Thailand Zwischen Euphorie und Abgrund --- ab morgen ändere ich was

Danke für die positiven Rückmeldungen!!!
Das treibt mich an, mich immer wieder länger als geplant oder gedacht hinzusetzen, um den nächsten Teil zu verfassen...so ca. 3 Stunden sitze ich -teils von Nervensägen unterbrochen- dann doch an einem Teil. So völlig aus der Erinnerung heraus zu schreiben, ist dann doch nicht leicht.

Ich befürchte schon, den Bericht nicht bis Jahresende abschließen zu können.
 
Tag 6:

Scheiße, mein Kopf brummte! Aber wenigstens hatte Mutter Erde aufgehört sich zu drehen...zumindest für mich. Knackarsch schorchelte neben mir tief und fest. "Der gesunde Schlaf der Jugend!" Ich schlüpfte in eine Short und ging auf die Terrasse, um erstmal an der "frischen" Luft eine zu rauchen. Dort untersuchte ich meine Beine nach neuen Moskitostichen und betrachtete mein rechtes Knie. "Lecko mio, was hat mich denn da für ein Viech erwischt?!" Zwei kleine Blasen hatten sich gebildet. "Hat mich jetzt etwa noch ne Spinne gebissen oder was war das? Juckt und brennt ganz schön." Nach Einklopfen des Sargnagels schlich ich wieder rein und fand meine Kleine alles andere als wach vor. Also machte ich mich Kaffee-fertig und kehrte nach kurzer Fahrt in der Quelle des braunen Goldes ein. Mein Magen war ja eher ein Vacuum, so dass ich ein komplettes Frühstück mit Bohnen, Spiegelei, Würstchen, Tomate, Pilzen und Vitaminschock in Form eines Orangensafts zu mir nahm.

Frisch gestärkt, aber ohne die männliche Katze vertrieben zu haben, kam ich am Bungalow wieder an und wurde freundlich begrüsst. "Are you ok?" "Yep, only my head wants to explode." "What you do today?" Ich erklärte ihr, dass ich mein Erholungsprogramm am Strand durchziehen möchte und mich freuen würde, wenn sie auch dabei wäre. Natürlich müsste sie erst noch in ihr Zimmer, würde dann aber später zu mir kommen. Also drückte ich ihr den Schlüssel für meinen Feuerstuhl in die Hand und wir tauschten die Kontaktdaten für "Line" aus. So gingen wir gemeinsam Richtung Roller, wo ich ihr erklärte, wo sie mich am Strand finden würde. Knackarsch fuhr, zum ersten Mal ohne ihre ID-Card von der Rezeption abzuholen, davon und ich schleppte mich die verbliebenen 30 Meter zum Strand.

Ca. zwei Stunden später vibrierte mein Telefon: "What are you doing?" stand da. Ich schrieb ihr, dass ich immer noch am Strand sei, worauf zurückkam: "I come to you soon"
Kurze Zeit später krabbelte sie mich am Kopf, als ich bäuchlings mit Kopfhörern im Ohr entspannte. Ich drückte ihr das zweite Strandhandtuch in die Hand und sie legte sich in ihrer knappen Jeansshort und dem T-Shirt in XS neben mich. Ob sie Hunger hätte, verneinte meine Kleine. Sie hätte schon gegessen. Ich wollte, dass Knackarsch sich in meiner Gesellschaft wohlfühlt. (der LKS-Dämon hatte mich immer fester in seinen Klauen)
Ich zeigte ihr noch meinen "Spinnenbiss" und sagte, dass ich keine Ahnung hätte, wann oder wo ich mir den eingefangen haben könnte. Sie telefonierte zwischendurch per Videochat mit ihrem Papa und erzählte mir im Anschluss ein bisschen über ihre Familie. Ihr Bruder müsste zur Armee, weil er bei so einer Art Losverfahren die Arschkarte gezogen hätte und jetzt zwei Jahre Dienst leisten müsste. Eine Geschichte von einem kranken Wasserbüffel o.ä. kam nicht.
Mit ins Meer wollte sie nicht. Sie möge es nicht so sehr. (mir kam nicht der Gedanke, dass sie vielleicht nicht schwimmen könnte und daher nicht so gerne ins Wasser ginge...weiß ich aber auch bis heute nicht) So verbrachten wir noch die restlichen Sonnenstunden zusammen, völlig ruhig. Natürlich im Schatten!
Dazu noch eine kleine Anekdote, die mir in diesem Zusammenhang einfällt: Am ersten gemeinsamen Morgen sagte Knackarsch zu mir "You are so white" und betonte, dass sie auch gerne heller wäre. Ich mochte ihre Bräune. In den folgenden Zeit fiel mir auf, dass ihr Duschgel einen Bleaching-Anteil hatte, im 7/11 einige Pflegeprodukte mit der gleichen Wirkung herumstanden, im Thai-Fernsehen alle recht hell aussahen und die Mädels sich mit Puder versuchen aufzuhellen. Hier im Forum ist es ja auch schon öfters beschrieben worden...im LoS ist es wie im früheren Europa: die edle Blässe wird bevorzugt, denn nur die armen Bauern sind aufgrund ihrer Feldarbeit braun. Wenn es danach ginge, müsste ich König in Thailand sein.

Als wir unsere Zelte abbrachen und auf dem Rückweg in den Bungalow waren, fragte mich die Kleine, was ich noch vorhätte. "First of all, I want to make bum bum!" Ja, der Kater hatte seine Krallen aus meinen Schläfen gelöst und schließlich war ich schon einige Zeit "auf dem Trockenen". Sie verwies auf den Abend, aber konnte oder wollte meinem nachdrücklich geäußerten Bedürfnis nicht widersprechen. Ihr habt es vielleicht schon vermisst (oder auch nicht):

*piep* schwarzer Balken *piep*

Nun konnte ich ihre Frage abschließend beantworten und sagte ihr, dass ich gerne was essen und danach einfach nur Spaß haben möchte. Knackarsch fragte, ob ich Burger mögen würde. "Die will mich doch jetzt nicht zu Mäcces schleppen? Da habe ich keinen Bock drauf!" Aber sie lotste mich zu der Australian Bar, in der ich ja immer morgens intravenös versorgt wurde. Nachdem ich den Roller abgeparkt hatte, führte sie mich nicht in die Bar, sondern schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite an einen kurzen Tresen. Da passten gerade mal 4-5 Hocker dran und ein Tisch stand nebenan. Der Laden war mir vorher nie als solcher aufgefallen. Hinter dem Tresen standen zwei Thai-Mädels, die die Fleischflatschen brieten. Der Burger war wirklich lecker und die ca. 200 Baht zahlte ich gerne für das Menü mit Pommes und einem Getränk. Ich bedankte mich bei meiner Begleitung für den Tip und schlug vor, erstmal zur Bar zu ihren Freundinnen zu fahren. Schließlich wollte ich meine Kleine glücklich sehen.

Also schwangen wir uns auf den fahrbaren Untersatz und knatterten die paar hundert Meter weiter zur Bar. Dort stellte sie mich ihrer "Vertretung", dem Ladyboy vor. Ich bin nicht homophob (kann man gar nicht, wenn man in Köln wohnt und arbeitet), aber zu allem, was ein "m" im Pass stehen hat, brauche ich nicht mehr als oberflächlichen Körperkontakt, so dass ich sehr skeptisch blieb. Der Ladyboy hatte keinerlei Umbau, war sehr schlank und und wahrte den Schein durch lange Haare, Schminke und High Heels, mit denen er meine 1,81m überragte. Scheinbar haben auch die "falschen Frauen" in Thailand einen guten sechsten Sinn, denn der Ladyboy machte keinerlei Anstalten, sich -wie manchmal hier im Forum beschrieben- übermässig an mich zu schmiegen oder ungewollte Griffe anzusetzen.

Ich fragte Knackarsch, ob sie nicht auch mal was essen möchte. Sie würde sich was an den Garküchen nebenan holen. Ohne das Gefühl zu haben, dass sie es von mir erwartete, drückte ich ihr 200 Baht in die Hand. Sie gab mir einen Hunni zurück und sagte, dass die anderen 100 reichen würden. "Hmm, hätte sie nicht gemusst...finde ich gut!" So ging sie rüber und kam auch gleich wieder. Das Essen wurde ihr dann ein paar Minuten später zur Bar gebracht. Wir saßen im Anschluss noch einige Zeit an der Bar, tranken, spielten und hatten unseren Spaß. Knackarsch fragte mich anfangs immer, ob sie ein weiteres Getränk haben dürfte. Ich erklärte ihr, dass wenn sie mit mir unterwegs sei, sie nicht zu fragen braucht, sondern einfach bestellen soll. Ich hielt mich an diesem Abend deutlich zurück mit alkoholischen Getränken...das gebrannte Kind scheut das Feuer.

Knackarsch schlug vor, noch woanders hinzufahren. Gesagt, getan. Wir fuhren in die Swing Bar, ganz in der Nähe meiner Unterkunft. Dort waren wir die einzigen Gäste und die Low Season ließ mich wieder überlegen, ob hier überhaupt in der Hochsaison das Leben tobte. Meine Kleine bestellte die Getränke für uns und wechselte Geld für einen Billardtisch. Ich liebe es, einen schönen Frauenkörper über einen Billardtisch gelehnt zu beobachten! "Eine gute Idee mit dem Billard, mein Knackarsch!" Wir spielten dort einige Runden, bis wir uns entschieden, die Nacht ruhig im Bungalow ausklingen zu lassen.
Also zurück im klimatisierten Schlafzimmer konnte ich die gewohnt angenehme Abschlussrunde des Tages einläuten.

*piep* schwarzer Balken *piep*

Wir schauten noch gemeinsam fern und zumindest ich schlief nach einem schönen Tag zufrieden ein...zum ersten Mal ohne den Vorsatz, ab morgen etwas ändern zu wollen.
 
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Hallo Leute, vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!

@faxe: Schade, aber vielleicht kommt es ja wieder zu einem Playoff-Duell.

@kai0602: Jep, freu mich auch schon. Werde mich auch nochmal rechtzeitig vorher melden.

@Minit und alle anderen mit Bilderwünschen: Ich habe grundsätzlich fast keine Bilder von dem Urlaub gemacht. Aber nachdem die Anfragen hier immer zahlreicher werden, überlege ich, mal zwischendurch ein qualitativ schlechtes Foto (von hinten) von Knackarsch einzustellen...wenn ich es hinbekomme, das Teil vom iPhone auf den PC zu bekommen. ;) Vielleicht werde ich am Ende auch eins mit Gesicht posten, um die ein oder andere "Lochschwägerschaft" zu enthüllen (was mir allerdings öffentlich nicht so lieb wäre).


Zum Bericht:
Aufgrund der Feiertage und anhaltendem, elterlichen Besuch habe ich momentan nicht gerade das ideale Umfeld, um längere Zeit hier im Forum aktiv zu sein. ;) Von daher muss ich Euch auf den 30./31. vertrösten, bis ich zum nächsten Teil komme.
 
So, wie versprochen:

Ein Bild von hinten im "Freizeitlook" in schlechter Qualität und hochgesteckten Haaren. Ich finde, dass es nicht sehr vorteilhaft ist, aber ein besseres Foto aus der Perspektive habe ich nicht, sorry.

Anhang anzeigen IMG_0251.jpg



Ich hoffe, das beruhigt die wütende Menge solange ich an "Tag 7" schreibe. ;)
 
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Tag 7:

Alles war in Butter und dementsprechend "geschmeidig" wachte ich auf. Meine Kleine schlief, wie immer, noch. (keine Ahnung, ob sie immer gewartet hat, bis ich schlafe, um dann die restliche Nacht mit anderen Customern zu texten, oder ich mir doch langsam eingestehen muss, dass die senile Bettflucht schleichend mit dem Alter kommt?!) Also wieder mal in frische Klamotten geschlüpft und bei strahlendem Sonnenschein in Richtung gesundem Frühstück "Koffein&Nikotin" getuckert. Die Bedienungen an der Kaffeetränke erkannten mich mittlerweile und ich brauchte ihnen nur noch zuzunicken, um meine Bestellung abzugeben. Einen Kaffee und zwei Zigaretten später brach ich wieder auf, um auf dem Rückweg nochmals meine Urlaubskasse aufzufüllen. Ich hatte zwar noch genug für den Tag, aber ich habe erstens gerne Reserven und zweitens wollte ich schon langsam an der "Altersvorsorge" für Knackarsch, sprich der ersten Rate für ihre Begleitung, sparen. Also hielt ich am nächsten ATM an. "bla bla...insufficient...bla bla" stand im Display, nachdem ich die üblichen 10.000 THB abheben wollte. "Hä? Ich habe heute doch noch gar nichts abgehoben?! Probiere ich es später nochmal!" Unverrichteter Dinge fuhr ich somit wieder zurück zum Bungalow und grübelte, warum der Automat nichts ausspucken wollte.

Im Zimmer angekommen erwartete mich eine sichtlich erholte und sich wohlfühlende Thaimaus. (heute selbstreflektierend hört es sich bescheuert an, aber ich fühlte mich immer wieder gut, wenn ich den Eindruck hatte, dass ich Knackarsch etwas Gutes täte, indem sie einfach nur in einem vernünftigen Bett und klimatisiert ausschlafen konnte) Ich fragte sie, ob sie etwas bestimmtes vorhätte. Sie würde gerne zum Markt und Krabben kaufen, die sie für sich und die anderen Mädels zubereiten wollte. Gesagt, getan...nachdem sie sich frisch gemacht hatte, machten wir uns auf den Weg. Ich dachte, sie meinte den Markt in der Nähe des Tesco in Lamai, aber da hatte ich mich getäuscht. Wir verließen Lamai in südlicher Richtung, um eine gute Viertelstunde die Ringstraße entlang zu fahren. Als Knackarsch ihren Chauffeur zum Anhalten bewegte, sagte sie mir, dass ich nicht mit auf den Markt müsste, da es dort ziemlich -vor allem nach Fisch- stinken würde. Das musste ich mir auf nüchternen Magen auch nicht antuen...eigentlich auch nicht, wenn ich gut gefrühstückt hätte. So spielte ich gerne den Wachhund am Roller. Ich wollte ihr noch Geld in die Hand drücken, aber das lehnte sie ab.

Knackarsch verschwand also zwischen zwei Häuserreihen und während ich mir einen Glimmstängel anzündete, spürte ich die heiße Mittagssonne ungeschützt durch mein lichtes Haupthaar und auf meiner edlen weißen Haut brennen. Durch den Fahrtwind hatte ich nicht bemerkt, dass die Feuerkugel für ein Kellerkind aus Mitteleuropa mit gesunder Monitorbräune ordentlich strahlte. Um nicht wie ein weiteres Opfer von Buffy zu enden, holte ich mir aus einem in der Nähe befindlichen 7/11 eine gekühlte Erdbeermilch und suchte mir ein schattiges Plätzchen am Meer. Dort hockte auf dem erhöhten Steg ein Typ, der nach "gescheiterter Existenz im LoS" aussah. Er hüpfte irgendwann runter, fragte mich nach Feuer und verschwand wieder auf seinen "Pelikan-Holzpflock". Der Angehörige des Empires zeigte dem Frischling mal wieder, dass es nicht für alle hier so rosig ist.

Ich musste nicht lange warten und da kam die Kleine stolz mit zwei vollen Tüten zurück. In der einen war irgendwas in der Form und Größe einer genmutierten Wassermelone, die andere quoll fast an Krabben über. "Ja, und wo soll ich die jetzt transportieren? Soll ich die Krabben wie Wäscheklammern an meinem Körper verteilen und die Melone auf meinem Kopf balancieren?" Knackarsch hing die Tüten über einen Minihaken über dem Fußraum des Rollers, so dass beide Tüten den Platz, wo ich eigentlich meine Füße abstellte, völlig einnahmen. "Let's go!" Als ob ich täglich mehrfach solche Einkäufe transportieren würde, schwang ich mich auf den Roller und hoffte auf dem Weg zurück nach Lamai, kein "Roller-Bowling" mit der Melone zu spielen...geschweige, dass keine der Krabben meinte, sich an meinem Bein empor die Freiheit zu erkämpfen, während ich das Gefährt mit den Füßen halb in der Luft nach Hause balancierte. Um- und unfallfrei lieferte ich schließlich sowohl meine Begleitung als auch ihre Einkäufe für die Mädels-Kompanie an der Bar ab und verabschiedete mich in Richtung Strand. Auf dem Heimweg versuchte ich nochmal mein Glück an einem Geldautomaten. "bla bla...insufficient...bla bla" "Haaaallloooo?! Ich - "reicher" Farang, Du - Geldausgabemaschine!!!" Von wegen...

Ok, erstmal die Erholungsphase des Tages am Strand einläuten. Dort das übliche Programm, um Kraft für den Abend zu tanken, abgespult. Zusätzlich habe ich es auch geschafft, die "Donut-Frau" abzufangen und mir einen Snack zu gönnen. Inmitten der iPod-Beschallung hatte ich dann die Erleuchtung. "Du Honk hast das Hotel mit der Kreditkarte bezahlt und mittlerweile viermal je 10.000 Baht abgehoben...das sind mehr als dein festgelegter Kreditrahmen von 1.500 €!! Is klar, dass der Automat nichts mehr ausspuckt!!" (ich hatte zu Anfang meines Berichts bereits erwähnt, dass ich das Kartenlimit knapp hielt, weil ich mal Probleme mit einem KK-Betrug hatte) Tja, was nun? Ich hatte noch gut eineinhalb Wochen Urlaub vor mir und nur noch die 200 € Bar-Reserve im Safe. "Muss ich nachher bei der DKB anrufen. In der Dienstleistungswüste Deutschland haben die doch gaaaanz sicher Verständnis für meine Lage: Hi, bin in Thailand alleine im Urlaub und bekomme mit meiner Karte kein Geld mehr. Bitte helfen sie mir, weiter zum Stich zu kommen." Na gut, vielleicht sollte ich meine Lage etwas anders beschreiben. Also ging ich etwas früher als sonst zurück zum Bungalow und wählte die Auslandsservice-Nummer der DKB...0049 usw. Kein Klingeln am anderen Ende, nur eine Dame, die mich auf Thai vollquatschte. Konnte ich etwa nicht mit der Thai-Karte ins Ausland telefonieren? Somit musste ich wohl notgedrungen meine deutsche SIM nutzen, um für teures Geld bei der Bank anzurufen. Als ich mein iPhone in der Hand hielt, fiel mir auf, dass man ja so einen mitgelieferten "Schlüssel" braucht, um die SIM-Schublade zu öffnen. Den hatte ich natürlich nicht mit. "Ne Büroklammer sollte es auch tun...aber woher nehmen, wenn nicht stehlen." Genau, sowas hatte ich ebenfalls nicht. (ja, bitte keine Ratschläge. ich weiß selber, dass es zig Möglichkeiten gegeben hätte, aber in dem Moment stellte ich mich echt dämlich an) Als Tom Hanks in "Castaway" fummelte ich mangels vorhandener Optionen an einem Touristen-Werbeheftchen, um eine Heftklammer als Werkzeug zu missbrauchen. Auch daraus wurde nichts. Ich entschloss mich, erstmal 100 € in bar umzutauschen und später meine Allzweckwaffe Knackarsch zu fragen. Notfalls müssten wir in den Tesco zu dem Handyladen fahren und dort kurz die SIM-Karten tauschen lassen. (nochmal: ich hatte zu dem Zeitpunkt ein wenig Scheuklappen bezüglich anderer Optionen)

Gegenüber der Australian Bar, in der ich immer meine Morgengeister erweckte, gab es eine Wechselstube. Dort bekam ich für meine 100 Euronen erstmal genug Bilder des Königs, um bis zum nächsten Tag über die Runden zu kommen. Mittlerweile war es in Deutschland auch schon spät abends, so dass ich meine Bemühungen bezüglich meiner Liquidität auf morgen verschoben hatte. Ich fuhr weiter zur Bar und traf dort Mamasan, Ladyboy und meine Kleine an. Diese fragte mich auch gleich, ob ich noch was essen möchte. Ich lehnte dankend ab, aber sagte, dass ich doch gerne eine frische Ananas probieren würde. Zack, rief sie quer über die Straße zu einem der Mofa-Imbisse. Ich würde gleich eine frische Ananas bekommen. "Ach, ich bin der König von Mall...aehm...Lamai !" Während mein Vitamin-Snack wohl zubereitet wurde, erklärte ich meiner Kleinen das Problem mit der SIM. Daraufhin meinte sie, dass eine Freundin von ihr ein iPhone hätte und wir sie am Abend fragen könnten. Wunderbar, mein Trumpf hatte wieder gestochen. Mittlerweile war die Ananas, scheinbar frisch aufgeschnitten, in einer Tüte mit Holzspieß geliefert worden. Ich genoss den Geschmack und den abklingenden Tag in Gesellschaft meiner Pflegekraft, bevor es zurück zum Bungalow ging, um mich nochmal aufs Ohr zu hauen. Knackarsch wollte in ihr Zimmer, um auch nochmal zu schlafen und sich für den Abend hübsch zu machen.

Im Bungalow runtergekühlt ratzte ich dann auch ein bis zwei Stunden.....um schweißgebadet aufzuwachen. Mir blieb gar nicht lange Zeit, um mich zu wundern, denn irgendwas vom Tage wollte ganz schnell wieder raus. Gut, dass ich alleine war. So konnte ich die Schüssel "in Ruhe" sprengen. Ok, ich hatte den ganzen Urlaub keine vernünftige Verdauung, aber das war nochmal eine Nummer heftiger. Frisch erleichtert legte ich mich nochmal aufs Bett, um mich von der Klimaanlage abkühlen zu lassen. Ich kochte! (wir Männer scheinen hier im Forum ja unter uns zu sein, also kann ich ruhig wehleidig sein) Meine Stirn fühlte sich nach mindestens 40 Grad an. Zu allem Überfluss hatten sich an meinem "Spinnenbiss" wieder Blasen gebildet. Nach dem Motto "was kommt, geht auch wieder" duschte ich mich kühl ab, sprang in mein abendliches Outfit und machte mich auf den Weg zur Bar, um mich dort mit Knackarsch zu treffen.

Ich hielt mich dort an nicht-alkoholische Getränke, da mein Innerstes anscheinend einen Kleinkrieg ausfochte, ich aufgrund des Fiebers noch mehr schwitzte als sonst und richtige Feierlaune nicht aufkommen wollte. Zwischendurch bestätigten mir die Krankenschwestern in Person von meiner Kleinen und Mamasan mit gekonnten Fertigkeiten (nein, kein Finger-im-Po-Mexiko, sondern nur Hand auf der Stirn und Brust), dass ich Fieber hätte. Die erste Diagnose von Dr.Knackarsch war "Sonnenstich". Die Mittagssonne wäre wohl ein wenig zu viel für mich gewesen. Das erschien mir nachvollziehbar, aber ich hatte im Hinterkopf auch irgendwas von "Dengue-Fieber", wovon ich sowohl gelesen als auch von meinem Betriebsarzt gehört hatte...gestochen worden bin ich ja schließlich oft genug und nicht zu vergessen, dieser komische Spinnenbiss.

Der Abend an der Bar wurde nicht lang. Zum einen traute ich mir nicht zu, eine Streuladung zielgenau und unfallfrei im Stehen in das Loch auf der 3-Baht-Toilette zu versenken, und zum anderen war ich ziemlich platt. So brachen wir, für unsere Verhältnisse, ziemlich früh auf, um den jammernden Farang ins Bett, nahe einer vernünftigen Toilette, zu bringen. Während sich meine private Krankenschwester (so muss das also als Privatpatient sein) mit Handy und Fernsehen beschäftigte, richtete ich eine Pendelstrecke zwischen Klimanlagenluftstrom auf dem Bett und der Toilette ein. Somit war an bumbum sowieso nicht zu denken. Nach ein paar Stunden der persönlichen Hölle schlief ich mit der Hoffnung ein, dass nach einer ruhigen Nacht und zusätzlicher Flüssigkeitszufuhr das Ganze am nächsten Morgen erledigt sei. Frisch nach dem Motto:

"ab morgen ändere ich was..."

 
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@AndreasT
Nicht, dass Dir ab dem 03.02. das Lachen im Halse stecken bleibt. :p


@sunchecker
Danke und viiiieeeel Spaß auf der Insel !!!


@Samui121
Ich denke, dass Du nicht der Einzige bist, der sie auch so schon erkannt hat. Aber die Verwandschaftsverhältnisse a la Lochschwager klären wir am Ende. Erwarte dann natürlich Ende Februar Geschenke meiner neuen Verwandschaft zum Geburtstag. :mrgreen:


@schlapp
Danke und: "kennen" ja, aber nie geschaut.


@buemikey2
Auch Dir danke und einen tollen Urlaub auf Samui !!!
 
Tag 8:

Aufgewacht war ich nicht wirklich, eher war mal wieder eine Ruhezeit zwischen den Wachphasen beendet. Irgendwie erinnerte die Nacht mich an den Vorabend einer "Hafenrundfahrt" (=Darmspiegelung). Entsprechend leer war mein Innerstes. So schlich ich mich aus dem Bungalow und ging nur die paar Meter die Straße runter, um an der Bikini Bar endlich mal etwas IN den Körper zu befördern. Es sollte ein Pancake mit Erdbeeren und Honig sein. Zu allem Überfluss schien der Koch, genau für meinen Wunsch das Rezept per 28k-Modem herunterladen zu müssen. Der zeitgleich bestellte Kaffee (ja, ist bei Verdauungsproblemen genau das Richtige!!) war bereits getrunken und so ganz ruhig blieb es in mir auch nicht mehr. Eine gefühlte Ewigkeit später kam dann auch der Pancake, von dem ich mir knapp die Hälfte runterzwang, um dem Körper wenigstens ein paar Kohlenhydrate zuzuführen. Dann wurde es aber auch schon wieder "högschte" Zeit für den "Heimscheißer" (na, welcher Film?)! Ein Gutes hatte die Wartezeit: Ich entdeckte auf dem Tisch Zahnstocher und musste an eine Tierdoku denken, in der ein Schimpanse mit einem Zweig in der Erde stocherte, um damit die Ameisen besser verspeisen zu können. Die Benutzung eines Werkzeugs wäre ein Zeichen von Intelligenz, sagte der Sprecher in der Doku. Also steckte ich zwei Zahnstocher ein, um später vielleicht zum Schimpansen an meinem iPhone zu werden.

Als ich durch die Bungalowtür eintrat, blieb nur ein kurzes "Morning" für die erwachte Nachtschwester, bevor ich direkt wieder links Richtung Bad abbog. Als ich ins Schlafzimmer zurückkam, erkundigte sich Knackarsch nach meinem Befinden und stellte fest, dass mein Fieber zumindest gesunken war. Ob ich zum Arzt wolle, verneinte ich. Schließlich hatte ich die übliche Reiseapotheke dabei und hoffte, mich damit selbst kurieren zu können. Dr.Knackarsch diagnostizierte mittlerweile: "wrong food". Ich sagte ihr, dass ich mich nicht zu weit von der Toilette entfernen und dementsprechend mein Zimmer nicht verlassen würde, solange es nicht besser wird. Sie könnte aber gerne den Roller nehmen, wenn sie irgendwas zu erledigen hätte. Nur Einkäufe auf dem Markt für die Bar machen und kurz im Zimmer frische Sachen anziehen, mehr hätte sie nicht vor. Auf ihre Frage, ob ich irgendetwas bräuchte, äußerte ich meinen Wunsch nach ein paar Bananen. (die sollen ja angeblich stopfen)

So verschwand meine persönliche Krankenpflegerin, und ich warf mir erstmal eine Immodium Akut ein. Danach probierte ich mich in der inversen Evolution. Tatsächlich schaffte ich es, mit dem Zahnstocher die SIM-Schublade am iPhone zu öffnen. Nach erfolgreichem Kartentausch rief ich bei der DKB an. Zu meinem Erstaunen ging auch sofort jemand dran. Am andern Ende meldete sich eine Dame. "Na toll, wenn ich nur Thailand sage, kann ich mir vorstellen, was der Tante durch den Kopf geht."
Ich versuche mal das Gespräch per Gedächtnisprotokoll wiederzugeben:
Ich: "Schönen guten Tag, ich bin im Urlaub in Thailand und wollte Geld mit meiner Kreditkarte abheben, aber der Automat hat mir irgendwas von unzureichender Deckung erzählt."
Sie: "Geben Sie mir bitte mal Ihre Kontonummer!"
Ich: "123456789" (für Spenden gebe ich vielleicht meine richtige per PN raus)
Sie: "Danke, einen Moment"..."Ja, sie haben Ihren Verfügungsrahmen vollkommen ausgeschöpft."
Ich: "Und jetzt? Ich bin hier noch 10 Tage und muss morgen in eine Klinik, um mich behandeln zu lassen!" (das war ja noch nicht mal so fern der Wahrheit)
Sie: "Haben Sie Ihre TAN dabei?"
"WTF?!?! Sicher schleppe ich immer die wichtigsten Unterlagen um den halben Globus mit. Die müsste ich irgendwo zwischen meiner IKEA-Family Card und der KfZ-Haftpflichtversicherung haben!!!"
Ich: "Nein! Können Sie nicht einfach den Kreditrahmen kurzzeitig erhöhen? Ich habe ja genug Geld auf dem Girokonto."
Sie: "Nein, das geht leider nicht."..."Einen Moment bitte"
"Ja, super...drück mich in die Warteschleife! Ich bin ja nur in Thailand und bezahle drei Euro pro Minute, um mir minutenlang das Gedudel von Eurer Warteschleife anzuhören!!!"
...gute 5 Minuten später...
Sie: "Hallo? Herr Ghostrider?"
Ich: "Ja!"
Sie: "Danke, dass Sie gewartet haben."
"Jaaa, ich habe eh nix besseres zu tun. Da dachte ich, ich warte einfach mal!!! Mein Gott, wat is nu??"
Sie: "Wir können 1000 Euro von Ihrem Girokonto auf das Kreditkartenkonto verschieben. Über diese können sie dann in circa einer Stunde verfügen."
Ich: "Vielen Dank, damit wäre mir ja schon mal geholfen. Können Sie denn nicht mehr überweisen?"
Sie: "Nein, das geht leider nicht."
Ich: "Hmm, na gut. Danke."
Sie: "Bitte und noch einen schönen Urlaub."
"Wenn du wüsstest..."
Ich: "Danke!"

Somit war das schon mal geklärt und ich müsste Knackarsch nicht irgendwas von einem kranken Wasserbüffel erzählen, um mir Geld von ihr zu pumpen.
Danach quälte ich mich mit Bauchkrämpfen und der ein oder anderen Wasserspülung durch, bis meine Kleine durch die Tür trat. Sie hatte mir Bananen mitgebracht...aber nicht etwas dieses 5er-Sträußchen, die man aus deutschen Supermärkten kennt. Nein, das war eine ganze Staude, mind. 12-15 Stück. Zusätzlich hatte sie mir ein paar Päckchen mit Elektrolytpulver mitgebracht. Ich wollte ihr Geld für alles geben, aber wieder mal nahm sie es nicht an und meinte, dass sie sowieso Bananen für die Bar gekauft hätte. Ich erinnerte mich an die kleinen Showeinlagen der Mädels mit Banane und Strohhalm.
So schlecht ich mich auch fühlte, so schön war es, in dieser Situation jemanden zu haben, der sich um einen kümmert. Knackarsch war wirklich nicht lange weg und vermittelte mir glaubhaft ihre Sorge um mich. Keine Ahnung, ob dieses "Take Care"-Verhalten der Mädels einfach zum Geschäft gehört, in ihrer Kultur so fest verankert ist oder/und es teilweise doch mit einer gewissen Sympathie zusammenhängt. Letzteres hatte ich mir zumindest eingeredet...vielleicht, weil es mir ein noch besseres Gefühl gegeben hat.

Drei Bissen von der Banane, mehr schaffte ich nicht. Aber ich hatte ja jetzt eine Grundlage für eine Zigarette auf der Terrasse. Auf der Terrasse betrachtete ich mein rechtes Knie und dann fiel es mir wieder ein. "Idiot! Spinnenbiss...eher Spinner-Biss...da hast du dir im Suff selbst ein Branding verpasst!!" Die Zigarette hatte dann aber den Effekt wie eine komplette Fat Lady auf einen Nichtraucher. Wieder nur kurz "no good idea" an meine Pflegerin und ab zur nächsten Sitzung. So verbrachten wir die nächsten Stunden mit Fernsehen, Handy und Schlaf im Bungalow. Ich recherchierte zwischendurch mal nach "Dengue-Fieber" und wurde von kurzen Hypochonder-Gedanken gepackt. "Na toll, der restliche Urlaub im Krankenhaus, Rückflug vielleicht möglich oder auch net...alles im Arsch!!"

Es war mittlerweile Abend und Knackarsch meinte, dass ich doch was essen müsste. Ich hatte aber null Hunger und wollte nur, dass der Scheiß (Vorsicht dual-use) endlich aufhört. Sie bestand aber darauf, und ich bestellte bei ihr gebratenen Reis mit Ei. Als sich die Kleine auf den Weg machte, löste ich mir eine Tüte von dem Elektrolypulver in Wasser auf und trank...grundsätzlich eine gute Idee, aber wieder einmal war der Geist willig, aber das Fleisch schwach, diesmal nur in anderem Zusammenhang. Ich stürzte ins Bad und nun hatte ich das Vergnügen, im Gegensatz zum bisherigen Tag mit dem anderen Ende meines Körpers in der Schüssel zu hängen. Alles krampfte sich zusammen und ich zog mir im Anschluss ein dickeres T-Shirt über und wickelte mich in die Decke ein. Jetzt war mir auch noch kalt...
Ich lag zusammengekrümmt, wie ein Häufchen Elend, unter der Decke, als Knackarsch mit meinem Essen wieder in der Tür stand. Sie wollte wieder kein Geld von mir. Nach kurzem Krankenbericht meinerseits versuchte ich, von dem -selbst zu diesem Zeitpunkt- lecker riechendem gebratenen Reis etwas herunterzuwürgen. Jedes Bulimie-kranke Model wäre an diesem Tag stolz auf mich gewesen. Ich drehte mich wieder auf die Seite, zog die Decke bis unter die Nase und begann zu zittern. Zu den Bauchkrämpfen kam also noch Schüttelfrost. "Maaamaaaa, ich steeeerbeee!!!"

So lag ich nun da, wie ein Zitteraal und kurz vor der Geburt nach einer 12-monatigen Schwangerschaft. Meine Kleine schaute wirklich besorgt drein, drehte die Klimaanlage auf 25 Grad hoch und versuchte mich mit Reiben aufzuwärmen. Wie bereits erwähnt, ich fühlte mich elend, aber durch meine Begleitung war es auch gleichzeitig wohltuend...zumindest für die Seele. Wir einigten uns noch darauf, am nächsten Tag zu einem Arzt zu fahren. Ich versuchte zu schlafen, während Knackarsch Fernsehen schaute und mich nebenbei streichelte. Irgendwann bin ich auch weggenickt und es blieb mehr als bisher in diesem Urlaub der Gedanke:

"ab morgen ändere ich was..."
 
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Erstmal an alle ein frohes Neues!

Danke für die positiven Rückmeldungen!

@Faxe666
Schön, dass Du auch Deinen Spaß hast...der wird ja übermorgen vorbei sein. ;)

@Birdspider
Wenn DU es schaffst, sehen wir uns am 18. !

@derkleenemicha
Habe bisher ja keinen Vergleich zum erlebten Take Care, aber danke für die Info. Viel Spaß in der Sonne....Neeeeiiiid !!!

@Ergo99
Wie gesagt, ich habe kaum Bilder gemacht. Aber am Ende werde ich Bilder von Knackarsch posten, die meinen Stammbaum wohl deutlich erweitern werden. ;)
 
Tag 9:

Die Nacht verlief recht ruhig...was wollte denn auch noch raus?!?! Aber die Aircon auf 25 Grad und mein Anfall von Wärmebedürfnis haben dazu geführt, dass ich völlig durchgeschwitzt war. Ausschwitzen soll ja auch gut sein. Kann ich in diesem Fall bestätigen. Mir ging es deutlich besser als am Vortag, merkte allerdings auf dem Weg ins Bad, dass mein durch etliche Schlachten an Buffets und Vermeidung unnötiger Bewegung in den letzten Jahren gestählter Körper doch arg geschwächt war. Meine Krankenpflegerin schlief natürlich noch...wer weiß, wie lange sie noch in der Nacht über mich gewacht hatte. Also sprang ich fix unter die Dusche, in frische Klamotten, fuhr zu meiner Stamm-Frühstücksbar und entfernte mich somit todesmutig von der rettenden Porzellanschüssel.

"Coffee and baked beans on toast" lautete meine Bestellung. Nachdem ich noch nicht mal die Hälfte von den Bohnen gegessen hatte und ich bezahlte, fragte mich die Bedienung, ob das Essen nicht in Ordnung gewesen wäre. Ich erklärte ihr, dass ich mich nicht gut fühlte, und machte mich auf den Rückweg. Am Bungalow trat ich ein und..."täglich grüßt das Murmeltier"...in meinem Fall hieß das Murmeltier Knackarsch. Sie erkundigte sich, wie es mir ginge, und sagte, dass sie sich gestern richtig Sorgen um mich gemacht hätte. "Ach, wie süß!" Aber das meinte ich am Vorabend und auch in diesem Moment in ihren Augen gesehen zu haben. Nachdem ich ihr meinen aktuellen Gesundheitszustand schilderte, einigten wir uns darauf, wie besprochen zum Arzt zu fahren. Schließlich war meine Sorge bezüglich des Dengue-Fiebers noch nicht ausgeräumt, und als "nach einem Schläfchen in einer Höhle auferstanden" hätte ich mich auch nicht bezeichnet. Also nicht lange schnacken, Kopf in den Nacken...nee, das war was anderes.

Wir sind dann in Richtung der empfohlenen "Klinik" von Knackarsch gefahren. Zwischen den Massagesalons und Klamotten-Läden, an denen man auch Sprit kaufen konnte (schönen Gruß an deutsche Arbeitssicherheitsfanatiker), hielten wir an, aber da war nur der Rolladen unten und zumindest ein Schild mit den Öffnungszeiten angebracht. Wir kamen zu spät...oder zu früh, je nachdem wie man es betrachten möchte. In ca. drei Stunden wäre die Praxis wieder besetzt. Meine Kleine sagte, dass wir noch bei einem anderen Arzt vorbeischauen könnten. Also ging es weiter durch Lamai. Wir parkten auf dem sandigen Platz vor dem Gebäude. Knackarsch lief vor und der kleine Kranke dackelte brav hinterher. Schuhe aus und eingetreten, im Wartebereich saß bereits ein Touri...ohne Begleitung. Dr.Knackarsch führte erstmal ein Fachgespräch mit der Arzthelferin am Empfang auf Thai. "Come!" Sie deutete mir, dass wir wieder gehen sollten. "Ok, ich bin ein hoffnungsloser Fall und soll meine letzten Tage noch genießen!! Oder wir müssen in ein Krankenhaus!" Wieder draußen erklärte sie mir, dass der Arzt noch nicht da wäre und die Arzthelferin gar nicht wüsste, ob er überhaupt noch kommen würde. "Hä? Will das vielleicht jemand dem Typen da drin auch mal sagen? Naja, hätte ja auch professionelle Hilfe oder -besser gesagt- Hilfe durch eine Professionelle in Anspruch nehmen können." Und wieder war ich froh, dass ich meine Reisebegleitung dabei hatte.

Da ich zumindest zu diesem Zeitpunkt auf dem aufsteigenden Ast war, setzte ich Knackarsch an ihrer Bar ab und verabredete mit ihr, sie dort wieder abzuholen, wenn der Arzt geöffnet hätte. Ich verbrachte die Wartezeit am Strand....nein, heute ohne Donut! Rechtzeitig verschwand ich in den Bungalow, um mich frisch und auf den Weg zum Arzt zu machen. Wie abgesprochen, wartete Frau Doktor an der Bar auf mich. Ich wollte den Roller stehen lassen und zum Arzt zu Fuß weitergehen, aber die Dame bevorzugte doch die motorisierte Variante zur gut 100m entfernten Praxis. (wieder mal eine Bestätigung des hier Gelesenen: die Mädels laufen nicht gerne)

Der Rolladen war oben und wir traten ein. Ein ähnlich zu der anderen Praxis riesiger Wartebereich mit vier Stühlen und dem Empfangstresen auf gefühlten 8qm erwartete uns. Kurzes Fachgespräch zwischen den beiden medizinischen Fachkräften und ich war dran, ein Anmeldeformular auszufüllen. Währenddessen entdeckte ich eine Waage vor dem Tresen und testete aus, ob diese auch für europäische Gewichtsklassen ausgelegt war. "Woow?! Da muss ich ja aufpassen, dass mich die Meeresbrise nicht wegweht!" Ich war mit ca. 97/98 Kilo angereist und die Waage zeigte nur noch 92 an. Somit hatte ich durch verringertes Ernährungsbedürfnis, "sportliche" Betätigung und die Krankheit in einer Woche gut fünf Kilo abgenommen. So versuchte ich, aus den letzten 48 Stunden noch was Positives zu ziehen.
Mittlerweile wurden die übrigen zwei Stühle durch zwei Thai-Frauen besetzt. Mit einer unterhielt sich Knackarsch angeregt, sie schienen sich schon länger zu kennen. Schließlich durfte ich zum Arzt rein. Nachdem ich mich die letzten Tage an das Thai-Bargirl-Englisch gewöhnt hatte, hatte ich erstmal Probleme das Thai-Arzt-Englisch zu verstehen. Nach Erläuterung meiner Symptome und kurzer Untersuchung bestätigte der Doc die bereits durch Dr.Knackarsch getroffene Diagnose, also eine Lebensmittelvergiftung. Ich äußerte meine Bedenken bezüglich des Dengue-Fiebers, welche der Arzt aber glaubhaft ausräumen konnte. Er verschrieb mir mehrere verschiedene Tabletten und ein paar Elektrolyt-Päckchen. "Diesmal bitte keine aus der Kotzfrucht gewonnenen!" Die Arzthelferin hinter dem Tresen zählte die Medikamente ab, verpackte sie in Tütchen und beschriftete diese, wie ich sie einzunehmen hätte. Dann kam die Rechnung...1040 Baht. Ich empfand es als völlig in Ordnung. (keine Ahnung, was hier in Deutschland dafür berechnet werden würde oder ob es für thailändische Verhältnisse recht teuer war)
Nun gut, Knackarsch wurde wieder an der Bar abgesetzt, und ich ritt zurück in meinen Bungalow. Dort knabberte ich an meinem Monatsvorrat Bananen und versorgte mich mit der ersten Drogendosis.

Zum Start des Abends wollte ich meinem Magen etwas zu tun geben, aber auch nicht gleich überfordern. So probierte ich mal einen Crêpes mit Schokosauce von der Fresszeile neben dem Barkomplex. Mit dem Crêpes auf einem Pappteller setzte ich mich dann auf MEINEN Platz an der Bar. Mamasan, Ladyboy und ein paar Mädels freuten sich, mich nach einem Tag völliger Abstinenz wieder begrüßen zu können. Dr.Knackarsch hatte es anscheinend nicht so eng mit der Schweigepflicht genommen, denn sie fragten auch gleich, ob es mir wieder besser ginge, aber scherzten auch ein bisschen über meinen persönlichen Jetski-Antrieb. Der Abend verlief dann wie gewohnt. Ich hielt mich an meiner Cola (Alkohol war vorerst gestrichen) fest, während meine Begleitung freudig ihre "Sex on the beach" neben mir schlürfte, und spielte mit den üblichen Verdächtigen. Der mMn dauerbekiffte Typ kam natürlich auch wieder vorbei, um die Mädels wieder zu begrapschen und sich eine Bar weiter niederzulassen.

Später tauchten drei Typen auf, die schon ziemlich tief ins Glas geschaut hatten. Wie sich herausstellte, waren es Franzosen, die sich links von Knackarsch und mir platzierten. Sie führten sich auch gleich wie der abgebrochene Bonaparte im Dreierpack auf. Die Mädels, die sich nach außen zu ihnen gesellt hatten, wurden direkt aufs Übelste befummelt und abgeleckt. Solche Typen habe ich ja gefressen. Knackarsch waren die Jungs wohl auch nicht gerade sympathisch, denn sie ging von ihrem Hocker runter und stellte sich in die "sichere" Zone zwischen meinen Beinen und der Theke. "I dont like those guys! They don't respect you girls!" sagte ich ihr. "But they have money!" entgegnete sie mir und die hässliche Fratze des täglichen Geschäfts der Mädels zeigte sich mir ungeschminkt. (ich möchte hier jetzt keine Diskussion hervorrufen, aber bei allem pay4sex und Alkohol hat Mann keinen Grund, sich so aufführen zu dürfen!!!)
Ich hing schon ein bisschen in den Seilen und dachte über eine Heimkehr nach, als die Franzosen zahlen wollten. Da ich direkt an der Kasse saß, konnte ich erkennen, dass alle drei deutlich unter 1000 Baht, so zwischen 600 und 900, zu zahlen hatten. Und dann ging es los: Sie weigerten sich, die Rechnung zu bezahlen. Angeblich hätten sie niemals so viel getrunken. Ihnen wurde anhand der Einzelbelege nochmal gezeigt, was sie selbst getrunken und was sie an Ladydrinks ausgegeben hatten. Ob es an mangelndem Mathematikverständnis oder am zweifelslos hohen Pegel oder an beidem lag, sie weigerten sich strikt und die Diskussionen wurden energischer. Die Mädels, die ihnen Gesellschaft geleistet hatten, wurden auch beschimpft und weggeschoben. Das schaukelte sich immer mehr hoch. Ich fragte Knackarsch, ob ich meine Argumente auch in die Diskussion einbringen sollte. Das verneinte sie aber, mit dem Hinweis, dass es öfters vorkäme und sie das schon regeln würden. Mittlerweile waren Ladyboy, ein Mädel aus der Bar und eine Frau, die auf mich den Eindruck machte, dass sie etwas höher gestellt war (ich nenne sie mal Chefin), außerhalb der Bar bei den Franzosen und standen sich mit denen teilweise Nase an Nase gegenüber. Vor allem einer war aggressiv drauf. Dieser schubste auch um sich und wollte sich mit den anderen beiden ohne zu bezahlen verziehen. Das Angebot der Chefin, sich doch ein paar Meter entfernt zu "unterhalten", schlug er aber aus. Es wurde heftigst weiter diskutiert, bis die Chefin in meine Richtung zeigte und irgendwas auf Thai sagte. Ich war nicht gemeint. Denn jemand holte aus einer Ecke an der Bar direkt neben mir drei Eisenstangen, ca. 1,80m lang und 2cm Durchmesser, und reichte sie Chefin, Ladyboy und dem anderen Mädel. Die standen dann wie altertümliche Pikeniere vor den Franzosen und verdeutlichten nochmals ihre Zahlungsaufforderung lautstark. "You want to go?" fragte Knackarsch. "No, I want to see, how they kick their asses!" sagte ich mit breitem Grinsen. Inzwischen waren auch zwei zwielichtige Typen da, die sich im weiteren Umfeld postierten. Es waren keine Thais, aber ich hatte sie vorher noch nie gesehen und sie wirkten auch nicht wie die netten Jungs von nebenan.
Alle mitlesenden Anhänger von MMA muss ich hier leider enttäuschen. Am Ende ließen sich die Franzosen durch die überwältigenden Argumente der Mädels überzeugen, ihre Rechnungen zu bezahlen und fluchend von dannen zu ziehen.

Als sich alles beruhigt hatte, bezahlte ich dann auch meine Rechnung...ganz freiwillig...und verabschiedete mich mit Knackarsch vom Rest. Im Zimmer wollte der Crêpes unbedingt sofort seine Reise durch die Abwasserkanäle Samuis antreten, was aber für den Tag zumindest mein letztes Treffen mit dem weißen Porzellangott gewesen sein sollte. Trotz der Besserung hatte ich noch kein Bedürfnis, mich mal wieder sexuell zu betätigen. Also blieb das auch in dieser Nacht aus. Nochmal ein paar Pillen eingeworfen, kurz den Fernseher angeschmissen und eine alte Hulk-Folge im Originalton geschaut. Da wird man glatt sentimental, und es wird einem bewusst, dass man alt geworden ist. "Egal, Du hast ja was junges, knackiges neben Dir!" Und so schlief ich nach einem ungewöhnlichen Unterhaltungsprogramm am Abend ein.
 
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Tag 10:

"same same" war das Motto des Freitag Morgen. Sprich, ich stand auf, ließ meine Kleine schlafen und fuhr zum Frühstück. (der Mensch ist ja doch ein Gewohnheitstier) Da es mir um Klassen besser ging, hatte ich sogar etwas Hunger. So verdrückte ich auch den kompletten Toast mit baked beans und genoss einen zweiten Kaffee, in dem Wissen, dass ich noch eine komplette Woche, hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle, vor mir hatte.

Zurück im Bungalow sprach ich mit Knackarsch das Tagesprogramm ab. Sie wollte mit mir zu "Hin Ta & Hin Yai" fahren, also zu dieser Felsformation im Süden von Lamai Beach. Vorher würde sie sich wieder ihr Thai-Frühstück-meist in Form einer Suppe- reinpfeifen und sich umziehen. Also brachte ich sie zu ihrem Zimer, wo ich sie später wieder abholen sollte. Nachdem ich Knackarsch abgesetzt hatte nutzte ich mein neues Vermögen und hob erstmal die erste Hälfte der Vergütung für meine Begleitung ab. Schließlich war vereinbart, dass sie am nächsten Tag das erste Bündel Scheinchen von mir erhalten sollte, und eine Begegnung mit "Bangkok Inkasso" müsste ich auch nicht haben.

Kurz noch einen K&K-Einkauf erledigt, die Sachen im Zimmer bzw. das Geld im Safe verstaut und noch ein paar Stunden am Strand mit dem Ghostrider-Wohlfühlprogramm verbracht. Wenn ich mich dort so umschaute, fiel mir auf, dass ich anscheinend immer noch der einzige Adelige an diesem Strandabschnitt war...das weiße Schaf der Farang-Herde (oder war das andersrum?!). Hier nochmal ein erklärender Exkurs in die Welt der Tierdokumentationen: In freier Wildbahn haben bei den meisten Tierarten die als Albino geborenen so gut wie keine Überlebenschancen aufgrund der fehlenden Tarnung. Somit war auch klar, warum ich am ersten Tag von den Raubtieren des Strandes direkt belagert wurde, was ich zwar nach hartem Kampf überlebte, aber dafür im Revier der Bargirls mindestens zwei Tage ein wahres "Festmahl" abgab.

Am späten Nachmittag holte ich dann meine Reiseführerin ab. Irgendwie war ich dort mittlerweile gefühlstechnisch zwischen Richard Gere, der seine Pretty Woman abholt, und dem realitätsgeschockten Sextouristen, der da nur zufällig hineingerutscht war (ich war ja schließlich der "nur an Strand und Meer interessierter Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Typ). Wir fuhren also zum südlichen Ende des Lamai Beach. Dort lotste sie mich so weit wie möglich zwischen den Verkaufsständen am Weg durch, um ein Fleckchen zum Abstellen des Rollers zu finden. Für mich war das eine unbebaute Sandfläche von vielleicht 10qm, aber scheinbar war es eher ein "bewachter Parkplatz", denn Knackarsch erklärte mir, ich müsste jemandem 10 Baht geben, um hier stehen zu dürfen. "Würden die kartenspielenden Jungs dort ansonsten meinen weiß-blauen Blitz in Einzelteilen am örtlichen Markt verkaufen, oder was?" Zack, kam aus einer dunklen Ecke schon ein Mädel angeflitzt und bedankte sich für die Münze, die ich ihr in die Hand drückte. Die verbliebenen Meter gingen wir zu Fuß. An einem der zahlreichen Verkaufsstände wurde der Kleinen ein Kostprobe von einer -mir bis heute nicht einzuordnender- Süßigkeit gereicht. Sie biss die Hälfte ab und reichte mir die andere zum Probieren. (jetzt bitte die Wahrnehmung verlangsamen, da sich der folgende Dialog zwischen Teufelchen und Engelchen auf meinen Schultern im Bruchteil einer Sekunde abspielte)
E: "Ach, wie süß. Sie möchte teilen."
T: "Hast Du ne Ahnung, was das ist? Wat der Bur net kennt, dat fret er net!"
E: "Aber die freundliche Geste solltest Du nicht zurückweisen!"
T: "Sach mal, hast Du noch alle?!?! Gerade mal die halbstündigen Besuche auf der Schüssel abgeschafft und dem Leiden "Adieu" gesagt, und schon willst Du wieder volles Risiko gehen..."
E: "Ich dachte, Du wärst ein Mann...stell Dich also nicht so an!"
T: "Aber..."
E: "Schnauze!!"


Da hier öfters nach bildlicher Untermalung gebeten wurde, hier ein Bild meines gespaltenen Gewissens im Urlaub:

Anhang anzeigen Angel-Devil-2-960x583.jpg

Also ließ ich mir das Zeug von Ihr in den Mund stecken...Es war jetzt nicht gerade mein Geschmack, aber eine Gänsepelle habe ich auch nicht davon bekommen.
Dann gingen wir zum eigentlichen Ziel und es war wirklich schön, da sich die Sonne gerade gen Horizont bewegte.


Anhang anzeigen IMG_0249.jpg
Ich hoffe, die Freunde der visuellen Kommunikation jetzt auch ein wenig "befriedigt" zu haben...was der Service kostet? Up to you!


Wir verbrachten noch einige Zeit dort, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Der Feuerstuhl stand auch noch unberührt an seinem Platz...wie ein bewachter Parkplatz doch vorteilhaft ist.

Auf der Fahrt zurück fragte ich Knackarsch, ob sie mir eine Wäscherei empfehlen könnte, da meine textilen Vorräte langsam zur Neige gingen und meine Nachfragen an der Hotelrezeption leider keine akzeptablen Preise ergeben hatten. Ich sollte zum Bungalow fahren und meine Wäsche holen, dann würde sie mir einen Laden zeigen, wo sie selbst auch ihre Klamotten abgäbe. Gesagt, getan...eine Tüte vollgestopft mit Hosen, Oberbekleidung und Unterwäsche zwischen den Beinen fuhren wir nicht weit (ich hatte in diesen Transportdingen ja bereits Übung sammeln dürfen). Die Wäscherei lag im Prinzip zwischen der Anlage des Lamai Inn 99 und der Hauptstraße, gegenüber der Bars am goldenen M. In die Wäscherei eingetreten wollte ich gerade loslegen, als meine Kleine vom Roller aus quer durch die Wäscherei sich mit einer Frau unterhielt...alles in Ordnung, ich solle die Tüte einfach abgeben. Im vollsten Vertrauen, meine Sachen nicht abends auf dem Markt angeboten zu sehen, übergab ich die Tüte und ging ohne Abholschein o.ä. wieder raus. Die Erklärung kam sofort seitens Knackarsch: Meine Wäsche würde unter ihrem Namen ab morgen zur Abholung bereit liegen. Wieder bewahrheitete es sich, wie praktisch es ist, eine Reisebegleitung zu haben. Eben jene fragte ich noch nach einem guten Restaurant, weil mein Magen jetzt doch langsam wie eine ausgehungerte Meute rebellierte. Sie empfahl mir das "Sala Thai" und erklärte mir den Weg, wollte mich aber auf Nachfrage meinerseits später nicht dahin begleiten. Ich setzte sie dann an der Bar ab, um uns dort später wieder zu treffen.

Nach der üblichen Erholung und Erfrischung im Zimmer machte ich mich dann zum "Sala Thai" auf. Ich wurde direkt am Eingang empfangen und zu einem Tisch geführt. Das Publikum war gemischt, Touri-Pärchen, Touri-Thai-Pärchen und Touri-Familien. Zwischen den Tischen huschten durchgehend Bedienungen umher. Auf dem Tisch lag unter dem Besteck eine Stoffserviette, was Neues für mich in Thailand. Ich bestellte eine Cola und warf einen Blick in die Speisekarte. Noch während ich aussuchte, kam die Cola und wurde von der Bedienung eingeschenkt. Als ich die Karte zuklappte und ablegte, konnte ich einer weiteren Bedienung direkt meine Entscheidung mitteilen. Knoblauchbrot vorneweg und Riesengarnelen in Knoblauch mit Pasta sollten meinen gesunden Hunger stillen. Ich trank an meiner Cola, rauchte eine und nutzte das kostenlose WLAN. Mein Glas war leer und schwups war sofort eine Bedienung da, um nachzuschenken. Ich drückte meine Zigarette und sofort wurde der Aschenbecher gegen einen sauberen ausgetauscht. "Wow...absolut zuvorkommend, schnell und freundlich...wenn es jetzt noch schmeckt, komme ich wieder!" Ich musste auch nicht lange auf mein Essen warten und bekam auf Nachfrage einer "bezaubernden Jeannie" eine neue Cola. Kurz zusammengefasst: es war super lecker! Allerdings war mein Hunger noch nicht gestillt, und ich wollte es ausnutzen, wieder ordentlich essen zu können. So ließ ich mir nochmal die Karte geben und bestellte eine weitere Portion Knoblauchbrot und Spaghetti mit Pesto Verde. Der Nikotinzwischengang wurde auch wieder durch einen sauberen "Glimmstängel-Teller" ersetzt. Meine zweite Runde war genauso lecker und ich fühlte mich rundum wohl. Ich orderte die Rechnung und fand es für ein touristisch ausgelegtes Restaurant mit diesem Service und der Qualität des Essens völlig in Ordnung. Für drei Cola, zwei Vor- und zwei Hauptspeisen habe ich um die 1000 Baht bezahlt. Also diesen Laden kann ich absolut empfehlen!

Mit vollem Bauch düste ich zufrieden grinsend zur Bar meiner Kleinen. Dort verlief der Abend nicht spektakulär. Viel Spaß mit den Mädels, Mamasan und dem Ladyboy beim Jackpot spielen usw...hauptsächlich wieder nur die Getränke von Knackarsch und wenige andere Ladydrinks bezahlt...und die Nacht angemessen im Zimmer ausklingen lassen.

Kein Grund, um was ändern zu wollen.
 
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