Thailand Solo für KingPing, 3 Wochen in Thailand

:mrgreen: Gut dass ich mit der Wahrheit etwas zurückhaltend umgegangen bin.:mrgreen:

Um Spekulationen vorzugreifen: "Nein, ich habe nichts mit meiner Schwägerin gehabt."
 
BM: Da magst du vielleicht Recht haben. Aber wäre das Leben einfacher könnte man sein Schicksal und seine Bestimmung vorhersehen? Ich glaube nicht.

Wenn ich heute zurückblicke, dann ärgere ich mich schon über die Möglichkeiten, auf die ich wegen eines "Nein" meinerseits verzichtet habe. Aber zum Zeitpunkt der Ereignisse hatte ich mich halt so entschieden. Und wer weiß, wie mein Leben verlaufen wäre, hätte ich mich anders entschieden.

@NHT: Das war nicht speziell für dich sondern ganz allgemein. Es ist nicht das erste Mal, dass solche Vermutungen nicht nur hier sondern auch in der Realität auftauchen. Einige Spinner glauben sogar, dass das zweite Kind von Mem von mir ist.
 
Ne, damit ist es nicht getan. Wenn so ein Unsinn von irgendwelchen Dummschwätzern verbreitet wird, kann das ganz schön haarig werden. Wenn die Familie das in den falschen Hals bekommt, kann das böse Folgen haben, besonders wenn man als Farang innerhalb der Familie nur als Ehemann der Tochter gesehen wird. Von daher reagiere ich auf solche Schwätzereien (es handelt sich hier um einen speziellen Menschen, den ich auch schon in meiner Geschichte "Echte Helden" vorgestellt habe) ziemlich empfindlich. Der hat es eigentlich nur meiner Frau zu verdanken, dass er nicht unter einer extremen Kehlkopferweiterung infolge eines eingeschlagenen Bierkruges leidet.

Glücklicherweise habe ich eine Familie in Thailand und gehöre nicht zu der Spezies oben erwähnter Farang. Da werden eher solche Schwätzer in ihre Schranken verwiesen.
 
Trotzdem war der Sky Train gut besetzt, freie Sitzplätze gab es nicht mehr und wir suchten uns einen Platz an einer der Stangen in der Nähe der Tür. Irgendwie war es so, dass es sich in der Nähe der Türen immer staute. Diesbezüglich war das Verhalten von Menschen wohl überall gleich. Die Türen schlossen sich und der Zug führ mit einem leichten Ruck an. Mem stand vor mir und machte einen kleinen Schritt zurück um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Wartete und wünschte ich mir in diesem Moment mehr körperliche Nähe von ihr. Ich hatte mich unmerklich und fast automatisch etwas nach vorne bewegt. Aber Mem hielt eine minimale Distanz zwischen uns. Manchmal verfluchte ich die Anfälligkeit meiner Libido und die damit ersehnte intime Berührung. Die nächste Station war Nana in Höhe der Soi 7. Eine Gruppe Japanerinnen drängte in den Wagen und da nur wenige Fahrgäste ausgestiegen waren, wurde es schlagartig eng. Mem machte einen kleinen Schritt zurück und sie lehnte sich an mich. Sie versuchte den engen Kontakt zu vermeiden und drückte ihr Kreuz etwas durch. Aber die Bewegungen des Sky Trains ließen ihren Po immer mal wieder gegen meinen Schoß stoßen. Irgendwie schaffte ich es, mich zu beherrschen, zwar regte sich meine Nong Chai etwas, aber nicht so stark dass es großartig auffiel. Ich war froh als wir nach zwei weiteren Stationen Siam erreichten. Wir stiegen um und fuhren noch die eine Station bis zum National Stadium.

Meine schlechte Stimmung vom Vortag war etwas verflogen, ich war zwar immer noch verärgert über Mems Verhalten, aber schließlich war Mem auch Familie für mich und mein Familiensinn, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr ausgeprägt hatte, dämpfte nach und nach meine Emotionen die sich am Abend zuvor so heftig gemeldet hatten. Eigentlich hatte ich nichts Bestimmtes im Sinn, war mehr auf einen spontanen Kauf aus. Das MBK bot genügend Möglichkeiten der sinnlosen Verführung.

„Puchong, I need a suitcase when I go for Iceland!“

Mem war heute wohl zweckgerichtet. Aber eigentlich benötigte ich auch einen neuen Koffer. Mein alter Koffer war mittlerweile arg lädiert und auch etwas zu klein. Wir suchten nach einem Laden, was in Anbetracht der Größe des MBK´s gar nicht so einfach war. Schließlich wurden wir fündig. Mem und ich entschieden uns für zwei gleichartige Koffer, lediglich die Farben waren etwas unterschiedlich. Ich schaffte es, den Preis von 1200 Baht auf 1000 Baht zu drücken. Im Anschluss bummelten wir noch etwas durch die Etagen und aßen noch eine Kleinigkeit. So verging mein letzter Nachmittag zusammen mit Mem in Bangkok recht schnell. Wir fuhren mit dem Sky Train zurück bis nach Asoke und waren gegen 18 Uhr wieder im Hotel. Ich hatte während der Rückfahrt eine SMS von Joy empfangen. Sie war bereits unterwegs und würde wahrscheinlich kurz nach 20 Uhr in Ekamei eintreffen. Ich freute mich auf ihr Eintreffen, aber in Anbetracht der Spannungen zwischen Mem und Joy war meine Erwartungshaltung etwas gedämpft. Ich wollte wissen, ob sie heute mit uns ausgehen wolle.

„What do you like to do tonight? Do you want to join us?“

Sie blickte mich an und in ihren Augen nahm ich einen Funken Traurigkeit, oder war es Sorge, wahr.

„No, it will be better if I stay home.“

Ich spürte, dass ein jeder Versuch sie umzustimmen zwecklos sein würde. Tief in meinem Inneren spürte ich aber auch, dass ich mich nicht korrekt verhielt. Aber noch war meine Sensibilität für die Situation nicht fein genug. Joy hatte mich bis zu einem gewissen Punkt eingefangen und in ihrem Griff.

Ich packte meinen Koffer für die Heimreise, die Nacht würde kurz werden. Mein Flug war am nächsten Morgen und ich würde um 5 Uhr aufstehen müssen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Die verbleibende Zeit nutzte ich für eine Dusche. Mem hatte es sich auf dem Bett bequem gemacht und sah gelangweilt fern. Ich hatte mir nur ein Handtuch umgewickelt und legte mich zu ihr aufs Bett. Ich schloss meine Augen und versuchte mich zu entspannen. Ich muss wohl leicht eingeschlafen sein, zuckte zusammen, als mein Telefon klingelte. Joy rief mich an. Ich hatte sie gebeten, mich anzurufen, wenn der Bus bei Bang Na die Sukhumvit erreichte. Damit würde ich den entsprechenden Vorlauf haben, etwa zeitgleich mit Joy am Bus Terminal in Ekamei einzutreffen. Mem sah nach wie vor fern. Sie schien unzufrieden ich verkniff es mir allerdings, sie zu fragen. Ich zog mich schnell an und machte mich auf den Weg nach Ekamei.

Das Timing schien perfekt zu sein. Gerade als ich in Ekamei ankam, bog der Bus aus Pattaya ein. Joy hatte einen der hinteren Plätze bekommen und so dauerte es etwas länger, bevor ich sie wieder in die Arme schließen konnte. Wir schlenderten zurück zur Sky Train Station. Sie fragte mich, was den genau geschehen sei und ich erzählte ihr während unserer Rückfahrt die ganze Geschichte. Jetzt, da Joy wieder bei mir war, fühlte ich mich gleich etwas besser. Zurück im Hotel fiel die Begrüßung der beiden Mädchen untereinander etwas unterkühlt aus. Ich hatte an der Rezeption ein weiteres Zimmer angemietet. Sowohl für Joy als auch für Mem war also diesbezüglich bis zum Sonntagmittag alles geregelt. Ich packte meine Sachen die ich für die Nacht brauchen würde zusammen und ging mit Joy ins Nachbarzimmer. Mem wirkte wieder bedrückt. Sie hatte ein paar Anmerkungen gemacht und befürchtete, dass ich meine Frau wegen und für Joy verlassen würde. Im Nachhinein wurde mir eigentlich bewusst, dass Mem als Frau wesentlich mehr wahrnahm als ich. Frauen schienen diesbezüglich einen wesentlich ausgeprägteren, empathischen Sinn zu haben als Männer. Mem hatte zuvor auch noch die Einladung von Joy ausgeschlagen, uns auf unseren letzten, nächtlichen Bummel zu begleiten.

Joy hatte sich inzwischen etwas frisch gemacht, ihre lässiges Reiseoutfit gegen ihr orangefarbenes Kleid eingetauscht, das sowohl ihre Beine als auch ihre sexy Figur unterstrich. Bevor wir das Honey House verließen ging ich noch kurz zu Mem, fragte sie, ob sie noch etwas bräuchte und ob ich ihr etwas Geld dalassen sollte für den Fall, dass sie Hunger bekam. Es war meine Erfahrung, dass Thais eigentlich immer, überall und zu fast jeder Tages- und Nachtzeit mal vom Hunger gequält wurden. Und in Bangkok war es halt auch eine Kleinigkeit, zu jeder Zeit etwas zu essen zu bekommen. Aber Mem verneinte. Ihr Blick hatte etwas traurig Gequältes als würde sie mich mit mentaler Stimme anflehen, Joy doch endlich zum Teufel zu schicken. Tief in meinem Inneren bereute ich mein Vorgehen zumindest ansatzweise. Aber die Situation war nun mal geschaffen und ließ sich in keinster Weise mehr rückgängig machen.

Nun, der Tag war schon fast vorüber, die Zeiger waren auf 22 Uhr vorgerückt und sowohl Joy als auch ich waren hungrig. Wir aßen eine Kleinigkeit in einem Restaurant in einer kleinen Stichstraße zwischen der Soi 5 und der Soi 3. Wenn ich mich recht erinnere, hatte mich Ni_Mi mal dorthin mitgenommen. Ich hatte Joy mal erzählt, dass ich mich in den 90gern in Bangkok aufgehalten hatte und dort regelmäßig in der Casanova Bar verkehrte. Joy war neugierig und wollte sich die Bar mal ansehen. Zu ihrer Verwunderung ging ich aber nicht direkt mit ihr in die Casanova sondern in den kleinen Drug Store direkt neben der Tankstelle auf der anderen Seite der Straßeneinmündung zur Soi 4. Der Inhaber begrüßte mich freudig. Ich kannte ihn aus meiner Zeit in Bangkok. Er fragte mich nach Pi Thong und was ich die ganze Zeit so gemacht hätte. Ich beantwortete geduldig seine Fragen und bestellte anschließend, was ich in die Casanova Bar mitnehmen wollte. Ich hatte es mir angewöhnt, immer eine kleine Flasche Whisky, Coke und Soda zu kaufen.
 
Danke für dein Kompliment. Nun, die Geschichte ist ja kurz vor dem Ende.

Allerdings stehe ich auch auf die Befriedigung niederer, männlicher Bedürfnisse.:lach:
 
So, heute habe ich den Epilog fertig geschrieben. Damit wird meine Geschichte beendet. Posten werde ich den Rest am Wochenende. Hier habe ich momentan nur G3, dauert zu lange
 
Es war schon wie ein Ritual und eine Hommage an die alten Zeiten. Meine fast ständige Anwesenheit in der Casanova Bar zu meinen Bangkok Zeiten haben mir einige Privilegien eingebracht, die für einen Farang wohl nicht alltäglich sind. Während meiner geldlosen Zeit hat mir Phi Thong geholfen. Da er selbst kein Apartment hatte, schlief er wie ein Teil seiner Staff nach Feierabend in der Bar. Nach Feierabend war allerdings extrem zu dehnen. Der Besitzer der Bar, Khun Somsak, hatte die Angewohnheit, jeden Abend zu vorgerückter Stunde in die Bar zu kommen, die Bücher zu prüfen und entsprechend die Einnahmen mitzunehmen. Mit Phi Thong ging er den Geschäftstag durch, genehmigte Orders und was es noch an wichtigen Ausgaben zu tätigen galt, genehmigte sich den einen und anderen Whisky und schloss die Bar meist gegen 3 Uhr, allerdings von Innen, was für uns hieß, in Bangkoks Nachleben auf die Rolle zu gehen. Ich genoss diese Zeit, stets in Begleitung von Phi Thong, ein paar Ladyboys und ab und an auch mal mit ein paar Ladies, lernte ich Bangkok von einer Seite kennen, die wohl den meisten Farang unbekannt bleiben wird. Dunkle, anrüchige Kellerbars in noch dunkleren Seitenstraßen der Petchburi Road abseits der ausgetretenen Touristenpfade boten mir unvergessliche Einblicke und Erfahrungen. Diese nächtlichen Touren waren prägend für mich, ein Ladyboy, wahrlich ein graziles Geschöpf dieser Spezie, hatte sich in mich verliebt und gestand mir eines Nachts ihre Liebe. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Erfahrung, einem Mädchen oder wie hier, einem Ladyboy einen Korb geben zu müssen. So fiel es mir recht schwer, ihr dies zu sagen. Es endete mit ihrer Akzeptanz aber auch mit Tränen. Ich erinnere mich noch ganz genau an Phi Thongs Schmunzeln. Meist endete ein solcher Abend am Morgen kurz nach Sonnenaufgang. Mit dem Taxi ging es zurück zur Soi 4, Phi Thong checkte, ob der Boss noch in der Bar war. Meist verließ er sie um diese Zeit und fuhr nach Hause. Die verbleibende Zeit überbrückten wir damit, eine Kleinigkeit zu essen und etwas Kaffee zu trinken. Dann ging es zurück in die Bar, Thong spendierte meist noch ein Absacker-Bier um die nötige Bettschwere zu erreichen. Ich zeigte mich erkenntlich, indem ich mich des Abends um die Musik kümmerte. Irgendwann fiel es Khun Somsak natürlich auf, dass Phi Thong einen besonderen Gast hatte. Ich weiß nicht wieso, warum und weshalb wie Phi Thong das gegenüber Khun Somsak vertreten hatte. Aber seitdem war ich akzeptiert oder besser gesagt, gehörte dazu, war irgendwie Bestandteil dieser Bar geworden und hatte meine Privilegien. Dass ich auch heute noch mein eigenes Getränk mitbringen kann, ist eines davon. Zwar kommt Khun Somsak nicht mehr so häufig, er ist mittlerweile auch in die Jahre gekommen, aber wenn ich ihn dort einmal treffe, gibt es jedes Mal etwas Small Talk, er lädt mich zu einem Drink ein und will wissen, wie es meiner Frau geht. Das finde ich umso mehr erstaunlich, da Khun Somsak eine recht konservative Einstellung hat. Er sieht in Bar Girls halt das, was so viele Thais in ihnen sehen, als Menschen zweiter Klasse und bringt ihnen kaum Achtung entgegen.

Ich hatte meinen Kauf abgeschlossen und Joy folgte mir. Sie wirkte etwas unsicher. Aber das war weiter nicht verwunderlich. In Pattaya hatte sie Heimvorteil wohingegen ich in Bangkok den Hort sah, an dem ich in Thailand gereift bin. Die Begrüßung in der Casanova war wie immer herzlich. Chian, ein enger Freund von Phi Thong, war da und freute sich besonders. Chian war ein feiner Kerl, hatte in der Bar sein Auskommen gefunden. Er konnte weder lesen noch schreiben, half aber an allen Ecken und Kanten wo Not am Mann war. Die Staff in der Casanova Bar gehörte eigentlich auch zu den wenigen Menschen in Thailand, die mich regelmäßig mit meinem bürgerlichen Namen anredeten, ein kleines Novum. Nach wie vor fühlte sich Joy unsicher, schaute etwas ungläubig und hatte wohl ihre Schwierigkeiten, dies alles zu verstehen. Ich lächelte in mich hinein. Es kam ja nicht oft vor, dass ich hier mit einer Lady auftauchte, die nicht meine Frau war. Chian fragte nach Phi Thong. In einem spontanen Entschluss nahm ich ihn mit vor die Tür und rief Phi Thong, der ja noch in Pattaya war, an. Ich übergab Chian mein Fone und die beiden hatten wohl ihre Freude daran, sich nach mehr als 10 Jahren mal wieder auszutauschen.

Wir hielten uns fast eine Stunde in der Casanova Bar auf. Es war schon fast Mitternacht und ich wollte zurück ins Hotel. Ich bräuchte mindesten meine 4 Stunden Schlaf. Wir verabschiedeten uns und fuhren mit einem Taxi zurück ins Hotel. Ich klopfte kurz bei Mem an um nach ihr zu schauen. Sie antwortete nicht und ich versuchte die zu öffnen. Mem hatte nicht abgeschlossen. Das Licht in ihrem Zimmer war gedämpft und ich fand sie schlafend vor. Leise zog ich die Tür wieder zu und folgte Joy in mein Zimmer. Wir zogen uns aus und gingen noch schnell duschen, bevor wir uns im Bett aneinander kuschelten. Die Nähe zu Joy und die Wärme ihres nackten Körpers ließen mich zwar reagieren. Aber irgendwie war die Anspannung des letzten Abends noch nicht verflogen Joy hatte Verständnis dafür, auch für sie war es eine nicht gerade angenehme Situation, es schien, als würde die Spannung die zwischen ihr und Mem lag eine Brücke von Mems Zimmer zu unserem schlagen. Trotzdem entspannte Joy mich auf angenehme Weise und nur Minuten später war ich eingeschlafen.
 
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Als der Wecker meines Fones um 5 Uhr anschlug, hatte ich das Gefühl, gerade erst eingeschlafen zu sein. Zu gerne hätte ich mich noch einmal umgedreht, mich an Joy gekuschelt und meine Augen geschlossen. Aber mein enger Zeitrahmen ließ dies nicht zu. Ich quälte mich aus dem Bett und duschte noch schnell um meine Müdigkeit zu vertreiben. Ich zog mich an, verstaute die restlichen Sachen im Koffer und war damit reisebereit. Joy hatte ihre Augen geöffnet und sah mich schlaftrunken an. Ich ging zu ihr und umarmte sie, gab ihr einen dicken Kuss auf die Wange. Abschied zu nehmen war immer schwierig, umso schwieriger, je mehr Gefühle vorhanden waren. Nun, ich versprach ihr, dass ich sie nicht vergessen und mich auf jeden Fall wieder bei ihr melden würde. Ich löste mich von ihr um mich noch von Mem zu verabschieden. Ich öffnete leise die Tür und huschte zu Mem ins Zimmer. Sie hatte die Augen noch geschlossen und wie es aussah, hatte sie nackt geschlafen. Die Bettdecke war verrutscht und ihr Oberkörper bot sich mir dar. Ich nahm das Laken und bedeckte ihre Blöße bevor ich sie weckte. Sie benötigte ebenfalls ein paar Sekunden um aus der Welt der Träume zurückzukommen.

„Mem, don´t worry, don´t think too much. I will call you when I am back in Germany. And don´t even think that I will leave Bet for another girl.“

Mem antwortete nicht. Sie richtete sich nur spontan auf und umarmte mich. Als sie abließ, sah ich, dass ihre Augen feucht waren. Für mich waren dies ehrliche Worte, aber scheinbar traute Mem dem Frieden nicht. Ich löste mich, ging zurück in mein Zimmer und verabschiedete mich noch einmal mit einem Kuss von Joy bevor ich das Hotel verließ. Am Hofausgang zur Soi 22 stoppte ich ein Taxi und legte mein Ziel, Suvarnabhum Airport fest. Ich wies den Taxifahrer an, die Strecke über Bang Na zu nehmen. Sie war zwar geringfügig länger als die Strecke über den Express Way. Aber für mich war es eine rein subjektive Entscheidung, genau diese Route zu wählen. Ich empfand sie als angenehmer und kurzweiliger und insbesondere die Anfahrt entlang der Runway als interessanter. Die Empfehlung des Fahrers den Bang Na - Trat Highway zu nutzen schlug ich in der Regel aus. Ich wies ihn dann noch an, erst die zweite Zufahrt zum Airport zu nehmen, was ihn mich etwas ungläubig ansehen ließ. Es war halt meine bevorzugte Anfahrt von Bangkok zum Airport. Die etwa 25 Minuten dauernde Fahr kostete mich ca. 270 Baht. Ich bedankte mich beim Fahrer der mir noch beim Ausladen behilflich war und erließ ihm, mir 30 Baht Wechselgeld zurückzugeben.

Check in und Immigration lagen schnell hinter mir, die Zeit bis zum Boarding nutzte ich, um die Geschehnisse der letzten Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen. Wie immer erfasste mich etwas Wehleid bei dem Gedanken, das Vergnügen hinter mir zu lassen und zurück in die Tristesse des Alltags zu fliegen. Aber nach mehr als 20 Jahren Thailand, nach entsprechend soviel Abschieden und der Aussicht, das ich meine geliebte Frau bald wieder in die Arme schließen würde, fiel es mir entsprechend leichter. Der anschließende Flug zurück nach Deutschland mit Zwischenstopp in Abu Dhabie verlief ohne weitere Zwischenfälle Die Maschine landete pünktlich in München, was zu diesem Zeitpunkt etwas unglücklich war. Denn eigentlich musste ich ja weiter bis nach Aachen. Grund für die Wahl des Flughafens München war ein Projekt in Augsburg, dass überraschend kurzfristig auslief. Zu dieser Zeit hatte ich meine Urlaubsplanung in Angriff genommen und so fiel meine Wahl des Abflughafens logischerweise auf München. In Thailand hatte ich bereits die Möglichkeiten gecheckt, um diese Zeit eine Rückfahrt nach Aachen zu bekommen. Und unglücklicherweise gab es nach 18 Uhr keine Verbindung mehr, die mich noch am selben Tag nach Aachen gebracht hätte. So habe ich schon in Thailand einen Flug mit Germanwings nach Köln gebucht. Vom Timing war es gut und ich würde etwa gegen 23 Uhr in Aachen sein.

Die Maschine nach Köln war pünktlich, von München nach Köln war es im Vergleich zur Strecke von Abu Dhabi gerade mal ein Hüpfer. Mein Gepäck kam recht schnell und ich eilte zum Bahnsteig. Ich hatte mir vorher den Fahrplan besorgt und hoffte, die S-Bahn nach Köln Hauptbahnhof noch zu erwischen. Würde ich sie verpassen, konnte ich auch die Verbindung nach Aachen abschreiben und mich zu knapp einer Stunde Wartezeit am Hauptbahnhof von Köln verdammen. Aber ich hatte Glück, die S-Bahn war noch nicht durch und ich hatte noch ein paar Minuten. Meine Gedanken schweiften kurz ab nach Thailand. Würde Joy sich mit Mem vertragen? Würden die beiden sich überhaupt treffen oder treffen wollen? Ich bezweifelte es. Ich griff zu meinem Telefon und rief meine Frau an. Sie war überglücklich, mich wieder in Deutschland zu wissen. Ich teilte ihr meine voraussichtliche Ankunft mit sagte ihr, dass ich mich unendlich freuen würde, sie bald wieder in meine Arme schließen zu können. Dann wählte ich Mems Nummer. Ich hatte ihre Nummer im Kurzwahlspeicher und über O2 Global Friends kostete mich ein Anruf 15 Cent pro Minute. Mem nahm allerdings nicht ab und so wählte ich Joys Nummer. Joy nahm ab und ich begrüßte sie, erzählte ihr, dass ich gut in Deutschland angekommen sei und nun meine letzte Etappe nach Aachen in Angriff nehmen würde. Ihre Stimme klang etwas wackelig, so als hätte sie ihre Emotionen nicht unter Kontrolle.

„Puchong, I miss you, I love you.“

Was Mem gesehen und ich geahnt hatte, schien sich jetzt in Joys Worten zu bestätigen.

„Joy, I will come back, and I not forget about you.“

Mehr vermochte ich nicht zu sagen. Sowohl Joy als auch ich wussten beide nur zu gut, dass eine Beziehung keinerlei Chance hatte oder vielmehr, dass es keine Beziehung geben würde, sämtlicher Befürchtungen Mems zum Trotz.

„Joy, I will call you when I have time. I give you a big kiss. Please don´t cry.“

Ich vernahm nur noch ein knappes ok, dann war die Verbindung beendet.

Die S13 fuhr ein und wenig später war ich unterwegs in Richtung Aachen. Keine 2 Stunden später schloss ich meine Frau in die Arme.
 
Ja, ich war von Mitte November bis Mitte Dezember dort und habe auch Joy wiedergetroffen.

Es wird weitere Geschichten geben. Ich habe ein Erinnerungsprotokoll meiner ersten Thailandreise von 1976 verfasst und muss nur noch die Bilder einscannen.
 
Epilog

Eine Frau spürt es mit ihren Sinnen instinktiv, wenn ein Mann sich verändert. Es wäre blauäugig von mir, etwas anderes anzunehmen. Ich wiederum spürte eine Unsicherheit bei meiner Frau, die unsteten Blicke und ihre Suche nach Wärme und Nähe um Bestätigung zu bekommen, dass ich ihrer nicht überdrüssig war. Es waren stumme Dialoge, die wir führten und ich benötigte meine Zeit, ihr den Raum zurückzugeben, den Joy für sich beansprucht hatte.

Selbstverständlich hatte ich noch Kontakt zu Joy, ich telefonierte des Öfteren mit ihr. Aber ich merkte auch, wie ich mich immer mehr von ihr entfernte. Und mit jedem Quäntchen mehr an emotionaler Distanz gab ich diesen Raum meiner Frau zurück. Angesprochen haben wir es nie, aber ich habe dennoch sehr deutlich gemerkt, wie groß die Gefahr für eine Beziehung werden kann, wenn man sich gegenüber einem anderen Menschen öffnet, wie er fast unmerklich mehr Platz beansprucht und so emotionale Bereiche für sich beansprucht, die eigentlich fester Bestandteil im Leben eines anderen Menschen waren. Ich bin mir dieser Tatsache erst nach meiner Rückkehr bewusst geworden, obwohl ich es eigentlich hätte wissen müssen. Ich kann eigentlich von Glück sagen, dass ich eine Frau habe, die mir vertraut, die nicht befürchtet, dass ich sie wegen einer anderen verlassen würde. Definitiv hätte mich auch Joy nicht soweit bringen können, dessen war ich mir zu 100% sicher.

Beruflich hatte ich mir eine Auszeit genommen. Die Suche nach Räumlichkeiten für eine Massage stand an. Es war ein kurzfristiger Entschluss und ein Glücksfall sorgte dafür, dass ich passende Räumlichkeiten direkt um die Ecke fand. Ich nutzte die Gelegenheit für eine Einkaufstour nach Thailand. Und natürlich hatte ich auch das Bedürfnis, Joy wiederzusehen. Ich hatte während unserer letzten Telefonate festgestellt, dass Joy sich verändert hatte, zumindest in ihrem Verhalten mir gegenüber. Nun, ich kannte die Umstände und hatte ihr auch immer wieder angeraten, auf mich keine Rücksicht zu nehmen. Wie sich herausstellte, hatte sie wohl jemanden kennengelernt. Wir haben uns zwar getroffen, aber irgendwie klaffte da plötzlich eine kleine Schlucht zwischen uns. Joy hatte sich distanziert. Eigentlich war dies der Weisheit bester Schluss, aber es belastete mich, dass sie meine Fragen nicht beantwortete und sehr verunsichert wirkte. Erst gegen Ende meiner Reise habe ich sie noch einmal getroffen und sie hat sich ausgesprochen. Wie sie mir erzählte, musste es wohl seitens von Mem eine Intervention gegeben haben. Ob es stimmt oder nicht sei dahingestellt. Jedenfalls war das Ergebnis, der Status Quo in dem wir uns beide befanden akzeptiert. Ich hatte mich was meine Bedürfnisse anging, anders orientiert und war damit zufrieden und Joy macht wohl ihren Weg. Ich schaue ab und an auf Facebook nach. Ich habe ihr Profil eingerichtet und sie hat darüber viele ihrer Freunde wiedergefunden und Kontakt mit ihnen aufgenommen. Wie es scheint, hat sie auch eine Reise ins Ausland angetreten und ich hoffe, dass sie in ihrem weiteren Leben ihr Glück findet.
 
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