Thailand Zwischen Euphorie und Abgrund --- ab morgen ändere ich was

@eintakter Das Zeitfenster war ja etwas klein. :D

@AndreasT Das dauert nur etwas länger, da ihr auf der falschen Rheinseite noch telegraphische Übertragungen habt. :atze:

@docm.utz Der Text ist doch wieder länger geworden als gedacht. Ich empfehle Popcorn XXL und mind. ein Sixpack :wink0:

@carradine Muss selber manchmal schmunzeln, wenn ich Korrektur lese. :hehe:

@mayuri Oooh jaaa!! Bin bestimmt Linsen-Legastheniker. :jil:
 
@alfi Dann lies mal brav weiter mit. :strei:

@Jackpot Mein Privatleben geht Dich gar nix an !! :iro2: Und ich mach mich jetzt an die Fortsetzung.

@Falco Sehr geil...kannte ich noch nicht...aber hast Recht. :lach1:
 
Angekommen:

Ich ging den Weg zurück, den sowohl das Taxi als auch mein persönlicher Chaffeur gefahren waren. An diesem kam ich vorbei. Er lächelte nach dem Motto "Jaja, von wegen "die nächsten Tage vielleicht". Willst Dir gleich noch n Girl abholen!". Nein, das wollte ich wirklich nicht. Dafür war ich doch zu sehr im Arsch.
An der linken Seite der Straße gehend, wie man es als braver Bürger Deutschlands gelernt hat, auf der Seite des Gegenverkehrs (jaaaa, ich weiß, das war nicht die Seite des Gegenverkehrs), kam ich an der "Bikini Bar" direkt am Strand vorbei. "Hmm, interessanter Name, aber keine Mädels? Dafür riecht es hier lecker nach Gegrilltem!" Ein paar Meter weiter Richtung Inselinnere sah ich dann das goldene M. Dort ist die Beach Road, das wusste ich. "Ok, die Beschreibungen im Netz haben wirklich nicht gelogen. Links aus dem Bett fallen --> Strand....rechts aus dem Bett fallen --> Beach Road"

An der Kreuzung sah ich rechter Hand schon einige eindeutig beleuchtete...ich nenne sie an dieser Stelle noch...Pavillons. "Nee, muss mich ja nicht direkt als Gaffer outen." Also bog ich links ab. (Wie bekloppt, aber ich war ja ein Frischling) Erstmal eine Kippe angemacht.

Hier ein Family Mart, da ein Restaurant, hier ein 7/11, da ein "seriös" wirkender Massagesalon (sah für mich wie eine Wellness-Kette aus), aber keine "Hey sexy man"-kreischenden Mädels vor oder in einer Bar...eigentlich überhaupt keine Bar, die nach den Bildern und Berichten im Forum aussah. Also weiter. Mittlerweile hatte ich aufgeraucht und scheute mich, die Kippe einfach auf den Boden zu schmeißen. "Aber wo zur Hölle ist hier mal ein Mülleimer?!" Somit den Resttabak abgedrückt und den Stinkstummel in die Hosentasche.

Irgendwann ging dann auch mal eine Straße rechts ab. "Aah, das da hinten sieht schon eher nach dem aus, was mir manchen Abend versüßen könnte!" Aus welchem Grund auch immer bin ich aber nicht abgebogen, wahrscheinlich das "großer Bruder nimmt den Kleinen zum ersten Mal in eine Stripbar"-Velegenheits-Syndrom oder ich wollte mich noch nicht "outen". (immer noch bekloppt) Als ich dann weitere Meter machte und wieder eine Straße abging, in der ich entsprechende Etablissements entdeckte, überwand ich mich doch. (Ihr denkt wahrscheinlich "was ein verklemmter Typ". Ich musste erstmal mit dem Ganzen warm werden). Auf Höhe der ersten Bar angekommen schallten schon die ersten "Hello"-Rufe. Ich schaute nur kurz rüber, lächelte und schüttelte den Kopf. Ich wollte an dem Abend auf keinen Fall den Eindruck erwecken, auf der Suche zu sein und Gafahr zu laufen, irgendwo hineingezogen zu werden.

So zog ich durch die Straße und wunderte mich doch, wie wenig in den Bars los war. Dass teilweise die Mädels auch völlig gelangweilt rumsaßen und keinerlei Interesse zeigten, hatte ich hier im Forum gelesen und überraschte mich dann auch nicht. Die Straße verlief weiter geradeaus und rechts ging auch ein Weg rein. Da ich meine Schüchternheit noch lange abgelegt haben sollte, bog ich rechts ab, um auch keiner Reizüberflutung zum Opfer zu fallen (im Nachhinein betrachtet, ist dort wohl die Gefahr um einiges geringer als in Pattaya, aber das wollte ich ja für meine "Entjungferung" auch). Ich schlenderte weiter, die Bars wurden nicht voller und ich wollte auch nicht in eine der leeren Bars. "Irgendwo muss doch mal ein Laden etwas voller sein, wo ich erstmal in der Masse untertauchen und das Treiben beobachten und studieren kann?!?" Gerade in Gedanken kam ich wieder an einer "Kreisch"-Bar vorbei. Ich schaute wieder nur kurz hin...völlig leer...5-6 Mädels am Winken und Rufen und eins davor am Tisch sitzend, den Kopf gesenkt. In dem Moment hob die Kleine, die als einzige nicht fuchtelte und still war, den Kopf, sah zu mir rüber und lächelte mich an. Unsere Blicke trafen sich und ich lächelte mit meiner besten George-Clooney-Imitation zurück. "Ui, was eine Süße!! Na, das ist doch mal was nach meinem Geschmack!" Die dumme Thailand-Jungfrau, sprich ich, ging weiter. Ich wollte ja eine vollere Bar finden. (immer noch bekloppt)

Nächste Kreuzung wieder rechts abgebogen, um kurz danach ohne Erfolg wieder auf der Beach Road zu landen. "Hmm, irgendwie sind grundsätzlich nicht gerade viele Touris unterwegs. Ist es schon alles vorbei? Oder ist das in der Nebensaison halt so?" Ich ging wieder zurück in Richtung meines Orientierungspunktes "das goldene M". Dort entschied ich mich, doch nochmal in Richtung dieser pinken Pavillons zu laufen. An der Fressmeile...ok, eher Fresszeile...vorbei schlenderte ich in ausreichendem Sicherheitsabstand im großen Bogen einmal hinten herum und vollendete meine gekonnte "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Runde um die wieder abwechselnd gelangweilt und kreischenden Bars. "Ok, reicht jetzt auch. Muss ich morgen mal nach was besser besuchtem Ausschau halten." Außerdem nahm ich mir vor, am nächsten Tag im Inet-Cafe ins Forum zu schauen, ob jemand zeitgleich in Lamai ist, der den kleinen Ghostrider an die Hand nehmen könnte.

Also ab zurück zum Bungalow, ausgepackt, unter die Dusche gehüpft und ab ins Bett. "Irgendwie ziemlich groß das Bett für mich alleine. Willst Du wirklich die meiste Zeit alleine hier schlafen? Scheiße, war die Kleine vorhin süß! Toll, jetzt liegst Du hier alleine und könntest eigentlich schon Spaß haben. Ach, bist eh im Arsch. Erstmal schön schlafen. Morgen kann ich ja nochmal hin und schauen, was geht."

"ab Morgen ändere ich was"
 
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Tag 1:

Gegen 11:00 Uhr bin ich aufgewacht. "Wunderbar geratzt, aber heute Abend gehst Du nicht alleine ins Bett!" Das hatte ich mir schon fest vorgenommen. Nach den Erklärungen im Forum kam auch nur LT für mich in Frage.

Ok, zum Strand wollte ich auch noch, wollte mich aber vor Ort entsprechend ausstatten. "Kaffee?...Kaffee!" Ich musste als erstes meinen gewohnten Koffeinschub bekommen. Schnell frisch gemacht, dem Klima entsprechend gekleidet, Sonnencreme aufgetragen und dann wollte ich schon in die Flip Flops schlüpfen. "Moment, wofür habe ich denn das Chaos mit den Kontaktlinsen gehabt?!" Also die Tüte mit dem Equipment aus dem Koffer geholt. "Warum ist denn hier alles so feucht?" Nach näherer Betrachtung war ein Behälter ausgelaufen, wie auch immer. Zum Glück war die Linse noch drin. Wie sollte die auch durch den eigentlich geschlossenen Behälter entweichen?! Alle Schritte so gemacht, wie ich es gelernt hatte, und rein mit den Dingern. "Hey, sexy man!" Nun konnte die Suche nach dem braunen Gold beginnen.

Ich ging wieder den altbekannten Weg (never change a known way...oder wie der Spruch heißt) vorbei am goldenen M. Ein kurzer Blick nach rechts verriet mir, dass um diese Zeit wohl Totenruhe an den Bars um den Boxring herrschte. Ich ging wieder die Beach Road entlang und entdeckte auf der anderen Straßenseite ein Schild "Cafe". Da saß sogar ein Touri Pärchen. "Ok, dann muss der Kaffee halbwegs genießbar sein." Das war er dann auch nur. Egal, wenigstens standen überall Aschenbecher. Der Himmel für Raucher, ok, ist ja auch alles offen da. Ich hatte an meinem Tisch direkt an der Straße einen schönen Beobachtungsposten, um bei Tageslicht und ausgeschlafen wieder Neues zu entdecken. Nebendran war ein Massagesalon (das war der vom Vorabend) und gegenüber gleich zwei kleinere. Die Mädels davor waren eher mit der Nahrungsaufnahme von einem dieser fahrenden Grills und ihren Handys beschäftigt. Es war zwar für mich kein Stunner dabei, aber die ein oder andere niedliche Maus schon mal zwischen den Masseusen mit 30 Jahren Erfahrung zu entdecken. "300 THB für eine Stunde Massage. Da gönne ich mir demnächst auch mal eine."
Zwischendurch fiel mir bei den vorbeifahrenden Rollern immer wieder auf: Kein Arsch hatte eine Helm auf! Selbst 99% der Touris nicht (der restliche eine Prozent war der Typ, dem ich auch zutraute, zuhause nur mit Ganzkörper-Airbag rumzulaufen). Dann fuhren auch mal ein oder zwei ODER DREI (Schock für den Deutschen) süße Mädels auf einem Roller vorbei, und zur kurzfristigen Auflockerung meiner Schüchternheit auch immer wieder Farangs mit Mädels. "Na bitte, bist doch nicht der einzige Singlemann zwischen den jungen Pärchen in den Flitterwochen und den Familien!"

Nachdem ich zwei Kaffee getrunken hatte, bezahlte ich meine Rechnung. "Eigentlich auch ganz süß, die Bedienung. Ob man die auch auslösen kann?" Nee, das zu fragen, traute ich mich ganz sicher nicht!
Ich wollte ja auch noch in ein Internetcafe, hatte aber am Vorabend und auch bisher auf dem Weg keins entdeckt. Also latschte ich die Beach Road weiter...und weiter...(wenige Aufforderungen mancher Masseusen, doch ihre Künste auszuprobieren)...und weiter. Mittlerweile spürte ich das Tauwetter für leicht übergewichtige Menschen wie mich. Da fand ich dann doch noch eins. Wahrscheinlich war ich als Thailand-Neuling nur zu blind, um vorher eins zu entdecken. Nach dem PC gefragt, den ich benutzen könnte, und dann direkt mal ins Forum. Laut Kalender waren zwei andere Mitglieder auf Samui, direkt mal beide per PN angeschrieben und geplant am Abend nochmal nachzuschauen. Mails gecheckt, ein paar Standardseiten angeschaut und 20 Baht bezahlt.

Auf dem Rückweg zum Bungalow hielt ich noch bei einem Straßenhändler an, der sowohl Handtücher als auch Sonnenbrillen (ich hatte keine ohne Stärke mit) anbot. Als ich meine Wahl getroffen hatte, tippte er auf seinem Taschenrechner 1800 ein. Als fleißiger Forum-Leser machte ich einen auf erfahrener Basarbesucher und schnappte mir den Taschenrechner. 900 tippte ich ein. Danach verhandelten wir nur noch mündlich. Am Ende bezahlte ich 1200 Baht für zwei Handtücher und eine Sonnenbrille (keine Ahnung, ob das noch akzeptabel war).

Jetzt wollte ich schnell an den Strand...aber irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl unter dem linken Fuß. "Du Honk machst mit den Flip Flops auch einen Leistungsmarsch über die halbe Insel. Jetzt haste ne Blase."
So ging es zurück in den Bungalow und anschließend an den Strand. Dieser hielt, was ich erwartet hatte.
Allerdings kaum hatte ich meinen Astralkörper auf dem Handtuch im Schatten (direkte Sonne lässt mich trotz intensiven Eincremens schnell zum Krebs werden) platziert, kamen mehrere Frauen mit Körbchen in meine Richtung. Damit meine ich jetzt (leider) nicht Frauen mit A-, B- und C-Körbchen. Die erste war da und zeigte auf meine Füße. Davon hatten mir Freunde erzählt, die kurz vorher auf Samui waren. "No, thanks!", entgegnete ich lächelnd. Aber irgendwie wollte sie das wohl nicht als endgültig akzeptieren. Nachdem ich das wie eine Schallplatte mit Sprung mehrfach wiederholte, ging sie dann doch. Nicht, dass die in der Nähe befindlichen anderen Damen der Kunst das interessiert hätte. So kamen in den nächsten fünf Minuten weitere drei Frauen, die ich ebenfalls wieder mit rezitierendem "No, thanks!" abwimmeln musste. Bis dann die letzte sich einfach einen Fuß schnappte und schon loslegen wollte. Da entschwand meinem Gesicht das Lächeln und das "No" war dann auch etwas deutlicher. "Hmm, das vor dem Urlaub gelesene "immer lächeln und ablehnen" lässt sich hier wohl nicht anwenden."
Zwischen Planschen, Musik hören, Buch lesen, Rauchen und diversen Kombinationen stellte ich fest, dass an diesem Strandabschnitt die Touri-Thaimädel-Rate doch erheblich höher, als bisher erlebt, war. Und es wirkte so selbstverständlich! "Ok, es wird hier wirklich anders damit umgegangen, als wenn Du zuhause mit einer "bezahlten" Freundin durch die Straße gehen würdest."
Die Sonne senkte sich langsam gen Horizont, so dass ich meinen Kram zusammenpackte und in den klimatisierten Bungalow verschwand.

Langsam bekam ich Hunger und für den erneuten Marsch zum Inet-Cafe käme die Stärkung auch genau richtig. Also wieder die Dusche genutzt und frische Klamotten an. Diesmal zog ich mir Turnschuhe an. Und natürlich nicht zu vergessen, der Super-Duper-Hyper-Mückenschutz wurde auch noch aufgetragen. "Boah, stinkt das Zeug! Das kann die Viecher nur abschrecken."
Der altbekannte Weg führte mich wieder als erstes bei der Bikini-Bar vorbei. "Warum in die Ferne schweifen?" Ich platzierte mich mittig in dem Laden und genoss das Meeresrauschen und die Reggaemusik. Überall hingen auch Jamaika- und Bob Marley-Flaggen. "Warum trägt die Kleine an der Theke eigentlich keinen Bikini in der Bikini-Bar? Schade!" Ich bestellte und verschlang den Mix aus Gemüse und Garnelen. 350 Baht für das Essen mit Getränk. Irgendwie konnte ich die Währung noch nicht einschätzen und mir war nicht bewusst, dass es eigentlich knapp 9,- € waren, was jetzt absolut nicht überteuert, aber auch nicht meinen Vorstellungen von saubillig entspricht.

Und los ging die Latscherei. Als ich am Inet-Cafe ankam, hatte ich das Gefühl, meine Blase wäre trotz des besseren Schuhwerks größer geworden. "Leck mich doch! Morgen schaue ich, ob ich mit meinem rosa Lappen n Roller kriege! So geht das auf jeden Fall nicht weiter!" Ich checkte meine privaten Nachrichten im Forum und sah, dass "king of pattaya" geantwortet hatte (LG und danke nochmal). Leider war er bereits weiter nach Pukhet gezogen, wo es ihm genau wie auf Samui nicht gefiel, und kündigte seine Weiterreise nach Bangkok an. Zitat:"Geh nach Pattaya wen du was erleben willst." Ich befürchtete schon, dass ich vor Langeweile umkommen werde, da ich ja nicht NUR Strandurlaub machen und um 20 Uhr ins Bett wollte. Ok, muss ich ohne Babysitter auskommen.

Auf dem Rückweg entdeckte ich auf Höhe der Straße, in die ich am Vortag eingebogen war, eine Australian Bar, die ganz gut besucht war. Dort saß ein Typ mit Blick in die eigentliche Barstraße, den ich zuvor am Strand mit einer Begleitung gesehen hatte. Da es eh noch recht früh war, entschied ich mich, es ihm gleich zu tun. Vielleicht könnte ich was lernen.
Ein Heineken bestellt und trotz der zahlreichen Ventilatoren gleich wieder ausgeschwitzt. "Hoffentlich gewöhne ich mich langsam an das Klima. Knackeweiß und den Glaz des Schweißes...da leuchte ich die Straße ja allein aus." Nun saß ich da und beobachtete das Treiben auf der Straße. Nach und nach bogen Roller mit Mädels oder mit Touris und ihrer weiblichen Begleitung in die Barstraße ein. "Ahja, die werden zur Arbeit gebracht. Das stand ja auch in mancher Lektüre. Gut, dann ist es wirklich noch früh." So verbrachte ich noch ca. 1,5 Stunden mit zwei weiteren Heineken. Zwischendurch war der Typ verschwunden und ich hatte es verpasst, ihn anzuquatschen.
Da ich hier in Deutschland seeehr selten Alkohol trinke, reichten die drei Heineken schon, um mich zumindest ermutigt an meine Gedanken des Vortages zu erinnern. "Auf geht's, alter Mann. Die Süße von gestern wartet schon auf Dich."

Voller neu gewonnenem Mut ging ich Richtung Barleben. Aber jeden Meter, den ich zurücklegte, hatte ich das Gefühl, weniger Touris um mich zu haben. Irgendwann fehlte mir nur noch der Scheinwerfer, der mich für die Mädels als einziges Opfer kennzeichnen sollte. Egal, ich hatte ja mein "Opfer" auch bereits ausgesucht. An der Bar angekommen konnte ich die Kleine nicht entdecken. Ansonsten war die Bar auch nicht weiter besucht und die anderen Girls sprachen mich nicht unbedingt an. "Hmpf, ist die schon ausgelöst? Kommt sie später? Da gehe ich jetzt aber nicht rein!"
Ich machte den Plan, später nochmal vorbeizugehen und bis dahin wieder nach etwas besser besuchten zu suchen.

So drehte ich die gleiche Runde wie am Vorabend. Aber das sah jetzt nicht so berauschend aus. Da waren maximal zwei Kerle in einer Bar. Ich kam dann wieder an den Bierbars um den Boxring an. Als ich die Umrundung fast abgeschlossen hatte, sah ich von hinten etwas, das mir extrem zusagte! Eine kleine mit für mich perfektem Apfelärschchen legte gerade die Sitzkissen auf die Plastikstühle, die zwischen Bar und Straße standen. Ein paar Meter weiter und einen Blick auf die Frontansicht später, machte ich einen Schwenk und pflanzte mich an einen der äußeren Tische, um meine "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Masche weiter aufrechtzuerhalten. (Ihr erinnert Euch?? Immer noch bekloppt!!). Sofort stürmten drei Mädels aus der Bar zu mir, die Kleine mit dem geilen Arsch, noch eine sehr Süße, die mir auch gefiel, und eine Hübsche, die aber irgendwie keinen Reiz für mich ausstrahlte (ab sofort nenne ich die drei Knackarsch, Süße und Reizlose, um der besseren Lesbarkeit willen). Knackarsch schnappte sich mein Feuerzeug und steckte es sich in ihr A-Körbchen und ging mit frechem Grinsen zur eigentlichen Theke zurück. Ich bekam diese einlaminierte DINA4-Seite in die Hand gedrückt und blieb dem Heineken treu. Mir natürlich noch nicht bewusst, aber von den Profis bereits nach wenigen Momenten als absoluter Neuling enttarnt, kamen sofort die Fragen nach Drinks von den beiden verbliebenen Mädels.

Meine erste Reaktion sollte noch vernünftig und -im Nachhinein betrachtet- als an diesem Abend einzige zu wiederholende Handlung gewertet werden: Ich zeigte auf Knackarsch und sagte "for her". Sie guckte ein wenig überrascht und kreischte dann freudig. Nachdem Sie sich irgendwas genommen hatte, kam sie wieder zu meinem Tisch und setzte sich neben mich. Noch währenddessen blickten mich Süße und Reizlose mit dem Blick eines sterbenden thailändischen Dackels an und wollten auch gerne was trinken. "Ach, ist doch alles billig hier!" Ich nickte. "Ok!" Die nächsten zwei freudig kreischenden Mädels, die sich auf meine Kosten an der Bar bedienten. Als dann die Mamasan und 3-4 anderen Mädels in der Bar das mitbekamen, wurde ich von diesen ebenfalls angefleht, sie kurz vor dem Verdursten zu retten. "Ach, ist doch alles billig hier!" Ich deutete an, sie sollen sich alle was nehmen. Ich kann schwer "Nein" zu nett fragenden Frauen sagen und außerdem ist doch eh alles so billig in Thailand.... Ja, sie hatten einen dummen Farang erwischt und er zappelte im Netz, ohne es zu wissen. Brav kamen alle zum Anstoßen und Bedanken. Knackarsch, Süße und Reizlose blieben bei mir sitzen. Schnell stellte sich heraus, dass Knackarsch und Reizlose zumindest so gut Englisch konnten, dass ich mit Ihnen das übliche Verkaufsgespräch beginnen konnte. "Where are you from?"...usw. Süße hatte Probleme auch nur die einfachsten Sätze oder Wörter zu verstehen, geschweige denn zu sprechen. Knackarsch spielte dann immer den Dolmetscher. Ich erinnerte mich wieder an die Lektüre hier im Forum "gutes Englisch=erfahrener Profi", aber ich sollte das ausblenden.

Noch konnte ich mich in die Situation nicht ganz einfinden und bekam mit, wie teilweise vorbeilaufende Touri-Pärchen teils anteilnahmslos, teils verächtlich schauten (das bildete ich mir zumindest ein).

Nun gut, im Prinzip war die Entscheidung schon gefallen. Reizlose war halt ohne Reiz, mit Süße konnte ich kein Wort wechseln, es sollte Knackarsch werden! Reizlose hatte scheinbar ein gutes Gespür und verschwand auch nach einiger Zeit, als ich mich fast nur noch mit Knackarsch unterhielt. Süße hatte mittlerweile 4-gewinnt aufgebaut und wollte spielen. "Meine Güte, das habe ich das letzte Mal im kalten Winter 1912 gespielt." Da ich aber ein kleines Spielkind bin, ließ ich mich darauf ein. Siehe da, vielleicht lag es an der mindertalentierten Logik von Süße, dass ihre Englischkenntnisse gen null tendierten. Sprich, ich gewann immer wieder gegen sie. Es dauerte nicht lange, da wurde das Spiel getauscht. Es kam das Jackpot-Spiel auf den Tisch. Bis dahin für mich völlig unbekannt. Ich sagte, dass ich es nicht kenne (ok, ich unterstrich quasi das "First Timer" auf meiner Stirn). Knackarsch erklärte es mir und wir begannen zu spielen. "Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln!" Das war scheinbar das Spiel von Süße. Knackarsch bestätigte auch dabei meinen Eindruck, dass die Kleine nicht auf den Kopf gefallen war.....




Ok, hier muss ich unterbrechen, da ich morgen früh raus muss. Ich komme auch erst Sonntag/Montag zum Weiterschreiben, sorry!
 
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Tag 1 (Fortsetzung):

Knackarsch würfelte und legte die Holzplättchen so schnell um, dass ich nach meinen paar Heineken schon nicht mehr sicher sein konnte, ob sie "sauber" spielte. Über trockene Hälse brauchten sich meine beiden Mitspielerinnen nicht beschweren, da musste nicht lange gebettelt werden. Zwischendurch kam auch mal die ein oder andere (gierige) Kollegin vorbei und ich als "good hearted man" (also Farang mit geöffneter Brieftasche) nickte brav ab. "Die armen Mädels haben es doch schon schwer genug. Und ist doch schön, wenn sie Spaß haben!" (immer noch bekloppt!!)

Mittlerweile wurden die Würfel von den Mädels immer öfters an "ihren Glücksstellen" gerieben...und an meiner. Ich hatte zwar vorher in anderen Reiseberichten gelesen, wie es woanders abgeht, aber da ich ja sowieso der "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Typ war, reichte das vollkommen (unter Beobachtung der vorbeiziehenden Touri-Pärchen). So gingen Spiel für Spiel und einige Getränke ins Land. Wie schon erwähnt, war und bin ich nicht der Trinkfesteste und hatte entsprechend meine Hemmschwelle ein wenig "heruntergeschluckt". Für mich stand fest, Knackarsch sollte in dieser Nacht genau diesen in meinem Bett platzieren. Also versuchte ich mich zu erinnern, was ich mir hier im Forum angelesen hatte. "Vorher Preis klarmachen oder nicht...jeder, wie er mag. Gut, ich möchte es vorher wissen...möchte ja auch nicht am nächsten Tag n mögliches Drama haben." "Barfine, mal schauen, was ausgerufen wird. Irgendwas zwischen 500 und 800." (Ich gebe nur das wieder, was ich zu diesem Zeitpunkt in Erinnerung zu glauben hatte...unabhängig von richtig oder falsch) "LT 1.500 Standard, gegebenfalls weniger...Tip kannst ja immer noch geben."

Ähnlich wie zuhause, wenn ich ca. vier Stunden an der Theke stehe, ein Mädel beobachte und überlege, wie ich sie anspreche, bevor irgendein Vollhonk ihr das Ohr vollsabbert und mit ihr abzieht, machte ich mir Gedanken, wie ich das Thema ansprechen könne. (Irgendwer hier im Forum hat mal was von Gedankenlesen durch die Mädels geschrieben.) Kaum hatte ich nämlich auch nur einen Gedanken daran verschwendet, kam von Knackarsch: "When I win next game, we make bum bum!" Nein, diesmal dachte ich echt nichts mehr. Ich sagte nur rein reflexartig: "Ok!" Das schien sie auch ein wenig zu überrachen. Sie dachte wohl, dem schüchternen Newbie reicht es wohl, die Würfel am Sack gerieben zu bekommen. Ich ließ auch gleich die Frage nach den Kosten für LT folgen. "You have to pay 300 baht to the bar for me!" "Jaja, ich bin zwar Newbie, aber ich kann lesen (danke, TAF). Bin doch fast schon Vollprofi!" (immer noch bekloppt!!) "And 2000 baht for me" "Ups, 1500 wollte ich maximal hören. Na gut, die Barfine ist ja geringer als gerechnet." Hatte ich schon erwähnt, dass ich ein Spielkind und Zocker bin?! Also nach kurzer Denkpause sagte ich zu ihr: "2000, if you win the next game, 1500, if I win the next game!" Auch damit hatte sie anscheinend nicht gerechnet. Zumindest stockte sie kurz, erklärte das Ganze der Süßen und willigte dann doch ein.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich ein Spielkind und Zocker bin?! Aber ich hatte nicht erwähnt, dass ich meinen Lebensunterhalt aus Spielgewinnen bestreite...aus gutem Grund. Sprich, Knackarsch gewann natürlich das nächste Spiel. Auch wenn ich danach am liebsten sofort gegangen wäre, um endlich meinen Überdruck abzubauen, war es doch auch ganz lustig und die Nacht noch lang.

Zufrieden, was "festgemacht" zu haben, spielten wir weiter...natürlich, ohne auf dem Trockenen zu sitzen. Süße und Knackarsch unterhielten sich immer mal wieder auf Thai miteinander. Irgendwann zeigt Knackarsch auf Süße und sagte dann zu mir: "She want come with us." "Ähm, wie jetzt? Ich hab Knackarsch doch schon gebucht. Was will Süße jetzt noch?" Mir kam in dem Moment echt nicht die Idee eines Dreiers. (weiterhin sowas von bekloppt!!! Moment, drei Ausrufezeichen reichen hier nicht: !!!!!!!!!!!!!!) Also lehnte ich lächelnd ab, immer noch leicht verwirrt aufgrund dieser Nachfrage.

Mit der Zeit merkte ich, dass ich nicht mehr trinken sollte. Ich wollte ja schließlich noch fit für das bleiben, was noch folgen sollte. Also sagte ich Knackarsch, dass ich nach dem nächsten gewonnenen Spiel gehen wolle. Sie fragte mich, wo ich meine Unterkunft und ob ich einen Roller hätte. "Aaah, hast doch gelesen, dass die Mädels nicht gerne zu Fuß laufen. Und dann rennst los, schnappst Dir eine und willst noch n gemütlichen Mondscheinspaziergang machen!" Bevor das "FirstTimer" auf der Stirn verschwinden konnte, zog ich es also nochmal mit einem Edding nach und sagte: "No!" "No popem, i have." "Puh, alles Paletti...und ich kann gleich mal ein wenig von hinten vorfühlen."

Das nächste erfolgreiche Spiel ließ nicht lange auf sich warten. Der Becher mit den Einzelrechnungen verschwand mit Knackarsch in der Bar und sie tippte dort auf einem Taschenrechner herum. Sie kam zurück und präsentierte mir die Gesamtsumme. Ich musste knapp 4.000 Baht hinblättern, aber war mir in dem Moment auch gar nicht bewusst, dass ich mal kurz fast 100 Tacken nur für Getränke ausgegeben hatte, und verschwendete auch keinen Gedanken an mein Budget. Das Denken war eh auf dem Weg woanders hin.
Nachdem sich Knackarsch noch die High Heels ausgezogen hatte, latschten wir in eine Seitenstraße zu ihrem Roller. Da stieg ich doch gerne mit auf! Also ab Richtung Hotel (Ja, der Arsch wo so knackig, wie er aussah)! Dort angekommen, kramte sie direkt in ihrer Handtasche, da tauchte schon der Sicherheitmann vom Vorabend aus dem Schatten auf. Als sie ihm selbstverständlich etwas in die Hand drückte und sich beide noch kurz auf Thai verständigten, fiel mir wieder ein, dass ich was von ID-Check usw. gelesen hatte. Der Sicherheitsmann schenkte mir im Vorbeigehen noch ein kurzes Grinsen. Er erinnerte sich wohl noch an mein gestriges "Maybe another day!". Weiter ging es zu meinem Bungalow. Und da ich noch nicht das Selbstverständnis der Situation verinnerlicht hatte, war ich auch ganz froh, dass uns keine anderen Touris auf ihren Terassen sitzend beobachteten.

Im Bungalow klärten wir kurz die Duschreihenfolge. Ich ging zuerst, auch weil ich noch so klar im Kopf war, dass ich mich erinnerte , meine Kontaktlinsen rauszunehmen. Ich wollte ja nicht nach einer Nacht Klimaanlage morgen direkt zum Augenarzt müssen, da sich die Teile mit meiner Hornhaut verschmolzen hatten. Schon voller Vorfreude also unter die Dusche und im Anschluss die Linsen raus. Links...raus...rein damit in den Behälter...rechts...raus...rein damit in den..."Hä? Wo ist die Kacklinse? Die war doch eben noch auf meinem Finger! Scheiße, Mann, die Funzel hier im Bad hat auch nur 0,5 Watt! Argh!" Ich suchte noch kurz das Waschbecken ab. "Scheiß egal, ich möchte jetzt poppen!". Als ich aus dem Bad kam, gab ich ihr zu verstehen, dass sie jetzt rein könnte und ich eine Kontaktlinse verloren hätte.
Kurz nachdem sie im Bad verschwand, rief sie mich. Sie hatte meine Linse gefunden, auf dem Boden vor dem Waschbecken. "Ach, wie süß! Da hätte sie wirklich nicht gucken brauchen!" Ich freute mich wie ein Schneekönig, bedankte mich bei ihr und war beeindruckt, dass sie anscheinend auch gesucht hatte.

Nach dem Duschen kam sie im Handtuch eingewickelt zum Bett. "Da hatte ich doch auch was gelesen. Handtuch...unter Bettdecke...Licht aus. Och nee, das muss ja nicht sein!" Doch vor dem Bett legte sie das Handtuch ab und hängte es über einen Bettpfosten. Jawoll, kleine feste Titten und der mich in den Bann gezogene Knackarsch...ganz ohne Cellulitis oder Schwangerschaftsstreifen. Rasiert war sie auch. "Na bitte, so habe ich mir das vorgestellt!" Sie krabbelte auch nicht unter die Decke, sondern legte sich so neben mich. Das Licht blieb auch an. Als Profi begann sie ihr Arbeit an dem Newbie.

Genaueres gibt es zum weiteren Verlauf nicht, damit der Bericht U18 bleibt.

Als wir bzw. ich fertig war (bei ihr war mir das nicht ganz klar, ob geschauspielert oder nicht), kuschelten wir uns unter die Decke und mir gingen noch ein paar Dinge durch den Kopf, bevor ich einschlief: "Zum Glück hast Du Deine Linsen noch. Der Aufwand vorher muss sich ja lohnen." "Und morgen versuchst Du erstmal, irgendwie an n Roller zu kommen. Geht ja gar net mit der Latscherei und wenn Du Mädels mitnehmen willst." "Fast 4000 Baht versoffen...leck mich, das ist ja n Hunni. Da musst Dich in Zukunft aber ein bisschen zurückhalten."

"ab morgen ändere ich was"
 
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@spori Danke, aber mit Bildern werde ich geizen. Zum einen habe ich nicht viele gemacht und ich möchte die Mädels hier auch nicht posten. Sorry!

@AndreasT In Pattaya würde ich wohl auch nicht fahren und bin vorher auch nie Roller gefahren (nur richtige Bikes). Und an meiner Signatur kannst Du erkennen, dass ich gerade in den letzten Zügen bin, direkt nach dem Derby-Sieg nach Pattaya zu fliegen. Würde mich freuen, wenn wir uns entweder in der Arena (falls Du da bist) mal treffen und in Pattaya eine Streifzug unternehmen könnten.
 
Tag 2:

Ich öffnete gegen Mittag die Augen und sah das Mäuschen mit der Samthaut neben mir noch im Reich der Träume schlummernd. Als ich von der Morgentoilette kam, war sie allerdings schon wach. "Moorniiing, Sir!" "Moorniiing, Ma'am!" In freudiger Erwartung der morgendlichen Nummer einer LT (das hatte ich zumindest so gelesen) krabbelte ich wieder mit unter die Decke. Die Bestätigung meines angelesenen Halbwissens sollte nicht lange auf sich warten lassen.

*piep* *schwarzer Balken* *piep*

Nach dem Vergnügen ging ich ins Bad, um mich frisch zu machen. Dusche, Zähne,...und Kontaktlinsen wieder rein. Links...raus aus dem Behälter...und drauf auf den Augapfel...rechts...raus aus dem Behälter..."RAUS AUS DEM BEHÄLTER! Willst Du mich verarschen?! Ich habe die gestern doch da reingetan!" Nichts, keine Linse in dem dafür vorgesehenen Behälter. Ich rief nach Adlerauge Knackarsch und erklärte ihr die Situation. Auch erstaunt bestätigte sie, dass ich die wiedergefundene Linse am Vorabend doch in den Behälter getan hätte. Wir suchten gemeinsam das Waschbecken und den Badfußboden ab. Aber diesmal blieb das Teil verschwunden. "Großartig! Wenigstens einen Abend hattest Du was davon..." Ich hab bis heute keine Ahnung, wie sie wieder verloren gehen konnte. Vielleicht hatte ich doch einen zu viel im Tee und/oder war der bevorstehenden Nacht ins Auge blickend zu aufgeregt und hatte sie doch noch unbemerkt am Finger kleben. Also pulte ich die verbliebene Linse wieder raus und überließ der Kleinen das Bad. Die extra gekaufte Sonnebrille lag dann die restlichen Tage unberührt auf der Kommode. Ab sofort war ich wieder "Vierauge on Tour".

Als Knackarsch dann auch fertig war, fragte ich, ob sie mit mir frühstücken möchte. Sie erklärte mir, dass sie zurück in ihr Apartement und zum Markt müsste, um für die Bar einzukaufen. Sie wäre die Kassiererin und müsste dafür sorgen, dass alles in der Bar für den Abend sei, und würde mit "Mama" für sich und die anderen Mädels noch kochen. Ok, ich gab ihr die vereinbarten 2000 Baht (Tip hielt ich weder aufgrund des eh schon höher als erwartet ausgefallenen Preis noch aufgrund des zwar guten, aber nicht mit besonderen Leistungen gespickten, Service für angebracht). Sie bedankte sich und fragte, ob ich später wieder zur Bar käme. Ich ließ mir die Option offen, da ich jetzt "auf den Geschmack gekommen" war und mich nochmal auf die Suche nach der Kleinen vom ersten Abend machen wollte. Außerdem wollte ich mir eine thailändische SIM-Karte besorgen und fragte meine neue Reiseleiterin auch gleich, ob sie mir sagen könnte, wo ich sowas für mein iPhone bekommen könnte, um vor allem das Internet zu nutzen. "Come to bar later, i will show you." "Ach, wie praktisch!" Wir verabredeten uns für den späten Nachmittag und verabschiedeten uns mit einem Küsschen.

Sie zog von dannen und ich machte mich kurze Zeit später auf, um zumindest zu Tagesanfang den Koffein-Entzug gering zu halten. Ein Cafe kannte ich ja schon, also wieder dahin und diesmal zusätzlich zu den beiden Kaffee noch eine angepriesene Waffel verzehrt. Beim Ausblick auf die Massage-Ladies kam das reisebedingte Zwicken im Nacken-Schulter-Bereich wieder. "Hmm, ich gönne mir dann mal ne Massage." Da ich eh frisch entsaftet war und auch nicht unter dem Einfluss irgendeiner hier im Forum erwähnten Hilfsmittel stand, wollte ich auch wirklich nur eine Massage. Eine traditionelle Thai-Massage kam für mich nicht in Frage, da ich Sorgen hatte, dass meine schon in Mitleidenschaft gezogenen Knochen einen bleibenden Schaden erleiden könnten. Ich war diesbezüglich ebenfalls unerfahren und dementsprechend schissig.

Also ging der "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Typ direkt nebenan in den "seriös" ausschauenden Salon und bat um eine Nacken-Schulter-Rücken-Massage. Das Mädel, was mich meiner annahm, hätte mir zwar auch gefallen, aber wie gesagt, das war nicht meine Intention. Sie bat mich zum Füße waschen. "Hä? Von Fußmassage hatte ich doch nichts gesagt." "Achja, hast ja gelesen: Füße, dreckig usw." Dann ging es zu einer der Liegen, die durch Vorhänge voneinander getrennt wurden. Von Hose ausziehen o.ä. war nicht die Rede. Scheinbar war das wirklich "nur" ein Massagesalon. Das zierliche Ding machte das wirklich angenehm. Sie erhöhte immer weiter den Druck, bis sie auf einmal auf mir herummarschierte. Alles ja in Ordnung, doch dann ging sie auf die Beine. Bei den Waden angekommen, dachte ich auf einmal, mehrere Mädels hääten sich zu einer Gruppen-Polka auf meinen Waden verabredet. "Uuuuh...aaaah...ich krieg gleich n Krampf!" Zum Glück blieb es in einem aushaltbarem zeitlichen Rahmen, dass dieses maximal 45 kg-Persönchen wieder aufwärts wanderte. Ab da war alles wieder super angenehm (zwischendurch musste ich aufkeimende Gedanken an ein Happy End unterdrücken, um nicht unangenehm aufzufallen) und endete mit einer wunderbaren Kopf und Gesichtsmassage. "Gehört meines Wissens zwar auch nicht zum Nacken-Schulter-Rücken-Bereich, aber tut verdammt....zzZZzz" Gerade als ich am Wegnicken war, beendete sie alles. Ich bezahlte die 300 Baht an der Kasse und drückte meiner Masseuse noch ein Tip in die Hand. Scheinbar sind die "normalen Touris", die den Laden sonst besuchen, nicht so spendabel, denn sie machte einen wirklich überraschten und glücklichen Eindruck auf mich. (oder habe ich es falsch gemacht, ihr direkt das Geld in die Hand zu drücken?)

Frisch entspannt dackelte ich wieder zurück zum Hotel. Dort war direkt nebenan ein Roller-Verleih. Ich hatte meinen rosa Lappen mit, um damit mein Glück zu versuchen. Dort angekommen, empfing mich ein leeres und abgeschlossenes Büro. Links geguckt, rechts geguckt...keiner da. Also pflanzte ich mich auf einen Steinbank direkt vor dem Laden. Bei meiner ausgeprägten "Bräune" würde mich der Hansel aus mehreren hundert Metern leuchtend warten sehen, dachte ich. "Öffnungszeiten werden hier ja nicht so eng gesehen. Der turnt bestimmt hier irgendwo rum." Eine Viertelstunde verging, dann trat ich in die schräg gegenüberliegene Rezeption meines Hotels ein und äußerte mein Begehren nach einem fahrbaren Untersatz. Der Mann hinter dem Schreibtisch konnte mir helfen und verlangte nach meinem Reisepass als Kaution. "Wie jetzt? Führerschein? Frag bloss nicht nach!" Der Weg zum Safe im Bungalow und zurück war schnell erledigt und ich drückte ihm meinen Reisepass in die Hand. Dann deutete er auf einen Haufen von Helmen und sagte, ich solle mir einen aussuchen. "Ist klar! Ich habe hier fast keinen Arsch mit nem Helm rumfahren sehen und ich soll jetzt dieses hellblaue Pappding aufsetzen?! Vergiss es! Und sicherheitstechnisch könnte ich auch meine Basecap auflassen, ist wahrscheinlich stabiler!" Also grummelig so n Teil geschnappt und ihm zum Mopped hinterhergelatscht. Am Roller fragte ich ihn, wo ich den Helm solange lassen könnte. Wenn er da gesagt hätte, ich müsse ihn aufsetzen, hätte ich das Ding nicht einen Meter bewegt. Aber er schloss die Sitzbank auf und holte dort einen vergessenen Helm raus, so dass ich diesen schlechten Witz einer Kopfbedeckung -egal für welchen Zweck- bis zum Ende meines Urlaubes nicht mehr sehen musste. "Juhuuu!!! Ich bin mobil!" Ich bin zwar Motorradfahrer, aber dieses Gefährt, der auf mich wartende Linksverkehr und die bisher beobachtete Fahrweise mancher Verkehrsteilnehmer ließen mich die ersten Meter recht vorsichtig fahren. Aufgrund zweier Unfälle lege ich zuhause ohne volle Montur nicht los, aber dort war es einfach toll und eine "scheiß egal, es ist Urlaub"-Stimmung machte sich breit.

So fuhr ich erstmal zum Internetcafe und fand aber keine weitere Nachricht auf meine Anfrage nach fachkundiger Begleitung vor.
Weiter ging es zu einem Family Mart. Ich hatte nur drei Kondome aus Deutschland mitgenommen und brauchte ja für das nächste Vergnügen Nachschub. Wie ein kleiner Schuljunge schlich ich durch die Gänge. Ich hatte, wie am Vorabend, noch nicht das Selbstverständnis für manche Dinge. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe bei meinem Streifzug durch die Regale keine gefunden. Fragen wollte ich auch nicht, weil ich ständig diese Fernsehwerbung im Hinterkopf hatte: "Heeelgaaaa, was kosten die Kondome???" (diejenigen unter Euch, die in den 70ern nicht mehr nur ein Glänzen in den Augen Eures Vaters waren, erinnern sich vielleicht) Echt bekloppt, da ich in Deutschland völlig schmerzfrei Kondome und auch Tampons/Binden etc. (für dahingeschiedene Damen...also für mich sind sie gestorben) gekauft habe. Aber nochmal zur Erinnerung: Ich war ja der "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Typ!
Ohne meinen Vorrat aufgefüllt zu haben, ging die Tour weiter...ein ATM nach dem anderen. "Hmm, ich sollte meine Kasse auffüllen. Für noch so einen Abend inklusive Mädel reicht es nicht mehr...Aber für zwei bis drei Drinks und ein Mädel reicht es noch. Musst dich eh zurückhalten, damit du dein geplantes Budget nicht völlig sprengst."
Also weiter zur Bar. Vielleicht war Knackarsch schon da, um mir zu zeigen, wo ich die Thai-SIM herbekomme. Ich parkte gegenüber vor einem Family Mart. "Mensch, die müssen doch Kondome hier haben. Rein da!" Wieder den Schleicher durch die Gänge gegeben und "Hallo, Schutz vor kleinen Ghostridern, ungewolltem Juckreiz und mehr!". Ich nahm mir einen Pack, ging zur Kasse und bat noch um eine Schachtel Kippen (als ob das von den Kondomen ablenken würde). "Ok, jetzt kannste die "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Masche langsam knicken." Es kam aber auch kein verächtlicher Blick, sondern es wurde gelangweiligt abkassiert. Der erste Schritt in die richtige Richtung für das fehlende Selbstverständnis.



Hier ein kleiner Cut, morgen geht's weiter.
 
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Tag 2 (Fortsetzung):

Frisch "bewaffnet" überquerte ich die Straße, um zu der Bar zu gelangen, an der Knackarsch arbeitete. Aber da war nur Mama, die mich freundlich begrüßte. Ich fragte nach Knackarsch und Mama griff direkt zu ihrem Handy...bla bla...thai...bla bla. Ich möchte eigentlich nicht wissen, was sie genau zu Knackarsch am Telefon gesagt hat. Wahrscheinlich sowas nach dem Motto "Der Newbie-Falang, den wir gestern ein wenig ausgenommen haben, steht hier und fragt nach dir. Hast Du ihn heute noch nicht gemolken, oder was will der?" Zumindest machte sie mir danach mehr mit Zeichensprache als mit Englisch deutlich, dass Knackarsch gleich da sein würde, und bevor ich mir überhaupt eine Kippe angemacht hatte, schob sie einen Aschenbecher vor mich. (Als Raucher fand ich das den ganzen Urlaub über extrem zuvorkommend, nachdem man hier in Deutschland mittlerweile damit rechnen muss, einen Stern auf den Ärmel aufgenäht zu bekommen, damit man uns auch außerhalb der Einpferchungen an öffentlichen Plätzen identifizieren kann)

Es vergingen auch keine fünf Minuten bis Knackarsch denselbigen neben mir platzierte und mich aufforderte mitzukommen, damit sie mit mir dahinfahren könnte, wo ich eine Thai-SIM bekäme. Wie ein kleiner Junger mit seinem neuen Bagger verkündete ich stolz, dass ich nun auch einen Roller hätte. Gut, gingen wir also zu meinem weiß-blauen Blitz und düsten los in die Richtung, die sie mir vorgab. "Alter, pass bloß auf! Mach dich mit der kleinen hintendrauf auf keinen Fall lang!" So fuhr ich noch recht zurückhaltend, bis wir an einem "Tesco" ankamen, so eine Art kleines Einkaufszentrum. Sie vorneweg, ich (gerne, aufgrund des Ausblicks) leicht versetzt hinterher, führte sie mich zu so einen Mini-Handyladen. Der einen von den beiden Mädels hinter dem Tresen erklärte Knackarsch, was ich wollte (denke ich zumindest). Ich sollte mein iPhone vertrauensvoll an die Verkäuferin übergeben und 1000 Baht zahlen. "For card and internet." Das tat ich dann auch, aber ließ mein Handy nicht einen Moment aus den Augen. "Ich hab Dich im Auge, Moppelchen! Keine Chance, mein Handy gegen ein Imitat auszutauschen. Ich beobachte jeden Deiner Handgriffe!" Während Knackarsch sich in den Auslagen umsah, machte das Handy-Mädel geübt ihre Arbeit. Ich entdeckte eine Tariftabelle: 4 GB Highspeed-Volumen für (ich glaube) 800 Baht. "Ok, also keine Nepper, Schlepper, Bauernfänger." Ich war froh, dass mich Knackarsch nicht irgendwie über den Tisch ziehen oder ausnehmen wollte. Das war einfach nur die versprochene Hilfe...sehr angenehm! Kurz kamen nochmal Zweifel auf, als das Handy-Mädel wild im Menü vom iPhone herumtippte und auch irgendwo anrief. "Jetzt bekomme ich mein Handy mit Systemsprache "Thai" wieder, erhalte eine Rechnung für irgendeinen Anruf in Australien und das Guthaben ist auch schon aufgebraucht." Letztendlich schob ich wiedermal völlig unnötig Panik. Ich bekam nach ca. 10 Minuten mein Handy, die Unterlagen zur neuen SIM-Karte und die darauf festgeklebte deutsche SIM wieder und alles funzte super. Auf dem Weg nach draußen, fragte ich Knackarsch, ob sie irgendwas bräuchte. Irgendwie wollte ich mich für ihre Hilfe erkenntlich zeigen. Aber sie verneinte.
"Thank you!" "You're welcome!"
Auf ihren Wunsch fuhr ich sie dann zur Bar zurück. "See you later?", fragte sie, nachdem sie abgestiegen war. Ich hatte diesen Blickfang aus der anderen Bar vom ersten Abend NOCH nicht vergessen und ließ es daher offen.

Zurück im Bungalow lümmelte ich ein wenig durch die Klimaanlage angenehm gekühlt auf dem Bett rum und nutzte meinen neu gewonnenen Internetzugang, um ein paar Grüße in die Heimat zu schicken und mich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Als der Hunger sich langsam bemerkbar machte, bereitete ich mich auf den Abend vor. Natürlich trug ich wieder das Super-Duper-Hyper-Mückenschutz-Zeug auf. Am Vorabend hat es absolut nichts gebracht. Ich hatte trotzdem mindestens drei juckende Einstiche erhalten. (also lagen die Moskitos minimum mit 3:2 gegen mich bei den Einstichen in Front) Ich rauchte noch eine auf der Terrasse und in der Zeit stand es schon 5:2. "Super Zeug!!! Das schmier ich dem Doc zuhause sonstwo hin!"
Ab zum Moped und "Easy Rider"-mäßig die Freiheit genossen. Heute Abend wollte ich mir richtig lecker King Prawns reinpfeifen. Nachdem ich die Beach Road einmal abgefahren hatte, entschied ich mich für ein Restaurant, in dem auf einem Flachbildschirm Zusammenfassungen der Champions League-Partien lief und vor dem die Fänge aus dem Meer auf Eis präsentiert wurden. Ich war der einzige Gast zu diesem Zeitpunkt. Und dann kam wieder dieser Service: Stuhl für den Gast rangeschoben, Aschenbecher direkt dort, als ich meine Kippen auf den Tisch legte, usw. "Das würde ich gerne mal beim Mäcces erleben. Weniger Geld gebe ich da auch nicht aus!" Ich aß dann meine gegrillten King Prawns (die hatten ihren Namen wenigstens verdient, nicht wie dieses gepresste Fischmehl bei uns) und guckte genüsslich Fußball.
Als ich zahlte, machte ich einen Kassensturz. "Hmm, das wird n bissl knapp, wenn Du wieder nicht alleine einschlafen möchtest." Das hatte ich mir schon fest vorgenommen, wem sollte ich was vormachen. Somit waren meine eigentlichen Gedanken, nur ab und zu ein Mädel mitzunehmen, völlig über Bord geworfen und vergessen. Ich fuhr nochmal im Bungalow vorbei, um mir zum einen die Hände nochmal zu waschen (obwohl ich im Restaurant ein frisches Handtuch dafür erhalten hatte) und meine Kreditkarte aus dem Safe zu holen.

Mittlerweile war der Abend weit genug forangeschritten, um mich auf die Jagd zu begeben. (wer bei diesem Spiel der Jäger und wer die Beute ist, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Sagte ich schon: "bekloppt!"?) Der Ghostrider bestieg also weder seinen Feuerstuhl und tuckerte die Beach Road entlang, um die bekannte Straße einzubiegen. Eine ausgestorbene Bar nach der anderen flogen im Geschwindigkeitsrausch an mir vorbei...also nicht wirklich...also der Geschwindigkeitsrausch...die Bars waren wirklich erschreckend leer. Und es kam, wie es kommen musste: mein Moby Dick war nicht zu entdecken und Captain Ahaab fuhr enttäuscht weiter (eigentlich passe ich ja aus verschiedenen Gründen besser in die Rolle des weißen Wals, aber das mit Jäger und Beute hatte ich ja schon erwähnt). In den anderen Bars tobte jetzt auch nicht das ausgelassene Leben und nirgends drängten sich die Engländer, Russen, Australier, Franzosen, Italiener und Deutschen, um in einer gemeinsamen UNO-Mission Aufbauhilfe in Thailand zu betreiben. "Ach, ich habe ja noch meinen Knackarsch. Und lustig war es da gestern auch." Weitergefahren, den Hobel vor dem Family Mart gegenüber der Bars abgestellt und schon kamen die Rufe kombiniert mit diesem wegscheuchenden Heranwinken (ist das eigentlich ein Paradoxon?) aus der Bar vom Vortag. Für die Hobby-Psychologen unter uns: Ich deutete an, erstmal in den hinteren Bereich gehen zu wollen, wo die Gefahr groß war, drei Tage unentdeckt tot liegen zu können. Also was wollte ich da eigentlich? So zog ich meine Bahn und entdeckte ganz hinten zumindest einen Friseur. "Aha, Öffnungszeiten erkundet, falls mich jemand nachher fragt, was ich da eigentlich wollte." (Meine Haare waren schließlich schon mindestens wieder 1 mm gewachsen...immer noch bekloppt!...aber die Frage kam im Laufe des Abends wirklich und meine bescheuerte Antwort auch)
Als ich meine Runde beendet hatte, ging ich wieder an die bereits bekannte Bar. Mutig und als alter Hase setzte ich mich an einen Tisch, der näher als der gestrige an der eigentlichen Bar war. (Echt mal, im Nachhinein kann man sich selbst über das ein oder andere Verhalten nur noch kopfschüttelnd amüsieren) Es saß allerdings auch sonst niemand an oder im Umfeld der Bar, so dass der FirstTimer etwas mehr in der Masse hätte untertauchen können.

Kurze Zeit saß ich auch weitgehenst unbehelligt am Tisch, gab meine Bestellung auf und nippte an meinem Heineken. Dann kam Knackarsch zu mir und wir unterhielten uns ein bisschen. Die Frage nach einem Drink für sie bejahte ich ohne groß nachzudenken. Es ist ja schließlich alles so billig in Thailand! (nix gelernt, der Kerl) Aus der Bar hielt dann Süße das Jackpot-Spiel in die Luft und guckte fragend. Zu ein bisschen Zocken kann ich selten "Nein" sagen und so kam Süße auch wieder an den Tisch, natürlich auch nicht lange auf dem Trockenen sitzen bleibend. Sogleich kamen die flehenden Rufe und Gesten von den restlichen Mädels aus der Bar...lächelnd schüttelte ich den Kopf und blieb auch standhaft. (doch was gelernt, der Kerl)
Ich kann Euch nicht mehr sagen, wieviele Getränke es dauerte, aber irgendwann spielten wir, und immer mal wieder das ein oder andere Mädel zusätzlich, Jackpot um Kurze. Die Vereinbarung war: gewinnt ein Girl, bekommt sie einen Tequila o.ä., wenn ich gewinne, bekomme ich einen Sambucca. Wir hatten trotzdem immer unser "Grundgetränk" auf dem Tisch stehen und sowohl Tequila als auch Sambucca fanden immer wieder den Weg zu uns. Wie das halt so bei gestiegenem Alkoholpegel ist, wurde ich bei dem Mädel schwach, das uns die nächste Runde brachte (das hat sie doch nett gemacht und sonst keinen, der ihr was ausgibt! das arme Ding), bei dem Mädel, das in der Bar kurz vor dem Verdursten war (wiiiiirkliiiich!!! das arme Ding), bei dem Mädel, das kurz mal mitspielte, verlor und dann sooo traurig war (wiiiirkliiiich!!! das arme Ding). Und es wurden des öfteren Runden gebracht und des öfteren spielten unterschiedliche Girls auch mal mit.

Der Abend war wirklich lustig. Wir hatten unseren Spaß und unterhielten zusätzlich die wieder vorbeiziehenden Touri-Pärchen. Darüber machte ich mir irgendwann auch keinen Kopp mehr und genoss es einfach, hier ein Küsschen, dann zur anderen Seite ein Küsschen und der Griff zwischen die Beine. Zwischendurch sagte mir Knackarsch, dass Süße gerne mit mir mitgehen würde. Aber ich wollte mich doch wenigstens zwei Worte auch unterhalten können, was mit den 0,5 Brocken Englisch von Süße nicht möglich war, und erklärte das Knackarsch, um im nächsten Satz zu sagen, dass ich sie wieder auslösen wolle. Ok, gebongt! Knackarsch erklärte das Süße noch kurz, die danach anscheinend ihren Spaß im Tequila suchte, ohne jetzt großartig beleidigt zu sein. An die Bar wurde es auch gemeldet, damit die Rechnung für die Barfine ihren Weg in den Becher finden konnte...NOCH war etwas Platz. Da ich ja jetzt meine LT klargemacht hatte und wir richtig Spaß hatten, wollte ich auch gar nicht direkt auf die Spielwiese im Bungalow. Also ging es in dem beschriebenen Rhythmus weiter. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Mädels ihren Spaß hatten und das gab mir auch ein gutes Gefühl.
Irgendwann musste ich Platz schaffen für das Nachfließende und fragte nach einer Toilette. Mir wurde der Weg gewiesen und erklärt, dass ich 3 Baht bräuchte. Dahin und in die erste Kabine rein. Da erwartete mich dann ein umfliestes Loch im Boden. "Wo ist die Fliege, die ich treffen, oder das Tor, das ich schießen muss?" (erst an einem späteren Tag entdeckte ich in der letzten dunklen Ecke eine Pissrinne. Bis dahin war Zielen angesagt.)
Zurück am Tisch ging der Spaß weiter. Zwischendurch holte ich gegenüber im Family Mart eine Schachtel Kippen und beim Bezahlen fiel mir wieder die beginnende Leere in der Börse auf. Also direkt nebendran an den Geldautomaten. Es war schlecht beleuchtet, nur teilweise auf Englisch und ich war froh, dass ich überhaupt die richtigen Tasten drückte, damit meine gewünschten 10.000 Baht griffbereit angeboten wurden. Diese wurden verstaut und die Party konnte weitergehen.
Als die Nacht schon gut fortgeschritten war, wollte ich aufbrechen. Ich war wirklich gut angetrunken, aber erstaunlicherweise nicht besoffen. Nun gut, der Rechnungsbecher verschwand wieder in der Bar und es kam das Tablett mit dem notierten Endbetrag zurück...6.870 Baht. Ich habe mir null Gedanken über das Zustandegekommen oder auch die Höhe der Rechnung gemacht, aber die Zahl hat sich bis heute eingebrannt. Ich zückte sieben der frisch erhaltenen 1000er und beglich meine Schuld. Knackarsch sagte auf dem Weg zum Roller, dass sie fahren würde. War mir recht, ich war schließlich doch ganz gut dabei.

Am Hotel angekommen wiederholte sich das Geschehen vom Vorabend: ID-Card übergeben und kurzes Blabla mit dem Sicherheitsmann, allerdings diesmal war es mir völlig egal, ob uns jemand sehen würde. Sicherlich mit Unterstützung des Allehols stieg das Selbstverständnis für die Situation bei mir.
Im Bungalow dann

*piep* *schwarzer Balken* *piep*

Später unterhielten wir uns noch ein wenig. Da sie echt "sweet" und ein bisschen "crazy" war (über die rein hormonelle Sache brauchte ich mir eh keine Gedanken machte), sagte ich, dass ich gerne jemanden hätte, der mich auch mal zum Strand begleitet, mir ein bisschen von der Insel zeigt usw. (bahnte sich da ein wenig LKS an?). Irgendwann, es muss so gegen fünf gewesen sein, ging mir -durch die Zeit und vor allem dem vorangegangenen Sport wieder etwas nüchterner- durch den Kopf, was ich an dem Abend wieder ausgegeben hatte. "6.870 Baht fürs Partymachen, morgen früh die 2.000 für die Kleine...ok, DAS finanzielle Niveau will ich nicht die restlichen 14 Tage durchziehen!" Das ursprünglich mit 600,- € angesetzte Urlaubstaschengeld hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon abgeschrieben, aber ich wollte es nicht übertreiben. Jetzt genoss ich erstmal die samtweiche Hügellandschaft neben mir. Aber...

"ab morgen ändere ich was"
 
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