Thailand Bangkok, Siem Reap, Pattaya, Koh Samet und Pattaya - Reisen im Grenzland

Hier ein paar Eindrücke:

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Als ich da oben entspannt sitze, federt mit leichten Schritten ein einheimischer Guide die Treppen herauf. Mich erblickend, lacht er und sagt: „This bloody spring weather, next year this time I will visit your country and your temples“. Lachend entgegne ich ihm, dass er sich dann aber warm anziehen solle, um eine Schockfrostung zu vermeiden.

Dann sehe ich seine „Schäfchen“ die Stufen herauf trotten. „Silly people“ meint er und grinst. In der Tat. Die italienische Gruppe trägt einheitlich ärmellose Shirts und einige haben schon einen ordentlichen Sonnenbrand. Zu meinem großen Erstaunen parliert er locker mit der Gruppe in fließendem Italienisch. Unglaublich, denke ich, was die Leute hier unternehmen, um voranzukommen. Ich versuche, anhand meiner noch rudimentär vorhandenen Lateinkenntnisse etwas mitzubekommen. Er erzählt was von der Entstehungsgeschichte des Tempels und erwähnt auch, dass die Amis während des Vietnamkrieges hier in der Gegend wohl herum bombardiert haben. Keiner hört ihm richtig zu. Na ja, wenigstens bezahlen sie ihn.

Ich besichtige noch kurz zwei weitere Tempel, die aber nichts Besonders sind. Dann fährt Siron mich wieder zum Hotel. Wir lassen noch ein Foto machen:

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Beim Abschied spreche ich ihn, der auf mich durchaus nicht wie ein Kostverächter wirkt, auf Roms Geste mit den Fingern an. Er hört aufmerksam zu, grinst dann und sagt: „Cavigliano, that means that she likes you very much. But be careful!“
 
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Ich gehe dann in das Zentrum zur „Old Market Area“, so eine Ansammlung hübscher Gässchen mit dem üblichen Shopping-Angebot. Dort suche ich mir ein schattiges Plätzchen und bestelle eine wirklich sehr gute vietnamesische Fischsuppe. Ein frisch gezapftes „Mekong“genießend, darf ich diese Szenerie miterleben:

Gegenüber befindet sich einer der üblichen T-Shirt-Läden. Die Inhaberin, offenkundig ein fetter, übellauniger Hausdrachen, hält sich dezent im Hintergrund. Das Marketing betreibt ihre ca. 12-jährige Tochter, bildhübsch, charmant-gerissen, eloquent. Sie hat zwei französisch sprechende Kerle im Visier. Sie umgarnt sie geschickt, spricht dabei (natürlich) fließend Französisch und flirtet routiniert mit ihnen herum.

Die beiden Kerle lassen sich das auch gerne gefallen und kommen sich dabei ganz großartig vor. Sie probieren einige wurstpellenähnlich sitzende Shirts an und posieren damit stolz vor dem Mädchen herum, ihre Muskeln spielen lassend. Superhelden! Das Mädchen heuchelt Begeisterung.

Dann wird ihnen das Spiel zu langweilig, sie ziehen die Hemden wieder aus und werfen sie achtlos auf den Haufen. Sie sagen etwas zu dem Mädchen, vermutlich dass sie nichts kaufen wollen. Sie wirft ihnen einen zornigen Blick zu und verschwindet im Laden.

Verdammte Froschschenkelfresser, denke ich und bohre einem der Helden meinen Blick zwischen die Schulterblätter, mir dabei einen Laserstrahl vorstellend, kauf dem Girl was ab oder Deine nutzlosen Eier werden abfaulen.

Manchmal wirkt Telepathie, er dreht sich nämlich zu mir um, weiß aber nicht, was los ist. Ich schaue ihm in die Augen, dann in Richtung Mädchen und senke langsam meinen rechten Daumen. Ertappt! Das ist ihm jetzt sichtlich unangenehm. Er spricht mit seinem Kumpel, und jeder von ihnen kauft bei dem Mädchen zwei Shirts.

Das Mädchen ist immer noch sauer und will sich von ihrer Mutter trösten lassen. Von dieser wird sie jedoch leise ausgescholten, vermutlich hat sie zu wenig Shirts verkauft. Das Mädchen will ihre Mutter versöhnlich stimmen und massiert ihre Füße.

What a fucking world! Ich habe jetzt so langsam genug hier von diesem „Touristenparadies“, wohl wissend, dass ich selber einer bin.
 
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Am Abend finde ich mich zum vereinbarten Termin in dem Massagesalon ein. Ich will sie entscheiden lassen, ob ....

Rom geleitet mich in das erste Geschoss. Die body-massagen finden in einzelnen kleinen, von hölzernen Wänden umgebenen Räumen statt. Die Schiebetür ist mit schönen Malereien verziert. Im Inneren befindet sich in der Mitte eine professionelle Massageliege mit einem Loch zur Nacken schonenden Auflage des Gesichtes. Daneben liegt noch eine eingerollte Massagematte.

Ich liege auf dem Bauch, nur mit meinem Slip bekleidet. Die Massage beginnt. Rom arbeitet wie immer intensiv und professionell.

Dann liege ich auf dem Rücken. Als sie die Innenseite meiner Oberschenkel bearbeitet, beult sich die Hose aus. Dann setzt sie sich neben mich, um an den Unterschenkeln zu arbeiten. Meine rechte Hand legt sie auf ihrem rechten Oberschenkel ab. Ich lasse sie wandern und streichele ihre Schenkel. Mit der linken Hand berühre ich ihre Haare, suche nach dem Knoten, um ihn zu lösen.

Dann bearbeitet sie meine Brust. Sie steht hinter meinem Kopf und ihre Hände wandern bis zum meinem Bauch hinunter. Ihre Brüste sind jetzt direkt vor meinem Gesicht. Ich kann meine Hände nicht mehr still halten.

Sie geht um die Massageliege herum, schaut auf mich herab und legt einen Finger an ihren Mund. Dann verschwindet sie nach draußen. Ich meine, sie mit einer Kollegin flüstern zu hören. Vermutlich eine Mitwisserin.

Sie erscheint wieder, breitet die Massagematte auf dem Boden aus, nimmt meine Hand. Ihr Haar ist jetzt gelöst. Ich lege mich auf den Rücken, sie setzt sich auf mich. Wir sind jetzt beide nackt. Kurz wichst sie meinen Schwanz, dann stülpt sie ein Kondom über, führt noch einmal einen Finger an ihren Mund und sattelt langsam auf. Sie legt dabei beide Hände auf meine Brust, ihr Gesicht nähert sich dem meinen und ich versinke in ihren schwarzen Augen.

Sie gleitet an meinen Schwanz langsam herunter, ihn mit ihren Muskeln kontrahierend. Ich gerate in Schwierigkeiten, oh Gott, bitte bloß nicht jetzt schon abspritzen. Ich stelle mir etwas besonders Abtörnendes vor und denke an Alice Schwarzer, Scheidungsanwälte und das Finanzamt. Das moderne Tryptichon hilft, was Rom mit einem zufriedenen Lächeln quittiert.

Wir passen jetzt unseren Rhythmus an, der sich langsam steigert. Es ist kein Laut zu hören. Die Musikanlage spielt eine Sammlung klassischer Klavierstücke. Zu den Klängen von Chopins Nocturnes reitet sie uns unserem Höhepunkt entgegen, mir dabei ihre linke Hand fest auf den Mund legend.

Sie liegt auf mir, ich streichele ihren Rücken und küsse sie, Ihre Nägel sind in meine Schultern gekrallt. Nach kurzer Zeit erhebt sie sich, legt einen ihrer Finger auf ihren Mund, zieht das Kondom ab, wickelt es in einige Papiertücher, das Ganze landet dann in einer kleinen Plastiktüte. Sie ist umsichtig und wird die Tüte gesondert entsorgen. Mich reinigt sie mit Feuchttüchern, die ebenfalls in der Plastiktüte landen. Sie bedeutet mir mit Handzeichen, mich anzuziehen.

Ich taste noch die Matte auf irgendwelche Flecken ab, aber da ist nichts. Wir sind 15 Minuten über der Zeit, aber das waren wir jeden Abend.

Als sie wieder hereinkommt, bedanke ich mich für die Massage, als sei nichts geschehen. Sie zieht wortlos die Schiebetür auf. Ich schiebe sie wieder zu, nehme ihre beiden Hände und flüstere ihr leise zu: "Rom, I want to give some money to you, not because for having sex, but because for you and your family and because you are a very lovely girl and I like you very very much". Sie schaut mich an, lächelt kurz und nimmt das Geld (40 $).

Wir gehen nach unten, dort das übliche Ritual: "fantastic" und 4 $ Tip. Sie verabschiedet sich mit einem Wai, ich gehe nach draußen.

Ich sitze noch lange am Flussufer. Dann gehe ich ins Hotel. Ich muss noch packen. Morgen werde ich früh abgeholt werden.
 
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Tag 10 - Weiterfahrt nach Pattaya

Der nächste Morgen beginnt sehr früh. Ich soll um 07:00 Uhr abgeholt werden.

Ein Abenteuer steht bevor. Zu meinem Entzücken habe ich vor zwei Tagen entdeckt, dass eine kombinierte Bus-Van-Direkt-Fahrt nach Pattaya angeboten wird. Ich muss nicht über Bangkok reisen.

Zu dem stolzen Reisepreis von 14 $ darf ich folgendes erwarten: chaotische Organisation, stundenlange Wartezeiten, interessant-grauenvolle Mitreisende. Ich werde nicht enttäuscht werden.

Der Tuk-Tuk-Fahrer kommt zur Abholung. Das Personal hat gerade den Eingangsbereich gereinigt und die Bodenplatten in die morgendliche Schmierseifenrutschbahn verwandelt. Der Fahrer knallt voll auf den Boden und kommt in die Lobby hereingekrochen. Der Manager und ich tragen ihn zu einem Sessel. Im Rucksack habe ich Wundgel, welches ich auftrage. Dann ist der Fahrer wieder „einsatzfähig“ und will sich meinen Trolley schnappen. Das lasse ich nicht zu und nehme ihn selber. Das lässt der Hotelmanager nicht zu und bringt ihn eigenhändig zum Wagen. Schöne Geste, er hätte auch einen seiner Angestellten beauftragen können. Dort verabschieden wir uns per Handschlag.

Dann beginnt die Busfahrt.

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Die dürre Landschaft Cambodias gleitet an uns vorbei.

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Ich denke über dieses merkwürdige Land nach. Ich denke an Rom. Was sie jetzt wohl macht?

Einmal gibt es eine Rast.

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Dann erreichen wir den berüchtigten Grenzübergang Poipet.

Der Assistent des Fahrers teilt uns mit, dass er in Thailand auf uns warten werde (wo, sagt er nicht). Dann werden die Reisenden nach Fahrtzielen kategorisiert und erhalten einen entsprechenden roten Aufkleber.

Als ich an der Reihe bin, brüllt er laut: „This gentleman wants to go to Pattaya. Have a lot of fun with the ladyboys!“.

Warum zum Henker werde ich eigentlich immer mit den Ladyboys in Zusammenhang gebracht?
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Ich könnte jetzt natürlich die Sache diplomatisch ignorieren, aber die Gelegenheit, noch eins drauf zu setzen, habe ich mir noch nie entgehen lassen. Vernehmlich entgegne ich: „Sure, sure, I can hardly wait to have.“

Hinter mir wartet eine Schwaben-Family. Mit derem Patriarchen habe ich ein paar belanglose Worte gewechselt. Bei denen bin ich ab jetzt „Ländle-Feind Nr. 1“.

Hier das „Brandzeichen“:

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Die Ausreiseprozeduren in Cambodia sind streng. Natürlich lande ich in der langsamsten Schlange. Der Grund: Ein junger Deutscher wird verhaftet. Er hat seine Haftstrafe von 30 Tagen fürs Kiffen noch nicht abgesessen und wird anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert.

Dann trotten wir in sengender Sonne durchs Niemandsland. In Thailand wird der Tross in langer, sich durch die Halle mäandrierender Schlange durch die Einreiseprozedur geschleust. Immer, wenn ich den Schwaben begegne, wird getuschelt, böse geglotzt und ich ernte mehrmals ein „Tz.. Tz....“. Wir sehen uns hinter der Grenze wieder, denke ich, dann wird das geklärt.
 
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Vor mir veranstaltet die „Schwarze Witze“ ein Chaos. Eine 67-jährige Engländerin, die eigenem Bekunden zufolge zwei Ehemänner erfolgreich unter die Erde gebracht hat und jetzt von ihrem Vermögen lebt. Sie habe in England keinen festen Wohnsitz und reise seit 12 Jahren umher. Zur Zeit besuche sie alle vergangenen Liebhaber (ich muss irgendwie an „Mr. Pommeroy“ denken). Sie bringe allen Geschenke mit. Daher sei ihr Gepäck so schwer.

Hier die Dame und ihr Gepäck (nach der Grenze, das Taxi nahm sie wegen „Übergepäcks“ nicht mit).

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Sie tritt ihr Gepäck in jeder Kurve einfach in die andere Schlange, um Wegstrecke zu sparen. Langsam fangen die „Schlangenteile“ an, sich ineinander zu verheddern. Drei Japan-Girls fotografieren dies feixend, ungeachtet der zahlreich herumhängenden „No-Photos“-Schilder. Ein Grenzer guckt schon misstrauisch. Mir reicht es. Ich möchte noch in diesem Leben diese Grenze passieren, fauche die Japan-Girls daher an, ihre Smartphones einzupacken und kümmere mich um das Gepäck der Schwarzen Witwe, bis ich sie nach Passieren der Grenzkontrolle wieder los bin.

Irgendwo in dem Getümmel findet die gesamte Truppe (auch die Belegschaft von anderen Bussen) wieder zusammen, und mit diversen Vans, Baht-Bussen und sonstigen Gefährten werden wir ziellos durch die Gegend kutschiert.

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An einer vergammelten Raststätte werden wir alle ausgeladen und warten untätig herum.


Zeit, mir jetzt die Schwaben vorzuknöpfen. Ich gehe zu ihrem Tisch: „Sawadee Khrab! Sir, I want to ask you something“. Sie glotzen mich alle an. Ich sehe erst ruhig dem Patriarchen in die Augen, dann seiner schweinsgesichtigen Frau, dann der erwachsenen blöden blonden Tochter Nr. 1 und der erwachsenen blöden blonden Tochter Nr. 2. Dem ca. 8-jährigen Sohnemann, der mich interessiert anschaut und offenbar mehr Verstand hat als der Rest der gesamten Truppe, schenke ich ein freundliches Nicken. „Is there anything that you want to tell me?“. Anscheinend nicht. Schweigen, die Fingernägel erfordern Aufmerksamkeit. Die Sache ist erledigt.

Den Vorfall habe ich bereits vergessen, da fällt mir ca. 30 Minuten später eine gewisse Unruhe an ihrem Tisch auf. Sie haben wohl eine „Houston, wie haben ein Problem-Situation“. Dann erscheint Mrs. „Schweinsgesicht“ an meinem Tisch und fragt mich höflich, ob sie mich was fragen dürfe.

Ich blicke neugierig auf. Welche Frage erwartet mich? „Sehr geehrter Herr Sextourist, wie bevorzugen Sie es denn: normal, oral oder anal?“

Der Grund ist banaler Natur. Sie haben kein Geld (Baht), und ein ATM ist nirgendwo in Sicht. Und jetzt sind sie hungrig. Sie bitten mich, 10 € in Baht zu tauschen, zum Wechselkurs von 1:35. Warum wenden sie sich an mich, frage ich mich? Dann ist die Antwort klar: Als professioneller Sextourist führe ich natürlich sämtliche Währungen aller Länder in ausreichender Menge ständig bei mir, um nach Passieren der jeweiligen Landesgrenze umstandslos meinem finsteren Treiben nachgehen zu können.

Ich sehe in meine Brieftasche und bin begeistert. Ich kann ihnen 340 Baht oder 360 Baht geben, aber keine 350 Baht. Das Spiel beginnt. Wenn sie es erkennt, ist die Sache sofort vorbei. Wenn nicht, werde ich der anwesenden Thai-Belegschaft jetzt mal vorführen, das auch ein Farang Comedy kann.

Betrübt lege ich die Scheine auf den Tisch und erkläre, dass wir jetzt ein Problem hätten. Was man da machen könne. 340 Baht seien zu wenig, 360 Baht aber zuviel.

„Schweinsgesicht“ denkt verzweifelt nach. Ob ich nicht doch vielleicht noch 10 Baht hätte. Ich krame umständlich in meinen Taschen und finde 2 Baht. Da sind wir schon mal ein bisschen weiter, erkläre ich.

Der Thai-Inhaber des Ladens und sein Gehilfe, beide am Nachbartische sitzend, verstehen sofort, was hier gerade läuft und amüsieren sich königlich.

Dann verkünde ich der Dame, dass heute ihr Glückstag sei. Sie könne einen kleinen Währungsgewinn einstreichen und ich täte was für mein Karma. Mit „Karma“ kann sie nichts anfangen, mit „Währungsgewinn“ hingegen schon. Zufrieden eilt sie zu ihrem Tisch zurück.

Nach gut einer halben Stunde kommt sie wieder zurück. Die Sache habe ihr keine Ruhe gelassen. Sie wolle korrekt sein. Sie hätten ihr gesamtes Gepäck durchsucht und 10 Baht gefunden. Sie legt die Münze vor mir auf den Tisch.

Ich bin fassungslos. Wurde ich die ganze Zeit von einer professionellen Komikerin veräppelt? Ein Blick in ihre Augen sagt mir jedoch: nein. Ich nehme feierlich die Münze und bedanke mich für ihre Korrektheit. Diesen Dank empfindet sie erkennbar auch als mehr als angebracht, und sie rauscht zufrieden wieder zu ihrem Tisch. Ein Blick zum Thai-Tisch. Der Inhaber hat den Kopf auf dem Tisch in den Händen vergraben, seine Schultern zucken ….... Ich selber kann es ehrlich gesagt auch kaum glauben.

Dann erfolgt die Segregation des Haufens, und ich lande bei den Pattaya-Fahrern.

Die bösen Buben sind endlich unter sich.

Sofort nehme ich sie in Augenschein. Es gibt einige belanglose Typen wie mich, aber auch eine ganze Reihe interessanter Figuren.

Da sind zwei Spanier (vielleicht Katalanen), mit bodybuilding-gestählten Oberkörpern, die auf erstaunlich dünnen Beinen ruhen. Ihre strahlend-blauen Augen blitzen nur so umher, und es ist klar, dass Pattayas Damenwelt ihnen kollektiv zu Füßen liegen wird.

Drei Russen lärmen herum, aber das ist auch schon alles, was sie auszeichnet.

Dann ein Pärchen: ein ca. 75-jähriger, der von seiner ca. 40-jährigen Thai-Dame erfolgreich davon abgehalten wird, ständig irgendwo gegen zu laufen.

Dann ein Herr so in meinem Alter. Große Sorgfalt zeichnet seine äußere Erscheinung aus. Die drei Farben Schwarz, Gelb und Limone sind geschickt und gleichmäßig über Joggingschuhe, Shorts und Polohemd verteilt. Bei den Haaren hat er sich für Gelb entschieden. Ich komme nicht umhin, der deutschen Frisör-Innung meinen heimlichen Respekt für die Wahrung geschichtlichen Andenkens auszusprechen. Der Herr trägt nämlich eine Frisur, die seit den 80iger Jahren als verschollen gilt. Das Haar wird in Segmente unterteilt und mittels Dauerwelle in eine Reihe schweineschwanzähnlicher Löckchen unterteilt. Gelungen!

Auf seinen kleinen farblichen Fauxpas (roter Querstreifen in den Nike-Schuhen) wage ich ihn nach einem Blick in seine kalten Fischaugen lieber nicht hinzuweisen.

Er federt unternehmungslustig auf seinen Silikon-gedämpften Nikes umher. Der Mann hat noch etwas vor, das steht fest. Es juckt anscheinend gewaltig in der Hose.

Er beginnt jetzt, seinen berüchtigten Charme zur Eingewöhnung mal an der Thai-Dame des Alten auszuprobieren, die, da mit Charme und Virilität seitens ihres Partners vermutlich unterversorgt, kurz darauf eingeht, ihn aber dann zurückweist.

Dann werden alle in einen Van eingeladen. Es ist von vorneherein absehbar, dass es jetzt eng wird. Beim Gedränge halte ich mich raus. Sie müssen mir notfalls ein Taxi rufen, sonst mache ich Radau. Die Taktik geht auf. Es ist (nur) noch der Beifahrer-Sitz frei, den bekomme ich. Der Fahrer will ihn sogar noch etwas zurück stellen, damit ich es noch bequemer habe. Hinter mir faucht einer der Spanier, und blaue Augen blitzen. Wie kann man diesem Hühnerbrust-Hänfling diesen Platz anbieten, und meine herrlichen Muskeln müssen leiden! Gönnerisch verzichte ich auf die Aktion. Blaue Augen blitzen erneut.

In Pattaya werden wir alle umstandslos an der Ecke North Pattaya/Sukhumvit rausgeworfen. Ich schnappe mir ein Baht-Taxi und lasse mich zum Hotel fahren.

Dort das Übliche. Eincheck, Turbo-Auspacken, Dusche + Klamottenwechsel. Heute mache ich mich mal richtig „landfein“. Ich will mir nämlich einen Stunner in der I-Bar oder einer ähnlichen Location angeln ….......
 
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Tage 11/12/13 - Pattaya, Teil 1

Gestrichen!
 
Tag 14 - Pattaya, Teil 2

Ich wache allein in meinem Hotelzimmer auf. Aha, so sieht die Bude aus.

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Die vorherigen Nächte habe ich woanders geschlafen.

Dem pelzigen Geschmack auf der Zunge nach zu schließen, habe ich mich wohl gestern Abend ordentlich "abgeschossen". Den heutigen Tag in dem Drecksloch muss ich irgendwie rumkriegen. Morgen geht es für zwei Tage nach Koh Samet, dann wieder ins Drecksloch und dann habe ich es fast schon überstanden.

Meine Stimmung ist voll im Keller. Der Liebesrausch ist vorüber.

Was mache ich jetzt? Soi6 vielleicht als "Trostpflaster"? Der Gedanke turnt mich nicht gerade an.

Ich beschließe, mit meiner Kamera ziellos durch Pattaya zu latschen und dabei meinen Alkoholpegel auf einem gewissen, aber nicht übertriebenen Niveau zu halten.

In den Spiegel schauend stelle ich fest, dass ich ja grauenhaft aussehe. Nichts wie raus.

Ich beginne die Fototour:

Fischmarkt in Naklua

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Investoren-Paradies: das neue Pattaya

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Vorfahren der Reisebusse auf der Beach Road, die Ankunft von Dutzenden mit Chinesen bepackter Speed-Boote aus Richtung Koh Larn erwartend

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Thai-China-Völkerverständigung

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