Ich möchte mich etwas mit Sulawesi auseinandersetzen, weil er mich immer mal wieder angreift.
Das Einkommenniveau eines Landes hat mit den Prostitutionspreisen überhaupt gar nix zu tun, ansonsten wäre Sex in Indonesien ja quasi umsonst (ist aber viel teurer als in Thailand). Der Preis wird ausschließlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt und die ist diese Art der Marktwirtschaft ist eben sehr unterschiedlich.
Sulawesi, hier irrst du.
(a) Generell sind sowohl das allgemeine Einkommensniveau wie auch die Job- und die Lohnchancen der Mädchen mit ein gewichtiger Grund für eine Art „Ausgangspreis“ oder „Grundpreis“. Dazu die thailändische Geschichte und Tradition der Prostituion, die aus dieser langen Vorgeschichte einen Preis quasi vorgegeben hat.
(b) Natürlich ein weiterer wichtiger Grund ist das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage.
Aber oft funktioniert dieses uns so wohlvertraute Marktgesetz nicht. Der P4P-Markt (pay for play) funktioniert oft nach einer eigenen uns Farlangs nicht ganz durchsichtigen Logik.
(c) Das alte Siam hat eine uralte Tradition der Prostituion. Lange bevor die ersten Ausländer - etwa die amerikanischen Soldaten während des Vietnamkrieges – in größeren Zahlen und jeweils auch für längere Zeit ins Land kamen, gab es schon seit Jahrhunderten in großem Stile (inländische) Prostituion. Ein Teil dieser Prostituion war die gesellschaftliche Institution der „Mia Noi“ (der kleinen Nebenfrau), die sich viele Thaimänner hielten; insbesondere die etwas besser gestellten.
Die körperliche Liebe und die Sexualität wurden und werden in der thailändischen Gesellschaft immer schon ganz nüchtern und frei von jeglichem religiösen und metaphysischen Ballast als Quelle des Sanuks, des Vergnügens angesehen.
Also ein ganzes Bündel von Gründen, die ich hier nur andeuten konnte, führen zur Prostitution. Das erklärt auch den hohen Prozentsatz von ca. 5 bis 10% eines weiblichen Jahrgangs, der zeitweise, kurzfristig, langfristig oder gelegentlich der Prostituion nachgeht (so in einer Studie einer Soziologin und ihres Mitarbeiterstabes von irgendeiner Bangkoker Universität von vor etwa 10 Jahren).
Die Sanuk-Szene für Farlangs in Bangkok, Pattaya, Phuket etc. ist dabei nur die Spitze eines Eisberges; der Hauptteil ist für die einheimische Männerwelt.
Thailand ist, was seine Prostituionsszene anbelangt, einmalig auf der ganzen Welt! Es gibt kein zweites Land mit einem solch umfänglichen Prostituionsangebot. (Bestenfalls die Dominikanische Republik; aber die ist wieder ein anderer Fall.)
Dein Hinweis auf Indonesien bestätigt meine Ausführungen: Indonesien ist ein muslimisch geprägtes Land, es wird dort kaum sichtbare Prostituion geben und wenn dann nur eine kleine Prostituionszene. Daher ist P4P in Indonesien vergleichsweise teuer. Und noch etwas: Armut allein ist noch lange kein Grund für Prostituion; es müssen andere und weitere Gründe, Umstände, Traditionen, Kulturen etc. hinzukommen; etwa solche, wie ich sie oben für Thailand versucht habe, kurz zu skizzieren.