Thailand Zwischen Euphorie und Abgrund --- ab morgen ändere ich was

Tag 11:

Es war Samstag...boxing day, d.h. meine Kleine musste mal wieder arbeiten. Aber so war es ja auch abgemacht. Wo sie allerdings ihren Feierabend verbringt, stand ja auch schon fest. Und es war Zahltag!
Ausnahmsweise war ich nicht frühstücken, bevor die Kleine aufwachte. Diesmal war erst der Morgensport dran, und nachdem ich ihr die vereinbarten 10.000 Baht für ihre bisherige Gesellschaft in die Hand drückte, brachte ich sie für ihre Vorbereitungen, Einkäufe usw. weg. Natürlich verabredeten wir uns für abends an der Bar.

Anschließend fuhr ich zu meinem Frühstückstisch. Dort wollte eine wohl neue oder nur Teilzeit-Bedienung mich direkt nach meiner Bestellung fragen, wurde aber vom Tresen zurückgerufen. Denn ich hatte bereits beim Reinkommen durch kurzen Augenkontakt mit einer Stammbedienung und Abnicken meine Standard-Bestellung aufgegeben. Ich saß also wieder mit Blick auf die Beach Road und beobachtete kaffeeschlürfend das Treiben dort. Da waren zwei Backpackerinnen (ist das nach den gendering-Vorschriften hier korrekt?)...ach egal...also zwei weibliche Adelige (sie hatten maximal meine Quarkbräune), die Kartoffelstampfer durch kurze, aus einem DRK-Container gezogene, Sommerkleider nicht versteckt, bepackt mit Rucksäcken wie ein Erstklässler mit seinem Tornister. Sie waren von einem Bahtbus abgestiegen und standen jetzt offensichtlich verwirrt mit einer Karte bewaffnet an der Kreuzung. "Das ist der Standard in "super size me"-Deutschland! Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber diese Aussicht werde ich bald hauptsächlich wieder haben. Aaaaah, ich zieh doch auch kein bauchfreies Top an!...Und Frauen mit Land- bzw. Straßenkarten...no comment!" Ich versuchte, mich wieder auf die einheimische weibliche Bevölkerung zu konzentrieren, die mit wehenden Haaren auf ihren Rollern vorbeidüste. Aber ihr wisst ja, wie das mit einem schrecklichen Unfall ist: Man will nicht hinschauen, kann aber auch nicht wegschauen. Es erbarmte sich dann ein Taxifahrer und ging zu den beiden. Im Gespräch zückte die Kartenlose ein Handy und zeigte dem Taxifahrer etwas. Ich hatte keine Ahnung, was die Prachtexemplare der westeuropäischen Jugend suchten oder wo sie eigentlich hinwollten, aber dem Taxifahrer konnte man seine geistige Selbstgeißelung für seine Hilfsbereitschaft langsam ansehen. Ich glaube hier bestätigte sich wieder die Forumlektüre: Er zeigte eine Straße entlang, ohne auch nur einen Schimmer zu haben, wo die hilflosen Mädels hinwollten.

Nach doppelter Koffeininfusion machte ich mich amüsiert auf den Weg zum Bungalow. "Ach, sieh mal da. Haben's ja ganze 150 Meter weiter geschafft, aber sehen immer noch so planlos aus. Vielleicht sind manche Backpacker auch nur drei Monate unterwegs, weil sie jedesmal vier Tage brauchen, um ihr nächstes Ziel zu finden?!?" Und so knatterte der alte Hase (wie selbstüberschätzend nach zehn Tagen) grinsend an den beiden Grazien vorbei, um sich für das Tagesprogramm umzuziehen.

business as usual...am Strand und im Meer entspannt und vor Sonnenuntergang zum Schönheitsschlaf (bitte keine Desillusion!) ins Zimmer zurück. Der Hunger trieb mich dann raus. Bevor ich losdüste, holte ich mir meine üblichen drei Mückenstiche bei einer Kippe auf der Terrasse ab und hatte mein tägliches Blutspende-Soll damit erfüllt. Ich fühlte mich gut und entschied mich für den "best burger in town". (ob er das wirklich ist, kann ich aufgrund fehlender Vergleiche nicht beurteilen, aber empfehlen kann ich ihn)

Die gut 92 kg versorgt ließ ich diese durch mein motorisiertes Gefährt zur Bar transportieren. Es war noch verhältnismäßig früh am Abend...sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Ich saß also auf meinem Platz und schwitzte deutlich mehr als sonst, so dass die Sorge aufkam, das Fieber wolle ein Revival feiern. Aber so fühlte es sich nicht an. Wahrscheinlich arbeitete die Verdauungsmaschine "made in Germany" auf Hochtouren nach der auferzwungenen Hungerkur oder Nachbeben der letzten Tage oder Nebenwirkungen der Medikamente oder eine höhere Luftfeuchtigkeit oder oder oder...keine Ahnung. Auf jeden Fall musste Knackarsch irgendwann mal weggegangen sein, während ich mit der restlichen Truppe das kleine "Ghostrider-Casino" betrieb. Denn sie stand plötzlich neben mir und drückte mir etwas in die Hand. Es wäre eine Art Erfrischungstuch, das mich abkühlen würde. Ausgepackt kam ein ca. 50x50 cm großes, nach ätherischen Ölen duftendes und tatsächlich vorgekühltes Tuch zum Vorschein...ein wirklich erfrischendes und wohltuendes Erlebnis. Ich fragte, was meine Kleine dafür bekomme, aber sie wollte wieder einmal kein Geld für diese Aufmerksamkeit. "Wenn ich meiner Ex gesagt hätte, dass ich irgendwie mehr schwitze als sonst, hätte ich wahrscheinlich nur zu hören bekommen, dass ich halt abnehmen müsse! Aber das Mäuschen hier hat es ohne auch nur eine Andeutung meinerseits mitbekommen und von sich aus für Abhilfe gesorgt! Einfach nur schön!"
Der Sohn der Wegwerfgesellschaft dachte schon nach ein paar Minuten darüber nach, das benutzte und nicht mehr kühle Tuch zu entsorgen, da stellte mir Ladyboy einen kleinen Plastikeimer vor die Nase...gefüllt mit kaltem Wasser und Eiswürfeln. Darin sollte ich das Tuch wieder abkühlen. "Mannomann, zuhause wurde Dir vorgeworfen, Dich als Pascha aufzuführen...hier wirst Du regelrecht dazu erzogen!" Ich benutzte das Tuch mithilfe des thailändischen Reisekühlschranks noch den ganzen Abend, und es erfüllte immer wieder seinen Zweck.

So langsam füllten sich die Plätze um den Boxring und auch an den Bars. Die Mädels in ihrem "Samstags-Outfit" (kurze Jeans und Shirt anstatt dem knappen Kleidchen) bekamen nach und nach mehr zu tun. Ich selbst saß auf meinem Thron und beobachtete das Treiben. Was mir diesmal auffiel, war bei manchen Kämpfen ein nicht-thailändischer Trainer. Aufgrund seiner Frau, die fast schon hysterisch die Schützlinge ihres Ivan Drago (wollen das Filmquiz im Bericht ja nicht vernachlässigen) anfeuerte, tippte ich auf Russen, konnte das aber nicht verifizieren. Zumindest waren sie absolut mit Herzblut dabei. Ansonsten verlief der Abend ohne besondere Vorkommnisse. Nach dem Muay Thai-Event füllten sich kurzzeitig die Bars und als der erste Ansturm abebbte, gesellte sich Knackarsch dauerhaft zu mir.

Sie begann dann auch ihren Feierabend zu begießen, d.h. sie nuckelte nicht zwei Stunden lang an einem Cocktail. Die Kleine hatte zwar vorher schon bewiesen, dass sie für ihre Größe und Gewicht ganz gut was vertragen kann, aber an dem Abend legte sie nochmal einen Zahn zu. Mittlerweile hatte sie das Ghostrider-Casino erweitert und wir spielten parallel Jackpot gegen die restliche Belegschaft. Ich hatte mich weiterhin nur an Cola gehalten und hatte schon drei weitere bei meinen Spielpartnerinnen gut, so dass ich den Vorschlag machte: 3 Ecken, ein Elfer...oder besser gesagt: 3 Cola, ein Sambuca. Da es für die weiblichen Schuldner günstiger war, kramten sie das Geld zusammen und ich bekam meinen Sambuca für zwischendurch. Nebenan floß neben Cocktails und diesem supersüßen roten Sprudelwein auch immer wieder mal an "jeegaameeiistaaa" (der Lieblingskurze meiner Kleinen). So wie ich, zahlte auch Knackarsch Getränke für die Mädels, wenn sie verlor. Wir hatten wieder viel Spaß.

Unvermeidbar stieg der Pegel von Knackarsch und sie fing an, ihren "friends" einfach so Getränke auszugeben und eine entsprechende Strichliste in ihrer Handfläche mit einem Edding zu führen. Sie erklärte mir zwischendurch immer wieder, dass sie bald Geburtstag habe und nur Mamasan, Ladyboy und die andere Kassiererin ihre wirklichen Freundinnen seien, die sie dann anhand ihrer Strichliste einlud. Dieses kleine Persönchen war ja sowieso immer ein wenig verrückt und aufgedreht, doch an diesem Abend legte sie richtig los. So verging die Zeit und ich mauschelte mit Mamasan schon, dass Knackarsch irgendwann nicht mehr im Tempo von Harald Juhnke weitertrank, weil der Einfluss des Allehols deutlich wurde.

Es war schon tief in der Nacht, als meine Kleine anfing, laut auf Thai rumzuquatschen und auf einmal ihren BH unter dem Shirt auszog, damit umherwedelte und schließlich Ladyboy zuwarf. Ladyboy stopfte diesen mit Blickkontakt zu mir in ihre Handtasche, um ihn für Knackarsch zu verwahren. Aber damit war es noch nicht gut. Auf einmal zog sie sich unter Verrenkungen ihren Slip unter der kurzen Jeanshose aus. Mittlerweile war Mamasan zu uns gekommen und nahm ihr den Slip aus der Hand und redete mit Knackarsch. Während diese unter erneut wackeligen Verrenkungen den Slip wieder anzog, einigten sich Mamasan und ich, dass dieser kleine Wirbelwind genug hätte und ich sie jetzt mitnehmen würde. Gemeinsam halfen wir ihr, auf der imaginären Linie zum Roller zu wanken. Ihre pinke Handtasche hatte ich über die andere Schulter...ach, wie schick! Auf dem Weg zum Roller, auf der Fahrt und auf dem Weg zum Bungalow versicherte Knackarsch mir immer wieder, dass sie nicht betrunken sei. Sie könne viel trinken und wäre nie betrunken. "Jaa klaar...und ich bin ja der "nur an Strand und Meer interessierte Touri, der zufällig alleine unterwegs ist"-Typ"

So stützte ich sie weiter bis ins Zimmer. Dort ließ sie sich direkt auf Bett fallen, entschied sich aber nach ein paar Momenten, sich auszuziehen und ich in Richtung Bad zu gehen. Auf halbem Weg fiel sie halb gegen die Wand und konnte sich noch gerade abstützen. Ich hastete zu ihr und griff ihr unter die Arme. Im Bad ging sie in die Kniee, um sich den Abend (wahrscheinlich noch mehr) nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Ich erfüllte meine klassische Aufgabe und hielt ihr die Haare. Nachdem sie halbwegs sicher vor der Schüssel saß, sollte ich sie alleine lassen. Diesmal war ich derjenige mit dem "Take Care". So quälte sich meine Kleine noch einige Zeit bis sie fertig war und sich zurück ins Bett schleppte. Ich deckte sie zu und wartete, bis sie eingeschlafen war, bevor ich mich dann unter die Dusche schwang und anschließend beim Zapping noch ein wenig Wache hielt. Als ich den Eindruck hatte, dass sie keinen "Rückfall" erleiden würde, machte ich mich auch auf den Weg ins Land der Träume im Land der Träume. (Anm. d. Red.: gewollte Doppelnennung)

Ich weiß es nicht, aber vielleicht hatte das Häufchen Elend neben mir noch kurz vor dem Einschlafen den Gedanken:

"ab morgen ändere ich was..."
 
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Tag 12:

Die Alkoholleiche schlief natürlich noch, als ich mich zum Frühstück aufmachte. Als ich wie immer den Roller in einer Seitenstraße direkt an der Australian Bar abstellen wollte, hörte ich ein "no parking". Ich schaute mich um und sah einen Thai fortgeschrittenen Alters mit langer dunkler Hose, blauem Hemd und einer Umhängetasche im Stile einer Super8-Kamera-Tasche aus den 70ern. "No parking" sagte er nochmal, auf meinen Feuerstuhl zeigend. In Deutschland hätte ich ihn wahrscheinlich als einen überaus gesetzestreuen Vertreter der Nachbarschaftswache abgetan und wäre unverrichteter Dinge zum Koffein-Schrein weitergepilgert. Aber hier wog ich ab:"Ok, das Parkverbotsschild hier habe ich schon am ersten Tag wahrgenommen, aber es hat bisher niemanden interessiert und hier stehen immer Roller. Ja, nebenan scheint eine Polizeistation zu sein, aber es hat dennoch niemanden interessiert. Der Typ kommt zwar aus der Richtung der Polizei, aber keine Abzeichen, Schulterklappen oder ähnliches. Die Damen vor dem Massagesalon da drüben schauen, als ob sie erwarten, dass ich Folge leiste. Vielleicht hat er irgendwas zu sagen. Und letztendlich bin ich Gast in diesem Land, also verhalte ich mich lieber nicht wie andere Gäste in anderen Ländern. Falls er doch Angehöriger der thailändischen Ordnungsmacht ist, will ich 10 Jahre Thai-Knast wegen Falschparkens und Fahren ohne internationalen Führerschein riskieren?.........Nööö!"
Also machte ich einen auf blond, stieg wieder auf und parkte mein Gefährt ein paar Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite genau vor dem Massagesalon, wo mich die Damen der Zunft auch gleich begrüßten. Sie sagten, dass es besser wäre, hier zu parken und das zu tun, was die Polizei sagt. "Also war das wirklich einer...nochmal knapp den schwedischen Gardinen entkommen." Ich könnte den Roller bei ihnen stehen lassen, sie passen auf und ich würde dafür später zur Massage kommen. Ein kurzer Scan der drei Damen, die vor mir auf dem Bänkchen saßen, entlockte mir nur ein freundliches Lachen, allerdings keine Zusage.

Nachdem ich mein Morgenritual abgeschlossen hatte und zum Bungalow zurückgekehrt war, erwartete mich meine kleine Schnapsdrossel immer noch ein wenig zerknittert. Sie fragte mich, wo ihr BH sei. Ich berichtete ihr vom gestrigen Abend, dass Ladyboy ihren BH verwahrt hätte, und amüsierte mich köstlich, als ich ihre spezielle Stripshow nachahmte. Ihrer Reaktion nach zu urteilen, muss der Filmriss schon früher bei ihr eingesetzt haben.
Schließlich brachte ich sie zu ihrer Unterkunft.

Der restliche Tag brachte keine berichtenswerten Ereignisse mehr. Ich aß mal wieder an der Bikini Bar und hatte später meinen Spaß an der Bar. Knackarsch musste sich ab und zu der Häme ihrer Freundinnen aussetzen und war froh, etwas früher wieder in die Feder zu kommen.
Da ich noch nicht so richtig müde war, während meine Kleine bei Schaf Nr.3 bereits schlummerte, beschäftigte ich mich andersweitig:
Als treuer Fan der Kölner Haie verfolgte ich auch im Urlaub die Ergebnisse und entdeckte, dass an diesem Sonntag das Auswärtsspiel der Haie in Straubing auf ServusTV übertragen wurde. Also schaltete ich auf Kanal 34 und schaute mir im Fernsehen das Spiel an......glaubt ihr wirklich, ich hatte ServusTV in Thailand?!...... Aber ich installierte mir die entsprechende App und schaute von 01:30 Uhr bis ca. 04:00 Uhr Ortszeit das Spiel per livestream auf meinem Handy mit Kopfhörern an, um meine Bettnachbarin nicht zu stören. Ein-/Zweimal war sie wach, blinzelte im Halbschlaf rüber und wunderte sich wohl, was der olle Farang da macht.

Nun gut, ich schaute also gut 10.000 km entfernt, bei ca. 30 Grad Außentemperatur ein Spiel der Deutschen Eishockey Liga, während ich ein nacktes Mäuschen neben mir liegen hatte...irgendwie skurril. Aber ich war ja zufrieden. Und nachdem mein Team auch noch verdient gewonnen hatte, konnte ich völlig sorgenfrei einschlafen.
 
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Da Tag 12 recht kurz ausgefallen ist, möchte ich die Zeit nutzen, um auf den ein oder anderen Kommentar einzugehen, der durch bisherige Fortsetzungen nicht beantwortet wurde:

... Bild von Knackarsch würde mich interessieren. Obwohl, für einen Newbie sind es wohl alles Knackärsche vergleichen mit den Fettarschwallüren in D. ...

Ich finde noch heute, dass sie im Vergleich zu vielen ein Hinterteil mehr nach meinem Geschmack hat...aber es auch sicher nicht der einzige Knackarsch im LoS ist. ;)
Und an Deinen Vergleich mit den hiesigen Zuständen muss ich täglich denken, wenn ich mich traue, mit offenen Augen durch die Gegend zu laufen!


Hi GR75, an deiner Stelle würde ich auch nichts ändern wollen. Wahrscheinlich nicht nur am nächsten Tag, sondern den Rest meiner Tage.:D

Leider gibt es zu oft eine Diskrepanz zwischen Wollen und Können. :-(


... Dass die DBK telefonisch auf deine finanziellen Engpässe reagiert hat, finde ich schon beachtlich. Ich glaube nicht, dass das jede Bank auf Zuruf gemacht hätte. ...

Die DKB hat ja nicht meinen Kreditrahmen erhöht, sondern einfach vorhandenes Kapital von meinem Girokonto auf das Kreditkarten-Konto verschoben, so dass ich dort wieder etwas Spielraum hatte.


... Das ausgerechnet am Boxabend deine Rechnung am geringsten war spricht für deine Vermutung das du geprellt wurdest. Die Getränkepreise sind nämlich eigentlich an einem solchen Abend einheitlich hoch und mit einem Aufschlag versehen. Mit den Boxkämpfen die ich dort gesehen hatte war ich aber weniger zufrieden. Das waren bessere Schulhofkloppereien. Mit Thaiboxen hatte das alles sehr wenig zutun. ...

Dass es einen Aufschlag gab, habe ich an den erlebten zwei Boxabenden nicht mitbekommen, habe da aber auch nicht explizit drauf geachtet.
Natürlich waren qualitativ schlechtere Kämpfe dabei, aber als Unterhaltung vollkommen ausreichend. Ich habe um die Jahrtausendwende mal für einen Scheißplatz bei einem "qualitativ guten" Boxkampf in München (google ergänzt: 27.01.2001 V. Klitschko vs. Orlin Norris) horrendes Geld bezahlt und ungefähr 20 Sekunden Kampf durch ein Fernglas erlebt, bis der Ami sich mehr oder minder freiwillig auf den Hosenboden gesetzt hat. Von daher bevorzuge ich mittlerweile minderqualitative Kampfsport-Wettkämpfe mit hochwertiger weiblicher Begleitung. ;)


... Das Toilettenproblem hast du auch schön beschrieben. IDas habe ich auch meistens nach dem aufwachen. Ist ja sogar in 'Schenke in Thailand keine Blumen' verfilmt worden. Ich betätige die Dusche oder Fön gleichzeitig. Manchmal gehe ich auch runter in die Lobby auf Toilette. Hatte ja ab und zu mal zwei taubstumme Mädels. Da konnte ich es krachen lassen. Dafür hatten die aber ein ganz feines Näsechen...

Waren bei dir auch so viele Italiener in Lamai? Immer wenn ich dort war, dann kam mir gerade dieser Barkomplex vor als wäre er fest in italienischer Hand.

Warst du mal in der Disco, direkt gegenüber vom Barkomplex? Ich glaube 'Fusion' heißt das Teil.

Mit der DKB Bank kannst du von Glück sprechen, dass sie dir den Rahmen erhöht haben. Warum sollten sie das ohne Authentifizierung machen? Kann ja jeder kommen.

...

In Chaweng bist du in 10 Minuten mit dem Songthaow oder dem Motorbike. Und dort ist je wesentlich mehr los. Und so viel teurer dürfte es auch nicht für dich werden. Eine gute Idee wäre auch mit Knackarsch mal wo anders hinzufahren. In ihrer Bar hast du ja auch vermutlich immer LD Preise bezahlt.

In der Swing Bar kann man auch super tagsüber am Strand liegen. Nette Leute und gute Musik. Abends haben die manchmal so Moon-Party Events. Mit Feuershow. Hab noch ne CD von denen. Die haben super gute eigene Remixe. Eine Shisha auf den Liegen genießen und dann in den Himmerl und aufs Meer schauen ist Urlaub pur. Also ich fand die Swing Bar geil. Ist das kleine pondon zur Arc Bar in Chaweng. ...

Den Film habe ich erst nach dem Urlaub geschaut, aber muss mich jedesmal bepissen, wenn er verkrampft auf dem Pott sitzt und mit dem Streichholz rumwedelt. Ich finde mich da sowas von wieder.

Ich habe zwar ein paar Italiener am Strand "gehört", aber ansonsten -egal ob am Strand, im Restaurant oder abends an der Bar- empfand ich das Publikum sehr gemischt ohne großen Überfluss einer Nation: Australier, Briten, Schweizer, Holländer, Deutsche, Russen, Franzosen, Italiener, Japaner/Koreaner (hab bestimmt noch welche vergessen)

Ja, das "Fusion" kenne ich. Habe es bisher nur nie in meinen Teilberichten erwähnt. Ich war da zwar nie zum Feiern drin, aber zu späterer Stunde schließen die "3-Baht-Löcher" am Barkomplex und ich musste dann auf die Toiletten im Fusion Club ausweichen.

Die Kreditkarten-Problematik habe ich weiter oben hoffentlich erklären können.

Nach Chaweng wollte ich nicht, weil es mir im Vorfeld als Ballermann-Verschnitt beschrieben wurde und ich nicht der Ballermann-Typ bin. Beim "woanders hinfahren" fragte ich ab und zu Knackarsch, aber da kam nicht viel. Ich selbst wollte nicht in Lamai in andere Bars. Wäre mir dann so vorgekommen, als ob ich mit ner BurgerKing-Tüte im McDonalds sitze. Im Nachhinein sehe ich das wohl anders und werde es hoffentlich in Pattaya anders handhaben, aber in meinem ersten Urlaub kam mir das nicht in den Sinn. Und ja, ich habe immer LD-Preise für die Kleine bezahlt.

Swing Bar und Feuershow habe ich mir einmal für ein paar Minuten angeschaut, aber selbst da war echt tote Hose. Tagsüber war ich dort nie...wenn ich gewusst hätte, dass es dort Shishas gibt, wäre ich da sicher aufgeschlagen. Bis nach dem Urlaub und weiterer Studien hier im Forum war mir gar nicht bewusst, dass es im LoS in vielen Bars Shishas gibt. Auch das wird in gut 1,5 Wochen geändert. ;)


... schade das du krank wurdest mich würde interessieren was dir auf den Magen geschlagen ist die Ananas oder der Burger oder etwas ganz anderes hast du da einen Verdacht? ...

Nein, ich habe bis heute keine Ahnung, was es genau war. Der Burger jedenfalls nicht, denn den habe ich mir später noch zweimal gegönnt. Im Nachhinein grenzt es sich auf den Donut und die Ananas ein.


... Da der nächste Reisetermin schon feststeht scheint die Eupherie ja die Oberhand gewonnen zu haben-kein Grund mehr was zu ändern?

Vielleicht aber auch nur, um aus dem Abgrund wieder rauszukommen...wer weiß. ;) Ich möchte der restlichen Geschichte und vor allem dem Fazit bzw. dem "danach" nicht vorgreifen.
 
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Tag 13:

Aufgrund der vorabendlichen Konstellation war Knackarsch wach, bevor ich mich zu meiner morgendlichen Stärkung aufmachte. Also mal wieder Morgensport vor dem Frühstück. Wir besprachen noch die Tagesplanung, welche von meiner Seite einen Shopping-Einsatz erforderte. Ich hatte einen "Auftrag" aus Deutschland erhalten, für die Frau eines Freundes eine Handtasche zu besorgen...von Birkin (ich dachte dabei immer an Biskin, das alte Bratfett), also ein entsprechendes Fake-Modell. Ich zeigte meiner Reiseleitung Fotos und sie versprach, mit mir später zu einem Laden zu fahren. Wenn dieser solche Handtaschen nicht hätte, würde ich in Lamai auch woanders keine von dieser Marke finden. Weiter zu fahren bzw. zu suchen, war ich auch nicht bereit...ich sage nur Mario Barth und Nußloch...nein, das sah ich nicht ein! So brachte ich Knackarsch wieder fort und unsere Wege trennten sich wie üblich für ein paar Stunden des Tages.

Sie zog ihr Programm mit Einkaufen, Schlafen und Duschen durch (bin mir sicher, dass sie in dieser Zeit nie "jemand anderen durchzog") und ich gönnte meiner Haut und Seele den Mix aus Sand, praller Schattensonne und salzigem H2O. Die paar Stunden Sonnenlicht, die ich überwiegend im Schatten verbrachte, ließen meine importierte Sonnenschutzcreme Faktor 50.000 (Marke Dracula) seit dem zweiten Tag unberührt und mich zu dem Entschluss kommen, dass ich es zuhause zusammen mit dem Mückenschutz in der Schublade "für den Fall, dass ich es irgendwann mal brauche, aber dann nicht wiederfinde oder es abgelaufen ist" verstaue.
Eine Woche hatte ich Ruhe, doch heute bot doch glatt wieder mal eine der Hornhautvernichtungsfrauen ihre Dienste an. Gekonnt lehnte ich ab. Etwas später kam ein junger Thai zu mir und sprach mich unter dem Vorwand des Tuchverkaufs an. Auch hier lehnte ich -mit der Kippe in der Hand- ab. Das war wohl eher ein Zeichen für ihn, denn er öffnete seine rechte Hand mit den Worten "want smoke" und zeigte mir (ich denke mal) gepresstes Haschisch. "No thanks!" Mittlerweile konnte ich wirklich gut "Nein" sagen, egal ob am Strand oder abends in der Bar...wobei ich immer noch ab und zu einem süßen Lächeln kurz vor dem Tod durch Austrocknung erlegen war.

Über Line verabredet sammelte ich Knackarsch dann am frühen Abend auf, um nach der Tasche zu schauen. Wir fuhren zur Straße, wo allabendlich Stände mit typischen Touristen-Artikeln aufgebaut waren. Dort führte sie mich in einen Laden und stellte mir die süße Verkäuferin als eine Freundin von ihr vor. Ich zeigte dieser Bilder von verschiedenen Modellen der Bratfett-Handtaschen, was allerdings nur in einem Kopfschütteln ihrerseits endete. Das enttäuschte mich minderstark, da ich eh keine große Lust hatte, den Aufwand mit dem Paket -als Geschenk deklariert- durchzuziehen, und ich mir auch nicht sicher war, ob das so durch den Zoll gekommen wäre. Anstatt unverichteter Dinge von dannen zu ziehen, ergab sich ein mir wohlbekanntes Bild. Ähnlich der universellen Sprache der Mathematik scheint auch dies im fernen SOA gültig zu sein:
Frau und Mann ziehen los, um für den Mann etwas zu kaufen. Letztendlich wird nichts gefunden, aber die Frau kommt zufrieden aus dem Laden wieder raus. Knackarsch interessierte sich für zwei Taschen und fragte mich, welche mir besser gefallen würde. Für einen Mann eine einfache Entscheidung: schwarz oder pink. Meine Stimme bekam die schwarze Tasche. Nach kurzer Verhandlung zwischen den beiden Mädels dackelte meine Kleine zum Geldautomaten, kam zurück.....und bezahlte BEIDE Taschen mit vier Tausendern. "Hmm, vorgestern von mir 10.000 Baht bekommen. Am Samstag den Hangover produziert und jetzt die beiden Taschen...da bleibt ja nicht viel für den Roller für deinen Papa über!"

Glücklich über ihre neuesten Errungenschaften wurde Knackarsch von mir zurückkutschiert, damit sie sich für den Abend zurechtmachen konnte. Da sie an einem gemeinsamen Dinner im Sala Thai nicht interessiert war, gönnte ich mir dort wieder alleine das schmackhafte Essen. Diesmal bestellte ich direkt die doppelte Menge an King Prawns, was mir durch eine freundliches Nicken seitens der Bedienung bestätigt wurde. Als das Essen kam, wurde mir wieder klar: Er hatte kein Wort verstanden, aber wie gewohnt freundlich zugestimmt. Egal, bestellte ich halt nach. Während ich wartete, beobachtete ich ein junges französisches Pärchen am Nebentisch. Alle Klischees (von wegen Franzosen und Englisch) erfüllend konnte das Mädel kein Wort Englisch und der Typ gerade genug, um zumindest die Fisch- und Fleischgerichte auf der Karte auseinander zu halten. Er bestellte sich Spaghetti Bolognese und für seine Begleitung einen Fisch. Als ich an meiner zweiten Portion war, kam auch das Essen für die beiden. Ihre folgende Diskussion interpretierte ich so, dass sie die Beilagen zu dem Fisch vermisste. Er winkte einer Bedienung und beschwerte sich mehr unverständlich als alles andere darüber, dass keine Beilagen bei dem Fisch wären. "Junge, beschwer dich doch nicht, wenn du es mit deinem Englisch gerade mal schaffst, dich namentlich vorzustellen! Bestell lieber höflich Beilagen nach und gut ist!" Was er nach verzweifelten Erklärungsversuchen durch die Bedienung, welche er sichtlich nicht verstand, auch unter Zuhilfenahme seines Zeigefingers auf der Karte tat.

Erneut spitzenmäßig gesättigt machte ich mich auf den Weg in die Bar. Ich hielt mich größtenteils wieder an meine -durch die Mädels aufgrund verlorener Spiele gegen mich spendierten- Cola, Knackarsch hatte schon wieder ihren gewohnt stetigen Cocktail-Durst, aber übertrieb es aufgrund des kürzlich erlebten Hangovers auch nicht. Zwischendurch torkelte der 3-Monats-Typ wieder durch die Bar, begrabschte wieder jedes freie Mädel und fing sich auch eine Backpfeife ein. Danach dackelte er wieder in die Nachbar-Bar ab.
Später am Abend tauchten zwei russische Pärchen mit Kindern auf. Knackarsch schien sie aus einem früheren Urlaub zu kennen und begrüßte alle stürmisch. Diese waren wirklich gut drauf und brachten zusätzliche Stimmung in die Bude. Die Frauen waren hübsch und konnten in Statur und Gewicht mit den ganz schlanken Mädels an der Bar mithalten. Die Typen allerdings schienen aus einer Tschernobyl-Conan-Karikatur entsprungen zu sein...was für Riesen...gefühlte 2,30m groß und 2m breit. Und diese Leibwachen Putins gingen in die Bar und tanzten in Flipflops an der Stange...ein Bild für die Götter.

Viel mehr passierte an diesem Abend nicht. So beendeten meine Kleine und ich unseren gemeinsamen Tag später standesgemäß im Bungalow. Als ich anschließend aus der Dusche kam, meinte Knackarsch zu mir, dass ich ziemlich abgenommen hätte (auch ein Mann hört das manchmal gerne). Auch ganz zufrieden damit, mich weiter von der aerodynamischen Tropfenform entfernt zu haben, nahm ich mir vor, in Deutschland nicht wieder Opfer des Jojo-Effekts zu werden. Also schlief ich ein und dachte:

"ab überüberüberüberübermorgen ändere ich was..."
 
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Tag 14:

Die zweite Woche im LoS neigte sich dem Ende zu und die einsetzende Routine im Großteil des Tagesablaufs ließ es nicht langweilig erscheinen. Im Gegenteil, ich fühlte mich so wohl und lebensfroh, wie ich es seit einer Ewigkeit nicht mehr empfunden hatte.
Im Prinzip wachte ich schon mit einem Grinsen auf, wenn ich das kleine Etwas neben mir, in Fötusstellung in die Decke eingemummelt und ab und zu leicht schnarchend, betrachtete. Ich genoss es, bei tollem Wetter mit dem Roller durch die Gegend zu düsen...so dass ich manchmal sogar Umwege oder einfach ziellos umherfuhr. So auch an diesem Morgen. Meine Kleine ließ ich wieder schlafen und drehte eine größere Runde durch Lamai, vorbei am "Einheimischen-Markt", durch Ortsteile, die so eine Art Backstage für das tägliche Touristengeschäft in Strandnähe bildeten, und vorbei an Hütten oder andersgearteten Unterkünften, die eindeutig der weniger betuchten Mehrzahl der Bevölkerung zugeordnet werden konnten. Wieder zurück auf der Beach Road führte mich mein Weg -unbeirrt durch vereinzelte "hey, sexy man"-Rufe aus Richtung mancher Massagesalons- weiter zur Kaffeetränke. (wo ich übrigens den Roller wieder zwischen anderen im Parkverbot abstellte...ich bin halt ein rebellischer Outlaw...quatsch, aber ich bin nur faul und es waren zehn Meter weniger zu gehen)

Nach der angeblich wichtigsten Mahlzeit des Tages (beim Essen geht's ums Überleben, also ist jede Mahlzeit die wichtigste) kehrte ich "daheim" wieder ein, und Knackarsch erwartete mich schon abmarschbereit. Es war ja Tag der Neueröffnung einer anderen Bar im Komplex um den Boxring und meine Begleitung musste früh mit Vorbereitungen beginnen und später auch arbeiten. Also frei nach dem Motto "Hauptsache man(n) ist gesund und Frau hat Arbeit" die Kleine abgeliefert und mich selbst dem Strand- und Vorabendprogramm gewidmet. Auch hierbei war sowas wie Routine eingekehrt, dennoch stellte sich immer wieder der Erholungseffekt ein. Nun gut, der Akku, um mit den 10-20 Jahren jüngeren Hüpfern an der Bar mitzuhalten, war aufgeladen und so ging es nach einer Stärkung per fester Nahrung in Richtung Bar. Knackarsch hatte mir zwar vorher gesagt, dass es zur Eröffnung der neuen Bar ein Buffet für alle Besucher gäbe, aber ich wollte nicht riskieren, meinen Darmtrakt gegebenfalls noch stärker zu beanspruchen als er es eh den ganzen Urlaub über war.

An meiner Stammbar angekommen wurde ich direkt weitergewunken, in Richtung der 3-Baht-Toilette...die neue Bar war die dort am nächsten gelegene und die ganze Truppe trieb heute dort ihr Unwesen. Allerdings hätte ich die Bar auch ohne Brille und mit meinem artillerie-geschädigten Gehör finden können. Sie war auffällig bunt geschmückt, mit zig Ballons und sonstigem Kram, und es stand dort eine Boxenwand, die man sonst nur bei einem ACDC-Konzert im Fußballstadion erwartet hätte. Aber anstatt der üblichen "Tanz- und Stimmungsmusik" lief dort thailändische Musik. Alles kein Problem, wenn das Ganze nicht als Karaoke-Vorstellung veranstaltet worden wäre. Sprich, den kompletten Abend lang "sangen" dort die Mädels zu einheimischen Klängen. Leider waren nur ein bis zwei Mädels in der Lage, auch für Farang-Ohren erträglich die Töne zu treffen. Und das bei einer Lautstärke, die zum einen teilweise echt wehtat, aber zum anderen durch die Druckwelle zusätzlichen Wind zur Kühlung verursachte.

Neben der Bar waren ein paar Tische mit Stühlen aufgebaut, an denen zwei ältere Thais saßen, die hofiert wurden, als wären sie zwei Paten der örtlichen Barmafia, und ein paar Thai-Pärchen, die scheinbar zu Chefin gehörten. Chefin legte übrigens ein heftiges Tempo in Sachen Alkohol an den Tag...leider verbesserten sich ihre Gesangskünste dadurch nicht, aber der Drang zur Selbstdarstellung am Mikrofon dafür umso mehr.

Anfangs lehnte ich dankend das Angebot seitens Knackarsch und Mamasan ab, mich am Buffet zu bedienen. Nach den ersten Getränken packten sie dann aber ein paar Schalen auf den Tresen, die sie extra für mich zusammengestellt hatten. Gut erzogen und auch erfreut über die "Sonderbehandlung" konnte ich dann nicht mehr ablehnen. In der einen Schale schwamm eine Riesengarnele im öligen und -wie ich bemerken sollte- ordentlich scharfen Sud. Die andere war bis zum Rand voll mit gebratenen Hühnerflügeln und -beinchen. Beides war lecker und Mamasan schien auch erfreut zu sein, dass es mir schmeckte. Knackarsch hatte sich Fisch besorgt (für mich Fischabstinenten sah es nach Lachs aus) und dazu irgendeine dunkelgrüne Paste...vom Aussehen wie ein Pesto, vom Geschmack wohl eher ein Potpourri sämtlicher Chilisorten des Landes. Denn meine Kleine genoss es sichtlich, den anderen Mädels immer mal wieder ein Stückchen anzubieten, die dann nach der Fütterung mit Tränen in den Augen panisch nach ihrem Getränk suchten. Sie selbst pfiff sich das Zeug rein, als wenn es Milchdrops wären. Zwischendurch war ein Typ neben mich gekommen, der die letzten Tage auch immer wieder da war und scheinbar auch ein Mädel aus der Bar zu seiner persönlichen Begleitung gemacht hatte. Dem wurde seitens Knackarsch auch ein "leckerer" Lachs angeboten, aber er wurde auch gewarnt, dass es scharf sei. Wie es gerade bei jüngeren Vertretern der Spezies Mann öfters der Fall ist, stellte er sich als unverwüstlich dar und schluckte tapfer den ihm angebotenen Leckerbissen. Respekt, er bestätigte noch, dass es gut schmecken würde, bevor er sich nach kurzer Wirkzeit mit einem Hüsterli wegdrehte, um sich die Freudentränen aus dem Auge zu wischen. Später bekam er nochmal einen Bissen ab, der fast schon in einem Mantel des Chili-Pesto eingewickelt war...er verschwand dann auch recht zügig in der 3-Baht-Toilette.

Im Laufe des Abends stieg bei manchen der anwesenden Damen der Pegel merklich. So kam irgendwann Süße zu mir, nicht mehr ganz stabil, und fragte mich nach einem Ladydrink. Auch mit der Begründung, dass sie wohl genug habe, erfüllte ich ihr den Wunsch nicht. Ich denke, aufgrund ihrer mangelnden Englischkenntnisse und der unter Alkoholeinfluss problematischen Verständigung ließ sie nicht locker, bis dann Knackarsch ihr in einem Ton, der keiner besonderen Sprachkenntnisse bedurfte, klarmachte, dass sie abzuschwirren hätte. Dann gab's auch noch von einem anderen Mädel einen auf den Deckel für Süße. "Ok, die Hackordnung im Bar-Rudel ist mal wieder unterstrichen worden!"
Mamasan hatte inzwischen auch einen guten Zug drauf und kam gut angeheitert zu mir, zog mich von meinem Barhocker und schleifte mich zu einem Stand im hinteren Teil des Komplexes, wo man mit Dartpfeilen Luftballons abwerfen musste. Sie forderte mich auf, für sie und mich Pfeile zu kaufen. Da ich sie auch mittlerweile ins Herz geschlossen hatte, gönnte ich uns ein paar Runden, ohne erfolgreich und mit einem Stofftier als Trophäe unter dem Arm zur Bar zurückzukehren.

Die Nacht war schon weiter fortgeschritten und die einheimischen Besucher der Eröffnungsfeierlichkeiten waren auch schon fort. Da tauchte der 3-Monats-Typ auf und wurde auf seiner Begrüßungsrunde von Chefin in ihre Fänge gezogen. Diese war mittlerweile auf einem Niveau angelangt, welches sie sich selbst als unwiderstehlich erschienen ließ und wohl den Wunsch nach einem jungen, knackigen Farang erweckte. So wurde der 3-Monats-Typ zum Gespielen, Tanzpartner und Ziel aller Annäherungsversuche der Chefin. Irgendwann ging aber der Schalter bei Chefin auf "aus". Ich hatte mich bis dahin eh schon gewundert, wie lange sie das durchhielt und immer weiter Tequila und eigentlich alles, was ihr vor die Nase kam, runterkippte. Sie schlief am Tresen mit dem Kopf an der Schulter vom 3-Monats-Typen ein, wachte kurz wieder auf und forderte Zärtlichkeiten seitens des Farang und klappte wieder weg. Vereint haben sie Chefin dann in einen Stuhl verfrachtet, wo sie -nicht unbedingt für eine Veröffentlichung auf ihrer facebook-Seite, aber dafür sicher vor schmerzhaften Stürzen- schlafen konnte. Ich hatte mittlerweile auch lange genug ausgehalten und klärte mit Knackarsch unsere Abreise gen Bungalow...auch weil die überaus deliziöse, aber halt auch mächtig scharfe, Riesengarnele Unruhe in meinem Innersten verursachte.

Auf halbem Weg zum Roller wurde meiner Kleinen hinterhergerufen. Nach kurzer Kommunikation mit ihren Kolleginnen erklärte sie mir, dass sie Chefin in das Zimmer von Knackarsch bringen wollten, damit sie dort sicher schlafen könnte. So fuhr der 3-Monatstyp vor, zu zweit wurde Chefin hinter ihm auf den Roller gehoben. Erst wollte ich mit Knackarsch hinterherfahren, um dabei zu helfen, Chefin in den ersten Stock zu verfrachten. Als diese dann aber im Stehen schon fast vom Roller fiel, sagte meine Kleine, dass ich auf sie warten solle. Sie setzte sich noch hinter Chefin und der 3-Monats-Typ balancierte den Roller. Ich fragte, ob ich nachfahren sollte, um zu helfen, was aber verneint wurde. "Ohje, ob das mal gut geht. Der Fahrer als dauerbekifft bekannt, die Chefin wie ein nasser Sack in der Mitte und Knackarsch, das Würmchen, ohne sonstigen Halt als Absicherung ganz hinten." Gut, ich schaute dem bizarren Bild hinterher und wartete brav an meinem Roller auf die Rückkehr meiner Begleitung. "Ui, der King Prawn hat wohl seine Reise durch die unendlichen Weiten meines Darmtraktes beendet und will jetzt unbedingt raus!" Was tun? Zu meinem Zimmer war es nicht mal eine Minute Fahrt und ein kurzer Fußweg...aber zum Zimmer von Knackarsch war es auch nicht viel weiter und dementsprechend würde sie in Kürze wieder da sein. Also hieß es im wahrsten Sinne des Wortes "Arschbacken zusammenkneifen". "Wo bleiben die denn?" Wie es in diesen Situationen ist, zogen sich fünf Minuten wie eine halbe Ewigkeit hin und ich führte einen schweißtreibenden Kampf gegen mein Innerstes. Im Prinzip hätte ich locker in meinen Bungalow fahren, das Geschäft erledigen und wieder zurückkommen können, bis dann endlich Knackarsch bei mir abgeliefert wurde. Aber: hätte hätte, Fahrradkette! oder Hätt' der Hund nicht geschissen, hätt' er die Katz' gefangen! (ok, doofer Spruch in der Situation). Letztendlich hat die Selbstbeherrschung gesiegt, und ich musste mir noch keine Gedanken über Erwachsenen-Windeln machen.

Im Bungalow lagen wir nach dem "Nachtisch" noch ein wenig im Bett und schauten fern, als das Handy von meiner Kleinen klingelte. Es war leise genug, so dass ich am anderen Ende Ladyboy an der Stimme erkennen konnte. Das Telefonat dauerte nicht lange. Knackarsch erklärte mir dann, dass Mamasan zu betrunken wäre, um die Abschlussrechnung für die Kasse zu machen, und die andere Kassiererin auch nicht mehr da wäre. Sie fragte mich, ob sie nochmal weg dürfte, damit sie das erledigen könnte. Ich drückte ihr den Schlüssel für meinen Roller in die Hand und gab ihr "meinen Segen". Ich verbrachte die Wartezeit damit, mir eine Zusammenfassung von Champions League-Spielen anzuschauen, und konnte meinen Knackarsch noch wach wieder begrüßen, die mir die Situation vor Ort nochmal erläuterte.

Wenig später war das Licht aus, und ich hatte noch das Dröhnen der Boxen mit den ungewohnten Klängen und zumeist glassprengenden Stimmen im Ohr, als ich versuchte einzuschlafen. Sowas wollte ich mir nicht noch einmal antuen:

"ab morgen ändere ich was..."
 
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Da die letzten drei vollen Tage nur wenig Neues brachten, beschränke ich mich auf Ausschnitte und fasse die mal in einem Beitrag zusammen.


Tag 15:

Am Morgen sprach ich mit Knackarsch ab, noch einen weiteren Mitbring-Auftrag anzugehen. Eine Freundin wollte Kokosnussöl, was man für Haut und Haare nutzen kann. So weit so gut, ich holte meine Kleine am frühen Nachmittag ab, um mit ihr in den Tesco zu fahren, wo wir bereits zu Beginn meine SIM-Karte besorgt hatten. Dort angekommen wollten wir uns erstmal für die ungeheure Shopping-Tour, die uns bevorstand, stärken. Also hockten wir uns in ein gut klimatisiertes Eis-/Cafe. Für mich gab es einen Vanillemilchshake, für den kleinen Nimmersatt ein fettes Stück Schokotorte und einen Trank der Sorte "Megasüß". Nachdem ich einen Bissen probieren durfte, musste ich mich für die dekorierte Cocktailkirsche opfern, die anscheinend nicht ihrem Geschmack entsprach. Ehrlich gesagt, mag ich die Dinger auch nicht besonders, aber ich bin ja der Mann...ugga ugga. Wir nahmen also die kalorienarme Zwischenmahlzeit zu uns und Knackarsch erklärte mir, wo ich das Kokosnussöl bekommen würde. "Ok, einmal zum Horizont...abklatschen...und zurück"
Nee, angeblich war der Laden nur einmal um die Ecke. Also dackelte ich kurz los und fand hinter der angesprochenen Ecke eine Apotheke. In einem Regal gab es auch das Kokosnussöl, soweit ich das anhand der Bilder und wenigen modernen lateinischen Schriftzeichen erkennen konnte. Zack, ab damit zur Kasse. "Brauch ich ja wohl nicht fragen, ob das für Haut und Haare verwendbar ist, wenn es in einer Apotheke steht. Die werden ja wohl kaum Kokosfett zum Braten in Flaschen anbieten." Dennoch fragte ich nach und bekam ein Nicken von der Dame hinter dem Verkaufstresen. Nach erfolgreicher Jagd kehrte ich zu meiner Feuerwache zurück und präsentierte meine Beute. Knackarsch schaute und fing an zu lachen, die Tante in der Apotheke hätte mich über den Tisch gezogen. Das wäre schließlich Kokusnussöl, was man zum Kochen nutzen würde. Nachdem sie sich genügend über den dummen Farang amüsiert hatte, wollte sie mit mir nochmal zu dem Laden gehen und das richtige Zeug holen. Gesagt, getan. Am Tresen packte ich die Flasche aus der Tüte und meine kleiner Bullterrier legte los. Ich verstand zwar kein Wort, aber konnte dennoch so viel "verstehen", dass die Verkäuferin meiner Kleinen den Wind aus den Segeln nahm und ihr wohl erklärte, dass es sich um reines Kokosöl handelte, welches sowohl für die Körperpflege als auch im Essen seine Anwendung finden könnte. Frisch belehrt, packte Knackarsch die Flasche wieder in die Tüte und übersetzte beim Herausgehen das vorangegangene Gespräch in Kurzform. Jetzt war es an mir, sich zu amüsieren...der dumme Farang hat doch das Richtige gekauft. So lachten wir beide und verließen den Tesco wieder.



Tag 16:

Ich hatte zwei Tage zuvor nochmal eine Beutel schmutziger Wäsche in der bereits als positiv vermerkten Wäscherei abgegeben, um schon einige meiner Stoffe zu Verhüllungszwecken frisch gewaschen wieder mit nach Deutschland zu nehmen. Also fuhr ich nach dem Frühstück dort vorbei und bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, wurde mir schon eine Tüte mit der Aufschrift "Knackarsch" (für alle verwirrten: da stand natürlich der richtige Name von meiner Kleinen drauf) überreicht. Und wieder bestätigte sich etwas Gelesenes: Die meisten Thais haben ein super Gedächtnis. Schließlich war ich erst einmal in Begleitung von Knackarsch in der Wäscherei. Die fälligen 100 Baht für 2,5 kg Wäsche inkl. Bügeln und Zusammenlegen zahlte ich gerne zuzüglich eines Tips. "Bei dem Preis und Service würde ich zuhause keine eigene Waschmaschine und Trockner unterhalten!"
Abends war ich nochmal im Salathai, um mich genussvoll satt zu essen. Für den letzten Abend hatte ich mit meiner Kleinen ausgemacht, gemeinsam in einem Steakrestaurant zu dinieren.



Tag 17:

Wie verabredet, gingen wir abends in ein australisches Restaurant schräg gegenüber des Barkomplexes. Knackarsch bestellte sich ein T-Bone-Steak und meine Wenigkeit hielt sich an Surf'n'Turf, dazu ein paar zusätzliche Potato Wedges mit Sour Cream. Das Witzige war, dass die Bedienung ziemlich schlecht Englisch konnte und, als meine Kleine die Bestellung auf Thai abgeben wollte, es sich herausstellte, dass der Typ auch kein Thai konnte.
Als die Potato Wedges auf den Tisch kamen, fragte mich meine Begleitung, was das sei. Ich erklärte und bot ihr an, sich zu bedienen. Nach einer halben Kartoffelecke stand fest: das schmeckt ihr nicht. "Is klar! Schließlich bin ich ja auch die "Kartoffel" von uns beiden!" Nun gut, die Pommes zu ihrem Steak hat sie aber genüsslich verdrückt. Nach unserem Dinner fragte sie, ob sie noch eine Portion Pommes zum Mitnehmen bestellen könnte...für die Mädels an der Bar. Kein Thema für mich, so gingen wir rüber zur Bar mit einer großen Portion Pommes, an der sich die anderen Mädels labten.
Dort verbrachten wir noch den restlichen Abend, flachsten wie an den Abenden zuvor auch wieder rum und Knackarsch fragte mich, ob ich ihr etwas zu ihrem baldigen Geburtstag schenken würde. Auf meine Frage, was sie denn haben wolle, zeigte sie auf ihren Finger und grinste. "If you marry me, I will buy you a diamond ring." scherzte ich zurück. Damit war das Thema von möglicher finanzieller Unterstützung nach meiner Abreise zum ersten Mal -wenn auch im Scherz- angeschnitten und auch gleich wieder abgeschlossen.

Spät in der Nacht packte ich dann meine Siebensachen und wurde langsam ein wenig wehmütig bei dem Gedanken, den mittlerweile über zwei Wochen andauernden Trip auf der Droge "LoS" wieder zu verlassen. Das "I miss you already" seitens Knackarsch war dem nicht gerade entgegenwirkend. Also versuchte ich, es mit Humor zu verarbeiten, und erklärte ihr, dass sie doch nur das länger Schlafen, nicht Arbeiten, die "Sex on the beach" und mein Geld vermissen würde.
Da ich am nächsten Tag bis 13:00 Uhr ausgecheckt haben müsste, aber mein Flug erst um 21:30 Uhr ginge, bot mir Knackarsch an, mich in ihrem Zimmer noch duschen und umziehen zu können. Das empfand ich als sehr schöne Geste, denn damit würde sie mich ja ein bisschen in ihr "Privates" schauen lassen.
Als ich später zum letzten Mal im Bungalow die Augen schloss, ging es mir durch den Kopf:

"ab morgen ändert sich was...ABER ICH WILL DAS NICHT!!!!"
 
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Vielen Dank an alle!
Ich habe eigentlich noch vor, den Abreisetag und die Rückreise zu beschreiben. Und als Abschluss soll auch noch ein Fazit folgen, um den therapeutischen Zweck meines Berichts auch zu vollenden. ;)

Da ich -wie ihr richtig erkannt habt- heftigst unter dem Thailand-Virus leide, sitze ich gerade im Boarding-Bereich des Düsseldorfer Flughafens.
Ich bin auch mal gespannt, wie ich in Pattaya zurechtkomme oder ob ich es wenigstens überlebe. Über die kommenden zwei Wochen zu schreiben, habe ich mir vorgenommen (vielleicht auch wieder nötig).
 
Schöne Grüße aus Pattaya.

@riva
Vielleicht brauche ich mal eine Pause und habe den Nerv übers Handy weiterzuerzählen. Aber die Chancen schätze ich nach einem Tag vor Ort eher gering ein. ;)
 
Vielen lieben Dank für Eure Kommentare!
Ich beende den Bericht auf jeden Fall nach meiner Rückkehr, da ich mir jetzt schon sicher bin, dass ich zuhause wieder den Blues im Wettstreit mit einen Wolf gen Mond singen werde!

Heute dachte ich über den nächsten Titel nach...möglich wäre "Who the fu.. is Ladybar".
Ich werde hundertprozentig wieder eine Schreib-Therapie benötigen!

@kgt
SMS geht raus ;)
 
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