So Leute, wie versprochen habe ich jetzt mal etwas Zeit gefunden, um über unsere Ankunft in Laos zu berichten.
Als wir gelandet sind, ging eigentlich alles recht zügig. Wir standen ziemlich schnell vor der Immigration und dort war auch deutlich ausgeschildert, welcher Schalter für welche Angelegenheit zuständig ist. Locals, Diplomaten, Visa on Arrival oder eben E Visa. Ich bin natürlich zum E Visa Schalter gegangen.
Vor mir standen zwei Engländer. Der eine blockierte den linken und der andere den rechten Schalter und beide diskutierten mit den Beamten darüber, warum sie dort jetzt ihr E Visa nicht bekommen. Sie hatten wohl irgendetwas online ausgefüllt. Ich vermute, dass sie auf irgendeiner falschen Seite gelandet waren. Solche Fake Seiten gibt es ja beispielsweise auch beim thailändischen TDAC. Bezahlt hatten sie nach eigener Aussage wohl nichts, also war die Sache zumindest finanziell halb so schlimm. Sie wollten allerdings partout nicht verstehen, dass sie dort nicht einreisen konnten und stattdessen zum Visa on Arrival mussten. Ob sie Passbilder dabeihatten, habe ich nicht mehr mitbekommen. Wenn nicht, hätten sie vermutlich das nächste Problem gehabt, denn einen Passbildautomaten gibt es dort meines Wissens nicht. Ich habe immer die passenden Passbilder dabei und hatte auch dieses Mal wie immer welche in der von Laos gewünschten Größe 40 mal 60 mm dabei.
Nach ungefähr 10 bis 15 Minuten war ich dann endlich am Schalter und der Beamte erklärte mir, dass ich trotz E Visa noch den Immigration Zettel ausfüllen müsse. Hätte ich mich natürlich vorher schlau machen können, trotzdem hat es mich ein bisschen genervt. Also wieder zurück an den Tisch und das Ding ausgefüllt. Ich muss ehrlich sagen, ich habe da teilweise einfach irgendetwas unleserlich reingekrakelt. Dann wieder zurück zum E Visa Schalter, alles hingelegt und das Ganze erinnerte mich ein bisschen an die alte Zeit in Thailand mit diesen Zetteln. Hauptsache das Ding wird abgegeben.
Danach ging alles wirklich flott. Mein Sohn war lediglich zu klein für die Kamera. Also Rucksack runter, Sohnemann einmal hochgehoben und kurz darauf standen wir in Laos. Von der Landung bis zum Gepäckband dürften ungefähr 25 bis 30 Minuten vergangen sein. Unsere Koffer standen bereits dort und das Gepäckband war sogar schon angehalten. Zum Glück war auch wirklich alles bis Vientiane durchgecheckt worden. Also alles bestens.
Sweetie konnte ich allerdings weiterhin nicht erreichen. Draußen habe ich mir erst einmal für umgerechnet knapp sechs Euro eine SIM Karte mit 30 GB für 20 Tage gekauft. Bei dem Handyladen konnte ich auch direkt Geld wechseln. Angeboten wurden mir zunächst 25.000 Kip für einen Euro. Am Ende haben wir uns bei 25.150 getroffen. Damit konnte ich wirklich gut leben, denn der offizielle Bankkurs lag zu diesem Zeitpunkt ungefähr bei 25.260 und den bekommt man als normaler Kunde sowieso kaum.
Dann erst einmal raus und eine rauchen. Sweetie weiterhin nicht erreichbar. Also Taxi gesucht. Natürlich wollten die Fahrer erst einmal viel zu viel Geld. Grab funktioniert zwar grundsätzlich in Laos, aber ausgerechnet meine App funktionierte nicht. Am Ende konnte ich mich mit einem Fahrer auf 110.000 Kip für die ungefähr sechs Kilometer zum Hotel einigen. Taxifahren und generell die ganze Fortbewegung ist in Laos eben deutlich komplizierter und teilweise auch teurer als in Thailand. Aber dazu später noch mehr.
Am Hotel angekommen wurden wir von wirklich super freundlichem Personal empfangen. Ich habe eingecheckt, bar bezahlt und wir sind beide erst einmal aufs Zimmer gegangen, um zu duschen und uns etwas frisch zu machen. Danach sind wir wieder runter zur Rezeption. Mein Sohn gönnte sich eine Fanta und ich mir ein Beerlao. Von Sweetie weiterhin kein Lebenszeichen.
Mittlerweile war es schon ungefähr halb elf und wir hatten Hunger. Also sind mein Sohn und ich die Straße runtergelaufen, aber irgendwie hatte entweder schon alles geschlossen oder war gerade dabei zuzumachen. Also ab in einen Big C Minimarkt. Dort habe ich jede Menge Instant Nudeln gekauft, die wir beide sowieso gerne essen. Dazu ein paar Snacks, Wasser, einige Bier für mich und natürlich noch eine Flasche Fanta für meinen Sohn.
Wieder zurück im Hotel habe ich meinen Sohnemann erst einmal in die Badewanne auf dem Balkon gesteckt, ihm seine Nudeln gemacht und mir ein kaltes Bier geöffnet. Irgendwann klingelte dann tatsächlich mein Telefon. Sweetie.
Komplett verschlafen, klinisch tot und lila geschlagen hing sie im Schlafabteil ihres Busses und sah alles andere als begeistert aus. Ich fragte sie, wo sie denn überhaupt sei. Natürlich wusste sie das selbst nicht. Sie entschuldigte sich ungefähr 50.000 Mal und ich sagte ihr, dass alles kein Problem sei und sie mir einfach ihren Standort schicken solle. Das tat sie dann auch.
Nach einem Blick auf Google Maps, die bereits zurückgelegte Strecke und die Zeit, die der Bus dafür gebraucht hatte, war mir ziemlich schnell klar, dass sie frühestens gegen halb drei in Vientiane sein würde. Das Dumme war nur, dass unser Hotel keine 24 Stunden Rezeption hatte. Nachts musste man durch einen Nebeneingang und dafür einen Code eingeben. Und ich muss wahrscheinlich niemandem erklären, dass so etwas für Asiaten unmöglich ist, ohne das Ganze zehnmal vorgeführt zu bekommen. Also war mir klar, das wird eine lange Nacht.
Ich sagte ihr, sie solle einfach weiterschlafen. Ich hatte ihren Standort und konnte sehen, wo sie ungefähr war. Sie sollte mich einfach anrufen, sobald sie am Busterminal angekommen ist.
Meinen Sohn habe ich irgendwann ins Bett gelegt und mir die Wartezeit bis zu ihrer Ankunft mit gepflegten sechs großen Beerlao vertrieben. Und die Ankunft zog sich. Am Hotel waren sie am Ende tatsächlich erst um 3:26 Uhr.
Irgendwann klingelte vorher wieder mein Telefon. Sweetie war endlich am Busbahnhof, bekam dort aber kein Taxi. Nirgendwo eins zu sehen und auch ihre Apps funktionierten nicht. Mein Gott, es ist immer wieder schön, wie herrlich chaotisch Laos sein kann. Irgendwann rief sie erneut an und sagte, dass sie jetzt ein Taxi hätten. Das hatte ich allerdings schon am Live Standort gesehen, weil sie sich endlich wieder bewegten.
Also meinen Sohn geweckt. Er hatte ausdrücklich darauf bestanden, dass ich ihn wecke, wenn alle ankommen. Wir gingen runter zum Haupteingang und irgendwann fuhr das Taxi vor. Die ganze Mannschaft war da und zusätzlich hatten sie am Busbahnhof noch eine Deutsche aufgegabelt. Die war sichtlich erleichtert und bedankte sich mehrfach, weil sie meinte, ohne die Einheimischen würde sie wahrscheinlich immer noch am Busterminal stehen. Wie sie anschließend überhaupt in ihr eigenes Zimmer gekommen ist, weiß ich bis heute nicht. In dem Moment habe ich ehrlich gesagt auch nicht weiter darüber nachgedacht, denn die Rezeption war ja bereits geschlossen.
Dann erst einmal große Begrüßung, alle hoch auf die Zimmer und die Kids haben sich noch ein paar Snacks reingehauen. Ich trank mein letztes Bier und Sweetie, ihre Tochter und die Tochter ihrer Schwester gingen zwischendurch immer wieder Richtung Toilette und kotzten um die Wette. Die 21 Stunden Busfahrt waren ihnen offensichtlich überhaupt nicht bekommen.
Das Ganze lag aber auch daran, dass man mal wieder ein paar Euro sparen wollte. Statt einen vernünftigen Nachtbus zu nehmen, der ungefähr 10 bis 12 Stunden benötigt, musste natürlich die billigste Variante her. Nach 21 Stunden im Bus stellte man dann fest, dass das vielleicht doch nicht die beste Idee gewesen war. Aber ich habe mir schon vor Jahren abgewöhnt, irgendjemanden belehren zu wollen. Ich sage meine Meinung einmal und danach müssen die Leute eben selbst entscheiden, was sie machen.
Irgendwann waren dann alle geduscht und hatten sich auf die Zimmer verteilt. Sweetie fiel praktisch sofort ins Bett und schlief ein. Ihr war auch richtig übel. Ich selbst war mittlerweile ebenfalls komplett fertig und bin eingeschlafen.
Keine Ahnung, wie spät es genau war, aber irgendwann wurde ich noch einmal geweckt und Sweetie hatte sich offenbar doch noch dazu entschlossen, mir einen Willkommens Blowjob zu geben. Ich muss sagen, ich war dabei wach, bin danach aber praktisch sofort wieder eingeschlafen.
Am nächsten Morgen beziehungsweise eher Mittag sind wir dann tatsächlich erst gegen halb eins Ortszeit wieder aufgewacht.
Doch dazu im nächsten Teil mehr.
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