Der Anfang. 5. Teil. Abschied und Abreise.
Es war Donnerstag Nachmittag. In ca. 24 Stunden wird mein Flieger Richtung Europa abheben. Turbulente Wochen lagen hinter mir, in denen ich trotz meines Alters von 50+ wirklich neue Lebenserfahrungen machten konnte. Aranaa lag im Hotelzimmer im Bett neben mir, sie hat sich in einer Embryonalstellung unter der Bettdecke verkrochen und signalisierte mit ihrer Körpersprache "es geht mir nicht gut".
Ich lag neben ihr und dachte nach.
Ich konnte sie gut verstehen. Wir sind zusammen 3 Wochen durch Thailand gezogen und haben uns während der gesamten Zeit sehr gut verstanden. Es gab nie Streit oder Unstimmigkeiten und die Sache im Bett klappte auch immer besser. Aranaa hat über die ganze Zeit hinweg nie irgendwelche finanzielle Forderungen an mich gestellt. Ich bin für alle Ausgaben aufgekommen, habe ihr aber nie direkt Geld gegeben. Jetzt bin ich nur noch 24 Stunden hier und dann für eine lange Zeit, vielleicht sogar für immer, weg und sie wusste nicht, ob ich ihr noch Geld geben würde oder nicht. Kein Wunder, dass ihre Stimmung nicht gut war.
Ich hatte Aranaa in diesen gemeinsamen 3 Wochen wirklich schätzen gelernt. Sie war sehr fleißig, hilfsbereit, zickte nicht herum, stellte keine Forderungen und war immer sehr fröhlich.
Und sie hatte eine sehr seltene Eigenschaft, sie nervte mich nicht.
Normalerweise, wenn ich mit anderen Menschen über mehrere Wochen hinweg 24 Stunden am Tag zusammen bin, beginnen mir diese Menschen irgendwann auf den Nerv zu gehen und ich habe den Wunsch wieder alleine zu sein... auch dann wenn diese Menschen gar nichts falsch gemacht haben.
Aber bei ihr war das aus irgendeinen Grund anders. Sie ist mir nie auf die Nerven gegangen. Ich fühlte mich in ihrer Gegenwart wohl und ich hatte während der ganzen Zeit in keinem Moment das Bedürfnis, alleine sein zu wollen. Keine Ahnung, warum das so war... aber ich dachte über die Gründe nicht nach (man muss nicht immer alles wissen, zerlegen und analysieren). Ich nahm einfach zur Kenntnis, dass es so war.
Ich wusste, dass Aranaa nicht gerne in der Bar arbeitete. Sie war nach eigenen Aussagen erst ein paar Tage vor mir in Pattaya eingetroffen und ich war ihre erste Farang-Bekanntschaft. Nun wusste ich von Mike, dass man solche Angaben von Thai-Mädels mit angemessener Skepsis begegnen muss. Auf der anderen Seite habe ich aber nie irgendwelche Anhaltspunkte dafür gefunden, dass das nicht stimmen könnte... ihr schlechtes Englisch, ihre kaum vorhandenen Ortskenntnisse in Pattaya und ihre offensichtliche Unerfahrenheit beim Sex und im grundsätzlichen Umgang mit Farangs deuteten eher auf hin, dass sie die Wahrheit gesagt hat.
Ich habe, soweit es mir jeweils möglich war, alle ihre Aussagen und Angaben grundsätzlich immer wieder überprüft und bin nie auf irgendwelche Ungereimtheiten gestoßen. Auch ihre Angaben zu ihren Eltern und ihren Kindern, die im Bezirk Nakhon Ratchasima wohnten, war richtig... auf der Heimfahrt sind wir mit dem Auto in ihrem Heimatdorf eine Stunde stehen geblieben, haben ihr Haus besucht und ich habe ihre Familie kurz kennen gelernt. Sie hatte die Angaben zu ihrer Familie zu einem Zeitpunkt gemacht, wo niemand wissen konnte dass ich sie überprüfen werde können. Dennoch war alles korrekt. Das lässt Ehrlichkeit vermuten und das machte einen ziemlichen Eindruck auf mich.
Ursprünglich hatte ich Aranaa in meinem Leben nur die Rolle einer kurze Fußnote als Urlaubsbekanntschaft zugedacht. Aber an jenem Donnerstag Nachmittag beschloss ich, dass ich der Sache noch eine weitere Chance geben werde und begann ein paar Schritte für die Zeit danach vorzubereiten.
Als erstes ging ich zum Geldautomaten, hob 10.000 Bath ab und gab sie Aranaa. Das Geld verbesserte wie erwartet ihre Stimmung deutlich und schlagartig :)
Als nächstes fragte ich sie, ob sie in einem der vielen Massagesalons arbeiten wolle. Sie wollte, aber sie hat massieren nie gelernt. Ich sagte ihr dass sie sich anziehen soll und wir gingen in die Stadt zu einer der Massageschulen, die mir aufgefallen war. Der Manager konnte einigermaßen Englisch und erklärte mir die fast 3 monatige Ausbildung. Der Kurs bestand aus 3 Teilen, jeder Teil wurde mit einer Prüfung und einem Zeugnis abgeschlossen und kostete 5.000 Bath (das war nicht viel, da ist meine monatliche Reiseabrechnung im Job höher :) )
Ich ließ sie also einschreiben und bezahlte den 1. Teil des Kurses. Mit dem Manager vereinbarte ich, dass ich bei erfolgreich absolvierter Teilprüfung das Geld für die nächsten Teile senden werde.
Die dritte Vorbereitung für die Zeit danach betraf Skype. Sie hatte absolut keine Ahnung von einem Computer, also war ein Crashkurs angesagt. Ich ging mir ihr in ein Internetcafe nahe ihres Zimmers. Dort richtete ich ihr einen Skype-Account ein und erklärte ihr, wie sie das Programm bedient. Dann ging ich alleine zurück ins Hotelzimmer und wir nahmen als Probelauf eine Skype-Verbindung auf. Damit hatten wir neben dem Telefon eine zweite Kommunikationsmöglichkeit.
Diese Schritte gaben ihr die Möglichkeit, nach meiner Rückkehr in der Bar zu kündigen, eine Ausbildung zu beginnen und sie stellten in Aussicht, dass der Kontakt mit mir nach meiner Abreise dennoch erhalten blieb. Dies hob die Stimmung von Aranaa beträchtlich (... now I have money and can go school, happy!!!) und verschaffte mir einen Abschiedssex mit der entsprechenden Intensität :)
Aranaa fuhr mit zum Flughafen Suvarnabhum Airport und es wurde ein ruhiger Abschied ohne Tränen oder Dramen. Ich war nach diesen 3 intensiven Wochen durchaus glücklich, dass ich wieder in mein gewohntes Leben zurückkehren konnte und nahm mir vor, spätestens ein halbes Jahr später wieder nach Thailand zurückzukehren.
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Ich wollte schon lange einmal den Anfang meiner Beziehung zu Thailand niederschreiben und habe dies hiermit getan. Vielleicht schreibe ich irgendwann mal in einem neuen Threat mit der Fortsetzung, wie es später weiter ging.
Ich danke euch für die Kommentare und euer Interesse, DocLec.