Abnehmspritzen - Erfahrungen

Oh man, @Teddy hat Recht. Also ich nehm das Zeugs immer noch, habe vor ca. 2 Monaten nun aber doch von 1mg auf 1,7mg aufgestockt, weil bei 112-115kg festgefahren. Ernährungs- & Bewegungstechnisch bin ich lt. meiner Hausärztin auf absoluten Top-Weg, weil ich mich ständig damit auch befasse und schon fast ne Leidenschaft daraus entwickelt habe. Fehler: Immer noch und zwar teils auch heftige. Ich habe quasi erst vor 2 Monaten entdeckt, dass ich vor allem Abends immer noch "dauernd" futtere. In der Menge zwar sehr deutlich weniger als vor Wegovy, aber eben "stündlich" nen Happen und immer öfter auch wieder "sündiges". Das ist natürlich nicht gerade förderlich.

Seit der Erhöhung auf 1,7mg hat sich die Menge / Tag zwar noch etwas verringert (eher marginal), aber vor allem habe ich jetzt wirklich die gesamte Woche durchgehend keinen Bock auf Essen (das war vorher mit dem 1mg anders.. da gings spätestens am 5 Tag Abends los, dass ich wieder Bock auf bestimmten Fraß hatte wie Döner, Schnitzel + Pommes, etc - auch wenn ich davon keine Mengen essen kann). Seit 1,7mg hab ich die gesamte Woche kein Bock zu essen und esse nur nach Uhrzeit und meist auch esse ich den Teller mit meinen kleinen Mengen gar nicht auf, weil eben keine Lust darauf. Mein Problem ist auch lt. meiner Hausärztin mein Alter + einige bestimmte Medikamente und die Umstände, die dazu führen dass mein Stoffwechsel eben deutlich langsamer läuft.

Hat sich das jetzt in den gut 8 Wochen ausgewirkt: Marginal... nur leichter Rückgang vielleicht um 1kg. Aber - absolut keine Nebenwirkungen zu spüren und auch diese Bocklosigkeit auf das Essen ist für mich überhaupt kein Problem. Im Gegensatz zu der Meinung meiner Hausärztin: Die meint es ist doch absolut eine Einschränkung im Leben und man sollte überlegen, wieder auf die 1mg zu wechseln. Empfinde ich nicht so und möchte das auch nicht.

Ich habe nun die Hoffnung, dass ich durch den Sommer und im Herbst mit dem Urlaub durch die "Wärme" (Sommer) und meine allgemeine Änderung in der Ernährung in dieser Zeit doch noch ein Schub nach unten einschlagen werde.

Insgesamt habe ich seit Beginn auf der Waage ca. 20kg abgenommen, nach der Einschätzung meiner einer und Hausärztin aber ca. 30kg, da ich auch ordentlich Muskelmasse in den 1,5 Jahren sichtbar aufgebaut habe. Sogar Medikamente konnte man reduzieren und wenn ich diese bescheuerten Kippen noch in diesem Jahr los werde, kann so gut wie alles gestrichen werden (Juhuuu.... da freu ich mich am meisten drauf).

Aber insgesamt sehe ich das wie Teddy: Ich habe immer noch ab und an zumindest bei der 1mg Bock auf Eis am Stiel, Pizza, Schnitzel, Döner usw. und das vor allem zu den falschen Zeiten 3 Std. bevor ich ins Bett gehe und 1 Std. nachdem ich Sport gemacht habe. Diese beschissenen Gedanken muss ich echt noch aus'm Kopp bekommen, bin aber der Meinung, dass diese 1,7mg mich dabei gut unterstützen können, da ich das seit der Dosis so gut wie gar nicht mehr habe. Auch nur noch Mahlzeiten komplett (eben 3x / Tag) aufzunehmen und zwischendurch nicht mehr zu snacken.
 
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@Teddy Ich nehme zwar logischerweise keine Abnehmspritzen aber deine Fragen kann ich dir als Fitnesstrainer trotzdem beantworten.
Deine derzeitige fleischlastige Ernährung stammt irgendwie noch aus dem tiefsten Mittelalter. Damals haben aber viele Leute hart gearbeitet
und wurden nicht fett. Es gibt mittlerweile etliche Studien, das diese Art der Ernährung langfristig, zusätzlich zur Adipositas, sehr schädlich für den Körper ist.

Die Abnehmspritzen wirken auch individuell sehr verschieden. Ein großer Teil der Leute erreicht tatsächlich das Zielgewicht aber es gibt auch etliche Non-Responder.
Im Zweifelsfall verschiedene Wirkstoffe ausprobieren.
Die Abnehmspritzen sind aber auf jeden Fall nur eine kurzfristige Lösung und eigentlich nur FDH. Entscheidend ist, was danach passiert. Wenn du zu den alten Gewohnheiten
zurückkehrst, sind die Kilos in null komma nix wieder da. Es führt absolut kein Weg daran vorbei, seine Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu ändern. Das beweisen auch etliche
Berichte zu dem Thema im Forum.

Eine dauerhafte Vervwendung von Abnehmspritzen ist mit Sicherheit keine gute Idee. Da gibt es derzeit keine verlässlichen Daten. Selbst nach mehreren Monaten haben etliche
Leute schon unschöne Änderungen der Hautstruktur im Gesicht. (Ozempic-Face)

Fazit: Wenn du nicht gewillt bist, deine Ernährung mal ans Jahr 2026 anzupassen, brauchst du gar nicht über Spritzen nachdenken. Das wäre einfach rausgeschmissenes Geld!
 
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Abnehmen hat ganz ok geklappt so von 95 auf 80 - damit bin ich happy… nehme es jetzt in niedriger Dosis weiter… habe es mal abgesetzt , dass geht nicht- so 1,2 mg dann hält die Große Spritze 8 Wochen reichen bei mir… sind dann halt 37 Clicks. Das Zeug macht auch weniger Lust auf viel zu viel Alkohol… 3-5 Bier reichen und muss auch nicht immer… früher war es das doppelte… wenn ich überesse hänge ich 1-2 Tage auf dem Klo… insgesamt bewerte ich es sehr positiv
 
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Hier im Thread ist es nach teils euphorischen Berichten von Anfangserfolgen mit der Abnehmspritze sehr ruhig geworden.

Mich würden Erfahrungsberichte interessieren:

1.) ob die Gewichtsziele beim Abnehmen erreicht werden konnten
stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen.
Bis jetzt, seit Dezember nicht viel Neues.
Zu deiner ersten Frage kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass bei mir so circa 5-6 Kilo vor dem Erreichen des Zielgewicht eine Stagnation eingetreten ist, es ging einfach nicht weiter.

So habe ich, nach Empfehlung meines Arztes, eine Pause von ca.8 Wochen eingelegt, d.h. nichts mehr gespritzt.
Die Frage war, was passiert. Das Gewicht ging noch mal ein bis zwei Kilo nach oben und dann war auch gut.
Seit drei Wochen spritze ich jetzt wieder, habe mit der kleinsten Dosis angefangen, und der Abnehmerfolg ist wieder da.
Über die ganze Zeit habe ich mein Ess- und Bewegungverhalten beibehalten.

Also auch ich bin jetzt gespannt wie es weitergeht und wann ich mein Zielgewicht erreiche.
 
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@magicbiker Ich hatte gar keine Frage gestellt
:p

In meiner Familie kommt die Fleisch-Thematik mehr über die letzten 3 Generationen: Mein Großvater (als Kind des 2. Weltkrieges) hat sich geschworen, dass immer genug zu Essen auf seinem Tisch stehen wird.
Im Zuge des Wirtschaftswunders bestand dann die Möglichkeit, den Sonntagsbraten an immer mehr Wochentagen zu haben... und somit wurde Fleisch Bestandteil der meisten Mahlzeiten.
Ich sage und denke immer: Fleisch ist mein Gemüse. Natürlich kann ich mal einen Salat oder ein paar Früchte essen. In Thailand leichter als in Deutschland.
Dann kommt es zur Psyche und leider kann man in 3 Wochenendkursen scheinbar Diabetloge werden, ein 4tes Wochenende mit Grundlagen der menschlichen Psyche fehlt aber leider.
Bei euch Fitness-Junkies übrigens auch...die meisten von euch sind glücklich, wenn sie sich und anderen am Bizeps schnuppern können...

Bei mir besteht in Deutschland fast durchgehend die Angst, zu kurz zu kommen und zu wenig zu haben. Also kaufe ich fast alles an reduzierter Ware (Fleisch, MHD, Angebote), was ich kriegen kann. Egal, ob ich Platz im Kühlschrank oder im Tiefkühler habe.
Ich weiß, dass das nicht sinnvoll ist. Es scheint aber nötig zu sein.
Durch die Mengen habe ich kein Geld für Qualität... und in meinem Müll-Niveau ist Fleisch meist nicht viel teurer als Obst und Gemüse. Wenn ich gesund essen wollte, würde ich also kein Geld sparen, sondern müsste mehr ausgeben und würde gleichzeitig viel weniger bekommen.
Das zusammen mit Fomo, innerer Leere und einer Sinn- und Perspektivlosigkeit (sowie ein paar psychischen Störungen) ist das eigentliche Problem. Das Prinzip, nur bei einem Defizit abzunehmen und bei einem Überschuss zuzunehmen, ist mir seit frühester Kindheit bekannt.

Lösungsansätze: Es gibt einerseits bei jedem von uns mehrere Sweetspots, die man erreichen könnte oder müsste. Zum einen könnte man gucken, wie man am besten ressourcenschonend lebt - dann müssten wir alle auf 50 kg abmagern.
Wir können wieder anfangen, unseren Nachbarn Essen (und Frauen) wegzunehmen, dann wären Muskeln und Fitness wichtig - auch wenn diese teurer im Unterhalt sind, als am Minimum zu leben.

Müsste @magicbiker nächstes Jahr Marathon laufen, würde er sich wahrscheinlich - wenn auch ungerne - von 30 Kg Körpergewicht trennen, auch wenn das bedeutet, 15 Kg Muskelmasse zu verlieren.

Zurück zur Ernährung: Bei allen Leuten, die in der Lage sind, eine Nährwerttabelle zu lesen, ist die Frage weniger, wie sie ihr Ziel erreichen könnten - sondern viel mehr, was sie dran hindert. Und dafür reichen drei Wochenendkurse zum Diabetologen halt nicht.

(Und wenn jetzt jemand behauptet, dass Diabetologen viele Jahre lang studieren, dann sollte er sich fragen, weshalb die nur "Abnehmen und Sport treiben" von sich geben können!)
 
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Ich nutze (noch) keines der Abnehm-Produkte. Aber was du, @Teddy, bescheibst klingt für mich nach einem tiefer liegenden Problem, welches du allein vermutlich nicht auflösen kannst.
Auch wenn du mich hinterher vielleicht auf /ignore setzt (und andere mich evtl. schlagen möchten):
Professionelle Hilfe, gerade bei multifaktoriellen Essstörungen, ist erreichbar. In Norddeutschland ist beispielsweise die Medizinisch-psychosomatische Klinik (Schön Klinik) Bad Bramstedt eine der bekanntesten (und von vielen für gut bis sehr gut befundenen) Einrichtungen, die auch bei Unter- oder Überessern richtig gute Arbeit leisten.
Immer abhängig von Einsichtsfähigkeit und Veränderungswillen der Patientinnen und Patienten.
 
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@ alle, danke für Euer feedback. Hat mich wirklich interessert, ich selber brauche das nicht.

@ Teddy. Das hast Du vollkommen richtig erkannt. So wie du das schilderst hört sich das ernsthaft bedenklich an. Du hast sicherlich schon viele Ratschläge bekommen. Ich versteh vor allem Deinen Arzt nicht der das verschreibt. Denn Spritze und Dietologe ist bei Dir bestimmt nicht ausreicht zielführend.

Zu Deiner Frage, Dein Gewicht wäre sicher ohne Spritze noch viel viel höher.

Der Tip von "gelegentlich" ist aus meiner Sicht der Schlüssel. Ich würde auf eine ernsthafte kurzfristige "Unterstützung" bestehen. Denn wenn du so weiter machst wirst du über kurz oder lang noch ersthaftere Probleme bekommen. Und da Du es ja schon selbst erkannt hast gibt es eigentlich keinen Grund so ein solches wesentlich sinnvolleres Angebot nicht zu nutzen.

Am einfachsten wäre es wenn du bei der Klinik (ob das genau die richtige ist weiss ich nicht) spontan mal anrufst. Die helfen Dir bestimm wie man am besten vorgeht.. Und wenn die nicht die richtige ist, die sagen dir auch wie du weiter vorgehen kannst. Evtl gibt es auch so ein Angebot bei Dir in Nähe.

Good luck
 
Um meinen Fall wieder zu schließen: Klappse und Therapie habe ich hinter mir, "Wenn Sie nicht wollen, können wir auch nicht helfen". Abgenommen hatte ich bis zum letzten Dezember 72 kg, aktuell sind ca 12 davon wieder da. Meine Laufleistung habe ich ca. verzehnfacht. Heute sind es bislang etwa 16 km bei 33 Grad.
Dadurch stehen jetzt andere Optionen zur Verfügung als lediglich die Notschlachtung...muss ich gucken, wie sich das entwickelt.

Bad Bramstedt hat einen guten Ruf und ich werde sicher niemanden blocken, der mich darauf hinweist. Bad Oeynhausen eigentlich auch.
Ob ich noch einmal eine Reha oder eine Therapie machen möchte/kann, weiß ich nicht. Nach 10 Monaten vollstationärer Tiefenpsychologie ist Verhaltenstherapie eher... schwierig.

Ich nehme weiter Mounjaro, solange ich es verschrieben bekomme. Die 22,5 Prozent Gewichtsreduktion hatte ich nebenbei weit überschritten - auch hier unverständlich, dass mein Diabetologe davon ausgeht, dass das eine lineare Funktion bis zum Idealgewicht sei.

HbA1c-Wert liegt seit 9 Monaten unter 6,0, zuletzt sogar bei 5,7.

Es läuft also eigentlich. Meinen Status als geistig behinderter Erwerbsminderungsrentner behalte ich aber... Die Welt ist viel zu krank für mich!
 
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