China China 19??

Glupperer

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24.03.2013
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Hallo liebe Freunde,

wie angekündigt starte ich einen neuen Reisebericht mit dem Titel "China 19??"
Da ich das genaue Jahr absolut nicht mehr auf die Reihe kriege, die 2 Fragezeichen.
Weil das Schreiben flott vorangeht, will ich morgen schon mal den Teil 1 raushauen.
Vielleicht kann ein Moderator vorher überprüfen, ob ich in der richtigen Rubrik bin, und ob man den Titel so laufen lassen kann.

Vielen Dank und Grüße
G.
 
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Du hattest das große Glück in einem Deutschland der Freiheit aufzuwachsen - ohne Krieg. Im Wirtschaftswunder und einer Zeit wo alles nur eine Richtung hatte - nach oben.
Du hast einen Korridor erwischt, welcher weder die Generation davor, noch die Generation danach hatte bzw. hat.
Ja - ich weiß. Es war unvorstellbar, dass es einmal in die andere Richtung geht. Ich war stolz, ein Deutscher zu sein. Die gute alte DM war verlässlich stabil und wurde auf der ganzen Welt gerne angenommen.. Die Leute konnten noch von ihrem Einkommen leben und brauchten keine Hilfen vom Staat. Wer damals arbeitslos war, wollte nicht so richtig und hatte selbst Schuld.
Welches Jahr denn ungefähr oder welches Jahrzehnt? Vor oder nach Tansania?
Es war nach Tansania und nach der Wiedervereinigung.
 
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Liege gerade noch im Bett und versuche einen wichtigen Abschnitt dieser Reise zu knacken. Manchmal habe ich eine richtige Sperre im Kopf und es fällt mir einfach nichts mehr ein. Dann gibt es wieder Abschnitte, an denen ich mich noch glasklar an jedes Detail erinnern kann.

China 19??
Teil 1


Hallo liebe Freunde,

wie angekündigt habe ich mich noch einmal zusammengerissen und einen Urlaubsbericht über China geschrieben.
Wann dieser Urlaub war, krieg ich einfach nicht mehr auf die Reihe. Das wiedervereinigte Deutschland hatte sich um die Olympischen Sommerspiele in Berlin beworben, China für Peking. Ich weiß aber, dass es noch nicht entschieden war. In Peking hingen nämlich noch die Bewerbungsplakate und meine Tochter meinte: “Ach was - das wird Berlin.“ Wer dann tatsächlich den Zuschlag erhalten hat, weiß ich nicht mehr, Berlin jedenfalls nicht und auch nicht Peking. Da meine Tochter (heute 53) damals noch nicht verheiratet war, könnten es fast 30 Jahre her sein.

Es war einer der wenigen Urlaube, an denen meine Gretel von Anfang bis Ende dabei war. Bin aber dafür dann im nächsten Jahr wieder ganz alleine gereist.

Meine Tochter, die damals schon außerhalb unseres Hauses mit ihrem Verlobten zusammenwohnte, wollte das China-Programm unbedingt mitmachen. Ich machte zur Auflage: “Aber bitte ohne …..“ Gemeint war mein zukünftiger Schwiegersohn, den ich damals schon als absoluten Kotzbrocken empfand und der am späteren Scheitern meiner Ehe nicht unbeteiligt war.

Zur Jahreszeit: Ich hatte damals die schönsten Tomaten meines Lebens im Garten und musste fast weinen, als ich sie hängen lassen musste. Es dürfte also Spätsommer gewesen sein.

Meine Gretel und ich, trabten dann frühmorgens mit den aufgesetzten Rucksäcken zum Bahnhof unserer Kleinstadt und fuhren mit dem Zug zum Stuttgarter Hbf. Mit der S-Bahn dann zur Haltestelle “Feuersee“, wo mein zukünftiger Schwiegersohn meine Tochter an uns übergab. Mit der nächsten S-Bahn ging es dann zum Flughafen.

In meiner euphorischen Urlaubslaune lud ich die beiden in ein Flughafen-Restaurant zum Frühstück ein und verkündigte großkotzig: “Heute könnt ihr einmal bestellen, was ihr wollt – ich zahle.“ Das hätte ich nicht machen sollen! Überhaupt wäre es besser gewesen, wenn wir uns zuhause ein paar Stullen gerichtet hätten.
Also sooo viel war das eigentlich gar nicht, was wir bestellten, aber die Damen genehmigten sich noch einen Piccolo und dann einen zweiten, und zuletzt noch einen dritten. Dazu noch mehrere Fläschchen mit Orangensaft. Wie ich in Erinnerung habe, war die Rechnung dann über 120 DM – wow!!! Da krampfte sich mein Schwabenherz schmerzhaft zusammen.
Heute wäre ein (Sekt)-Frühstück in einem Flughafenrestaurant für umgerechnet 3 x 20 € völlig normal.

Zufällig war gerade der SDR präsent, der eine Reportage über den Stuttgarter Flughafen machte und die Leute interviewte, mit was man wohin fliegt. Als die Reporterin dann mich fragte, gab ich das Mikrophon an meine Tochter weiter, da ich ja alles kann, außer Hochdeutsch.
Meine Tochter sagte dann: “Wir fliegen mit SAS nach Kopenhagen und von dort weiter nach Hongkong.“
“Super“, meinte die Reporterin “und von dort dann wieder zurück nach Stuttgart?“
Meine Tochter: “Nein – wir fahren von Hongkong mit dem Schiff nach Kanton (Gouangzhou), und von dort auf eigene Faust in mehreren Etappen über Land nach Peking.“.
Reporterin: “Mein Gott - ja trauen sie sich das denn zu?“
Meine Tochter: “Kein Problem, mein Paps ist der beste Reiseleiter der Welt.“
Reporterin: “Und dann geht es von Peking mit der SAS wieder zurück nach Stuttgart?“
Meine Tochter: “Nur für mich.“
Reporterin: “Ja und ihre Eltern?“
Meine Tochter: “Die fahren mit der Transsibirischen Eisenbahn über die Mongolei nach Moskau, von dort weiter bis Berlin und dann nach Stuttgart.“
Die Reporterin kam darauf ins Stottern und sagte: “Wie bitte – da da das ist ja der Hit des Tages, dü dü dürfen wir das noch einmal neu aufzeichnen?“
Meine Tochter musste dann noch einmal genau erklären, wie das ablaufen soll. Als sie fertig war, meinte die Reporterin: “So - das haben wir jetzt im Kasten. Das geht nächste Woche auf Sendung“. Bedankte sich noch recht herzlich und meinte: “Hoffentlich geht das gut; ich wünsche ihnen viel Glück dafür.“

Vorab – es ging trotz einigem Negativem, das man einfach auf jeder Reise erlebt, gut. Als "bester Reiseleiter der Welt", habe ich allerdings manchmal auch versagt.

Ich hatte, wie schon mehrmals zuvor und auch noch für spätere Reisen, ein Ein-Mann-Reisebüro in Anspruch genommen, das ein absoluter Spezialist für etwas außergewöhnlichere Reisen alleine führte. Von diesem ließ ich mir immer die Visa, Tickets für den Flug, Tickets die man nur im Reiseland kaufen konnte, unbedingt erforderliche Hotelbuchungen, um diese Visa und Tickets überhaupt zu kriegen, Einladungen von Personen, mit denen man überhaupt erst in bestimmte Länder einreisen durfte, usw. besorgen.
Er hatte diese Reisen alle schon selbst durchgezogen und hatte in all diesen Ländern persönliche Freunde und Geschäftspartner, die ich dann in Anspruch nehmen konnte. Alles war auf Backpackers und “Cheap-Charlies“ zugeschnitten, und relativ günstig – also genau das Richtige für mich! Inseriert hatte er immer im “Reise und Preise“ Magazin, das ich mir damals jeden Monat gekauft habe.
Mit seiner Hilfe konnte ich Reisen planen und abwickeln, die sonst nur von großen Reiseveranstaltern im Gesamtpaket angeboten wurden und für mich praktisch unerschwinglich gewesen wären.

Fortsetzung folgt!






 
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Bist du eigentlich früher nach Thailand mit dem 'Loose' gereist ? Infos waren ja rar.
Ganz früher mit dem "Lonely Planet". Dann gab es auch mal brauchbare Reiseführer, wo der Einband eine Jeans war. Später dann mit dem "Loose". Habe Reiseführer oft in der Khao Sahn gebraucht gekauft. Da konnte es schon mal vorkommen, dass man nachts mit dem Rucksack vor einem Ruinengrundstück stand, wo schon die Bäume wuchsen, oder mal in Seoul, wo ein ganzes Stadtviertel, wo die Billig-Quartiere waren, total abgerissen war und schon die Neubauten standen.
Bei meinem ersten Vietnam-Trip gab es noch gar keinen Reiseführer. Habe da im Reisebüro in der Khao Sahn handschriftliche Copies von Backpackers gekauft, während der Reise selber einen Bericht geschrieben und den dann wieder im Reisebüro verkauft.
Und laß dich nicht von blöden Krankheiten einnehmen!
Nein - Gestern ging es mir allerdings mal wieder so beschissen, dass ich mich immer wieder hinlegen musste. Heute bin ich wieder gut drauf und werde ein bissle im Garten arbeiten. Morgen will ich mit dem Zug zum Außendienst in die nächst größere Stadt fahren und in meinem Stamm-Püffle einen Frühschoppen machen.
Der Berliner Senat bewirbt sich offiziell beim NOK für die Ausrichtung der Spiele im Jahr 2000.
Dies ist ein guter Anhaltspunkt! Es war also nicht 19?? sondern 200?
 
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Teil 2

So flogen wir dann zuerst einmal nach Kopenhagen. Da es bis zum Weiterflug noch mehrere Stunden waren und das Gepäck bis Hongkong durchgecheckt war, fuhren wir mit dem Bus in die Stadt und machten eine Besichtigung. Ich hatte das anhand eines Stadtführers genau durchgeplant und so schafften wir die Hauptsehenswürdigkeiten, die man unbedingt besuchen sollte. Rechtzeitig waren wir wieder am Airport und flogen dann weiter nach Hongkong.

Angeflogen wurde damals noch der alte Kai Tak Airport, bei dem man bei der Landung in die Wohnungen und Büros der Hochhäuser schauen konnte, weil dieser direkt in Kowloon lag. Es war mein dritter Besuch von Hongkong wodurch ich alles schon kannte und nicht einmal einen Stadtplan brauchte.

So fuhren wir mit dem Bus zur Haltestelle vor den “Chungkings Mansions“ an der Nathan Road, wo es in Privat-Wohnungen relativ billige Zimmer zu mieten gab und auch viele Restaurants, wo man günstig essen konnte.

Ich kannte das seit meinem ersten Besuch, wo ich am Airport von einer “Schlepperin“ abgefangen wurde, die mich bis dorthin im Bus begleitet hat und mir in einer Wohnung ein winziges Zimmerchen vermittelte. Außerdem machte sie mir auch das Angebot, später kurz noch einmal vorbeizukommen, wo ich mich dann wirklich nur ganz kurz bei ihr, gegen ein kleines Geldgeschenk (Vorkasse), erleichtern konnte. Dabei war zu keinem Moment weder die geringste Freundlichkeit, noch die kleinste Aktivität zu erkennen. Es war, wie wenn man eine noch warme Leiche fickt. Ich habe dann auch gar nicht mehr viel Action versucht und eine Notabsamung abgelassen. Da sie außer dem Schlüpfer nichts ausgezogen und nur den Rock hochgeklappt hatte, war sie auch schon wieder draußen, bevor ich auch nur den Pneu abgezogen habe.

In diesem riesigen abschreckenden Gebäude trafen wir dann auch gleich einen älteren Herrn, der uns ansprach und uns dann so ein winziges Zimmerchen vermietete.
Wir gingen dann abends noch ein bissle auf der Nathan Road spazieren, fanden in unserem Wohnkomplex ein Indisches Lokal mit leckerem Essen und einen Shop, wo ich 3 Flaschen Tsingtao Bier kaufte, die wir dann total zufrieden im Bett noch verlöteten.

Aufgewacht bin ich morgens durch ein permanentes Klopfen an der Tür. Als ich realisierte, wo ich bin, öffnete ich vorsichtig die Tür. Draußen standen 2 Polizisten, die dann höflich, aber mit versteinerten Gesichtern, unsere Pässe und Einreisestempel kontrollierten. Als sie in lausigem Englisch fragten, was wir in Hongkong machen wollen und wo es danach hingehe, sagte ich, “shopping and sightseeing“ und verwies auf unsere Visa für die VRC.

Der Vermieter und seine Frau wurden dann auch noch hinzugerufen und befragt. Beide waren jetzt zahnlos mit eingefallenem Mund. Um was es wirklich ging, konnte ich nicht herausfinden.
In dem einzigen winzigen Badezimmer der Wohnung standen dann auf der Ablage über dem Spiegel 2 Gläser mit ihren Gebissen einträchtig nebeneinander.

Ich finde, bei keinem anderen Volk outet man sich so unbekümmert als Gebissträger. Ob es nun der zahnlose Busfahrer ist, der es nur zum Essen kurz einlegt, oder die alte Oma, die es im Restaurant nach dem Essen mit dem Tischtuch putzt, oder der Buspassagier, dem es ständig aus der Hand fällt, wenn er kurz mal einnickt.

Ich will mich nun nicht groß an den Sehenswürdigkeiten aufhalten, die wir besuchten und die ich alle schon kannte. Hongkong ist ja sehr interessant; allerdings ist es nach meiner Erkenntnis von durchweg unfreundlichen und abweisenden Menschen bewohnt.

Total anders sind da die Singapore Chinesen oder die in Taiwan. In der VRC trafen wir sehr freundliche, aber auch die widerlichsten Kotzbrocken und Betrüger. In meiner jetzigen Heimat sind sie meistens sehr freundlich und angepasst. Recht gerne besuche ich dort auch mal einen Chinesischen Puff, wo ich immer sehr nett, ja fast zuvorkommend “behandelt“ werde.

Kurzum – wir hielten uns planmäßig 3 Tage in Hongkong auf, wobei wir gleich am ersten Morgen die Tickets für die Überfahrt nach Guangzhou buchten und dann täglich von morgens bis abends unterwegs waren. Unser Vermieter kam uns entgegen und wir konnten am letzten Tag für eine zusätzliche halbe Tagesmiete, das Zimmerchen bis abends belegen. Von dort ließen wir uns dann von einem unfreundlichen Taxler zum nahen Hafen fahren. Zwei, die wir vorher herbeiwinkten, haben uns abgewiesen.

Ich kann die Chinesen verstehen, dass sie uns “Langnasen“ nicht mögen. Was man denen schon angetan und aufgezwungen hat, ist unglaublich. Und da es ein stolzes Volk ist, haben sie besonders darunter gelitten und werden dies auch in Zukunft immer wieder aufwärmen.

Das Schiff war ein uralter Dampfer, machte aber einen sauberen und technisch einwandfreien Eindruck.
Da ich in der billigsten Kategorie eine Schlafkabine gewählt hatte, war diese dann auch im untersten Bereich und nur über enge Gänge und unzählige Treppen zu erreichen. Wenn da was passiert, dachte ich.
Dass es dann abgefahren war, merkten wir nur an den etwas anderen Motor-Geräuschen und einem leichten Vibrieren.

Aufgewacht sind wir erst, als ein krächzender Lautsprecher Durchsagen machte. Dies hörte sich an, wie beim Morgenapell in einem Umerziehungslager während der Kulturrevolution in den Zeiten Mao’s.

Bis wir dann mit unserem Gepäck endlich oben waren, war das Disembarking schon voll im Gange. Die Backpackers hatten fast alle auf dem Deck des Schiffes geschlafen. Das Abstempeln unserer Visa in den Pässen verlief recht flott, eine Zollkontrolle wurde nur bei Chinesen durchgeführt.
Juhuuuhhh - ich war zum ersten Mal in der Volksrepublik China!

Fortsetzung folgt!






 
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Teil 3

Als ich durch den Zoll war, hatte ich kein Geld! Die einzige Möglichkeit, Geld zu tauschen, wäre eine Wechselstube gewesen, die jedoch noch geschlossen war.

Mit dem Geld war es damals eh so eine Sache. Für Ausländer gab es eine Ersatzwährung, die FEC (Foreign Exchange Certificate) genannt wurde. Theoretisch durfte man als Ausländer gar kein anderes Chinesisches Geld besitzen. Mit diesen FEC waren z.B. Tickets, Eintrittsgelder und Hotelrechnungen zu bezahlen. Normalerweise musste das Wechselgeld in FEC zurückgegeben werden, was nie gemacht wurde. Bezahlte man an einer Kasse z.B. den Betrag von 2 Yuan mit einem 100 Yuan FEC-Schein, so erhielt man grundsätzlich 98 Yuan in Renminbi zurück, wie die Währung für das Volk bezeichnet wurde.
Von Ausländern wurden grundsätzlich FEC verlangt, auch wenn man nur eine Suppe auf dem Markt aß, obwohl diese FEC das einfache Volk wiederum gar nicht besitzen durfte. Ständig war so beim Bezahlen ein Feilschen und Kobern die Regel.
War man hart und dreist und versicherte immer wieder, dass man gerade gar keine FEC mehr hat, wurden widerwillig auch Renminbi Scheine angenommen – sogar von Hotels oder Kassen vor Sehenswürdigkeiten.
Schon bald hatte ich das im Griff und wurde die mir angedrehten Renminbi Scheine auch schnell wieder los. Ich sah das irgendwie vom Sportlichen.
In Hotels checkte ich grundsätzlich nur ein, wenn nach langen Diskussionen das Bezahlen ausnahmsweise in Renminbi möglich war. Ebenso stieg ich in kein Taxi, bevor das geklärt war. Ich ging dann sogar darauf ein, wenn mir das Angebot gemacht wurde, 100 Yuan FEC in 110 Yuan Renminbi umzutauschen. An einer der Kassen vor der Verbotenen Stadt, wo überall angeschrieben war, dass keinerlei Ausnahmen bei Ausländern gemacht werden können, schaffte ich es sogar, alle 3 Tickets in Renminbi zu bezahlen.
Ein paar Jahre später wurde dieser Scheiß dann abgeschafft.

Zurück zur Ankunft in Guangzhou:
Einige Backpackers hatten FEC, die sie in Hongkong auf einem speziellen Markt eingetauscht hatten, was auch dort illegal war. Dort gab es alle Währungen, auch von Ländern wo die Ausfuhr von der Landeswährung streng verboten war. Außerhalb der VRC waren illegal ausgeführte FEC wesentlich weniger wert. Reiche Chinesen, von denen es auch damals schon viele gab, schmuggelten bei Reisen FEC aus dem Land und tauschten sie, wenn auch unter enormem Verlust, in die benötigte Fremdwährung ein. So gab es in der VRC immer Bedarf an schwarz eingetauschten FEC und außerhalb der VRC genug davon zu sehr günstigen Kursen. Wer es wagte, diese wieder in die VRC einzuführen, konnte eine gutes Schnäppchen machen. Da ich China vor diesem ersten Besuch noch nicht einschätzen konnte, ließ ich es lieber sein.

Da wir fast alle in ein damals aktuelles Backpacker-Hotel wollten, wurden wir freundlicherweise von einem Paar im Taxi mitgenommen. In den meisten Hotels konnte man einige Währungen, wie US$ und DM, legal in FEC umtauschen. So auch in diesem.

Unser Hotel war damals etwas verwohnt und relativ billig.
Sofort nach dem Einchecken trabte ich mit einigen anderen zur Anlegestelle der Fluss-Schiffe, die auf dem Perlfluss verkehrten. Dort kauften wir die Tickets für eine Fahrt bis Wuzhou für zwei Tage später.

Zunächst war aber mal Guangzhou zu besichtigen. Am Exotischsten fand ich den Markt. Hier wurde wirklich alles angeboten, was sonst auf der Welt niemand isst, außer halt die Chinesen und bedingt auch noch Thai, Cambos und Viets.
Es gab Hunde und Katzen, die vor unseren Augen frisch geschlachtet und denen dann das Fell abgezogen wurde. Teilweise ausgenommene Fische, in denen noch das Herz schlug. Auch Ratten, Schlangen, Schildkröten, Affen, Augen von Kühen, Hoden von Büffeln und alle Arten von Insekten, sowie Würmer und Maden.
In einem Blechfass wurde gerade Wasser mit einem Brenner zum Kochen gebracht, Dann wurde ein Bündel Hühner, die an den Füßen zusammengebunden an einem Holzstock hingen, lebendig abgebrüht. Beim Eintauchen war nur noch kurz ein einziger furchtbarer Schrei zu hören.
Wie kann man Tieren nur so etwas antun? Chinesen scheinen da erbarmungslos zu sein. Meine Tochter erlitt einen Schock und Weinkrämpfe und wir mussten diesen Markt sofort verlassen. Auch ich war nicht mehr stabil auf den Beinen.

Abends war einiges geboten. Ich erinnere mich noch an einen Vergnügungspark mit einem Riesenrad, wo eine Art Peking-Oper aufgeführt wurde. Der Gesang war in unseren Ohren so absolut scheußlich, dass es mir die Zehennägel verbog.

Kurzum – am 3. Tag ging es morgens mit dem Schiff weiter. Es gab nur eine Klasse. Das war an den Schiffswänden entlang ein Matratzenlager. Man lag oder saß praktisch den ganzen Tag auf seiner Matratze. Es gab im Schiff einen Shop mit Küche, wo man Essen kaufen konnte. Ich konnte nur sehr wenig essen, da es mir von dem Schaukeln des Schiffs ständig etwas kötzelig war.

Die meisten Backpackers waren junge Israelis. Damals war es in Israel scheinbar üblich, dass zwischen erfolgreichem Schulabschluss und dem Studium, oder dem Eintritt ins Arbeitsleben, von den Eltern eine Reise gesponsert wurde. Alle waren sehr gebildet und beherrschten mehrere Sprachen. Einer konnte sogar Deutsch. So hatten wir ständig Unterhaltung und der Tag verging wie im Flug.
In der Nacht war an Schlafen nicht zu denken, da es zuging wie in einem Bienenstock.

Um die Mittagszeit erreichten wir Wuzhou. Wir waren jetzt eine Gruppe, die alle das gleiche Ziel hatten. Am Busterminal kauften wir die Tickets für den Bus nach Yangshuo. Dann gingen wir alle zusammen zum Lunch. Die Israelis hatten dabei schlechte Karten, weil fast alles auf der Speisekarte für sie nicht koscher war. Schon wenn nur ein kleiner Verdacht bestand, wurde es verschmäht. Für unseren Geschmack war das Essen hervorragend. Gut, dass man oft nicht wusste, woraus es tatsächlich bestand. Gut auch, dass man keiner Religion angehörte, wo man dies, das, oder jenes nicht essen durfte.

Der Bus war dann nicht so der Hit. Vermutlich wurde er parallel extra für uns eingesetzt, weil der normale nicht ausgereicht hätte.
Zum Dinner wurde an einem Restaurant angehalten. Dort saßen auch die Chinesischen Passagiere vom regulären Bus. Die Busfahrer diskutierten lautstark. Irgendwie merkte man dann, dass etwas nicht in Ordnung war.

Danach fuhr unser Bus weiter, allerdings nicht sehr lange. Der Motor wurde abgestellt und der Busfahrer machte es sich zum Schlafen bequem. Irgendwelche Fragen von uns wurden einfach ignoriert. Die Nacht war dann absolut furchtbar, gerade auch wegen der Ungewissheit, warum es nicht weiterging.

Als es hell wurde standen wir in einem Stau. Einige wollten den Grund dafür wissen und machten sich auf den Weg. Schon bald kamen sie aber wieder zurück und waren bis zu den Knien mit Schlamm verdreckt. Wir hatten alle Hunger und wollten den Busfahrer wecken, doch der stellte sich tot. Ein Israeli schrie total entnervt: “I hate the Chinese!“ Als er merkte, dass ich darüber etwas verwundert war, entschuldigte er sich ob dieser Entgleisung.

Gegen 10 Uhr kam plötzlich Gegenverkehr. Im Schritt-Tempo passierten uns Tausende von total verdreckten Fahrzeugen. Gegen 13 Uhr stockte der Gegenverkehr. Dann kam auch bei uns Bewegung in den Stau. Im Schritttempo ging es weiter. Der Schlamm auf der Straße wurde immer tiefer.

Schließlich erreichten wir die Ursache. Ein riesiger Erdrutsch war auf die Straße niedergegangen und hatte mehrere Fahrzeuge verschüttet. Diese waren in der Nacht ausgegraben worden und standen oder lagen an der Seite. Überlebt hatte das sicher keiner!

Gegen 17 Uhr erreichten wir Yangshuo. Dort gab es viele Quartiere für jeden Anspruch. Wir entschieden uns für ein günstiges Hotel in der unteren Preisklasse. Die noch billigeren Backpacker-Absteigen waren sehr dürftig.
Abends traf man dann die meisten wieder vor einer der vielen Kneipen. Alle waren jetzt wieder gut drauf und bei bester Urlaubs-Laune.

Die Einheimischen waren hier durchweg alle sehr freundlich. Na also – geht doch! Mir fiel der Spruch ein: Wer ficken will, muss freundlich sein! Das galt (gilt) auch für den Umgang mit Touristen, an denen man Geld verdienen will. Aber die meisten Chinesen hatten das damals noch nicht so drauf und hielten am “Hass gegen die fremden Teufel“ fest, der ihnen schon mit in die Wiege gelegt worden war.

Fortsetzung folgt!
 
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Teil 4

Wir verbrachten hier dann einige Tage, die sehr schön und entspannend waren. Man konnte Fahrräder mieten, die hier sogar von recht guter Qualität waren. Manche hatten sogar eine Gangschaltung.

So machten wir mehrere Ausflüge in die nähere Umgebung, u.A. einmal zu einer Tropfsteinhöhle, deren Zugang im Keller eines Privathauses lag. Mit dem Besitzer gab es dann für uns die kleine Tour, die ca. 2 Stunden dauerte. Eine große, die bis zu 6 Stunden dauerte, wollte ich uns nicht antun.
Zuerst musste man einmal in die Tiefe steigen. Das war nicht ungefährlich. Alles war nur dilettantisch gesichert. Unten angekommen musste man teilweise auf dem Bauch robben. Jedenfalls waren wir danach total platt und konnten kaum noch die Pedale treten.
Dies war dann auch vermutlich meine letzte Tropfstein-Höhlen-Besichtigung. Ich habe schon so viele in der Welt gesehen und eigentlich sind sie, bis auf den Schwierigkeitsgrad der Begehung, alle gleich. Die Stalagmiten stehen und die Stalagtiten hängen. Das Letztere kann ich mir sehr gut merken.:D

Unvergessen im Positiven, sowie auch im Negativen, ist mir ein Bootsausflug auf dem malerischen Li-River. Ein uraltes Boot, angetrieben von dem Chinesischen Allzweckmotor, wie er auch für landwirtschaftliche Maschinen verwendet wird. Wir haben die Fahrräder dabei und können die Umgebung des Zielorts erkunden. Als wir dann abends, schon bei hereinbrechender Dunkelheit wieder zurück, an einem alten Holzsteg anlegen und unsere Fahrräder ausladen, bricht ein morsches Brett und ich stecke bis zum Bauch im Wasser fest. Ein Holzsplitter ist in meinen Hodensack eingedrungen und ich schreie vor Schmerzen. Anstatt mir zu helfen lachen sich die Chinesen fast tot. Meine Tochter fordert darauf hin einige Männer auf, mir zu helfen, doch diese rühren keinen Finger. Da schlägt sie einem besonders Fröhlichen mit der flachen Hand in die Fresse. Jetzt hauen alle ab.
Ich kann mich schließlich mit Hilfe meiner Tochter und meiner Gretel befreien. Mit dem Radfahren ist es jetzt allerdings vorbei. Wir schieben die Räder zurück zum Vermieter und geben sie ab.

Im Hotel inspizieren wir meinen verletzten Glockenstuhl. Es ist weniger schlimm, als zuerst vermutet. In unserer kleinen Sanitätsbox finden wir ein Desinfektionsmittel, mit dem man mir die Wunde desinfiziert. Die Sackhaare werden abrasiert und die Wunde mit einem Pflaster zugeklebt. Unsere Urlaubsfreude und die gute Laune sind allerdings dahin. Wir beschließen, am nächsten Tag abzureisen.

Zu unserem nächsten Ziel Xian sind es ca. 1500 km. Wir bringen diese Strecke in 2 Tagen mit einer Übernachtung in 2 verschiedenen Fernbussen hinter uns. Die Busse sind sehr bequem und die Fahrt landschaftlich interessant.

Als wir am 2. Tag nachmittags am Busterminal von Xian eintreffen, wollen wir und noch 2 andere Ausländer-Paare mit einem öffentlichen Bus in die Stadt fahren. Der Ticketschalter für diesen ist geschlossen.
Die Taxi-Mafia versichert uns, dass es keinen öffentlichen Bus mehr gibt und will uns sogar mit körperlicher Gewalt nötigen in Ihre Taxis zu steigen indem man uns packt und nach draußen abdrängt. Ein Italiener und ich hauen wild um uns. Einer, der schon meinen Rucksack verladen will, trete ich von hinten so in den Arsch, dass er fast in den Kofferraum fliegt. Erst dann lassen sie von uns ab.

Dann plötzlich ein Wunder – der Schalter für den Stadtbus wird geöffnet. Gleichzeitig fährt draußen der Bus vor. Nun beginnt wieder das leidliche Feilschen um FEC oder Renminbi. Der Italiener und ich setzen uns durch und bezahlen den öffentlichen Bus für das Volk, mit der öffentlichen Volks-Währung. Das andere Paar resigniert und zahlt mit FEC.

Bevor wir in den Bus steigen, kann meine Gretel gerade noch verhindern, dass ich die Hose runterlasse und den Taxifahrern meinen blanken Arsch zeige. Das habe ich einmal an einem Strand in Jamaika gemacht, als der angebliche Eigentümer für einen Schattenplatz kassieren wollte. Wir sind dann 50 m weiter ans Wasser und haben uns in den Schatten eines Bootes gesetzt. Das hat er dann von oben beobachtet und Zeichen gemacht, dass dies sein Boot sei. Darauf habe ich meine Badehose runtergelassen und meinen weißen Arsch blitzen lassen. Da hat er laut gelacht und uns in Ruhe gelassen.

Als ich als erster meinen Rucksack in den Bus trage, meint der Busfahrer, ich und auch alle anderen, müssten ihr Gepäck gleich neben ihm auf den dafür vorgesehenen Platz stellen. Dieser ist aber vom Busfahrer, der sich laufend den Schleim hochzieht und ihn auf den Boden kotzt, mit eingetrockneten und frischen Fladen total verrotzt. Ich zeige auf diese, mache das Pfui-Zeichen und nehme den Rucksack auf meinen Schoß. Ebenso machen es jetzt alle anderen auch. Der ekelige Kerl scheint sich tatsächlich zu schämen, rotzt aber kurz darauf wieder los.
Ja wo sind wir denn hier gelandet? Aber es sollte noch schlimmer kommen!

Fortsetzung folgt
 
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Teil 5

Xian war dann auch das absolut Schlimmste, was uns in China widerfahren ist. Die Terracotta-Armee aber ist einmalig und man muss sie, trotz aller möglichen Schikanen, unbedingt gesehen haben.

Das Hotel war von der Bushaltestelle zu Fuß erreichbar und eigentlich ganz OK. Wir legten uns nach der langen Reise ein wenig flach und waren echt froh, dass doch alles so gut geklappt hat.

Am Abend hatten wir allerdings auf einem Essenmarkt schon wieder Ärger. Bei der Bestellung von 3 Nudelsuppen vergaß ich, vorher nach dem Preis zu fragen. Als ich bezahlen wollte, forderte man von mir eine Summe in FEC. Als ich diese umgerechnet habe, war das ein Gegenwert von ca. 50 DM. Ich glaubte, mich verhört zu haben und fragte noch einmal nach. Es blieb bei der Forderung. Da derartige Suppen bis jetzt nie mehr, als umgerechnet eine Mark gekostet haben, bot ich umgerechnet 5 DM in FEC, was schon deutlich zu viel war. Nein – man blieb bei der Forderung. Ich erklärte dann, dass ich so viel FEC gar nicht dabei hätte. Da wurde ein Polizist herbeigerufen, der sich diese Story von der Marktfrau anhörte. Dieser fragte mich dann, wieviel FEC ich denn dabei hätte. Ich log ihm die Summe vor, die ich auch der Marktfrau genannt hatte. Da wollte er in meinen Geldbeutel schauen. Das habe ich natürlich strikt abgelehnt. Zuerst wollte er mich daraufhin festnehmen, fragte mich aber dann, ob ich noch Geld in anderen Währungen dabei hätte. Da mich meine, vor Angst schlotterten Mädels dann anflehten, zu bezahlen, gestand ich ihm ein paar Dollarnoten, die ich als äußerste Reserve dabeihätte. Zuerst forderte er 20 $, was ich nicht zahlen wollte. Als er dann ein allerletztes Angebot von 10 $ machte und mir noch einmal mit Festnahme drohte, steckte ihm meine Tochter einen 10 $ Schein aus ihrer eigenen Reserve zu.
Inzwischen war der halbe Markt zusammengelaufen, um uns zu beschimpfen und zu bedrohen und wir sind auf dem schnellsten Weg ins Hotel zurück geflüchtet.
“Ha Hurafotzpatronatäschle“, dachte ich, “wo sind wir denn hier gelandet?“

Wir wollten daraufhin nur noch am morgigen Tag die Terracotta-Armee besichtigen und übermorgen nach Peking starten.
Als mir dafür dann für den morgigen Tag ein Hotel-Taxi (ein vom Hotel vermitteltes Privat-Taxi) angeboten wurde, habe ich nachgerechnet, und meinte, dass das etwas überzogen war. Meinte dann zu meinen Mädels: “Das organisiere ich selber; ich krieg das billiger!“
Wie man sich doch täuschen kann“.

Todmüde waren wir dann schon um 20 Uhr im Bett. Gerade eingedöst, fing ein Bohrhammer zu knattern an. Scheinbar hat dies nur uns gestört, denn es ging bis Mitternacht. Ich hatte solche Aggressionen, dass ich nur mit Mühe von meinen Mädels abgehalten werden konnte, die Lärmquelle zu orten und die Verursacher zu erschlagen. Am meisten hat mich aber enttäuscht, dass kein Chinese so viel Mut aufbringen konnte, bei der Rezeption zu reklamieren. Sollte das ausgerechnet ich als Ausländer übernehmen?

Als es dann nach 4 Stunden endlich aufgehört hatte, dachte ich: “Na wartet – wenn jetzt einer von euch Feiglingen meint, schlafen zu können, hat er sich getäuscht“.
Habe mich dann in die Badewanne gesetzt und mit einer Flasche gut eine Stunde immer wieder gegen das Blech gehämmert. Das hat dann schließlich doch einige gestört, denn immer wieder waren draußen im Gang Schritte und Stimmen zu hören. Da habe ich dann kurz aufgehört, bis draußen wieder alles ruhig war, um dann wieder weiter zu klopfen.
Als mich dann meine Mädels schließlich kniend angefleht haben, doch endlich aufzuhören, bin ich widerwillig wieder ins Bett.

Jaaahhh – heute weiß ich, dass diese Klopferei Scheiße war. Damals war ich eben noch jünger und impulsiver. Heute würde mir das nicht mehr passieren.
Habe aber auch, noch Jahre später, gute Ergebnisse mit gellenden Schreien erzielt. Das letzte Mal in Chiang Mai im “Inter Inn“, wo sich bis nach Mitternacht der damalige Farang-Besitzer mit seiner Mia lauthals in den Haaren hatten. Es war deutlich zu hören, um was es ging, als Worte fielen: “And you fucked him in my bed!“
Da öffnete ich ein Fenster zum Innenhof und brüllte, so laut ich nur konnte, AAAAAHHHHH!!!
Ab da war es beängstigend still. Kurzdarauf war die Polizei im Haus. Man klopfte auch bei mir und fragte, ob alles in Ordnung sei. Mich schlaftrunken gebend, behauptete ich, dass ich gar nix gehört hätte.
Als ich mir dann an der Rezeption noch ein Bier holen wollte, stand da ein junges Backpacker-Pärchen, das mitten in der Nacht auschecken und sein Geld wiederhaben wollte. Das weinende Girl wollte keine weitere Minute länger at this terrible place bleiben.
Dies nur eine kurze Abschweifung zum Thema “Nachtruhestörungen in Hotels“.

Nach dem Frühstück habe ich dann draußen mehrere Taxis angehalten, um einen Tagespreis für diese 40 km hin und 40 km zurück, einschließlich der Wartezeit auszuhandeln. Einer machte mir dann ein Angebot, das bei der Hälfte vom Hotel-Taxi lag. “Seht ihr, geht doch“, meinte ich stolz zu meinen Mädels. Wir stiegen ein und freuten uns auf einen schönen Tag.

Ungefähr nach 20 km meinte der Taxler dann so ganz nebenbei, dass der ausgehandelte Preis nur für die Hinfahrt sei. Zurück natürlich das Doppelte. Als ich darauf auf keinen Fall eingehen wollte, drohte er uns körperliche Gewalt an und nötigte uns zum Aussteigen. Schwuppdiwupp und wech warer.

Da standen wir nun mitten in der Pampa und versuchten, Autos anzuhalten, in der Hoffnung, dass uns eines zurück nach Xian bringt. Nach 2 Stunden verzweifelten Wartens, hielt ein Polizeiauto. Ich befürchtete Schlimmstes. Irgendwie gelang es mir aber dann doch, unsere Story glaubhaft rüberzubringen. Die Polzisten entschuldigen sich dann sogar noch für diesen kriminellen Taxler und brachten uns zum Hotel zurück. Ein angemessenes Geschenk von einigen FEC lehnten sie entrüstet ab.
Um noch einmal zu starten, war es jetzt zu spät. So verschoben wir das auf Morgen, wo wir eigentlich abreisen wollten.

Um abends noch einmal in dieser schrecklichen Stadt das Hotel zu verlassen, hatten wir alle 3 keine Lust mehr. So aßen wir im Hotel-Restaurant noch einen Snack und tranken eine Flasche Chinesischen Wein dazu, der nicht einmal schlecht geschmeckt hat und preislich im Rahmen lag.

Morgens, nach dem inklusiven Breakfast, buchte ich an der Rezeption ein Hotel-Taxi, das ich vorab bezahlen musste. Man garantierte mir aber, dass diese Fahrt, wie abgesprochen, ablaufen würde.

Gestunken hat mir dann schon wieder, dass wir alle 3 hinten sitzen sollten. Um die Ecke stieg auch schon ein “Ersatzfahrer“ zu, von dem, wie es sich später herausstellte, die Rezeption gar nichts gewusst hatte.
Unterwegs wurden wir von 2 Polizisten angehalten, die dann lautstark mit dem Fahrer diskutierten. Als es schließlich um eine Geldforderung zu gehen schien, zeigte der Fahrer auf uns !!! Die Polizisten erklärten mir dann, dass wir nicht angeschnallt wären. Ich erklärte denen dann wiederum, wie wir uns anschnallen sollten, wenn es hinten doch gar keine Gurte gäbe. Nach langer Diskussion mit dem Fahrer musste dieser dann eine Strafe bezahlen, die seinen Tagesverdienst scheinbar weit überschritt. Sobald wir wieder fuhren, forderte er dann auch, dass wir das zu übernehmen hätten, oder mindestens die Hälfte davon. Ich versprach ihm, das dann mit der Rezeption abzuklären.

Vom Parkplatz wurden wir dann zu einem Restaurant geführt, wo die beiden auf uns warten wollten.
An der Kasse kauften wir die Tickets und besichtigten dieses absolute Highlight unserer bisherigen Reise.
Was mir dann schon wieder gestunken hat, war das strenge Fotografier-Verbot, was ich bei diesem saftigen Ticketpreis als unverschämt empfand. Dies eigentlich überall, ob es nun im Ägyptischen Museum, oder im Schloss Neuschwanstein ist.
Nun ja – wir hatten es mit eigenen Augen gesehen und es gibt genug Literatur und Fotos davon.

Als wir dann unsere Fahrer am vereinbarten Treffpunkt trafen, hatten die es sich nach einem üppigen Lunch mit 2 Bier gemütlich gemacht. Meinten dann, dass es nun auch für uns Zeit sei, etwas zu essen und wiesen uns an, uns zu setzen.
Aber Moment mal – wir suchen uns das Lokal, wo wir essen wollen, schon selber aus. Und wir wollen auch alleine an einem Tisch sitzen!
Als ich dies klar und deutlich rübergebracht habe, wurde der Kellner gerufen, der uns die Rechnung überreichte.

Nun – ich wäre der Letzte, der einen freundlichen Menschen, der eine Dienstleistung zu meiner Zufriedenheit für mich erledigt, nicht zu einem Essen oder Getränk einladen würde. Aber gerade diese zwei ekeligen Kotzbrocken – nein, diese nicht! Es wurde dann noch diskutiert, dass das hier so üblich sei und überhaupt …..!
“Schluss jetzt! Wir werden hier gar nix essen und ihr werdet eure Zeche selber bezahlen. Dann werdet ihr uns sofort zum Hotel zurückbringen – verstanden !!!“


Die Rückfahrt verlief mit eisigem Schweigen. Gezwungenermaßen musste der Fahrer dann mit uns zur Rezeption, um seinen Lohn in Empfang zu nehmen. Auf die Frage, ob alles zu unserer Zufriedenheit geklappt hätte, habe ich dann all meinen Frust abgeladen. Man entschuldigte sich ergebenst und nahm sich dann den Fahrer vor. Wir sind dann sofort auf unser Zimmer gegangen. Meine Tochter meinte noch: “Dir ist wohl klar, dass du den armen Kerl um seinen Job gebracht hast.“ Das war mir aber in diesem Moment scheißegal.

Da wir am nächsten Tag unbedingt weiter wollten, bat ich etwas später bei der Rezeption, uns die Tickets für einen Zug nach Peking zu besorgen, was in diesem Hotel damals als Service angeboten wurde. Zwei Stunden später haben wir sie dann auch mit der Rechnung ohne Aufpreis erhalten.
Man entschuldigte sich noch einmal für den Taxifahrer und bot uns als Wiedergutmachung ein kostenloses Dinner im Hotel-Restaurant an, was wir natürlich auch gerne in Anspruch genommen haben.

Wir sind dann gegen 9 Uhr am nächsten Tag ausgecheckt und wurden mit einem Hotel-Taxi von einem sehr freundlichen Fahrer gegen Vorkasse zum Bahnhof gefahren.

Ach ja, das Auschecken: Das verlief in jedem Hotel ähnlich ab. Während man die Rechnung bezahlte, wurde ein Zimmermädchen telefonisch beauftragt, das Zimmer zu inspizieren, ob ja kein Handtuch oder gar der TV gemopst wurde. Erst dann durfte man abreisen.

Die über 1000 km lange Fahrt verlief dann in einem Schlafwagen in der Kategorie “hart schlafen“ ab und war ohne Probleme. Am nächsten Tag kamen wir wohlbehalten in Peking an.

Fortsetzung folgt!
 
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Nicht nur Deine Hotelerlebnisse sind in der Tat schon "hammerhart". Ich habe Chinesen vor allem in Thailand und am APT HKG erleben müssen und mir mein Teil über ihre Manieren und Style gedacht; viele Thais übrigens dto...

Meinst Du, wenn Du heute diese Tour wiederholen würdest, würdest Du diese Umgangsformen immer noch finden?
Inzwischen überschwemmen sie ja die touristischen Highlights der Welt.
Wie sie dabei als Gäste auftreten, ist nicht immer korrekt und oft sehr unangenehm.
In China selbst soll sich inzwischen ja einiges zum Besseren gewandelt haben.

Wir werden uns an sie gewöhnen müssen. Als zukünftige Supermacht Nr.1 werden sie auch immer reicher werden. Selbst wenn es nur ein kleiner Prozentsatz von Menschen ist, die sich das Reisen leisten können, werden sie doch die meisten Touristen auf der Welt sein.

Ich bewundere sie, wie sie es mit ihrem Fleiß schaffen, sich auch außerhalb der VRC in kurzer Zeit hochzuarbeiten. Z.B. sind fast alle meine Ärzte Chinesen. Auch die Shops sind in meiner Gegend alle in ihrer Hand.

Es gibt in D und auch in der ganzen EU so gut wie keine Chinesen, die dem Staat etwa als mittellose Asylanten auf der Tasche liegen. Sind sie einmal im Land, egal wie sie auch eingewandert sind, bringen sie es überall rasch zu Reichtum und Wohlstand
 
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Teil 6

In Peking war das ausgewählte 1*-Hotel dann ganz dicht am Stadtzentrum und lag nahe einer Haltestelle, wo uralte Oberleitungsbusse verkehrten. Außerdem gab es mehrere Shops, wo man Fahrräder mieten konnte.
Die Rezeption wirkte noch recht feudal, dann wurde es Etage für Etage immer mieser, aber auch billiger. In den unteren 2 Etagen wohnten meistens nur Chinesische Familien.
Ab der 3. Etage praktisch nur Backpacker. Wir waren also in bester Gesellschaft.

Ich erinnere mich noch an ein Café, wo man im Freien direkt am Bürgersteig sitzen konnte. Ob dieses zum Hotel gehörte, weiß ich heute nicht mehr. Jedenfalls war es hier sehr gemütlich. Manche wohnten schon mehrere Wochen hier. Jeden Abend saßen wir bei einem oder drei Bier zusammen und erfuhren so auch immer das Neuste.

Einer gab einmal von sich: “Habt ihr schon bemerkt, dass es in den Unterführungen keine Bettler mehr gibt? Die wurden letzte Woche alle eingesammelt und vermutlich zu Seife verarbeitet. Gerade ist nämlich eine Olympische Delegation in der Stadt, die dann später die nächsten Spiele vergibt. Da machen sich Bettler nicht so gut.

Am nächsten Tag mieteten wir 3 Fahrräder und fuhren zu einem Antiquitäten-Laden, wo wir unsere Tickets für den Zug nach Ulan Bator (Mongolei) abholen konnten. Diese wurden von unserem Reisebüro in D schon Monate vorher bestellt. Der Ladenbesitzer, dessen Geschäftspartner, hatte sie gekauft und für uns aufbewahrt.

Viele Touris hatten ebenfalls den Traum, mit dem Zug nach Europa zurückzufahren, wurden aber immer auf den schweinisch teuren Transsib verwiesen. Für einen ganz normalen Zug war die Buchung in Peking für Langnasen praktisch schon von der Zeit her unmöglich.

Ich will auch hier nicht groß auf die Sehenswürdigkeiten eingehen, da sie jeder kennt. Natürlich waren wir in der Verbotenen Stadt, dem Mittelpunkt der Erde, machten mit dem Bus einen Ausflug zu Großen Mauer usw. usw. Wir besuchten das Mao-Mausoleum, wo der Große Vorsitzende seine letzte (Un-) Ruhe gefunden hat. Es pilgerten ja täglich Tausende an seinem Glassarg vorbei. Meine Tochter fand ihn übermäßig geschminkt wie eine Nutte.

Bis auf die Mauer und den Sommerpalast konnten wir alles mit den Fahrrädern abwickeln. Diese waren sehr schwer, machten einen stabilen Eindruck, waren aber von lausiger Qualität. Wenn ich einmal kräftig in die Pedale trat, war sofort das Tretlager futsch. Praktisch gaben wir sie jeden Abend mit irgendeinem Schaden zurück.

Wenn wir zu Fuß in der Innenstadt waren und auf die Toilette mussten, brauchten wir nur mal mit der Nase in alle Richtungen zu schnuppern. Aus welcher es dann am widerlichsten stank, war auch die nächste öffentliche Toilette.
Zum Reinscheißen waren mehrere Löcher mit dem Durchmesser einer Waschschüssel. Trotzdem war drum herum der ganze Boden verschissen und eine braune Spur war bis zum Gehsteig zu sehen. Ging man mit heruntergelassener Hose in die Hocke, musste man aufpassen, dass nicht der Gürtel oder irgendwas in der Scheiße hing, oder dass man selber draufkackte. Während dem Scheißen musste man den Anblick ertragen, wie beim Vordermann die Kacke aus dem Arschloch quoll. Zudem wurde man noch angefurzt. Dann konnte man sich in einer Ecke, mit einem verschmierten Schlauch, die Furche kärchern. Es stank so dermaßen nach Ammoniak, dass bei mir die Tränen hervorquollen und es beim Atmen in der Lunge stach.

Zum Glück musste ich nur 2 x zu so einem furchtbaren Ort. Meine Gretel, die in jedem Urlaub entweder Verstopfung oder die Scheißerei hatte, dagegen laufend. Kam einer von uns zurück, so checkten die anderen, ob nicht irgendwo ein brauner “Streifschuss“ zu sehen war, oder ob sich irgendwo etwas angeheftet hatte. Die Hände stanken noch nach Scheiße, die an dem Wasserschlauch hing und mussten dann mit nassen Erfrischungstüchern gereinigt werden.

Als mir einmal ein Chinese stolz rüberbringen wollte, dass seine Kultur schon überragend war, als die Europäer noch als Affen im Urwald saßen, musste ich ihm sagen, dass die Chinesen aber beim Scheißen auf der Stufe der Urmenschen zurückgeblieben sind.

Gerade war die aktuelle Damenmode Hotpants, wo 2 Strapse unten herausschauten, an denen dann bewusst viel zu kurze Strümpfe befestigt wurden. Auf den Werbefotos der Kleider-Shops sah das dann richtig sexy aus. Da die Durchschnitts-Chinesinnen aber durchweg fast alle krumme Rollschinken (oft noch viel zu fette) als Beine hatten (haben), sah das wirklich abstoßend aus. Oft hatten diese Strümpfe auch noch Gelbtöne, dass dann auch sexy Beine wie die faden Gelbwürste aussahen, die früher in den Metzgereien an den Wandhaken hingen.

Ich bin ja sowieso kein Freund von Damenstrümpfen, geschweige denn noch von Strumpfhosen, wo Man(n) beim Fingern von einem Zwickel ausgebremst wird. Bei mir muss der Schritt frei sein!

Unvergessen wird mir der Ausflug zum Sommerpalast bleiben, der etwas außerhalb liegt. Wir erreichten ihn mit einem uralten Oberleitungsbus.
Der Sommerpalast war sehr sehenswert. Ob er nun noch möbliert, oder völlig ausgebeint wie die meisten Gebäude hier war, weiß ich nicht mehr. Der Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt ist ja fast vollkommen leer. Die Truppen von Tschiang Kai-schek haben bei ihrer Flucht alles mit nach Taiwan genommen, wo ich es im Palastmuseum in Taipeh schon früher besichtigen konnte – schade, denn an seinem ehemaligen Platz hätte es besser gewirkt.

Wir sind dann durch den Garten auf einem überdachten Weg, der immer wieder von einem Tee-Pavillon unterbrochen wurde, zu einem See spaziert. An diesen Pavillons setzten sich die Chinesischen Besucher zur Lunchzeit nieder und verspeisten ihren mitgebrachten Proviant.
Meine Tochter sagte dann irgendwann: “Paps, bitte lass uns schnell weitergehen, sonst muss ich kotzen!“
Tatsächlich war das hier die ekeligste Fresserei, die ich je gesehen habe.
Es wurde geschmatzt, unter den Tisch gespuckt, gerülpst, der Schleim hochgezogen und damit gesabbert und gerotzelt. Die Alten nahmen dann ihr Gebiss aus dem Maul, reinigten es mit dem Taschentuch und spülten es mit Wasser aus der Flasche ab.

Der Leser wird sich nun fragen, warum tut sich der Glupperer so etwas an. Er sieht ja immer nur das Negative. Soll er doch zuhause bleiben!
Nein – so ist das nicht! Ich habe auf meinen Reisen überwiegend Schönes gesehen. Aber warum soll ich nur von irgendwelchen Höhepunkten berichten, die jeder in einem Kultur-Reiseführer selbst nachlesen kann.
Wichtig ist doch der Ablauf der Reise und auch da interessiert nicht nur, wie toll das Hotel war, wie gut das Essen, wie bequem der Bus, wie zuvorkommend die Leute usw. Das kann jeder in den Urlaubsprospekten der Reiseveranstalter nachlesen, wo natürlich nichts über Negatives steht, dass es im Urlaubsland eben auch gibt.
Wenn ich nun mal geballt über Negatives berichte, war das in diesem Land, nebst unheimlich viel Positivem, eben auch der Fall und ich will es nicht verschweigen. Ich bitte dafür um Verständnis!
Trotzdem will ich keine meiner Reisen missen, auch wenn ich schon mit der Knarre am Kopf beraubt wurde, 4 Monate auf Leben und Tod im KH lag, den gelben oder grünen Fluss in der Harnröhre hatte, bei Fliegeralarm im Keller saß, oder oder oder.

Jedenfalls gab es auch sehr freundliche und hilfsbereite Chinesen, jede Menge touristische Höhepunkte, beeindruckende monumentale Bauwerke, vorwiegend leckeres Essen und absolut glückliches Urlaubsfeeling.

Als unsere Zeit dann um war und wir auch alles Geplante besichtigt hatten, begleitete uns unsere Tochter zum Bahnhof, wo der Zug nach Ulan Bator auf uns wartete. Sie selbst flog dann einen Tag später mit SAS über Kopenhagen nach Stuttgart zurück.

Fortsetzung folgt!
 
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