Tag 1:
Gegen 11:00 Uhr bin ich aufgewacht. "Wunderbar geratzt, aber heute Abend gehst Du nicht alleine ins Bett!" Das hatte ich mir schon fest vorgenommen. Nach den Erklärungen im Forum kam auch nur LT für mich in Frage.
Ok, zum Strand wollte ich auch noch, wollte mich aber vor Ort entsprechend ausstatten. "Kaffee?...Kaffee!" Ich musste als erstes meinen gewohnten Koffeinschub bekommen. Schnell frisch gemacht, dem Klima entsprechend gekleidet, Sonnencreme aufgetragen und dann wollte ich schon in die Flip Flops schlüpfen. "Moment, wofür habe ich denn das Chaos mit den Kontaktlinsen gehabt?!" Also die Tüte mit dem Equipment aus dem Koffer geholt. "Warum ist denn hier alles so feucht?" Nach näherer Betrachtung war ein Behälter ausgelaufen, wie auch immer. Zum Glück war die Linse noch drin. Wie sollte die auch durch den eigentlich geschlossenen Behälter entweichen?! Alle Schritte so gemacht, wie ich es gelernt hatte, und rein mit den Dingern. "Hey, sexy man!" Nun konnte die Suche nach dem braunen Gold beginnen.
Ich ging wieder den altbekannten Weg (never change a known way...oder wie der Spruch heißt) vorbei am goldenen M. Ein kurzer Blick nach rechts verriet mir, dass um diese Zeit wohl Totenruhe an den Bars um den Boxring herrschte. Ich ging wieder die Beach Road entlang und entdeckte auf der anderen Straßenseite ein Schild "Cafe". Da saß sogar ein Touri Pärchen. "Ok, dann muss der Kaffee halbwegs genießbar sein." Das war er dann auch nur. Egal, wenigstens standen überall Aschenbecher. Der Himmel für Raucher, ok, ist ja auch alles offen da. Ich hatte an meinem Tisch direkt an der Straße einen schönen Beobachtungsposten, um bei Tageslicht und ausgeschlafen wieder Neues zu entdecken. Nebendran war ein Massagesalon (das war der vom Vorabend) und gegenüber gleich zwei kleinere. Die Mädels davor waren eher mit der Nahrungsaufnahme von einem dieser fahrenden Grills und ihren Handys beschäftigt. Es war zwar für mich kein Stunner dabei, aber die ein oder andere niedliche Maus schon mal zwischen den Masseusen mit 30 Jahren Erfahrung zu entdecken. "300 THB für eine Stunde Massage. Da gönne ich mir demnächst auch mal eine."
Zwischendurch fiel mir bei den vorbeifahrenden Rollern immer wieder auf: Kein Arsch hatte eine Helm auf! Selbst 99% der Touris nicht (der restliche eine Prozent war der Typ, dem ich auch zutraute, zuhause nur mit Ganzkörper-Airbag rumzulaufen). Dann fuhren auch mal ein oder zwei ODER DREI (Schock für den Deutschen) süße Mädels auf einem Roller vorbei, und zur kurzfristigen Auflockerung meiner Schüchternheit auch immer wieder Farangs mit Mädels. "Na bitte, bist doch nicht der einzige Singlemann zwischen den jungen Pärchen in den Flitterwochen und den Familien!"
Nachdem ich zwei Kaffee getrunken hatte, bezahlte ich meine Rechnung. "Eigentlich auch ganz süß, die Bedienung. Ob man die auch auslösen kann?" Nee, das zu fragen, traute ich mich ganz sicher nicht!
Ich wollte ja auch noch in ein Internetcafe, hatte aber am Vorabend und auch bisher auf dem Weg keins entdeckt. Also latschte ich die Beach Road weiter...und weiter...(wenige Aufforderungen mancher Masseusen, doch ihre Künste auszuprobieren)...und weiter. Mittlerweile spürte ich das Tauwetter für leicht übergewichtige Menschen wie mich. Da fand ich dann doch noch eins. Wahrscheinlich war ich als Thailand-Neuling nur zu blind, um vorher eins zu entdecken. Nach dem PC gefragt, den ich benutzen könnte, und dann direkt mal ins Forum. Laut Kalender waren zwei andere Mitglieder auf Samui, direkt mal beide per PN angeschrieben und geplant am Abend nochmal nachzuschauen. Mails gecheckt, ein paar Standardseiten angeschaut und 20 Baht bezahlt.
Auf dem Rückweg zum Bungalow hielt ich noch bei einem Straßenhändler an, der sowohl Handtücher als auch Sonnenbrillen (ich hatte keine ohne Stärke mit) anbot. Als ich meine Wahl getroffen hatte, tippte er auf seinem Taschenrechner 1800 ein. Als fleißiger Forum-Leser machte ich einen auf erfahrener Basarbesucher und schnappte mir den Taschenrechner. 900 tippte ich ein. Danach verhandelten wir nur noch mündlich. Am Ende bezahlte ich 1200 Baht für zwei Handtücher und eine Sonnenbrille (keine Ahnung, ob das noch akzeptabel war).
Jetzt wollte ich schnell an den Strand...aber irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl unter dem linken Fuß. "Du Honk machst mit den Flip Flops auch einen Leistungsmarsch über die halbe Insel. Jetzt haste ne Blase."
So ging es zurück in den Bungalow und anschließend an den Strand. Dieser hielt, was ich erwartet hatte.
Allerdings kaum hatte ich meinen Astralkörper auf dem Handtuch im Schatten (direkte Sonne lässt mich trotz intensiven Eincremens schnell zum Krebs werden) platziert, kamen mehrere Frauen mit Körbchen in meine Richtung. Damit meine ich jetzt (leider) nicht Frauen mit A-, B- und C-Körbchen. Die erste war da und zeigte auf meine Füße. Davon hatten mir Freunde erzählt, die kurz vorher auf Samui waren. "No, thanks!", entgegnete ich lächelnd. Aber irgendwie wollte sie das wohl nicht als endgültig akzeptieren. Nachdem ich das wie eine Schallplatte mit Sprung mehrfach wiederholte, ging sie dann doch. Nicht, dass die in der Nähe befindlichen anderen Damen der Kunst das interessiert hätte. So kamen in den nächsten fünf Minuten weitere drei Frauen, die ich ebenfalls wieder mit rezitierendem "No, thanks!" abwimmeln musste. Bis dann die letzte sich einfach einen Fuß schnappte und schon loslegen wollte. Da entschwand meinem Gesicht das Lächeln und das "No" war dann auch etwas deutlicher. "Hmm, das vor dem Urlaub gelesene "immer lächeln und ablehnen" lässt sich hier wohl nicht anwenden."
Zwischen Planschen, Musik hören, Buch lesen, Rauchen und diversen Kombinationen stellte ich fest, dass an diesem Strandabschnitt die Touri-Thaimädel-Rate doch erheblich höher, als bisher erlebt, war. Und es wirkte so selbstverständlich! "Ok, es wird hier wirklich anders damit umgegangen, als wenn Du zuhause mit einer "bezahlten" Freundin durch die Straße gehen würdest."
Die Sonne senkte sich langsam gen Horizont, so dass ich meinen Kram zusammenpackte und in den klimatisierten Bungalow verschwand.
Langsam bekam ich Hunger und für den erneuten Marsch zum Inet-Cafe käme die Stärkung auch genau richtig. Also wieder die Dusche genutzt und frische Klamotten an. Diesmal zog ich mir Turnschuhe an. Und natürlich nicht zu vergessen, der Super-Duper-Hyper-Mückenschutz wurde auch noch aufgetragen. "Boah, stinkt das Zeug! Das kann die Viecher nur abschrecken."
Der altbekannte Weg führte mich wieder als erstes bei der Bikini-Bar vorbei. "Warum in die Ferne schweifen?" Ich platzierte mich mittig in dem Laden und genoss das Meeresrauschen und die Reggaemusik. Überall hingen auch Jamaika- und Bob Marley-Flaggen. "Warum trägt die Kleine an der Theke eigentlich keinen Bikini in der Bikini-Bar? Schade!" Ich bestellte und verschlang den Mix aus Gemüse und Garnelen. 350 Baht für das Essen mit Getränk. Irgendwie konnte ich die Währung noch nicht einschätzen und mir war nicht bewusst, dass es eigentlich knapp 9,- € waren, was jetzt absolut nicht überteuert, aber auch nicht meinen Vorstellungen von saubillig entspricht.
Und los ging die Latscherei. Als ich am Inet-Cafe ankam, hatte ich das Gefühl, meine Blase wäre trotz des besseren Schuhwerks größer geworden. "Leck mich doch! Morgen schaue ich, ob ich mit meinem rosa Lappen n Roller kriege! So geht das auf jeden Fall nicht weiter!" Ich checkte meine privaten Nachrichten im Forum und sah, dass "king of pattaya" geantwortet hatte (LG und danke nochmal). Leider war er bereits weiter nach Pukhet gezogen, wo es ihm genau wie auf Samui nicht gefiel, und kündigte seine Weiterreise nach Bangkok an. Zitat:"Geh nach Pattaya wen du was erleben willst." Ich befürchtete schon, dass ich vor Langeweile umkommen werde, da ich ja nicht NUR Strandurlaub machen und um 20 Uhr ins Bett wollte. Ok, muss ich ohne Babysitter auskommen.
Auf dem Rückweg entdeckte ich auf Höhe der Straße, in die ich am Vortag eingebogen war, eine Australian Bar, die ganz gut besucht war. Dort saß ein Typ mit Blick in die eigentliche Barstraße, den ich zuvor am Strand mit einer Begleitung gesehen hatte. Da es eh noch recht früh war, entschied ich mich, es ihm gleich zu tun. Vielleicht könnte ich was lernen.
Ein Heineken bestellt und trotz der zahlreichen Ventilatoren gleich wieder ausgeschwitzt. "Hoffentlich gewöhne ich mich langsam an das Klima. Knackeweiß und den Glaz des Schweißes...da leuchte ich die Straße ja allein aus." Nun saß ich da und beobachtete das Treiben auf der Straße. Nach und nach bogen Roller mit Mädels oder mit Touris und ihrer weiblichen Begleitung in die Barstraße ein. "Ahja, die werden zur Arbeit gebracht. Das stand ja auch in mancher Lektüre. Gut, dann ist es wirklich noch früh." So verbrachte ich noch ca. 1,5 Stunden mit zwei weiteren Heineken. Zwischendurch war der Typ verschwunden und ich hatte es verpasst, ihn anzuquatschen.
Da ich hier in Deutschland seeehr selten Alkohol trinke, reichten die drei Heineken schon, um mich zumindest ermutigt an meine Gedanken des Vortages zu erinnern. "Auf geht's, alter Mann. Die Süße von gestern wartet schon auf Dich."
Voller neu gewonnenem Mut ging ich Richtung Barleben. Aber jeden Meter, den ich zurücklegte, hatte ich das Gefühl, weniger Touris um mich zu haben. Irgendwann fehlte mir nur noch der Scheinwerfer, der mich für die Mädels als einziges Opfer kennzeichnen sollte. Egal, ich hatte ja mein "Opfer" auch bereits ausgesucht. An der Bar angekommen konnte ich die Kleine nicht entdecken. Ansonsten war die Bar auch nicht weiter besucht und die anderen Girls sprachen mich nicht unbedingt an. "Hmpf, ist die schon ausgelöst? Kommt sie später? Da gehe ich jetzt aber nicht rein!"
Ich machte den Plan, später nochmal vorbeizugehen und bis dahin wieder nach etwas besser besuchten zu suchen.
So drehte ich die gleiche Runde wie am Vorabend. Aber das sah jetzt nicht so berauschend aus. Da waren maximal zwei Kerle in einer Bar. Ich kam dann wieder an den Bierbars um den Boxring an. Als ich die Umrundung fast abgeschlossen hatte, sah ich von hinten etwas, das mir extrem zusagte! Eine kleine mit für mich perfektem Apfelärschchen legte gerade die Sitzkissen auf die Plastikstühle, die zwischen Bar und Straße standen. Ein paar Meter weiter und einen Blick auf die Frontansicht später, machte ich einen Schwenk und pflanzte mich an einen der äußeren Tische, um meine "Ich bin nur ein an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Masche weiter aufrechtzuerhalten. (Ihr erinnert Euch?? Immer noch bekloppt!!). Sofort stürmten drei Mädels aus der Bar zu mir, die Kleine mit dem geilen Arsch, noch eine sehr Süße, die mir auch gefiel, und eine Hübsche, die aber irgendwie keinen Reiz für mich ausstrahlte (ab sofort nenne ich die drei Knackarsch, Süße und Reizlose, um der besseren Lesbarkeit willen). Knackarsch schnappte sich mein Feuerzeug und steckte es sich in ihr A-Körbchen und ging mit frechem Grinsen zur eigentlichen Theke zurück. Ich bekam diese einlaminierte DINA4-Seite in die Hand gedrückt und blieb dem Heineken treu. Mir natürlich noch nicht bewusst, aber von den Profis bereits nach wenigen Momenten als absoluter Neuling enttarnt, kamen sofort die Fragen nach Drinks von den beiden verbliebenen Mädels.
Meine erste Reaktion sollte noch vernünftig und -im Nachhinein betrachtet- als an diesem Abend einzige zu wiederholende Handlung gewertet werden: Ich zeigte auf Knackarsch und sagte "for her". Sie guckte ein wenig überrascht und kreischte dann freudig. Nachdem Sie sich irgendwas genommen hatte, kam sie wieder zu meinem Tisch und setzte sich neben mich. Noch währenddessen blickten mich Süße und Reizlose mit dem Blick eines sterbenden thailändischen Dackels an und wollten auch gerne was trinken. "Ach, ist doch alles billig hier!" Ich nickte. "Ok!" Die nächsten zwei freudig kreischenden Mädels, die sich auf meine Kosten an der Bar bedienten. Als dann die Mamasan und 3-4 anderen Mädels in der Bar das mitbekamen, wurde ich von diesen ebenfalls angefleht, sie kurz vor dem Verdursten zu retten. "Ach, ist doch alles billig hier!" Ich deutete an, sie sollen sich alle was nehmen. Ich kann schwer "Nein" zu nett fragenden Frauen sagen und außerdem ist doch eh alles so billig in Thailand.... Ja, sie hatten einen dummen Farang erwischt und er zappelte im Netz, ohne es zu wissen. Brav kamen alle zum Anstoßen und Bedanken. Knackarsch, Süße und Reizlose blieben bei mir sitzen. Schnell stellte sich heraus, dass Knackarsch und Reizlose zumindest so gut Englisch konnten, dass ich mit Ihnen das übliche Verkaufsgespräch beginnen konnte. "Where are you from?"...usw. Süße hatte Probleme auch nur die einfachsten Sätze oder Wörter zu verstehen, geschweige denn zu sprechen. Knackarsch spielte dann immer den Dolmetscher. Ich erinnerte mich wieder an die Lektüre hier im Forum "gutes Englisch=erfahrener Profi", aber ich sollte das ausblenden.
Noch konnte ich mich in die Situation nicht ganz einfinden und bekam mit, wie teilweise vorbeilaufende Touri-Pärchen teils anteilnahmslos, teils verächtlich schauten (das bildete ich mir zumindest ein).
Nun gut, im Prinzip war die Entscheidung schon gefallen. Reizlose war halt ohne Reiz, mit Süße konnte ich kein Wort wechseln, es sollte Knackarsch werden! Reizlose hatte scheinbar ein gutes Gespür und verschwand auch nach einiger Zeit, als ich mich fast nur noch mit Knackarsch unterhielt. Süße hatte mittlerweile 4-gewinnt aufgebaut und wollte spielen. "Meine Güte, das habe ich das letzte Mal im kalten Winter 1912 gespielt." Da ich aber ein kleines Spielkind bin, ließ ich mich darauf ein. Siehe da, vielleicht lag es an der mindertalentierten Logik von Süße, dass ihre Englischkenntnisse gen null tendierten. Sprich, ich gewann immer wieder gegen sie. Es dauerte nicht lange, da wurde das Spiel getauscht. Es kam das Jackpot-Spiel auf den Tisch. Bis dahin für mich völlig unbekannt. Ich sagte, dass ich es nicht kenne (ok, ich unterstrich quasi das "First Timer" auf meiner Stirn). Knackarsch erklärte es mir und wir begannen zu spielen. "Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln!" Das war scheinbar das Spiel von Süße. Knackarsch bestätigte auch dabei meinen Eindruck, dass die Kleine nicht auf den Kopf gefallen war.....
Ok, hier muss ich unterbrechen, da ich morgen früh raus muss. Ich komme auch erst Sonntag/Montag zum Weiterschreiben, sorry!