Nach einer ziemlich, kurz gefühlten Nacht klingelte noch vor 05:00 Uhr der Wecker. Nachdem ich mich hochrappelte, sah ich aus dem Fenster und bemerkte das schon mein Taxi bereit stand. Daher ich am Vortag schon gepackt hatte, verlor ich keine Zeit und machte mich auf dem Weg. Das Gasthaus stand zu dem Zeitpunkt noch leer (keiner an der Rezeption) und ich checkte mich mehr oder weniger selber aus. Ich liess den Schlüssel auf dem Bett liegen und bahnte mir meinen Weg durch den Hinterausgang. Kurz bevor ich die Tür hinter mir zuzog, überschlug ich alles nochmal das ich auch nichts vergessen hatte: schliesslich sperrte ich mich ja in dem Moment selber aus. Beim Taxi angekommen grüßte ich meinen Fahrer: natürlich waren auch schon (oder noch) um die Zeit LB´s in der Soi 6 zugange, von denen einer mich gleich mal „anbaggerte“. Ich hab nichts gesagt, nur gedacht das die eigentlich das Taxi sehen sollten und mich nicht mal auf dem Weg nach Hause in Ruhe lassen. Der Fahrer nahm mein Gepäck entgegen und eher ich mich versah, waren wir auch schon auf der Autobahn. Der Fahrer und ich unterhielten uns so über Alltagsprobleme (nicht über die Mädchen): ich meinte unter anderem das ich mich ziemlich schwer tat, mich in Pattaya zu orientieren wegen der fehlenden Strassenschilder. Wie geagt: wirklich nichts persönliches. Er merkte noch an, das mein Englisch ziemlich gut sei und man keinen Akzent hört. Viele seiner Kunden seien Deutsche und wenn die mit ihrem Englisch nicht weiter wüßten, redeten sie einfach auf deutsch weiter in der Hoffnung das er es versteht. Es war ziemlich lustig und ich meinte, das ich seit über zwanzig Jahren amerikanische Verwandte hätte und mit diesen in regelmäßigen Kontakt stehe: so bliebe einem gar nichts anderes übrig, als sein Englisch aufzufrischen. Zudem wusste ich, wie lächerlich es klingt wenn man als Deutscher mit Akzent Englisch spricht und ich habe mir es sehr früh abgewöhnt. Am Flughafen angekommen griff er sich mein einzigstes Gepäckstück aus dem Kofferraum, ich gab ihm noch etwas Tip, verabschiedete mich und ging Richtung Halle. Nachdem einchecken begab ich mich zur Abflughalle und wartete. Nach ca. zwei Stunden bemerkte ich über die Abflugsmonitore, das mein Emirates Flug nach Dubai verspätet eintreffen wird. Eine halbe Stunde später das amtliche Ergebnis: mit acht (!) Stunden Verzögerung würden wir erst starten. Später recherchierte ich im Flieger nach: mir wurde gesagt, dass der Flieger auf dem Weg von Dubai nach Bangkok einen Passagier hatte, der einen Herzinfarkt erlitt. Somit musste man in Indien notlanden. Shit happens. Also ging ich erstmal zum Emirates Terminal, daher ich wissen wollte wie es mit meinen Anschlussflieger von Dubai nach München aussah: würde ich ihn verpassen oder wird es eine Gratisnacht in Dubai geben? Am Terminal waren dann auch schon ziemlich viele Passagiere, die dieselben Fragen wie ich hatten. Ich stellte mich artig in die Schlange und wartete. Oberflächlich gesehen ein ziemliches Chaos: jeder maulte irgendwie rum, jeder war mit der Situation unzufrieden. Aber hätten sie was ändern können? NEIN, also Schnauze halten.
Je weiter ich nach vorne kam, desto deutlicher wurde die Lage. Die Empfangsdame am Schalter schien mir hektisch, aber nicht überfordert. Was nervte war die Situation, das sie bei jedem Passagier den sie bearbeitete, den Hörer in die Hand nahm und sich wohl über die Sitzpositionen informieren liess. Dieser Akt fiel anderen Passagieren auch auf und wenn man da mal so zwei, drei Stunden in der Schlange steht kommt man auch leichter ins Gespräch. So kam ich mit einem etwas jüngeren Mann (so um die 25) in Kontakt, der auch genau diese Situation monierte. Ich lachte und meinte, das sie wohl hier gerade in Praktikum absolviert und schlossen wetten ab, wann sie wohl zum heulen anfängt. So entstand ein lockerer Smalltalk, bis mir sein Umband vom Ausweis auffiel: die hatte einen weinroten Überzug genauso wie es bei deutschen Reisepässen der Fall ist. Ich fragte ihn, welchen Anschlussflug er hätte: er meinte erst Düsseldorf, dann Hamburg. Nur um sicher zu gehen, fragte ich ihn, wo er geboren sei: er wieder Hamburg. Ich meinte „ja dann können wir uns ja auch auf deutsch unterhalten“. Großes Gelächter und daher uns in Thailand nur noch Deutsche verstanden, gingen die Lästerattacken gegen die Mitreisenden weiter. Als mein Hamburger Freund nach gefühlten drei Stunden vor mir dran war, meinte ein Engländer hinter mir sich „beschweren“ zu müssen (er maulte die Dame am Schalter an). Ich drehte mich und und ging ungewollt auf Konfrontationskurs, das er doch einen Gang runterschalten solle und wir im gleichen Boot säßen. Jeder will hier weg und ich gab ihn zu verstehen, das keiner vergessen wird. Neben der jungen Dame am Schalter war eine weitere Dame, die sich nun zurückzog um wohl das Check In auf den wartenden Flieger durchzuführen. Ich meinte spaßeshalber zu meinem Hamburger Freund, das sie wohl jetzt Mittagspause hätte. Dann war meine Wenigkeit am Schalter: meine erste Frage war, ob ich meinen Anschlussflug in Dubai nach Dubai erwische: NEIN! Wird für eine Unterkunft gesorgt? JA! Naja wenigstens etwas. Nachdem sie mich eincheckte, wollte sie noch was wissen , ich aber zu ihr meinte das sie jetzt nicht reden soll, daher alle Fragen geklärt sind und hinter mir noch ca. zehn andere Personen warten, die abgefertigt werden wollen. Sie drückte mir dann kommentarlos einen Voucher für ein Früstück auf den BKK Flughafen in die Hand, wo ich mir auch dachte a) wir haben bereits Mittag und b) mein Flieger geht in zehn Minuten. Vielleicht kann ich ihn ja noch bei meinem nächsten Bangkok Flughafen Besuch einlösen? Nachdem ich abgefertigt wurde, ging ich in die Abflughalle. Dort sah ich meinen Hamburger Freund wieder, der sich freute einen Fensterplatz ergattert zu haben. Der hat es beim Check In richtig angelegt, das er am Fenster sitzen wollte. War wohl so ein Spleen. Nachdem betreten der Maschine bekamen wir Zettel in die Hand gedrückt, wo draufstand wann wir landen und in welches Hotel es anschließend geht. Ich suchte meinen Platz und querte dabei einen Bereich im Flieger: stand doch mein Hamburger Freund am Notausgang umringt von zwei Stewardessen mit einer richtig, bedrohlichen Körperhaltung, wo jeder US Sky Marshal im erst einmal bekanntschaft mit dem Fußboden hätte machen lassen. Ich fragte in später in Dubai im Hotel, was das für eine Aktion war und er meinte, das sein reservierter Platz von nem Araber mit seinem Harem in Besitz genommen worden wäre. Wie gesagt: der hat es auf seinen Fensterplatz richtig angelegt.
Nachdem wir in Dubai landeten, ging dieselbe Eincheck Zeremonie von vorne los, nur ging es diesmal um den Anschlussflug: mein Hamburger Freund zog an mir vorbei und meinte, das er bereits alles geregelt hätte (er rannte förmlich nach der Landung zum Emirates Schalter) und er mir ironischerweise viel Spaß beim anstellen wünschte. Ich meinte, das ich heute sowieso nichts mehr vorhätte und wir verabschiedeten uns. Da stand ich: über zweihundert Leute und zwei Schalter zur Verfügung. Jeder blieb cool, ausser so ne US Bitch die rumbrüllte, die sich ums verrecken nicht drauf einlassen wollte hier eine Nacht zu verbringen. Ich hätte der vorgeschlagen, das sie sich doch einen Lear Jet mieten könnte und mit einer lächerlichen sechstelligen Summe die Unkosten gedeckt wären. Das warten ging weiter und auch das Personal am Boden versuchte zügig voranzukommen. Ein Mitarbeiter, der die Schlange ordnete sah eine Gruppe von etwa drei Kinder neben mir und fragte mich, ob die zu mir gehören. Ich erschrocken „Hell no“ was zur allgemeinen Belustigung der restlichen Wartenden zur Kenntnis genommen wurde. Ich dachte mir, das ich nicht mal ne Freundin hätte, fragte aber trotzdem nach wenn ich mich der Kinder annehmen würde, ob das meine Chancen in der Schlange schneller voranzukommen, steigern würde. Mit einem Lachen des Mitarbeiters wurde dies logischerweise verneint. Als ich an der Reihe war, gab man mir einen Flug nach München für den nächsten Tag. Ich fragte, wie es denn mit meinem deutschen Bahnticket nach Hause aussehen würde, das ja jetzt auch verfallen würde. Man gab mir ein Beschwerdeformular, falls ich eine Rückerstattung in Betracht ziehen würde. Auf Nachfrage, wie ich zum Hotel komme, wurde mir versichert das alles geregelt wurde und Shuttlebusse rund um die Uhr eingesetzt werden, welches meine Frage auch gleich für den Rückflug beantwortete. Idiotensicher halt. Danach ging es dann zur „dubaischen“ Passkontrolle, wo ich kaum anstand. Der „nette“ Herr (natürlich in Volltracht) hinter dem Schalter meinte zu mir das ich doch für das Einreisefoto in die Kamera sehen sollte. Das tat ich auch, allerdings gab es dabei ein kleines Problem: bedauerlicherweise schiele ich leicht, wo eine Pupille aber nicht nach innen sondern nach aussen geht. Das wurde bereits zweimal via OP behoben, also es sieht nicht mehr so schlimm aus wie vorher. Mit dem sehen habe ich kein Problem, aber wenn von mir Fotos gemacht werden, dann sieht man eben das ein Auge nach aussen „wandert“. Besonders wenn die Kamera sehr nahe dran ist und in dem Fall war sie 10 cm vor meinem Gesicht. „LOOK IN THE CAMERA“ kam die Aufforderung schon mit einer festeren Stimmlage. Mache ich Chef, nur kann ich leider nur ein Auge in die Linse sehen lassen. Nur wollte ich jetzt nicht den Klugscheisser raushängen lassen (wusste nicht genau, wie es bei denen mit der Todesstrafe aussah) mal davon abgesehen das mein arabisch genauso wie mein thai ziemlich mies ist. Im Grunde genommen: nicht vorhanden! Um nicht weiter zu „provozieren“ hab ich einfach weiter in die Kamera gesehen, bis die Aufforderung „Chin up“ kam. Danach gab es den Stempel in den Pass und weiter gings zum Shuttle Bus. Als ich raus ging, bin ich gegen eine Wand von 50 Grad Celsius gelaufen. Respekt der unter solchen Wetterbedingungen leben kann. Im Hotel angekommen ging alles von selbst: Check In, schönes Zimmer mit noch schöneren Waschraum (vom Luxus her würde es sowas in Deutschland für 90 Euro pro Nacht geben), leider kein Gratis Internet. Ich wollte aber eh nicht zu sesshaft werden und ging schnell noch was Essen. Man kann sagen was man will, aber Intercontinental Buffets sind weltweit gleich abstoßend. Das Essen ist gut, aber die Menschenmasse die sich darum rudelt: ich weiss schon, warum ich keinen Pauschalurlaub aus dem Reisebüro beziehe. Beim Essen traf ich noch meinen Hamburger Freund, der mich über die Flugzeug Situation aufklärte und zusätzlich meinte, das es im Hotel noch einen Pool gebe. Allerdings wollte ich nur noch schnell ins Bett, daher ich sehr müde war (was daran lag, das ich in Flugzeugen nicht schlafen kann). Am nächsten morgen frisch ausgeschlafen ging es direkt via Shuttlebus zum Airport. Im Bus selber bin ich auf eine amerikanische Wandergruppe getroffen. Ich habe nur kurz gefragt, wo sie herkommen. Irgendwie scheine ich aber den Eindruck gemacht zu haben, das es mich auch interessiert, wo sie im Urlaub waren. Sie texteten mich dann zu, das sie (kein Flachs) in Uganda eine Kirche (die hatten sogar einen Pfarrer dabei) gebaut hätten. Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt den Christen zu sagen, was ich so im Urlaub getrieben habe.^^
Ziemlich detailarm ging es dann in den Flieger Richtung München. Zurück in Deutschland erstmal ein Bahnticket gezogen, aber eines der billigen Kategorie (Bundesland): nicht nonstop, sondern so eines wo man sämtliche Bahnhöfe abklappert. Dann kann so eine Strecke von 120 km nach Hause schonmal zwei Stunden dauern. Dafür ist es halt dann auch billiger. Aber ich hatte nur ein Gepäckstück und so war die Regionalbahn kein Problem. An meinem Endbahnhof angelangt war eines meiner beiden Elternteile so nett, mich nach Hause zu fahren.