Madagaskar Tana - Nosy Boraha - Nosy Be: 4 Wochen mit Handgepäck unterwegs

Handlungsreisender04

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18.04.2023
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Ich bin der geneigten Leserschaft noch meine Madagaskar-Story aus vergangenem Mai schuldig.
Das Forum hat mir viel von meiner anfänglichen Unsicherheit bei der Planung genommen: daher für mich
selbstverständlich hiermit etwas zurück zu geben. Und vielleicht auch dem einen oder anderen die Angst zu
nehmen, etwas ähnliches in Madagaskar in Angriff zu nehmen.
Getriggert wurde ich im Winter ‘22/23 durch ein Buch - aussortiert von einem Freund - eine Art
Tagebuch eines angehenden Doktoranten, der in den 2010er-Jahren dort 3 mal für jeweils
einige Monate die Lemuren und Makis im Busch studieren „musste“.
Coole Destination dachte ich, Abenteuer garantiert, im Netz gestöbert, das TAF entdeckt, alles klar.
Mit ausschlaggebend für Madagaskar: Echter Geheimtip, tolle Strände, nicht touristisch überlaufen,
günstig, französisch geprägt, perfekt. 4 Wochen und 8 kg Handgepäck sollten reichen.
Süd- und Süd-Ost-Afrika inkl. Indischer Ozean stand eh auf meiner Urlaubsliste; also los.
Meine Planung bei Abreise: 3-4 Tage Tana zum reinschnuppern, dann mit dem Sammeltaxi Richtung Osten,
Besuch des Nationalparks bei Andasibe auf halbem Wege nach Tamatave (Toamasina), dann irgendwie
an der Ostküste weiter Richtung Norden bis zur Insel Ste. Marie (Nosy Boraha) und dort ein paar Tage abchillen.
Anschließend zurück mit dem Flieger nach Tana, dann "mal eben" für 2-3 Tage nach
Diego Suarez (Antsiranana) und von da dann irgendwie noch für eine Woche auf die Insel Nosy Be.
Von dort sollte es dann direkt wieder zurück gehen nach Hause.
„BigBami“ hier im Forum hat eine ähnliche Tortour dokumentiert, an seiner pointierten Schreibe
komme ich aber leider nicht ran (habe jetzt noch Tränen der "Rührung" in den Augen).
Wie auch immer, vorab gebucht wurde nur der Hin- und Rückflug ab/bis Airport Basel, via Rom,
und Addis Abbeba, die 4 ersten Tage im Hotel „Sakamanga“ in Tana sowie die letzten
7 Tage im Hotel „Bombonera“ auf Nosy Be.
Die beiden Hotels finden sich auch hier in den Empfehlungen im TAF.
Alles andere wollte ich vor Ort organisieren. Hat auch fast alles so geklappt …
Fortsetzung folgt – bei Interesse
 
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Angekommen …. Tag 1 - 4 > Antananarivo:
Durch einige Berichte und Bilder hier im Forum „vorgewarnt“ und auch aus eigener früherer
Nordafrika-Erfahrung war mir rudimentär klar was mich kulturell erwartet. Nach 1,5 Tagen Anreise
pünktlich gegen 14/15 h gelandet, Visastempel zügig abgeholt, 100 € an der Wechselstube
im Terminal getauscht und mit dem vom Hotel „SAKAMANGA“ (siehe Hotelempfehlung)
organisierten Taxi für 80000 Ariary (ca.18 €) direkt ins Hotel chauffiert.
Eingecheckt, Stunde auf’s Ohr gehauen. Tut gut.
Erster Orientierungslauf durchs Viertel am späten Nachmittag … oh man, das ist schon eine andere
Welt hier, aber geil, genau mein Ding.
Anhang anzeigen IMG_1929.MOV
 
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Auf mehrfacher Empfehlung führte mich der Weg abschließend ins allseits bekannte „Le Glacier“ -
man kann ja mal reinschnuppern. War dann schlagartig wach...
und die umstehenden Damen begeistert, wieder ein neues Weiß-Gesicht zu sehen.
Kurzer Smalltalk mit einer von den vorbei laufenden Highheel-Stunnern à la:
Ca va? Tu vien d’ou? ah Allemagne, oui c’est bien, tu veux un massage? Klar doch, also los.
Der Portier an der Rezeption blieb cool, mir wurde dafür immer wärmer. Die Massage fiel irgendwie
aus, die Nummer war nur lala; habe ihr anschließend trotzdem noch ein Abendessen spendiert und
mir ihre Geschichte angehört. Ihre Freundin kam dann überraschend später noch dazu.
Irgendwann gegen 22 h wurde es mir zu nervig und habe die Aktion beendet.
Fazit Tag 1: Die getauschten 100 € fast verbraten, bisserl Spass gehabt,
Lehrgeld bezahlt, angekommen, Passt schon!

Am 2. Tag ging‘s an die übliche Organisation: Kleines Frühstück im Café nebenan, Geld am ATM gezogen
(Visa ist an jedem Automaten üblich), lokale Telma-SIM-Karte auf dem Anakely-Basar gekauft und
einrichten lassen 8 (oder 12 GB?) mit alles für 80K. 3G war dann flächendeckend verfügbar. Tsaradia-Office
für die Inlandsflüge und den Cotisse-Stand (unten am Eingang vom Hotel Tripolitsa) für die Buchung
des Überlandbus nach Toamasina/Tamatave gesucht und gefunden. Praktisch: auch das „Glacier“
war gleich schräg gegenüber. Aha, 15:00 Uhr, na dann, Kaffeezeit!
Habe etwas abseits am Eingang in Ruhe mein Heißgetränk genießen wollen, wurde aber trotzdem schnell
erspäht. Eine lockige Schönheit einige Tische weiter fuchtelte mir mit den Händen entgegen.
Bevor ihre Arme zu schwer wurden winkte ich sie zu mir. Arlette, 35,
geschieden aus Fort Dauphin (ganz im Süden), seit kurzem auf 3-Monats-Besuch in Tana,
13-jährige Tochter und Mutter blieben zurück, sie versucht ihr Glück also hier.
Habe mir ihre Nr. geben lassen, ich rufe sie vielleicht heute Abend zurück.

Habe ich dann auch und sie vor’s Hotel bestellt. Zunächst Abendessen im Hotelrestaurant
danach ausgiebige Körperertüchtigung auf der Futonmatraze und gemerkt:
da passt eigentlich alles, die Maus hat Potential.
Ich werde also ihr Glücksprinz!

Tag 3 und 4: Habe sie morgens gefragt, ob Sie Lust hat mit mir die Reise zur Insel Ste. Marie zu wagen
und ihr meinen Plan erklärt; nach ungläubigem Staunen hat Sie eingewilligt. In den verbleibenden
2 Tagen musste also alles organisiert werden. Cotisse-Überlandbus (die etwas besseren Kleinbusse)
Platz- und Routenreservierung bis Tamatave; Tsaradia-Office – 2 Rückflüge ab Insel Ste.Marie.
Sie brauchte noch eine adequate Reisetasche, neue Fingernägel, n’Paar vernünftige Schuhe,
ein Handtäschchen und das übliche Kleinzeug für die feminine Grundausstattung.
Ich war mit meinem Paar Schuhe, 2 Hosen, 4 T-Shirts, Hemd, Socken, Zahnbürste, Badehose und
Nassrasierer ja bestens ausgerüstet. So fiel das Shopping für mich glücklicherweise flach.
Das letzte Abenteuer war dann noch das Abholen Ihrer restlichen Brocken, da wir entschieden haben,
dass sie nach unserer Rückkehr nicht wieder im „Glacier“ aufschlägt. Sie wohnte bei einem Schwager
mütterlicherseits, zusammen mit seinen 2 jugendlichen Söhnen in einer 20 qm Baracke in den Slums
südlich des Anosy-See und des Fussballstadions, rund 15 min. mit dem Taxi vom Zentrum entfernt
(Ortsteil Ambohibarikely, selbst auf der „openstreetmap.org“ nicht als Wohngegend zu erkennen!)
Vergesst alle Bilder die ihr in den vermeidlich armen Ecken Europas zu kennen scheint, das hier
will kein „Westler“ im Urlaub sehen. Der wenige Müll in den engen Gassen ist eigentlich nicht
das Problem; dass Menschen auf dieser Welt überhaupt so leben müssen ist das eigentlich Erschreckende.
Bilder erspare ich dem Forum, habe aus Respekt keine gemacht und möchte dem Insta-Voyeurismus
auch kein Futter liefern.
Also, die Sachen geholt, zurück ins SAKAMANGA wo ihr restliches Gedöns zwischengelagert werden kann.
Nach unserer Rückkehr in 10 Tagen haben wir hier nochmals für 2 Nächte reserviert, bevor es dann für
uns getrennt weitergehen soll. Für sie nach Hause Richtung Süden, für mich nach Norden.
Morgen geht’s für beide aber erst einmal Richtung Osten. Na denn ….
Anhang anzeigen IMG_1581.jpg Anhang anzeigen IMG_1598.jpg
 
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Das mit der gelockten Reisebegleitung war eine spontane und irgendwie pragmatische Entscheidung. Hatte keine Lust unterwegs alles alleine zu organisieren und zu reisen.
Im übrigen war sie vorzeigbar, ne Rakete im Bett und hat mir -ich weiss nicht warum-
seit unserem ersten Meeting mehr oder weniger permanent ‘nen Dauerständer verpasst.
Was hättet ihr gemacht?
 
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Tanarive – endlich Ausrücken!
Seit fast 4 Stunden sitzen wir nun in diesem kleinen „Flixbus“ malgache
und es sind noch rund 50-60 min. bis zu unserem Zwischenstopp in Andasibe.
Also fast 5 Std. für rund 100 km – auf einer der besseren Bundesstrassen,
wie man mir versicherte! Oh man ...
Man fragt in Mada nicht nach der Zeit, das ist „fady“.
Ich mache es trotzdem, meinen Nerven zuliebe.
Wer die geteerten „Strassen“ außerhalb der größeren Städte
nicht selber abgefahren ist, macht sich keine Vorstellung.
Die Gegend erinnert ansonsten ein wenig ans Sauerland mit seinen Hügeln
- wenn es grünt, es warm ist und die Sonne scheint.
Mit dem Unterschied, dass hier die Vegetation richtig exotisch rüberkommt.

Endlich da und raus, Essen fassen für alle im Restaurant
gleich auf der anderen Straßenseite – wie praktisch.
Suppe oder Eintopf mit kleiner Beilage (Hähnchenschenkel oder Rind),
6000 AR + Cola macht keine 2 Euro insgesamt. So kanns weitergehen.

Nach einer Stunde geht’s erstmal für die Anderen weiter; nicht jedoch für uns,
wir werden 2 Nächte hier bleiben. Hotel? Openstreetmap.org zeigt
gleich hinter dem Restaurant die Bungalow-Anlage „Goyave“:
Haustierfreundlich, Wäscheservice, kostenloses WLan, Warmwasser.
Kurzer Anruf: "60000 AR die Hütte pro Nacht plus 15K Frühstück
wer will. Toilettenbrillen hat‘s keine". Egal. Passt schon, wir kommen.
Wir sind die einzigen in der kleinen Bungalow-Anlage.
Der Mai scheint nicht so die Hochsaison zu sein, was uns
die spontane Hotelsuche enorm erleichtert.

Am Nachmittag ist Entspannung angesagt, wir sind ja jetzt im Urlaub.

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Anhang anzeigen Goyave Anlage.jpg

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1 Tag - 2 Nächte, Andasibe
Meine paar Klamotten benötigten eine erste Reinigung;
meinte mein Schatzi und hat sich auch sogleich - freiwillig! -
an die Arbeit gemacht. Mit "REI aus der Tube" in der Duschwanne.
Ob‘s an meinem Odeur lag oder aus Dankbarkeit war,
habe ich nicht gefragt. Bei der Gelegenheit hat sie auch noch
Ihre Brocken mit gewaschen. Damit war der erste Vormittag schonmal gelaufen.

Die Trocknung der größeren Teile überließen wir der Hausdame.
Es hat im Hauptgebäude angeblich einen gut durchlüfteten Trockenraum.
War uns recht weil es doch recht schwül war und die Sachen bis zum anderen Morgen
trocken sein sollten. Bei Rückgabe fielen mir an meinem fast neuem Polo-Shirt
rötliche Flecken im Schulterbereich auf. War angeblich schon vorher so. Ganz toll!

Wie ich im Nachhinein festgestellt habe, wird in Mada das Holz oft mit einer
billigen petroleum-basierten, selbstgemischten dunkelroten Farbtinktur gestrichen.
Diese ist - je nach Mischungsverhältnis - offensichtlich nicht ganz wasserfest,
wie ich später auch an meinen getragenen Socken
an der Sohle und an 2-3 anderen Sachen feststellen musste.

Mittags ging es dann endlich in den „Parc National Andasibe-Mantadia“ auf Affenjagd.
Eintritt 2K für Madame, 45K für mich, 50K für den obligatorischen Guide = 97000 AR (ca. 22 €) für Alle.
Im Nachhinein fand ich den Besuch recht enttäuschend.
3-4 Lemuren haben wir aus der Entfernung auf den Bäumen gesehen; das war’s
und nach knapp 3 Std. Laufen und Suchen war die Tour zu Ende. Geschenkt.

Später ging‘s noch mit dem TukTuk zum eigentlichen Hauptort Andasibe.
Dieser lag rund 3 km von der Bundesstrasse entfernt am anderen Ende des Parks.
Hier hatten wir das Glück kurz einem Fußballspiel beizuwohnen.
Wenn ich’s richtig mitbekommen habe, ist es ein Freundschaftsspiel
anläßlich eines Jubiläums. Der Rasen war zwar noch nicht in WM-Form,
die Jungs im Spiel waren dafür aber umso engagierter.
Die Begeisterung der Zuschauer hielt sich jedoch in Grenzen.
Vielleicht lag‘s an den unbequemen Sitzplätzen… oder am Zwischenstand.

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Toamasina (Tamatave)
Ich war ziemlich fertig und obwohl es recht unbequem war döste ich ein.
Das Brummen der Klimaanlage hörte ich nur noch im Unterbewußtsein.
Mit sanftem Druck an der rechten Seite spürte ich irgendwann meine Arlette,
deren Hand langsam an meinem Oberschenkel emporglitt.
Das Untergeschoss meldete unverzüglich
„Code Red“ und geriet - wie so oft - einstweilen in Wallung.

Ein heftiger Schlag von unten ins Kreuz lies mich aufschrecken
und holte mich in die Realität zurück.
Die Klimaanlage war das Brummen des Motors,
die Luftfeuchtigkeit bereits nahe der Ostküste spürbar höher.
19:30 h, es ist stockfinster und noch knapp 1 Stunde bis Toamasina.
Wie sehr wünschte ich mir ein Bett; 5 Minuten durfte ich träumen.
Die Gurkerei über die schlaglochübersäte RN2 erfordert Nehmerqualitäten;
ich bewundere die anderen Einheimischen hier im COTISSE-Minibus.
5 Stunden reißen wir nun die 2. Etappe Tana-Toamasina ab.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich von Anfang an Alleinzahler bin?
Ich allein zahle immer für Beide. Im Falle des Trips nach Toamasina sogar
mit Faktor 4. Es gibt nur ein Fahrpreis für die gesamte Strecke.
Wer wie wir zwischendurch aussteigen und 2 Tage drauf mit der
gleichen Linie auf halben Weg weiterfahren will, ist selber schuld
und zahlt halt nochmal den vollen Preis nur für die 2. Etappe.
Auf die blöde Idee mit dem Zwischenstopp kommt vermutlich auch kein Einheimischer.

Ich war leidlich vorbereitet auf Toamasina als sich die Lichtglocke
der Stadt in der Ferne zeigte. Es hat am frühen Abend geregnet und als wir
an einem verlassenen Platz in einem verlassenen Industrievorort „entladen“ werden,
stehen wie bestellt schon ein paar Pousse-Pousse-Fahrer herum
und ich mit einem Fuß in einer großen Pfütze.
Ich hatte keine Lust vorab ein Hotel auszusuchen oder gar zu buchen,
also beauftragte ich unseren Fahrer er möge uns ein günstiges
aber sauberes Hotel empfehlen und hinfahren.
Das tat er dann auch und wir landeten im „Stephen-Hotel“
auf dem Boulevard Joffre 129, nicht weit vom Stadion entfernt.
Ein relativ schmuckloser, jedoch recht neuer und sauberer 2-Sterne Bau,
in einer schmucklosen Gegend an einem schmucklosen Abend.
So schön kann Urlaub sein.

Praktischerweise gab es aber gleich nebenan ein imbissähnliches Restaurant,
wo wir uns auch erdreisteten noch um 21:00 h den Koch beim Feierabend zu stören.
Vermutlich hätte er sich später gefreut, dass sich noch am Abend meine Verdauung
akustisch zu Wort meldete und mir in dieser Tropenschwüle meine erste schlaflose
Nacht in Madagaskar bescherte.
Schatzi hat zwar noch auf Ihren üblichen Höhepunkt am Abend gehofft,
aber ich konnte nicht mehr.
Außerdem brannte meine Zunge; weiss der Teufel woher:bae:

Nach mehreren Toilettengängen ab Sonnenaufgang (also recht früh)
entschieden wir 2 Nächte zur Erholung im Ort zu bleiben, jedoch
nicht in dieser Sauna.
Der Portier empfahl uns selbstlos die beste Unterkunft im Stadtteil,
das 4*Sharon-Hotel (nicht Sheraton), keine 3 min. mit dem Pousse-Pousse entfernt.
Es hatte wie erwartet noch ausreichend klimatisierte Zimmer frei
und für 160000 AR die Nacht wurden wir uns an der Rezeption schnell einig.

Der aufmerksame Mitleser hat es vielleicht schon geahnt, dass die
Lockenpracht meiner Maus nicht echt war und daher gewechselt werden musste.
Es waren sogenannte eingeflochtene Extensions, die nach ein paar Wochen
auf dem Kopp anfangen zu jucken. So auch bei ihr.
Die mussten also runter, was am Abend vorher in einer Arbeit für Doofe
ausartete, also wie für mich geschaffen - weil - ich bin ja im Urlaub und
habe sonst nix zu tun. Ohne diese geilen Locken lief bei mir aber das Kopfkino
nicht an und untenrum nicht viel, daher bestand ich auf Neue und durfte mir
im Basar auch welche aussuchen… und bezahlen.

Ich entließ die Kleine also bei der Haarflechterin und verzog mich noch
am Vormittag in unser neues Zimmer mit Toilette und AC, in freudiger Erwartung
was dann am Nachmittag auf mich zukommt.
Kam es dann auch.

Anhang anzeigen Wegestein Andasibe.jpg

Anhang anzeigen Abfahrt Andasibe.jpg

Anhang anzeigen Richtung Basar.jpg

Anhang anzeigen sharon-hotel-tamatave.jpg

Anhang anzeigen Zimmer Sharon Hotel.jpg
 
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Toamasina Tag 2
Spät Nachmittags war es dann endlich soweit. Meine „Verdauungsprobleme“
waren Geschichte und ich freute mich auf einen entspannten Abend.
Hatte allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht
- genauer gesagt - ohne die Haarflechterin. Die hat zwar einen
guten Locken-Job gemacht und nebenbei auch noch mehr Umsatz
indem Sie Ihre Kundschaft während der Bearbeitung offensichtlich mit Bier abfüllt.
Entsprechend neben der Spur kam Schatzi zur Tür rein und fiel auch gleich auf‘s Bett.
Damit nahm das Drama seinen Lauf. Ich weiss bis heute nicht
was die beiden sich da so in den 5 Stunden erzählt haben, jedenfalls
war die Kleine dermaßen durch den Wind und eifersüchtig, dass mir die Lust vergangen ist.
Sie wusste, dass ich in meiner letzten Urlaubswoche noch auf die Insel Nosy Be wollte,
jedoch war das in den Tagen zuvor nie ein Thema.

Ich hoffte, mein Vorschlag diesen Abend noch eine Kleinigkeit einzuwerfen
würde sie auf andere Gedanken bringen, was aber nur leidlich funktionierte.
So steuerten wir in Richtung Strand ein kleines Gastro-Viertel an, aßen etwas um
abschliessend in der nahen Bar des Hotels „Plage“ am Boulevard de la Libération
gegenüber des Stadion-Neubaus noch etwas zu chillen. Zu meiner Freude schien
das ein bekannter Abschlepp-Schuppen zu sein und so ließ ich betont
unauffällig meinen Blick schweifen.
Ihre Szene nahm dann allerdings richtig Fahrt auf die darin gipfelte, dass sie uns
eine Schönheit an den Tisch winkte mit dem Hinweis, ich solle sie doch bitteschön
gleich mit auf’s Hotelzimmer nehmen. Die junge Lady war etwas irritiert,
aber ich hatte keinen Bock auf irgendwelche dämlichen
Diskussionen wie sie schon den ganzen Abend unterschwellig zwischen
uns liefen und so zog ich mit der kleinen Massagelady kurzerhand ab.
Wir vereinbarten unterwegs nur eine Massage für 25K; auf mehr hatte ich
diesen Abend keine Lust mehr. Die Kleine war echt süß, sie erzählte mir
ihre Geschichte (1 Tochter, Vater abgehauen, wenig Geld, kein Job,
das übliche, etc.), ich ihr meine. Nach einer Stunde war Schluss,
sie freute sich über leicht verdientes Geld, ich war entsprechend abgelenkt.
Kurze Zeit später kam auch Schatzi zurück, legte sich demonstrativ
und wortlos auf die kleine Couch in der Ecke des Zimmers und schlief ein.
Was ein Abend!

Neuer Tag, neues Glück. Tatsächlich war Arlette wie ausgewechselt,
kein Wort mehr über den gestrigen Tag. Umso besser.
Wir enterten nach dem Auschecken ohne Frühstück das erstbeste TukTuk
und ließen uns zum „Gare Routiere“, dem Busbahnhof chauffieren.
Heute sollte es nach Soanierana Ivongo gehen, wo wir dann das Schiff
für die Überfahrt zur Insel Ste. Marie nehmen wollen. 4-5 Stunden Fahrt
im Buschtaxi für 160 km sollte zu schaffen sein.

Die Szenerie morgens am lokalen Busbahnhof hatte was für sich,
vermutlich ist das fast überall in Afrika ähnlich.
Die Schlepper passten uns sogleich nach dem Aussteigen ab und empfahlen
uns „Ihren“ Bus. Diese fuhren jedoch erst so gegen 9:00 h ab, also hatten wir
noch genügend Zeit um uns in ein „Café“ auf der anderen Straßenseite ein
kleines Frühstück zu genehmigen. Unser Gepäck nahmen wir mit und ich
schaute dem Treiben auf der gegenüberliegenden Seite gebannt zu.
Ja, das ist Afrika!


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Hast natürlich recht, ich meinte auch das Sharky‘s, Name ist mir entfallen.
Verfolge den Trip von Johnny33 natürlich mit Interesse.
Bin sicher irgenwann wieder in Tamatave, dann aber alleine und mit den entspechenden Möglichkeiten😋
 
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