Thailand Solo für KingPing, 3 Wochen in Thailand

Eine gewisse Routine hatte sich in unseren Tagesablauf eingeschlichen. Wir schliefen lange und begannen den Tag mit Müßiggang. Ab und an telefonierte ich mit Mem, die immer noch in Hua Hin war und darauf wartete, dass sie endlich alle Dokumente von ihrem Freund aus Island bekam, um ein Visum bei der Dänischen Botschaft zu beantragen.

Unsere nordischen Nachbarn hatten es sich einfach gemacht. Sie hatten sich zusammengeschlossen und Dänemark hatte die diplomatische Repräsentation Norwegens und Islands mit übernommen. Und so sollte es dem einen oder anderen nicht weiter verwunderlich erscheinen, dass ein Visum für Island über die Dänischen Botschaft zu beantragen war.

Die Woche hatte ihren Zenit überschritten und ich hatte von Mem an diesem Mittwoch die Information bekommen, dass sie die fehlenden Unterlagen am Donnerstag auf der Post in Hua Hin abholen musste. Mem hatte sich für den Freitag in Pattaya angekündigt. Insgeheim fluchte ich. Diese Trödelei ihres Freundes brachte mich in eine verzwickte Situation. Mein Rückflug war für den 9. des Monats geplant und jetzt hatten wir bereits Mittwoch, sprich den 5. des Monats. Es war unmöglich, in dem verbleibenden Zeitfenster alles erledigt zu bekommen. Ich hatte Mem versprochen, sie auf jeden Fall bei der Beantragung des Visums zu unterstützen.

Wenn ich ehrlich sein sollte, war mein Hilfeangebot nicht ganz uneigennützig. Insgeheim hoffte ich, dass ihr Freund aus dem kalten Norden die richtige Partie für sie wäre. Es war langsam an der Zeit, dass Mem ihrem lasterhaften Leben ein Ende setzte und sich einem Leben mit einer zumindest scheinbaren Berechenbarkeit öffnen würde. Auch hoffte ich darauf, dass sie dann in der Lage wäre, die alleinige Verantwortung für ihre beiden Kinder zu übernehmen und meine Frau und mich etwas zu entlasten. Aber Mem war sich bezüglich der weiteren Entwicklung der Beziehung wohl selbst noch nicht im Klaren. Sie hatte mir erzählt, dass sie Bene in Hua Hin kennengelernt hatte als er dort mit seiner Familie zu Besuch war. Bene war geschieden und war wohl von Mem derart begeistert, dass er sie unbedingt nach Island holen wollte. Nun gut, die Zukunft würde zeigen, wie sich diese Geschichte entwickelt. Innerlich hatte ich allerdings das Gefühl, dass Mem selbst zu unsicher bezüglich Bene war und möglicherweise eine Erwartungshaltung hatte, die sich nicht realisieren ließe. Ich kannte meine süße Schwägerin recht gut und vermochte manchmal in ihr zu lesen wie in einem offenen Buch.

Ein weiteres Problem das sich mit Mems Auftauchen in Pattaya ergeben würde, war meine Liaison mit Joy. Ich wusste noch nicht, wie ich das managen sollte. Mem wusste zwar, dass ich kein Kind von Traurigkeit war, aber sie würde sich ihre Gedanken machen, wenn ich ihr ein Mädchen präsentieren würde, mit dem ich länger als nur Short Time zusammen war. Ich hätte Joy einfach abschieben können, aber ein Mädchen einfach so in ein gefühlsmäßiges Nirwana zu befördern, brachte ich nicht fertig.

Der Zwiespalt, der sich da in mir auftat, blieb auch Joy nicht verborgen und drückte ihre Stimmung sichtlich. Ich stellte an mir selbst fest, wie sehr ich Mem eigentlich vermisst hatte, jetzt, das ihre Rückkehr nach Pattaya unmittelbar bevorstand. Ich fasste den Entschluss, die beiden miteinander bekannt zu machen, eine Entscheidung wider jede Vernunft.
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Die beiden verbleibenden Tage Zweisamkeit mit Joy vergingen wie im Flug. Joy hatte es wohl oder übel akzeptiert, dass am Freitagmorgen jemand auftauchen würde, der einen anderen Stellenwert in meiner Beziehungsstruktur einnahm. Aber ihre Unsicherheit war nicht gewichen, eher stärker geworden aber glücklicherweise schwang keine Eifersucht mit.
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Am Abend vor Mems Ankunft schlief ich mit Joy. Ich empfand es in dieser Nacht etwas anders, ich war abgelenkt, dachte an Mem und auch an die erotische Spannung, die immer wieder zwischen uns anlag. Ich schlief unruhig und wurde dann jäh aus meinen Träumen gerissen, als mein Telefon klingelte. Schlaftrunken schaute ich auf die Zeitanzeige meines Fones, es war gerade mal 9 Uhr. Ich sah an der Anzeige, dass Mem mich anrief. Mit schläfriger Stimme begrüßte ich sie und fragte, wo sie denn sei. Sie sagte mir, dass sie schon draußen im Restaurant von Radi Mansion saß. Sie wollte zu mir aufs Zimmer kommen, aber das wurde ihr vom Personal verweigert. Eigentlich hatte ich ihr Kommen angekündigt. Aber nachdem Radi ein paar neue, für mich unverständliche Regeln eingeführt hatte, wurde es ihr kurzerhand verwehrt. Ich hatte nicht mit einem so frühzeitigen Erscheinen von Mem gerechnet und offen gestanden, passte es mir nicht so recht. Joy war ebenfalls aufgewacht und sah etwas bedrückt aus. Nun, jemand anders hatte die Weichen gestellt. Mem saß draußen und der einzige Weg für Joy führte an ihr vorbei. Ich fasste einen schnellen Entschluss und bedeutete Mem, einen Augenblick zu warten. Ihr war mit Sicherheit schon gesteckt worden, dass ich nicht alleine in meinem Zimmer war und von daher machte es überhaupt keinen Sinn, irgendetwas anderes zu versuchen. Ich machte mich schnell etwas frisch, zog Shorts und T-Shirt über und nur wenig später umarmte ich Mem. Ich freute mich aufrichtig, sie wieder in meiner Nähe zu haben.

Klar, Mem wollte von mir wissen, weshalb sie nicht zu mir aufs Zimmer konnte, Klar war auch, dass diese blöden Tratschtanten von der Rezeption es ihr schon längst gesteckt hatten. Und klar war auch, dass ich Mem kein X für ein U vormachen wollte, unabhängig davon, ob meine Situation mir keine andere Wahl ließ. Ich hatte Joy gebeten, sich frisch zu machen und dann anschließend zu uns zu kommen. Joys Gefühle waren gemischt und sie fühlte sich in ihrer Haut nicht wohl. Ich konnte es nachvollziehen, versicherte ihr aber, dass Mem ihr definitiv nicht den Kopf abreißen und auch nichts meiner Frau erzählen würde. Joy kam in das Restaurant und Mem erfasste Sie sofort sowie auch Joy Mem sofort erfasste. Ich spürte förmlich wie sich ihre Blicke trafen. Es hatte auf mich den Eindruck, als würde gerade ein kleiner, unsichtbarer Kampf stattfinden. Rein äußerlich hatten beide ein Lächeln in ihr Gesicht gezaubert, aber auf einer dem Unbedarften nicht zugänglichen Ebene flossen Einschätzungen, Emotionen und Signale hin und her. Für mich war es spürbar und ebenso eindringlich spürte ich, dass Mem die Dominanz hatte und auch nicht mehr hergab. Die Rollen waren verteilt, die beiden Mädchen hatten ihre Position zueinander bestimmt, einzig meine Wenigkeit vermochte es, das Pendel wider der Dominanz Mems und wider der nunmehr von Joy gegenüber Men gezeigten devoten Haltung ausschlagen zu lassen. Eines war mir allerdings jetzt schon klar: Wie immer ich auch das Pendel ausschlagen lassen würde, niemals würde es auch nur einer der Parteien zur Zufriedenheit gereichen.

Während ich meinen Kaffee genoss, unterhielten sich die beiden. Joy sah mich an und eröffnete mir, dass sie jetzt arbeiten gehen müsste. Es hätte keinen Sinn gemacht, sie jetzt davon abzuhalten und sie zu bitten, noch zu bleiben. Irgendwie kam es mit auch recht. Ich hatte einiges mit Mem zu besprechen. Ich war neugierig, wie es denn mit ihr jetzt, nachdem sie alle Dokumente für ihren Visa-Antrag zusammenhatte, weitergehen sollte. Nachdem ich mich von Joy verabschiedet hatte, nahm ich Mems Reisetasche und wir gingen auf mein Zimmer. Auf dem Weg zu meinem Zimmer kamen uns zwei der Zimmermädchen entgegen. Nur aus den Augenwinkeln nahm ich ihre neugierigen Blicke wahr. Ich maß dem allerdings keine Bedeutung zu.
 
@Bigsex: Danke sehr. Was Joy angeht, kann ich nicht leugnen, dass sich da schon tiefer Gefühle entwickelt haben, aber als Liebewürde ich es auch im Nachhinein nicht bezeichnen.

@DocSumo: Danke, es wird auch weitergehen. Bin aber im Job in Kassel und in Aachen läuft unsere Massage an.

Gruß

KingPing
 
Ich schloss die Tür hinter uns und damit war die Umwelt erst einmal ausgeschlossen. Ich stellte die Tasche aufs Bett und drehte mich zu Mem. Sie Trat einen Schritt auf mich zu und umarmte mich. Ich tat es ihr gleich und legte ebenfalls meine Arme um sie. Im Restaurant hatten wir noch keine Zeit gefunden, uns richtig zu begrüßen. Als sie mich heute morgen mit ihrem Anruf weckte, habe ich mir nur schnell meine Shorts angezogen und bin in ein T-Shirt geschlüpft, eine Unterhose hatte ich nicht angezogen. Dies wurde mir jetzt schlagartig bewusst, als ich die Wärme von Mems Körper spürte. Ich spürte wie das Blut in meine Lenden schoss und mein Schwanz begann, sich langsam zu füllen. Ich löste mich schnell aus der Umarmung und trat einen kleinen Schritt zurück. Mem musste es definitiv gespürt haben, sie trug ja selbst nur dünne Hot Pants aus Jeans. Und ihre Reaktion gab mir recht, sie blickte etwas verstohlen auf meinen Shorts und die leichte Beule die sich dort gebildet hatte. Ich setzte mich schnell aufs Bett um meine Erregung etwas zu kaschieren. Mir wurde schlagartig klar, wie sehr ich diese Spannung, dieses verborgene Spiel zwischen uns vermisst hatte.

Mem setzte sich zu mir, kramte ihre Unterlagen zusammen und wir besprachen die weitere Vorgehensweise. Ich hatte Mem versprochen, ihr zu helfen, und dich würde dieses Versprechen auch einhalten. Der Dokumentensatz für die Botschaft bzw. für den Antrag auf ein Visum war komplett. Trotzdem machte Mem noch ein bedrücktes Gesicht. Ich fragte sie, worin der Grund lag, dass sie so bedrückt schaute. Wortlos reichte sie mir einen weiteren Zettel von der Botschaft und zeigte auf einen Absatz. Die Botschaft verlangte den Nachweis von mindestens 50.000 Baht des Antragstellers. Ich fluchte leise in mich hinein. Dies bedeutete, dass ich 50.000 Baht von meinem Konto auf Mems Konto transferieren musste, damit sie diesen geforderten Nachweis erbringen konnte. Die zweite Sache war, dass ich Mem auch versprochen hatte, sie zur Botschaft zu begleiten um ihr den nötigen Rückhalt zu geben und ihre Unsicherheit zu kompensieren. Der Haken an der Sache war nur, dass mein Rückflug am Sonntag sein sollte. Das Problem bestand darin, das ich einen Sondertarif bekommen hatte. Eine Umbuchung war zwar generell möglich, würde mich aber fast 140 € kosten. Klar war allerdings auch, dass ich vor meinem Abflug umbuchen musste. Ich beschloss, dies am Samstag zu tun.

Mem hatte mittlerweile Hunger bekommen. Wir packten die Dokumente sorgfältig zusammen und gingen zusammen ins Restaurant. Radi war schon im Restaurant und saß auf seinem angestammten Platz. Der Blick mit dem er mich ansah, verhieß allerdings nichts Gutes. Ich begrüßte Radi wie jeden Morgen und nahm mit Mem an einem der hinteren Tische Platz. Aber kaum saßen wir, kam Radi auch schon zu uns. Übergangslos begann er zu reden. Warum gehst du mit der Schwester deiner Frau aufs Zimmer?“ Mir fiel fast die Kinnlade runter. War er jetzt total übergeschnappt? Was ging es ihn an, mit wem ich wann in meinem Zimmer verschwand. Und gerade bei meiner Schwägerin gab es doch schon mal gar keinen Grund, mir diesbezüglich eine Frage zu stellen. Aber da schien Radi eine vollkommen andere Sichtweise zu haben. „Das geht überhaupt nicht, dass du deine Schwägerin mit aufs Zimmer nimmst und auch noch die Tür zumachst!“ „Wieso soll ich Mem nicht mit aufs Zimmer nehmen können?“ Und in Gedanken fragte ich mich was dieser Schwachsinn mit der geschlossenen Tür sollte. Radis Antwort und auch seine nicht mehr leise Stimme haute mich fast vom Hocker. „Meine Angestellten zerreißen sich schon die Mäuler über dich. Du kannst nicht mit der Schwester deiner Frau aufs Zimmer gehen, das gehört sich nicht. Meine Frau hat mich auch schon drauf angesprochen!“ Ich wusste aus Erfahrung, dass es absolut keinen Sinn machte, mit Radi zu streiten. Er war cholerisch und rechthaberisch. Trotzdem fragte ich nach. „Was soll das? Ich schlafe mit Mem schon in einem Zimmer und in einem Bett, seit ich sie kenne. Wir sind eine Familie und warum sollen wir das hier nicht dürfen. Radi wurde noch lauter. „Das ist mir egal, du kannst mit jeder Frau in deinem Zimmer schlafen, aber nicht mit deiner Schwägerin. Hier in meinem Hotel dürfen auch nicht Bruder und Schwester in einem Zimmer schlafen und auch zwei Männer kommen bei mir nicht in ein Zimmer!“ Radi musste mittlerweile definitiv was am Kopf haben. So einen Schwachsinn, wie er ihn da von sich gab, hatte ich bis jetzt noch nicht gehört. Radi hatte die ganze Zeit deutsch gesprochen und Mem sah mich etwas verständnislos an. Ich klärte sie kurz auf und auch in ihrem Gesicht las ich Unverständnis. „Wenn du unbedingt mit deiner Schwägerin zusammen bleiben willst, musst du dir woanders ein Zimmer suchen!“ Ich nickte es nur wortlos ab. Radi hatte in meinen Augen den Bogen schon lange überspannt, die Art wie er teilweise mit seinen Gästen umsprang, war einfach nur unverschämt. Dieser Monolog von Radi brachte das Fass zum Überlaufen. Was interessierte mich, was das Personal in einem Hotel über mich tratschte. Aber noch mehr verwunderte mich, dass Radi wohl das Verhalten seines Personals heranzog, um überholte Moralvorstellung zu zitieren und dafür zu nutzen, sein tyrannisches Verhalten durchzusetzen. Anders konnte man seine Maulattacken wohl nicht sehen. Ich hatte keine Lust mehr auf einen solchen Anachronismus.

Radi hatte sich davongetrollt und ich eröffnete Mem, dass ich mir noch heute ein anderes Zimmer suchen würde. Das Witzige an der Sache war, dass Mem eigentlich gar nicht vorhatte bei mir zu schlafen. Sie hatte eine Freundin in der Aruno Thai, Soi 11, die sie besuchen wollte. Ich holte noch Mems Gepäck aus dem Zimmer und fuhr sie anschließend zu ihrer Freundin. Ich rief dann noch Joy an, sie sagte, dass sie arbeiten gegangen ist. Ich fuhr zu ihr in die Soi Honey. Ich war etwas verunsichert, wie sich Mems Erscheinen auf unsere Beziehung ausgewirkt hat. Als sie mich sah, umarmte sie mich. Nun, zumindest bekam ich kein Donnerwetter zu hören. Aber so wie ich Joy kennengelernt habe, war sie nicht der Typ, der sich zu exzessiven Ausbrüchen hinreißen lies. Ich erzählte ihr kurz, was im Hotel passiert war und sagte ihr, dass ich jetzt erst mal ein neues Zimmer suchen würde.

Ich fuhr zur Soi Lenkee, ich wollte dort mal diverse Guest Houses checken. In einigen bin ich früher öfters abgestiegen. Ich hatte nicht viel Glück, im May Guest House würde erst in 2 Tagen ein Zimmer frei werden, einen Treffer landete ich dann im Valentines nebenan. Ich war früher schon einige Male im Valentines, hatte aber dann mal das zweifelhafte Vergnügen, den ekelhaften Besitzer, ein Trunkenbold aus England mit ziemlich ruppigen Auftreten kennenzulernen, der dann auch noch ein paar dämliche Nazi-Bemerkungen abließ, sodass ich den Entschluss fasste, dieses Guest House zu meiden. Aber Pattaya ist ja schnelllebig und so war es nicht verwunderlich, dass das Valentines mittlerweile einen neuen Besitzer hatte. Zimmer waren auch noch verfügbar und ich mietete für die folgenden beiden Tage ein Zimmer an. Anschließend wechselte ich noch einmal hinüber ins May Guest House und zahlte dort auch schon mal das Zimmer für den ersten Tag nach dem Valentines an. Da das May Guest House auch Motor Bikes vermietete, nahm ich diesen Service direkt in Anspruch. Ich musste meine Sachen noch von Radi abholen, insbesondere mein Blitzstudio. Ich rief Joy an und war froh, dass sie noch frei war und keinen Kunden hatte. Mit zwei Bikes fuhren wir zum Radi und eine knappe halbe Stunde später war ich mit Radi Mansion und insbesondere mit Radi fertig.
 
Danke an alle. Der Bericht geht weiter, eine (Extra)Woche kommt ja noch dazu. Das ist jetzt der Zeitpunk, wo aus den 3 Wochen 4 werden.
 
Ganz ehrlich, hab ich nicht.:hehe:
 
Wir sind verheiratet, meine Frau liebt mich und ich liebe meine Frau. Ich respektiere sie als Menschen an meiner Seite wie sie mich an ihrer Seite respektiert. Meine Frau hat als Freelancer gearbeitet war aber auch mal ein paar Wochen in der Buffalo Bar. Mir ist vollkommen egal, was sie einmal gemacht hat oder auch nicht, es spielt für mich absolut keine Rolle. Für mich zählen ihre inneren Werte ihre Einstellung und das, was sie mir an Liebe und Einfühlungsvermögen jeden Tag gibt.

Sie hat eine gewinnende und nette Art und ihr Lächeln erobert Herzen. Ich habe bis jetzt kaum einen Menschen kennengelernt, der nicht irgendwie von ihr angetan war. Thailändische Frauen nimmt sie sehr sorgfältig unter die Lupe und ist eigentlich immer in Hab-Acht-Stellung. Sobald sich da eine "schräg" verhält, zuviel über Geld spricht etc., zieht sie sich zurück.

Wir sind seit 11 Jahren ein Paar und seit 2004 verheiratet.
 
Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, Hunger machte sich bei uns bemerkbar. Obwohl das erste Zusammentreffen zwischen Mem und Joy nicht so rosig ausgesehen hatte, gab ich mich so zuversichtlich, einen zweiten Versuch zu unternehmen. Innerlich fühlte ich mich gespalten, zu Joy hatte ich eine gefühlsmäßige Bindung entwickelt. Ich wollte sie nicht vor den Kopf stoßen und sie einfach abservieren. Oder besser gesagt, ich konnte es nicht. Zu einem derart radikalen Verhalten gegenüber einem Menschen, den ich schätzen und irgendwie auch lieben gelernt hatte, war ich einfach nicht fähig. Andrerseits stand mir Mem wesentlich näher, einmal gehörte sie zu meiner Familie, und zum anderen hatte ich über die Jahre hinweg eine innere Bindung aufgebaut, die wesentlich stärker war als alles, was mich in kurzer Zeit zu anderen Frauen einschließlich Joy hätte hinziehen können. Eigentlich war mein Verhalten unvernünftig aber meine Zuversicht überlagerte meine Vernunft. Ich rief Mem an und wir verabredeten uns zum Essen. Mem war einverstanden mit mir und Joy zusammen auszugehen.

Und so trafen wir uns etwa eine halbe Stunde später vor dem Valentines. Mem hatte sich ein Bike von ihrer Freundin geliehen und so blieb mir das leidige Katz und Maus Spiel mit der thailändischen Polizei erspart. Immer wieder hatte ich während meiner letzten Aufenthalte in Pattaya feststellen müssen, dass die Braunen den Verkehr kontrollierten und unnachgiebig jeden Verstoß gegen die Verkehrsregeln ahndeten. Verstöße gegen die Helmpflicht und mit mehr als einem Sozius zu fahren waren hier wohl in dieser Reihenfolge die am häufigsten geahndeten Verstöße. Ich hatte heute keine Lust, wieder ins Fung Pla Pao zu gehen und da Joy ebenfalls nicht danach war, überließ ich Mem die Wahl der Lokalität. Mem fuhr voraus und wir folgten ihr. Ich hatte keine Ahnung, wohin sie fahren würde. Die Fahrt führte uns entlang der Soi Buakhao in Richtung Pattaya Klang und von dort weiter in Richtung Second Road. Mem bog in eine Einfahrt ein. Die Ecke kam mir bekannt vor. Früher einmal gab es hier die Disco Duck Diskothek. Aber die ist vor nicht allzu langer verschwunden, Pattaya ist halt schnelllebig. Jetzt befand sich dort ein Hotel, das ungültiger Link entfernt. Ich bin zwar schon oft daran vorbeigefahren und habe mitbekommen, dass sich dort etwas verändert hatte, habe aber nie das Bedürfnis gehabt, die Veränderung einmal zu begutachten. Wir stellten unsere Bikes ab und Mem klärte mich auf. In dem Hotel gibt es ein ordentliches „All you can eat“ zu einem angemessenen Preis, wenn ich mich recht erinnere habe ich pro Person 200 oder 250 Baht bezahlt. Das Angebot bewegte sich daher preislich auf dem Niveau vom Lek oder Apex. Allerdings empfand ich die Atmosphäre im Restaurant als wesentlich angenehmer, alles war hell und freundlich ausgestattet und auch das Essen, das zur Auswahl stand, war nicht so gedrängt und komprimiert auf einen Fleck aufgereiht. Es gab separate Tische mit Speisen, die zueinander passten, Süßspeisen und Nachtisch waren getrennt von Suppen und BBQ. Ich empfand dieses Arrangement als sehr angenehm. Und das lockere Arrangement vermied zudem Gedränge.
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Mem und Joy hatten sich bereits einen freien Tisch gesucht. Dem äußeren Anschein nach schienen sie sich zu verstehen, aber wie schon gesagt, es war nur er äußere Anschein. Da ich insbesondere Mem kannte und auch über Joys Unsicherheit im Bilde war, entging mir nicht, wie sie versuchten, sich gegenseitig besser einzuschätzen. Mem war zwar gegenüber Joy die dominante Persönlichkeit, aber auch bei ihr spürte ich diesen Hauch von Ungewissheit. Ich hatte den Eindruck, als ginge es mehr um mich und meine Beziehung zu Joy als um Joy selbst. Eine Einschätzung, die sich später als richtig erweisen sollte.
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Ich nahm von Beiden ihren Getränkewunsch entgegen und besorgte die Getränke im hinteren Thekenbereich. Beide hatten sich in der Zwischenzeit etwas zu essen besorgt und saßen schon am Tisch als ich zurückkam. Ich traf ebenfalls meine Wahl und setze mich neben Joy. Das Essen war schmackhaft, aber ich war ob des stummen Duells zwischen den beiden Mädchen nicht ganz bei der Sache. So war ich anschließend froh, als wir unser Abendessen beendet hatten.

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Vor dem Bella Expess telefonierte Mem wohl mit einer Freundin. An den paar Gesprächsfetzen, die ich mitbekam, erkannte ich, worum es ging. Ich hatte Mem mal gebeten, in ihrem Umfeld Ausschau nach einem Mädchen zu halten. Vor etwa einer Woche hatte sie mir eine Telefonnummer von einer Freundin gegeben, die in Pattaya arbeitete. Ich hatte zwar schon ein paar Mal mit ihr telefoniert, aber zu einem Treffen sollte es erst heut kommen. Mem hatte mit ihrer Freundin telefoniert und von ihr kam das okay für ein dazu. Mem verstand meine Leidenschaft zur Fotografie. Vor ein paar Jahren hatte sie mir Paeow ja mal angeschleppt. Nun gut, damals sah Paeow noch Top aus, aber das war auch schon ihr einziger Pluspunkt. Und den hatte sie mittlerweile verspielt. Schlankheitswahn in Verbindung mit dürftiger Brainpower waren zwei Eigenschaften, die ihr keine großartige Zukunft bescheren würden. Das hatte ich ja bereits öfters während meines jetzigen Aufenthalts festgestellt und mich von ihr distanziert. Paeow war einfach zu dumm um alleine Geschäfte als Freelancer in Pattaya zu machen, bedurfte deshalb der Führung eines Thai Pimps, was ihre Zukunft nicht verbesserte, ihr aber die Illusion gab, einen fürsorglichen Freund zu haben. Meow, Paeows Freundin, hatte mir ein paar Details zu Paeow gesteckt, sodass ich um ihre Situation wusste.

Wir verließen das Bella Express und fuhren die Soi Buakhao entlang bis zur Soi Diana Inn. Die Bar, in der Mems Freundin arbeitete, lag in der kleinen Passage die hinter dem Bar Center der Soi Diana Inn begann und befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Papagayo. Ich wusste nicht, was mich dort erwartete, denn ich hatte dieser kleinen Bar noch niemals Beachtung geschenkt. Ich bin dort zwar fast täglich vorbeigegangen, hatte aber bis jetzt nicht einmal ein Mädchen dort gesehen, das mich veranlasst hätte, dort einen Drink zu genießen. Allerdings wusste Mem um meine Ansprüche bezüglich der Fotografie und sie versicherte mir, dass ihre Freundin kinderlos sei. Wir hatten unsere Bikes an der Straße abgestellt und nur wenig später erreichten wir die Bar. Om, so hieß Mems Freundin, bemerkte uns sofort und begrüßte uns. Mein erster Eindruck war, dass sie etwas unterkühlt schien. Ihre Kleidung war recht normal, sie trug Jeans und eine Bluse, wirkte eher etwas zugeknöpft. Wir setzten uns an den einzigen, freien Tisch vor der Bar und ich bat die Mädchen, sich etwas zu trinken zu bestellen. Joy hatte sich neben mich gesetzt und Mem saß mir gegenüber. Ich umarmte Joy und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Om war zurück und setzte die Getränke auf dem Tisch ab. Ich stieß mit den Mädchen an und begann die übliche Unterhaltung mit Om, die ich mit jedem Mädchen führte, das ich für eine Fotosession gewinnen wollte. Mein Bauchgefühl meldete sich nicht zu Wort und es entsprach meinem Grundgefühl, dass wir die Zeit, die wir hier saßen, ohne Weiteres woanders hätten verbringen können. Der besagte Funke, den ich für meine Kreativität brauchte, sprang einfach nicht über. Innerlich hatte ich Om als Modell bereits abgehakt. Ich beschloss allerdings, ihre Nummer für alle Fälle einmal zu behalten, vielleicht würden sich mein Gefühl und ihre distanzierte Art einmal ändern. Joy schmiegte sich an mich, gab mir einen Kuss auf die Wange. Sie flüsterte mir ins Ohr, dass sie gerne eine Partie Billard spielen möchte. Die Bar war zwar klein, aber ein Billardtisch fehlte wie in den meisten offenen Bars nicht. Da der Tisch gerade frei geworden war, willigte ich ein.
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Mem´s Freundin kam...
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...etwas blass rüber
Ich gab Joy den Kuss zurück. Aus den Augenwinkeln bekam ich mit, dass Mem etwas erschrocken auf diese Aktion hin reagierte. Ich genoss wie meistens das Spiel. Zwar war ich mittlerweile der bessere Spieler von uns beiden, aber wir bewegten uns auf einem ähnlichen Niveau. Und genau das machte das Spiel interessant. Eigentlich hatte ich bei Joy bis jetzt nie das Gefühl gehabt, dass wir gegeneinander spielten, im Gegenteil, es war immer ein Spiel miteinander. Diese Harmonie blieb auch Mem nicht verborgen, die uns während der ganzen Zeit immer wieder Blicke zuwarf. Irgendwie hatte ich den Eindruck, etwas Besorgnis in ihren Blicken zu spüren.

Ich hatte mit Joy 2 Gewinnspiele vereinbart, wobei 3 Spiele notwendig waren, um den Sieg auf meiner Seite zu verbuchen. Ich bedankte mich bei Joy dafür, dass Sie mich hatte gewinnen lassen. Sie schlang darob ihre Arme um meinen Hals und gab mir einen Kuss auf die Wange. Wieder bemerkte ich den Anflug von Besorgnis in Mems Blick, die auch diese Szene mitbekam.Wir setzten uns wieder zu Mem und Om an den Tisch. Mem machte auf mich einen müden Eindruck. Nun, das war nicht weiter verwunderlich, schließlich war sie seit dem frühen Morgen unterwegs und hatte mit Sicherheit wenig geschlafen. Sie bestätigte auch prompt meine Einschätzung. „ I am tired, I want go home sleep now. Is it okay for you?“ Natürlich war ich einverstanden. Ich hatte ihr vorab schon erzählt, dass ich morgen meinen Flug umbuchen würde um ihr nächste Woche die versprochene Unterstützung zu geben. Ich hatte das Problem, dass ich eine Entschuldigung für meinen Arbeitgeber benötigen würde. Das war zwar nebensächlich, da mein Ausscheiden aus der Firma wegen eines Mangels an Projekten schon beschlossene Sache war. Aber es war definitiv besser, etwas in der Hand zu haben um Komplikationen zu vermeiden. Ein plausibler Grund wäre natürlich eine Krankmeldung in der Art, die eine Fluguntauglichkeit zur Folge hätte. In diesem Moment zwickte es in meinem Ohr. Nun ja, mit einer Mittelohrentzündung wäre ein Rückflug bei einem auf 2500 Metern Meeresspiegel abgesenkten Kabinendruck äußerst schmerzhaft. Und es würde mindestens eine Woche dauern, die Entzündung soweit abheilen zu lassen, dass ich wieder flugtauglich sein würde. Ich erzählte Mem von meinem Ohrenleiden und fragte sie, ob sie nicht eine Klinik kennen würde, in der ich eine solche Bescheinigung für meinen Arbeitgeber bekäme. Ihr Antwort kam mit einem verschmitzten Lächeln: „If you need a good and cheap doctor, you must go to Loma Klinik in Naklua. Tomorrow we will go together.“Ich vertraute da ganz auf Mems Erfahrung. Mem erhob sich, gab mir schweigend einen Kuss auf die Wange, nickte kurz zu Joy und ging zu ihrem Bike. Om schien ebenfalls kein großes Interesse mehr an unserer Gesellschaft zu haben. Ich verlangte nach der Rechnung, bezahlte und wir verließen die kleine Bar. Ich fragte Joy, ob sie noch irgendwelche Wünsche bezüglich des weiteren Verlaufs für den Abend hätte. Erstaunlicherweise verneinte sie. Ich hatte damit gerechnet, dass sie noch auf eine Partie Pool in die ICU-Bar wollte. Aber offensichtlich war ihr nicht danach. Joy wirkte bedrückt und wir fuhren schweigend zurück ins Guest House.

Ich fragte sie, was mit ihr los sei. „Mem not like me!“ Das war ihre einzige Bemerkung dazu. Joys Stimmung war gedrückt und sie wirkte nachdenklich. Vermutlich war es ein Fehler, die Beiden zusammenzubringen. Aber ich konnte es jetzt nicht mehr ändern. In dieser Nacht gingen wir einfach nur schlafen.

Am nächsten Morgen wurde ich durch das Klingeln des Telefons geweckt. Obwohl wir für Pattaya recht früh schlafen gegangen sind, wunderte mich, dass ich nicht eher aufgewacht bin, es war schon fast 10 Uhr Morgens. Mem war am Telefon und sie kündigte an, in 45 Minuten bei mir zu sein. Joys Laune hatte sich etwas gebessert. Sie hatte mitbekommen, dass Mem gleich kommen würde. „Darling, I go for my shop, I take your cloth for washing. You can call me when you have time.“ Ich stimmte ihr zu, es war wohl vorerst die Beste Lösung, dass sich die Beiden aus dem Weg gingen. Kurz nachdem Joy weg war, traf Mem bei mir ein. Als erstes musste ich meinen Flug bei der Etihad umbuchen. Ich rief die Nummer des Büros in Bangkok an. Normalerweise war es kein Problem, so eine Umbuchung telefonisch vorzunehmen. Ich erschrak allerdings, als ich über die telefonische Ansage erfuhr, dass das Büro samstags geschlossen sei und ich außerhalb der Geschäftszeiten anriefe. Jetzt hatte ich ein Problem. Wie in drei Teufels Namen sollte ich mein Ticket umbuchen. Ich hätte noch die Möglichkeit, zum Airport zu fahren aber das wäre ziemlich zeitaufwändig gewesen. Ich schaute im Internet nach der Nummer der Hauptniederlassung in Abu Dhabi. Dort hoffte ich auch heute jemanden zu erreichen. Ich checkte mein Guthaben auf meiner Sim-Karte und beschloss, sie vor dem Anruf noch einmal mit 200 Baht aufzuladen. Ich wählte die angegebene Nummer und es dauerte nicht lange bis mein Telefonat angenommen wurde. Ich erklärte den Grund für meinen Anruf und dass ich eine Umbuchung vornehmen wolle.. nach einem kurzen Statement der Dame am anderen Ende der Leitung befand ich mich plötzlich in einer Warteschleife. Ich verfluchte meine Nachlässigkeit, dass ich die Umbuchung nicht schon am Freitag vorgenommen habe. Während mich mein Telefon in Minutenabständen davon in Kenntnis setzte, dass sich die Sim-Karte mit jedem Ton kontinuierlich leerte, spürte ich innerlich, dass dieses Telefonat nach Abu Dhabi nicht den gewünschten Erfolg bringen würde. Es schien schier endlose Minuten zu dauern, bis sich wieder jemand meldete. Diesmal war ich richtig verbunden. Ich schilderte mein Problem und wies die Dame auch darauf hin, dass mein Guthaben vermutlich gleich aufgebraucht sein würde und bat sie, die Umbuchung in jedem Fall vorzunehmen. Ich gab alle erforderlichen Daten durch und drückte mir innerlich die Daumen, dass es noch klappen würde. „One moment please, Sir, I …pip…will look … pip … what I … pip … can do for …pip .. pip .. pip. Dann war die Verbindung weg. Mein Guthaben war aufgebraucht und ich hoffte inständig, dass es geklappt haben möge. Ich wusste, dass ich auf einem schmalen Grat wanderte und es durchaus Komplikationen geben könnte. Jedenfalls hatte ich für Montagmorgen einen Pflichttermin in Bangkok. Bevor ich etwas für Mem tun würde, hatte ich die Niederlassung der Etihad in Bangkok aufzusuchen. Glücklicherweise lagen die Dänische Botschaft und das Office der Etihad nicht allzu weit auseinander. Eigentlich hatte ich gehofft, den Termin beim Arzt umgehen zu können. Aber durch meine Nachlässigkeit bezüglich der Umbuchung war dies nun ebenfalls ein Pflichttermin. Ich musste als Argumentationshilfe bei der Umbuchung zumindest eine Bescheinigung vorlegen, die mir Flugunfähigkeit testierte. Ich erklärte Mem die Problematik und wir beschlossen, erst einmal zur Loma Klinik zu fahren. Ich fragte Mem, wie ich mich verhalten solle. Ich hatte eigentlich vor, gegenüber dem Doktor Klartext zu sprechen. Aber Mem schüttelte nur den Kopf und sagte, ich solle ihm nur sagen dass mein Ohr weh tut. Sie würde mir den entsprechenden Support geben. So ganz wohl fühlte ich mich nicht in meiner Haut. Aber ich wägte ab, einmal einem Arzt nicht die ganze Wahrheit zu sagen würde mit Sicherheit kostengünstiger sein, als ein neues Ticket kaufen zu müssen.

Die Loma Klinik war eigentlich keine Klinik in dem Sinne, was man sich in Deutschland unter einer Klinik vorstellte. Es war eine Praxis ganz auf Thais ausgelegt, die mit kleinen und großen Wehwehchen ankamen oder sich einem Bluttest zu unterziehen. Es war nur eine junge Frau als Patientin anwesend. Mem erklärte der Sprechstundenhilfe, weshalb wir gekommen sind. Sie bat mich, einen Anmeldezettel auszufüllen, was ich mit Mems Hilfe schnell erledigt hatte. Sie bat uns, solange Platz zu nehmen, bis der Doktor uns aufrufen würde. Zuerst kam die junge Frau dran und es dauerte dann noch 10 Minuten, bis ich aufgerufen wurde. Ich erzählte dem Doktor von meinem Ohrleiden, meinte, dass ich das wohl vom Tauchen bekommen hätte. Er schaute kurz in mein Ohr, nickte nur bestätigend und fragte: „How long do you think you need to recover?“ In diesem Moment hätte ich Mem knutschen können. „I think, I will be fit next Friday.“ Er schüttelte mir mit einem amüsierten Lächeln die Hand und verabschiedete mich. Es kam wohl nicht allzu häufig vor, dass Farang seine Praxis aufsuchten. Aber vielleicht täuschte ich mich da. Wir gingen zur Sprechstundenhilfe. Sie packte mir die Medikamente zusammen, die ich nicht brauchte und gab mir einen vom Doktor geschriebenen, unterzeichneten und abgestempelten Zettel, der mir eine Genesungsperiode bis zum kommenden Feitag bescheinigte. Ein Problem hatte ich gelöst. Nun ging es darum, mich mit der Planung für den Montag auseinanderzusetzen. Ich schaute zu Mem und für einen Moment bemerkte ich die Nachdenklichkeit in ihrem Gesicht. Wir fuhren zurück ins Guest House. Ich fragte Mem, was denn los sei. „Puchong, I want to know something about you and Joy.“ Ich war überrascht. Mit diesem Thema hatte ich jetzt nicht gerechnet. „Okay, ask me.“ „But you must promise me, to tell me the truth!“ Ich schaute sie etwas verwundert an und versprach es ihr. „Did you sleep with Joy? Ich war etwas überascht über diese Frage. Wäre unsere Beziehung zueinander nicht so innig, niemals hätte sie es gewagt, eine solche Frage zu stellen. Aber auch unter diesen Umständen hatte es sie Überwindung gekostet, mir diese Frage zu stellen. Sie musste in höchster Sorge sein oder zumindest äußerst beunruhigt über das, was sie gesehen und gefühlt hatte. Ich hatte Aufrichtigkeit versprochen und so beantwortete ich ihre Frage wahrheitsgemäß. „Yes, from time to time I sleep with her, but not to much.“ Und damit sprach ich nicht einmal die Unwahrheit. Joy und ich bevorzugten andere Möglichkeiten, Spaß miteinander zu haben. Ich hatte meine Probleme mit Kondomen. Und so bevorzugte ich oralen Sex und Joy ging darauf ein. Natürlich erzählte ich keine Details, das wollte ich Mem nun nicht zumuten. „Puchong, I feel something. I am worried, that you check out my sister. I see, that you give kisses fpor Joy and that you hold her. You fall in love with her. And what you do is also not good form e. What will my friends think abot you and me when you kiss another lady. They know that you are married with my sister.“

Oops, dass hatte gesessen. Und je mehr mir Mems Worte in mein Bewusstsein drangen, desto deutlicher wurde mir, dass sie recht hatte und ich, der ich doch eigentlich hätte wissen sollen, was sich gehört und nicht, bin offenen Auges in ein verdammt großes Fettnäpfchen getreten. Ich entschuldigte mich bei Mem, versicherte ihr, dass es nicht mehr vorkommen würde und untermauerte, dass ich mich nicht in Joy verliebt hätte und ihretwegen keinesfalls meine Frau verlassen würde. You fall in love with her!“ Es war ihr abschließender Kommentar zu meinem letzten Statement. Und bis zu einem gewissen Punkt hatte sie wohl auch recht. Die Empathie von Frauen ist wohl der ihrer männlichen Gegenüber etwas ausgeprägter und Frauen scheinen mehr mitzubekommen als Männer. Und ich musste letztendlich eingestehen, dass mich die Liebe gestreift hatte. Ich hielt die Situation für mich allerdings nicht für kritisch, glaubte einfach nicht, dass ich mich gefühlsmäßig derart verirren würde, dass ich damit meine Ehe und letztendlich zwangsläufig meine Familie auf Spiel setzen würde. Ich beschloss, mich in Zukunft, wenn wir Drei denn überhaupt noch einmal zusammen ausgehen sollten, mich zurückzuhalten.
 
Es war nun aber an der Zeit, die anstehenden Probleme anzugehen. Ich besprach mit Mem die weitere Vorgehensweise und wir beschlossen, am Sonntag zusammen nach Bangkok zu fahren. In Anbetracht der Wege, die wir zu erledigen hatten, war es definitiv angebracht. Die Botschaften hatten festgelegte Zeiten für den Publikumsverkehr und die waren in der Regel morgens. Der erste Weg sollte allerdings zum Office der Etihad führen. Ich wollte Gewissheit über meine Umbuchung haben. Eine email an meinen Arbeitgeber inklusive der Kopie meiner Krankmeldung mit dem speziellen Hinweis auf meine Mittelohrentzündung war schnell abgesetzt. Den Scan habe ich auf dem Weg zum Guest House in einem der zahlreichen Internet Cafes machen lassen. Nachdem wir einig waren, verabschiedete sich Mem. Wir würden uns am Sonntagnachmittag wiedersehen. Geplant war unsere Fahrt nach Bangkok für etwa 16 Uhr. Ich brachte Mem noch nach unten und wir verabschiedeten uns.

Ich machte mich frisch und ging dann hinüber zu Joy in die Massage. Sie war gerade mit einem Kunden fertig, der mit einem glückseligen Ausdruck im Gesicht in Richtung Beach Road verschwand. Joy sah mich, lächelte, wie mir schien, etwas verschämt und kam zu mir. „Are you okay with Mem?“ Ihre Frage überraschte mich etwas. Ich erzählte ihr, was wir gemacht hatten und eröffnete ihr, dass ich eine Woche verlängert hätte und erst am kommenden Samstag nach Deutschland fliegen würde. Ich wollte mit Joy in Ruhe reden und bat sie, mitzukommen. Ich bemerkte den grimmigen Blick ihrer Chefin. Ihr passte es überhaupt nicht, dass ich Joy permanent von der Arbeit abzog. Wortlos drückte ich ihr 300 Baht in die Hand, lächelte sie herzlich an und bedankte mich für ihr Verständnis und sagte ihr, dass sie ein gutes Herz ob ihres großen Verständnisses für unsere Situation habe. Joy hatte ihre Sachen stets griffbereit und weinig später waren wir zurück im Guest House. Ich erklärte Joy die Situation und fragte sie, ob sie Lust hätte, mit uns nach Bangkok zu kommen. Sie verneinte vehement, sagte, dass sie kein gutes Gefühl habe, mit Mem und mir zusammen nach Bangkok zu fahren. Ich hatte es eigentlich gewusst, wie die Antwort ausfallen würde, aber es war mir wichtig, ihr das Angebot zu machen. „Don´t worry, Puchong, you go with Mem to Bangkok, I will go work.“ Nun, mir war schon klar, dass sie nicht Däumchen drehend in der Bude hocken würde um auf mich zu warten. Mir war es Recht, dass sie arbeiten ging, es machte mir nichts aus. Es war ihr Business und sie hatte meinetwegen auf nicht unerhebliche Umsätze verzichtet. Ich schätzte die Offenheit unseres Umgangs miteinander. Aber trotz Allem war die Stimmung zwischen uns etwas gedrückt.
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Für den Rest des Tages und den Abend ließen wir Fünfe gerade sein, gingen essen, Billard spielen und ließen den Abend auf der Walking Street ausklingen. Wir schliefen wieder, wie so häufig, bis Mittags. Wie schon am Abend zuvor stand Joy nicht der Kopf nach Sex und auch mir ging es ähnlich. Nach unserem Frühstück, auch wenn es eigentlich für die Tageszeit nicht mehr ganz statthaft war, es als solches zu bezeichnen, kümmerte Joy sich um meine Sachen, die sie zum Waschen gegeben hatte. Nun gut, viel hatte ich nicht mitzunehmen. Mem hatte sich für 15 Uhr angekündigt und Joy verabschiedete sich kurz vorher.

Es war, als hätten sich beide bezüglich des Timings miteinander verständigt. Es vergingen keine 5 Minute als es an der Tür klopfte. Ich öffnete und wie nicht anders zu erwarten, stand Mem vor der Tür. Ich nahm ihren wachsamen und auch neugierigen Blick war, mit dem sie an mir vorbeilugte. „You stay alone?“ „Yes, Joy is gone already.“ Mem ging an mir vorbei und setzte sich aufs Bett nicht ohne einen letzten, vergewissernden Blick ins Bad zu werfen. Ich nahm es kommentarlos, hin. Mem Hatte nur eine kleine Reisetasche und eine Handtasche dabei. Ich hatte meine Sachen schnell zusammengepackt. Wir verließen das Guest House und ich winkte zwei Motorbike-Fahrern zu: „Moto Cike, song kann!“ rief ich ihnen zu. Zwei Fahrer kamen zu uns und nachdem wir uns die Helme aufgesetzt hatten, fuhren wir zum Aircon Bus Terminal an der Nord-Pattaya Road. Eile war nicht geboten, die Busse fuhren im 20-minuten Takt. Eine knappe halbe Stunde später befanden wir uns auf dem Weg in Richtung Bangkok. Im Bus fiel mir Mems Unruhe auf. „Mem, kid arei?“ (Woran denkst du?). Puchong, I am worried that I don´t get a visa. You promised me to help me, sure?“ Ich versicherte ihr noch einmal, dass ich ihr helfen würde. Ich hatte meine Bankbücher dabei und würde dafür sorgen, dass die Voraussetzungen für ihren Visa-Antrag bei der Dänischen Botschaft erfüllt würden. Nach meinen Worten wirkte Mem beruhigt. Mir persönlich war ihre Unsicherheit bezüglich meiner zugesagten Hilfe unverständlich. Auch wenn es zwischen uns manchmal nicht ganz rund lief, waren wir Familie und würden zusammenhalten. Das sollte sic mittlerweile eigentlich begriffen und auch verinnerlicht haben.

Mem schien müde zu sein, Die Monotonie der Busfahrt ließ sie eindösen. Ihr Kopf lehnte sich an meine Schulter. Die Ruhe ließ mich ebenfalls etwas müde werden und ich schloss meine Augen. Ich erwachte, als ich diesen mir nur allzu bekannten harten Druck in meiner Hose spürte. Ich hatte mich während meines kurzen Schlummers entspannt und in dieser Folge eine stattliche Erektion bekommen. Aber etwas war doch anders. Es lastete ein weiterer Druck auf meinen Shorts. Ich öffnete die Augen. Mem döste immer noch. Allerdings war ihr Arm von der kurzen Lehne auf meinen Oberschenkel gerutscht und ihre Hand lag jetzt genau dort, wo ich es besonders sensibel spürte. Ich benötigte einige Sekunden, um diese Situation für mich zu realisieren. Ich war hin- und hergerissen zwischen dem angenehmen Gefühl, den ihre unbewusste Berührung mit sich brachte und dem Impuls, ihre Hand vorsichtig zur Seite zu legen. Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie dabei aufwachen würde? Ich schaute aus dem Fenster. Wir hatten gerade den Airport passiert und der Bus würde gleich den Bangna-Express-Way verlassen um die ersten Passagiere in Bangna aussteigen zu lassen. Mem würde dann sicherlich aufwachen und sich in dieser zweifelhaften Position wiederfinden. Wie würde sie reagieren? Ich wusste es nicht. Ich entschloss mich, es nicht soweit kommen zu lassen. Ich wollte gerade nach ihrer Hand fassen, als sie sich bewegte. Sie drehte ihren Oberkörper leicht und ihre Hand zog sich dabei zurück. Ein wohliger Schauer lief über meinen Rücken, verursacht durch diese reibende Bewegung an meinem Steifen. Sie hob scheinbar unbewusst ihre Hand und legte sie zurück auf die Armlehne. Ich saß für einige Sekunden da, unfähig mich zu bewegen, versuchte zu realisieren, was da gerade passiert war. War es Absicht von Mem oder Zufall? Spielte sie ein Spiel mit mir und dem Feuer? Wollte ich es oder wollte ich es nicht? Fragen durchströmten mich, die mich etwas schwanken ließen. Ich kam nicht umhin, mir einzugestehen, dass ich mittlerweile ein heimliches Verlangen verspürte. Mem war attraktiv und ich war ein Mann. Aber Mem war auch meine Schwägerin, die Schwester meiner geliebten Frau. Ich dachte an meine Familie, meine Frau, meine beiden Enkelkinder und meine Mom und die Konsequenzen die sich aus einem solchen von primitiver Libido gesteuerten Verhaltens ergeben würde. Schnell hatte ich mich wieder gefasst, aber meine Libido war nach wie vor aufgewühlt was sich auch darin ausdrückte, dass meine Erektion nicht vollständig abklang. Ich hoffte inständigst, dass ich standhaft bleiben würde.

Wir waren mittlerweile an der Kreuzung etwas oberhalb von Bitec angekommen. War diese Kreuzung bis vor einiger Zeit noch ein Nadelöhr für den Verkehr von und nach Bangkok hinein, sah es mittlerweile etwas anders aus. Ein Flyover entlastete die Kreuzung bezüglich des Verkehrs, der in die Sukhumvit hinein wollte. Wir hatten gut daran getan, an einem Sonntag nach Bangkok zu fahren. Sonntags war der Verkehr nicht ganz so schlimm wie an den Werktagen. Auch, dass der Elevated Skytrain mittlerweile ausgebaut war und über Bangna hinaus führte, brachte zumindest für die Pendler in diesem Viertel Vorteile. Ich fragte mich schon oft, wie lange es wohl noch dauern würde, bis die Busunternehmen den Entschluss fassen würden, den Eastern Bus Terminal nach Bangna zu verlegen. Mit dem Skytrain als Zubringer wäre es kein Problem, die Passagiere dorthin zu befördern. Von anderen Punkten Bangkoks wäre Bangna recht einfach mit dem Taxi über den Express-Way zu erreichen. Wenn man bedenkt, dass gerade dieses kurze Stück von Ekamai bis nach Bangna oftmals eine halbe Stunde Zeit mit dem Bus kostet, wäre das durchaus eine praktikable Lösung. Noch im letzten Jahr endete der Skytrain in On Nut. Das war auch zugleich unser nächster Stop. Mem und ich nutzten die Gelegenheit und verließen den Bus an dieser Station. Wir würden allemal schneller mit dem Skytrain an der Station Phrom Phong sein, als wenn wir bis Ekamei, der Endstation des Aircon Bus, durchfahren würden. Knapp 20 Minuten später erreichten wir das Honey House. Das Zimmer hatte ich vorher schon telefonisch avisiert und da man sowohl mich als auch Mem bereits kannte, verlief der Check-In ohne die übliche Kontrolle der Id-Card von Mem. Wir waren beide hungrig, machten uns frisch und beschlossen, irgendwo an der Sukhumvit etwas zu essen. Die Sonne war bei unserem Eintreffen gerade untergegangen. Mittlerweile war die Nacht erhellt durch Neonreklamen, das Treiben hatte gegenüber dem Shopping-Treiben tagsüber eine andere Qualität angenommen. Zwar schlossen die Shopping Malls auch erst gegen 22 Uhr. Aber sie waren um diese Zeit mehr Treffpunkt der flaniersüchtigen Jugend Bangkoks als Ziel westlicher Touristen, die sich eh nur schwer von ihren Gewohnheiten der üblichen Shoppingzeiten in ihrer Heimat lösen konnten.
 
Danke, danke, es macht mir halt Spaß zu schreiben.
 
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