Thailand Solo für KingPing, 3 Wochen in Thailand

Ich nutzte die Zeit im Hotel für etwas Körperpflege, rasierte mich und telefonierte mit Joy, erzählte ihr von dem Verhalten, das Mem an den Tag legte. Ich surfte noch etwas im Internet und wartete geduldig bis es 21 Uhr war. Mem kam nicht um 21 Uhr und auch nicht um 22 Uhr. Ich schätzte ihr Verhalten nicht und war wütend und enttäuscht zugleich. Ich hatte versucht sie telefonisch zu erreichen. Aber mal war nur ihre Mailbox dran und mal gab es überhaupt keine Verbindung. Der Zeiger rückte mittlerweile auf 23 Uhr vor und ich war mittlerweile richtig wütend, kam mir vor wie ein gereizter Tiger im Käfig. Es war die vorletzte freie Nacht für mich in Thailand. Ich hatte zu Gunsten von Mem und in Vorfreude auf einen gemeinsamen Abend mit ihr einem Tag mit Joy geopfert. Und was machte sie? Sie versetzte mich ohne mit der Wimper zu zucken. Ich hatte das Hotel kurz vor 23 Uhr verlassen und schlenderte ziellos die Sukhumvit in Richtung Phrom Phong entlang. Ich spielte mit dem Gedanken, einfach mit einem der letzten Busse nach Pattaya zurückzufahren, einfach zurück in Joys Arme, eine letzte Nacht und einen weiteren, halben Tag mit ihr zu verbringen. Sollte Mem doch bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ihr manchmal egoistisches Verhalten hat mich schon öfters mehr als nur wütend gemacht. Andrerseits mochte sie einen Grund haben, weshalb sie mich nicht anrief. Ich wusste es nicht, war aber auch zu wütend und emotional, meine Gedanken ob dieses Verhaltens von Mem in sachliche Bahnen zu lenken. Wieder einmal wurde mir schmerzlich bewusst, wie verletzlich man sich machte, wenn man seine Gefühle offenbarte. Und ich war verletzt, ich hatte verzichtet zu Gunsten von Mem und nun wurde ich mit Füßen getreten.

Das Klingeln meines Fones riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute auf das Display und sah, dass Mem mich anrief. Die Uhr zeigte mittlerweile 23:30. Ich sah mich um, musste mich kurz orientieren. Ich war bereits an der Station Ekamei. Ich bin mehr unbewusst als bewusst in Phrom Phon in den SkyTrain gestiegen und habe mich auf dem Weg nach Ekamei. gemacht. Ich überlegte kurz, das Gespräch ganz einfach abzulehnen, aber letztendlich siegte die Vernunft in mir. Bevor ich Mem für ihr Verhalten verurteilte, sollte sie die Gelegenheit bekommen und sich erklären. Ich war sehr kurz angebunden.

„Hi.“

„Puchong, where are you?“

„Ekamei.“

„What you do in Ekamei?“

„Up to me. Where do you stay now?“

„I stay in Honey House.“

„Why didn´t you call me? I waited long time for you. I don´t like that!“

Ich wurde zusehends wütender.

„I stay with my friend in Restaurant from Hotel. I want to call you but I not have net.“

Na toll, wenn ich jemanden telefonisch erreichen will, dann mache ich das auch. Es wäre wohl das Einfachste gewesen, mal eben in einen Bereich zu gehen, in dem ein Netz vorhanden war. Ich hatte tatsächlich mehrere Textnachrichten von Mem bekommen. Es ist ein Service der Telefongesellschaften in Thailand, dem Anrufenden bei Nichterreichbarkeit seines Gesprächspartners eine kurze SMS zu senden, sobald er wieder mit einem Netz verbunden war. Von daher war ihre Erklärung schlüssig, allerdings für mich nicht akzeptabel, nicht mal ernsthaft den Versuch unternommen zu haben, mich zu erreichen und mich vorab zu informieren. Ich hasste nichts mehr, als in Ungewissheit zu verharren und mich der Willkür eines egoistischen Mädchens zu beugen. Gut, ich hätte etwas untenehmen können, war ja wohl schon unbewusst in Richtung Pattaya unterwegs. Ob ich tatsächlich gefahren wäre, vermochte ich für mich selbst zu beantworten. Meine Familie war mir näher als irgendeine andere Person und von daher wäre auch Joy nur eine Alternative gewesen, zu der ich mehr aus Trotz und Wut als aus einem anderen Grund Zuflucht genommen hätte. „I come back now.“ Eine Antwort wartete ich nicht ab und legte auf. Ich fuhr die beiden Stationen bis Phrom Phong zurück und schlenderte ohne Eile zurück ins Hotel. Ich betrat das Zimmer mit einem Gesicht, das nichts Gutes versprach und fand Mem im Bett liegend vor. Zu sagen, ich wäre würde stocksauer sein, wäre in diesem Moment eine glatte Untertreibung gewesen.

„You know before that you want to meet your friend!“ Sie reagierte nicht auf meine Feststellung. „I don´t like that you not talk about things like that before. I have only two nights and after tomorrow I must leave Bangkok at 5 o’clock to go for the airport. I decided to go with you to Bangkok to go out with you, dining, shopping a bit on Sukhumvit Road and maybe later into Insomnia. I want to spend time with you and I had to made a decision between you and Joy. And I want to spend time with you because I love you and you are my family too. And what did you do? You kick my feelings, you disappointed me. You can not tell me that you didn´t have the possibility to look for net connectivity and call me. Sorry, I don´t like your behaviour. It is not the first time that you did this.“ Während der ganzen Zeit fixierte ich sie mit meinem Blick und mit einer gewissen Zufriedenheit nahm ich ihre innere Reaktion auf, die sich in ihren Augen wiederspiegelte. Unsicherheit und wohl Erschrecken über meine heftige Reaktion zeichneten sich dort ab. Wurde ihr langsam bewusst, was ihr Verhalten ausgelöst hatte? Ohne ihre Reaktion abzuwarten drehte ich mich um und verließ das Hotelzimmer.
 
Ungeduldig wartete ich darauf, dass das Mädchen an der Rezeption auf mein Klingeln reagierte und die Tür öffnete, sodass ich das Hotel verlassen konnte. Es schien mir diesmal endlos lange zu dauern bis ich das Summen hörte, mit dem sie per Knopfdruck die Arretierung der Tür freigab. Ich ging die steile Treppe hinunter und schritt hinaus in die Dunkelheit. Es war mittlerweile schon nach 1 Uhr und die Lichter der benachbarten Etablissements waren gelöscht. Einige der Mädchen, die für gewöhnlich dort arbeiteten hatten sich auf die kleine Hocker an der Bar zur Soi 22 gesetzt und versuchten fleißig, potenzielle Kunden in die paar Quadratmeter Raum zu lotsen, die großspurig als Bar bezeichnet wurde. Ich war einige Male in dieser Bar gewesen, halt um mit den Mädchen zu scherzen und noch eine letzte Limo zu schlürfen bevor ich zurück auf mein Zimmer ging. Aber heute Abend stand mir der Sinn nicht danach. Mein Kopf war voller Wut und Enttäuschung über das egoistische Verhalten von Mem. Was mochte in ihrem Kopf vorgehen, dass sie zu einem solchen Handeln verleitete. War es die Unfähigkeit, sich etwas in mich hineinzudenken oder ganz einfach nur die spezielle Leichtigkeit des Seins, die so viele Thais die in dem Gewerbe oder auch nur im Dunstkreis des Gewerbes arbeiteten, verinnerlicht zu haben schienen.

Ich wusste es nicht. Mem war nicht das unschuldige, kleine Mädchen, das sie für einen unbedarften Beobachter auf den ersten Blick zu sein schien. Ich kannte sie gut genug und auch ihr Egoismus, der ab und an mal durchbrach, war mir nicht unbekannt. Es war ja gerade erst einmal drei Jahre her, seit meine Frau in Thailand schwer an einer Meningitis erkrankt war und fast 3 Wochen im Camillian Hospital lag, nachdem ihre Erstversorgung im Samidivej Hospital erfolgt war. Es war ein Schock für mich und auch für die Familie. Mama, Papa, mein Neffe Niki, Pi Pam aus Nakhon Pathom, Apuan und Apot aus dem Nachbardorf, alle waren innerhalb von 24 Stunden in Bangkok. Nong Beo war ja mit uns zusammen unterwegs und Mem kam sofort aus Pattaya angereist. Der Zustand meiner Frau war zwar nicht mehr lebensbedrohlich, aber auch nicht unkritisch. Niemand mochte vorhersagen, wie ihr Gehirn auf die Folgen des durch die Infektion erhöhten Gehirndrucks reagieren würde. Es dauerte zwei Tage, bis alle sich wieder soweit beruhigt hatten, dass sie ins Auge fasten, auch wieder nach Hause zu fahren. Und ich hatte erst einmal ein paar Tage Zeit, für mich zu realisieren, was passiert war.

Meine Frau ist 5 Tage nach mir in Thailand angekommen. Ihr ging es zu dieser Zeit schon nicht besonders gut. Sie klagte über Müdigkeit und Kopfschmerzen. Ihr Zustand verbesserte sich nicht, blieb aber recht lange Zeit auf diesem Level. Irgendwann begann sie sich zu übergeben, konnte das Essen nicht mehr bei sich behalten. Ich habe dann mit unserem Arzt zu Hause telefoniert und der hatte mir empfohlen, eine CT machen zu lassen. Das habe ich dann getan, aber auf dem Scan war nichts zu erkennen. Einen Tag vor ihrer Rückreise nach Deutschland waren wir in Bangkok. Meine Frau lag im Bett und verlangte nach Wasser. Sie richtete sich auf und ich reichte ihr eine Flasche Wasser. Sie griff nach ihr, aber ihr fehlte plötzlich die Koordination, die Flasche festzuhalten. Im gleichen Moment fiel sie zur Seite, ihre Augen waren weit geöffnet, aber sie war nicht mehr in der Lage, auf irgendetwas zu reagieren. Ich rief sie verzweifelt an, wusste nicht was ich machen sollte, zwang mich dann dazu, nach draußen zu gehen um ein Taxi zu holen. Gut, Nong Beo, meine Nichte, blieb bei meiner Frau.

Es schien fast eine Ewigkeit zu dauern, bis ich ein Taxi gestoppt hatte. Ich hatte an der Rezeption Bescheid gesagt und man half mir, meine Frau in das Taxi zu bringen. Sie war abwesend, ihre Augen waren aufgerissen und ihre Hände griffen immer wieder nach mir und reflexhaft massierte sie meine Arme, ansprechbar war sie nicht. Es dauerte eine gottverdammt lange Zeit, bis sich das Taxi durch den Verkehr der Sukhumvit gequält hatte und wir endlich in eine Soi einbogen und nur wenig später am Samidivej Hospital vorfuhren. Der Taxifahrer war mir eine große Hilfe. Er war sofort in der Notaufnahme verschwunden und ehe ich mich versehen hatte, war meine Frau auch schon wegtransportiert worden. Sie wurde unverzüglich einer Notversorgung unterzogen, an Sauerstoff angeschlossen und ihr wurde eine Infusion gelegt, Puls und Herzschlag wurden abgenommen und fortwährend überwacht. All diese Horrorgeschichten, die ich über thailändische Krankenhäuser gehört hatte, dass man Patienten verrecken ließe, würden sie sich als nicht zahlungsfähig erweisen, all dies verwies ich in diesem Moment ins Reich der Märchen. Geglaubt hatte ich es eh nicht, aber nun wurde mir, auch wenn die Gegebenheit schrecklich für mich war, das Gegenteil bewiesen.

Ich hatte aus dem Taxi heraus kurz nach der Abfahrt vom Honey House Mem angerufen. Sie versprach, unverzüglich vorbeizukommen. Und alles was recht war, sie hielt Wort, knapp zwei Stunden nach unserem Telefonat erschien sie im Krankenhaus. Ich war so froh, sie jetzt bei mir zu haben, sie gab mir für einen Moment den Halt, den ich jetzt brauchte. Ich stand neben dem Krankenbett meiner Frau, wieder ergriff sie meinen Arm mit einer Hand und begann reflektiv mich zu massieren. In nur wenigen Sekunden flogen die letzten Wochen, die ich zusammen mit meiner Frau verbracht habe, an meinem geistigen Auge vorbei, die ganzen Sorgen, die ich mir während dieser Zeit gemacht habe, der ganze Stress brach auf einmal über mich herein. Ich sah meiner Frau in die Augen und sie sah mich an ohne mich zu sehen oder zu erkennen, zumindest war in diesem Moment nichts Bewusstes in ihrem Blick. In mir brach ein Damm und ich spürte, wie die Tränen über mein Gesicht liefen, Tränen, derer ich mich nicht schämte. Es gab selten Augenblicke, in denen ich mir der Liebe zu meiner Frau und meiner Familie so sehr bewusst war wie in diesem Moment.
 
Es sei dir freigestellt so zu denken. Aber scheinbar hast du unsere Familienbeziehung nicht verstanden. Sauer, wütend und enttäuscht war ich aus den besagten Gründen. Dass ich für meine Schwägerin starke Empfindungen habe, dürfte klar sein. Aber von Eifersucht kann wahrlich keine Rede sein.
 
@Bigsexy: Ich glaube, du hast den Kontext aus dem Auge verloren. Ich bin mit Mem einen Tag früher aus Pattaya abgereist, um mit ihr noch einen schönen Abend in Bangkok zu verbringen. Ich habe deshalb auf einen weiteren Abend mit Joy in Pattaya verzichtet.

wenn du das ganze Drumherum mal mit in deine Überlegungen einbeziehst, dann solltest du eigentlich verstehen können, warum ich derart sauer war. Ich habe einen recht starken Bezug zu meiner Familie. Und dem gebe ich den Vorzug, wenn es darum geht, solche Entscheidungen zu treffen. Auch und besonders unter diesem Aspekt sollte es durchaus nachvollziehbar sein, warum meine Laune so derart im Keller war. Und es waren keine 2 Stunden sonder fast 4 Stunden.

Ich glaube, du hast die Tiefe der Beziehung, die ich zu meiner Familie habe, noch nicht in diesem Umfang verstanden.
 
Mem tröstete mich, aber genau wie ich, war auch sie besorgt um ihre Schwester. Ich versuchte, mich zu besinnen und mich abzulenken. Die Ablenkung kam in Gestalt eines Arztes. Er stellte mir ein paar Fragen zu der Entwicklung der Symptome. Er erklärte mir, dass man zuerst eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes meiner Frau machen wolle um im Anschluss eine Kernspin-Tomografie ihres Kopfes vorzunehmen. Ich erklärte mich einverstanden. Nur Minuten später erschien eine Krankenschwester und meine Frau wurde zum Röntgen gebracht. Im Anschluss brachte man sie zum MRT. Die Ergebnisse lagen recht schnell vor. Die Diagnose ergab eine Hirnhautentzündung, die sich im Laufe der letzten fast 3 Wochen entwickelt hatte. In der Zwischenzeit hatte sich auch eine junge Dame zu uns gesellt, die dem Management des Krankenhauses angehörte. Klar, der Taxifahrer hatte uns in ein privates Krankenhaus gebracht und mir war auch klar, dass die Leistungen, die hier erbracht wurden, auch bezahlt werden mussten. Ihre Frage, ob ich im Besitz einer Visa-Card wäre, konnte ich ja positive bescheiden. Das schien ihr merkwürdigerweise erst einmal zu reichen. Meine Frau lag mittlerweile in einer Intensive Care Unit und wurde weiterhin mit Sauerstoff und Infusion notversorgt und ihre Vitalfunktionen wurden überwacht. Der Arzt sagte mir, dass zwar keine Lebensgefahr bestünde, aber man nicht genau sagen konnte, wie sich die Lage weiter entwickeln würde. Die nächste Maßnahme würde sein, den infolge der Infektion erhöhten Hirndruck zu senken. Meine akute Sorge war mittlerweile einer gewissen Lethargie der Hilf- und Machtlosigkeit gewichen. Kurz darauf tauchte auch wieder die Managerin auf. Realität holte mich zurück und ich begann, mir Gedanken über die Kosten zu machen. Ich fragte die junge Dame danach und sie eröffnete mir, dass bis jetzt ca. 40.000 Baht fällig wären und auch die Betreuung in der ICU recht teuer würde. Ich spürte förmlich den Kloß, der mir plötzlich im Hals steckte. Aber andrerseits wäre ich nicht ich, wenn ich nicht direkt und adäquat darauf reagiert hätte. Ich sagte ihr, dass ich nicht über sehr viel Bargeld verfügen würde und ich mit meiner Kreditkate wohl auch bald am Limit wäre. Das war natürlich an den Haaren herbeigezogen, da ich meine Kreditkarte bis zu einem Limit von 5.000 € hätte ausschöpfen können. Ich fragte sie sehr direkt, inwieweit sie mir einen Discount einräumen könnte. Mir entging nicht das kurze Lächeln, das auf ihrem Gesicht erschien. Damit war mir eigentlich klar, dass Verhandlungsspielraum gegeben war. Das Samidivej war mir definitiv zu teuer, ich befürchtete, bei einem Verbleib meiner Frau in diesem Krankenhaus finanziell kurzfristig auszubluten. Ich diskutierte mit ihr die Möglichkeit der Verlegung meiner Frau in ein anderes Krankenhaus in der Nähe. Die Managerin beratschlagte sich kurz mit dem Neurologen und beide empfahlen mir das Camillian Hospital an der Soi Thong Lor. Um es kurz zu machen: Ich schaffte es, den eingangs genannten Preis von 40.000 Baht, der eigentlich durch die Nutzung der ICU schon wieder angestiegen war, auf ca. 28.000 Baht zu drücken. Meine Frau war mittlerweile unter dem Einfluss eines leichten Sedativums ruhiggestellt und dämmerte nach wie vor geistesabwesend vor sich hin. Ich hatte selbstverständlich den Arzt vorher gefragt, ob ein kurzer Transport in Ordnung wäre, was dieser letztendlich auch absegnete. Ich bezahlte die Rechnung mit meiner Visa-Card und knapp 30 Minuten später befand sich meine Frau in der Obhut von Dr. Anon auf der Neurologie im Camillian Hospital. Dort wurde in einer Sofortmaßnahme nach Begutachtung der Befunde ihr Hirndruck gesenkt. Die Werte waren erschreckend hoch, 64 cm Wassersäule drückten auf das Gehirn meiner Frau, 7-18 cm wären normal gewesen. Mit der Entlastung fiel sie sofort in einen tiefen Schlaf.

Ich sprach mich mit Mem ab und wir vereinbarten, dass ich erst mal ins Honey House fahren würde um dort zu schlafen. Mem und Nong Beo würden im Krankenhaus bei meiner Frau bleiben. Ich verbrachte eine schrecklich unruhige Nacht, Alpträume quälten mich und ich war froh, als es endlich Morgen ward. Ich frühstückte eine Kleinigkeit und machte mich auf den Weg zu meiner Frau. Ich hatte etwas Angst vor dem Moment, ihr gegenüberzustehen. Ich hatte ja keine Ahnung, was die Folge eines derart durch Überdruck malträtierten Hirns war. Ich öffnete die Tür zum Krankenzimmer mit einer gewissen Beklemmung. Meine Frau hatte die Augen geöffnet und als sie mich sah, lächelte sie aber im gleichen Moment kullerten ihr auch Tränen über die Wangen. Sie war schwach und ich vernahm, wie sie ein leises ‚Tirak’ über ihre Lippen brachte. Mem lächelte mich ebenfalls an und sagte, dass alles in Ordnung wäre. Ich verbrachte den gesamten Tag zusammen mit meiner Schwägerin und meiner Nichte im Krankenhaus bei meiner Frau. Gegen Abend traf die Familie ein und ich musste meine Mom erst ein wenig beruhigen, die von dem ganzen Ereignis um einiges mehr mitgenommen zu sein schien als ich selbst. In der folgenden Nacht schlief Mem mit mir im Honey House. Im Krankenhaus zu schlafen wäre wohl des Guten zuviel gewesen.

Die Familie blieb 3 Tage bevor sie wieder zurück nach Buriram fuhr. Mem und ich hielten danach Wache am Bett meiner Frau. Obwohl die Betreuung im Camillian gut war, hielten es wir für ratsam, genau so zu agieren. Am 4. Tag hatte ich beschlossen, mein Zimmer im Honey House aufzugeben. Ich schlief die eine Nacht noch dort und checkte am nächsten Morgen aus und fuhr mit meinen Sachen zum Camillian Hospital. Mem empfing mich aber sie schien wie gerädert und ich merkte, dass irgendwas passiert war. Meine Frau lag im Bett und schlief. Sie war noch oft geistesabwesend und schien eine vollkommen andere Wahrnehmung ihrer Umgebung zu haben. Dies wurde umso mehr deutlich, als Mem mir den Grund dafür erzählte, weshalb sie so unausgeschlafen wirkte. Sie ist nachts aufgewacht und hatte mir Erschrecken gesehen, dass meine Frau nicht im Bett war. Sie ist sofort aus dem Zimmer raus und sah ihre Schwester in Richtung des geöffneten Fensters laufen. Meine Frau hatte das Fenster schon fast erreicht, griff nach dem Rahmen, als meine Schwägerin sie zu fassen bekam. „Bet, wo willst du hin?“ Meine Frau antwortete, dass sie auf die Toilette wolle. Bei dem Gedanken, was hätte passieren können, wäre meine Schwägerin nicht aufmerksam gewesen, wurde ich im Nachhinein bleich. Es wurde mir klar, dass meine Frau 24 Stunden am Tag betreut werden musste. So war meine Entscheidung, ebenfalls ins Krankenhaus zu ziehen, begründet.

Eigentlich klappte das Timing mit Mem recht gut. Wir wechselten und ab und gönnten uns in der freien Zeit etwas Abwechslung. In der Regel schliefen wir auch zusammen im Krankenzimmer, Mem auf der Couch und ich auf einer Krankenliege. Zumindest klappte es gut, bis zu diesem einen Tag, an den ich mich auch heute wieder erinnerte. Ich hatte den ganzen Tag über noch nicht viel gegessen, nur morgens ein kleines Frühstück. Mem hatte wieder viel telefoniert. Sie kannte diverse Farang in Bangkok und mit einem redete sie recht lange. Gegen Abend sagte sie mir, dass sie eine Verabredung mit ihm hätte, sie wäre allerdings nur mit ihm zum Essen verabredet und würde in knapp 1 Stunde wieder zurück sein. Nun, ich meinte, dass dies ok wäre und ich dann im Anschluss etwas essen gehen würde. Als sie nach mehr als 2 Stunden noch nicht wieder zurück war, rief ich sie an. Sie nahm zwar ab, war aber ziemlich kurz angebunden, meinte nur, dass sie gleich kommen würde. Mein Hunger verursachte mir mittlerweile Bauchschmerzen. Ich überlegte, ob ich meine Frau alleine lassen könnte, Aber das schien nicht möglich, immer wieder wollte sie aufstehen und irgendwo hingehen. Ich sah nach der Stationsschwester, aber die schien recht beschäftigt zu sein, war nicht im Aufenthaltsraum, sondern musste sich um einen anderen Patienten kümmern. Als ich mich zurück aufs Zimmer ging, öffnete sich die Tür und meine Frau kam mir entgegen. Behutsam lotste ich sie wieder zurück ins Zimmer und legte sie ins Bett. Wieder versuchte ich Mem zu erreichen, aber sie blockte das Telefonat einfach ab. Ich war stinksauer, dass sie mich derart behandelte, mich einfach so hängen ließ. Ich hasste diese mangelhafte Kommunikation. Ich startete einen letzten Versuch, noch einmal mit Mem zu telefonieren. Aber sie hatte einfach ihr Telefon abgeschaltet.

Dieses Erlebnis spulte sich als deja vu in meinem Kopf ab, während ich die Sukhumvit entlang lief, eine unangenehme Parallele knapp 3 Jahre zuvor. Ich hatte damals, nachdem meine Wut über ihr Verhalten abgeklungen war, noch mal mit ihr darüber gesprochen, ihr erklärt, dass sie so etwas mit mir vorher absprechen sollte. Etwas mehr Kommunikation hätte Stress vermieden. Sie versprach es mir damals und ich glaubte, es würde nicht mehr vorkommen. Und genau heute wiederholte sie das, was mich vor fast 3 Jahren so wütend gemacht hatte. Warum verplante sie über meinen Kopf hinweg Zeit, die ich mit ihr gemeinsam verbringen wollte und Zeit, Zeit, die ich mit ihr abgesprochen hatte, Zeit, die mir kostbar war, die ich mir zu Lasten von Joy für sie genommen habe. Ich fand keine Antwort, versuchte, das Erlebte zu verdrängen, was mir aber nicht so richtig gelingen wollte. Die Verlockungen der Sukhumvit Road, das Werben der Mädchen, alles ging irgendwie an mir vorbei. So lief ich über eine Stunde entlang dieser Vergnügungsmeile bevor ich wieder ins Honey House zurück ging. Ich öffnete die Tür zu unserem Zimmer, es brannte noch Licht, Mem lag im Bett und sah mich an. Mein Gesicht wirkte nach wie vor versteinert. Ich sah, dass ihre Augen gerötet waren. Hatte sie nachgedacht, hat sie erkannt, dass ihr Verhalten so nicht in Ordnung war? Hat sie erkannt, dass sie mich verletzt hatte. Ich hoffte, dass sie darüber nachgedacht hat. Ich zog meine Sachen aus, schlüpfte in meine Seidenshorts, löschte das Licht und kroch unter die Decke und drehte ihr den Rücken zu. Ich hatte heute keine Lust mehr, noch ein Wort zu verlieren.
 
Warum sprachlos?
 
Wir haben uns danach ausgesprochen, oder anders gesagt, ich habe ihr aus meiner Sicht geschildert, wie solche Situationen mit etwas Kommunikation gar nicht erst hätten auftreten können. Sie hat sich dann entschuldigt und für mich war die Sache gegessen. Aber das ist alles an diesem Abend wieder hochgekommen. Andrerseits hätte ich nicht gewusst, was ich ohne meine Schwägerin gemacht hätte. Da wäre ich 3 Wochen ans Krankenhaus gebunden gewesen. Ich hätte es nicht fertig gebracht, sie einfach alleine zu lassen. Ich habe mir während dieser Zeit 2 oder 3-mal eine kurze Auszeit genommen, war dann jeweils für zwei Tage in Pattaya um den Kopf frei zu bekommen. In Bangkok habe ich während dieser Zeit mein Mädchen aus der Misswahl July kennengelernt, die sich auch sehr verständnisvoll verhalten und mir viel gegeben hat. Ohne Mem hätte ich das nicht machen können.

Und auch, wenn es manchmal Streit gibt oder Reibereien. Mem gehört mit zur Familie und es müsste mir schon der Himmel auf den Kopf fallen, bevor sich das ändern könnte.
 
Ich wachte am nächsten Morgen nur langsam auf, fühlte mich wie gerädert und hielt meine Augen noch geschlossen um langsam wieder in den Tag zu finden. Ich hatte im Schlaf die Decke wohl weggestrampelt und war nur noch halb zugedeckt. Ich spürte die vertraute Härte meiner allmorgendlichen Latte. Ich mochte diesen Zustand an jedem Morgen, allerdings vermisste ich jemanden, der sich liebevoll darum kümmerte. Eine sanfte Bewegung neben mir führte mich nun vollends aus dem Reich meiner erotischen Fantasien zurück in die Realität. Der gestrige Abend hatte mich wieder eingeholt.

Ich legte meine Hand über mein Gesicht und linste vorsichtig zu Mem hinüber. Sie hatte sich etwas aufgerichtet. Sie trug des Nachts auch immer nur leichte Sachen, meist ein ärmelloses T-Shirt und leichte Shorts. Ihr T-Shirt gewährte mir etwas Einblick auf ihren kleinen Busen. Ich sah, wie sich ihre Nippel durchdrückten und ihr Blick war auf meinen Bauch gerichtet. Erst jetzt war ich soweit wach, dass ich spürte, dass mein harter Schwanz sich seinen Weg ins Freie gebahnt hatte und Mems Blick an sich fesselte. Ihre Zunge befeuchtete ihre Lippen und es hatte für einen Augenblick den Anschein verruchter Geilheit. Für einen Moment genoss ich diesen Anblick, zeigte sich doch wieder etwas von Mems sonst so vor mir verborgen gehaltener Lüsternheit.

Mein erwachendes Bewusstsein verdrängte mit Macht all jene so erquicklichen Gedanken an Erotik und Lust, spülte nach oben, was mich gestern so erzürnt hatte. Ich hatte keine Lust auf eine verfängliche Situation, wollte mir vor Mem ob meiner Erregung keine Blöße geben und tat so, als würde ich noch schlafen und nichts mitbekommen haben. Ich drehte mich zur Seite und zog die Decke nach oben. Ich spürte wie Mem aufstand und ins Bad verschwand. Ich wartete noch etwa eine viertel Stunde bis ich ebenfalls aufstand.

Meine Erregung war mittlerweile soweit abgeklungen, dass ich ohne ein Zelt in meinen Shorts zu bauen, laufen konnte. Mem kam aus dem Bad und unsere Blicke trafen sich. Sie hatte sich ein Handtuch um ihren Körper umgebunden und ein kleines Handtuch um den Kopf um ihre nassen Haare zu bändigen. Sie machte einen schnellen Schritt auf mich zu und ehe ich auch nur reagieren konnte, umarmte sie mich. Ich spürte wie sich ihr Körper an mich presste, ihr frischer Duft umfing mich und ich spürte ihren Schoß, wie er sich an mich presste. Welches Spiel trieb sie, meine Erregung war noch nicht abgeklungen und sie musste meinen immer noch halb steifen Schwanz spüren, machte aber für den Moment keine Anstalten, sich wieder von mir zu lösen. Sie flüsterte mir zu, dass es ihr wegen gestern Abend leid tun würde. Sie versprach mir, es nicht wieder zu tun.

Irgendwie vernahm ich ihre Worte aber sie drangen nicht vollständig in meinen noch immer etwas schlaftrunkenen Kopf vor. Zudem entschied meine Libido, dass mein Blut nun an anderer Stelle nützlicher wäre. Ich spürte, wie sich mein Schwanz wieder unter dem Druck von Mems Schoß zu versteifen begann. Ich könnte mich verfluchen. Meine Wut von gestern, meine Enttäuschung und der Schmerz, den sie mir gestern zugefügt hatte, drohten sich unter dem Einfluss meiner Libido zu verflüchtigen. ’Wäre das so verkehrt?’ schien sie mir zuzuflüstern und als wollte meine Libido ihre Macht über mich demonstrieren, zuckte mein Schwanz verdächtig und ich spürte wie ich die Kontrolle verlor und er sich versteifte.

Mem ließ sich von dem nichts anmerken und es wäre wahrscheinlich gelogen, zu behaupten, sie würde nicht spüren was da gerade geschah. Ich führte einen kleinen, aber verzweifelten Kampf gegen meine Libido und dem Bewusstsein, dass sie gerade dabei war, mich um den Finger zu wickeln. Außer dass ich bis jetzt stillgehalten hatte, habe ich noch kein Zugeständnis gemacht, Mem kein Zeichen gegeben, dass ich angenommen hatte, was sie mir zugeflüstert hatte.

„Joy will come this evening to Bangkok!“

Es dauerte ein paar kurze Sekunden, bis sie begriffen hatte, was ich da eben gesagt hatte. Fast augenblicklich löste sie sich von mir. Ich legte schnell eine Hand auf meine Shorts und hielt meine Erektion so in Zaum. Sie wusste zwar, was mit mir los war, aber ich wollte mich dann doch nicht so extrem bloßstellen. Innerlich klopfte ich mir auf die Schulter, ein genialer Gedanke aus einer Situation heraus geboren, die eigentlich nur noch von stumpfem Trieb beherrscht war.

Mem sah mich an und ich glaubte etwas Enttäuschung in ihrem Blick zu sehen. Aber sie hatte sich schnell wieder gefangen. „When will she come?“ Ich sagte ihr, dass sie heute arbeiten müsste und erst im Laufe des frühen Abends kommen würde. Es war erst einmal alles Lüge, aber, so hoffte ich, dass es nicht lange Lüge bleiben würde. Ich hatte mich zwar aus einer heiklen Situation befreit, aber mich auch gleichzeitig in eine andere Zwangssituation gebracht. Aber die Chancen standen ja nicht schlecht, aus dieser kleinen Notlüge heraus Realität werden zu lassen. Ich drängte mich an Mem vorbei ins Bad. Ich musste mich jetzt erst wieder etwas beruhigen.
 
Ich muss mich mal für die lange Pause entschuldigen, aber ich hatte ziemlich viel Stress am Bein
 
Nachdem ich mich geduscht und frisch gemacht hatte, fühlte ich mich besser. Der Gedanke, Joy nach Bangkok kommen zu lassen, hatte sich mittlerweile manifestiert. Ich würde heute Mittag zusehen, mich aus dem Staub zu machen um mit Joy alles zu besprechen. Eine SMS hatte ich ihr schon geschickt, aber noch keine Antwort bekommen. Ich war mir sicher, dass sie, sobald sie Zeit hatte, mir eine SMS schicken würde. Ich ging mit Mem wieder ins Parrot zum Frühstück. Naja, es war zwar nicht mehr früh, aber es hatte sich entsprechend als solches etabliert wenn wir in Bangkok waren.

Wir frühstückten schweigsam. Mem schien etwas von sich selbst enttäuscht oder gar verärgert zu sein, dass ihr Versuch im Hotel gescheitert war. Ich fragte mich mittlerweile, welcher Art ihre Gefühle für mich waren, die sie so extrem auf Joy reagieren ließen. War es tatsächlich die Besorgnis, dass ich meine Frau und damit auch die Familie wegen einer anderen Frau aufgeben würde. Was sah sie in der Beziehung zwischen mir und Joy. Zugegeben, ich hatte mich ja etwas in Joy verguckt, aber deshalb meine Familie aufzugeben, kam mir einfach nicht in den Sinn. Joy war letztendlich ein kleiner Ausbruch aus der Monotonie des ehelichen Alltags und ich nahm gerne an, was sie mir gab und revanchierte mich damit, dass ich ihr meine ehrlichen Empfindungen zurückgab. Aber vielleicht sah Mem als Frau die Gefühle zwischen mir und Joy etwas deutlicher oder möglicherweise auch nur aus weiblicher Sicht, empfand als Frau und urteilte als solche. Oder waren ihre eigenen Gefühle zu mir tiefer gehend, versetzt mit einer Prise Eifersucht, weshalb ihre Emotionen in Verbindung mit Joy so heftig ausfielen. Ich wusste es nicht. Mir persönlich war klar, dass Joy sich wahrscheinlich sehr schnell umorientieren würde. Dass ihre Empfindungen ehrlicher Natur waren, daran zweifelte ich nicht. Gut, der Eine oder Andere würde es vielleicht einfach als Geheuchel einer Professionellen abtun, die es geschickt verstand, ihre Kunden um den Finger zu wickeln. Aber ich behaupte von mir, ein gutes Verständnis zu den Menschen zu haben und Joy wusste über meine Beziehung zu meiner Familie und auch, dass ich meine Familie nicht aufgeben würde.
So habe ich es auch Mem erklärt, aber entweder glaubte sie mir nicht, oder ihre Beweggründe für ihr Verhalten lagen auf einer anderen emotionalen Ebene.

„You hear from Joy already? When will she come?“

Als würde eine Kommunikation auf einer anderen Ebene, in einer anderen Dimension stattfinden, meldete sich gerade in diesem Moment mein Handy mit dem für den Eingang einer SMS typischen Ton. Die SMS war von Joy, sie kündigte ihre Ankunft für etwa 20 Uhr an. Ich musste innerlich über dieses nahezu perfekte Timing schmunzeln.

„Joy just send an SMS for me. She will arrive at about 8 pm at Ekamei.“

Mem nahm diese Information scheinbar gelassen auf, mir entging aber nicht, dass es in ihr arbeitete.

„Where will she sleep tonight?“

Auf diese Frage hatte ich gewartet.

„Oh, no problem, the bed in our room is big enough for 3 people.“

Ihr Mund öffnete sich und es schien, als würde sie einen Moment um Fassung ringen. Ich genoss für einen kurzen Moment den sichtbaren Erfolg meines Seitenhiebs.

„No, don´t worry, I will rent another room for tonight.“

Mem entspannte sich genauso schnell, wie der Schrecken ob meiner Ankündigung sich in ihrem Gesicht manifestiert hatte.

„Do you wanna join us going out tonight?“

Eigentlich war diese Frage überflüssig.

„No, I leave you alone, enjoy your last night with Joy.“

Mem war gekränkt. Und eigentlich war da Verhalten von mir auch nicht so nett. Es wäre nicht gut, diese negative Spannung, die im Moment zwischen uns anlag, unausgeglichen zu lassen. Nun gut, ich würde noch ein paar Stunden Zeit haben, die Sache zu bereinigen. Ich zahlte die Rechnung und wir verließen das Parrot. Ich fragte Mem, was sie unternehmen wolle.

„Up to you.“

Oh, wie hasste ich dieses Statement, das so typisch Thai war.

„What do you think about MBK?“

Ich wusste, dass die Aussicht auf einen kleinen Bummel durch das MBK eine Stimmungswendung herbeiführen würde. Das MBK war ein beliebter Treffpunk der Jugend Bangkoks und natürlich auch Ziel der vielen Touristen auf der Jagd nach vermeintlich günstigen Souvenirs und Schnäppchen. Es wurde fast die komplette Palette dessen abgedeckt, von Telekommunikation über Unterhaltungselektronik bis hin zu Sachen des täglichen Bedarfs war hier fast alles zu bekommen. Zahlreiche Restaurants und Spas sorgten für das leibliche Wohl. Mem war einverstanden. Wir liefen bis zur Sukhumvit Road und von dort noch die paar hundert Meter zur Sky Train Station Asoke. Von der Station bis zum MBK waren es nur ein paar Stationen bis Siam, dort würden wir dann noch einmal wechseln um bis zum National Stadium zu fahren. Dieser Kreuzungspunk der beiden Sky Train Linien war mittlerweile gut ausgebaut. Mann konnte von Siam direkt über den Sky Walk hoch über der belebten Kreuzung hinweg bis ins Tokyo Center laufen. Oder man führ noch die eine Station bis zum National Stadium. Wir entschlossen uns für die zweite Variante. Es war Samstag und der Sky Train war gut gefüllt, allerdings nicht so extrem wie zur Rush Hour an einem normalen Wochentag.
 
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