The Nam Situation – Teil 8
Wenn es im Teil 7 dieser „never ending Story“ heisst das es zum Durchbruch kam, kommt nun der „Wendepunkt“. Aber erstmal die gute Nachricht (wobei ich in diesem kompletten Teil eigentlich keine schlechten erkenne): die „Firma“ Skype war so nett, mir mein aufgeladenes Guthaben wieder zurückzuerstatten, nachdem ich sie von den technischen Schwierigkeiten aufmerksam gemacht habe. Demzufolge musste wieder das Festnetz herhalten, was aber egal war: immerhin war ich auf der „Zielgeraden“. Wan versicherte mir, das Nam wieder in der Chili Bar ab Montag, den 29. April arbeiten würde und so kam es am darauf folgenden Tag zum Kontrollanruf. Allerdings machte ich mir eine halbe Stunde vorher meine Gedanken: ich hatte irgendwie Schiss das wenn ich ihre Stimme höre, ich wieder in dasselbe Verhaltensmuster zurückfallen würde, in dem ich eben schon einmal zu tief war. Man wäre wieder „zusammen“ und dann würde wieder jeden zweiten Tag geskypt & Co werden (obwohl und das betone ich nochmals immer die Initative von ihr ausging). So eine „Abhängigkeit“ macht sich negativ auf den Alltag und auf die Arbeit bemerkbar und im Moment war ich über diesen „Abstand“ sehr zufrieden. Ich bin auch mit diesem Hintergedanken in das Gespräch gegangen, wusste aber nicht was mich erwarten sollte.
Das Handy von Wan klingelte und sie nahm ab. Nachdem obligatorischen „how are you“ fragte ich nach Nam, ob sie denn heute zur Arbeit erschienen ist. Wan verneinte und verwies auf die nächsten beiden Tage. Nichts erwartet und trotzdem entäuscht worden: im Prinzip wusste ich ja das es sich einfach zu gut anhört, das ich wirklich heute nach der langen Zeit wieder mit ihr sprechen konnte. Ich habe selber nicht dran geglaubt und wurde jetzt bestätigt. Auch mit dem Hintergedanken, das ich mich wieder in Nam „verlieren“ werde, unterbreitete ich Wan folgenden Vorschlag: sie sollte einfach dafür Sorge tragen, das Nam ihr Handy aufgeladen bekommt so das sie wieder online gehen könnte, falls sie mich kontaktieren wolle. Zusätzlich könnte sie mich jederzeit anklingeln (die Option, die die letzten sieben Teile schon nicht funktioniert hat), falls Nam zur Arbeit kommen sollte. Ich merkte Wan im Gespräch an, das dieses Thema schon eine gewisse „Reizbarkeit“ bei ihr auslöste: verständlich wenn man sich mal die Historie der letzten sieben Wochen vornimmt. Wer hätte gedacht, das dies nur ein Vorbote war, was geraume Zeit später noch einsetzen würde.
„The Nam Situation“ war für mich gelöst: jeder hatte seinen Frieden gefunden und ich dachte nur noch sekundär an das geliehene Geld, das Wan von mir erhalten hatte. Hier würde ja erst eine Aufklärung im August (mein nächster Pattaya Urlaub) erfolgen und hatte jetzt keine Bedeutung. Ich schrieb TCO per PN den Inhalt des Gespräches und meinte er solle sich bei Gelegenheit mal in der Chili Bar umsehen, ob Nam´s Handy auch wirklich aufgeladen sei. Er bestätigte das soweit und ich konnte den „Fall“ zu die „Akten“ legen, um mich nun voll und ganz auf den kommenden August vorzubereiten.
03. Mai um 11:30 Uhr Stichwort Wendepunkt, der mich jetzt noch nachdem ich diese Zeilen schreibe, mit den Kopf schütteln lässt: mein Handy klingelt und ich sehe unter anderem in dieser Zahlenkette eine „911“ Nummer. Diese Vorwahl gibt es auch bei uns in der Region und ich nahm an, das es sich um einen regulären Anruf handelte. Ich nahm ab und meldete mich mit meinem vollständigen Namen. Auf der anderen Seite der Leitung war ein englischsprechendes Mädchen, die mich nochmals fragte ob ich auch der bin, der ich nunmal bin.^^ Ich bestätigte meinen Namen und realisierte, das ich gerade ein Mädchen aus Thailand am Apparat hatte. Ich dachte erst, das mit Wan ihrem Handy was nicht in Ordnung wäre (Rechnung nicht gezahlt, Aku leer, etc.) und sie mich über eine „Mittelsfrau“ anrufen lässt (drei Tage nach unserem letzten Kontakt). Jetzt hatte ich aber abgehoben und das Mädel war für die Kosten des Anrufs verantwortlich. Ich entschuldigte mich, das es eigentlich ausgemacht war das sie das Handy anklingeln lassen soll und ich dann zurückrufe. Ich meinte das wenn ich wieder in Pattaya bin, ich es „wieder gut mache“. Dabei hab ich schon mein „Sweet Mouth“ (O-Ton Rose siehe Beitrag #64) Repertoire ausgepackt, was dem Mädel am anderen Ende der Leitung ein kichern entlockte^^. Sie sagte dann zu mir „she wants to talk with you“ und ich wiederrum das ich leider in der Arbeit bin und erst in ca. 45 Minuten zurückrufen könnte. Sie meinte dann „i don´t know“ und ich nochmal drauf zu sprechen kam, das ich bald möglichst zurückrufe und mich bei ihr für die Nachricht bedankte bzw. das Gespräch dann beendete.
Um 12:15 Uhr versuchte ich Wan auf ihrem Handy zu erreichen: es klingelte, aber dabei blieb es auch. Normalerweise rufe ich ja nicht um diese Uhrzeit an, weil Wan zu mir auch vorher meinte das ich immer erst ab 01:00 Uhr thailändischer Ortszeit abwarten sollte, bis sie Feierabend hatte. Ich dachte mir nichts weiter und schrieb eine SMS (an die Nummer, wo mich diese „Mittelsfrau“ angerufen hat), das ich mich nochmal um 01:00 Uhr bei ihr melden würde. Um 14:00 Uhr klingelte mein Handy an und das mit der genau selben Telefonnummer, mit der ich vorher schon konfrontiert worden bin. Diesmal wusste ich es aber besser, drückte die Nummer weg, schnappte mein Festnetztelefon und wählte die Nummer. SO UND JETZT KOMMT ES: ich war in der Annahme das Wan mich nur um diese Uhrzeit anruft, weil es was wichtiges geben würde. Am anderen Ende der Leitung wurde abgehoben und mein obligatorisches „how are you doing“ kam und ich fragte, was sie für Neuigkeiten für mich hätte. Die Person am anderen Ende der Leitung sagte das sie am nächsten Tag mit mir skypen wolle, weil sie wissen will wo sie uns gemeinsam sieht. Ich war ein wenig perplex, nicht schon allein aufgrund der Frage sondern auch wie das jetzt in das Thema passt. Ich ließ mir aber nichts anmerken und meinte, das man gerne mal zusammen skypen könnte. Ich schaltete dann in Smalltalk Modus und die erstbeste Frage die mir einfiel war, wo sie gerade sei. Sie sagte „well, in the monkey house“. SHIT! Da war Nam am Telefon, die mich gerade aus dem Gefängnis anrief. Die Person, um die sich hier alles dreht: diejenige um die ich mir die letzten zwölf Wochen Gedanken machen musste und jene, mit der ich am 13. März das letzte mal gesprochen habe.