Pattaya Sweet Home Pattaya

Genau das wollte ich auch gerade fragen! Also?
 
Ohne mich!

21.01.20 - Heute im BonCafé ging einer an mir vorbei, der von Kleidung und Blick her ein bisschen heller aussah als die meisten. Außerdem bestellte er das gleiche, was ich hatte, nämlich das:

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Als er aufgegessen hatte, drehte ich mich zu ihm um und sagte auf gut Glück (wusste ja nicht, woher er kommt:( „Interessieren Sie sich für Astronomie?“ Er natürlich irritiert, und ich musste meine Frage wiederholen, aber er war Deutscher, wie vermutet (leben ja viele in Naklua). Er sagte: „Nein, ich nehme das Leben wie es kommt.“ Die übliche Verwechselung: Er dachte, ich meine Astrologie. Aber das hieß auch, er interessiert sich nicht für Astronomie, denn Leute, die das tun, kennen den Unterschied. Er habe ein Leben lang mit Gastronomie zu tun gehabt, sagte er. In der Tat, welch große Ähnlichkeit der Wörter, und wie unterschiedlich das Thema. Er interessiere sich für die Börse. Ach herrje, noch einer. Klar, alle möchten schlau sein und große Gewinne machen, vor allem die, die schon viel haben. Ich wünsche viel Glück, aber ohne mich.

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Kunstvolle Frisur, aber ihn habe ich nicht gefragt, ob er sich für Astronomie interessiert.
 
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ein Tüpflischisser

Haha ... schönes Wort, also das, was wir einen Klugscheißer nennen, ja? Aber du hast ja recht, so steht es da. Ein Foto von einer Frau mit Glatze und verlängerten Schamhaaren wäre jetzt schön zur Illustration.
 
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Schuldgefühle​


22.1.20 – Ich weiß ja, was dabei rauskommt, wenn ich mich in einer Bar wie der von Porn bei Tageslicht genauer umschaue. Es ist lustig. Aber gestern wusste ich einen Moment lang nicht, ob ich es lustig oder gruselig finden soll. Nicht nur Tische und Stühle, auch alles andere, die Decke, der Tresen, auch die Ladys, stehen kurz vor dem Verfall. Das wird nur noch notdürftig mit Klebeband und Make up zusammen gehalten. Allein wäre ich da nie rein gegangen. Aber Marc hat anscheinend ein Faible für schlecht besuchte Bars. Wir waren die einzigen Gäste, und ich dachte, wir waren es wahrscheinlich auch für den ganzen Tag, was neben dem Grusel noch ein Gefühl von Mitleid in mir erzeugte. Aber gestern war die Bar voll. Nicht bis auf den letzten Platz, aber gut besucht. Und Porn sagte, die Lady, die mir die älteste und hässlichste ist, habe drei Falangs, die ihr jeden Monat Geld schicken. Kann das sein?, dachte ich. Nehmen wir an, es stimmt, was kann einen Mann bewegen, ihr Geld zu schicken? Schuldgefühle. Es sind die Schuldgefühle gegenüber der Frau, die uns unsere Mütter von Kind an eingeimpft haben. Nehme ich an.


Auf der Suche nach Neuem in ein Restaurant an der Beach Road gegangen, ich glaube, es heißt Beach Front. Es hat eine kleine, hübsche Kellnerin mit perfektem Körper. Ich aß Gemüse mit Schwein in Peffersoße. Ohne Reis für 185 Bath. Es ist wohl nur als Beilage gedacht. Selbst ich wurde davon nicht satt, so konnte ich mir danach Kaffee und Kuchen im BonCafè für 120 leisten (nicht geldlich, sondern figürlich).


Porn in ihrer Bar. Normal trägt sie nur schwarz. Weil ich gestern sagte, ich mags lieber farbig, hat sie sich extra für mich schön gemacht. Und sie lässt das Gras in ihrem Garten wachsen. Sie erzählte mir, wie ihre Freundin sie angelernt hat. Sie habe ihr gesagt, alle Farangs lügen. Wenn sie sagen, sie kommen morgen wieder in die Bar, solle sie das sofort vergessen. Ich sagte, dasselbe sagen die Farangs über Bargirls, alle lügen. Sie sagen, sie hatten eine Woche keinen Kunden und sind mit der Miete in Rückstand. In Wirklichkeit kommen sie gerade zurück von einer Short Time, und 3 Farangs schicken Geld, und keiner weiß vom anderen.


Inder. Der eine las dem anderen vor. Als ich ankam, las er, als ich ging, las er immer noch. Eine ganze Stunde lang durfte ich mir das Gesabbel anhören. Nachher fiel mir ein, ich hätte doch fragen können, um was für einen Text es sich handelte, vielleicht über Astronomie. Waren die Inder nicht auch auf dem Mond inzwischen?
 
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Hampelmännisch

23.1.20 – Mittags beim Frühstück im Central treffe ich oft einen Deutschen in meinem Alter. Er isst immer Thunfisch aus der Dose. Seine Thaifreundin muss ihn stützen, er hatte vor paar Jahren einen Unfall. Vor kurzem ist er gefallen und hat sich den linken Arm gebrochen, der nun operiert werden muss. Gestern erzählte er von einem Bekannten, der in den 80ern aus der DDR nach Thailand geflohen war und von 400 € monatlich leben musste. Weil es ihm so gut gefiel, blieb er illegal, was lange Zeit nicht auffiel. Schließlich wurde er abgeschoben mit Einreiseverbot, schaffte es aber irgendwie doch wieder nach Thailand. Das wiederholte sich mehrmals. Ich sagte, das sei doch ein beschissenes Leben mit 400 € und immer die Angst im Nacken aufzufallen. Da lebe es sich mit Hartz4 doch bequemer in Deutschland. Er ganz empört, er könne den verstehen, er wolle auch nie wieder zurück nach Deutschland. Unter anderem weil man in Deutschland keine Wohnung bekomme. Ich hingegen glaube, es bedarf einer besonderen psychischen Verfassung, wenn man so lebt, Masochismus beispielsweise.

Bei solchen Gesprächen wundert mich, dass mir nicht mal ein bisschen recht gegeben wird. Das muss an meiner Ausstrahlung liegen, ich wirke auf andere wie das Gegenteil von charismatisch. Was ist das? Hampelmännisch? Ich muss mich mal beim Reden filmen lassen, dann werde ich sehen, was ich falsch mache. Vielleicht muss ich grimmiger gucken oder die Stimme senken. Oder ich höre auf, Leute anzuquatschen. Irgendwann sehe ich sie vor mir davon laufen: Da kommt er wieder …
 
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Ein Trümmerteil auf dem Teller?

23.1.20 – Weil mein schweizer Kumpel zum Frühstück so gern in die Kilkenny Bar geht, habe ich das heute auch gemacht. Bin zum ersten Mal Mittags hier, und statt Lärm und Gedränge hat es plötzlich eine Dorfatmosphäre. Darum bin ich lange da sitzen geblieben. Es stinkt trotzdem. Nach was? Ich glaube, ich saß am Ausgang der Küche. Jedenfalls ist das Geruchsvermögen des Trockennasenaffen nur schwach entwickelt. Die dralle Kellnerin lächelte mich verführerisch an. Ja, ich hätte schon Lust, aber … schau dir mal meinen Ham an.

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Das Frühstück? Naja, geht so. Eine Speckschwarte, die aussieht wie ein Trümmerteil aus dem Kuipergürtel …
 
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Prima und saublöde

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24.1.20 – Porn hatte gestern Nacht einen Kunden, kaum älter als sie. Als sie unter der Dusche standen, fing er an zu heulen. Nach einer OP könne er nie wieder BoomBoom, sagte er, sein Schwanz werde nicht mehr steif, da ginge nichts mehr, auch kein Samenerguss. Die beiden konnten also nur schmusen und sich befingern. Dafür habe er ihr 5000 Bath gegeben. Für heute Nacht hat sie schon einer gebucht, er zahlt das Übliche: 1500 plus Barfine. Eine Freundin zu haben, die ständig mit anderen Männern ins Bett geht und mir davon erzählt, finde ich prima, kenne ich von früher, eine meiner Ehefrauen machte das auch, bekam nur kein Geld dafür.

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Badeurlaub machen und in Strandliegen abhängen fand ich schon immer saublöde. Aber genau das mache ich gerade. Immerhin weht da eine angenehme Brise, die mal nicht von einem Ventilator erzeugt wird.
 
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Ich gehe erst am Mittag frühstücken, da versäume ich wie so viele fast den ganzen Tag. Hört sich ja an wie mein Leben zu Hause.

Denn aktuell unterscheidet sich mein Leben hier kaum von dem in Deutschland. Nur dass ich hier fürs Essen bezahlen muss. Na gut, der Ausblick aus meinem Fenster ist ein bisschen anders, und ich sehe öfters leicht bekleidete Girls … Schön, dass wenigstens ein paar dralle und lachende Mädchen dieses Leben verschönern.

Denn zu Hause habe ich das nicht.
 
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