Ich finde, der Begriff "Auswandern" ist generell etwas aus der Zeit gefallen. Er kommt wohl noch aus dem 19ten Jahrhundert, als die Leute nach Amerika ausgewandert sind - ohne Aussicht auf Wiederkehr. Wobei streng genommen sind die damals auch schon nicht mehr gewandert, sondern mit dem Schiff gefahren.
Heute ist die Welt doch komplett anders: Du kannst überall einfach und günstig hinfliegen. Du kannst jederzeit Zurückkehren. Und im Normalfall kannst Du auch einfach weiterziehen, wenn es nicht passt oder langweilig wird. Diese Entgültigkeit gibt es nicht mehr. Wer will denn heute als junger Mensch noch "für immer" an ein und dem selben Ort bleiben?
Und noch eine kleine Anekdote für den Threadstarter: Ich hab vor fast 30 Jahren als junger Hund mal in Tokio gearbeitet. Da hat mir ein älterer Deutscher (der war dann so Mitte 40) gesagt: "Wenn Du mit 30 Jahren noch in Deutschland bist, dann schaffst Du es auch nicht mehr, Dich auf die Rahmenbedingungen im Ausland einzulassen. Dann bist Du zu sehr im deutschen System drinnen und kommst nicht mehr raus!". Gut, die Welt hat sich seitdem extrem verändert und Japan war zum Arbeiten schon immer schwierig, aber heute als Fuffziger glaube ich schon, dass da was dran ist.
Mach den Schritt lieber früher als später. Wir haben ja doch einen ganzen Haufen Member hier, die Europa früh verlassen und ihr Leben lang im aussereuropäischen Ausland gearbeitet und gelebt haben. So wie ich das sehe, bereut das keiner. Auf der anderen Seite kenne ich aus meinem privaten Umfeld auch genügend Leute, die etwa nach 10 Jahren Philippinen einfach genug hatten und dann mit 40-50 nach Deutschland zurück gingen. Das war auch kein Problem. Nichts ist für die Ewigkeit. Mein Wort zum Sonntag
