Thailand Bangkok, Siem Reap, Pattaya, Koh Samet und Pattaya - Reisen im Grenzland

Vor meinen Augen spielt sich ein kleines Drama ab.

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Ein Backpacker-Pärchen, welches sich entschlossen hat, für kurze Zeit ihrer Khao-San-Road-Idyllle zu entsagen und realen Grusel zu erleben. Das werden sie auch. Wo Pattaya draufsteht, ist nämlich auch Pattaya drin.

Die beiden diskutieren herum, vermutlich suchen sie ein Hotel. Der sympathisch aussehende Herr am linken Bildrand, vermutlich einer von der Sonne wenig verwöhnten, dafür aber mit vielen äußerst kultivierten Bewohnern ausgestatteten Insel entstammend, eilt entschlossen seinem nächsten Fick entgegen. Der junge Mann sollte ihm jetzt besser Platz machen, tut er aber nicht und - Rums! Als ich die Kamera herunternehme, dreht er sich gerade um die eigene Achse und ein Thai hält ihn fest, damit er nicht vor das nächste Motorrad läuft. Er kniet jetzt am Boden, und seine Freundin tröstet ihn.

Normalerweise würde ich ihnen jetzt helfen, eine Bleibe zu finden, ist ja wirklich nicht so schwer, aber heute ist nicht "normalerweise"!

Soll sie ruhig erkennen, welchen Loser sie an ihrer Seite hat und sich einen besseren Kerl suchen. Soll er erkennen, dass er ein Loser ist und an sich arbeiten.
 
Am Abend gebe ich mich sentimentalen Reminiszenzen hin und suche auf der Soi Buakhao nach einer Bar, in der ich mal mit einem lustigen Girl an einer schrillen Party teilgenommen habe. Ich glaube, sie zu erkennen, Personal und Ausstattung haben sich aber deutlich geändert.

Schon auf der Terrasse lärmt ein Haufen LD-geiler Girls herum.

Ich mache Bekanntschaft mit der offenbar neuesten Masche:

Da ist ein "unschuldiges Girl", noch mit Isaan-Reiskörnern zwischen ihren Zehen. Sie bedarf dringend des männlichen Schutzes.

So ganz stimmt ihr Auftritt aber nicht, denn ihr Vater scheint wohl Schürfrechte an Goldgruben im Isaan zu besitzen. Anders ist das Vorhandensein eines Goldkettchens an ihrem süßen Hals beim erst dritten Tag in FC nicht zu erklären. Ich will aber nicht kleinlich sein. Der gute Wille zählt! Der erste LD ist fällig. Sie lächelt mich mit unschuldigem Augenaufschlag an.

Ihre gut Englisch sprechende "Schwester" ist natürlich auch dabei, damit das Girl nicht in die Fänge eines Unholdes gerät. Ihre Übersetzungsdienste schreien dringend ebenfalls nach einem LD.

Ich setze mir ein Limit von immerhin 1.500 Baht und bestaune die Fertigkeiten der beiden in den Disziplinen Lügen, gleichzeitig-andere-Customer-Heranwinken etc.

Recht zügig habe ich das Limit erreicht und bezahle genau 1.500 Baht. Die Frage nach einem Tip beantworte ich freundlich "oh sorry, no more money".

Statt dessen schlage ich ihr vor, sich doch beim Guinness-Buch der Rekorde in Sachen LD-Kobern anzumelden.

Das findet sie jetzt gar nicht mehr lustig, und ich suche lieber schnell mal das Weite.

Was für ein Tag.

Ich beschließe, dem Bier für den restlichen Abend zu entsagen. Ich muss morgen ziemlich früh raus und will auf der Überfahrt nüchtern sein. Dass dies ein äußerst kluger Vorsatz ist, werde ich am nächsten Tag erfahren ....

 
Tag 15 - Koh Samet/1

Ich werde pünktlich mit einem Van abgeholt. Gebucht habe ich die Überfahrt bei einer kleinen Ich-AG auf der Soi Buakhao (ca. 4 qm große Bude) mitten auf einem riesigen Bauplatz. Leistungserbringer ist Malibu Travel, die auf der Insel auch ein überteuertes Resort betreibt.

Am Pier wartet ein "Seelenverkäufer" auf uns. Auf den gelangt man über eine ca. 15 cm breite Planke, die von einem Besatzungsmitglied mit einem seiner Füße fixiert wird. Er streckt dann grinsend den Arm aus und los geht es. Nach einigem Gemeuter gelangen alle unfallfrei an Bord. Es geht dann ca. 1 Stunde durch eine unerwartet ruppige See.

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Zu meinem großen Erstauen wird dann nicht der Pier des Hauptortes angesteuert, sondern das Resort. Sehr schlau! So kriegen sie ihre Bude voll, die natürlich auch hübsch abgelegen ist, damit keiner so schnell "desertiert".

Allerdings muss man vorher erstmal an Land gelangen. Die Truppe steigt in eine Holzbarkasse um. Ich bewundere durch die Bohlen das türkisfarbige Wasser. In die Barkasse gelangt man über eine rostig-scharfe Eisentreppe. Die meisten plumpsen förmlich hinein. Wer Pech hat und dessen Bein zwischen Seelenverkäufer und Barkasse gerät, hat dann eines weniger.

Es heißt erst mal wieder warten, bis alle an Bord sind. Die Stimmung ist prächtig.
:ironie:

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Das nette junge chinesische Pärchen neben mir läuft langsam lindgrün an, denn es schaukelt schön hin und her.

Ich beschließe, die Stimmung der ganzen Treppe (inkl. der eigenen) mal etwas aufzuhellen, erhebe mich und rufe mit lauter Stimme:

"Normandie, Omaha Beach, 6th of June 1944. D-Day. Wir are looking for Private James Ryan". Über die Hälfte versteht den Witz und lacht.

Die Passagiere werden jetzt richtig "renitent". Ich sehe ein älteres Pärchen eines der Besatzungsmitglieder anschnauzen, er solle den Koffer gefälligst woanders hinstellen.
:lach1:

Kurz vor Land wird man dann mehr oder weniger ins knietiefe Wasser geschubst.

Die Landung im "Paradies" ist gelungen.

Hier ein Bild von der "Gegenrichtung": die "Invasionsarmee" besteigt das Landungsboot.

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Ich entfliehe den Malibu-Abzockern, organisiere mir mit den beiden Chinesen und anderen einen Baht-Bus (40 Baht für jeden) und lasse mich in den Hauptort zu meinem reservierten Hotel fahren.
 
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Das Hotelzimmer ist klein, aber für eine Nacht okay. Die "Gasthausmutter" (häh, wie komme ich denn jetzt auf diesen Begriff) ist lustig. Wir foppen uns immer ein bisschen. Beim Betrachten des Abschiedsfotos am nächsten Tag stellt sie unseren"Partnerlook" fest und meint: "You are my husband". Ich kann gerade noch entkommen ..... :lach:

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Wofür die Eintrittsgebühr von 200 Baht hier eigentlich bezahlt wird, ist mir nicht ersichtlich. Wohl für das Vergnügen, die Insel mit einem Haufen badefreudiger Chinesen, Koreaner, Thais etc. teilen zu dürfen.

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Der Hauptstrand ist lang und breit, aber Ähnliches findet man auch auf Koh Larn (da natürlich noch voller).

Mäßig enthuasmisiert begebe ich mich abends noch auf die übliche Tour.

Der Hauptpier erregt meine Bewunderung:

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An dessen Ende stelle ich bei Betrachtung der wuchtigen Skulptur fest, dass "unser Nationalbildhauer" Arno Breker weit gereist ist. Du alter Schlingel, denke ich ...

Beim Betrachten des schrottreifen Marineschiffes (links) überkommt mich die Vermutung, dass die thailändische Marine in ihren eigenen Gewässern wohl nicht sehr viel Angst und Schrecken zu verbreiten vermag. Dieser Ansicht sind offenkundig auch einige männliche chinesische Touristen, die auf dem Boot herumklettern, dabei salutieren und sich fotografieren. Sie zeigen jene vornehme Zurückhaltung, welche die Söhne des "Reiches der Mitte" in Asien so überaus beliebt gemacht hat.

Beim Zurückgehen entdecke ich ein nettes Detail, dass ich vor lauter Begeisterung abzulichten vergesse. Ein Schild erinnert daran, doch bitte nicht die Entrichtung der 20-Baht-Gebühr für das Betreten des Piers zu entrichten.
:super:

Vor einem Schwarzbau sitzend, dessen Erbauer wohl das Geld ausgegangen ist, genieße ich am ruhigen Nordufer noch den Sonnenuntergang.

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Später gehe ich noch an den Hauptstrand. Dort ist mächtig was los (Bars, Restaurants, alles schön beleuchtet). Aber irgendwie gefällt mir dieses Touri-Eiland nicht. Wer dies immer noch als "Naturparadies" beschreibt, war wohl zuletzt vor 20 Jahren hier.

An dieser merkwürdigen Skulptur gebe ich mich melancholischen Betrachtungen hin. Es ist Vollmond.

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Tag 16 - Koh Samet/2

Am Morgen treibe ich mich mit preußischem Pflichtbewusstsein an die Arbeit. Strände abklappern. Der auf der Karte als "nature trail" angepriesene Weg ist wirklich "nature", nämlich kaum vorhanden. Egal.

Hier die Strände, "Koh haste nicht gesehen und Koh tralala ......".

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Usw. usw.

Alle Strände sind mit Resorts "zugebunkert", unauffällig zwar, aber "nachhaltig". Das sieht bei der "Einfach-Variante" dann so aus:

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Nur wo es zum Bauen zu teuer ist, sieht es aus wie hier:

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In einem "Esoterik-Resort" werde ich aus meiner apathisch-lustlosen Stimmung gerissen. Offenbar unter deutschsprachiger Leitung, wird auf Ayurveda-Behandlungen, Yoga-Kurse und ähnlichen Unsinn hingewiesen. Windspiele klimpern herum. Räucherstäbchen qualmen.

Dieser verlogene Esoterik-Haufen hat mir jetzt gerade noch gefehlt.

Sofort sind mir der fette "Chief of Security" und irgendein "Manager-Wichtigtuer" auf den Fersen. Sehe ich so abgerissen aus?

Zu fotografieren getraue ich mich nicht, wahrscheinlich wartet hinter den Hütten ein Rudel "Boxing-man".

Ich laufe an einem großen, überdachten Podest vorbei. Da sitzt ein junger, hübscher Yoga-Lehrer und unterrichtet seine mittelältliche, breitärschige weibliche Kundschaft. Woran diese jetzt wohl denkt .....

Das Resort verlasse ich auf dem Hauptweg, gehe aber dann durch den Busch wieder auf den "nature trail" zurück. Mal sehen, was ich nicht sehen soll ....

Ich sehe dann DAS:

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Aha, so leben wohl die "Resort-Sklaven" (wer soll hier sonst auch wohnen). Nett!

Ich habe jetzt wirklich genug von diesem "Paradies", schlage mich bis zur Hauptstraße durch, gehe dann wieder an die Küste und dann zurück Richtung Hauptort. In einer Strandbar lerne ich zwei nette Pärchen kennen (kreolisch-thai, die Männer furchterregend tätowiert). Sie spendieren mir beim Herankommen spontan einen Drink. Meine üble Laune haben sie mir wohl angesehen. Mit ihren süßen Kindern albere ich noch ein bisschen herum.
 
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Verdammter Mist!

Die Anhänge erscheinen mal wieder nicht, und mein Server stürzte eben ab. Kann den letzten Teil wieder neu schreiben.

Grrrrrr!

Und um meinen "ätzenden Job" muss ich mich heute in der Tat auch noch kümmern, lieber @ogeretla (da redet mir aber zum Glück keiner rein).

Versuch das jetzt noch mal mit den Anhängen.
 
Ich bin froh, als die Rückfahrt beginnt. Sie verläuft zunächst reibungslos.


Es sind nur wenige Passagiere an Bord, zumeist einheimische Händler.

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Der nette „Mr.Cool-Man“ von der Besatzung.

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Dabei sind auch zwei „Dach´ler“ mit ihren Girls, die anscheinend große Angst haben, ich würde sie fotografieren wollen. Sie starren ein paar Mal misstrauisch auf meine Kamera. Privatdetektive lauern ja bekanntlich überall. Aus „Frackigkeit“ mache ich ein Foto (aus der Hüfte), lösche es aber abends wieder.


Mann, ich bin ja heute super drauf!


Malibu Travel beschließt, mich etwas aufzuheitern.


Die wenigen Fahrgäste werden im Niemandsland am Hafen abgesetzt. Die anderen sind so klug gewesen, vorher einen eigenen Weitertransport zu organisieren und werden von ihren Fahrern abgeholt. Ich stehe erst mal dumm im Hafen herum. An einem Wachhäuschen spreche ich einen Officer an, er schnappt sein Smartphone und 2 Minuten später ist ein Motorbiker zur Stelle, der wie eine Reinkarnation von Dschinghis Khan aussieht. Er fährt mich zum Malibu Travel Office. Dort verabschiedet er sich von mir durch lässiges Salutieren an seine überbreite Schirmmütze (Geld will er natürlich keines) und braust davon. Das werde ich in DACH sicherlich vermissen: die grandiose Komik, die einem hier oft spontan begegnet.

Dann bin ich wieder in Pattaya in meinem Hotel.

Dort verfalle ich in die übliche Hektik: Duschen, Umziehen (zum Glück kein großes Auspacken, das meiste habe ich eh im Zimmer gelassen).

Ich gehe auf die Piste ....
 
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So, ich hoffe, die Anhänge bleiben jetzt wirklich "stehen", sonst kriegen se ne Zwangsinfusion Jelly oder wie das Zeug heißt.

Wie jemand hier bereits messerscharf erkannt hat, treibt mich eine gewisse Eile, den Bericht abzuschließen.

Werde noch über die beiden Girls der letzten beiden Nächte berichten, bevor ich euch mit meinem leicht galligen Fazit traktieren werde.

Erst mal Danke fürs Mitlesen und Kommentieren.

Gruss

Cavigliano
 
So, statt Biergarten der Endspurt. Notizen gecheckt, nichts Wesentliches vergessen? Werde noch einen Exkurs einschieben und den Bericht dann heute abschließen. Müsste auch machbar sein, da nicht mehr so viele Fotos kommen. Die fressen die meiste Zeit, vor allem bei der ständigen Nachbearbeitung. Will aber nicht über die Technik meckern. Ist schon toll, dass man sie hier überhaupt einstellen kann.

Gleich geht´s weiter, wie es hier immer so schön heißt.
 
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