Indien Über Umwege zu Jay Jagannath und wieder zurück

Wenn es wirklich ein Highlight in der Region gibt, dann ist es sicherlich Bhubaneswar, weil es für den Hinduismus eine besonders wichtige Destination ist. Wer einen passenden Reiseführer dabei hat oder im Internet recherchiert, wird schnell merken, dass dieser Ort ein neuralgischer Punkt in der Geschichte des Hinduismus ist.

Indien wäre, so habe ich es erfahren, unter dem Herrscher Ashoka beinahe vollständig buddhistisch geworden. Doch durch eine Renaissance des Hinduismus um etwa das Jahr 700, die gerade hier ihren Anfang nahm, wurde Indien schließlich wieder überwiegend hinduistisch.

Diesen Sieg der hinduistischen Lehre über den Buddhismus kann man auch an den vielen Tempeln in Bhubaneswar sehen, besonders am Lingaraja Tempel. Dieser ist für Ausländer nicht betretbar, konnte jedoch von einer Plattform außerhalb des Tempels eingesehen werden.

An der Spitze des Lingaraja Tempels ist häufig ein Löwe zu sehen, der einen Elefanten besiegt. Dieses Motiv steht symbolisch für die damalige Wiederauferstehung des Hinduismus.

Der Elefant steht dabei für den Buddhismus, weil er an den Hinterfüßen vier Zehen hat. Diese vier Zehen symbolisieren die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus, die Buddha nach seiner Erleuchtung verkündet haben soll. Dass der Löwe als Symbol des Hinduismus über dem Elefanten steht, ist somit ein deutliches Zeichen dieses Sieges.

Lässt man diese Symbole beiseite, gibt es noch eine weitere wichtige Erzählung aus den Tempeln von Odisha: Man sagt dort, dass die Götter in den Tempeln noch immer lebendig seien. Wir hatten im Kapitel über Rajasthan bereits die einzelnen Kasten besprochen, und ein hinduistischer Tempel spiegelt diese gesellschaftliche Ordnung wider.

Wenn man den Tempel betritt, geschieht dies zunächst durch den Eingangsbereich, der sinnbildlich für die unteren Kasten steht, also die Füße des Gottes. Man könnte dies auch mit den Unberührbaren gleichsetzen. Wenn man weiter in den Tempel vordringt, gelangt man symbolisch zu den Händlern, die den Bauch des Gottes darstellen. Danach folgen die Rajputen beziehungsweise die Kriegerkaste, sie sind die Hände des Gottes.

Der Kopf des Gottes und jener Teil, wo ein Abbild des Gottes als Statue zu sehen ist, zeigen, wem der Tempel gewidmet ist, und stehen für die oberste Kaste, jene der Brahmanen.

Weil die Legende besagt, dass in den Tempeln von Bhubaneswar die Götter immer noch am Leben sind, heißt es, man könne beim Besuch des Tempels dem leibhaftigen Gott direkt ins Antlitz sehen.

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Den Rest meiner Zeit in Odisha habe ich dem Konarktempel gewidmet, den man wunderbar mit einem Motorrad erreichen kann, das man in Puri ausleihen kann. So gelangt man auf eigene Faust dorthin.

Der Tempel an sich ist sicherlich herausragend, aber leider nicht mehr vollständig erhalten. Ich war damals natürlich gut versorgt mit Bhang aus dem Shop gegenüber meinem Hotel und habe eher genossen, dass ich durch die unberührte Landschaft düse und mich vom hektischen Europa sowie meinem Arbeitsleben im internationalen Projektgeschäft und dessen Anforderungen erhole, indem ich die Seele baumeln ließ und meinem Hobby, der Fotografie, frönte.

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In Puri habe ich damals zu meinen Hippie Zeiten 1992 Opium in government shops gekauft. Spannend, wie sich Zeiten ändern.
Also danach hatte ich eigentlich nicht gefragt und Angebotsliste gab es keine. Die Preise waren allerdings unschlagbar und das gleich gegenüber vom Hotel war komfortabel um die Hektik der großen Städte hinter mir zu lassen.
 
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