Thailand Trotzdem ist das Leben schön!

Ich bin zwar nicht der Glupperer, aber er hat in diesem (?) Thread schon mal davon geschrieben, das er und ein Kumpel je eine Freundin in Ostberlin hatten und die regelmäßig besucht haben.
Gut aufgepasst,
Ich habe tatsächlich schon einmal einen Bericht darüber geschrieben.
Dieser ist im Thread "Poison Ivy" zu finden
 
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Teil 5
Den Kaffee hätte ich gleich mitbestellen müssen. Als ich auf ihrer "Rückfahrt" reklamiere, ist es zu spät. Sie räumt nur noch ab. Ätsch!!!

Dann beginnt eine lange quälende Nacht.
Dafür muss ich diesmal keine, in Sandalen und weißen Nachthemden gekleideten, mit um den Kopf gewickelten Geschirrtüchern ertragen.
Auch keine erschreckende, durch schwarze Vorhänge verhüllte, weibliche Gestalten.

Da meldet es sich aus meinem Inneren, diesmal mit aller Macht. Es gibt keinen Ausweg, außer zur weit entfernten Toilette.
Ohne Krücke und unter großen Schmerzen taste ich mich, bei fast vollkommener Dunkelheit, den Gang entlang. Zum Glück ist eine Toilette frei.
Während ich mich von Jeans und Schlüpfer befreie, habe ich das Gefühl, in die Hose zu scheißen. Der Werkel ist aber so zäh und dick, dass er nur ein wenig herausspickt und den Schlüpfer streift.
Der Rest ist Schwerstarbeit und kann nur unter großer Anstrengung und Schmerzen herausgedrückt werden.
Schließlich versagt sogar die Vakuumspülung der Toilette.
Macht mit ihm, was ihr wollt, aber ich bin ihn los.

Der Rückmarsch zum Sitz ist schwierig. Da blenden mich in der Dunkelheit zwei Lampen. Ohne Stock ist es schwierig, auf den wackeligen Beinen zu bleiben. Ich muss mich mit den Händen durchtasten. Dabei streife ich volles Haar Glatzen und Dauerwellen.
Schlafende werden aus dem Traum gerissen. Hinter mir flucht und schimpft es.
Nur schwer finde ich wieder meinen richtigen Platz.

Fortsetzung folgt
Ein Beitrag für die Hall of Fame 😂 Vielen Dank dafür. Und grossen Respekt für deine Updates obwohl der Körper nicht mehr ganz so fit wie der Geist ist.
 
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@Glupperer viel Spaß auf deiner Reise. Und so wie ich Dich kenne, Du wirst es noch oft nach Pattaya schaffen. Denn das ist dein Lebenserhalt. Es treibt Dich an. Es verhilft Dir zu ungeahnten Kräften. Wie beim Schwaben sein tägliches Viertele.
Und solange Du noch ein Fötzle schlecken kannst, wirst Du das auch tun. Ob’s dann irgendwann zum Fickerle noch reicht, wird man sehen.
 
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Teil 11
21. und 22. April

Auch diese zwei Tage laufen gemütlich ab.
Groß ausgehen will ich hier sowieso nicht.
Das Dorf liegt in der Nähe meiner früheren Heimat. Irgendwelchen bekannten Leuten und womöglich noch meiner bitterbösen alten Ex, will ich an der Krücke nicht begegnen.
Außerdem bin ich doch wieder ziemlich geschwächt.

Das Wetter ist einigermaßen gut und man kann sogar im Garten sitzen.

Auch hier schweifen wir in alten Stories. Wir haben uns 1970 als Nachbarn kennengelernt.

Auch er ist ein ehemaliger Telekomiker.
Wir wohnten zusammen in einem tristen Sozialbunker, zusammen mit Postillionen (Briefmarken-Schlotzerund Telekomiker waren damals noch vereint) + Flughafen-Angestellten, welche die Nase immer etwas höher trugen.
In so einem Umfeld war immer was los.

Einmal zerschnitt die Frau eines Postillons dessen Uniform und warf sie aus dem Fenster in den Hof.
Als der Mann von der Arbeit nach Hause kam, wartete man gespannt auf dessen Reaktion.
Kurze Zeit später fuhr ein Notarztwagen vor und die Frau wurde unter dem Sauerstoffzelt abtransportiert.

Einmal trat eine Frau nachts auf den Balkon und schrie in den Hof:
"Mein Mann ist ein Schlappschwanz und kann gar nicht ficken."

Der Hausmeister wurde gefeuert, weil er immer das "restliche" Heizöl in den Tank seines eigenen Hauses umleiten ließ und mit dem Heizöllieferanten 50/50 machte.
Dafür war es im Winter immer bitterkalt. Der Block war schlecht gedämmt und der Hausmeister hielt die Heizung immer etwas auf Low.

Wir waren beide arme Fernmeldehandwerker Als wir mehr oder weniger zu Beamten gepresst wurden, gab es auf den eh schon kargen Lohn noch einmal 200 Mark weniger.
So konnten wir nur mit Nebenjobs überleben.

Ich hatte Beziehungen zu Pfälzer Wein, er zu Fränkischem.
Hatte einmal einer eine Kiste gebunkert, so rief er den anderen an und wir soffen sie zusammen leer.

Der Bau unserer Häusle verlangte große Opfer.
Dafür konnten wir dann schon mit 50 zu hervorragenden Konditionen in den Ruhestand gehen.

Mein Freund konnte auch sehr direkt sein.
Einmal haben wir ausgemacht, uns in einer Besenwirtschaft zu treffen.

Ich und meine Ex waren eine Stunde früher da.
An unserem Tisch saß ein Ehepaar, das nicht aufhören konnte, zu berichten, wie glücklich sie miteinander sind.
Mit "wir machen alles zusammen, wir haben die gleichen Hobbys, wir kochen zusammen, wir arbeiten in unserem Gärtle zusammen, wir machen uns täglich Komplimente, bei uns stimmt einfach alles und ach und weh - wir sind ja so glücklich miteinander", nervten sie uns schrecklich.

Als dann mein Freund mit seiner Frau dazu kamen, ging es gerade so weiter.
Mein Freund hörte sich das ein Weilchen an und meinte dann:
"Nun kommt mal endlich auf den Punkt!Wie sieht es denn bei euch mit Ficken aus?"

Wie bitte???
Da war schlagartig Schluss. Sie bezahlten und waren weg.

So vergingen auch diese Tage unseres Wiedersehens wie im Flug.

Fortsetzung folgt
 
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Teil 12
23. April

Heute geht es zum @Seebiker
Mein Freund fährt uns zum Bahnhof Vaihingen /Enz.
Wir brauchen ein "Baden-Württemberg Ticket"
Auch hier ist kein Ticketautomat mehr.
Dafür wieder so ein "Video Schalter". Geht aber ganz einfach:
Auf Knopfdruck meldet sich auf dem Bildschirm eine Dame. Diese geleitet mich durch das Menü, direkt zum "Baden-Württemberg Ticket."
Bezahlen und fertig.
Doch – das ist gar nicht schlecht.

Auch hier ist der Abschied ein trauriger Moment. Wir werden uns wohl nie mehr wiedersehen.

Wir fahren nach Stuttgart und steigen dort in den Zug nach Singen um.
In Singen haben wir fast eine Stunde zum Umsteigen. Dafür geht der nächste Zug direkt nach Salem, wo Seebiker auf uns wartet - dachten wir.

Fortsetzung folgt
 
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Teil 13

Wie wir aussteigen, kommt gerade ein Gegenzug aus Friedrichshafen. Von dort sind wir früher immer gekommen.
Ohne nachzudenken meint Seebiker, dass wir mit diesem kommen und schaut in den falschen Schacht der Unterführung. Als er uns nicht sieht, meint er, wir hätten den Zug wieder mal in Friedrichshafen verpasst. Er fährt Richtung nachhause und wartet auf meinen Anruf. Sein Handy hat er allerdings, wie auch immer in Thailand, nicht eingeschaltet.

Wir sitzen auf eineTreppe und ich krame mein Handy aus der Tasche. Dabei lege ich den Geldbeutel, das Brillenetui, die Haarbürste und den Reisepass auf die Treppe. dann rufe ich mit meiner Thai SIM-Karte auf sein Festnetz an. Seine Frau meldet sich und ist erstaunt, dass wir ihn nicht getroffen haben.
Sagt ihm denn dass wir da sind und endlich kommt er angefahren. Stürmisch begrüßen wir uns.
Als wir einsteigen wollen, fällt mir das ausgepackte Zeug aus der Tasche wieder ein .
Alles liegt auf der Treppe und ich packe alles wieder ein.
Alles??? - denke ich jedenfalls.

Zu Hause das Übliche.
Herzliche Begrüßung, Begrüßungstrunk, Kleinigkeit essen, sich ein bissle flachlegen.

Als ich abends mein Handy herauskrame, ist der Geldbeutel weg.
Na fein!

Fortsetzung folgt
 
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Teil 14

Da kommt natürlich Freude auf.
Ein Trost ist für mich, dass es wenigstens nicht der Pass war.

Nicht auszudenken:
Mein Visum, mein Reentry Stempel,
wo ohne Anmeldung in Deutschland einen Notpass beantragen, mit einem Touristen Stempel für 30 oder 60 Tage in Thailand einreisen und dort der Gnade meiner zuständigen Immigration ausgeliefert zu sein.
Nimmt mich meine Airline mit so einem Pass und ohne Rückflugticket, das ich ja als Tourist zur Einreise in Thailand brauche, überhaupt mit?
Nur kurz einmal nicht aufgepasst und so eine Katastrophe.
Es fällt mir wie Schuppen aus den Haaren, das ich nicht einmal Copies von meinem Reisepass und den Stempeln darin habe.

Früher habe ich diese Copies immer als Anhänge in einer E-Mail abgelegt.
Mein Buddha, so eine Katastrophe darf nie passieren.

Wieviel im Portmonee war, will ich gar nicht so genau wissen. Aber – ein paar Hundert Euro waren es schon.
Zum Glück hat mein Fraule noch genügend im Geldbeutel.

Damit ist der Fall für mich vorerst mal erledigt und ich will auch nicht mehr darüber nachdenken. Versaut mir nur den Urlaub.

Fortsetzung folgt
 
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Teil 15
1.Mai

Inzwischen ist eine gemütliche Woche bei Seebikers vergangen.
Der halbe D-Urlaub ist um.

Es geht mir recht ordentlich, um nicht sogar zu sagen, viel besser.
Die Schwächeanfälle sind nicht mehr so häufig.
Die Ruhe tut mir gut.

Mein Fraule ist mit dem Haushalt beschäftigt und kocht jeden Abend ein Thai Dinner. Das ist schon Tradition hier.

Der Sohn von Seebikers ist geschäftlich in dieser Gegend präsent und wohnt auch mit im Haus, besser gesagt, zur Zeit aus Platzgründen im Wohnwagen, der im Garten abgestellt ist. Auch ihm schmeckt das Thal-Essen.

Ich und mein Fraule waren schon mehrmals beim Einkaufen.
Seit unserem letzten Aufenthalt vor zwei Jahren ist alles extrem teurer geworden.

Einmal waren wir mit an einer Tankstelle. Die Preise - WOW.
Dabei nicht einmal ein Service; man muss hier selber tanken.
Keine saubere Toilette, kein 7/11, kein Shop, wo man mal schnell einen frisch zubereiteten Snack mitnehmen kann. Alles trostlose Anlagen.
Immer wieder bestätigt sich: Wie gut, dass ich ......

Nun - man sollte die Attraktivität eines Landes nicht an einer Tankstellen-Toilette messen. In Thailand ist der Sprit auch teuer. Für die Thai sogar sehr teuer.
Aber bei allen Vergleichen kommt Thailand für mich (!!!) eben viel besser weg,
Ich betone "für mich".
Andere mögen anders empfinden.

Fortsetzung folgt
 
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