Indien Über Umwege zu Jay Jagannath und wieder zurück

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        #101  

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Ich bin jetzt in Diu, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie im Bundesstaat Gujarat, und hatte eigentlich erwartet, hier ein wenig zu baden und zu entspannen. Ganz so einfach ist das jedoch nicht, denn viele Inder nutzen den Strand als Toilette, weshalb mir ehrlich gesagt nicht besonders nach Baden zumute ist. Man könnte zwar weiter weg von der Siedlung gehen, um einen geeigneteren Badeplatz zu finden, aber so wichtig war mir das dann doch nicht.

Diu ist sicherlich ein Sammelpunkt für Langzeitreisende in Indien, allerdings nicht in dem Ausmaß wie Goa. In den Abendstunden trifft man in den Lokalen zahlreiche westliche Gäste, die hier über längere Zeit bleiben.

Was mich jedoch wirklich begeistert hat, war meine Unterkunft: Ich hatte ein eher einfaches, aber wunderschön gelegenes Bett auf dem Dach einer portugiesischen Kirche, die zugleich über eine Terrasse verfügt. Dort trinke ich morgens meinen ersten Kaffee und blicke auf den Indischen Ozean, ein großartiger Start in den Tag.

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        #102  

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Ich hatte auch einen Mitbewohner aus Tschechien, der ein Stockwerk unter mir mit einer ukrainischen Blondine wohnte, die meist im Bikini unterwegs war. Das zog natürlich Aufmerksamkeit auf sich, aber deswegen war ich nicht hier. Die beiden – und vor allem die gut proportionierte Ukrainerin, wirkten insgesamt sehr glücklich mit ihrem Badeurlaub.

Was ich hingegen als störend empfand, waren die Saufgelage vieler Inder. In ganz Gujarat ist Alkohol verboten, nur in Diu nicht. Deshalb kommen viele extra hierher, um sich zu betrinken. Am Wochenende hängen sie dann am Strand herum und laden einen ungefragt zu ihren Gelagen ein. Einige waren abends auch bei mir auf der Terrasse der Kirche, mit ihren bekannten Whiskeyflaschen, die sie mit Wasser strecken. Wenn sie mussten, urinierten sie einfach an die Kirche, und trotz ihres Rausches wollten sie anschließend noch rund 80 Kilometer mit ihren Motorrädern nach Hause fahren.

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        #103  

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Ansonsten gibt es ein Fort, das man besichtigen kann, sowie die überschaubare Stadt mit ihren Mauern und Toren, die damals noch vom Rest Indiens separiert waren. Da es mir allmählich zu langweilig wird, mache ich mich auf zur nächsten Destination. Daran ändern auch die Hochzeitsgesellschaften nichts, die auf den letzten Bildern zu sehen sind

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        #104  

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Im Anschluss an Diu habe ich einmal die Leistungsfähigkeit des indischen Bus und Zugverkehrs getestet. Zunächst ging es mit einem Schlafbus von Diu nach Pune. Die Schlafbusse hier verfügen tatsächlich immer über ein richtiges Bett. So lag ich auf rotem Samt gebettet und fuhr durch Mumbai, während ich sah, wie Menschen, die um fünf Uhr morgens zur Arbeit fuhren, den Bus verließen, um in Slumunterkünften eine Bleibe zu suchen, über Leitern stiegen sie in den dritten Stock irgendwelcher schmutziger Behausungen.

In Pune angekommen lernte ich meine nächste Lektion. Die Züge sind in der Regel überbucht, selbst in den besseren Klassen. Viele Ausländer buchen deshalb ihre gesamte Reiseroute im Voraus an großen Bahnhöfen, um sicher einen guten Platz zu bekommen. Andere versuchen ein bis zwei Tage vor der Weiterreise in Bahnhöfen abseits der Hauptstädte noch eine Reservierung zu ergattern.

Natürlich bekommt man in Reisebüros fast immer Tickets, allerdings oft zum Nachteil der einheimischen Bevölkerung, da dort massenhaft Plätze reserviert werden, um daraus Profit zu schlagen. Das ist jedoch nicht zwingend notwendig. Ich habe meine Tickets meist in der günstigen Klasse gekauft, selbst wenn sie offiziell ausgebucht war.

Es gibt dann fast immer einen Bahnhofsvorsteher, der dir einen Platz organisiert, du bist schließlich der Ausländer. Selbst wenn auch das Abteil der letzten Klasse überfüllt ist, klopft er mit seinem Stock gegen den Waggon, und plötzlich hast du einen Sitzplatz.

Sofern es Sinn machte, habe ich noch ein paar Fotos aus dem fahrenden Zug gemacht, aber es gibt dort ohnehin nicht viel zu sehen, außer dem ländlichen Maharashtra. Den Rest des Tages verbrachte ich mit den Leuten aus meinem Abteil, wir haben uns ausgetauscht und unterhalten.

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        #105  

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Mein fianles Ziel ist Bidar, eine muslimisch geprägte Enklave im Bundesstaat Karnataka. Sie eignet sich eigentlich sehr gut als Stopover, da ich in rund 24 Stunden etwa 1.400 Kilometer mit Bus und Bahn zurückgelegt habe und nun wieder in einem regulären Bett schlafen möchte. Auf meinem Weg nach Hyderabad ist Bidar somit eine gute Möglichkeit, kurz auszuspannen und einen kleinen Stadtrundgang zu machen.

Das ging alles etwa Ungeplant vor sich und habe in Pune nur einen Zug nach Bangalore gekriegt somit muss ich von Sholapur Nach Bidar nochmal eine State Bus nehmen. Die Einheimischen dort sehen offenbar so selten Touristen, dass sie sich über meinen Besuch freuen. Kurzerhand organisieren sie mir eine passende Unterkunft, und damit ist der Tag für mich beendet

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        #106  

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An den Überresten hier in Bidar lässt sich erkennen, dass das Fort früher zweifellos sehr imposant gewesen sein muss. Offenbar war es einst eines der größten Forts Indiens, heute sind jedoch nur noch Teile davon erhalten. Die enorme Größe der Anlage geht auf die Bahmani-Dynastie zurück, die auch den sogenannten Palast der Farben (Rangin Mahal) errichten ließ. Dieser soll für seine wunderschönen Mosaike bekannt sein, doch bei meinem Besuch war nichts geöffnet, und ich habe hier generell kaum Touristen oder Besucher dieser Sehenswürdigkeiten gesehen.

Der heutige Zustand des Forts – stellenweise bestehen die Überreste nur noch aus Steinhaufen – ist vor allem auf seine lange und wechselvolle Geschichte zurückzuführen. Ein Teil der Zerstörungen geht jedoch auch auf die Eroberung durch die Moguln zurück, als Aurangzeb, der von Agra, Delhi und Fatehpur Sikri aus regierte, die Stadt einnahm.

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        #107  

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Außerhalb der Stadt gibt es noch Grabstätten früherer Herrscher, doch da ich ohnehin weiter nach Hyderabad reise, wo sich Ähnliches findet, habe ich darauf verzichtet. Das Stadtzentrum selbst ist stark muslimisch geprägt, mit zahlreichen Moscheen.

Bekannt ist Bidar außerdem für die berühmte Bidriware. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Kunsthandwerk aus einer Metalllegierung aus Zink und Kupfer, die mithilfe einer speziellen Erdenmischung tiefschwarz gefärbt wird. In dieses schwarze Metall wird reines Silber in feinsten Mustern eingelegt. Bidriware zählt zu den edelsten Kunsthandwerken Indiens.

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        #108  

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Besonders erwähnenswert ist auch die Mahmud-Gawan-Madrasa. Die Ruine dieser islamischen Universität, die um 1472 erbaut wurde, erinnert mit ihren hohen Minaretten und den blauen Fliesen stark an die Architektur Samarkands in Usbekistan. Von der einstigen Pracht ist jedoch nur noch ein Teil erhalten, da auch dieses Bauwerk dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen ist und heute nur noch fragmentarisch besteht.

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        #109  

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In Bidar kann man sich gut auf die muslimisch geprägte Architektur einstimmen, die in Hyderabad ihren Höhepunkt findet. Abgesehen davon hat hier die Pracht der ehemaligen Regenten und ihrer Bauwerke die Zeit vergleichsweise gut überdauert. Hyderabad war unter der britischen Kolonialherrschaft die wohlhabendste Region Indiens und lange Zeit weitgehend eigenständig.


Durch welche Religion die Region geprägt ist, lässt sich leicht am Straßenbild erkennen. Das Epizentrum des Geschehens ist gewiss das imposante Charminar. An dessen Fuß befindet sich einerseits ein Markt mit zahlreichen Perlen- und Edelsteinhändlern, andererseits aber auch viele Heiratsvermittler, bei denen indische Familien für ihre Nachkommen passende Ehepartner suchen können.


Ich habe am Abend eine der größten Moscheen Indiens besichtigt, die Mekka-Moschee beim Charminar. Ihr Name rührt daher, dass angeblich einige ihrer Ziegel aus Erde gebrannt wurden, die aus Mekka stammt.


Ansonsten kann man sich rund um den Markt beim Charminar gut verpflegen, natürlich mit dem berühmten Hyderabadi Biryani. Besonders glücklich war ich in Hyderabad jedoch auch mit dem Frühstück: Gleich bei meiner Unterkunft hatte ich einen Straßenhändler, der vorzügliches Masala Dosa – eine weitere südindische Spezialität – verkaufte.

Der Hussain-Sagar-See ist das Herzstück der Stadt. Er wurde künstlich angelegt, hat eine markante Herzform und verbindet Hyderabad mit der Zwillingsstadt Secunderabad. Auf der Seite von Hyderabad gibt es zudem einen weißen Hindu-Tempel, den Birla Mandir, von dem aus man eine viel bessere Aussicht auf den See hat. Ich bin nun mit der Besichtigung des Stadtzentrums fertig


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Zuletzt bearbeitet:
        #110  

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Schöner Bericht.
Was mich erstaunt ist die Sauberkeit im öffentlichen Raum.
Da sieht es in Afrika, im Jemen etc. ganz anders aus,
 
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