen, denke ich, und entgegne: „Don´t be so shy, young man, do it yourself“. Er traut sich aber nicht und legt die Rosen auf meinen Tisch.

Das sieht jetzt so richtig voll bescheuert aus, wie „LKS-Farang in Aktion“, haha.

Kurz darauf erscheint Nid, sieht den Strauß und fragt, was das Ganze soll. Ich erkläre es ihr. Sie lacht und schüttelt den Kopf.

Ihre Sänger-Kollegin erscheint kurz darauf und fragt, ob sie die Blumen haben dürfe. Nid faucht sie an, das seien ihre Blumen. Weiber, ich feixe in mich hinein.

Dann hat sich der junge Thai ein Herz gefasst, erscheint an unserem Tisch, nimmt den Strauß und will ihn Nid mit theatralischer Geste überreichen ..... und Peng, hat er mein volles Chang-Glas schwungvoll abgeräumt, das noch auf dem Tisch in Stücke zerbirst. Nid ist blitzschnell von ihrem Platz weg gehuscht, und auch ich kann mich noch gerade rechtzeitig vor dem Bier-Scherben-Schwall in Sicherheit bringen.

Der junge Mann will jetzt die Scherben aufsammeln, Nid raunzt ihn an und ich bringe ihn wieder an seinen Platz in die Obhut seiner Kumpels, die sich natürlich hemmungslos kaputt lachen.

Mann, Mann, Mann, wenn die Thais besoffen sind, geht ja richtig die Post ab.

Irgendwann wird es etwas ruhiger, einige der Herren werden von Taxis abtransportiert.

So langsam merke ich jetzt, dass ich meine Akkus heute wirklich in Grund und Boden gefahren habe.

Nid legt eines ihre wohlgeformten Beine auf meinen Schoß und meint, dass der Laden hier um 01.30 Uhr schließe und wir dann in mein Hotel gehen können.

Ich überlege kurz - und muss passen, da ich mir sicher bin, beim „Erstkontakt“ mit meinem Bett wahrscheinlich direkt ins Koma zu fallen. Peinlich! Nid fragt mich, was ich eigentlich heute gemacht habe, dass ich so kaputt sei. Das teile ich ihr kurz mit. Sie schaut mich ungläubig an und bricht dann in schallendes Gelächter aus.

Einer von der Band erscheint dann und fragt mich, ob ich wirklich diese Tour heute gemacht habe. „Yes“. Sie halten mich jetzt wahrscheinlich alle für vollkommen verrückt, nicht ohne Grund, fürchte ich …

Die Rechnung ist wie immer erstaunlich niedrig, ich gebe ordentlich Tip. Nid bringt mich noch zur Straße, umarmt mich kurz und fragt, wo mein Hotel liege, ob sie mir ein Taxi rufen soll. „Eskorte für old German man“, mir bleibt jetzt auch nichts erspart.
:ooops:

„No, thank you honey, take care …“ - und ich gehe den kurzen Weg zum Hotel.

Unterwegs fällt mir ein, dass ich heute noch nicht mal ein Foto von dem Abend gemacht habe, weil Kamera und Smartphone im Hotel liegen. Neh, neh …
:shake:

Im Hotel lasse ich mich in vollen Klamotten aufs Bett fallen - waschen kann ich mich ja gleich - und dämmere sofort weg. I´m getting older, ist das letzte, was mir noch gerade einfällt ….
 
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