Dom't get me wrong! Wollte Dich nicht kritisieren. War sicherlich genau so richtig wie Du reagiert hast, trotzdem: Sowas würde mich echt runterziehen.
Konntest Dich ja zum Glück danach gleich wieder gut ablenken (lassen).
Nein, nein, ich hab das doch gar nicht als Kritik aufgefasst!
Du hast ja vollkommen recht damit, dass einem das manchmal an die Nieren gehen kann. Ich habe oft Phasen, wo ich unglaublich nachdenklich bin und alles hinterfrage. Tatsache ist, dass dieses ganze Business manchmal emotional belastend sein kann und dann siehst Du neben dem ganzen Spaßzirkus plötzlich sämtliche Schattenseiten. Es gibt Leute, die können das völlig ausblenden, aber zu denen gehöre ich leider nicht. Manchmal betrachte ich die Szenerie und habe sogar das Bedürfnis, mich mit Grausen abzuwenden. Umso mehr Du weißt, wie der Hase läuft und umso mehr es Dir gelingt, das ganze Business nüchtern zu betrachten, umso weniger besteht die Gefahr, dass Du dabei untergehst. Du musst Dich gegen die Abgründe wappnen, so gut es irgendwie geht.
Ich möchte nur nochmal veranschaulichen, wie die Sache mit großer Wahrscheinlichkeit gelaufen wäre, hätte ich anders gehandelt.
Nehmen wir einfach mal an, ich wäre Singel und es wäre ok für mich gewesen, da was Intensiveres aufzubauen. Es ist bei mir absolut nicht der Fall, aber nehmen wir's einfach mal an! Nehmen wir an, Catherine wäre die nächsten Tage bei mir geblieben, vielleicht auch bis zum Ende des Urlaubs. Man gewöhnt sich aneinander. Es läuft irgendwann alles darauf hinaus, dass Du möchtest, dass sie aufhört in der Bar zu arbeiten und dem wird sie auch sofort zustimmen. Niemand will, dass ein liebgewonnener Mensch, täglich mit anderen Männern in's Bett geht. Selbstverständlich, hätte sie dann keinen Lebensunterhalt mehr und Du müsstest ihr monatlich Zahlungen schicken. Egal wie hoch der Betrag ist, den Du schicken wirst (selbst wenn man damit ganze Familien auf den Phils ernähren könnte): sobald Du nicht mehr da bist, geht sie wieder in die Bar und auch auf Barfine. Das machen alle so, egal von wie vielen Typen sie Zahlungen erhalten und egal in welcher Höhe. Warum? Weil man damit noch mehr verdienen kann. Viel entscheidender ist aber: die Girls haben oft all ihre sozialen Kontakte in der Bar, sprich Freundinnen/Vetrauenspersonen und oft auch Verwandte. Es ist schlichtweg ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden, da zu arbeiten und nichts wird sie davon abhalten, dort wieder aufzukreuzen. Es gehört für die Frauen zur Normalität, auch wenn wir das, nach unseren moralischen Maßstäben, nicht nachvollziehen können. Da kannst Du soviel bezahlen, wie Du willst. Ein abgenudelter Uralt-Spruch besagt: "Du kannst das Mädel aus der Bar bekommen, aber die Bar nicht aus dem Mädel." Abgedroschen bis zum geht nicht mehr, aber sowas von wahr! Natürlich wird sie alles tun, um Dir zu weiß zu machen, dass sie nicht mehr in der Bar arbeitet, schließlich schickst Du ihr ja Kohle. Es mag Ausnahmen geben, aber mit denen verhält es sich, wie mit dem Monster von Loch Ness: viele wollen schon eines gesehen haben, keiner kann's beweisen.
Das sind unschöne Realitäten und die mag selbstverständlich niemand, aber es sind Realitäten. Als außenstehender Beobachter, wirst Du all das auch sofort erkennen, nur eben dann nicht mehr, wenn Du selbst emotional involviert bist. Es gibt genug Männer, die all das missachtet haben und blindlings in ihr Unglück geschlittert sind. Diese bittere Pille muss man nicht schlucken, wenn man seinen Kopf nicht bei Ankunft am Airport abgibt. Wie mein Kumpel bereits sagte: "Was soll das bringen?" Besser man setzt sich vorher damit auseinander. Mir ist auch klar, dass wir hier viele dieser Kandidaten unter uns haben, die mich für diese Aussage gerne zerpflücken würden, aber früher oder später, kommt fast jeder auf dem Boden der Tatsachen an.
Wenn ich als tagtäglich lese, was manch anderer so veranstaltet, dann muss ich sagen, das grenzt an brutalstmögliche Realitätsverweigerung und wir sprechen hier nicht von irgendwelchen verschachtelten Wahrheiten, sondern von offensichtlichen Dingen, die einem eigentlich in's Gesicht springen müssten. Eigentlich.