Ja - ich beziehe Pension + Rente.
In den ersten Jahren hatte ich hier in Thailand ein Jahres-Visum, das ich mir bei meinem jährlichen Besuch in D beim Honorarkonsulat in Stuttgart besorgte. Dafür reichte meine Urkunde zum Beamten im Ruhestand. Geldmittel waren nicht nachzuweisen. Es dauerte damals gerade mal 10 Minuten und man hatte es im Pass.
Mit diesem Visum musste ich allerdings alle 90 Tage Thailand verlassen und wieder einreisen. Habe das dann immer mit einem "Außendienst" in Laos, Myanmar, Cambodia, Vietnam oder Malaysia verbunden. Öfters ließ ich ein aktuelles Püppie aus Pattaya anreisen und zog das mit dieser zusammen auf dem Landweg durch. So bin ich, auch mit über 50, noch viel rumgekommen.
Meistens bin ich aber mit dem Nachtbus nach Mae Sai gefahren. Habe mich morgens dann aus Thailand ausgestempelt, und bin schnell nach Tachileik (Myanmar) über die Brücke gelatscht. Dort ein Tagesvisum für 500 Baht gekauft, in Myanmar ein- und meistens sofort wieder ausgestempelt, zurück über die Brücke und in Thailand wieder eingestempelt. Das dauerte oft nur eine halbe Stunde.
Zweimal ließ ich mich von einem Motorrad-Taxler in einen Puff fahren und habe mich erleichtert. War aber beides mal sehr enttäuschend (praktisch auf einem Brett in ein furztrockenes Astloch gefickt).
Auf dem Markt, direkt an der Grenze, wollte ich einmal einen Föhn ausprobieren, bevor ich ihn kaufe. Dieser ist mir dabei in der Hand verglüht. Die angebotenen Zigaretten waren alle gefälscht, die Potenzmittel wirkungslos und das Essen ungenießbar
Habe dann schließlich nur noch im Duty free Shop eine Flasche Whisky gekauft und bin schnurstracks nach Thailand zurück.
Dort mit dem Bus nach Chiang Mai gefahren, mir eine Freelancer geschnappt und am nächsten Tag dann mit dem Ordinary-Zügle nachhause zurück.
Ein Freund aus Den Chai hat das immer genauso gemacht, bis er mal so krank war, dass er nicht mehr nach D fliegen konnte und auch diesen 90-Tage-Visa-Run nicht mehr geschafft hat. Am Tag, an dem sein Stempel ablief, hat er sich dann das Leben genommen. Das war ein Zeichen für mich !!!
Ich besorgte mir bei meiner zuständigen Immigration nun ein Jahresvisum, das damals ganz einfach auf mein bestehendes Visum "aufgepfropft" wurde. Den Nachweis meiner finanziellen Mittel (mindestens 65000 Baht pro Monat) ließ ich mir immer jährlich in der D-Botschaft in BKK ausstellen. Machte danach immer einen einwöchigen "Außendienst" im nahen Seebad.
So hätte es eigentlich weitergehen können, bis diese schreckliche Seuche auch über Thailand hereingebrochen ist.
Da stand ich plötzlich einmal vor der Botschaft und musste erfahren, dass man jetzt ein Appointment für den Einlass benötigte. Ich versuchte alles, gab an, dass die An- und Rückreise je einen Tag dauert, dass ich unter Parkinson leide, dass es mir gerade sehr schlecht geht und legte mich dann vor den Einlass der Botschaft. Dort versicherte ich, dass ich erst wieder aufstehe, wenn man mich einlassen würde. Der Sicherheitsdienst versuchte mich mit 2 Mann wegzutragen, als ich laut um Hilfe schrie. Da ließ man mich ein und ich erhielt den Nachweis. Das war nun ein weiteres Zeichen für mich!
Inzwischen war meine Ma mit 94 in einem Pflege-Knast verstorben und ich habe geerbt. Von diesem Geld deponierte ich zuallererst diese 800000 Baht auf ein Konto für den Nachweis bei der Immigration.
Ich hätte auch nur 400000 deponieren können, da ich mit einer Thai verheiratet bin, doch sind da einige zusätzliche Nachweise zu erbringen, wie z.B. Lageplan des Grundstücks, Fotos vom Haus und noch einiges andere.
Warum soll ich mir das antun? Ich habe doch das Geld und brauche vorerst nix davon. Wenn jetzt der Euro noch weiter abstürzt, wird mein Monatseinkommen irgendwann einmal unter 65000 Baht liegen und es wird zu wenig für den Nachweis sein. Dann irgendwelche Mischungen aus Einkommen und Vermögen nachzuweisen und immer wieder auf diese Scheiß-Botschaft gehen zu müssen, kotzt mich an.
Dies war nun eine sehr ausführliche Antwort, aber wenn ich halt einmal am Schreiben bin, fällt mir immer noch dies und jenes ein.
Es ist halt ein Teil meines Lebens, das ich in diesem wunderschönen Land verbringen darf.
Gruß G.